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Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Sa 14 Mär 2020 06:50
von Anton
holger4x4 hat geschrieben:
Fr 13 Mär 2020 17:55
Ich denke bei der Isolationsdicke bringt ein Tropendach nix. Das ist was anderes bei einem Landy mit Blechdach, wo das nackte Blech dann nach innen die ganze Energie abstrahlt und diese Aufheizung wird durch das Tropendach verhindert.
Hallo

beim Landy waren unter dem Tropendach ja auch noch Lüftungsklappen die sich nach vorn aufstellen ließen, das sorgte für einen angenehmen Luftzug im Auto.


Wenn das Dach schon neu aufgebaut wird, könnte es mit etwas Gefalle in alle Richtungen oder als leichtes Tonnendach gebaut werden. 3 bis 4 cm reichen. Da bleibt dann auch kein Wasser drauf stehen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht.

VG

Anton

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Sa 14 Mär 2020 09:19
von campo
Hallo Ralf
Gut wieder was zu lesen. Es freut sehr! :D
Genau solche Erfahrungen brauchen wir...

Hast du nicht über eine Dachreparatur mit Epoxy lack nachgedacht?
Ein Tropen Dach bringt meiner Meinung zu wenig im Vergleich mit Styrodur Isolation.

Was ist deine Erfahrung mit die Klebe Solar Paneelen ? Haben die Leistung gehalten, gibt es sichtbare Schaden. Wenn nicht warum wurdest du die dann auf V2A blech mit unterschiedlicher Ausdehnung anbringen.

Hier ein Link zu Freund Mickel Moen seine NL Website worin er berichtet über sein bereits 3 x defekte Klebepanelen.
Er hat versucht um die durch Kleben auf Plexiglas
https://www.google.be/search?q=GUTTA+Du ... AXoECAsQAw
besser gegen hohe Temperatur und Ausdehnung zu schützen. Auch das hat nicht gehalten. Jetzt hat er ein anderen Paneelen Hersteller ausgewählt.
https://mickelmoen.blogspot.com/2012/12 ... aneel.html



Wegen Wasser auf Dach stehen bleiben hat Bliss Mobil, zur Regen Wasser Rekuperation in die 4 Ecken ein Loch mit Schlauch liegen Richtung Wassertank.
https://www.blissmobil.com/en/products/ ... -vehicle-1
https://www.blissmobil.com/au/products/ ... red-roof-4

Grtz Campo

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Sa 14 Mär 2020 14:12
von Picco
Hoi Ralf

Wenn schon die Paneele auf etwas draufkleben was dann auf Dach montiert wird dann würde ich z.B. Rohre oder U-Profile aus Alu Eloxiert nehmen, die längs aufs Dach montiert werden. z.B. 100x30x2mm.
Die sind recht stabil, wiegen nicht so viel und Du kannst sie von vorne nach hinten durchputzen und bei etwas Wind hast Du auch eine Kühlung der Paneele.
Das Dach wäre auch nicht mehr der Sonne ausgesetzt, wobei das in Bezug auf Wärmeeinbringung meiner Meinung nach eh überbewertet wird.
Das könnte man auch demontierbar machen damit man drunter putzen kann.
Ist sicher stabiler und leichter als ein VA-Blech 2mm, aber wohl auch etwas teurer.

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Sa 14 Mär 2020 18:52
von urologe
campo hat geschrieben:
Sa 14 Mär 2020 09:19
Was ist deine Erfahrung mit die Klebe Solar Paneelen ? Haben die Leistung gehalten, gibt es sichtbare Schaden.
Die Module von Global Solar sind jetzt 8 Jahre alt und haben sich im Einsatz bestens bewährt .
Nach Entfernung vom Dach haben die einzelnen Bahnen noch 90 bis 95% der angegebenen Leerlauf-Spannung erreicht . Mehr kann ich nicht messen .

Hauptvorteil ist die deutliche Gewichtsersparnis am ungünstigsten Schwerpunkt . Außerdem begehbar .
Nachteil ist die niedrige Effizienz , soweit ich mich erinnere bei diesen Modulen 11% . Deutlich ! teurer als Haushaltsmodule .

Problem war die Verklebung der Module . Weder Sika oder MS-Polymer noch PUR-Kleber haben zuverlässig auf der ETFE (??) -Rückseite gehalten , sodaß schließlich nur die mechanische Befestigung ringsum , die Module sicher verankert hatte , das war mir aber dann bei zügiger Autobahnfahrt etwas dürftig. Ich habe jetzt Butyl-Klebebänder ausprobiert , die scheinen wirkungsvoll zu kleben und die Module sollten nach 8 Jahren ausgedünstet sein . Zur Sicherheit verschraube ich die überlappenden Nahtstellen der einzelnen Bahnen mit einlaminierten Verstärkungsstreifen in der neuen Dachschicht .

Entwässerungsrohre an den 4 Dachecken wäre eine einfache Sache gewesen :D

Fazit : die flexiblen Solarmodule würde ich definitiv wieder nehmen .
Den seinerzeit von der Firma empfohlenen Taiwan-MPPT- Regler keinesfalls mehr , der hatte sich nach einem Jahr verabschiedet ,
aber zu der Zeit gab es noch keinen passenden Regler von Victron Energy .

Was hatte ich geplant und leider nicht vollendet ? Als fliegende Leitung liegen immer noch 2 Leitungen im Verborgenen vom Solar-Regler zur Türe... Hier war eine 24V- Steckdose außen geplant , um die beiden 100W- Flexmodule bei Bedarf außen anstecken zu können , falls man lieber im Schatten stehen möchte und die Module weiter außen in die Sonne legen wollte . Die zwei Module sind noch Original-verpackt im Keller , schade .
Das Provisorium lebt am längsten ! Ich würde heute erst losfahren , wenn a l l e s fertig montiert ist ! der kleine Rest bleibt nämlich immer unerledigt .

Batteriekapazität : 2 x 225 Ah Fahrzeug plus 4 x 225 Ah Kabine primitive Omnibus-Nassbatterien

seit 2004 bis jetzt 3 sets á ca 180 EUR/Batterie , wobei der letzte Kauf im Oktober 2018 war , also bis 2024 halten sollte .

Für mich (!) die einzig richtige Entscheidung , da ich ein absoluter Batterie-Muffel bin und jedesmal von Aigner bei einem KAT-Ölwechsel , alle 2 Jahre gerügt wurde , daß alle Batts wieder trocken waren... deshalb wären für mich moderne Batterien unpassend , da längst tot .
Die Kapazität eindeutig zu niedrig . Für unsere Bedürfnisse wären vermutlich 800 oder gar 1000 Ah/24V also zwei zusätzliche Batterien sinnvoll .
Im Sommer liefern die Solarzellen Strom im Überfluss , den wir gerne in einen größeren Warmwasserboiler leiten würden - 24l sind für 2 Personen perfekt , aber zum Energie speichern viel zu gering .
Im Winter und den Übergangszeiten kommen wir bei unserem freien Standverhalten nicht ohne Generator aus .
Der 3,5 Kw- "Flüstergenerator" von Dometic nervt gewaltig !
Auch hier ein kleiner Pfusch am Bau - ich habe immer noch keine Silent-Blöcke in die Aufhängung des Generators außen verbaut , sodaß die Vibrationen voll auf das Fahrgestell übertragen werden und als Resonanzboden wirken . Wenn ich im Wald stehe , grasen die Rehe und innen verflucht mich Pollini, weil er immer lauter anschlagen muß , um den Generatorpegel zu übertönen :( Das führt dazu , daß man ihn nur im absoluten Notfall einschaltet , bei mir die ominösen 80% der Batteriekapazität , allerdings 80% entnommen :shock: . Die Batterien packen m.E. deutlich mehr als allgemein behauptet . Letzten Herbst bin ich leider op-bedingt 3 Monate ausgefallen - die Batterien tief entladen ( bei 8,3 Volt ist der Batterie-Computer ausgestiegen ) , jetzt haben sie weitestgehend wieder ihre Kapazität .
Im 15 to - Bereich für mich ein absolutes must have . Wer will den anschieben ? Ich habe ihn zunehmend benutzt , um die tief entladenen Batterien unterwegs mit Lichtmaschine und Generator gemeinsam schnellstmöglich wieder aufzuladen , mit gesamt 120 Amps geht das ganz schön schnell !
Die automatische Generatorfunktion des Victron Wechselrichters habe ich bewußt abgeschaltet - ich will nicht nachts um drei durch den automatischen Generatorstart geweckt werden , nur weil die Batterien zu X % entladen sind - die müssen bis zum Frühstück warten !
Ich sehe zu der Batterie-Entscheidung , aber nur weil wir eine gewisse Gas-Phobie haben - ansonsten ist Gas nur fürs Kochen ideal .
Heizen ist ein eigenes Kapitel , da muß noch mal in mich gehen , Fehlentscheidungen gehen tiefer :oops:

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: So 15 Mär 2020 14:28
von urologe
holger4x4 hat geschrieben:
Fr 13 Mär 2020 17:55
Ich denke bei der Isolationsdicke bringt ein Tropendach nix. Das ist was anderes bei einem Landy mit Blechdach, wo das nackte Blech dann nach innen die ganze Energie abstrahlt und diese Aufheizung wird durch das Tropendach verhindert.
ich seh ja schon was sich unter meinem Solarpanel für Dreck sammelt. Das kriegst du bei deiner Dachgröße ja nie mehr drunter raus. Und Holzklötze sind da auch nicht die beste Idee.
Servus Holger ,
merci für Deinen Beitrag - der hat mich jetzt endgültig überzeugt , kein Solardach zu bauen .
(die Tropenholzklötze waren zur Thermoisolierung gedacht . Ich weiß wie heiß die Module im Juli/August werden und würde diese Temperaturen nicht gerne über zB Alu-Vierkantrohr in das Dachsandwich einleiten . )
Hat sich erledigt , es gibt 20mm zusätzliche Styrodur-Isolierung und das "Dach-Schwimmbad" ist ab Montag geschlossen .

Thema Heizung :
Webasto 5 Kw sind ausreichend für die Größe der Kabine . Fußboden/Wandheizung ist im Winter ein Traum , möchte ich nicht missen -
aber als alleinige Heizung zu träge , es führt dazu , daß man sich überlegt , bei minus 15 Grad Außentemperaturen die Türe frühzeitig zu schließen , um nicht komplett auszukühlen und dann nur langsam wieder aufheizen zu können .
In den vielen zig Tausend Reisekilometern sind wir nur einmal sehr langsam unter einer 3,65 m beschrifteten Brücke mit unseren 3,65m gefahren - da wären auch noch 3cm mehr für eine vernünftig isolierte Fußbodenheizungsnoppenplatte zur Verlegung der lfd. 80 m Heizungsrohr verblieben , anstatt der aberwitzigen Freihand-Fräsung in die Holzpritsche mit teilweiser Aufheizung der Umgebung statt Kabine . Ergo Gesamthöhe 3,70 m wäre heute mein Maximum . Danach wird es kritisch ,wenn man nicht gerade nur Bundesstraßen oder in Frankreich Routes Nationales fährt . Alleine die Fahrt oder eben Nichtfahrt durch das Gesäuse oder Gorge du Verdon würde ich als komplette Fehlplanung mit einer höheren Kabine ansehen . Es sind nicht die beschrifteten Brücken sondern die bedrohlich wirkenden Felsüberhänge , die über viele verpasste Erlebnisse entscheiden .

Ich würde heute , auch aus Redundanzgründen eine Kombination von Fußboden-Wasserheizung mit schnellaufheizender Warmluftheizung (3,5 Kw ? ) kombinieren und mit Campo v o r dem Bau besprechen :D .
Völlig unerwartet nutzen wir in der Übergangszeit häufig die Wärmepumpen-Heizfunktion der Klimaanlage . Speziell im Herbst ist die Entfeuchtungsfunktion und Zusatzheizung angenehm und deutlich leiser als der sehr laute Wärmetauscher im Wasserheizkreis.

Je weiter outdoor umso empfindlicher wird man mit Lärmquellen . Ich bin oft weit draußen alleine gestanden und habe nur dem Schauspiel der Natur zugehört oder abends klassischer Musik - da geht ein Generator garnicht , selbst wenn die Batterie mit 22V leise servus sagt , oder eben die lauten Wärmetauscher ...

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Mi 25 Mär 2020 21:06
von mrmomba
urologe hat geschrieben:
Sa 14 Mär 2020 18:52

Ich sehe zu der Batterie-Entscheidung , aber nur weil wir eine gewisse Gas-Phobie haben - ansonsten ist Gas nur fürs Kochen ideal .
Heizen ist ein eigenes Kapitel , da muß noch mal in mich gehen , Fehlentscheidungen gehen tiefer :oops:
Ich bin gespannt, wie es mit dem Thema weiter geht.
Auch Canoes (ich meine er war es) Resümee-Beitrag habe ich verschlungen, wenn auch wenig geschrieben.
Führst du es noch weiter? Gerade die Entscheidung lässt mir fragen aufkomemn

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Do 26 Mär 2020 16:25
von urologe
Ja , ich schreibe noch weiter -
ich muß nur zwischendurch Nachdenken , was interessant sein könnte und wie ich "Fehler" beschreibe , die ich unbedingt wieder machen würde , weil sie m.E. besser sind , als die professionelle Art , ohne das zum Nachahmen empfehlen zu wollen. :roll:

zB Rohkabine ,
es war sehr aufwändig , die vielen Styrodurplatten auf fast 6m mit dem Laser am "Fachwerkgerüst" auszurichten und ggfalls nachzuarbeiten , um eine plane Fläche für die GFK-Beplankung außen und innen zu erreichen , von dem mangelhaften Anpressdruck zur Verklebung ganz zu schweigen . Es hat gut geklappt , würde ich heute nicht mehr machen sondern Ackermann oÄ Platten fertig zugeschnitten kaufen oder selbst mit Vacuum verpressen . Das erschien mir damals als für mich zu kompliziert , ist aber in einer Halle leicht selbst machbar .

Von innen nach außen bauen !
definitiv richtig , wenn man die Innenwände zur Versteifung der Kabine nutzen will , was nicht professionell ist , da üblicherweise die Wände , Dach und Innenwände mit dicken Sika-Raupen flexibel verklebt werden .
Stattdessen sind meine Innenwände tief in Dach und Außenwände eingelassen und satt an allen Ecken und Kanten überlaminiert. Zusätzlich sind die Dachkanten außen dick überlaminiert unabhängig von den aufgesetzten Winkeln.
Daher können alle Möbel sicher an Decke und Wand fixiert werden , da sich das Dach bei Erwärmung (scheinbar !) nicht bewegen kann . Durch diese Verzapfung der Wände und feste Verklebung untereinander hat die Kabine eine extreme Festigkeit und würde einen Überschlag wohl überstehen .
Die Dichtigkeit nach innen - trotz konstruktivem Fehler (permanentes Dachschwimmbad) - resultiert m.E.
1. aus der festen Laminierung der inneren Dach-GFK-Lage mit der Außenwand . Selbst wenn , wie leider durch den Lackierer die äußere GFK-Dachschicht verletzt wird und Teile des Styrodurkerns feucht werden , bleibt die Kabine trocken .

2. die Wand-Sandwiche nach unten teilweise offen bleiben und evtl. eingedrungene Feuchtigkeit sicher der Schwerkraft folgend austrocknen .

Die 2 mal 45 Grad-Winkel an der Dachkante , um die Form des Führerhauses aufzunehmen , würde ich auf keinen Fall mehr machen - viel Aufwand für was ? (mir hatte es aber gefallen :oops: ).
Das gleiche gilt narürlich auch für den in meinen Augen unsinnigen Knick der Seitenwand bei Actionmobil und Consorten - eine unnötige aber in die Stabilität eingreifende Schönheitsidee . Für einen evtl. Tunnel mehr machbar im gesamten Fahrzeugleben möchte ich nicht dauernd schräge Dachschränke mit vermindertem Volumen haben...
Sobald ich wieder mal am Fahrzeug bin schreibe ich etwas mehr über Rückfahrkamera bzw 360-Grad-Kamera und Elektrik .
bleibts gesund
LG
Ralf

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Fr 03 Apr 2020 22:25
von campo
Danke Ralf !
Mach weiter, es ist hochst interessant.
Gruesse und gute Gesundheit gewunscht.
Campo

Re: Expeditionsmobil - 1-Mann-Kabinen-Selbstbau

Verfasst: Sa 11 Apr 2020 16:20
von urologe
Nächste Woche wird das Dach endgültig saniert , sprich geschlossen . Den Solarmodulen würde Kühlung von unten gut tun .
Ich überlege , ob ich evtl. die 5mm Dünnschicht Fußbodenheizung unter die Module Klebe und damit Warmwasser im Sommer bereite und gleichzeitig die Module kühle . Das würde im Winter gut tun , im Sommer aber zusätzlich den gesamten 500l Frischwasservorrat aufwärmen , da die 24l Warmwasserboiler in wenigen Minuten auf Heißwasser aufgewärmt wären . Will man warmes Frischwasser aus dem Kaltwasserhahn und hilft es . nachts die Kabine damit herunter zu kühlen ? Ich fürchte , nach drei Tagen ist alles warm :D
Wenn die Dometic Klima nicht so laut rumpeln würde , wäre es ja kein Problem - aber die Nachbarn , wenn man auf den Campingplatz muß zwecks langen Haaren..