Seilwinden

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Stoppie
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Seilwinden

#1 Beitrag von Stoppie » Sa 12 Aug 2017 18:24

Hallo Wohnmobilisten,

hat wer von Euch eine Seilwinde an seinem Fahrzeug? Wenn ja, welche habt Ihr verbaut?
Ich grübel gerade darüber, ob ein Stahlseil oder ein Kunststoffseil die bessere Alternative ist, komme aber zu keinem Ergebnis.
Das Gewicht der Seilwinde spielt keine Rolle.

Gruß, Stoppie
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Sequoya
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Re: Seilwinden

#2 Beitrag von Sequoya » Sa 12 Aug 2017 18:56

Hallo,

ich rate dir zum Kevlarseil.
Es ist wesentlich leichter. Zieh mal ein Stahlseil 40m über den Boden. Es ist bleischwer und bedarf schon einiger Kraft. Dann hast du noch ein Problem beim aufwickeln. Und zwar dadurch, das ein Stahlseil sehr steif ist. Liegen die Lagen nicht ordentlich übereinander, rutscht ein Stahlseil gerne mal zwischen zwei Lagen. Die wieder zu befreien ist kein Spaß.
Dann ist ein Kevlarseil auch noch sicherer. Ein Stahlseil, welches unter Spannung reißt, kann einem schwerste Verletzungen zufügen. Auch Kevlarseile schnellen unter Spannung weg, aber bei weitem nicht so brachial.
Last, but not least:
Du kannst dich weniger verletzen. Ist ein Stahlseil beschädigt, reißt du dir ruckzuck die Finger auf. Das passiert natürlich bei einem Stahlseil nicht.
Ach ja und spleißen kann JEDER! Selbst wenn es mal gerissen ist,...einfach zusammenspleißen und gut ist.

Steff66
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Re: Seilwinden

#3 Beitrag von Steff66 » So 13 Aug 2017 06:55

Moin,
Wenn es eine normale Trommelwinde ist und Kunststoff in der passenden Größe verfügbar ist, hat Kunststoff eine Menge Vorteile, hauptsächlich in der Handhabung. Ist viel ungefährlicher, speichert kaum Energie.
Die Faser heißt Dyneema, geniales Zeug.
Aufpassen muß man bei der Seilführung, scharfe Kanten zerstören das Seil.
Grüße Stephan

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mrmomba
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Re: Seilwinden

#4 Beitrag von mrmomba » So 13 Aug 2017 13:01

Bei einer elektrischen Winde bin ich auch der Meinung, das ein Bindfaden reicht...
Spaß beiseite, beim richtigen Umgang mit einer Winde gibt es eigentlich kaum gefahren:
1. Man nutzt zur Verrichtung der Arbeit immer ein 2. Seil mit Schenkel. Niemals wird das Windenseile benutzt
2. Umliegenden Personen halten das 1,5 fache der Seillänge Abstand
3. Das Seilwindenseil wird beim einrollen auf Spannung gehalten, in dem es durch die Hand gezogen wird
4. Wenn möglich arbeitet man stets mit Handschuhen,da kann nie weiß was auf dem Boden lag, Feuerstein, Scherben

Und nun zurück zum Spaß: ich kenne nur die Stahlseile, vermutlich sind die aktuellen hightechfasern um einiges leichter und ebenfalls robuster.
Stahl ist jedes Mal ein Kraftakt. Wirklich jedes Mal. Da muss ich sequyoa zustimmen. Ich muss gestehen ich weiß auch nicht viel über elektrische Winden, bei der Feuerwehr haben wir eine über nebenantrieb gesteuerte Winde für 5t. Die liegt im Rahmen, und kann vorne und bei Bedarf hinten benutzt werden
Ich denke, das da heftigste Ströme bei elektrisch fließen. Bei 2000w 12V etwas weniger als 200A - und dann bis die Last kommt - noch weit höher
Für den Fall, dass du noch nichts hast: schau dir Mal ein greif-Hebezug an. Die sind funktionaler... Natürlich auch schwer. Aber je nach Modell sind da 3,0 Tonnen auch kein Problem.... Greif ist einer der Hersteller...

Stoppie
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Re: Seilwinden

#5 Beitrag von Stoppie » So 13 Aug 2017 14:28

mrmomba hat geschrieben:....
1. Man nutzt zur Verrichtung der Arbeit immer ein 2. Seil mit Schenkel. Niemals wird das Windenseile benutzt
2. Umliegenden Personen halten das 1,5 fache der Seillänge Abstand ...
Hallo mrmomba,
ich habe da jetzt ein Verständnisproblem. "2. Seil mit Schenkel ??" und "Niemals wird das Windenseil benutzt" ?? Wie ist das genau gemeint?

"Personen halten das 1,5 fache der Seillänge (auf ?) Abstand" - Abstand zu was??

Fragende Grüße von Stoppie
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mrmomba
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Re: Seilwinden

#6 Beitrag von mrmomba » So 13 Aug 2017 15:21

Hallo,

1. Verdammt Schekel nicht Schenkel, mein Handy hat es korrigiert. Also. Ich meine das wie folgt:
Wenn du dich aus dem Schlamm(massel) ziehen musst, dann wickelst du um den Baum z.B. ein zweites Stahlseil welches Ösen hat. Danach verbindest du die Ösen von dem Seil mit der Öse von dem Windenseil. Also dein Seil auf der Winde wird niemals für die Arbeit verwendet. Das machen viele leider falsch. Die wickeln das Seil direkt um Bäume usw. Es schont das Seil, u.a. ist das auch eine Kostenfrage. Die Seile die wir für die Arbeit nutzen - also zum umwickeln - sind schon ordentlich lädiert, da stehen auch einzelne drahtspitzen raus, während das andere auf der Winde noch immer aussieht wie neu.

2. Abstand von umstehenden Personen zum Seil in alle Richtungen: Ausnahme - der arme, der es bedient. Sofern keine Fernbedienung, steht er im gefahren Bereich. Sprich bei 20m Seil muss jeder 30m Abstand halten - wenn aktiv gezogen wird.
Wenn gesichtet werden muss, ob noch alles passt, wird die Spannung von Seil zwar gehalten, aber es wird nicht gezogen. Das Ziehen wird unterbrochen und ein paar Sekunden gewartet, dann nähert man sich dem Seil.

Hast du schon eine Winde?

Edith:
Ist jetzt keine Winde, aber die Vorbereitung ist gut gemacht. Da siehst du das, was ich in Punkt sind meine. Das ist auch ein mehrzweckzug
https://m.youtube.com/watch?v=-4GrPv2-hDo
Zuletzt geändert von mrmomba am So 13 Aug 2017 15:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Seilwinden

#7 Beitrag von wiru » So 13 Aug 2017 15:26

Ich hab das so verstanden: du hast ein (loses) Arbeitsseil, dass du z.b. Um den Baum wickelst...Mit dem windenseil ziehst du das arbeitsseil (ggf über umlenkrollen) zur winde...bzw das Fahrzeug (mit winde) zum Baum...Und ja, auch kleine quad winden haben teilweise über 200A bei 12V...Das bringt die Lichtmaschine nicht, da zieht es den Akku leer...Und Anschluß Kabel durchs Womo ziehen wird auch schwierig... Querschnitte! Winschen willst du immer nach hinten (raus aus dem Schlamassel, nicht tiefer rein!), also entweder umlenken oder gleich hinten die winde anbringen (die Jeep winden an der Stoßstange vorn sind nur für die disco...)
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Re: Seilwinden

#8 Beitrag von paul stettiner » So 13 Aug 2017 15:43

Ich hab im LKW Auflieger eine hydraulische Winde (5 oder 6to, Warn oder Ramsey, weiss ich grad nicht genau). Da ist ein Stahlseil drauf. Damit zieh ich jeden SUV in den Trailer, ob er mag oder nicht.
Nachteile beim Stahlseil: Sauschwer, steif wie mein Nacken und störrisch wie meine..., ausserdem so eine Drahtspitze, die sich beim auf oder abrollen in die Handfläche bohrt, sehr schmerzhaft.
Also im privaten Bereich würde ich auf alle Fälle Kunststoff empfehlen.

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Re: Seilwinden

#9 Beitrag von nunmachmal » So 13 Aug 2017 18:23

Hinten haben nur Pessimisten eine Seilwinde, bei den anderen gilt nur vorwärts. Ich muss beruflich auch mal defekte Stapler mit blockenden Rädern auf den LKW zerren. Im neuen habe ich nur noch 3to Zugleistung. Waren früher 5to, habe mit 30 jähriger Berufserfahrung die kleine Winde gewählt. Natürlich mit Stahlseil, für Männer halt.
Im Wohnmobil arbeitet eine elektrische Winde mit 1,6to Zugleistung, auch mit Stahlseil.

Gruß Nunmachmal
Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

Stoppie
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Re: Seilwinden

#10 Beitrag von Stoppie » So 13 Aug 2017 18:34

So mrmomba, jetzt habe ich es verstanden. :D

Eine Winde habe ich noch nicht, weil ich noch nicht genau weiß, wie die werden soll.

So wie ich das hier lese, soll es keinen Sinn machen, die Winde vorn zu montieren, weil man ja sinniger Weise eher wieder zurück will als vorwärts. Vor eine Disco zu fahren, habe ich auch nicht zwingend vor. :D

Gibt es denn Winden, die man im Bedarfsfall an die Anhängerkupplung einhängen kann?

Grüße, Stoppie
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Re: Seilwinden

#11 Beitrag von Stoppie » So 13 Aug 2017 18:39

nunmachmal hat geschrieben:Hinten haben nur Pessimisten eine Seilwinde, bei den anderen gilt nur vorwärts. Ich muss beruflich auch mal defekte Stapler mit blockenden Rädern auf den LKW zerren.
Ich hatte meine Winde ganz egoistisch zunächst für mein Fahrzeug gedacht, Stoppie first sozusagen. Fremdhilfe kommt erst als zweites. :wink:
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Re: Seilwinden

#12 Beitrag von campo » So 13 Aug 2017 20:00

Stoppie hat geschrieben:...Ich hatte meine Winde ganz egoistisch zunächst für mein Fahrzeug gedacht, Stoppie first sozusagen. Fremdhilfe kommt erst als zweites. :wink:
Hallo Stoppie first !
Jaja auch für Trump gewählt ? :D :oops: :D

Für dein 10 T Fahrzeug brauchst du eigentlich eine Seilwinde von 1,5 mal = 15 Tonnen. (besteht nur Hydraulisch auf PTO)
Die sind absolut nicht vergleichbar mit die kleine Jungs von 2 oder 3 Tonnen.
Das wird zu schwer, zum Bedienen. Deswegen nehmen die Paar Overlander die es auf 10T Allrad’s haben meistens eine Elektro Seilwinde von 6000 bis 8000 kg Zugkraft. Großer passt nicht auf Normale Klein LKW‘s. Immer mit Stahlkabel, Nylonkabel zeug gibt’s nur bei die kleinsten…
Bei Befestigung Wahl bleibt Priorität Hinten. Wobei es schwierig ist wenn der endquerträger mit Haken im Garage sitzt und nicht Außen ?
Dann wird gezogen mit offenen Garage Tür. Einer meinen Freunde der tatsachlich am meisten seine Winde gebraucht hat (3 mal in Afrika auf sein 14T DAF)hat eine tragbare der abwechselnd vorne und hinten eingehakt werden kann. Sauschwer zum Tragen aber für die paar Mal viele Vorteile…
TGM 13290 4x4 in Aufbau

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Re: Seilwinden

#13 Beitrag von Steff66 » So 13 Aug 2017 20:41


Hallo Stoppie first !
Jaja auch für Trump gewählt ? :D :oops: :D

:D :D :D

Kunststoffseile gibt es schon auch in LKW-Format, sind natürlich entsprechd teuer.
Bei Forstmaschinen werden sie bei ähnlichen Zugkräften eingesetzt.
Macht halt kaum jemand, weil ein Wohnmobil / Expeditionsfahrzeug ja eher nicht so sehr am Limit eingesetzt wird und mehrmals tägliche Bergungen nicht so häufig sind.

Bei einem LKW bietet es sich an, die Winde zwischen dem Rahmen einzubauen und das Seil zuerst nach hinten und dann über eine Rolle wieder nach vorne zu ziehen. So hat man beide Möglichkeiten, vorwärts und rückwärts.

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Re: Seilwinden

#14 Beitrag von mrmomba » So 13 Aug 2017 20:57

Hallo
Campo es ist nicht nötig die Winde so riesig zu wählen, da man mit nötiger Kabellänge und Umlenkung arbeiten kann. Natürlich muss der Ankerpunkt auch die Kräfte aushalten.
Gleiches gilt auch für die Seilwinde. Das heißt deine Anhängerkupplung wird wohl auch weit über die Techn. Zulassung betrieben.

Ich gebe dir noch einmal eindringlich den Tipp mit dem Greifzug zu arbeiten, du bist meist genauso schnell startklar und kannst dein Fahrzeug z.b. Beim verrücken von Hindernissen auch aus der gefahrenzone bringen.
Du brauchst dich nicht entscheiden wo die Winde hin soll. Und täglich willst du die auch nicht einsetzen, Wartung muss aber dennoch sein.
Den Greifzug hast du in der Kiste geschützt im Innenraum.

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Re: Seilwinden

#15 Beitrag von Stoppie » So 13 Aug 2017 22:14

Hallo mrmomba,

sorry für meine Unwissenheit, aber das Thema Seilwinde, Greifzug o.ä. ist in meinem bisherigen Leben an mir vorbeigegangen. Ich habe NULL,Null Plan davon. Am Besten ist es, ihr schreibt dass so wie für einen 10-jährigen Jungen oder schickt ein Bild. :D

Ist ein Greifzug so ein Teil mit Hebel, den mann hin und her bewegen muss, damit sich die Last millimeterweise nach vorn bewegt? Dann wäre mir die elektrische Variante allerdings lieber. Wenn Du Dich mit der Materie auskennst, könntest Du ggf. einen Link von einem renommierten Hersteller schicken oder mir einen adäquaten Typ nennen?
Man(n) fährt MAN :)

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