Die Batteriefrage: Säure oder Blei-Gel?

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Krabbe
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Die Batteriefrage: Säure oder Blei-Gel?

#1 Beitrag von Krabbe » Di 11 Jan 2005 09:11

Hallo Zusammen,

da ich gerade dabei bin die Technik in meinem „Keller“ zu verbauen hab ich mal wieder ne Frage:
Ich bin gerade am Überlegen welche 2.-Batterie (bzw. richtigerweise Akku) ich für meine Kabine nehmen soll Säure oder Blei-Gel?
Wobei ich bei Säurebatterie schon eine zyklenfeste Solar- bzw. Aufbaubatterie meine und keine Starterbatterie.

Könnt Ihr mir mal bei den Vor- und Nachteilen weiterhelfen?

Vorteile Blei-Gel, so wie sie mir bisher bekannt sind:
- Wartungsfrei
- Lageunabhängig
- Tiefentladefest
- Längere Lebensdauer?

Nachteile Blei-Gel:
- Hohes Gewicht
- Höhere Anforderung an die Ladetechnik
- Höherer Preis

Vorteile Säure:
- Niedrigeres Gewicht
- Unempfindlicher beim Laden
- Niedrigerer Preis

Nachteile Säure
- Gasung (Entlüftung notwändig, Wasser muß aufgefüllt werden)
- Empfindicher bei Erschütterungen etc.


Aus Gewichtsgründen tendiere ich derzeit ja zur Säurebatterie (bei ca. 100 Ah Kapazität ca. 15 kg Gewichtsvorteil?), bin mir aber noch nicht sicher.

Fragen, die sich mir u. a. noch stellen:
a) Wie ist das bei Säurebatterien? Wegen der Gasung sollten (oder müssen?) diese nach außen entlüftet werden. Darf ich den Entlüftungsschlauch der Batterie auch im Gaskasten enden lassen (ich will aus meiner Kabine ja keinen Schweizer Käse machen und alle paar Zentimeter irgendein Loch bohren...)
b) Wie ist die Tiefentladefestigkeit von zyklenfesten Säurebatterien im Vergleich zu Blei-Gel-Typen?
c) Was hat es genau mit der Temperaturkompensation beim Laden auf sich und gibt es da Unterschiede zwischen den Batterietypen?
d) Die Batterie soll mit Ladegerät in meinen Keller. Da ich eh einen Ausgang meiner Trumatic C 3402 überhabe und die Tanks auch im Keller sind, werde ich einen Heizungsschlauch einfach dort enden lassen (Frostfreie Tanks + Fußbodenheizung). - Kann die ggf. höhere Temperatur durch den in der Nähe der Batterie befindlichen Heizungsausgang dieser Schaden oder mir Nachteile bringen? (oder ein Grund sein Säure bzw. Blei-Gel zu nehmen?) Das ich bei einer Säurebatterie öfter Wasser nachfüllen muß, wenn sie warm wird, ist mir klar.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

Joe

#2 Beitrag von Joe » Di 11 Jan 2005 10:04

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Krabbe
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#3 Beitrag von Krabbe » Di 11 Jan 2005 12:04

Hallo Joe,

das Problem mit dem zusammenschalten von zwei unterschiedlichen Batterien habe ich nicht. Mir geht es nur um eine einzige Batterie in dem genannten Stromkreis.

Ich baue zwar je eine zusätzliche Batterie in die Pritsche und eine in die Kabine, doch werden die völlig unabhängig voneinander.

Mir geht es jetzt nur darum ob ich eine Säure oder eine Gel-Batterie nehme.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

hwk
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#4 Beitrag von hwk » Di 11 Jan 2005 12:11

Hallo zusammen,

ich habe mich beim Ausbau für die Vlies-Akkus entschieden, um hier den Vorteil der Säure (Gewicht / Kapazität) - und der Gel-Akkus (Zyklenfestigkeit, keine Gasung) mitzunehmen. Hauptargument war hier die nicht erforderliche Entlüftung bei beiden Typen sowie die bessere Zyklenfestigkeit und Möglichkeit auch tiefzuentladen.

Die Entlüftung sollte nicht in den Gaskasten gehen sondern direkt nach draußen und das auch möglichst weit, da beim Laden der klassischen Säure-Akkus die gebildeten Gase auch Schwefelsäure-Aerosol mittragen, was leider dann für Rostfraß und Angriff der übrigen Teile sorgt.

Die Kombination von zwei Akkus ist nur möglich, wenn beide aus der gleichen Produktion stammen und auch gleiche Kapazität haben, da sonst beim Laden und auch Entladen Schwierigkeiten auftreten, da sich beide Vorgänge immer an dem schwächeren Akku orientieren. Hat man hier einen älteren Akku mit einem frischen gekoppelt, so entläd sich der ältere leider mehr und zieht den fitteren leider mit runter (leider eigene Erfahrung :cry: ). Hier würde ich immer einen Akku mit der entsprechenden Kapazität empfehlen (ist in Summe auch billiger und leichter :) ).

In meinem Fahrzeug habe ich die direkte Ladung aus der Lichtmaschine bewußt nicht gewählt sondern gehe über einen Wandler auf das Ladegerät, wass dann über Kennlinie den Akku direkt schonend und effektiv lädt. Die Erfahrungen bisher sind eigentlich super, da ich den Wandler dann im Stand auch direkt noch nutzen kann und beim Anschluß ans Netz dann auch direkt auf das Ladegerät zugreife. Somit sind eigentlich überflüssige Investitionen vermieden worden. Bei Bedarf kann ich das Schaltbild gerne zur Verfügung stellen.

Bei der Auswahl der Akkus würde ich - wie schon gesagt - auf Gel- oder Vliesakkus gehen und die Kapazität so wählen, dass man nicht mehr als ca. 40% der angegebenen Kapazität im Normalbetrieb nutzt, um die Tiefentladungen zu vermeiden, denn diese kosten echt Lebenszeit eines Akkus. Als Fabrikat habe ich eine Type gewählt, wie sie in kommerziellen USV´s verwendet wird und auch für den mobilen Einsatz (rüttelfestigkeit) geeigent ist. Beim Bezug solcher Akkus nicht über den Campinghandel sondern direkt beim Vertreiber solcher USV´s ist auch der Preis solcher Akkus ok.

Ist man mehr im Sommer unterwegs, kann man auch über die Investition in Solarzellen mal nachdenken, um die autarke Standzeit zu verlängern.

Besten Gruß

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#5 Beitrag von Krabbe » Di 11 Jan 2005 12:33

Hallo hwk,

Vlies-Akkus???

Wie muß ich mir das Vorstellen, enthalten die Schwefelsäure, die in einem Vlies gebunden ist? Und dann gasen die nicht und sind leichter als Blei-Gel?

Dann wäre das ja mal interessant,denn das was mich am meisten von Blei-Gel abhält ist halt das Gewicht.
Hast Du gerade mal den Namen bzw. die Bezeichnung Deiner Akkus, damit ich mal ein bischen googeln kann?
Und kannst Du mir evtl. eine günstige Bezugsquelle nennen?

Und wie sieht das mit der Ladetechnik aus, normales Ladegerät wie für Säure bzw. wie für Blei-Gel?
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

hwk
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#6 Beitrag von hwk » Di 11 Jan 2005 14:13

Hallo Krabbe,

genauso ist es. Hier befindet sich zwischen den Bleiplatten ein dichtes Mikrovlies aus Glasfaser, in dem dann die Schwefelsäure gebunden ist. Durch diese Bauart ommt es zu einer Rekombination des eventuell gebideten Knallgases und somit ist der Verlust an Flüssigkeit unterbunden. Falls es zu Ladefehlern kommen sollte und sich ein zu hoher Druck aufbaut (durch das Gasen), öffnen eingebaute Sicherheitsventile, um ein Platzen zu vermeiden. Diese Akkus unterscheiden sich nur in der Art der Bindung der Schwefelsäure => bei Vlies-Akkus durch das Glasfaservlies und bei Gel-Akkus durch ein Gelieren der Schwefelsäure mit Kieselsäure. Das Prinzip ist überall identisch (wie auch bei den einfachen Säure-Akkus), man benötigt aber bei den Vliesakkus nicht so viel Schwefelsäure und Blei, da ich die Platten ja durch das Vlies trenne und so dichter packen kann. Und so reduziert sich das Gewicht.

Ich habe hier zwei 200 Ah Akkus der Marke Effekta (deutsches Fabrikat) eingebaut. Die Lieferadresse muß ich noch nachschlagen.

Besten Gruß

HWK

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Schaltbild Elektrik

#7 Beitrag von Didi » Mo 17 Jan 2005 21:25

Hallo hwk,

Du hast in Deinem Beitrag vom 11.1.05 über den Anschluß Deiner Batterie mittels Wandler gesprochen.
Wenn Du mir das Schaltbild mal rüberreichen könntest, würde ich mich freuen.

Ich bin neu im Forum und plane gerade meinen Womo-Ausbau, im Moment noch sehr theoretisch, d.h. ich sammle Infos, wo ich nur kann. Schließlich habe ich keinen Bock, später andauernd durch meine Schränke zu kriechen, um was nachzurüsten, wo ich zu Anfang nicht dran gedacht habe !

Vielen Dank für Dein Bemühen schon im Voraus.

Grüße
Didi

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#8 Beitrag von Krabbe » Di 18 Jan 2005 00:20

Hallo Didi und herzlich willkommen,

hwk hat das Schaltschema im Treat "Anschluß Spannungswandler" (Auch in der Rubrik Gas, Wasser, Strom) veröffentlicht.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

hwk
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#9 Beitrag von hwk » Di 18 Jan 2005 07:44

Hallo Didi,

sorry für die späte Antwort, aber die Info ist ja durch Krabbe schon gegeben worden (besten Dank!!). Falls Fragen sein sollten immer man losmailen.

Besten Gruß und viel Glück beim Ausbau

HWK

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#10 Beitrag von Didi » Di 18 Jan 2005 13:57

Hallo Krabbe, hallo hwk,

Danke Euch beiden für die Info und vielen Dank für Euer Angebot, weiter Fragen zu stellen.

Ich werde das Forum weiterhin verfolgen, es sind ja viele interessante Threads vorhanden.

Bis dahin,
Didi

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#11 Beitrag von Didi » Do 20 Jan 2005 09:27

Hallo hwk,

Ich habe Dein Schaltbild im anderen Thread gefunden. Die Lösung, 12 V und 22 V getrennt zu halten, kann ich nachvollziehen. Hat zwar ne Viertelstunde gedauert, bis man jeden möglichen Stromweg einmal abgelaufen ist, aber jetzt weiß man wieder, was man mal in der Schule gelernt hat.

Eine Frage habe ich jedoch noch :
Was ist mit dem FI-Schalter ? javascript:emoticon(':idea:')
javascript:emoticon(':idea:')

In Deinem Schaltbild ist er ja nur für den 220V-Eingang zuständig. Was passiert, wenn ich einen Fehlerstrom beim Nutzen des Wandlers habe ? Dann ist der FI ja nicht im Stromkreis.

Vielen Dank schon jetzt für Deine Antwort,
Didi


PS
Noch eine kurze Frage hintendran. Was habe ich bei dem Smilie falsch gemacht, ich habe es mit der Maus angewählt und in den Text gezogen.

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#12 Beitrag von hwk » Do 20 Jan 2005 12:11

Hallo Didi,

der FI ist bewußt nur im Zugangsweg für das Netz gesetzt, da der Wandler die 220 V galvanisch entkoppelt. Beide Pole des 220V Ausgangs am Wandler sind potentialfrei zur Erde, so dass hier kein fehlerstrom laufen kann im Gegensatz zu der 220V Landversorgung, wo ja ein Pol auf Erd-Niveau gehalten ist und der zweite ja die 220 V gegen den Nullleiter und gegen Erde führt.

Man kann aber auch den FI-Schalter später einschleifen - ohne Verlust der Funktionalität. Nur nutzen tut es nichts. Ich habe den FI und die Sicherung direkt (ca. 20 cm 2,5mm² Kabel) an der Einspeisedose gesetzt, um hier absolut sicher zu sein.

Besten Gruß

HWK

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