Die ewige Baustelle...

Hier stellt jeder sein Wohnmobil vor. Mit Bild und allen Schikanen.
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Landstreicher
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Die ewige Baustelle...

#1 Beitrag von Landstreicher » Do 05 Jul 2018 14:26

Hallo zusammen!

Ich bin beim stöbern im Netz auf dieses zauberhafte Forum gestoßen- ich denke hier viel support für meine bevorstehenden Vorhaben finden zu können.
Zuerst möchte ich mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Adrian, ich bin Anfang dreißig und werde sehr, sehr oft vom Fernweh gepackt...
Unterwegs bin ich dann entweder mit Freundin und ihrem Sohn oder aber im MaxiPack zu fünft mit meinen eigenen zwei Kindern obendrauf.

Als Reisemobil dient uns bis jetzt ein ganz kleiner Wohnanhänger der Marke JOMI, Baujahr 1963, gezogen von einem Opel Combo Diesel, auch als Camper ausgebaut:
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Den Wohnwagen haben wir günstig und völlig mürbe erstanden, ich habe ihn dann zerlegt und nach meinen Vorstellungen ausgebaut, soweit dies möglich war: lange Geschichte...
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Ich bin Minimalist- verbaut ist nur das allernötigste. Kein Strom an Bord, Schränke gibts nicht, Wasser aus dem Kanister, Geschirr aus der Kunststoffkiste.
Als Schlechtwettervariante habe ich einen Gaskocher eingebaut, ihn dieses Jahr aber noch nicht einmal benutzt , da ich lieber draussen über dem Feuer koche.
Morgens ein Lagerfeuerkaffee und ein paar rauchige Rühreier bringen mich der Natur immer ein ganzes Stück näher. Der eingebaute Zeltofen lässt sich im handumdrehen ausbauen und dient auch vor dem Wohnwagen als Koch- und Wärmequelle.
Campen heisst für mich auf Luxus verzichten und so ein bisschen mehr das echte Leben zu spüren, am liebsten so weit wie möglich entfernt von den fesselnden Konventionen unseres Alltags.
Es soll ruhig umständlich sein da draussen, umso mehr schätzt man die Umgebung.
Also sieht man mich morgens mit dem Klappspaten in der einen, und der Klopapierrolle in der anderen Hand in den Wald spazieren..
Soviel zu meiner Person:-)

Warum ich nun eigentlich hier vorspreche:

Mein JOMI streckt so langsam alle Viere von sich..
Dicht war er nie so richtig, die Gummifedern sind ausgelutscht, die Bremsen sind fertig, das Zugmaul ist ausgeleiert usw..
Kurzum: was neues muss her.
Von den wahnsinnigen Aufbauten hier im Forum inspiriert, reifen die Pläne langsam in meinem Kopf.

Folgende Grundbedingungen für meinen Aufbau sollten erfüllt sein:

1. Es muss ein Anhänger werden. Die Vorteile liegen für mich klar auf der Hand.

2. Leicht muss er sein! Ich darf nur bis 750Kg fahren, diese sollte mein Aufbau allerdings auf jeden Fall unterschreiten, denn:

3. er muss mir überall hin folgen können! Mit dem Jomi hab ich den Soca-Pass in Slowenien hinter mir, obwohl der für Wohnwagen gesperrt ist. So etwas muss der neue auch können!

4. er muss Kälteresistent sein! Denn ich will mich vom Winter nicht einsperren lassen.


Ich möchte also einen gebremstes, ordentlich gefedertes, 2m breites Anhängerfahrgestell erwerben und hier drauf meine Kabine bauen. 3m lang, 2m breit und 2m hoch.
Fertig sein will ich zum Sommer nächsten Jahres...

Wie gesagt habe ich schon einiges gesehen hier im Forum und werde bestimmt das Ein-oder Andere abschauen können.
Was anscheinend wohl nicht mehr so häufig angewandt wird ist ein Mix aus Alublech aussen, Holzrahmen als Stützkonstruktion und Pappelsperrholz innen!?
Denn so war mein Plan- spricht da irgendetwas dagegen, was ich nicht weiß?

Das erste zu klärende Hinderniss sollte der TÜV sein...

Habt Ihr da Erfahrung? Die Kabine soll nämlich fest installiert werden.
Lieber ein altes Wohnwagenfahrgestell oder würde auch ein ganz normaler PKW-Anhänger reichen?

Danke und allzeit Gute Reise sagt

Adrian

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mrmomba
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Re: Die ewige Baustelle...

#2 Beitrag von mrmomba » Do 05 Jul 2018 15:30

Hey,

bevor ich ausführlich Antworte - hab gerade wenig zeit:
2. Leicht muss er sein! Ich darf nur bis 750Kg fahren, diese sollte mein Aufbau allerdings auf jeden Fall unterschreiten, denn:
Hat dein Combo ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5T???

Nein, hat er nicht, Also darfst du mehr - ich erkläre es dir mal Führerscheinrechtlich.
DU darfst (Gesetzlich Fixer Wert)ZulässigesZuggesamtgewicht - ZulässigesGesamtgewichtZugfahrzeug = ZulässigesGesamtGewichtAnhänger fahren...

So in Zahlen
3,5T(ZUG) - 1,8T(PKW) = 1,7T (MAX GEWICHT ANHÄNGER)
das heißt, von deinem Führerschein her, darfst du ein Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht 1,7T ziehen.
Jetzt schaust du noch nach, was dein Combo darf und du hast ein paar nette Werte. Alles mit der Führerscheinklasse B...


PS dein Einstand finde ich cool.

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holger4x4
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Re: Die ewige Baustelle...

#3 Beitrag von holger4x4 » Do 05 Jul 2018 19:19

Willkommen im Forum!

Na mit einem Fronatnrieb Combo sollte der Hänger schon nicht so schwer sein, vor allem wenn man mehr im Abseits unterwegs sein will.
Es gibt ja hier schon ein paar, die sich einen Hänger gebaut haben, da kommt bestimmt noch Input!
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine [url=http://www.loeskenweb.de/Womo/index.html]hier[/url], und die neuen Kabine [url=http://www.loeskenweb.de/Womo2/index.html]--> [b]hier[/b][/url]
[img]http://www.loeskenweb.de/Womo/a/all.jpg[/img]

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nunmachmal
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Re: Die ewige Baustelle...

#4 Beitrag von nunmachmal » Do 05 Jul 2018 19:54

holger4x4 hat geschrieben:Willkommen im Forum!

Na mit einem Fronatnrieb Combo sollte der Hänger schon nicht so schwer sein, vor allem wenn man mehr im Abseits unterwegs sein will.
Es gibt ja hier schon ein paar, die sich einen Hänger gebaut haben, da kommt bestimmt noch Input!
Ja, da grätsche ich voll rein.
Bild
Ist aber doch was anders.

Gruß Nunmachmal
Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

ThomasFF
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Willkommen Adrian....

#5 Beitrag von ThomasFF » Do 05 Jul 2018 20:48

Minimalistisch ist ok für Leute, die das erstens mögen und zweitens jung genug sind, um das auszuhalten.... :wink: :roll:

Die erste Frage, die ich mir stelle, wäre, ob Du den Jomi nicht wiederbeleben kannst.

Also ne neue Achse vom Schrott wäre ebensowenig ein Problem wie eine neue Zugdeichsel von der gleichen Quelle. Die Bremsen sind ohnehin bei einer neueren Achse mit dabei, denen frische Beläge verpassen und alles ist gut.

Dicht kann man alles bekommen, z.B. ne Folie draufkleben und ritzen mit einem Klebe-/Dichtmittel wie zB Würth Bond & Seal (klebt und dichtet) zuspritzen (Fenster, Luken o.ä.).

Ok, wenn Du weitere Probleme nicht beschrieben hast, Dir der alte zum Hals raushängt und Du dem Anfall von Neulust nicht mehr widerstehen kannst, dann sei es drum. Nur würde ich einen Plattformhänger wählen und das Häuschen als Ladung draufpraktizieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du hast keinen TÜV auf der Kabine, Du kannst beliebige Fenster wählen, nicht die teuren vom Campinghandel.. und vieles andere mehr.

Ich würde die Ständerbauweise auch wählen....unten keinen Boden rein, Iso in die Plattform bauen. Wenn Du sowas machen willst, dann nimm Kontakt auf, denn hier jetzt Einzelheiten auszubreiten, wäre zu aufwändig. wände mit Leisten 30x 20mm , wegen Winter 30 mm Styrodur rein, innen 4 mm Pappel, außen Alus aus dem Wowaschrott auf 2 oder 3mm Siebdruck.. stückeln....kleben und schrauben.... Dach außen mit 4 mm.....

Du verwendest, wenn möglich, die alten Fenster aus dem Jomi, auch die Tür? Sonst Wowaschrott....
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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John_mit_Ente
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Re: Die ewige Baustelle...

#6 Beitrag von John_mit_Ente » Fr 06 Jul 2018 00:39

Moin,
schau dir mal den QEK 325 oder den QEK Aero an. Die haben ein vernünftiges Fahrwerk, eine Stahlfachwerk als Basis des Aufbaues und ein geringes Gesamtgewicht. Da gibst du einmal irgendwas um 2.000,- € aus für das Grundgerät und hast eine sehr gute Basis für weitere Basteleien. Hier findest du alle Informationen: http://www.unser-qek-forum.de/ Wenn man sich für einige Euros viel Arbeit und Zeit sparen kann sollte man das tun und die Zeit mit anderen Menschen verbringen.
Herzliche Grüße
JmE

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Landstreicher
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Re: Die ewige Baustelle...

#7 Beitrag von Landstreicher » Fr 06 Jul 2018 07:19

Guten Morgen und vielen Dank für den netten Empfang und die ersten wichtigen Infos!

Das mit dem zul.Gesamtgewicht ist ne Wucht, Danke mrmomba!

ThomasFF: Am Jomi sind gleich mehrere Baustellen, denen gerecht zu werden ich mich nicht in der Lage sehe.
Zum ersten die Dichtigkeit. Was hab ich da schon hinter mir :cry:
Die Außenhaut ist Dunkel gestrichen- das heißt, das Blech dehnt sich bei Sonneneinstrahlung unheimlich aus und zerreißt mir jegliche Abdichtung.
Da durch einen früheren Wasserschaden die Formverleimte Front aus dem Leim gegangen ist, deckt das Eckprofil das seitliche Alublech nicht mehr ab und es entseht ein ein Spalt, der je nach Temperatur bis zu 5mm betragen kann.. Da kann man das Holz vom Rahmen durchsehen.. Hier hab ich viele verschiedene Arten von Klebern ausprobiert- alles gerissen. Zu guter letzt wähnte ich mich als Gewinner mit faserverstärkter, dauerelastischer Flüssigfolie:
IMG-20180407-WA0001.jpg
IMG-20180407-WA0001.jpg (18.91 KiB) 1006 mal betrachtet
Jetzt ist auch die wieder gerissen. Ich kriege ihn also ohne das Anfertigen einer neuen Front oder eines neuen Seitenbleches nicht dicht. Und umlackieren müsste ich ihn dann auch noch. Zusätzlich gibt es diese weichen, biegsamen Eckprofile nicht mehr. Und diese müssten auch Neu. Der neue Wohnwagen wird deswegen auf jeden Fall Eckig :D


Einen Auffahrunfall hatte der Jomi auch mal, der Vorbesitzer hat nun die Kabine ziemlich fest mit dem Fahrgestell verbunden. Das Fahrgestell zu wechseln wird nicht leicht. Und da ich an alle vier Ecken den Boden geflickt habe müsste auch erst eine neue Bodenplatte her.

Die Fenster müsste ich auch erneuern. Ich hatte die alte Dichtung rausgeschnitten und mit Sika eine neue eingeklebt. Da aber der Wohnwagen so verzogen ist, klaffen an den Fenstern Spalten, welche von den Dichtungen nur wenig abgedeckt werden. Der Fahrtwind drückt hier jedesmal den Regen rein, ich muss immer mal anhalten und die Küchenzeile trockenwischen..
Die Fenster kann ich also nicht mit in den neuen WW nehmen- außerdem ist das vordere Fenster beim Hagelsturm gebrochen und ich möchte gerne zweifach-verglaste Fenster im Neuen.

Kurzum- es rechnet sich wirklich nicht, den JOMI wiederzubeleben.

Ich dache an zwei zu öffnende Fenster vorne und hinten, Dachluke und an den Seiten und über dem Bett hätte ich gerne jeweils Plexiglasfenster selber gebaut, die nicht zum öffnen und nur für die Landschaft sind. Das wird doch kein Problem sein für den Tüv, oder etwa doch?


Für einen Neuaufbau spricht außerdem, dass ich Werkzeugtechnisch ziemlich gut ausgestattet bin. Abkantbank, Schlagschere, Tischkreissäge, Oberfräse, Schweißgerät, zwei geschickte Hände- alles da.
Und ich komme zum Einkaufspreis an Blechtafeln ran. Die gibts farbig und ich spare mir den Lack!
Als kleines Plus kann ich mir den Wohnwagen im Vorfeld virtuell erstellen und mir einen genauen Bauplan basteln. Fast wie bei IKEA..


Zum Quek- den habe ich natürlich auf dem Schirm. Und das auch schon zu Zeiten, wo den kein Mensch haben wollte und der Preis niedrig war.
Ich denke ja auch darüber nach, ein Wohnwagenfahrgestell als Basis zu benutzen- denn wenn dort wieder ein Wohnwagen draufsteht müsste der Tüvprüfer doch zufrieden sein!?

Ich mach mich jetzt erst mal schlau beim TÜV. Man Man Man.

Und wenn alle Stricke reißen, wird die Kabine absetztbar und als Ladung deklariert. Ist vielleicht wirklich gar kein so schlechter Gedanke..
Wie sieht es mit der Befestigung aus? Würden auch Fixpunkte gehen oder müssen es Zurrgurte sein?

Danke für Eure Geduld beim Lesen :lol:

Adrian

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mrmomba
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Re: Die ewige Baustelle...

#8 Beitrag von mrmomba » Fr 06 Jul 2018 08:40

So, jetzt erstmal ein herzliches Willkommen von mir!

Da bringt jemand Mal wieder frischen Wind in diese Hallen, vor allem durch das bewusste Entbehren jeglichen Luxus. Ok, um dein Jomi steht es wirklich schrecklich, Hut ab vor dir und vor allem vor deiner Liebsten! Das macht nicht Jede :-D ... und deinen Kindern.

1. Regel: Sandwiche usw. niemals dunkel Streichen. ( beim Kastenwagen ist das wurscht).

Jetzt aber zu dir, du willst eigentlich nicht viel, sondern das was du jetzt hast in Heile. Top. Handwerklich bist du begabt, und hast Werkzeug - warum ist es noch nicht fertig :D :) . Ok.
Ich würde auf 1000 - 1300KG und dann gebremst mit dem Fahrgestell gehen, damit du auch evtl Equipment mitnehmen kannst (Fahrräder, Kanu etc). Und nach Möglichkeit würde ich viel gewicht auf die Achse packen.

Ich will die Aussage vom Thomas noch mal etwas Nachdruck geben. Überleg eine Absetzkabine auf den Anhänger zu setzen. Du kannst dann z.B: einfache Kellerfenster verwenden. (die Kosten 50€) Statt Campingfenster (>300€).
nd an den Seiten und über dem Bett hätte ich gerne jeweils Plexiglasfenster selber gebaut
das darf auch nur mit zulässigen "Scheiben" an den Seiten stattfinden.
Jedoch würde ich nicht an einem Boden sparen.
Vielleicht wäre es ja auch genial, wenn du evtl ein Pop-up Zelt oben drauf setzt. Ich schätze den Jomi auf eine Innenhöhe von 170cm - so siehts für mich aus. Wenn du da oben noch ein PopUp-Zelt drauf setzt hast du auch Platz für deine Kiddies.
Die Befestigung der Kabine muss nur schnell zu entfernen sein. Entweder Spanngurte, oder einfache Schlossschrauben. Wenn du eine Gute Idee hast, würden selbst Sicherungssplinte reichen. Muss halt im Rahmen der Ladungssicherung passen. Du bist dann frei vom TÜV. Du könntest dir eine tickende Zeitbombe bauen und es wäre dem Tüv wurscht. Praktisch sollte aber sauber gearbeitet werden :-D
Um dir mal eine Idee zu geben: viewtopic.php?f=17&t=8002
die anderen Anhängerbauer haben sich leider nicht im Wiki eingetragen :-(

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Landstreicher
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Re: Die ewige Baustelle...

#9 Beitrag von Landstreicher » Fr 06 Jul 2018 09:11

Danke für deinen Beitrag!

Ihr habt mich schon überzeugt.
Es wird wohl eine Kabine als"Ladung" werden :wink:

Bei der Sicherung fällt mir bestimmt was ein- Hauptsache keine Spanngurte..
Mein Hemmnis bisher war der erhöhte Aufbau wegen der Räder, aber ich werde einfach die Radkästen aus der Kabine aussparen und somit direkt auf der Ladefläche aufliegen.

Ich plane also einen Schichtaufbau aus 1,5mm Alublech, an den Ecken mit Senkkopfschrauben am Holzrahmen verschraubt. Diese werden dann von angeklebten Alu Winkelprofilen abgedeckt. So wie ich gerade gelesen habe braucht der Kleber eh eine Mindestdicke- dafür könnten die tortz Senkung etwas überstehenden Schraubenköpfe sorgen. Der Holzrahmen wird aus 30mm Latten bestehen, die Hohlräume füllen dann 30mm xps-Platten. Und innen wirds wohl 4mm Multiplex werden. Pappelsperrholz ist mir zu weich. Da hält kaum eine Schraube. Das Blech dient lediglich als Verkleidung- der Holzrahmen und das verklebte Multiplex innen sorgen zusammen mit den "Möbeln" für Stabilität. So jedenfalls ist auch der Jomi aufgebaut und das scheint zu funktionieren. Hoffentlich ist das ganze dann auch stabil genug- denn es muss sich ja als Ladung komplett alleine tragen..

Nächste Woche bin ich im Urlaub, dann fang ich mal mit der virtuellen Konstruktion an.

Ein begehbares Dach wäre Nett, ich habe noch einen Dachkorb von Malco, den könnte ich da anbringen und das Boot draufschnallen.

NA mal schauen

ThomasFF
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Neubau...

#10 Beitrag von ThomasFF » Fr 06 Jul 2018 12:41

Danke für die Aufklärung vom Jomi, das ist, was ich befürchtet hatte....irgendwann sind solche alten Schätzgen halt "durch".

Tja... Fahrgestell... ich würde auch das nicht mehr in Betracht ziehen, sondern mit was neuerem anfangen... ein ziemlich neuer Wowa sollte nach nem Überschleg auf der Autobahn ein völlig zermatschtes Gehäuse haben, aber das Fahrgestell ist meist noch recht in Ordnung.... schau Dich mal nach sowas um und frag einen großen Wowahändler nach dem Schrotter, wo er seine Fahrzeuge entsorgt.

Du kannst natürlich auch zu einen Anhängerbauer (bitte keinen Camperbauer wählen, sondern nen einfachen gewerblichen, der ist preiswerter) gehen und Dir ein komplettes gebremstes Fahrgestell bauen lassen...ein einfacher Rechteck-Rahmen reicht und dürfte bezahlbar sein.

Ich würde den ohne Elektrik machen, da solltest Du selber einen abschraubbare Mimik (Lichtleiste) bauen, die Du am leeren Gestell ebenso befestigen kannst wie an der aufgesattelten Kabine.

Ok...der Neubau ist vielleicht was Geld, aber Du sparst jede Menge Zeit, die du für Die Restaurierung eines alten Fahrgestells einsetzen müsstest und hat eine sofort einsetzbare Basis mit TÜV vor der Tür stehen...also keine Auseinandersetzung mit den Behörden....Und du hast was solides, an dem Du lange Freude haben kannst und was auch sicher ist.

Was du als Ladung (Kabine mit Gepäck, ggf Bikes und Boot ) da drauf packen willst, musst du vorher ausrechenen, das zum Leergewicht der Plattform addieren und wenn Du dann noch 100 oder 200 kg Reserve draufpackst, hast Du das zul Ges.Gew., auf das der Hänger gebaut wird. Die Größe der plattform ist durch die Maße der Kabine vorgegeben.

Man könnte auch noch drüber nachdenken, die Felgen einen Zoll größer zu wählen und natürlich keine Niederquerschnittsreifen drauf zu machen, dann hast Du knapp 3 cm mehr Bodenfreiheit... auf Feldwegen üblerer Natur ein deutlicher Vorteil.

Der gedankliche Kabinenentwurf ist ok, damit kann man was anfangen.
Zuletzt geändert von ThomasFF am Fr 06 Jul 2018 14:09, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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Radkästen und sichere Ladungsbefestigung

#11 Beitrag von ThomasFF » Fr 06 Jul 2018 13:16

Die Angst vor Radkästen ist unbegründet, denn wenn man auf die verzichtet, hat man entweder ein Hochgestell auf kleinen Tandems oder man macht die Kabine schmäler als nötig und hat den einzigen Luxus einer Minimalistenhütte nicht, nämlich ausreichend Platz. Bei Tandem mit Minirädern hast du das Problem, dass Du den Wagen mit der Hand kaum gedreht bekommst und der Ablauf der kleinen Räder ist auf schlechtem Untergrund nicht so gut wie bei großen Reifen, auch federn sie härter und die 2 Achsen sind vor allem spürbar teurer.

Also lass die Räder seitwärts an der Plattform laufen. Da machst du einen Kasten aus 12 oder 16 mm Siebdruck für drüber in die Kabine. Über dem Reifen ein bringst du einen Streifen Blech vom Schrott an...der schützt den Siebdruck vor Spritzwasser und Splitt. In der Kabine Isolierst du mit 20 mm XPS und wie Du die innerhalb der Möbel versteckst und verkleidest, siehst du am Grundriss und während des Baus.

Ob und was du auf den Hänger als Plattform baust, hängt davon ab, ob und wie Du den Hänger ohne Kabine nutzen willst. Da kannst Du eine Siebdruckplatte drauf anbringen oder ne Riffelblech-Abdeckung, Du kannst aber auch den nackten Rahmen lassen, wenn nur die Kabine drauf soll.

Auf einem nackten Rahmen muss der Boden der Kabine tragfähig sein, also mit Querleisten in der Isolierung zwischen Siebdruck 9 mm als Unterboden und 6 mm Multiplex als Innenboden. Wie stark die werden, hängt von der Bodenisolierung ab, also 30 oder 40 mm.

Jetzt zur "Ladungssicherung". Da kommt es drauf an, dass die Kabine sich weder nach vorn, hinten oder seitwärts verschieben kann.
Ich würde bei Bau durch den Profi an den Ecken 6 mm starke Blechpatten an den Ecken des Rechteckrahmens anschweißen lassen und zwar so, dass sie 5 oder 6 cm nach oben über das Metallprofil hinaus ragen. Wenn man dann die Kabine dazwischen setzt, ist die waagerecht fixiert. Damit sie da bleibt, darf sie nich nach oben wegspringen können, wenn das Fahrwerk sich auf der Straße bewegt.

An der Ecknaht der angeschweißten Grobbleche läßt man einen Überstand von 3 oder 4 cm nach vorn bzw hinten überstehen und machst eine Bohrung da rein.
An den Kabinenecken bringst Du kurze Eckleistenstücke aus 4 mm VA an, die wie das untere Teil am Rahmen mit Überstand nach vorne/hinten ausgestattet sind, auch mit Bohrung.
Wenn die Kabine auf dem Hänger sitzt, verbindest Du die beiden übereinander liegenden "Augen" mit einem VA - Wantenspanner aus dem Segelsport, der sich leicht einhaken und dann spannen und fixieren läst. Damit hast Du eine gut aussehende Ladungssicherung, die einfach mit Bordwerkzeug angebracht und entfernt werden kann. Die Ecken der Überstände rundet man mit der Flex ab.

Bevor Du den Auftrag an den Wagenbauer gibst, solltest Du Dir solche Wantenspanner mal anschauen (Ne Idee, wie die aussehen, kriegst Du im Netz). Die Form der "Auges" an den Ecken wird vom Befestigungsterminal des Wantenspanners vorgegeben, also solltest Du zumindest einen schon vorher kaufen, damit man beim Bau anpassen kann. Der Vorteil bei dem Teil ist, dass der auf einer Seite Linksgewinde hat, so dass sich die Endstücke automatisch zusammenziehen, wenn man in die richtige Richtung dreht...andersrum ist natürlich lösen. Und auch, wenn man meint, sie seien zierlich gebaut, braucht man sich keine Sorgen machen, auch solche von 8 mm Gewindedurchmesser müssen auf dem Boot mehrere Tonnen aushalten.
Beim Drahtzaunbau gibts sowas auch, allerdings grober und nicht so belastbar... und natürlich nicht so "edel" wie VA...hihi
Man kann ihn übrigens mit einem Stift fixieren, do dass er sich nicht selbsttätig lösen kann.

PS: Wenn die "Augen" an der Kabine solide genug sind, könnte man dort auch die Hebevorrichtung zum Absetzen der Kabine angreifen lassen.
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

ThomasFF
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Dachlast

#12 Beitrag von ThomasFF » Fr 06 Jul 2018 14:17

Wenn Du oben ein Boot aufs Dach laden willst und nicht die Kabine extra solide und damit schwer, damit sie das aushält, gebaut werden soll, musst Du 4 Pfosten (30 x 30 mm Esche genau senkrecht reichen) in und an den Möbeln verstecken, die vom Boden (auf einem Querholm stehend) und bis zur Decke reichen, wo sie auch mit einem Querholm verbunden werden sollten. Auf diese 4 Eckpunkte oben auf dem Dach ein Aluprofil setzen, auf dem das Boot auf seine Stützen geschoben werden kann (auf dem Kopf natürlich, sonst läufts voll Wasser und 300 l oben sind nicht so praktisch...hihi).
Gruß vom Thomas
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Multivan
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Re: Die ewige Baustelle...

#13 Beitrag von Multivan » Fr 06 Jul 2018 21:59

Hallo Adrian,
schöne Geschichte!
Nachdem was du mit deinem WoWa schon alles durch hast, bin ich sicher das du was richtig gutes auf die Beine stellen wirst.

Ich habe ein ganz ähnliches Projekt - jetzt von über einem Jahr - angefangen, komme aber zeitlich momentan leider
nicht so recht weiter. :oops:

Ich habe ein Zwillingsachser-Pferdetrailerfahrwerk mit Breite an den Kotflügeln von 2150 mm in der Mache, und wollte ursprünglich die Kabine komplett da oben draufsetzen.
Nachdem ich aber nun schon zig mal hin und her gemessen habe, und mein freundlicher TÜV-Ing. , der sonst sehr großzügig ist
nun auf Begrenzungsleuchten AUF den Kotflügeln (höchster UND breitester Punkt) besteht, habe ich nun beschlossen die Absetzkabine
zwischen die Räder zu stellen. :cry: Andernfalls wird die ganze Fuhre einfach zu hoch.
Nun sind die geplanten Dimensionen der Kabine 3600 x 1700 x 2100 mm L x B x H.

Da ich aber wie gesagt noch nicht mal den Hänger so weit fertig habe um in TÜV- und somit Straßenfertig zu kriegen,
brauche ich mit der Kabine noch nicht mal ansatzweise beginnen. :evil:
Da ich ähnliche "Beziehungen" habe wie du, war Alublech auch meine erste Wahl. Nach eingehender Recherche hier im Forum,
wird's aber wahrsch. auch Siebdruck-Hartschaum-Irgendwas werden..?!? :D

Ich freu mich auf deine Berichte!

Gruß

Holger

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paul stettiner
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Re: Die ewige Baustelle...

#14 Beitrag von paul stettiner » So 08 Jul 2018 19:31

Also wenns ein Hochlader werden sollte, würde ich nicht unter 13 „ Bereifung gehen. Wir haben in der Firma einen Brian James mit 10 Zöllern, da ist der Kollege ständig am Reifenwechseln, andauernd fliegt ihm einer um die Ohren.
Viel Spaß und Erfolg!

ThomasFF
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Hallo Holger....

#15 Beitrag von ThomasFF » Mo 09 Jul 2018 00:21

1,70 breit ist eher eine Nullnummer. Quer schlafen geht nur für Pygmäen und bei längs wirds ne elende Kriecherei, wennDu zB an die Hochschränke über dem 1,60er Doppelbett dran musst...Also glaub mir bitte, unter den geplanten 2,30 m oder so ist es nicht wirklich bequem und geräumig dadrin und vernünftig Platz haste nirgendwo. Wenn Du eine Dinette baust und daneben eine Küchenzeile, dann weiß Dein Weib nicht, wo sie ihren Hintern lassen soll, wenn sie sich durch den Gang dazwischen wurschteln muss. Um die wichtigen Sachen in 1,60er Innenbreite unterzubringen, muss die Kabine mindestens 6 m lang sein, sonst bekommst Du weder Klo/Naszelle noch nen Kleiderschrank unter und die Gänge nehmen dann 40% des Platzes ein. Also vergiss diese Idee und bau gefälligst Radkästen in die Seitenwände der Kabine, so dass die Räder außen bündig abschließen. Die Kästen über den vorhandenen Kotflügeln versteckste in Bett oder Sitzbankkästen und gut ist´s......ok?
Gruß vom Thomas
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