GFK-Kabine Glasfaserspritzen?

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Dirk16
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GFK-Kabine Glasfaserspritzen?

#1 Beitrag von Dirk16 » Mo 29 Aug 2005 18:07

Hi!
Hat sich da schon mal jemand mit beschäftigt, eine Kabine oder Teile (Dach, Front) in einer form glasfaserzuspritzen?

Also Harz+Matrix+Gerät, ist Profiausstattung, klar, aber wozu gibt's Bootsbauer? also Form bauen und hinfahren.

Meine Vorstellung:

-dicht
-stabil, da gleichmässige Kraftverteilung, über Wanddicken variabel
-aerodynamisch
-reparabel, auch im Busch
-Tiefziehsicken möglich für Fenster u.ä.
-Lackierung problemlos

Nachteil:
-vermutlich schwer (allerdings...wenn ich mein jetziges Hochdach sehe, zweischalig...auch nicht so dramatisch)
-aufwändige Technik, keine Heimwerkerarbeit
-aufwändige Form, macht eigentlich mehr Sinn für Mehrfachanfertigung.
-Dämmung von gewölbten Flächen schwierig, aber nicht unmöglich
-teuer?


Prinzipielle Nachteile des Systems? Warum macht das keiner der Profis?
Hymer verwendet ja jetzt kpl. Dächer aus PU-Schaum.

Alternativen: handlaminieren. Sehr hoher Aufwand und bei grösseren Flächen eigentlich nicht in einem Stück machbar.

Gruss,
Dirk
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Seekater
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#2 Beitrag von Seekater » Di 30 Aug 2005 10:31

Hi,

das machen auch die Profis..... es gibt meines Wissens zwei italienische Hersteller, die so fertigen, in der aktuellen Promobil (09/05) ist ein Photo aus der Fertigung des einen davon.

Nachteile jedoch sind:

- Die Glasfaser Monoque-Kabine (so heißt das WoMo-Äquivalent zum Bootsrumpf) muß auf dem Dach liegend gefertigt werden und nach Aushärtung mit dem Kran aus der Form genommen und GEDREHT werden.

- Die Monoque-Kabine ist - im Gegensatz zum Bootsrumpf - gewichtsoptimiert und daher recht fragil

- Die Monoque-Kabine weist - speziell bei Alkoven oder TI - einige heftige Vorsprünge auf und muß beim Drehen wie ein rohes Ei behandelt werden. Doch auch Monoque's von Integrierten dürften durch die Fenster- und Türen-ausschnitte im Rohzustand nicht ein Ausbund an Stabilität sein, solange bis sie auf dem Chassis befestigt sind.

- Monoque's sind im Ausbau sehr teuer, da Iso, Trennwände, Möbel ..... nachträglich handwerklich IN der Kabine montiert werden müssen. Also Vergleich mit dem ausgebauten Kastenwagen. Im Hobbysektor fällt dieser Nachteil natürlich weg - man arbeitet ja für sich selbst umsonst.

Gruß
Seekater

hwk
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#3 Beitrag von hwk » Di 30 Aug 2005 14:12

Hqallo zusammen,

m.W. nach bauen auch die anderen Hersteller zwar nicht komplette Kabinen aber doch Kabinen-Teile nach diesem Verfahren. Aus meiner Sicht lohnt es sich aber nur für größere Serien.

Besten Gruß

HWK

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Dirk16
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#4 Beitrag von Dirk16 » Di 30 Aug 2005 17:59

Hi!
Danke für eure Antworten, hätte mich auch gewundert, wenn das noch keiner macht.

Die Entformung hängt ja von der zu erzielenden Form ab. Was mich auf die Idee bringt, dass man ja auch den Boden nachträglich als isolierte Platte einbauen könnte. Wenn das Oberteil übersteht, mit Stufe, ist das vielleicht gar nicht so dumm.

Ich kam auch drauf, weil ich auf meinem ein 2teiliges Hochdach zu einem Teil verbunden hab, den Übergang sieht man nahezu nicht, könnte man aber sogar dezent sichtbar machen mit ner Dehnfuge (was ja technisch gesehen auch sinnvoll ist).

Die Isolierung (bautechnisch eigentlich: Dämmung) ist in der Tat etwas aufwändiger, bei Sandwichplatten ist die ja inklusive. Aber wenn man das geschickt formt könnte man Holzträger (oder einen anderen, stabilisierenden Rahmen) mit einlaminieren (eben wie an Hochdächern) und da drauf dann die Innenkabine aufbauen. Dann ist man dämmungstechnisch beim Hausbau.

Ich dachte auch gar nicht an Alkovenformen, da die Hinterschnitte schwer zu entformen sind, sondern "nur" an eine Kabine aus einem oder zwei Güssen, u.U. sogar kombiniert mit Plattenbauweise (z.B. nur Dach).

Zur Dämmung kann man ja sogar Hartschaumplatten (formgefräst oder gebogen) mit einlaminieren :wink: genauso wurde mein Hochdach hergestellt - also alles alte Hüte!

Gruss,
Dirk
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Gast

#5 Beitrag von Gast » Di 30 Aug 2005 20:12

Hallo Dirk
Immer noch am träumen ????
Wann solls losgehen ??? + ???

Geht auch 2 Schalig und sogar mit Alkoven, niemals aber mit Holz, dafür gibt es ganz einfache und sehr preisgünstige Alternativen, wollten wir uns nicht mal mit Globetrotter darüber unterhalten ???
Ist auch schon zwei Jahre her.
Gruß Christian

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Dirk16
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#6 Beitrag von Dirk16 » Mi 31 Aug 2005 12:17

Hi Christianus,
es gibt mittlerweile einen weiteren Ansatz für mein Projekt, ich mail dich mal an!

Gruss,
Dirk
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preistipp

Tolle Ideen...

#7 Beitrag von preistipp » Do 29 Sep 2005 22:36

...habt ihr ja hier das gefällt mir.
Als gelernter Bootsbauer sehe ich das Faserspritzverfahren mit händischer Pistole jedoch zwingend in Zusammenhang mit einer hochwertigen stabilen Spritzform mit hoher Güte. Die Erstellung einer solchen Form ist um ein mehrfaches teurer als die erzeugten Teile, deshalb nur rentabel bei Serienproduktionen.
Die Bauteilegüte und gleichbleibende Qualität erfordert einen gewissenhaften und erfahrenen Verarbeiter mit Knowhow auf diesem Gebiet-stellt es euch bitte nicht wie "mal eben Spritzlackieren" vor.
Die geforderten Materialgutachten und Proben bezugnehmend auf Splitter,Schwerentflammbarkeit,Stabilität,Güte überfordern den privaten Geldbeutel, selbst dann wenn man einen Draht zur nächsten Hochschule auf diesem Gebiet hat.
Schade die Idee ist gut, du könntest dir aber z.B. einen wunderschönen Aufbau aus Furnierstreifen sehr formschön zusammenleimen,ob Personentransport (Deklaration Transportaufbau)darin zugelassen ist müsstest du mit deinem persönlichen TÜV-Ansprechpartner klären.
Gruß ein anderer Sven.

Pick-Up Jo
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...gibt´s doch schon

#8 Beitrag von Pick-Up Jo » So 09 Okt 2005 17:39

Hallole Dirk 16

Du hast geschrieben: in 1 oder 2 Güssen oder kombiniert mit Plattenbauweise.........

genauso hab ich es ja gemacht:
fertiges, formschöner Gfk-Hochdach eines VW-LT-1, und darunter in Plattenbauweise die Kabinenwände und er Boden.

Bauweise und -Aufwand waren sehr einfach. Und schnell zu bewerkstelligen.

Als Plattenmaterial kannst Du ja alles nehmen, vorzugsweise wahrscheinlich Sandwichplatten.

Meine Rohbaukabine hab ich in 4 Tagen kpl. aufgestellt, wobei ich ja aufwendige Schleifarbeiten an meinen Siebdruckplatten vornehmen musste, sowie einen aufwendigen Alkoven.

Ich glaube, ein quadratisch-praktischer Unterbau aus Sandwichplatten mit einem "Deckel" aus einem Gfk-Hochdach wäre locker in 2 Tagen fertig.

Relativ aufwendig und problematisch ist jedoch der Innenausbau und die Isolierung des Hochdaches wegen der gewölbten Flächen, aber auch das ist gut hinzubekommen :lol:

chiao, bis dann
Wo ein Pick Up ist, ist auch ein Weg (nicht immer, aber immer öfter)

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