Solaranlagen Ausrichten

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Tino Willert

Solaranlagen Ausrichten

#1 Beitrag von Tino Willert » Mo 25 Nov 2002 14:51

Hallo,

habe folgendes Problem: Bin total unzufrieden mit der Ausbeute meiner Solaranlage. Sie ist flach auf meinem Wohnmobil befestigt. Dies ist bei der Stromausbeute nicht gerade förderlich!! Würde die Anlage sich gerne ausrichten lassen. Hier fangen die Schierigkeiten an. Finde leider keine Anbieter, die Solarpanels kippen lassen, geschweige denn ausrichten lassen! Bin faul und möchte nicht alle Stunde aufs Dach kraxeln. Wer weiß Abhilfe.

Gast

Re: Solaranlagen Ausrichten

#2 Beitrag von Gast » Mo 25 Nov 2002 22:44

hallo Tino,

es gibt einfache mechanische bis vollelektronisch gesteuerte Nachführ-Vorrichtungen ("Tracker"), die die Stromausbeute um ca. 30-40 % erhöhen (sollen).
Allerdings sind Aufwand + Kosten für eine vollautomatische Nachführung ziemlich hoch, so dass es mir insbes. bei einem Womo sinnvoller / wirtschaftlicher erscheint andere Wege zu gehen.
Mich stört vor allem noch das hohe Gewicht (wg. hohem Schwerpunkt)

Ich habe mir einen Solarregler (v. MSTE) gekauft, der mit 24V-Modul-, aber 12V-Akkuspannung arbeitet (vor 1,5 J gekauft; noch leider keine Zeit gefunden das Teil einzubauen => keine Erfahrung).
IMHO müsste bei 24-V-Modulen eher + länger Strom fliessen als bei 12-V-Modulen, ebenfalls z.B. bei diffusem Licht, wo die Leerlaufspannung von 12-V-Modulen nicht über die Akkuspannung geht (der Stromfluss versiegt ja in dem Augenblick indem die Modulspannung = Akkuspannung ist).
Wieviel das in der Praxis ausmacht konnte mir auch MSTE leider nicht genau verraten, aber ich habe mal bei einen Test gesehen, wie schnell die Modulspannung unter die ungefähr erforderlichen 14 V fällt (Hinweis: auch bei diffusen Licht brachte eine (im Test manuelle) Nachführung einen Leistungsgewinn bzw. die erforderliche Spannung).
Ich werde dann entweder 2 (vorhandene) Module in Reihe schalten oder ein (neues) 24V-Modul auf´s Dach kleben.
Wenn sich mein Strombedarf wesentlich erhöhen sollte plane ich eine optionale Stromeinspeisung durch ein weiteres "loses" Modul ein, welches ich dann bei Bedarf aufstelle u. optimal zur Sonne ausrichte (geht dann natürlich nur bei Anwesenheit), aber ich gehe davon aus dass es auch so reicht.
zZ. habe ich 3 12-V-Module auf dem Dach (155 W): ist auch ok, aber ein Modul weniger ist gleich ein paar kg weniger u. das in knapp 3m Höhe (wg. Schwerpunkt) u. ich erwarte jedenfalls bei 100 W m. 24-V-Modultechnik ein gutes Plus (allerdings auch wg. der grundsätzlich besseren Reglertechnik der weniger Verluste hat als der jetzige)

Ich hoffe, dass ich bald mal das 55-W-Modul u. den Solarregler (beides SIEMENS-Teile) zum Verkauf anbieten und dann auch aus der Praxis berichten kann ;-)

Gruß
JoS


> Hallo,
>
> habe folgendes Problem: Bin total unzufrieden mit der Ausbeute meiner Solaranlage. Sie ist flach auf meinem Wohnmobil befestigt. Dies ist bei der Stromausbeute nicht gerade förderlich!! Würde die Anlage sich gerne ausrichten lassen. Hier fangen die Schierigkeiten an. Finde leider keine Anbieter, die Solarpanels kippen lassen, geschweige denn ausrichten lassen! Bin faul und möchte nicht alle Stunde aufs Dach kraxeln. Wer weiß Abhilfe.

Otter

Re: Solaranlagen Ausrichten

#3 Beitrag von Otter » Di 26 Nov 2002 00:21

Hi Tino,

habe dieses Frühjahr auf ner Caravan-Messe ein vollautomatisches Solarmodul gesehen.
Sah eigentlich genau aus wie ne vollautomatische OysterSatanlage, nur anstatt der Schüssel war eben ein Solarmodul
drauf. Kann Dir aber leider nicht mehr den Hersteller nennen. Hab,s aber extrem teuer in Erinnerung.

Artica Camper vertreiben auch ähnliche Systeme (glaub von Girasole, mit dreh und kippbaren Mast).
Manuel oder automatisch.
Der dreh und kippbare Mast allein kostet irgendwas mit 200 Euro.
Link ist:
http://www.artica-camper.com/htmls/deutsch/index_d.html
und dann unter "Aktuell"
Fotos gibts aber keine zu sehen.

Gruß Otter
(der lieber im Schatten steht und deshalb ne größere Batteriebank einplant, anstatt Solarmodule ;-) )

Gast

Re: Solaranlagen Ausrichten

#4 Beitrag von Gast » Di 26 Nov 2002 22:06

Hallo Leute,
zum Thema Regler:
Es gibt sog. MPP-Tracker (Maximum Power Point). Vermute der MSTE ist ein solcher.

Dazu etwas Theorie. Eine Solarzelle hat den max. Wirkungsgrad Hersteller-, Temperatur- und Stromabhängig bei ca. 17 Volt (Oberflächentemperatur 25°C). Ändert sich die Temperatur verändert sich also auch die Solarspannung für den optimalen Wirkungsgrad.
Eine leere Batterie hat eine Klemmenspnnung von sagen wir ca. 10,5 V (ziemlich entladen) bis ca. 12,0 V; auch wieder temperaturabhängig. Schaltet ein herkömmlicher Shuntregler bei ausreichender Solarspannung durch wird die Spannung, welcher der Generator erzeugt auf Batteriespannung (eigentlich minimal darüber) gezogen. Der Wirkungsgradverlust kann gerade bei tiefen Außentemperaturen durchaus bis 50% betragen. Ist also eine üble Temperatur- und Spannungsgeschichte.
Anders siehts aus beim MPP-Tracker. Das ist nichts anderes als ein freilaufender DC-DC-Wandler mit einem Optimierungsalgorythmus. Ganz einfach (aber wissenschaftlich nicht ganz richtig) ist es ein „Gleichspannungstransformator“ (liebe E-Techniker, bitte nicht hauen, mir fallt nichts vergleichbares ein) mit variablem Übersetzungsverhältnis. Dabei wird die Spannung auf der Generatorseite solange variiert, bis das Produkt aus Solarstrom und Solarspannung (generatorseitig) ein Maximum erreicht. Die Ausgangsspannung wird sehr nahe der aktuellen Batteriespannung gehalten (deswegen „variables“ Übersetzungsverhältnis). Für die Solarzelle heißt das sie kann immer im optimalen Arbeitspunkt und das temperaturunabhängig betrieben werden.
Ob sich die Mehrkosten für den MPP-Tracker lohnen steht auf einem anderen Blatt.
Generell wird aber der Wirkungsgrad bei einem 24V System nicht höher im Vergleich zum 12V System. Eine handelsübliches Panel hat sowieso eine Leerlaufspannung (bei Strom =0) von ca, 22 Volt; Spannungsüberhang ist also reichlich da. Außerdem funktioniert ein 24V System generell nur mit 2 Akkus in Reihe UND 2 Panel in Reihe (oder entsprechende 2-er Bänke dann parallel).
Es ist eher zu überlegen, ob jedes Panel einen eigenen (Shunt)Regler bekommt, so könnte man die Verluste bei Teilabschattung kompensieren.
Hat jemand damit schon Erfahrung gesammelt?

Zur Nachführung: auch hier die Frage ob Preis, Gewicht und Anfälligkeit der Mechanik nicht mehr Nachteile haben wie ein zusätzliches Panel? Auch die Bauart und Kapazität der Batteriebank und natürlich die geografische Lage sowie Jahreszeit spielen bei der gewünschten autarken Standzeit ausschlaggebende Rolle.
Ich behaupte je größer der elektrische Leistungsbedarf des Womos ist desto größer ist es. Und bei einem großen Womo gibt’s immer reichlich Platz auf dem Dach für Panel, auch bei den Bootfahrern und Drachenfliegern. Vielleicht nicht bei den Dachboxenfans.......-J. Oder?

Gruß
Mike

Gast

Re: Solaranlagen Ausrichten

#5 Beitrag von Gast » Di 26 Nov 2002 22:47

hi,

richtig: der Regler ist auch ein MPPT

Theorie wollte ich nicht vertiefen /diskutieren, nur Gedankengang darstellen
(... Wirkungsgrad habe ich nie erwähnt ;-) )

das System benötigt KEINE 2 Akkus in Reihe!! (das ist ja gerade der Clou!)
Regler regelt auf 12 V (bzw. Lade- entsprechend Akkuspannung) runter (etwas mehr Verluste als norm. MPPT; im 1-stelligen %-Bereich)
=> ich habe längere Zeit eine Differenz zw. Modul- u. Akkuspannung ("Spannungüberhang") => länger Stromfluss.
das der "Spannungüberhang" nicht immer reichlich vorhanden ist bzw. schneller als man glaubt unterschritten* wird, kann man leicht bei einem Test ("Simulation") überprüfen!
*(Dämmerung, (Teil-)Schatten, diffuses Licht, nicht so optimale Ausrichtung ... "deutsches Wetter")

auf Dachbox kann man oft gut Module aufkleben, evtl. schrauben (abdichten!);
für den Anschluß entsprechende Steckverbindung (aus Marinebereich; teuer :-( )
... u. man kann sogar bei geöffneter Box die Module nachführen (wenn´s WoMo richtig steht ;-) )


unabhängig bisheriger Überlegungen:
wenn man selten länger steht bringt auch ein entsprechend modifizierter LiMa-Regler o. ggf. eine stärkere LiMa eine schnellere u. bessere Ladung der Akkus: normalerweise werden die Akkus für den Wohnbereich seltenst von der normalen Fzg.-LiMa voll geladen!!
Das kann also durchaus - zumindest in Verbindung mit erhöhter Akkukapazität - eine Alternative sein!

Gruß
JoS


> Hallo Leute,
> zum Thema Regler:
> Es gibt sog. MPP-Tracker (Maximum Power Point). Vermute der MSTE ist ein solcher.
>
> Dazu etwas Theorie. Eine Solarzelle hat den max. Wirkungsgrad Hersteller-, Temperatur- und Stromabhängig bei ca. 17 Volt (Oberflächentemperatur 25°C). Ändert sich die Temperatur verändert sich also auch die Solarspannung für den optimalen Wirkungsgrad.
> Eine leere Batterie hat eine Klemmenspnnung von sagen wir ca. 10,5 V (ziemlich entladen) bis ca. 12,0 V; auch wieder temperaturabhängig. Schaltet ein herkömmlicher Shuntregler bei ausreichender Solarspannung durch wird die Spannung, welcher der Generator erzeugt auf Batteriespannung (eigentlich minimal darüber) gezogen. Der Wirkungsgradverlust kann gerade bei tiefen Außentemperaturen durchaus bis 50% betragen. Ist also eine üble Temperatur- und Spannungsgeschichte.
> Anders siehts aus beim MPP-Tracker. Das ist nichts anderes als ein freilaufender DC-DC-Wandler mit einem Optimierungsalgorythmus. Ganz einfach (aber wissenschaftlich nicht ganz richtig) ist es ein „Gleichspannungstransformator“ (liebe E-Techniker, bitte nicht hauen, mir fallt nichts vergleichbares ein) mit variablem Übersetzungsverhältnis. Dabei wird die Spannung auf der Generatorseite solange variiert, bis das Produkt aus Solarstrom und Solarspannung (generatorseitig) ein Maximum erreicht. Die Ausgangsspannung wird sehr nahe der aktuellen Batteriespannung gehalten (deswegen „variables“ Übersetzungsverhältnis). Für die Solarzelle heißt das sie kann immer im optimalen Arbeitspunkt und das temperaturunabhängig betrieben werden.
> Ob sich die Mehrkosten für den MPP-Tracker lohnen steht auf einem anderen Blatt.
> Generell wird aber der Wirkungsgrad bei einem 24V System nicht höher im Vergleich zum 12V System. Eine handelsübliches Panel hat sowieso eine Leerlaufspannung (bei Strom =0) von ca, 22 Volt; Spannungsüberhang ist also reichlich da. Außerdem funktioniert ein 24V System generell nur mit 2 Akkus in Reihe UND 2 Panel in Reihe (oder entsprechende 2-er Bänke dann parallel).
> Es ist eher zu überlegen, ob jedes Panel einen eigenen (Shunt)Regler bekommt, so könnte man die Verluste bei Teilabschattung kompensieren.
> Hat jemand damit schon Erfahrung gesammelt?
>
> Zur Nachführung: auch hier die Frage ob Preis, Gewicht und Anfälligkeit der Mechanik nicht mehr Nachteile haben wie ein zusätzliches Panel? Auch die Bauart und Kapazität der Batteriebank und natürlich die geografische Lage sowie Jahreszeit spielen bei der gewünschten autarken Standzeit ausschlaggebende Rolle.
> Ich behaupte je größer der elektrische Leistungsbedarf des Womos ist desto größer ist es. Und bei einem großen Womo gibt’s immer reichlich Platz auf dem Dach für Panel, auch bei den Bootfahrern und Drachenfliegern. Vielleicht nicht bei den Dachboxenfans.......-J. Oder?
>
> Gruß
> Mike
>

Gast

Re: Solaranlagen Ausrichten

#6 Beitrag von Gast » So 01 Dez 2002 12:18

> hallo Tino,
>
> es gibt einfache mechanische bis vollelektronisch gesteuerte Nachführ-Vorrichtungen ("Tracker"), die die Stromausbeute um ca. 30-40 % erhöhen (sollen).
> Allerdings sind Aufwand + Kosten für eine vollautomatische Nachführung ziemlich hoch, so dass es mir insbes. bei einem Womo sinnvoller / wirtschaftlicher erscheint andere Wege zu gehen.
> Mich stört vor allem noch das hohe Gewicht (wg. hohem Schwerpunkt)
>
> Ich habe mir einen Solarregler (v. MSTE) gekauft, der mit 24V-Modul-, aber 12V-Akkuspannung arbeitet (vor 1,5 J gekauft; noch leider keine Zeit gefunden das Teil einzubauen => keine Erfahrung).
> IMHO müsste bei 24-V-Modulen eher + länger Strom fliessen als bei 12-V-Modulen, ebenfalls z.B. bei diffusem Licht, wo die Leerlaufspannung von 12-V-Modulen nicht über die Akkuspannung geht (der Stromfluss versiegt ja in dem Augenblick indem die Modulspannung = Akkuspannung ist).
> Wieviel das in der Praxis ausmacht konnte mir auch MSTE leider nicht genau verraten, aber ich habe mal bei einen Test gesehen, wie schnell die Modulspannung unter die ungefähr erforderlichen 14 V fällt (Hinweis: auch bei diffusen Licht brachte eine (im Test manuelle) Nachführung einen Leistungsgewinn bzw. die erforderliche Spannung).
> Ich werde dann entweder 2 (vorhandene) Module in Reihe schalten oder ein (neues) 24V-Modul auf´s Dach kleben.
> Wenn sich mein Strombedarf wesentlich erhöhen sollte plane ich eine optionale Stromeinspeisung durch ein weiteres "loses" Modul ein, welches ich dann bei Bedarf aufstelle u. optimal zur Sonne ausrichte (geht dann natürlich nur bei Anwesenheit), aber ich gehe davon aus dass es auch so reicht.
> zZ. habe ich 3 12-V-Module auf dem Dach (155 W): ist auch ok, aber ein Modul weniger ist gleich ein paar kg weniger u. das in knapp 3m Höhe (wg. Schwerpunkt) u. ich erwarte jedenfalls bei 100 W m. 24-V-Modultechnik ein gutes Plus (allerdings auch wg. der grundsätzlich besseren Reglertechnik der weniger Verluste hat als der jetzige)
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> Ich hoffe, dass ich bald mal das 55-W-Modul u. den Solarregler (beides SIEMENS-Teile) zum Verkauf anbieten und dann auch aus der Praxis berichten kann ;-)
>
> Gruß
> JoS
>
>
> > Hallo,
> >
> > habe folgendes Problem: Bin total unzufrieden mit der Ausbeute meiner Solaranlage. Sie ist flach auf meinem Wohnmobil befestigt. Dies ist bei der Stromausbeute nicht gerade förderlich!! Würde die Anlage sich gerne ausrichten lassen. Hier fangen die Schierigkeiten an. Finde leider keine Anbieter, die Solarpanels kippen lassen, geschweige denn ausrichten lassen! Bin faul und möchte nicht alle Stunde aufs Dach kraxeln. Wer weiß Abhilfe.
>
Vor dem Problem der Ausrichtung der Pannels stehe ich auch. Mir erscheint es sinnvoll, bei dem Rohertrag der Energie anzusetzten, also die Pannels möglichst rechtwinklig zur Sonne zu halten. Dazu muß ich einen Rahmen drehen und kippen können Für die Unterkonstruktion werde ich versuchen, vom Militärschrott das Drehgestell einzusetzten, das die MG´s auf den Lastwagen-Führerkabinen aufnimmt.
Weiß jemand, woch solcher Schrott im Südwesten verkauft wird?
MfG Max

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