Koffer/integrierte Kabine mit starrem oder elastischem Rahme

Unten sind sie alle gleich: Fragen und Antworten zur Fahrzeugtechnik.
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Dirk16
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Koffer/integrierte Kabine mit starrem oder elastischem Rahme

#1 Beitrag von Dirk16 » Mi 23 Aug 2006 12:50

Hi,
aus der Diskussion um den SCAM weiter unten ergibt sich mir eine Frage:

Denk ich da richtig: integriert (ohne Faltenbalg o.ä., also Fahrerkabine und Wohnbereich voll geöffnet und miteinander verbunden) geht dann, wenn ich die Kabine, die ja auf einem C-Rahmen elastisch aufgesetzt sein sollte, fest mit dem Wohnbereich verbinde, so dass sich beides nur zusammen gegenüber dem Rahmen bewegen kann?

Oder lassen sich integrierte Kabinen nur bei starren Rahmen bauen? Wobei ja m.W. auch beim BREMACH die Kabine mit Gummipuffern aufgehängt ist, also ein bisserl bewegen tut sich da immer was.

Gruss,
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und es bewegt sich doch.....

#2 Beitrag von Abgemeldeter User » Mi 23 Aug 2006 14:09

Hallo Dirk,

eine Kabine ist im Prinzip ein starrer Kasten, der wegen der Materialien und der Konstruktion den Bewegungen eines Rahmen, der über seinen Aufbau und seine Materialwahl zur Achsverschränkung mit eingesetzt wird, nicht mitmachen kann. Der Weg, den Rahmen durch die draufgeschraubte Kabine zu versteifen, verbietet sich von selbst, weil das eine viel zu solide und damit zu schwere Schweißkonstruktion erfordern würde.

Also entkoppelt man die Bewegungen von Rahmen und Kabine, das geht für ein Straßenauto über Gummielemente, beim verwindungsfreudigen Geländechassis führt kaum ein Weg an der Dreipunktaufängung vorbei, wobei der eine Punkt als Pendel ausgeführt sein muß. Wie man das Pendel einrichtet, hängt ganz von der Verwindungsfreunde des Rahmens ab, meist bietet sich an, die zwei Punkte zur Rahmenmitte einzubauen und ganz hinten das Pendel zu installieren. Ob die Aufhängung fest oder mit Federungs-/Dämpfungselementen zwischen Rahmen und Kabine ausgeführt werden muß, hängt auch von den Verwindungsausschlägen und der Einsatzart ab.

Eine integrierte Kabine ist nur eine größere Kabine als die hinter dem Fahrerhaus, wenn sie von vorneherein so angelegt und konstruiert worden ist, und sie muß auch so aufgehängt werden. Eine Integration der Originalfahrerkabine ist deswegen ausgeschlossen, weil sie über ein eigenes nur für diese kurze Einheit ausgelegtes Aufhängungssystem verfügr, das selbst als Drei- oder Vierpunktaufhängung ausgelegt ist und die Bewegungsfreiheit der Gesamteinheit verhindern würde.

Aber auch, wenn man die vollintegrierte Kabine als Einheit baut, kann es zu Problemen kommen. U.U. is der Verwindungsweg des Rahmens so groß, dass man mit den Ausschlägen der an einer Stelle ja über zwei Punkte mit dem Rahmen verbundenen Kabine in Schwierigkeiten käme und der Pendelweg nicht ausreichen würde.

Spontan fällt mir grad im Moment ein, dass mn ja mit je einem Pendel vorn und hinten arbeiten könnte, die Zweipunktbefestigung in der Mitte angebracht. Da müßte man sich mal mit den Fahrwerksspezialisten des Herstellers unterhalten, ob und wieweit der Rahmen sich auch in der Mitte durchbiegt. Auch eine außermittige Befestigung auf zwei Punkten wäre denkbar, wobei man einen Teil der Kabine dann "frei schwebend" über dem Rahmen hätte, aber das müßte die auch aushalten können, Konstruktions- und Gewichtsprobleme......denk ich mal.

Zusätzlich hätte man bei einer Integralkabine noch das Problem mit bestimmten Bedienungselementen, vor allem Gangschaltung und Lenkung, für die man abgekoppelte Systeme einsetzen müßte (Fly by wire.....hihihihi).

Also Fazit: Theoretisch technisch wohl lösbar, die integrierte Kabine auf dem SCAM, aber der erforderliche Aufwand läßt uns zu dem bewährten Muster Originalfahrerhaus und "gependelter" Wohnkabine vielleicht mit Faltenbalg aus Notüberstieg zurückkehren.

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Dirk16
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#3 Beitrag von Dirk16 » Mi 23 Aug 2006 19:08

Hi Thomas,
richtig, so seh ich das auch. Ob der Bewegungshub bei einer korrekt weichen Koppelung ausreicht, um Probleme bei der Lenkung und Gangschaltung zu machen hängt von deren Ausführung ab. Aber eine an einen Koffer gehängte Kabine wird wohl mehr Bewgung machen als wenn sie einzeln über die Seriengummies aufgesetzt ist.

Ich seh grad, die ganzen Eurobasis-Camper haben ja geschlossene Rahmen, da geht das mit der integrierten Kabine also prinzipbedingt.

Bei Rahmen mit C-Profilen wie SCAM scheidet das somit wohl aus, weil man dann die vordere Kabinenaufhängung überlasten würde oder sehr hohe Kräfte in den wohbereich einleitet - je nachdem, was stabiler gebaut ist.

In Kissingen hab ich jedoch auch C-Rahmen gesehen, auf die ein kleinerer geschlossener Rahmen aufgesetzt war. Damit mindert man also die Verschränkungsfähigkeit. Sollte man nur wissen als Kunde, wobei ja, wie gesagt, die wenigsten in diese Bereiche vordringen.

Gruss,
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#4 Beitrag von Abgemeldeter User » Do 24 Aug 2006 13:42

Dirk16 hat geschrieben: Aber eine an einen Koffer gehängte Kabine wird wohl mehr Bewegung machen als wenn sie einzeln über die Seriengummies aufgesetzt ist.

Ich seh grad, die ganzen Eurobasis-Camper haben ja geschlossene Rahmen, da geht das mit der integrierten Kabine also prinzipbedingt.

Damit mindert man also die Verschränkungsfähigkeit.
Nicht unbedingt, hängt vom Fahrzeug ab. Originalkabine an den Koffer hängen taugt nichts, weil dann kommen unterschiedliche Materialien zusammen, außerdem muß man im Bereich der Zusammenschraubwand beide Einzelteile verstärken, weil jetzt plötzlich zusätzliche Biegemomente und -beanspruchngen auf die Verbindung zukommen, außerdem wird die Geschichte zu schwer. Eine realistische Chance besteht nur in einer echt integrierten längeren Kabine, bei der das Fahrerhaus lediglich die Stirnwand (mit Armaturenbrett und Sitzen dahinter) des Kastens darstellt.

Eurocamper? Das sind doch Straßenautos, ganz andere Baustelle, oder verwechsle ich da was?

Nicht nur die Verschränkungsfähigkeit, sondern man mutet auch damit der Kabine bzw. dem Hilfsrahmen Kräfte zu, die auf das Chassis beschränkt bleiben sollten.

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Dirk16
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#5 Beitrag von Dirk16 » Do 24 Aug 2006 14:37

Thomas Frizen-Fischer hat geschrieben: Eurocamper? Das sind doch Straßenautos, ganz andere Baustelle, oder verwechsle ich da was?
Nee, klar, aber auch die verschränken, nur halt deutlich weniger. aber gibt's die nicht auch in 4x4-Ausführungen, z.B. von Dangel?

Das erklärt dann auch, weshalb bei ernsthaften grösseren Allradlern (bei den kleinen sind die Wege und Kräfte ja geringer) kaum oder keine Vollintegrierte zu finden sind.

Eigentlich ja alles klar, ich wollt nur noch mal sichergehen, dass ich das und die Probleme damit richtig sehe.

Entschärft, aber immer noch kritisch ist die Situation ja bei den andernorts diskutierten Kabinen, die halb- oder ganz starr mit den eigentlich weichen Rahmen verschraubt sind.

Gruss,
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#6 Beitrag von Abgemeldeter User » Do 24 Aug 2006 20:38

Dirk16 hat geschrieben: ... aber gibt's die nicht auch in 4x4-Ausführungen, z.B. von Dangel?

... Kabinen, die halb- oder ganz starr mit den eigentlich weichen Rahmen verschraubt sind.....
Vielleicht gibts ein paar, die können aber nur besser aus einer feuchten Wiese raus und durch den Schnee, in happigem Gelände zerbrechen sie bzw. fahren sich fest oder setzen auf.

Ist doch alles halber Kram, Dreipunkt mit Pendel ist die einzig vernünftige Lösung...... :idea: :shock: :mrgreen:

PeterM
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#7 Beitrag von PeterM » Fr 25 Aug 2006 12:42

Für eine vernünftige Kabine: Dreipunkt und aus.

Was vielleicht den Anschein "geht auch anders" erweckt, sind relativ kleine Aufbauten auf steifen Fahrgestellen mit viel Gummi - dann lagere ich zwar statisch unbestimmt, aber der Weg kann ausreichen. Das geht bei den (noch oder doch nicht mehr verfügbaren?) G's mit langem Sonderradstand und abgestimmten Auflagern, das geht beim Bremach Kasten mit allen möglichen Hubdächern, oder einem für sich allein stehenden 3m-Koffer, und das war's auch schon.

Aus dem Eurotransporter kann man sicher ein Fahrzeug mit steifer integraler Einheit machen, Verschränkung gibt's aus dem Fahrwerk und der Einsatzzweck sind unebene Campingplätze. Der 3,5t wegen glaube ich nur nicht, dass die Camperhersteller das auch korrekt tun...

Grüsse,
Peter

SeppR
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passt nicht zum Thema sondern zum Spruch von Th.Frizen-Fisch

#8 Beitrag von SeppR » Do 31 Aug 2006 20:17

Sorry, Thema verfehlt, aber mir fällt bei dem anhängenden Spruch von Thomas Frizen-Fischer eine Variante dazu ein, die mir neulich ein gübter Alkoholtrinker und Autofahrer erzählte. (Klingt im Dialekt noch wesentlich orgineller):
"Da kann ich schon lange nicht mehr gehen, da kann ich noch fahren."

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