Zerhacker-WC

Frischwasser, Abwasser, Toilette, Pumpen, Leitungen
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paulikxp
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#1 Beitrag von paulikxp » Fr 10 Mär 2006 21:37

Hallo,

dieses Thema gab's schon öfter, ich weiß.

Dennoch: vor einiger Zeit fiel es mir bereits im Bauhaus-Katalog auf, heute habe ich mir das Teil mal live angesehen: da gibt unter den Bezeichnungen "Admiral Compact" oder "Watersan 7" zwei Zerhackertoiletten als Kompakt-Kleinhebeanlage. Ich habe mir die Teile mal näher angesehen und finde sie gar nicht übel. Sie besitzen eine Porzellanschüssel (Admiral stehend, Watersan wandhängend), in der hinten die ganze Technik eingebaut ist. Die Watersan arbeitet mit einer 375W-Pumpe, die auf einer Zerreibe-Basis arbeitet, bei der eine Edelstahlscheibe das ganze Gelumpe zerreibt und pumpfähig macht. Zu besichtigen unter http://www.setma.de
Die Admiral-Toilette ist mit 800W deutlich leistungsfähiger, allerdings schweigt man sich hier über das Funktionsprinzip aus. 61db(A) sind hier im Betrieb zu hören, bei der Setma sind's nur 55.
Eine Spülautomatik mit 4,75l (Setma) bzw. 3,5l Wasserbedarf ist dabei.

Kleiner Wehrmutstropfen: natürlich sind die Teile für's Haus konzipiert und daher auf 230V ausgelegt. Da ich meine Bordlelektrik aber ohnehin mit dieser Spannung betreiben möchte, stört es mich nicht so sehr.

Kosten sollen die Toiletten etwa 400 Euronen.

Kennt jemand die Teile und kann zu- oder abraten?

Gruß, Björn

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conga7
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#2 Beitrag von conga7 » Mo 13 Mär 2006 08:41

Hallo Björn,
ich frage mich vor allem, ob das nötig ist.
Meine eigenen Erfahrungen (mit echtem Güllebehälter in Canada, nicht Thetfort) und diverse Toiletten-Threads in mindestens 3 Foren (das scheint ein beliebtes Winterthema zu sein), zeigen, das die gesamten Rückstände inklusive Toilettenpapier sich innerhalb kurzer Zeit "verflüssigen". Und problemlos ablassen/ausgießen lassen.
Wozu brauchst Du pumpfähige Sch..., hast Du vor unterhalb der Kanalisation zu stehen ? :D
Grüße
Conga

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paulikxp
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#3 Beitrag von paulikxp » Mo 13 Mär 2006 14:46

Hallo Conga,

das Problem ist doch nicht das Aufbewahren oder Ablassen, sondern u.a. das Einsparen von Wasser. Von einer normalen Wassertoilette weißt Du, dass Du für das große Geschäft gut und gerne 10l Wasser zum Reinigen der Schüssel benötigst, plus ggf. nochmal etwas zum Nachspülen. 12-13l sind da schnell weg. Dementgegen stehen 3 bis 4,5l, weil das ganze mit Unterdruck funktioniert. Die im Knie als Geruchsverschluß stehende Wassermenge ist ebenfalls deutlich geringer.
Da ich in dem Lkw richtig wohnen möchte, lege ich großen Wert auf guten Klo-Komfort! Ein Thetford-Plastikklo kommt mir daher nicht ins Haus - pardon, in den Wagen. Die Fäkalien werden in einem großen Tank gesammelt, bis sie dann irgendwann mal abgelassen werden. Und wer jemals eine Reisebustoilette gelehrt hat, der weiß, dass sich Toilettenpapier nicht komplett auflöst, sondern eher als dicker Klumpen vor dem Ausfluß liegt und den verstopft oder sich nachher als lange dicke Stücke im Schieber sitzt, der damit nicht mehr richtig abdichtet.
Nur das spezielle Chemieklo-Papier von Thetford löst sich komplett auf bzw. zerfällt in viele kleine Stückchen. Das Zeug kostet aber auch richtig Geld und erfordert regelmäßigen Besuch des Campingzubehör-Geschäfts.

Gruß,
Björn

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conga7
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#4 Beitrag von conga7 » Mo 13 Mär 2006 15:04

Hi Björn,
ich verstehe,....Dich nur zu gut.
ehrlich gesagt, scheue ich mich auch die Thetfort auszuleeren...
Aber das Womo in unserem Canada-urlaub hatte einen Fäkalientank, Klo ohne Pürieren. Kennst Du das System (nicht)?
Wasserverbrauch zum Spülen sicher unter 4 Liter, dosiert über einen Hebel. Weil Du nicht bis in die Kanalisation spülen musst, sondern direkt in den Tank. Zwischen Schüssel und Tank nur ein Schieber, aber wirklich geruchsdicht.
Abwasser-Technik: ein Abflussrohr, in das relativ weit unten der Fäkalientank mündet und relativ weit oben der Grauwassertank. Dadurch konnte man das Abwasserrohr mit Abwasser "nachspülen".
Obs für das System eine Porzellanschüssel gibt????
Grüße
Conga

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Lothar
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#5 Beitrag von Lothar » Di 14 Mär 2006 08:22

Genau dieses System habe ich in meinem Womo eingebaut. Und es klappt tadellos. Gut, es ist eine Plastikschüssel, aber was soll ich mit bleischwerem Porzelan. Der "Pott" ist genauso gross wie zu hause und man sitzt ebenso komfortabel. Der Wasserverbrauch ist wie Konga beschrieben hat. Und das ablassen bei 3 Zoll Querschnitt kein Problem. Auch das nicht aufgelöste Papier flutscht nur so durch.
Als besonderen Trick kann ich meinen Grauwassertank über den Fäkalientank entleeren, sodaß ich nach ablassen des Schwarzwassers nochmal den Tank mit dem Grauwasser durchspüle. Das klappt super.
Dieses System möchte ich nicht mehr missen.
Ich hab zum aussen anschliessen auch noch ne Zerhackerpumpe mit 10m Schlauch, falls mal keine VE zu erreichen ist und man in ein Becken entsorgen müsste, aber dieses Ding hab ich noch nie benutzen müssen.
Lothar
Achso, und für den Preis einer Zerhackertoilette kann ich mir alle 2 Jahre auch eine neue Plastikschüssel (180 Euro, Thetford) einbauen.

Beau
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Re: Zerhacker-WC

#6 Beitrag von Beau » Di 14 Mär 2006 17:29

paulikxp hat geschrieben:, der weiß, dass sich Toilettenpapier nicht komplett auflöst, sondern eher als dicker Klumpen vor dem Ausfluß liegt und den verstopft oder sich nachher als lange dicke Stücke im Schieber sitzt, der damit nicht mehr richtig abdichtet.
Nur das spezielle Chemieklo-Papier von Thetford löst sich komplett auf bzw. zerfällt in viele kleine Stückchen.
Leute macht Euch doch nicht immer so einen Topf mit dem Toi-Papier, macht mal Urlaub im Süden, z.B. Kreta :) , da seht Ihr überall auf den Toiletten kleine Eimer für's Papier stehen. Wer jetzt denkt, dass das ziemlich gerucksintensiv ist, der irrt sich hierbei gewaltig. Trocken, und das sind die Reste auf dem saugfähigen Papier verdammt schnell, riechen die humantistischen Hinterlassenschaften auf dem gebrauchten Papier fast nicht und es reicht wenn man einmal pro Woche das Eimerchen mit dem darin aufgehängten Plastiksäckchen in den normalen Müll entsorgt.
Macht man das wie oben beschrieben und weisst auch seiner Besucher darauf hin, gibt es überhaupt keine Probleme.
Weiterhin kann man sich ja auch einen Handduschschlauch installieren und sich den Allerwertesten ganz ohne Papier, eben mit warmen Wasser, reinigen. Das ist sowieso die hygienisch beste Variante und man benötigt Papier höchstens noch zum Abtrocknen.

Für mich ist Papier im Fäkaltank kein Thema mehr. Auch die Entsorgungslage verbessert sich manchmal damit ungemein - ist doch wirklich alles Natur.

-Steffen

Gerhard Tetzlaff
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#7 Beitrag von Gerhard Tetzlaff » Di 14 Mär 2006 19:07

Hallo zusammen!
Das Thema Toilette ist in jeder Hinsicht ein Problemthema. Streckenweise ist es dazu geeignet, die Kehrseite der Urlaubsspaß-Medaille zu repräsentieren. Zwischen Zerhacker-Toilette und "Kretas Toiletten-Mülleimern" liegen sicher Welten, wobei ich mich erst von der Erwähnung Letzteren bemüßigt sehe, mich dazu zu melden. Hier im Forum treffen sich Menschen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen, auch was das Stille- Örtchen-Procedere betrifft. Dabei denke ich dann auch an meine Frau, die alles gern wie zu Hause hätte und meine kleinen Kinder, die mit speziellen Abläufen nicht klar kommen. Das normale Wohnmobil kämpft mit Gewichts- , Geruchs- und Raumproblemen. Nur wenn die Entsorgung von Abwasser und die Versorgung mit Frischwasser gesichert ist, kann man überhaupt an ein Wasserklosett denken. Weiteres Wasser wird für die Reinigung der Kloschüssel verbraucht. Ich habe in einem anderen Forum schon viel Prügel bezogen, als ich verriet, daß wir auf Kreta das große Geschäft in Kleinkinder-Windeln in der Mülltonne entsorgen und das Porta-Potti nur fürs kleine Geschäft verwenden. Hinsichtlich desToilettenpapiers schließ ich mich dem vorhergehenden Beitrag von Beau an. Bei uns ist neben der Toilette der Duschschlauch greifbar. Man kann von Menschen, bei denen das Wasser knapp ist, wassersparende Methoden erlernen. So hatte das gute alte Stehklo wirklich seine Vorteile, wenn man zielen kann. Allerdings hat sich auch auf Kreta die Wasserspülungs-Sitztoilette durchgesetzt, ein Rückschritt, der dort oft auf Kosten der Hygiene geht, denn das notwendige Wasser zum Nachspülen und besonders zum Reinigen der Kloschüssel ist nicht jederzeit verfügbar.
Jeder, der eine größere Familie hat, weiß, wie schnell ein Porta-Potti Tank voll ist oder der Wassertank leer ist. Mit Windeln und Pflegetüchern, Überbleibsel aus der Kleinkinder-Pflegezeit, kann man eine solche Situation notdürftig meistern.
Gruß Gerhard

triplee
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#8 Beitrag von triplee » Mi 15 Mär 2006 12:07

Ich habe in meinem Triple eine Thethford Toilette seit ca. 2 Jahren in Betrieb. Vorher war eine canadische Toilette drin, die aber genauso funktionierte, bis die Pumpe undicht wurde und kein Ersatz mehr geleifert wurde :twisted: Die Fäkalien gehen in einen 70 Liter Tank welcher einen 3" Zufluss sowie einen gleichgroßen Abfluß besitzt. Wir verwenden ganz normales Toilettenpapier vom Discounter (2 Lagig). Zum Wasserverbrauch: Es wird ca. 1-2 Liter verbraucht zum Spülen+Reinigen der Schüssel. (Schätzmenge, habe noch nie nachgemessen).
Ich hatte noch nie Probleme mit "Papierstau" Klumpen oder ähnlichem, durch die Schlingerbewegungen werden das Papier sowie die Fäkalien total aufgelöst. Es gibt keinerlei Geruchsprobleme, da über dem Schieber in dem Becken ja ständig ein paar cm Frischwasser steht und der Tank über das Dach entlüftet wird.
Falls mal keine Entsorgungsstation vorhanden ist habe ich ebenfalls eine Zerhackerpumpe mit 10m Schlauch.
Wir sind seit Jahren so unterwegs und alles funktioniert gut. Wir waren letztes Jahr in Canada auch dort funktioniert das System so.

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Lothar
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#9 Beitrag von Lothar » Mi 15 Mär 2006 15:38

Sach ich ja. :lol:
Lothar

Beau
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#10 Beitrag von Beau » Mi 15 Mär 2006 15:57

Nur noch mal zur Vervollständigung der Kreta-No-Paper Variante,

ich habe für meinen MAN KAT1 4x4 ein komplettes Flugzeugtoilettenhäuschen aus der First-Class eines Airbus ergattert, natürlich komplett mir Babywickeltisch, Waschtisch, Einhebelmischer (selbstschliessend), Spiegeln, Falttüre, Lichtanlage, rüttelfest, brandfest, leicht und umsonst :wink: , inkl. einer Vakuumtoilettenmaschine welche mit 200ccm Spülwasser die Teflonbeschichtete Schüssel reinigt.
Schwarzwaser geht dann über mechanische Unterdruckerzeugung in einen Sammeltank (wie gesagt ohne Papier und Chemie) und ist damit simpel zu entsorgen, ev. werde ich sogar noch eine Kompostierungsstufe einsetzen und bin damit alle Probs los.

Mir ist schon klar, dass das keine Lösung für jedes WoMo sein kann, aber ich hab eben gewaltiges Glück gehabt und wäre bescheuert, eine solche Gelegenheit nicht zu nutzen. Alles frei nach dem Motto: Schöner schei...n bei Beau :D
Übrigens lassen sich alle Funktionen (z.B. die 2Zoll Vakuumventile) auch simpel per Hand bedienen.

Grüsse
Beau

Gerhard Tetzlaff
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#11 Beitrag von Gerhard Tetzlaff » Mi 15 Mär 2006 17:12

Hallo Beau!
Da sieht man es mal wieder: Man kann von "ohne Toilettenpapier" auf garnichts schließen, Dein Edel-Dixi ist dann so ziemlich das Ende der Fahnenstange - wow! Ich habe immerhin das ganze Toilettenhäuschen aus GFK bauen lassen, aber bei weitem nicht diese Raffinesse.
Gruß Gerhard

Truckscout
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#12 Beitrag von Truckscout » Sa 02 Dez 2006 20:29

Hallo Pauli,
hast Du Dir jetzt so eine Zerhackertoilette gekauft ? Genau die selben Geräte habe ich gerade im Auge...

Wie sind Deine Erfahrungen damit ?

Lieben Gruß, Markus

rocknroll
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#13 Beitrag von rocknroll » Fr 09 Feb 2007 01:07

Beau hat geschrieben:..............................
ich habe für meinen MAN KAT1 4x4 ein komplettes Flugzeugtoilettenhäuschen aus der First-Class eines Airbus ergattert, natürlich komplett mir Babywickeltisch, Waschtisch, Einhebelmischer (selbstschliessend), Spiegeln, Falttüre, Lichtanlage, rüttelfest, brandfest, leicht und umsonst :wi................................: Schöner schei...n bei Beau :D
Übrigens lassen sich alle Funktionen (z.B. die 2Zoll Vakuumventile) auch simpel per Hand bedienen.

Grüsse
Beau
hoi, woher bekommt man den so eine toilette, weißt du irgenwas von einem Flugzeugschrottpaltz?
so long
Rocknroll
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#14 Beitrag von paulikxp » Fr 09 Feb 2007 10:55

Hallo,
Truckscout hat geschrieben:Hallo Pauli,
hast Du Dir jetzt so eine Zerhackertoilette gekauft ? Genau die selben Geräte habe ich gerade im Auge...

Wie sind Deine Erfahrungen damit ?

Lieben Gruß, Markus
Huch, wo kommt denn diese Nachricht her, die habe ich ja völlig übersehen....

Also: nein, habe ich noch nicht gekauft, keine Erfahrungen, aber nach wie vor in Planung.

Gruß, Björn
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FraBer
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#15 Beitrag von FraBer » Fr 09 Feb 2007 11:07

Hi Leute,

ich war ja auch erst auf dem Zerhackertrip. Bin aber in der Zwischenzeit doch bei einer Trockentoilette (Separet) gelandet. Das spart noch mehr Wasser und die Entsorgung ist auch einfacher.
Anfangs habe ich leider nur Berichte über das den Einsatz in Wochenendhäusern gefunden und hatte Bedenken was den Einsatz in einem WoMo anbelangt. Da ich aber nun in einem Jachtforum zufriedene Kommentare gelesen habe, denke ich, das der Einbau in einem WoMo auch kein Problem darstellen sollte.


Viele Grüße
Frank

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