Solarplatten???

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Solarplatten???

#1 Beitrag von VWBusman » So 01 Jul 2007 11:21

Hallo,

habe mich etwas über Solarplatten erkundigt und da wurde mir gesagt es gibt jetzt Platten welche auch bei teilweiser Beschattung noch Leistung haben.
Jetzt stellt sich mir die Frage: waren die bisherigen Solarplatten so ein "Schrott" das sie, sobald ein Ast einen Teil der Platte beschattet, keine Leistung mehr bringen? Oder sinkt auch bei den "alten" Platten die Leistung nur etwas ab, was durchaus zu verstehen wäre?

Gruß Christopher
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mangiari
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#2 Beitrag von mangiari » So 01 Jul 2007 19:40

Es sinkt die Gesammtspannung ab, da viele Zellen (mit niedriger Spannung) hintereinander geschalten werden um sich zu der entgültigen Spannung zu addieren. Fehlen jetzt ein paar Zellen, dann fehlt auch ein bisschen Spannung. Das wäre erstmal nicht so wild, denn die halbe Spannung bei gleichem Strom ist halt die halbe Leistung. Doofer Weise brauchst Du aber eine bestimmte Spannung um die Batterie zu laden. Mit 11V läd die Batterie nicht, auch wenn man durchaus noch Leistung aus der Zelle ziehen könnte.

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#3 Beitrag von VWBusman » So 01 Jul 2007 20:25

Das bedeutet also das die Solarplatte, bei geringer Beschattung, nicht gleich ganz ausfällt sondern eventuell nur mit geringerer Leistung läd?
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#4 Beitrag von Cookie » So 01 Jul 2007 23:58

Moin!
mangiari hat geschrieben:Es sinkt die Gesammtspannung ab, da viele Zellen (mit niedriger Spannung) hintereinander geschalten werden um sich zu der entgültigen Spannung zu addieren. Fehlen jetzt ein paar Zellen, dann fehlt auch ein bisschen Spannung. Das wäre erstmal nicht so wild, ...
Das stimmt so nicht ganz.
Eine abgeschattete Solarzelle kann man nicht wie eine Batterie sehen, die keine Spannung mehr abgibt, sondern eher wie ein Kabelbruch!
In einem Solarmodul werden viele kleine Zellen in Reihe geschaltet (das stimmt). Ist nur eine Zelle abgeschattet, bringt der gesamte Strang _keine_ Spannung mehr.
In einem Modul gibt es deshalb tw. sog. Bypassdioden, die dann die abgeschattenen Bereiche "überspringen".

^^^Vereinfachte Beschreibung.
Soll heißen. Ein 1/10 abgeschattetes Solarmodul bringt so gut wie gar nichts mehr.

Grüße,
Jan

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#5 Beitrag von VWBusman » Mo 02 Jul 2007 08:38

Hallo,

sehe ich das jetzt richtig, das wenn ich nicht in unmittelbarer Sonneneinstrahlung stehe (z.B. im Schatten eines Hauses ) bekomm ich aus der Solaranlage keinen Strom?

Muß Die Sonneneinstahlung also immer direckt auf das Solarpanel scheinen?

Gruß Christopher
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#6 Beitrag von Cookie » Mo 02 Jul 2007 08:47

Moin Christopher,

nehmen wir an, Du verbaust 2 Module und schaltest sie in Reihe (übliche Installation), dann ist das genau so wie Du schriebst.
Noch schlimmer: Wenn Du z.B. 4 große Blätter verteilt auf den Modulen liegen hast, wird die Restspannung schon so schwach sein, dass es nicht mehr für eine Batterieladung reichen wird.

Ich denke das Thema Solar wird oft überbewertet.
Die meisten Installation ist allenfalls zur Streckung der Batteriedauer geeigent. Alleinige Versorung ist nahezu ausgeschlossen.

Ich habe selbst aber noch _keine_ praktische Erfahrung. Da ich aber diese Woche 4x(!) 180Wp verbaue, weiss ich schon mal bescheid. Ich bin mal gespannt, ob ich mit den 720Wp als einzige Energieversorgung hinkomme.
Wichtig ist bei Solarinstallation, dass man genug Puffer für schlechte Tage hat - also genug Batterien.
z.Z. hab ich 200Ah @ 24V und überlege das ganze auf 8 Batterien zu erweitern (400Ah @ 24V).

Dies nur zur Info, damit Du keine Wunder von den Solarzellen erwartest.

Grüße,
Jan

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#7 Beitrag von VWBusman » Mo 02 Jul 2007 08:57

Hallo Jan,

so habe ich mir das schon vorgestellt.
Wie anfangs schon geschrieben habe ich gelesen das es Solarpanels gibt welche wohl eine bessere "Schlechtwettertauglichkeit" haben und auch bei teilweiser Beschattung noch Ladestrom liefern. Zwar nicht in voller Stärke aber immerhin. Haken an diesen Modulen ist wie so oft der Preis. Sind halt teurer als die "Herkömmlichen" Module.
Auf der anderen Seite muß ich sagen: lieber etwas mehr gezahlt und dann eine bessere Ausbeute wie am falschen Ende gespart und dann den Frust mit der Technik.

Gruß Christopher
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#8 Beitrag von Cookie » Mo 02 Jul 2007 09:03

Richtig.
Allerdings weiss ich nicht, welche Module wirklich bedeutend besser sind, wenn eine Abschattung erfolgt.
Die Hersteller verbauen in die Module Bypassdioden, um einen totalen Leistungsverlust bei Abschattungen zu vermeiden. Das machen wohl schon viele.
Was die Schlechtwettertauglichlkeit anbelangt, sind Dünnschichtmodule wohl am besten geeignet. Allerdings sind die für Womos eher ungeeignet, da diese meist Rahmenlos sind (nur Glas; gibt wohl auch einen Hersteller mit Rahmen, weiss ich aber den Namen nicht).

Viel Erfolg beim Solarprojekt! :)
Grüße,
Jan

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#9 Beitrag von mangiari » Mo 02 Jul 2007 10:42

@Cookie, danke für die Aufklärung, wusste nicht dass ein abgeschatteter Teilbereich auch gleich nicht leitend wird. Dann machts natürlich Sinn, dass da am Ende gar nichts mehr rauskommt. Hatte mich auch schon gewundert wieso bei fast 20Volt Leerlaufspannung schon bei 1-2 Teilausfällen nichts mehr in der Batterie ankommen soll.

Was die Beschattung angeht: Ich hab das so verstanden, dass das Modul im Halbschatte sehr wohl noch Leistung bringen kann, aber eben immer nur so viel wie die am stärksten verschattete Einzelzelle. Also wenn die Sonne jetzt nicht direkt drauf brennt, sondern z.B. der Himmel bissl diesig ist, wird die Zelle schon noch etwas Energie abwerfen. Natürlich nicht annähernd so viel wie unter voller Einstrahlung.

Was das "Überbewerten" angeht, ich glaube das kommt sehr stark auf die Erwartungshaltung an. Ich habe in meinem letzten Bus meist mit einer nicht mehr ganz neuen 44Ah Starterbatterie gelebt. Da ist dann schon mal nach einer Nacht nicht mehr genug Saft da um die Truma laufen zu lassen. Licht gab's nur aus Super-Spar-LED-Clustern oder sogar Stirnlampe und Kerzen. Wenn ich jetzt lese dass ich von meinem geplanten Modul bei brauchbarem Wetter täglich bis zu 16 Ah erwarten kann, noch dazu eine zyklenfeste Batterie mit über 100Ah verbaue, so ist das doch ein erheblicher Fortschritt. 16Ah werd ich normal nie verbrauchen, so sollte die Batterie immer einigermaßen gefüllt sein. Außerdem steh ich auch nie länger, da alle meine Freizeitbeschäftigungen mit viel Fahrerei verbunden sind :roll:

Was bei der Teilbeschattung am wichtigsten ist: Man muss darauf achten dass keine anderen Sachen auf dem Dach (Luken, Lüfter, Träger Sat...) auf bei sehr flachem Sonnenstand Schatten auf die Zellen werfen. Außerdem sollte man sich eben dessen bewusst sein und dann dem Dach auch eine gute Isolierung gönnen, da man in Zukunft ja eher kein Schattenparker mehr sein wird. 8)

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#10 Beitrag von Krabbe » Mo 02 Jul 2007 12:02

Hi,

die normalen Solarmodule bestehen aus 36 einzelnen Solarzellen. Die Module, die auch teilweise abgeschattet werden dürfen, bestehen aus 40 einzelnen Zellen. Sie haben damit eine gewisse Reserve.

@ VWBusman
sehe ich das jetzt richtig, das wenn ich nicht in unmittelbarer Sonneneinstrahlung stehe (z.B. im Schatten eines Hauses ) bekomm ich aus der Solaranlage keinen Strom?

Muß die Sonneneinstahlung also immer direckt auf das Solarpanel scheinen?
Jein, die Sonne muss nicht zwingend immer direkt drauf scheinen. Es gibt ja die direkte Einstrahlung und eine diffuse Strahlung. Bei geschlossener Wolkendecke z. b. hat es ja auch keine direkte Einstrahlung, aber trotzdem liefert das Solarmodul noch etwas Strom.
Und die Module werden im allgemeinen beim Wohnmobil flach aufgebaut. Somit strahlt die Sonne schon mal nie direkt ein (außer im Süden gegen Mittag). Ganz extrem wird das ja im Winter, wo es so gut wie keine direkte Einstrahlung mehr auf das Modul gibt, da die Sonne so tief steht. Und trotzdem liefert das Modul Strom, wenn auch wenig.

Ich würde Dir empfehlen zum Thema Solar man auf die Homepage von Büttner Elektronik zu googeln und da das „Handbuch“ (= den Werbeprospekt) runter zu laden. Da stehen schon ein paar Infos drin.
Recht gut und sein Geld wert ist auch das Buch über Solaranlagen, was Büttner rausgebracht hat. Gibt es für 8,90 oder so im Campinghandel oder bei Büttner, oder bei Ebay. Ich würd Dir gern meins leihen, aber das ist gerade verliehen und ich warte noch drauf, das ich es zurück bekomme. Wenn es bei Dir noch etwas Zeit hat, dann schick mir ne Adresse, ich versuche dann das zu managen, dass der Typ der es hat es per Brief an Dich schickt und Du bringst es dann zum S.A.T. wieder mit...

Ein wenig kritisch setzt sich AGTAR (www.agtar.com) in Ihrem Handbuch mit Solaranlagen auseinander ( ist klar, die wollen Ihren Lima-Regler verkaufen). Man darf das nicht alles so ernst nehmen, was die schreiben, zumindest der Systemvergleich ist meiner Meinung nach sehr in die Richtung Ihres Produktes geschönt, aber ein paar praktische Details kann man zwischen den Zeilen herauslesen. So gibt es auf der Page auch eine Tabelle mit den ungefähr zu erwartenden Energieerträgen einer 100 Wp-Anlage pro Tag unter Berücksichtigung des Monats und der Region (in Europa)

@ Cookie,

auf der o. a. AGTAR-HP findest Du in der Tabelle für ein 100 Wp Modul im Sommer in Mitteldeutschland eine Tagesleistung von ca. 200-245 W.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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#11 Beitrag von Cookie » Mo 02 Jul 2007 12:33

mangiari hat geschrieben:Außerdem sollte man sich eben dessen bewusst sein und dann dem Dach auch eine gute Isolierung gönnen, da man in Zukunft ja eher kein Schattenparker mehr sein wird. 8)
Mein Dach ist quasi eine Solarzelle. :lol:
Habe fast die gesamte Fläche (6,4qm) mit Solarzellen ausgelegt. Ist auch eine gute Dach-Isolation, wenn man eine Hinterlüftung der Solarzellen hat. :wink:

@ Krabbe: Du meinst Wh.
Die Angaben sind ja nicht vielversprechend: Ich schätze meinen täglichen Verbauch auf 25-35Ah @24V pro Tag. Der Kühlschrank zieht schon ~22Ah.
Im Sommer bekomm ich ~90Ah Power/Tag. Im Winter sind es nur 15-20Ah.
Die Lösung wird wahrscheinlich so aussehen: Wenn ich fahre, läd meine 80A/24V Lima die Batterien. Wenn ich länger stehe und es Winter ist, werde ich die Möglichkeit einbauen, dass ich die Solarzellen ausrichten kann. Ich schätze mal durch eine Ausrichtung kann man gut 30-40% an Leistungsgewinn erziehlen.

Grüße,
Jan

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#12 Beitrag von mangiari » Mo 02 Jul 2007 13:16

Hast Du auch berücksichtigt dass der Kühlschrank im Winter lange nicht so viel Energie braucht wie im Sommer bei 35°? Im Winter muss man den Kühli ja nun wirklich nicht durchlaufen lassen, es sei denn man will tiefgefrohrenes über einen längeren Zeitraum mitführen, aber was soll das bringen?

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#13 Beitrag von mike13 » Mo 02 Jul 2007 22:03

Hallo

Vorschlag, man nehme 4 Stück a 40Volt davon jeweils 2 in Reihe und läst das ganze über einen MPP Regler laufen.
Dann kann es auch mal etwas weniger Sonne/Licht geben und es kommt immer noch Strom raus zum laden der Batterie.
Alternativ auch 3x20Volt (a95W)in Reihe davon wieder zwei.
Ich werde 2mal 2x210W (ca.80Volt) nehmen, also 840Watt (theoretisch) und 24Volt Batterien über einen MPP Regler laden lassen.

Mike
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#14 Beitrag von Cookie » Di 03 Jul 2007 07:33

mike13 hat geschrieben: Ich werde 2mal 2x210W (ca.80Volt) nehmen, also 840Watt (theoretisch) und 24Volt Batterien über einen MPP Regler laden lassen.
:?:
Was ist das für eine Rechnung?
2x210W sind 2x210W = 420W, egal wie Du die beschaltest. Sofern das kein Tippfehler ist, leg ich wirklich allen Leuten, die sich nicht wirklich mit Elektronik auskennen ans Herz, sich intensiv mit der Materie auseinander zu setzen, bevor Solarmodule gekauft werden.
^^ Ist wirklich nicht böse gemeint, sondern lieb! :wink:

Ansonsten stimmt Deine Rechnung/Vorstellung, dass die in Reihe geschalteten Module bei wenig Licht immer noch genug Spannung liefern.
Mein Problem: Ich habe 5 Module â 42V. Dafür bräuchte ich dann zwei Regler.

Grüße,
Jan

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#15 Beitrag von Memartin » Di 03 Jul 2007 22:12

Moinsen Forum,
mein Senf zu Beschattungs-Solarzellen:
Mir wurde erklärt, dass die "beschattungsresistenteREN" Module diese Eigenschaft aus der Tatsache ziehen, dass die einzelnen Zellen lange, schmale Rechtecke sind. Ein einzelnes Kastinienblatt oder der Schatten der Dachluke o.ä. kann also jede Zelle immer nur partiell abschatten, während sonst im Modul / Panel einzelne Zellen komplett im Schatten liegen können (mit den zuvor schon beschriebenen Folgen). Dadurch wird der Schatten sozusagen "egalisiert" und in seiner Wirkung auf einen Mittelwert "umgerechnet" (statt wie der o.a. "Kabelbruch" zu wirken).

Hoffe, dass trgt zur Klärung bei...

Frohes Ausbauen!

M, der auch gerne schon ausbauen würde...

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