Tragfähigen ebenen Boden auf Waschbrett-Blech?

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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mangiari
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Tragfähigen ebenen Boden auf Waschbrett-Blech?

#1 Beitrag von mangiari » Fr 02 Mär 2007 18:44

So, habe jetzt im Fahrerhaus mittig einen Kanal in den Gummiboden geschnitten. Da soll ein flacher Holzkanal hin, durch den die Elektrik, ein Warmluft-Abzweig der Fahrerhaus-Heizung und das Kühlerwasser für den Boiler gelegt wird. Der Kanal wird so dimensioniert dass man auch drauf rumlatschen kann und nach hinten ist er gleichzeitig eine Art Treppchen um durch den Durchstieg zu kommen ohne Klettern zu müssen.

Die größere rechteckige Fläche im Bild rechts unten soll dann die Versorgungsbatterie aufnehmen. Die ist dann komplett in einer Holzkiste und eine Möglichkeit die Ausgasung nach unten außen abzuführen gibt es dort auch schon.

Jetzt mein Problem: Das ganze muss natürlich robust ausgeführt sein, dass man eben zum einen drauftrampeln kann und zum anderen dass die Batterie bei Vollremsung oder Auffahrunfall nicht durch die Gegend fliegt und dabei am besten noch aufplatzt und gleich die Schwerverletzten auflöst...

Wie man auf dem Foto nur teilweise erkennt, hat der Boden in dem Bereich alle möglichen verschiedenen Höhen. Zum Teil ist es direkt lackierte Karosserieblech, dazwischen sind noch so Bitumenstreifchen zur Entdröhnung. Ein paar höhere Holme und sogar Kabel sind auch dazwischen. Kann da so natürlich jetzt kein Holzbrett draufmachen. Hätte auch nichts dagegen die entdröhnende Wirkung des entfernten Gummis wieder zu erreichen.

Frage: Womit könnte ich das jetzt auffüllen, so dass es ein bissl isoliert, entdröhnt und eine belastbare ebene Grundlage für meinen Holzkanal bildet? Im Hausbau hätte ich Estrich vergossen :D

Ich hab an PU-Bauschaum gedacht, aber der dehnt sich ja so wild. Ob ich mit dem eine ebene Fläche hinbekomme? Mir wär was bissl flüssigeres lieber, was ne Weile braucht um auszuhärten, sich nicht ausdehnt und was ich mit nem großen Spachtel glatt ziehen kann. Soll aber auf jeden Fall sehr leicht sein, jetzt nicht gerade Karosserie-Spachtel :lol:

Irgendwelche Ideen? Meint ihr es ist eine gute Idee den Boden vorher mit Frischhaltefolie abzudecken, so dass ich nur ein passendes Formteil erhalte und mir die Möglichkeit offen halte ans Blech und so ranzukommen? Die Holzplatte würde ich dann mit Schlosserschrauben durch die Füllung mit der Karosserie verbinden, z.B. auch bei der Batterie, die ja einen zuverlässigen Klemmfuß braucht.
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Sven Strumann
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#2 Beitrag von Sven Strumann » Fr 02 Mär 2007 19:10

Ich würde das ganze mit Trocellen auslegen, bei den höheren Stufen dann entsprechend dünneres verwenden, das "Wellblech" gleicht das Trocellen aus wenn du anschließend die Holzplatte drüber legst.

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mangiari
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#3 Beitrag von mangiari » Fr 02 Mär 2007 19:13

Aber das Trocelen ist doch nicht wirklich tragfähig. Wenn ich dann auf den Kanal steige, dann drückt sich's auf der Seite viel tiefer ein und der Kanal wird total wackelig. Auch dort wo die Batterie steht, kommt natürlich einiges an Druck zusammen, die wiegt ja richtig viel.

Aber vielleicht kann man mit ein paar kleinen Holzsockeln die Statik erreichen und den Rest mit Trocelen... Ich wollte halt eigentlich eine recht dünne Holzplatte nehmen, die durch ihre flächige Auflage hält.

Vielleicht kommen ja noch andere Vorschläge/Erfahrungen.

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Sven Strumann
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#4 Beitrag von Sven Strumann » Fr 02 Mär 2007 20:21

Wenn Du den Holzkanal am Boden festschraubst und beim festschrauben die Holzplatte gleichmäßig belastest wird das Trocellen auf sein Mindestmaß zusammen gedrückt. Bei der kleinen Fläche dürfte dann nichts mehr wackeln.
Einige Ausbauer fertigen so ja sogar den ganzen Fußbodenaufbau bei Kastenwagen an.

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mangiari
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#5 Beitrag von mangiari » Fr 02 Mär 2007 21:00

Also von dem ungestützen isolieren eines Bodens durch zusammengedrückten PE-Schaum hab ich noch nie was gehalten. Ok, es gibt hochqualitativen PE-Schaum, der die Stabilität hat. Dieser wird z.B. auch zum versteifen von Wildwasserkajaks verwendet (Schaumkeil steht senkrecht mittig im Boot, Beine links und rechts davon) um das zusammendrücken beim Eintauchen z.B. nach einem Wasserfall zu verhindern.

Trocelen ist aber definitiv nicht so stabil. Ich hab mal auf einer Matte gedöst, den Werbespruch von Reimo im Kopf, Bergsteiger würden darauf direkt auf Eis schlafen. Tja, danach hatte die Matte an der Stelle wo meine Hüfte lag vielleicht gerade mal noch 2/3 der ursprünglichen Dicke. Was an dem Zeugs isoliert sind ja die winzigen Lufträume und nicht das PE. Wenn man die so komprimiert, dürfte aber die Isolierung flöten gehen.

Aber das ist ja eigentlich gar nicht zum Thema, wirklich viel Isolierung brauch ich im Fahrerhaus nicht. Denoch werd ich wohl die Platte zumindest unter der Batterie mit Holzstückchen abstützen. Hab vom letzten Ausbau noch ne Kiste Sperrholz-Restchen in allen erdenkbaren dicken, genau für solche Zwecke aufgehoben.

Ich muss mal ne Wasserwage draufstellen und gucken wie stark die Unterschiede wirklich sind. Dachte halt ich mach das mit was Füllendem, drum hab ich mich darum nicht gekümmert. Aber eigentlich hast recht, geht ja auch viel schneller so, als wenn man wieder nen Tag warten muss bis das Zeuch belastbar ist.

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#6 Beitrag von hwk » So 04 Mär 2007 11:57

Hallo Magiari,

nimm doch Styrodur, das gibt es in verschiedenen Stärken und es ist trittfest.

Besten Gruß

HWK

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