Leerkabinen-Selbstbau

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Martin
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Leerkabinen-Selbstbau

#1 Beitrag von Martin » Di 05 Okt 2004 13:17

Hallo: Habe mich endlich dazu durchgerungen, mich bei diesem tollen Forum einzuloggen.
Möchte mir eine Kabine aus Sandwichplatten (GFK-PU-GFK) selbst bauen.
Nun hätte ich dazu einige Fragen: Soweit ich das bis jetzt mitbekommen habe, werden die Platten stumpf verklebt, und dann noch mit Winkeln "überklebt". Nun meine Frage: Welchen Kleber verwende ich?Brauche ich dazu einen bestimmten Anpressdruck, oder reicht das Eigengewicht aus. Kann ich bei einer Außenwand aus GFK auch Alu-Winkel verwenden, oder muß es das selbe Material sein? Ich weiß, es sind viele Fragen, aber ich hoffe, ich bekomme Antworten.
Gruß Martin

hwk
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#2 Beitrag von hwk » Di 05 Okt 2004 13:29

Hallo Martin,

mal erst herzlich willkommen hier bei uns!

Bevor ich den Bau meiner Kabine in Auftrag gegeben habe, schlug ich mich auch mit dem Gedanken herum, die Kabine selbst zu bauen. Ich habe diesen Gedanken dann verworfen, da die Ersparnis nicht so groß ist, wenn man mal sein Lehrgeld mit einrechnet.

Die Herstellung der Paltten ist in Internet recht häufig beschrieben und es gibt eigentlich nur zwei unterschiedliche Verfahren: Extrusion bzw Aufschäumen des PU´s zwischen den Aussenwänden und halt das Verkleben. Die erste Möglichkeit fällt für den Hobbybauer aus, da der Maschinenpark zu groß ist; die zweite Möglichkeit setzt auch eine Halle mit einem entsprechend großen ebenen Tisch oder Boden vorraus.

Geklebt wird mit 2-K-PU Klebern, wobei die Platten in der Aushärtephase zusammengedrückt werden müssen (Pressen ist nicht erforderlich, aber es darf auch kein Spalt entstehen). Hier ist sicherlich einiges an Erfahrung und auch an Helfern erforderlich, um die komplette Platte zu fertigen.

Um nicht zu sehr zu demotivieren, würde ich den Versuch unternehmen, von den entsprechenden Kabinenbauern oder auch Herstellern dieser Platten für den KFZ-Bau die Platten herstellen zu lassen und ggf. dann die Montage der Kabine selbst durchzuführen. Eine Überlegung ist es wert.

Viel Spaß und laß hören, wie es weitergeht!

Besten Gruß

HWK

Joe

#3 Beitrag von Joe » Di 05 Okt 2004 14:16

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Zuletzt geändert von Joe am Fr 28 Okt 2005 11:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Martin
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#4 Beitrag von Martin » Di 05 Okt 2004 14:33

Erstmals Danke für die raschen Antworten.
Der Aufbau soll eine Länge (von Rückseite Fahrerhaus bis Ende) von ca.4 metern bekommen. Ein Alkoven soll natürlich auch dazu. Das bedeutet, daß eine Seitenwand ca.12qm hat. Ich habe irgendwo gelesen, daß diese Sandwichplatten ca 8 kg pro qm wiegen. Das wären dann ca.100kg pro Seitenwand (naja).
1 qm dieser Sandwichplatten kostet ca € 70 (telefonisch)
Ich würde ca. 40 qm benötigen, Das wären dann € 2.800.
Mit Kleber und Winkel käme ich dann vielleicht auf € 4000.
Eine fertige Leerkabine kostet ca. € 8000. Ich könnte mir also nur durch das "Zusammenkleben" der Platten ca € 4.000 ersparen. (Wenn ich das zusammenbekomme-klingt eigentlich nicht schwer). Habe ich was vergessen?
Gruß Martin

Joe

#5 Beitrag von Joe » Di 05 Okt 2004 15:08

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Zuletzt geändert von Joe am Fr 28 Okt 2005 11:18, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

#6 Beitrag von Gast » Di 05 Okt 2004 15:17

Hallo Martin.
Erstmal willkommen,
Wie ich lese planst Du eine Alkovebkabine.
Der Boden sollte möglichst aus einem Metallrahmen bestehen, mit den nötigen Trägern passgenau zu Deinem Auto. Die Verschraubung Kabine Fahrgestellrahmen muss kraftschlüssig sein.
Zwei Seitenwände und die Wand zur Kabine hin lassen sich recht einfach schneiden und verkleben. Da ich aber vermute das die Kabine nicht eckig werden soll, beginnt das Problem bei dem Dach schwierig zu werden, das wird aus einem Stück gemacht, in dem Bereich wo es gebogen wird, kommen von unten V förmige Schnitte, in jeweisl genau berechneten Winkel durch Innenverkleidung und Islierung bis nahe an das Aussenblech.
Der Kabinenbauer hat für jedes Modell Zeichnungen mit Maßen und Winkelgrößen. Das musst Du Dir überlegen.

Gast

#7 Beitrag von Gast » Di 05 Okt 2004 15:24

Hallo Martin,

schau doch mal unter Traummobile hier im Forum nach, da ist die Kabine von Robert. Er hat Sie ganz selbst gebaut, ist ein netter Kerl der hilft Dir bestimmt weiter.

Herzlich willkommen dann auch noch :-)

Gruss

Torsten Schneider

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Martin
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#8 Beitrag von Martin » Di 05 Okt 2004 15:45

Da ist ja ganz nett was los in diesem Forum! Vielen Dank!
Ich hätte da eine verwegene Idee:
Wie Christianus gesagt hat, die Seitenwände bekommt man schon hin, die Probleme beginnen beim runden Dach...
Also: Ich kaufe mir Sandwichplatten für die Seitenwände, welche ich gemäß Dachrundung zuschneide und aufbaue. Diese verbinde ich dann entlang der Dachlinie (quer) mit Trägern (Aluprofile), was weis ich, so alle 50cm) Dann besorge ich mir Alublech als Rollenware (falls es so etwas gibt) und klebe diese auf diese Profile (abrollen!). Von innen kann ich dann isolieren und zu guter letzt eine Innenverkleidung anbringen.
Was glaubt ihr - ist das ein totaler Schwachsinn oder würde das funktionieren?
Martin

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KlauDa
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#9 Beitrag von KlauDa » Di 05 Okt 2004 16:08

Hallo Martin.
Meine alte BIMOBIL-Kabine wurde offensichtlich so ähnlich gebaut. Von der Unterkante der Rückwand über das Dach und den Alkoven bis zur Front der Kabine wurde das Alublech ( vermutlich von einer Rolle abgewickelt ) vollflächig nahtlos mit der PU-Isolierung der bereits gebauten Kabine verklebt. Damit entfallen bei den im vorliegenden Fall 7 Einzelflächen ( Platten ) 6 ansonsten erforderliche, mechanisch herzustellende Verbindungen / Nahtstellen.
Ich führe den Umstand, dass ich seit 1982 keine Probleme bez. Dichtheit, Verwindung etc hatte, weitgehend auf diese nahtlose Bauweise zurück - wo keine Naht ist, kann auch keine undicht oder mechanisch labil werden.
Da ausser im Boden ( Absetzkabine ) keine Querträger zu finden sind, wurde offenbar vor dem Aufkleben der Blechhaut die Kabine schon aus Sandwichplatten Sperrholz + PU-Schaum aufgebaut.
Ich stelle mir die Arbeit mit winklig zueinander angeordneten Platten schon recht schwierig vor. Das Ganze noch mit Rundungen.....? Ich würde es mir jedenfalls nicht zutrauen.
Gruss ; Klaus

Gast

#10 Beitrag von Gast » Di 05 Okt 2004 16:35

Leider nein Klaus
Bimobil baut so wie ich es oben beschrieben habe, ich hab mal eine Weile dort gearbeitet.
Martin
Es ist einfacher, V Schnitte zu machen, wenn auch aufwendig, mache den Alkoven nicht rund sondern mit Schrägen, wie Bimobil, eine 1:1 Zeichnung
der Winkel mit Materialstärke ist hilfreich beim Messen der Winkel.

Bimobil hat im Übrigen an den Seitenwänden einen umlaufenden, geschweissten Alurahmen, die Teile werden nicht nur stumpf geklebt, das Aussenblech wir im Bereich der Kanten überlappend, mit der Abdeckleiste
zeitgleich verschraubt.

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KlauDa
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#11 Beitrag von KlauDa » Di 05 Okt 2004 19:10

Hallo Christian.

Die Bauweise von BIMOBIL ist ja auf deren Homepage recht gut dargestellt. Man kann halt nur nicht sehen, wie sie es handwerklich durchführen.

Für mich eine abenteuerliche Vorstellung, sowas in Eigenregie zu machen :
- Eine Riesenplatte ( Gesamtlänge von Unterkante Rückwand bis Anstoss Alkoven-Unterseite an die Frontwand ) erstmal anfertigen aus Sperrholz und Hartschaum
- Diese Platte mit Alublech ( von der Rolle oder wie auch immer ) vollflächig bekleben
- Von der Innenseite die V-Schnitte exakt passend zu den Seitenwänden setzen
- Das Trumm den Seitenwänden entsprechend abkanten.......

Na ja, dem mutigen Selbstbauer viel Erfolg und gutes Gelingen !
Gruss ; Klaus

Gast

#12 Beitrag von Gast » Di 05 Okt 2004 20:15

Hallo Klaus
Der Inhaber ist ein A.... ein sehr unsympatischer Mensch, deswegen die Fluktuation in dem Betrieb, aber er ist nicht doof, das muss selbst ich ihm zugestehen. (lange Geschichte)
Die Presse ist ein Extruder, d.H. der Rahmen kommt Maßgenau auf einen
großen Tisch. darunter die Innenverkleidung, 2K Kleber darauf, Styrodur, 2K Kleber, Aluhaut von der Rolle, ein Rahmen passgenau zu dem Tisch mit einer LKW Plane, bespannt wird am Tisch mit Schnellverschlüssen arettiert, die Unterdruckpumpe saugt über Nacht die Luft aus dem System. Eine bessere Presse gibt es nicht.......
Die fertigen Teile werden zusammengefügt, zuletzt das Dach, je nach Auftrag gibt es Cad Zeichnungen mit genauen Maßen, auch Winkelmaße, dann müssen alle aus allen Abteilungen (zu meiner Zeit 19-20 Mann) das Dach aus der Presse nehmen, auf die Kabine heben, anpassen, ev. wieder
in die Presse legen, nacharbeiten...u.s.w. Es ist ein personeller Aufwand. der Preis ist rechtfertigt !

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KlauDa
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#13 Beitrag von KlauDa » Di 05 Okt 2004 20:57

Hallo Christian.
Vielen Dank für die Beschreibung !
Festigt meine Ansicht, das Geld damals sinnvoll angelegt zu haben .
Gruss ; Klaus

hwk
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#14 Beitrag von hwk » Mi 06 Okt 2004 11:27

Hallo zusammen,.
hallo Martin,

soweit ich weiß, bauen fast alle Leerkabinenbauer und auch eineige Hersteller von Serienmobilen nach dieser Art oder aber es wird die Kabine in der klassischen Weise eines Busses gebaut (umlaufende Träger und eingesetzte Querverstrebungen, die hinterher beblecht werden). Andere techniken sind mir noch nicht über den Weg gelaufen, lasse mich aber gerne belehren.

Bei Bau meiner Kabine (ca. 7 m Länge) komme ich mit der Rückwand und dem gefalteten Alkoven dann auf immerhin ca. 13 m. Bie einer Breite von 2,40 m waren dass dann immerhin ca. 300 - 350 Kg. Auch bei 4 m Länge sind Gewichte von 200 Kg zu bewältigen. Diese dann aufs Millimeter genau aufzukleben und auch dicht zu bekommen ist langjährige Erfahrung, die ich einfach nicht habe und die das Know How dieser Firmen ist. Wie schon vorher gesagt, ich hatte das alles mal durchgeplant und auch schon mal Versuche zum Falten vorgenommen, aber auch hier klafft ein Loch zwischen der Theorie und der Praxis.

Ich würde bei einem Selbstbau dann lieber auf die klassische Art ausweichen, da dieses eher zu beherschen ist.

Bei der von Martin angesprochen Art (Seitenwände aus Sandwich-Platten und Alu von der Rolle für den Alkoven und das Dach) hätte ich da so meine Bedenken, da die Rückwand und auch das Dach wesentliche Elemente für die Selbsttragende Bauweise der Kabine sind. Nachträglich eine flächige Verklebung mit dem Styrodur im Decken-, Rückwand und Alkovenbereich und hinzubekommen halte ich für nicht möglich.

Bin mal gespannt, wie es ausgeht.

Besten Gruß

HWK

Abgemeldeter User

Heiße Kiste.......

#15 Beitrag von Abgemeldeter User » Do 07 Okt 2004 13:50

Hallo Martin, auch von mir ein herzliches Willkommen......

Ich würde mir an Deiner Stelle das mit dem Selbstbau der Kabine in GfK - Sandwich auch dann überlegen, wenn Du eine beheizte Halle hast. Einige der Probleme sind weiter oben bereits angesprochen.....Selbstbau lohnt sich m.E. nur dann, wenn Du exotische Materialien einsetzen willst wie Siebdruck oder Kunststoffholz aus dem Röchlingkonzern (da machen die auch Propeller für Flugeuge draus) oder VA oder notfalls auch Zedernschindeln....hihihi......

Ein weiteres ist die Zeit. Ok, wenn Du irgendwann 2006 los willst, gibt es keine Probleme, aber der Ausbau der fertigen Kabine dauert mit all den Einzelheiten usw. schon lange genug und wenn Du nächstes Frühjar fahren willst, wird es schon knapp, man muß ja arbeiten und auch für die Familie soll noch was übrigbleiben.... :wink: .
Ich weiß auch nicht, ob du wirklich so furchtbar viel Geld sparst.

Ich habe damals ca 10 Jahre zurück vor dem gleichen Problem gestanden, Kabine mit Doppelboden 4,04 x 2,50 x 2,35 auf LKW(SZM DB 1222) - Chassis.

Ich habe mich dann für folgende Lösung entschieden:

Den Boden mit integriertem Hilfsrahmen aus U-Profilen und Vierkantrohren (Leiterrahmen) habe ich selbst geschweißt, mit Siebdruckplatten verkleidet und isoliert (60 mm), weil Doppelboden, die Kältebrücken vernachlässigt, und komplett angelascht aufs Fahrgestell. Drauf einen Rahmen aus 40x40 Kanthölzern aufgeklebt und verschraubt im Abstand der Wandstärke der Platten 43mm vom Außenrand.
Auf diese Basis hat mir Herr Bohrer (ORMOCAR) mit seiner Truppe die Kabine ohne Boden gesetzt mit allen Türen, Fenstern, Klappen nach meiner Zeichnung. Das ganze hat nach ca. 4 Wochen Vorlauf nach der Bestellung anderhalb Tage gedauert und ist einwandfrei ausgeführt worden, auch wegen der intensiven Beratungsgespräche, bei denen mir ORMO sehr geholfen hat. Der Ausbau hat dann mit Hilfe eines Schreiners (teilweise) zweieinhalb Monate gedauert, das Ergebnis war für mich recht überzeugend. Das Auto läuft heute noch ohne Probleme bei einem Oldtimerfreak im Saarland als Logistik- und Wohnfahrzeug zu den Oldtimerrennen und im Urlaub.
Die Kabine hat komplett mit den Einbauten und Montage bei ORMO damals 16.000 Mark gekostet, das dürfte heute bei 10.000 € liegen. Ich hätte es für das Geld nicht hinbekommen (Hallenmiete, Geld für Hilfskräfte, Einzelkauf der Beschläge und Fenster etc. etc.), abgesehen von der Zeitersparnis von rund 3 bis 4 Monaten .....
Und wenn bei ORMO was schiefgelaufen wäre, die hätte ich in Regreß nehmen können....meine eigenen Fehler hätte ich selbst bezahlen müssen... :?

Mußt Du alles nicht nachvollziehen, wenn Du den Selbstbau als persönliche Herausforderung ansiehst, habe schließlich meinen Truck Trial Prototyp deswegen selbst konstruiert und gebaut, weil ich wissen wollte, ob ich das kann als "advanced black and decker" Schreibtischtäter :P

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