Gel Akkus und Lichtmaschine?

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Gast

Gel Akkus und Lichtmaschine?

#1 Beitrag von Gast » So 20 Okt 2002 20:11

Hallo Selbstausbauer,
vor meinem Kauf der supergünstigen Gel Akkus interessiert uns noch die Frage, ob sie von der normalen Lichtmaschine aufgeladen werden können?

Christel

Gast

Re: Gel Akkus und Lichtmaschine?

#2 Beitrag von Gast » So 20 Okt 2002 22:30

Hallo Christel!

Klar, kein Problem! Um ganz sicher zu gehen kannst du ja mal die Spannung messen, die bei laufendem Motor an deiner jetzigen Batterie ansteht. Das sind normalerweise so um die 14 Volt.

Ein 12V Blei Gel Accu sollte am einfachsten mit konstanter Spannung geladen werden. (IU Kennlinie) Nix anderes macht deine Lichtmaschine.
Für Dauerladung d.h. der Accu hängt immer am Ladegerät sollten es 13,8V - 14,1V sein. Im Zyklenbetrieb, also laden-entladen-laden-entladen, sollten es 14,4V - 14,7V sein. Das gilt für eine Batterie Temperatur von 20 Grad. Wenn es wärmer wird darf die Spannung etwas höher sein um den Accu wirklich ´voll´ zu bekommen. Der Ladestrom stellt sich dabei übrigens von alleine ein.

Diese ganzen tollen und sündhaft teuren Ladegeräte machen im Prinzip nichts anderes. Die schalten dann meistens zusätzlich noch die Spannungsgrenzwerte je nach Ladezustand hoch und wieder runter. Das spart etwas Zeit beim Laden. Wenn ein ´Billig Lader´ (Konstantspannung) aber genügend Dampf hat und reichlich Amperes liefert, dann gehts damit fast genau so schnell. Die Accus vertragen das.

Robert

Theo
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Re: Gel Akkus und Lichtmaschine?

#3 Beitrag von Theo » Mo 21 Okt 2002 09:55

> Hallo Christel!
>
> Klar, kein Problem! Um ganz sicher zu gehen kannst du ja mal die Spannung messen, die bei laufendem Motor an deiner jetzigen Batterie ansteht. Das sind normalerweise so um die 14 Volt.
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> Ein 12V Blei Gel Accu sollte am einfachsten mit konstanter Spannung geladen werden. (IU Kennlinie) Nix anderes macht deine Lichtmaschine.
> Für Dauerladung d.h. der Accu hängt immer am Ladegerät sollten es 13,8V - 14,1V sein. Im Zyklenbetrieb, also laden-entladen-laden-entladen, sollten es 14,4V - 14,7V sein. Das gilt für eine Batterie Temperatur von 20 Grad. Wenn es wärmer wird darf die Spannung etwas höher sein um den Accu wirklich ´voll´ zu bekommen. Der Ladestrom stellt sich dabei übrigens von alleine ein.
>
> Diese ganzen tollen und sündhaft teuren Ladegeräte machen im Prinzip nichts anderes. Die schalten dann meistens zusätzlich noch die Spannungsgrenzwerte je nach Ladezustand hoch und wieder runter. Das spart etwas Zeit beim Laden. Wenn ein ´Billig Lader´ (Konstantspannung) aber genügend Dampf hat und reichlich Amperes liefert, dann gehts damit fast genau so schnell. Die Accus vertragen das.
>
> Robert


Hallo Robert,

ohne im Detail auf Deine Tips eingehen zu wollen würde ich Dir empfehlen Dich mal über Batterien und Ladetechnik etwas genauer zu informieren: www.leab.de oder wenn Englisch kein Problem für Dich ist auch auf der wirklich guten homepage www.amplepower.com von David Smead. Der hat übrigens auch 2 tolle Bücher geschrieben (siehe website).

Nichts für ungut!

Theo
Viele Grüße

Theo

Gast

Re: Gel Akkus und Lichtmaschine?

#4 Beitrag von Gast » Mo 21 Okt 2002 20:57

Stimmt, ihr habt recht!
Natürlich muß die Ladespannung bei KÄLTE höher sein! Da habe ich mich wohl beim Sätze bauen vehaspelt.

Bei http://www.leab.de/pdf-dateien/06_dryfit.pdf oder besonders bei
http://www.elektrotec-berlin.de/sonne/t ... seite2.htm gibts dazu weitere Informationen.

Nochmal etwas ausführlicher:
Sonnenschein empfiehlt die Ladung mit konstanter Spannung. (U Kennlinie) Das ist am Einfachsten.
Als optimal sehen sie ein Laden mit IU Kennlinie. Also im Prinzip laden mit nach oben begrenzter Spannung und Strombegrenzung in der Anfangszeit. IU ist etwas schneller als U, weil der hohe Ladestrom etwas länger gehalten werden kann.

So, was macht jetzt ein Schaltnetzteil oder auch die Lichtmaschine im Auto? Sie geben erst einmal eine feste, geregelte Ausgangsspannung ab. Das wäre unsere U Kennlinie. Damit können wir schon prima laden, wenn die Ausgangsspannung richtig gewählt ist. Der Ladestrom wird dabei vom Akku bestimmt. Er wird in der Anfangszeit recht hoch sein und dann bei fortschreitender Ladung immer weiter zurück gehen.
Wenn man dieses Ladeverfahren aber wirklich ´konsequent´ anwenden will, braucht man eine Spannungsquelle mit richtig viel ´Dampf´. Sie muß in der Lage sein den großen Strom, den der Akku haben will (aber natürlich nicht haben sollte!), bei konstant bleibender Spannung zu liefern. Das schafft, bei den für Versorgungsbatterien üblichen Kapazitäten, die Lichtmaschine im Auto nicht, und auch die wenigsten Schaltnetzteile können das.

Was passiert: Die Lichtmaschine kommt an ihre Leistungsgrenze und bricht in der Spannung ein. Dadurch geht auch der Strom zurück, und das ganze pendelt sich irgendwo ein. (falls sie nicht vorher abraucht. Muss doch mal nachschauen was meine überhaupt so kann....) Wo genau dieser Gleichgewichtspunkt liegt, muß gerechnet oder ausprobiert werden. Wir haben also de fakto eine Strombegrenzung, die schon recht nahe an die IU Kennlinie herankommt. Die A500 (85Ah) z.B. sollten mit max. 34A geladen werden. (0,2A - 0,4A / Ah) Meine 4 Stück im Parallelbetrieb (340 Ah) dürfen also mit rund 130 A geladen werden. Das schafft meine Lichtmaschine nicht. Ich hätte also keine Hemmungen meine Batterien da mit dran zu hängen wenn die Spannung stimmt. (Da ich 24V im Fahrgestell habe muss ich das bei mir allerdings anders lösen.)
Ganz leere Akkus während der Fahrt zu laden würde ewig lange dauern. Ich würde also versuchen die Akkus nicht so weit leer zu fahren. Dann puffert die Lima nur nach, und der Ladestrom bleibt dabei im Rahmen.

Beim Schaltnetzteil gibt es normalerweise eine eingebaute Strombegrenzung. Die tut auch nichts anderes, als beim Erreichen des maximal zulässigen Stroms die Spannung herunter zu fahren. Das ist nichts anderes als diese ominöse IU Kennlinie! Wenn der Strom wieder absinkt, weil der Akku langsam voller wird, steigt die Ausgangsspannung wieder an, bis sie wieder geregelt / begrenzt wird.

Was die Akkus umbringt, oder Lebensdauer kostet, ist vor allem:
- eine zu hohe Ladespannung, die zum Überladen / Gasen führt wenn nicht rechtzeitig abgeschaltet wird
- ein zu hoher Wechselstromanteil im Ladestrom (Trafo/ Gleichrichter Ladegeräte aus dem Baumarkt)
- Tiefentladung bei niederigen Temperaturen
- Laden bei hohen Akku Temperaturen

Lasst euch nicht verrückt machen von den Katalog Aussagen! Natürlich kann man beim Laden mit ein paar Trickschaltungen etwas Zeit sparen. Aber lohnt es sich deswegen ein Vermögen für ein High Tec Ladegerät auszugeben wenn die Industrie Elektronik das selbe zu 1/4 des Preises bietet? (Die ganzen USV in der Industrie fahren übrigens auch nichts anderes als Konstant Spannung mit Strombegrenzung.)

Und die Lima? Wie gesagt, wenn die Ladespannung stimmt hätte ich keine Hemmungen damit zu laden. Zu hoher Strom kommt bei uns wegen der großen Kapazität wohl nicht vor. Ich sehe da eher die Lima als die Akkus gefährdet.

...interessantes Thema, oder?

Robert

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