Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

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womo3
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#31 Beitrag von womo3 » Di 14 Mai 2019 16:42

Kommt darauf an mit welcher Leistung und wie lange du den WR betreiben willst. Deine 2x 100Ah sind vermutlich Blei/Säure basiert. D.H. bei voll geladenen Batterien kannst du maximal 100Ah insgesamt entnehmen. Bei z.B. 1500W Leistung, bei 90% Wirkungsgrad kannst du etwas mehr als 40 Minuten laufen lassen, dann ist aber erstmal Schicht. Für Föhn, Kaffemaschine und Wasserkocher also kein Problem. Wir laden z.B. auch zwei e-Bikes und brauchen dafür ca. 30Ah. Die 200W Solar sollten zum Laden gut reichen.

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Krabbe
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#32 Beitrag von Krabbe » Di 14 Mai 2019 17:36

scooter hat geschrieben:
Di 14 Mai 2019 14:25
Mal eine Frage an die Befürworter und Elektromenschen: Was für eine Wechselrichtergröße sollte man bei einer 200W Photovoltaikanlage und 2 x 100 Ah Zusatzbatterien max. einbauen?
Die Wechselrichtergröße nach Batterie oder Solaranlage zu dimensionieren mach keinen Sinn. Bzw. Die Größe des Wechselrichters hat nichts mit der Batteriekapazität oder der Solarkapazität zu tun.

Die Größe (Leistung) des Wechselrichters ist allein davon abhängig, wozu ich ihn brauche. Also welche elektrischen Geräte ich damit (gleichzeitig) betreiben will und wie hoch deren Leistung und ggf. Anlaufleistung ist.

Wenn die Frage geklärt ist kommt dannach noch die Fragen, ob die Batterie ausreichend für den Strombedarf ist.

Die erforderliche Batteriegröße ist primär abhängig vom Energiebedarf. So Fragestellungen, ob denn die Batterie den Strom für den Wechselrichter überhaupt liefern kann, stellen sich eigentlich nur bei extremen Paarungen. (Z. B. 45 Ah Gel-Batterie und 3.000 W Wechselrichter (der auch so Belastet wird).
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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Urs
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#33 Beitrag von Urs » Mi 15 Mai 2019 15:27

scooter hat geschrieben:
Di 14 Mai 2019 14:25
Mal eine Frage an die Befürworter und Elektromenschen: Was für eine Wechselrichtergröße sollte man bei einer 200W Photovoltaikanlage und 2 x 100 Ah Zusatzbatterien max. einbauen?
Wie Krabbe bin ich auch der Meinung dass das die falsche Frage ist und man vielmehr fragen sollte "was will ich damit wo und wie lange betreiben?". Am bessten man macht sich eine Liste. Wenn man diese hat fängt man an sich zu fragen was auf dieser Liste kann ich besser oder anders betreiben oder was wäre nice to have, aber brauche ich eigentlich gar nicht? Danach kann man dann den WR und in Abhängigkeit davon auch die Verkabelung, Batterie- und Solarkapazität usw. festlegen. Bei mir war die Liste nach diesem Vorgehen leer und ich habe auch keinen WR verbaut.

Was ich auch hinterfragen möchte ist der hier im Thread eingeworfene Wirkungsgrad von 90-95%. Solche Wirkungsgrade werden in den meisten Fällen wohl nur in einem begrenzten Leistungsband (meist knapp vor der Nennleistung) erreicht. Setzt man nun einen 3kW-WR, der schonmal einen Eigenverbrauch von vielleicht 10-15W hat, ein um ein Handy zu laden (mit entsprechendem Schnellladegerät im bessten Fall 100W, meistens eher 20W oder aber mit Standard-Ladegerät maximal 10W) so sieht die Rechnung schon ganz anders aus. Und der Wirkungsgrad vom Ladegerät um von 230V auf 5, 9, 21V (oder irgend eine andere krumme Spannung) herunterzutransformieren ist dabei noch nicht berücksichtigt. Hat der Benutzer noch ein paar Euro am WR gespart und sich den ultra-mega-super-duper WR mit "sinusänlicher" Ausgangsspannung geangelt sieht es nochmal bescheidener aus.

Gruss
Urs
In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

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Gode_RE
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#34 Beitrag von Gode_RE » Mi 15 Mai 2019 15:57

Für mich waren ganz pragmatische Überlegungen entscheidend - wieviel Platz habe ich am Einbauort und was bin ich bereit auszugeben. Und für mich war wichtig, dass der nen "Remote"-Eingang hat über nen potentialfreien Kontakt, so dass ich den ferngesteuert schalten kann. So konnte ich den auf kürzestem Leitungsweg direkt neben die Batterie bauen.

Dann habe ich mir einen leistungsmäßig "mittleren" WR rausgesucht (Victron). Den brauche ich ab und zu mal für Ladegeräte, für die ich keine Kleinspannungssteckdsoe an Bord habe. Alles andere habe ich konsequent auf 12V ausgelegt.

LG Gode

PS: Übrigens habe ich hier noch nen funkelnagelneuen Sinus-Wechselrichter Dometic SI 1500 W für 24V rumliegen https://www.promobil.de/zubehoertest/wechselrichter/, den ich mangels 24V-System in meinem Truck nicht verwenden kann. Jemand interessiert? Neupreis 860 €, würde ich für 390 € abgeben. Noch nie gebraucht.

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bl550
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#35 Beitrag von bl550 » Mi 15 Mai 2019 17:57

Wir haben auch keinen WR und benötigen auch keinen. Alle Geräte, die Strom brauchen, werden mit 12V betrieben. Wenn wider Erwarten doch mal 230V gebraucht werden, stelle ich mich auf einen CP oder Stellplatz.
MB Sprinter 515 CDI mit Ormocar-GFK-Kabine

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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#36 Beitrag von sieschonwieder » Mi 15 Mai 2019 21:26

Ich hab einen billo Haushaltskühlschrank im Auto (mit 3 *Gefrierfach). Klar könnt ich ein 12V kompressor einbauen, der mehr kostet als der Kühlschrank und den Wechselrichter zusammen. Bzw. einen kleineren Camping Kompressor Kühlschrank der auch doppelt so teuer ist verwenden.

Da der Kühlschrank der einzige Verbraucher ist auf den ich nicht Verzichte. Ich 3 -4 Tage autark stehen ( 3 bei Klotze an. Kein Solar auf dem Dach)kann, mit meiner Batterieleistung. Bin ich gegen einen Verzicht.

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pseudopolis
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#37 Beitrag von pseudopolis » Do 16 Mai 2019 19:51

Ich betreibe zwar alles mit 12V aber es ist auch ein wechselrichter an bord, den ich für sachen wie flex, bohrmaschine oder fön brauche.
12v ist in der unsonnigen jahreszeit einfach effizenter, wenn man mehr mit dem strom haushalten muss, als im sommer, wenn die solaranlage heiss läuft.
Das problem mit dem dauerbetrieb von wechselrichtern sind ja weniger die wandelverluste, sondern der grundverbrauch. Meiner braucht zb 0,8A im leerlauf. Also auf 1 tag umgerechnet rund 20AH. Nicht gerade wenig. Das ist nur etwas weniger als ich, incl 12v kühlschrank, täglich an strom brauche (ca 25AH).

Ciao, Michi

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jan der böse
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#38 Beitrag von jan der böse » So 19 Mai 2019 10:03

die frage nach downsizing ist für mich durchaus auch interessant. allerdings wird das immer eine individuelle entscheidung sein. und wo man es für sich einsetzt. der eine braucht dusche und warmwasser, dem anderen reicht ein waschlappen. allein so kleinigkeiten, ob kaltes bier reicht, oder ob es eiswürfel in den drink braucht, ändert das ausbaukonzept. ich habe zb. eine trenntoilette. dadurch entfällt schon mal der fäkalientank. auch urin sammle ich nicht in einem tank sondern in einem eimer unterm wagen. ich bin also gezwungen es zeitnah zu entsorgen. spätestens vor der abfahrt. dafür brauche ich das zeug nicht durch die gegend zu fahren, das gleiche mache ich mit grauwasser. andere haben riesige tanks für ihre suppe, mit denen sie sich auf cp's an überfüllten entsorgungstationen anstellen müssen. auch meine trinkwasserkanister kann ich überall füllen. zur not an einem gebirgsbach. bei der elektrik und der heizung gehts mir darum, was ich brauch und was praktikabel und einfach ist. und nicht darum ob man etwas weglassen sollte oder nicht. mein großer vorteil ist, daß ich keine platzprobleme habe. ich muss also aus diesem grund nix einsparen. ich hab im moment einen holzofen, eine chinakracherdieselheizung, einen 230v radiator, und demnächst auch noch ne gastruma. warum? weil man den ofen manchmal auf cp oder in der stadt nicht nutzen kann, manchmal in der pampa das geräusch der dieselheitzung nerft, oder es keinen strom für den radiator gibt. also demnächst auch noch gas. wer hat der hat halt...genauso ist das mit strom. ich hab 230v, 24v, und 12v im aufbau. natürlich sauber getrennt;-) wozu?? weil mache verbraucher dann doch 12v oder 230v brauchen. bzw es einfacher ist. manchmal gibts auf cp's netzstrom, und man kann die batterien laden. wenn ich länger freistehe, finde ich 230v zu verfügung zu haben. wichtig.einen wechselrichter brauch ich allein schon wegen der e-bikes zum laden. auch mein laptop wird mit seinem 230v ladegerät betrieben. daß das auch anders geht ist mir klar, aber meist brauchts dann trotzdem einen WR, nur dann eben mit anderen werten. zum guten schluss habe ich noch einen kleinen hondagenerator. völlig chaotisch und nicht gerade mainstream das ganze, aber halt so wie ich das möchte.
viele optionen zu haben ist gut, wenns nicht zu kompliziert wird. man sollte sich einfach an der technik und am konzept von russischen flugzeugen, lkw's und weltraumstationen aus den 80-90 ern orientieren, dann liegt man richtig;-)
ein wechselrichter ist mir übrigens auch schon mal abgeraucht, das war ein billigkracher aus china...
ein plädoyer gegen WR ist mir persöhnlich in solchen zusammenhängen ein bischen an den haaren herbeigezogen.
netten gruß,
jan

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jan der böse
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#39 Beitrag von jan der böse » So 19 Mai 2019 11:20

war irgendwie doppelt
Zuletzt geändert von jan der böse am So 26 Mai 2019 21:58, insgesamt 1-mal geändert.

Christian G.
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Re: Plädoyer: Verzicht auf Wechselrichter

#40 Beitrag von Christian G. » So 26 Mai 2019 01:46

Gode_RE hat geschrieben:
So 12 Mai 2019 03:13
Myk hat geschrieben:
Sa 11 Mai 2019 20:12
Denn Wechselrichter sind für eine große Anzahl von Schäden bei PV-Anlagen verantwortlich.
Spannende Aussage. Hast Du ne Idee, wie diese Schadensfolge funktionieren soll? Und wenn Du von "großer Anzahl" sprichst, gibt´s da schon nachlesbare Erhebungen dazu? Ich höre davon heute nämlich zum ersten Mal, daher interessiert es mich, wie Du zu Deinen Erkenntnissen gekommen bist. Rein technisch.
Myk hat geschrieben:
Sa 11 Mai 2019 20:12
Ich möchte hiermit alle die zu einem Verzicht ermutigen, die noch in der Planung- oder Bauphase sind.
Warum? Was wäre daran gut?

Nette Grüße
Gode
Ich unterschreibe das genau so...

Jeder wie er mag und meine Frau mag nun einmal den Luxus... 😉🙈🤪🙃

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