Nasszelle/Dusche bauen, aber aus was?

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mangiari
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#31 Beitrag von mangiari » Mi 29 Nov 2006 07:50

Naja, Op-Tische haben ja auch hoffentlich keine zerschnittene Oberfläche mit Lebensmittelresten drin. Sicher kannst Du eine glatte Kunstoff Fläche keimfreier bekommen als eine Holzoberfläche, aber nur durch abwischen/spülen eben keine zerfurchte. Aber ok, wir sprachen ja eigentlich nicht von Brotzeitbrettln :lol:

Wie gesagt, ich will auch kein unbehandeltes Holz in der Dusche (drum hab ich ja diesen Thread geöffnet), aber Holz so schlecht darzustellen, dass es quasi sofort schimmle, wenn's mal feucht wird finde ich auch nicht fair.

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Tobi
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#32 Beitrag von Tobi » Mi 29 Nov 2006 10:58

@ Gert:

In einem Sandwichkoffer ist es ziemlich normal, dass je nach Außentemperatur sich das Dach ein wenig wölbt. Bei Sonneneinstrahlung dehnt sich die erhitzte Außenschicht der Platte halt etwas mehr aus. Am deutlichsten soll der Effekt bei Sandwichplatten mit unterschiedlichen Deckschichten sein (also z.B. Alu außen, Holz innen). Bei großen Koffern liegen die Effekte in der Koffermitte schon im cm-Bereich, es sei denn es gibt halt Wände, die die Deckelplatte dort fixieren. Wenn Du jetzt im Sommer ausbaust, hast Du im Winter ggf. auch Druck auf der Wand.

Einige Womobauer befestigen Trennwände gar nicht an der Decke und verdecken den möglichen Spalt mit Blendleisten. So weit bin ich allerdings nicht gegangen.

Nochmal zur Wand an sich - eine 15er Sperrholzplatte war mir für insgesamt 2,20 x 2,00 m Wandfläche zu schwer und die zusätzlichen ca. 10 mm Wandstärke haben mir nicht wehgetan.

Gruß, Tobias.
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#33 Beitrag von Anton » Mi 29 Nov 2006 12:12

Hallo


Ich hab den Fred mal gelesen und wenn ich nix Übersehen habe, ist von einer möglichen und guten Wand- und Bodenbeschichtung noch keine Rede gewesen.

Hochdruckschichtstoffpressplatte.

Bekannter under den Handelsnahmen Resopal, Duropal oder Getalit.

Das sind mit Harnstoffharz verpresste Papierlagen die eigentlich jeder als Arbeitsplatte in der Küche kennt. Diesen Belag gibt es auch lose in Plattenform mit etwa 1mm Stärke zum aufkleben, z.b. mit Pattex, oder aufleimen auf alle tragenden Plattenwerkstoffe. Und in 1000 + 1 verschiedenen Dekoren. Marmor, Holz oder Aluriffel, alles ist möglich.
Das Zeug ist extrem abriebfest, selbst wenn man drauf rum lascht, siehe Laminatboden, und wasserfest ist es auch.

Nur die Verarbeitung ist für Laien nicht ganz einfach. Und ganz billig ist das Zeug auch nicht. Die Plattengrößen variiren zwischen ca 120x210cm für Türbelege, bis zu ca 150x 410 für größere Möbelbauten. Wenn man besondere Wünsche hat, muß man evtl ne ganze Platte nehmen. Oder man ist flexibel und nimmt evtl. einen Rest aus der Schreinerei. Aber das ist der Ideale Naßzellenbelag. Die Trägerplatte sollte aber nicht zu dünn sein, also mal so ab 6mm aufwärts, und muß, besonders bei dünnen Platten, von beiden Seiten beklebt werden, um Verzug zu vermindern.

Möglich zum Beispiel:

Trägerplatte aus Wasserfestem Sperrholz, 6mm. Oben die Kunstoffplatte, unten ein billiges Absperrfurnier. Das unter der Furnierpresse verleimt. Wer keine Presse hat, :wink: kann man ja auch machen lassen.
Die Furierrückseite eignet sich dann wieder für eine Verklebung mit Sandwitschmaterialien und /oder Leisten.



Gruß Anton
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Sandwichplatten

#34 Beitrag von gert » Mi 29 Nov 2006 13:59

hallo Tobias,
auf alle Details bezüglich Spannung/Verspannung durch die unterschiedlichsten Einwirkungen einzugehen, ist wohl ein endloses unterfangen.
Wesentlich ist in allen Fällen, dass sich die Verklebung der Sandwichteile untereinander nicht löst und die Spannungen meist von der Mittelschicht aufgenommen werden. Dadurch wird auch weitestgehend ein Druckausgleich erzeugt. Andererseits liegt die Ausdehnung bei einer Temperaturdifferenz von minus 20 bis plus 40 Grad bei GFK bei 0,5 %/lfm und wann hat man schon einmal 60 Grad Differenz von innen zu außen. Ich glaube nicht, dass die Ausbaufirmen die Befestigung der Wandelemente an der Decke wegen der Temperatureinflüsse meiden. Da liegen andere Faktoren wesentlich näher.
Gruß gert

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Nasszelle/Dusche bauen, aber aus was?

#35 Beitrag von gert » Mi 29 Nov 2006 14:07

@ Anton

auf diese Möglichkeit habe ich bereits am 28.11. hingewiesen.aber Deine Verarbeitungsanleitung ist ja sehr informativ.Solltest aber noch hinzufügen, dass die Platten nicht warm-verpresst werden dürfen wegen dann auftretender Spannungen.(soweit mir aus Erfahrung bekannt)
Gruß gert

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#36 Beitrag von Tobi » Mi 29 Nov 2006 14:32

@ Gert:

Wir zersabbeln zwar gerade einen Thread, aber auch bei realistischen Temperaturdifferenzen versucht demnach die Aussen-GFK-Lage meines 4,3m langen Koffers sich um 1-2cm mehr auszudehnen als die Innenlage, wobei die Verklebung wg. der Flexibilität des Schaums sicherlich halten wird, dabei wird die Platte vermutlich nicht glatt bleiben, auch wenn die 'Beule' vielleicht ziemlich klein ausfällt ... na egal.

Welche Gründe sind es denn Deiner Meinung nach, die Ausbauer dazu bringen, Wände bzw. Möbel die von Boden bis Decke gehen nur unten zu befestigen?

@ Anton:

Wie dichtest Du bei den Resopalplatten die Fugen (Decke/Wand/Boden) ab? Genauer - welches Dichtmaterial hält auf der Oberfläche? Das war für mich ein Grund, eine nachträgliche Innenbeschichtung zu machen (siehe VIEL weiter oben im Thread).

Gruß, Tobias.
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#37 Beitrag von mangiari » Mi 29 Nov 2006 15:38

Unterschiedliche Ausdehnungen bei Feuchte/Wärmeunterschieden? Großflächig pressen oder gar pressen lassen? Ich glaube das ist mir alles etwas zu wild. Mein Problem ist ja auch dass es sich um einen Kastenwagen mit völlig schiefer Außenwand handelt. Ich denke ich werd jetzt einfach so Siebdruckplatten nehmen, an der krummen Seite so 3mm oder 4mm auf Rahmen und das dann mit einer überstreichbaren Dichtmasse verfugen und hinterher nochmal richtig dicke mehrfach lackieren (also anpinseln ;) )
Das muss dann reichen.

Gibt es brauchbare Farbe, die zum einen gut deckt und auch eine richtig belastbare Oberfläche gibt, zum anderen aber nicht ewig die fießesten Lösungsmittel ausdampft? Ich schlaf in dem Ding täglich und hab keine Lust mich da mit so Chemie zu vergiften (unter anderem auch ein Grund warum ich selbst ausbaue).

Ich hab auch mal einen Testbericht gelesen, bei dem die allermeisten Wohnmobile von der Stange so ziemlich sämmtliche Grenzwerte für Arbeitsplätze überschritten, bei den verschiedensten Stoffen, die durch Farbe, Klebstoffe und Kunststoffe so ausgedünstet werden.

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Re: Nasszelle/Dusche bauen, aber aus was?

#38 Beitrag von Anton » Mi 29 Nov 2006 16:14

gert hat geschrieben:
auf diese Möglichkeit habe ich bereits am 28.11. hingewiesen.
@ gerd

Sorry Gerd - ich habs übersehen. Aber wenn mann mal über 30 Beiträge auf einmal gelesen hat........


Ein Anmerkung noch dazu: Melamin hat nichts mit Resopal oder so zu tun. Melamin ist eine Beschichtung die aber in keinem Verhältniss zu dem anderen Werkstoff steht. Melaminbeschichtete Spanplatten werden zwar für den Möbelbau eingesetzt, auch für Küchen und so, sind aber nicht im Ansatz so gut von der Oberfläche wie die Harnstoffharzplatten.

Das mit dem heiss verleimen ist schon so wie du sagst. Die Platten neigen zum verziehen. Krumm werden, wie man so schön sagt. Vor allem wenn nicht beide Seiten mit dem gleichen Material belegt werden.
Gute Ergebnisse erzielt man daher auch mit Kontaktkleber. ( Pattex) Oder Weissleim, und dann kalt, so um 30Grad, unter der Presse.

Wobei sich Kontaktkleber auch mit einer Rolle zum Andrücken verarbeiten lässt. Ist aber anstrengend und das Ergebniss nicht so gut.


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#39 Beitrag von Anton » Mi 29 Nov 2006 16:23

Tobi hat geschrieben:
Wir zersabbeln zwar gerade einen Thread, .........




Wie dichtest Du bei den Resopalplatten die Fugen (Decke/Wand/Boden) ab? Genauer - welches Dichtmaterial hält auf der Oberfläche?

Hallo,

Ja, das mit dem Fred versabbeln, das geht schnell. Oftmals ist es aber auch ein weites Feld, wo es viele Möglichkeiten gibt.


Abdichten würd ich das mit Silikon. Richtiges Silikon aus dem Sanitärbereich. Was richtig nach Essig stinkt! :D

Denn auch Arbeitsplatten in der Gastronomie oder im Küchenbau werden damit abgedichtet. Natürlich sollte alles trocken Fett- und Staubfrei sein dann klebt es auch vernüftig. Und ab und zu kontrollieren sollte man die Fugen auch.

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#40 Beitrag von gert » Mi 29 Nov 2006 16:26

@ Tobias

ich gehe mal davon aus, dass der Boden die stabilste und starreste Plattform für die Befestigung darstellt und die aufgesetzte Karosse während der Fahrt wesentlich mehr Bewegungen aufweist. Zudem bestehen doch die Sandwichelemente i.d.R. aus beiderseitig ca. 1-1,5 mm starken GFK-Platten und dazwischen ist Luft(Styropor) Es sei denn, statt Styropor werden an bestimmten stellen tragende Stahl - oder Alu-Profile verwendet. Aber da gibt es dann die bekannten Kaltebrücken (Schwitzwasser) Sonst muß ja die innere Verklegung der GFK-Schale die Gewichte aufnehmen. Da kann man doch so seine Bedenken anmelden.

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#41 Beitrag von mangiari » Mi 29 Nov 2006 16:29

Silikon find ich keine gute Wahl. Das ist nicht besonders stabil (das kratz man ja mal eben so weg) und außerdem soll es das Rosten von Metall fördern, eben gerade wegen der Säure.

Ich habe bis jetzt mit dem Montagekleber von Pattex sehr gute Erfahrungen gemacht. Läßt sich verarbeiten wie Silikon, beinhaltet keine Lösungsmittel (behaupten sie, jedenfalls stinkt er nicht so wie z.B. Sika) und der hält wirklich bombig. Leider trocknet er nur sehr langsam und muss ordentlich hinterlüftet werden, also nichts für flächige Verklebungen. Aber Fugen hab ich im alten Bus alle damit gemacht. Hat gut gehalten.

Auch die ganzen Fenster und Dachhauben hab ich mit dem reingeklebt keine andere Maßnahme (z.B. Spannung) zum Abdichten. Hat die ganze Zeit immer schön dicht gehalten.

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#42 Beitrag von gert » Mi 29 Nov 2006 16:47

@ Anton

da kann ich nicht ganz folgen:

Die HPL (High Pressure Laminate) Qualität resultiert aus einem aufwendigen Herstellungsprozess: mit Phenolharz imprägnierte Zellulosebahnen bilden den Kern, die Decklage besteht aus melaminharzgetränkten Dekorpapieren, welche eingefärbt oder bedruckt als dekoratives Element dienen. Das Melaminharz ist eines der härtesten Harze überhaupt und bildet so den Schutz und die Widerstandsfähigkeit. Pressbleche erzeugen schließlich die Oberflächenstruktur: vom edlen Hochglanz bis hin zu besonders robusten Strukturen.
Gruß gert

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#43 Beitrag von Anton » Mi 29 Nov 2006 17:08

@Gerd

stimmt was du da sagst. ich bin manchmal ein schlechter Erklärbär :? Ich setze oft zu viel voraus.

In der Umganssprache der Schreiner gibt es eben beschichtetet Platten, das sind diese Melaminharzbeschichteten.

Und dann gibt es Resopal und Konsorten. Das ist dann das Robuste.

Aber ganz richtig ist deine Erklärung der HPL Platten auch nicht. Die Mittellagen stimmen, aber die Oberfläche besteht aus Dekorpapier und einer zusätzlichen Lage getränktem, transperenten Deckpapier die mit der genannten Struktur versehen ist.

Ich glaub, wir müssen noch mal in die Berufschule......

Aber wir wollen es auch nicht übertreiben.....

Gruß Anton
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#44 Beitrag von gert » Mi 29 Nov 2006 19:28

hallo Anton

die Beschreibung der Schichtstoffplatten war nicht von mir, sondern von Formica, also einem Herstelle wie Resopal. Selbiges schreibt übrigens auch Resopal über sein Produkt. (s.url.)
http://www.resopal-motiv.de/
Gruß gert

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#45 Beitrag von MaDaCu Fahrer » Do 30 Nov 2006 06:00

Hallo zusammen,

wenn wir schon bei Reopal sind, nehmt doch Resoplan. Das ist vom Prinzip das gleiche wie ein HPL nur dicker. Das gleiche heißt z.B. von Abet: Print HPL, von Trespa heißt es Athlon ...usw, usw. Die Meisten von Euch werden es als Trennwandmaterial aus Schwimmbädern kennen, da wird aus Vandalismus Gründen 12mm verwendet. Ansonsten findet man es hauptsächlich an Fassaden oder als dekorative Verkleidung in großen Veranstaltungsräumen.
Dieses Material hat den Vorteil in Dicken von 3 bis 25mm lieferbar zu sein (abhängig vom Hersteller) und nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Als Trennwand, an die sowieso noch Schränke geklebt oder geschraubt werden ist die 6mm Wand allemal stabil genug.
In das Material kann man sogar ausreißfest Metrische Schrauben Drehen; mit viel Gefühl auch von der Stirnseite. Wir haben mit diesem Material schon Rahmenlose Duschtüren gebaut, die sind nicht kaputt zu kriegen. bearbeiten lassen sich diese Platten mit normalen Tischlerwerkzeugen, die Sägeblätter am besten HM bestückt.
So, nun zum Nachteil:
Gewicht - Dichte ca. 1,4 - d.h. eine 6mm Platte wiegt ca. 8,4Kg/m², nicht unbedingt ein Leichtgewicht.
Preis: ist natürlich abhängig von Dicke und Dekor, bzw. der Oberflächenprägung. Die 6mm Platte in beidseitig Unidekor kostet ca. 55€/m².

Gruß
MaDaCu

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