Luftheizung mit Pseudo-Strahlungswärme?

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mangiari
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Luftheizung mit Pseudo-Strahlungswärme?

#1 Beitrag von mangiari » Do 09 Nov 2006 12:06

Hier gleich noch ne Idee für meinen Neuen zur Diskussion gestellt.

Ich hab ne Truma-Luftheizung, die meinen schlecht isolierten letzten Ausbau mitnichten warm bekommen hat. Zu viel Durchzug, zu viele freie Metallflächen. Im Gegensatz zu einer Strahlungswärmequelle, macht eine Luftwärmequelle in diesem Fall überhaupt nicht warm.

Jetzt hab ich mir überlegt im neuen Ausbau diese beiden Prinzipien zu vereinen (und natürlich auch besser zu isolieren):

Ich möchte die Warmluft durch flache Kanäle leiten, die eine große Fläche zum Wohnraum besitzen, z.B. die Wandflächen die direkt ans Bett (bzw. die Sitzgruppe) anschließen. Meine Hoffnung ist nun, dass unabhängig von der Raumtemperatur diese Flächen schön warm werden und es dann zumindest in direkter Nähe auch bei starker Kälte erträglich ist.

Jetzt weiß ich aber nicht was für Material ich für diese Kanäle nehmen soll. Die Wände um die es sich handelt sind aus 15mm Pappelsperrholz ausgeführt, ich dachte ich pack da einfach eine sehr dünne Sperrholzplatte drauf, so mit 15mm freiem Raum dahinter, durch den ich die Luft leite. Jetzt weiss ich aber nicht ob das gut ist, das Sperrholz so zu erhitzen. Zum einen wegen der Verleimung (ungesunde Dämpfe) zum anderen auch weil sich das Holz dann wahrscheinlich abartig verbiegt, wenn es innen so heiß und trocken wird.

Metall kommt nicht in Frage, da es zu heiß wird und man sich dann verbrennen würde. Kunstoff sowieso nicht, weiß der Geier was da alles raus diffundiert, wenn man es erhitzt.

Irgendwelche Ideen, für anderes Material?

Oder meint Ihr, die Temperatur ist eh kein Problem, wenn ich den Luftstrom auf eine sehr große Fläche verteile?

Textil-verkleidetes Metall hatte ich mir noch überlegt, aber ob das dann noch so toll strahlt?

Gast

#2 Beitrag von Gast » Do 09 Nov 2006 14:00

Auf diese Idee sind die Wohnwagenhersteller schon vor 30 Jahren gekommen.
Und nehmen immer noch einfach 3 mm Sperrholz, bei Truma gibt es auch das restliche Zeugs zu kaufen.
Bedenke aber das eine Kältebrücke durch Erwärmung nicht besser wird, sie schwitzt nur, warm wird das deswegen auch nicht.

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mangiari
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#3 Beitrag von mangiari » Do 09 Nov 2006 14:09

Ist schon klar, dass man um eine gescheite Isolierung nicht drumherum kommt, auch wenn's im Kastenwagen schwierig ist. Mein alter hatte eine völlig zerstörte Schiebetür, die ich über Jahre "mal auswechseln wollte" und deshalb nie isoliert habe. Im Endeffekt war dann natürlich auch die restliche Isolierung für die Katz. Aber das Fahrzeug war eh schon bei Erwerb fix und fertig und eigentlich war der Luxus-Ausbau dafür viel zu schade. Jetzt hab ich mir einen nur gut 2 Jahre alten, tiptop erhaltenen Kastenwagen geleistet und hoffe dass es sich dort rentiert von A bis Z ordentlich zu arbeiten. Ich werde den alten Ausbau mehr oder weniger komplett übernehmen, da er sich als sehr praktisch und gut durchdacht erwiesen hat, allerdings gibt es ein paar Details die geändert werden müssen, eben z.B. die Heizung, die Isolierung und ein paar Geometrische Details.

Mit fertigen Wohnmobilen kenn ich mich nicht so aus, ich find die schon optisch immer so furchtbar. Eine mißlungene Mischung aus Ikea-Kinderzimmer und Landhaus-Stil, wie ich finde 8)

Außerdem hab ich so viele extra Anforderungen, dass ich mit einem von der Stange absolut nichts anfangen könnte.

Aber nochmal zurück zum Thema: Du meinst es ist kein Problem Truma-Heizungsluft so wie sie kommt über Sperrholz-Kanäle zu leiten? 3mm von welcher Art Sperrholz denn? Harte Birke/Buche, oder weiche Leichte Pappel? Oder spielt das für die Heizung keine Rolle, also lieber die leichtere Variante?

Ich hab mal geschaut was Truma so an Teilen anbietet, konnte aber keine Hinweise auf Wandheizungen finden. Nur Luftrohre, Abzweigungen und Düsen in allen erdenklichen Ausführungen.

Gast

#4 Beitrag von Gast » Do 09 Nov 2006 16:55

mangiari hat geschrieben:Ich hab mal geschaut was Truma so an Teilen anbietet, konnte aber keine Hinweise auf Wandheizungen finden. Nur Luftrohre, Abzweigungen und Düsen in allen erdenklichen Ausführungen.

Dazu müsste ich erst wissen welche Heizung du hast, nicht alle sind erlaubt bzw einige die früher problemlos eingebaut werden durften sind zwischenzeitlich verboten.

Jedenfalls geht vom dicken Luftverteilerrohr über ein Abzweigstück ein dünnerer Schlauch weg der alle par cm ein Loch hat, dieser wird unterhalb
einer Rückenlehne montiert.
Hier würde ich 3 mm Birkensperrholz mit senkrechten Leisten nehmen, mehr als 20-40°C kommt da nicht an.
Bei einer E Heizung darf auf keinen Fall der Hauptstrang geschlossen werden weil die Heizung wegen Rückstau abschalten würde, im zweiten Strang wäre eine Trumavent oder ähnlich zur besseren Umwälzung in Richtung Lehnen angebracht.

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mangiari
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#5 Beitrag von mangiari » Fr 10 Nov 2006 10:30

Hallo christianus,

Die Heizung ist erst 6 Jahre alt, ich weiß die genaue Bezeichnung nicht, aber halt diese 0815 Truma Gasheizung für kleine Reisemobile. Wenn ich mit dem aktuellen Katalog vergleiche, wohl am ehesten die Trumatic E 2400

Ich hab relativ direkt nach dem Heizungsauslaß eine Aufteilung in 3 Hauptstränge, einen nach hinten (von vorne absperrbar) in den Fahrradkeller und Trockenraum , wo die nassen Klamotten (Kajak und Wintersport) hängen, einen nach vorne in die Nasszelle und einen in den Wohnraum. Der für den Wohnraum wird nochmal aufgeteilt: Eine Hälfte kommt im Fußraum der Sitzgruppe raus, die andere Hälfte oben bei der Sitzgruppe, da der Fußraum beim Schlafen abgedeckt ist. Diese obere Hälfte wollt ich diesmal eben nicht durch das Truma-Rohr leiten, sondern durch einen flachen Holzkanal mit Abstrahlung zur Sitzgruppe. Meinst Du es ist besser in diesen Holzkanal noch zusätzlich so ein dünnes Truma-Rohr mit Luftaustrittslöchern reinzupacken? Wofür?
20°-40° kommt aber nicht hin, man konnte sich direkt an der Düse dieses Austritts noch durchaus die Finger verbrennen, wenn die Austritte in Bad und Fahrradkeller geschlossen waren.

Ich hab auch gelesen, dass es mindestens einen Ausgang ohne Absperrmöglichkeit geben muss. Das ist aber doof, da ich je nach Anwendung (Klamotten trocknen, Sitzgruppe, Schlafen, Duschen) im Winter gerne die komplette Heizleistung an der betreffenden Stelle hätte und nicht nur noch so einen leicht lauwaren Lufthauch. Wenn die Heizung eh über eine Abschaltung bei Rückstau verfügt, verstehe ich den Sinn dieser Vorschrift auch nicht.

Ein Zusatzgebläse brauche ich bestimmt nicht, da die Heizung recht zentral montiert ist und keine der Luftleitungen 2 Meter übersteigt. Der fast immer geöffnete Austritt unter der Sitzgruppe ist gerade mal 60cm von der Heizung entfernt.

Den Holzkanal wollte ich nicht verwenden um die Luft über einen großen Bereich austreten zu lassen, sondern nur um ihn durch die vorbeiströmende Luft aufzuheizen. Auf der anderen Seite würde ich einen ganz normalen großen Luftaustritt installieren.

Sobald ich den neuen Kasten zu Hause stehen habe fange ich an den akribisch auszumessen und in meinen 3D-Modeler zu übertragen, dann kann ich genauere Pläne posten.

Ich bin gerade dabei ein paar Fotos vom jetzigen zusammenzusuchen, ich denke die lade ich im Laufe des Tages auch noch hoch.

Da fällt mir noch ne ganz andere Frage zur Heizung ein:
Wo würdet ihr denn die Luft für die Heizung ansaugen? Bis jetzt hatte ich das einfach ganz in der Nähe der Heizung unter der Sitzgruppe. Dadurch hat die Heizung allerdings schon recht warme Luft wieder angesaugt. Ich denke der Wirkungsgrad dürfte besser sein, wenn ich die Heizungsluft aus der kältesten Ecke des Innenraums ansauge, oder?

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Gruendax
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Heizung mit Luft

#6 Beitrag von Gruendax » Sa 11 Nov 2006 11:33

Hallo,
habe für mein jetziges Projekt einen Deleffs Wohnwagen geschlachtet und benutze einen grossen Teil der Einbauten für mein neues Wohni.
Bei diesem Wohnwagen waren in den Staukästen unter den Sitzen ein 6cm Luftrohr montiert, welches alle 40cm einen Einschnitt hatte, damit die Luft raus kann. Die Luft wird dann hinter der Rückenlehne, welche aus dünnem Sperrholz besteht nach oben abgeleitet. An der Oberkannte sind Schlitzauslässe auf der kompletten Länge der Sitzbänke. Das war bei diesem Fahrzeug fast ringsherum weil hinten eine U-sitzgruppe eingebaut war.
Der Effekt ist ein Warmluftschleier vor den Aussenflächen,bzw vor den Fenstern. Ausserdem ein gutes Durchlüften der Staukästen. Wo viel warme Luft ( und damit relativ trockene ) in bewegung ist kann eigendlich auch keine Feuchtigkeit hängen bleiben. Vorausgesetzt die Isolierung ist nicht zu schlecht. Deleffs hat das Konzept sogar bis in die Hängeschränke fortgesetzt.
Diese haben unten an der Wand ( quasie über den Luftauslässen der Sitzbänke) einige breite Schlitze wo die Luft wieder in die Schränke einströmen kann.
Ausströmen wird diese wieder an den Klappen der Hängeschränke.
Ich war auch erst überascht, als ich feststellte, das die Schranktüren unten immer einen Spalt aufstehen.

Das Prinzip ist wie bein normalen Hausheizungen wenn vor dem grossen Wohnzimmerfenster oder der Terassentür ein Konvektor in den Boden eingelassen wird. Oft auch in Schwimmbädern verwendet um eine Tauwasserbildung an den Fenstern zu verhindern.

Ich werde diese Prizip in meinen Ausbau übernehmen so weit es geht.

Den Luftansaug für die Heizung werde ich im Bodenbereich in der Nähe der Heizung plazieren. Das Rohr sollte möglichst kurz sein, damit der Luftwiederstand nicht zu gross wird. Ausserdem etwas vom Boden weg, sonst können alle Staubteilchen die auf dem Boden liegen in die Heizung gesaugt werden.

Ich hoffe das mein Doppelboden durch das durchführen der Heizungsrohre auch einigermasen erwärmt wird. Damit sollte der Efekt einen Fussbodenheizung ebenfals für behagliche Wärme im Mobil sorgen.


mfg Dieter
Honda Dax und Monkey
jeder sollte eine haben

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mangiari
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#7 Beitrag von mangiari » Do 01 Mär 2007 09:08

So, langsam wird die Heizerei wieder aktuell. Mittlerweile sind auch alle Pläne ehrgeiziger geworden. Ich hätt jetzt mal ne Frage an alle die sich mit Strömungslehre auskennen:

Wie kann ich erreichen dass in höchst unterschiedlichen Kanälen einigermaßen gleiche Luftstromverteilung auftritt. Ich möchte die Heizungsluft zum Teil über verschiedene flache Kanäle unter dem Boden bzw durch die Wand leiten, bin mir jetzt aber mit den Querschnitten und Lüftungsöffnungen nicht sicher. Man darf das ja nicht linear betrachten, oder? 10 Rohre mit 5qcm haben sicher nen anderen Widerstand als eines mit 50qcm, oder? Und die Länge spielt auch noch ne Rolle, oder?

Und angenommen ich hab zwei recht große Kanäle, die nicht zu viel Widerstand bieten, wie kann ich die Austritte so dimensionieren, dass sie genau genug Widerstand bieten, dass sich die Luft einigermaßen aufteilt?

Gibt es da einfache Näherungen, mit denen man sowas bestimmen kann?
Als einfaches Beispiel die Aufgabe: Ich hab ein Rohr mit einer bestimmten Länge und einem bestimmten Durchmesser, hinten ist es zu, vorne kommt ein Luftstrom rein. Ich möcht jetzt auf die ganze Strecke Löcher rein machen und einen gleichmäßigen Luftaustritt erreichen. Wie würde man sowas hinbekommen?

Und dann noch was: Wenn ich in Kanälen relativ viele 90° Ecken drin hab, mach das Sinn da Bögen zu bauen? Also zumindest in der Außenkurve einen Radius zu haben und keinen Knick? Oder findet die Luft schon ihren weg und das ist unnötiger Aufwand? Siehe auch Bild.
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#8 Beitrag von hero » Do 01 Mär 2007 13:08

mangiari hat geschrieben:Ich hab ne Truma-Luftheizung, die meinen schlecht isolierten letzten Ausbau mitnichten warm bekommen hat. Zu viel Durchzug, zu viele freie Metallflächen. Im Gegensatz zu einer Strahlungswärmequelle, macht eine Luftwärmequelle in diesem Fall überhaupt nicht warm.

Jetzt hab ich mir überlegt im neuen Ausbau diese beiden Prinzipien zu vereinen (und natürlich auch besser zu isolieren):

Ich möchte die Warmluft durch flache Kanäle leiten, die eine große Fläche zum Wohnraum besitzen, z.B. die Wandflächen die direkt ans Bett (bzw. die Sitzgruppe) anschließen. Meine Hoffnung ist nun, dass unabhängig von der Raumtemperatur diese Flächen schön warm werden und es dann zumindest in direkter Nähe auch bei starker Kälte erträglich ist.
...
Metall kommt nicht in Frage, da es zu heiß wird und man sich dann verbrennen würde. Kunstoff sowieso nicht, weiß der Geier was da alles raus diffundiert, wenn man es erhitzt.

Irgendwelche Ideen, für anderes Material?

Oder meint Ihr, die Temperatur ist eh kein Problem, wenn ich den Luftstrom auf eine sehr große Fläche verteile?

Textil-verkleidetes Metall hatte ich mir noch überlegt, aber ob das dann noch so toll strahlt?
Pseudo-Strahlungswärme? Entweder strahlt es oder nicht :-) --- aber ich weiß natürlich, was Du meinst.
Habe mal ein wenig Physik ausgegraben ... lang, lang ist's her. Unter gewissen Vereinfachungen (sogen. schwarze Strahlung) ist nach dem Gesetz von Stefan-Boltzmann die gesamte von einer Fläche auf einer Seite ausgestrahlte Leistung proportional zur Fläche und proportional zur 4. Potenz der (absoluten) Temperatur. Das heißt für die Praxis:

Bei konstanter Fläche ist allein die Temperatur der strahlenden Fläche dafür verantwortlich, ob Du Dich wohl fühlst wie bei angenehmer Sonneneinstrahlung. Wenn ich an die üblichen Heizstrahler
denke, die in Biergärten oder auf Terrassen verwendet werden, muss die Temperatur wohl recht hoch sein, damit man von der Strahlung etwas merkt. Ich glaube daher, dass eine nur handwarme Fläche nichts bringt -- außer der "normalen" Erwärmung der umgebenden Luft. Wenn die Strahlung spürbar sein soll, führt wohl kein Weg an einer richtig warmen/heißen Metallfläche vorbei. Diese könnte man evtl. durch ein Gitter abdecken, das vor schmerzhafter Berührung schützt.
Textil würde ich als Verkleidung auf keinen Fall nehmen.

Gruß
Hero

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paulikxp
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#9 Beitrag von paulikxp » Do 01 Mär 2007 16:58

mangiari hat geschrieben: Wie kann ich erreichen dass in höchst unterschiedlichen Kanälen einigermaßen gleiche Luftstromverteilung auftritt. Ich möchte die Heizungsluft zum Teil über verschiedene flache Kanäle unter dem Boden bzw durch die Wand leiten, bin mir jetzt aber mit den Querschnitten und Lüftungsöffnungen nicht sicher. Man darf das ja nicht linear betrachten, oder? 10 Rohre mit 5qcm haben sicher nen anderen Widerstand als eines mit 50qcm, oder? Und die Länge spielt auch noch ne Rolle, oder?
Meine Strömungslehre-Vorlesungen sind lange her.... Die Differenz der Strömungswiderstände hängt von mehreren Faktoren ab: Verlauf der Kanäle, Querschnitt, Oberfläche. Je größer der Querschnitt, umso geringer die Oberfläche pro Flächeneinheit Querschnitt, umso geringer der Reibungswiderstand, der in erster Linie durch Verwirbelungen an den Begrenzungen der Kanals hervorgerufen wird.
Also: möglichst gerade Kanäle, möglichst groß oder Strömungsgeschwindigkeit entsprechend steigern.
Wenn Du gleiches Strömungsverhalten in verschieden gebauten Kanälen erreichen willst, ist das sicher nicht hier auf die Schnelle zu errechnen, weil da so viele Faktoren eine Rolle spielen, daß Probieren deutlich einfacher ist. Und so müßtest Du durch Querschnittverengungen die "besseren" Kanäle quasi verschlechtern, um sie den "schlechteren" Kanälen anzupassen.
Glatte Seitenwände sind wichtig, keine Ecken oder Kanten, schön runde Knicke usw. Denk ans Polieren der Ansaug- und Abgaskanäle beim Tunen im Verbrennungsmotor....
mangiari hat geschrieben: Und angenommen ich hab zwei recht große Kanäle, die nicht zu viel Widerstand bieten, wie kann ich die Austritte so dimensionieren, dass sie genau genug Widerstand bieten, dass sich die Luft einigermaßen aufteilt?
:?:
Aufteilt? Was? Zwischen was und was? Die Austritte sollten natürlich so feinmaschig sein wie möglich, um keine Geräusche und bremsende Verwirbelungen zu fabrizieren. Ich denke da an die ollen PC-Netzteile von früher, wo ich hinten immer das durchbrochene Blech vor dem Lüfter rausgenommen habe, weil die Luft da so laut rauschte. Besser waren die angeschraubten Gitter aus rundem dünnem Draht.

Björn
Kein Physik-Ass, aber logisch denkend. Warum schreibt man Physik eigentlich immer noch in dieser altmodischen Form? Nach der gar nicht mehr so neuen Rechtschreibreform müßte das doch Füsik heißen. Analog zur Filosofie. :twisted:
Ausbaufotos von Willi unter http://willimobil.wordpress.com

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Ronald
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#10 Beitrag von Ronald » Do 01 Mär 2007 17:40

mangiari hat geschrieben: Wie kann ich erreichen dass in höchst unterschiedlichen Kanälen einigermaßen gleiche Luftstromverteilung auftritt. Ich möchte die Heizungsluft zum Teil über verschiedene flache Kanäle unter dem Boden bzw durch die Wand leiten, bin mir jetzt aber mit den Querschnitten und Lüftungsöffnungen nicht sicher. Man darf das ja nicht linear betrachten, oder? 10 Rohre mit 5qcm haben sicher nen anderen Widerstand als eines mit 50qcm, oder? Und die Länge spielt auch noch ne Rolle, oder?
Hallo Maniari,
im ersten Ansatz wuerde ich die Stroemungswiderstaende durch Reibung weitgehend vernachlaessigen und die Querschnitte der Luftstromverteilung (sowie der Lueftungsoeffnungen) proportional zu den hinterstroemten Wandflaechen auslegen. Wenn du in einem Kanal besonders viele 90 Winkel hast, den Querschnitt eben etwas grosser auslegen. Die Austrittsoeffnungen dann durch entsprechende Versuche deinen Wuenschen anpassen.

hero hat geschrieben:...nach dem Gesetz von Stefan-Boltzmann die gesamte von einer Fläche auf einer Seite ausgestrahlte Leistung proportional zur Fläche und proportional zur 4. Potenz der (absoluten) Temperatur. Das heißt für die Praxis:
Bei konstanter Fläche ist allein die Temperatur der strahlenden Fläche dafür verantwortlich, ob Du Dich wohl fühlst wie bei angenehmer Sonneneinstrahlung. Wenn ich an die üblichen Heizstrahler
denke, die in Biergärten oder auf Terrassen verwendet werden, muss die Temperatur wohl recht hoch sein, damit man von der Strahlung etwas merkt. Ich glaube daher, dass eine nur handwarme Fläche nichts bringt -- außer der "normalen" Erwärmung der umgebenden Luft. Wenn die Strahlung spürbar sein soll, führt wohl kein Weg an einer richtig warmen/heißen Metallfläche vorbei.
So ganz passt aber deine Schlussfolgerung nicht zu dem Gesetz :wink:
Denn wenn
...Leistung proportional zur Fläche und proportional zur 4. Potenz der Temperatur
bedeutet dies dass die abgegebene Waremestrahlung durch die Flaeche wie auch die Temperatur beeinflusst wird. Hat man eine entsprechend grosse Flaeche, benoetigt man keinen (Biergarten-)Heizstrahler mehr. Das ist ja der Trick von Wand- oder auch Fussbodenheizungen.
Wenn Mangiari ein paar grosse Flaechen um die Sitzgruppe herum mit warmer (nicht heisser) Lust hinterstroemt (und das Material sich dann nach einiger Zeit auch mal erwaermt hat...), wird das sicherlich sehr gemuetlich 8)

Gruss Ronald

Gast

#11 Beitrag von Gast » Do 01 Mär 2007 19:09

Ronald hat geschrieben:Wenn Mangiari ein paar grosse Flaechen um die Sitzgruppe herum mit warmer (nicht heisser) Lust hinterstroemt (und das Material sich dann nach einiger Zeit auch mal erwaermt hat...), wird das sicherlich sehr gemuetlich 8)

Gruss Ronald
So gesehen könnte das etwas werden, dafür braucht er ja auch keine Heizung mehr :D warme oder heisse Lust, die Diskussion wird ad Absurdum geführt weil bei einer Truma Heizung (die für Reisemobile zugelassen ist) stets der erste Ausströmer offen sein muss.
Eine 1800er zB hat nur einen Heissluftabgang

hero
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#12 Beitrag von hero » Fr 02 Mär 2007 00:44

So ganz passt aber deine Schlussfolgerung nicht zu dem Gesetz
...
Hat man eine entsprechend grosse Flaeche, benoetigt man keinen
(Biergarten-)Heizstrahler mehr. Das ist ja der Trick von Wand- oder
auch Fussbodenheizungen.
Wenn Mangiari ein paar grosse Flaechen um die Sitzgruppe herum
mit warmer (nicht heisser) Lust hinterstroemt (und das Material sich
dann nach einiger Zeit auch mal erwaermt hat...), wird das sicherlich
sehr gemuetlich 8)
Wohl dem, der große Wandflächen im Womo frei hat! Für eine
merkliche WärmeSTRAHLUNG dürfte das in den wenigsten Fahrzeugen
ausreichen. Abgesehen davon kommt ja eine große Wandfläche nur
der Gesamtleistungsbilanz der Fläche zugute: du spürst ja nur den
Strahlungsanteil, der dich trifft.

Das Hinterströmen von Sitzbänken, Lehnen und Möbeln
mit warmer Luft ist uralte konventionelle und bewährte (!) Heizpraxis
in Womos, erzeugt auch sekundär eine gewisse geringe Wärmestrahlung der Einrichtung, beruht aber primär in erster Linie auf Konvektion (Verteilung der Wärme durch strömende Luft).
Ob die Luft dabei über Schläuche oder andere Kanäle verteilt wird, ist
dabei nebensächlich. Das war ja die ursprüngliche Fragestellung. Wichtig
für eine gute Verteilung der warmen Luft ist aber die Lage der
Ausströmöffnungen. Immer möglichst in Bodennähe (warme Luft steigt
nach oben). Also: vergesst die Strahlung bei der Planung, warm wird es trotzdem!

Damit ich nicht auch noch von heißer Lust(!) hinterströmt werde, verabschiede
ich mich für heute ... :-)

Hero

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#13 Beitrag von hero » Fr 02 Mär 2007 00:47

So ganz passt aber deine Schlussfolgerung nicht zu dem Gesetz
...
Hat man eine entsprechend grosse Flaeche, benoetigt man keinen
(Biergarten-)Heizstrahler mehr. Das ist ja der Trick von Wand- oder
auch Fussbodenheizungen.
Wenn Mangiari ein paar grosse Flaechen um die Sitzgruppe herum
mit warmer (nicht heisser) Lust hinterstroemt (und das Material sich
dann nach einiger Zeit auch mal erwaermt hat...), wird das sicherlich
sehr gemuetlich 8)
Wohl dem, der große Wandflächen im Womo frei hat! Für eine
merkliche WärmeSTRAHLUNG dürfte das in den wenigsten Fahrzeugen
ausreichen. Abgesehen davon kommt ja eine große Wandfläche nur
der Gesamtleistungsbilanz der Fläche zugute: du spürst ja nur den
Strahlungsanteil, der dich trifft.

Das Hinterströmen von Sitzbänken, Lehnen und Möbeln
mit warmer Luft ist uralte konventionelle und bewährte (!) Heizpraxis
in Womos, erzeugt auch sekundär eine gewisse geringe Wärmestrahlung der Einrichtung, beruht aber primär in erster Linie auf Konvektion (Verteilung der Wärme durch strömende Luft).
Ob die Luft dabei über Schläuche oder andere Kanäle verteilt wird, ist
dabei nebensächlich. Das war ja die ursprüngliche Fragestellung. Wichtig
für eine gute Verteilung der warmen Luft ist aber die Lage der
Ausströmöffnungen. Immer möglichst in Bodennähe (warme Luft steigt
nach oben). Also: vergesst die Strahlung bei der Planung, warm wird es trotzdem!

Damit ich nicht auch noch von heißer Lust(!) hinterströmt werde, verabschiede
ich mich für heute ... :-)

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#14 Beitrag von Picco » Fr 02 Mär 2007 08:09

Hoi zämä!

@mangiari: Vergiss es, die ruma-Heizungen haben nur Axial-Ventilatiren, die viel zu wenig Druck aufbauen, um das zu erreichen. Habs selbst ausprobiert mit einer Truma E1800 in meinem Toyota Hiace, es ergab sich eine verdammt kalte Winternacht im Engadin....Brrrrrrrrrrrrrrrrrrr...

Mach die Kanäle möglichst gross, ohne Winkel, ohne Verengungen, mit Luftleitblechen und mach abnehmbare Auslässe, in die Du Gitter mit grösserem oder kleinerem Durchlass einsetzen kannst und probiers aus.

Gruss

Picco

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