Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

Frischwasser, Abwasser, Toilette, Pumpen, Leitungen
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Landgurke
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Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#1 Beitrag von Landgurke » Mi 18 Okt 2017 16:25

Liebe Stoffwechsel-Endprodukte-Entsorger!

Für unsere Landgurke haben wir ein System gewählt, welches NICHT die Notwendigkeit von:
1) Kasetten jonglieren
2) ekelige Schläuche hantieren
3) verknotete Säcke in Abfalleimer werfen
und dergleichen hat, nur einem Grauwassertank benötigt und so wenig umweltschädlich ist, wie nur möglich und keine teuere Chemie, spezielles WC-Papier oder wasauchimmer benötigt.

Im Detail sieht das so aus:
Aus der Zerhacker-Toilette (aus dem Jachtbereich, um die 370,--€ und 18Ampere Anlaufstrom) , der Dusche und der Spüle kommen alle Flüssigkeiten in einen gemeinsamen Grauwassertank. Wir dosieren dann Apfelsäurepulver (1 Teelöffel pro Benutzung im WC) dazu, welches die ohnehin vorhandenen Bakterien bei deren Arbeit unterstützt, nämlich die Soße zu vergären. Nach wenigen Tagen (ca 3-4) entsteht eine Flüssigkeit, die zwar noch immer eine leicht gelb-braune Farbe hat, aber nach Walderde oder reifem Kompost riecht und auch keine sichtbaren Papierfutzel enthält. Diese Flüssigkeit darf man legal in die öffentliche Kanalisation entsorgen. Ausnahme: Sollte die Ortskanalisation in Oberflächenwasser und Schwarzwasser unterteilt sein, dürfen die Gullies NICHT benutzt werden.
Die Entleerung erfolgt so, dass ich mich passend über die legale (!) Entsorgungsöffnung parke (die Rohrmündung ist links ca in Fahrzeugmitte) und dann mittels eines Schalters am Armaturenbrett ein elektrisch betätigtes Kugelventil betätige. Ein Rohrknie am Ende des besagten Rohres hilft, die Soße schön senkrecht nach unten zu gießen.

Diese System hat sich bei uns sehr gut bewährt und ich kan es beruhigt weiterempfehlen.

Eventuell sollte man sich irgendeine Sicherheitsverriegelung überlegen, damit das Ventil nicht zur Unzeit oder am Unort geöffnet wird! :-))
Ich selbst habe es bei der allerersten Benutzung offen gehabt, zum Glück wurde aber nur Handwaschwasser ungewollt entsorgt....

Grüße aus Ö
Wolfgang
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Tobi
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#2 Beitrag von Tobi » Mi 18 Okt 2017 17:06

Hallo Wolfgang,

das klingt interessant. Ich hab da ein paar Fragen:
  • Wie hast Du die Entlüftung des Schwarzwassertanks gelöst (Grauwasser ist das ja eigentlich nicht)? Bis die 3-4 Tage vorbei sind, wird das doch schon etwas müffeln.
  • Wie machst Du das mit den 3-4 Tagen in der Praxis überhaupt? Normalerweise kommt doch täglich frische "Biomasse" dazu?
  • Hattest Du schon Diskussionen mit (selbsternannten) Umweltwächtern? Das eine Entsorgung legal ist heißt ja nicht, dass jeder das auch einsieht.
Und wieso ist Dein Auslass dann links? Außer in GB, Japan, Malta und einigen anderen Ländern ist das für den Gulli doch eher unpraktisch.

Gruß Tobias
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ThomasFF
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Bei einer Trennentwässerung ....

#3 Beitrag von ThomasFF » Mi 18 Okt 2017 20:02

....Oberfläche/Abwasserleitungen in der Kommune muss man eh den großen Kanaldeckel in der Straße benutzen, den mit geeigneten Griffen rausheben, den Laubfängerkorb rausnehmen, das Auto drüber rangieren und dann laufen lassen. Und man kann davon ausgehen, das die meisten Gemeinden das schon haben.

Das kann man schon in einer Anliegerstraße nicht machen, ohne die empörten Anlieger auf den Plan zu rufen, also fährt man eine Kläranlage an. Oder man verzieht sich nachts in ein dann unbefahrenes kleines Industrie-/Gewerbegebiet und erledigt die Geschäfte dort.

Nur, wenn man sowieso in den Abwasserkanal muss, geht das auch mit einem "ungehackten" und durch besondere Bakterien unbehandelten Tankinhalt, also kann man sich die teure Zerhackertoilette sparen und in den üblichen Einrichtungen entsorgen.

Das mit den "ekligen Schläuchen" war bei meinem Entsorgungsventil das Anklemmen (Bajonett) eines dicken Schlauches 1,20 m lang an den 4 Zoll-Stutzen des Ablass-Ventils. Dort endete auch die Grauwasserentsorgungsleitung und war per 2 Zoll-Leitung an den Stutzen oberhalb des Ventils angeschlossen. Das Grauwasser wurde nach Entleerung des Fäkaltanks abgelassen und spülte Ventil und Schlauch durch. Anschließend Ventile zu, Schlauch ab und sofort an Ort und Stelle in ein unter dem Auto angebrachtes passendes Abfallrohr geschoben, Deckel drauf und fertig. Ich trug dabei Einmalhandschuhe, aber auch ohne wäre nix ekelhaftes dabei gewesen.

Das Grauwasser war bei mir nur Duschabwasser, die manchmal fettigen Küchenabfälle gingen in den Fäkaltank. Dazu muss man auch wissen, dass ich 300 l Fäkal und 250 l Grauwasser an Bord hatte.... wobei ich das Grauwasser alternativ zum Frischwasser auch für die Toilettenspülung benutzen konnte. Meine Toilette war Haushaltskeramik mit nem 7 l Spülkasten...dessen Inhalt aber vermindert werden konnte, ja nach "Geschäft".

Die Abgasführung des Fäkaltanks ging durch einen recht großen Aktivkohlefilter, so dass Geruchsbelästigung nicht stattfand. Chemie wurde nicht eingesetzt, bei großer Hitze kamen 0,2 l Essigessenz in den Tank, manchmal auch etwas Orangenöl, etwa einen Tag vorm Ablassen...

Interessant war die Grundreinigung nach Abschluss einer Reise. Am letzten Fahrtag morgens wurde der Fäkaltank geleert. Mit ner ordentlichen Portion (3 Esslöffel) Spüli oder Pril und an die 60 bis 100 l Frischwasser im Tank wurde losgefahren. Die Bewegungen bei der Fahrt reinigten den Tank. Der Grauwassertank erhielt eine ähnliche Behandlung, aber weniger Wasser und Spülzeug. Zu Hause angekommen leerte ich die beiden Tanks in den Kanal, dann wurde reines Frischwasser eingefüllt...eine kleine Runde fahren ... wir hatten deftige Steigungen rundum...zum Nachspülen, was dann auf einem Fahrweg mit Steigung in den Kanal erledigt wurde...Zum Schluß ging es noch mal mit einem Kärcher in den Fäkaltank, den ich mit einer umgebauten Lanze ausspritzen konnte...Mit der wurde auch der Schlauch von ggf anhaftenden Teilchen von innen befreit.....

Also...der Reinlichkeit wurde Genüge getan.....nix Ekliges zu erkennen....
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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Landgurke
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#4 Beitrag von Landgurke » Mi 18 Okt 2017 20:41

Tobi hat geschrieben:Hallo Wolfgang,

das klingt interessant. Ich hab da ein paar Fragen:
  • Wie hast Du die Entlüftung des Schwarzwassertanks gelöst (Grauwasser ist das ja eigentlich nicht)? Bis die 3-4 Tage vorbei sind, wird das doch schon etwas müffeln.

    >>>Wenn man den Inhalt des Grauwassers (bei zerhackten Fäkalien gemischt mit anderen nicht fäkalen Abwässern spricht man bereits von Grauwasser - ist zumindest meine Information, und weils für mich ganz praktisch ist, glaube ichs einfach!) nicht immer gaaaanz ausleert, bleiben aktive Bakterienstämme drin und verrichten sofort ihre Arbeit. Wenn es wirklich müffelt, hängt man einen Aktivkohlefilter auf die Entlüftung - haben wir aber noch nicht als notwendig erachtet.<<<
  • Wie machst Du das mit den 3-4 Tagen in der Praxis überhaupt? Normalerweise kommt doch täglich frische "Biomasse" dazu?

    >>> Ich kann nur sagen: es funktioniert - wie genau unsere lieben kleinen Freunde das machen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber die Biomasse schwimmt ja nicht notwendigerweise immer gleich oben auf, und solange der Neuzugang unter Wasser ist, stinkt auch nichts. Vielleicht helfen auch die Schottwände mit, diesen Effekt zu erreichen<<<
  • Hattest Du schon Diskussionen mit (selbsternannten) Umweltwächtern? Das eine Entsorgung legal ist heißt ja nicht, dass jeder das auch einsieht.

>>>Nein, zum Einen weil ich da - wenn überhaupt - ziemlich dezent vorgehe, zum Anderen, weil ich doch öfter auf CPs entsorge. Und das führt uns gleich zur Antwort auf die nächste Frage<<<

Und wieso ist Dein Auslass dann links? Außer in GB, Japan, Malta und einigen anderen Ländern ist das für den Gulli doch eher unpraktisch.

>>>Auf dem CP kann ich besser zielen, wenn das große Stinkerohr links ist. Und in vielen Orten kann man problemlos links zufahren (z.B. in Einbahnstraßen)...Und: eine Zielkamera habe ich tatsächlich überlegt, dann aber doch nicht eingebaut.

Gruß Tobias
Gruß Wolfgang
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Re: Bei einer Trennentwässerung ....

#5 Beitrag von Landgurke » Mi 18 Okt 2017 20:48

ThomasFF hat geschrieben:....Oberfläche/Abwasserleitungen in der Kommune muss man eh den großen Kanaldeckel in der Straße benutzen, den mit geeigneten Griffen rausheben, den Laubfängerkorb rausnehmen, das Auto drüber rangieren und dann laufen lassen. Und man kann davon ausgehen, das die meisten Gemeinden das schon haben.
.
Ich habe nicht vor, große Kanaldeckel aufzuheben.....Und unsere gesamt-Grauwassermenge ist 60.000 Milliliter :lol: , also etwas überschaubarer als bei Dir und da macht fraktionieren überhaupt keinen Sinn mehr.

Der Zerhacker ist auch gut, wenn man "normales" WC-Papier verwenden möchte - wie wir.

Für ein normales Sanitär-WC haben wir schlicht keinen Platz (5.077mm Gesamtlänge)

Bei uns ist der Tank nach dem Ablassen innen schon sauber - Dank den biotischen Helferlein!

Gruß
Wolfgang
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ThomasFF
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Dann kannst Du nur ....

#6 Beitrag von ThomasFF » Do 19 Okt 2017 06:30

... zu offiziellen Entsorgungsstellen fahren, also auf CPs, Stellplätzen, Bus-Entsorgestationen, Kläranlagen usw.

Entsorgen in die Gullis dürfte so gut wie überall verboten sein. Und im öffentlichen Verkehrsraum gibt es nur die großen Kanaldeckel, unter denen der auch für Fäkalien geeignete Abwasserkanal verläuft. Und wenn es zwei Kanaldeckelreihen auf der Straße gibt, ist der eine davon der fürs Oberflächenwasser. Da musste den richtigen Deckel erstmal finden, denn von oben gibts keine Unterscheidungsmerkmale, weil die Leute von den Stadtwerken, die sowieso damit zu arbeiten haben, die Lage in der Gemeinde kennen.

Ich würd mich fürs Ausland auch mal erkundigen, wie die Strafen aussehen, wenn man Dich bei ner Falschentsorgung erwischt. Und zB in NL ist es noch lang nicht sicher, ob sie die Abwasserqualität, die wie Du sagst, eine Entsorgung in Deutschland erlauben würde, anerkennen.

Das ist wie das Tempo 100 Schild an Anhängern, sobald Du Deutschland verläßt, gilt dieses Schild nicht mehr. Lass Dich mal in Schweden, wo mit Hänger nur Tempo 70 erlaubt ist, mit Deinen 100 km/h erwischen....die Trachtentruppe hustet Dir was beim Verweis auf die Plakette...

Ich will Dir Deine Entsorgungsstruktur, die bestimmt einiges besser ist als die formaldehybasierte Chemie von Aqua Chem und Konsorten, nicht schlechtreden, aber die große Entsorgungsfreiheit haste damit auch nicht gewonnen.....

Die große Entsorgungslösung in meinem LKW war übrigens deswegen angesagt, weil ich mit dem jeweils einige Tage in Fahrerlagern stehen musste, meist im Gelände ohne Versorgung mit Strom, Wasser etc. Es gab nur ne Anzahl von Dixieklos, die man als hygienischer Christenmensch sowieso nur am ersten Vormittag nach Aufstellung benutzen konnte....hihihi....

Im Wohnwagen haben wir die Thetford für große Geschäfte nie benutzt, das wurde auf dem CP erledigt oder gelegentlich unterwegs in nem Resto oder Café oder auf der Raststätte. Klein ging über Nacht völlig ohne Zusätze, das wurde morgens als erstes entsorgt, ging notfalls auch auf einer normalen Tankstellentoilette....

A propos Raststätte ... ich singe gern das hohe Lied der Mautautobahnen in Frankreich, auf denen die Toilettenanlagen der Raststätten sehr sauber gehalten werden. Auf den mautfreien Autobahnen kann man die nicht benutzen....
Gruß vom Thomas
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campo
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#7 Beitrag von campo » Do 19 Okt 2017 08:13

Hallo Wolfgang
Vielen Dank für deine interessante Beitrag. Ich denke seit lange darüber nach.
Deine Bemerkungen wie auch dein System finde ich gut.
Nächstes mal werde ich es auch so tun mit ein mix Tank. Aber dann mit zwei durchlauf Tanks wovon 1 Ihnen liegend für Winter und der 2ten Außen für Sommer.
Und dann mit Geruchsverschlusse auf alle spuhle.

Selbst habe ich zerhacker Toilette + Schwarzwassertank 95 Liter mit aktiv kohl Filter auf Entlüftung unterm Fahrzeug.
Grauwassertank 200 Liter mit offenen Entlüftung Außen unterflur.
Beide sind beheizt wie auch die beide Ablaufschlauche/Hähne. War sehr viel Installation Arbeit.
Eine von beide Tanks ist immer erst gefühlt und der ist dann entscheidend für die gesamt Autonomie. Auch wenn der andere halbleer ist.
Ich entsorge links, wurde ich nicht mehr tun weil beim Entsorgen in die Natur ist rechts, in so gut wie alle Fälle besser.
Links ist meistens ungünstig weil man standard rechts auf die Straße steht.
Eine Kamera, ich wurde 2 Stuck brauchen, ist wirklich ein Mehrwert. 1 Minute und beide Tanks mit 50mm Hahn sind leer.
Geruch beim Entsorgen von Schwarz Wasser nach 5 Tage ist schon …terrible.
Du willst nicht wissen wo ich bereits überall entsorgt habe … so oft war es nicht auf ein Campingplatz.
Vielleicht oder wahrscheinlich ist es auch nicht (überall) verboten. Mann muss es ja nicht vor die Nase von andere Leute tun.
Ohne Chemie und ohne Apfelsaft in mein Fall.

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Pelzerli
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#8 Beitrag von Pelzerli » Do 19 Okt 2017 09:39

Einfach um es wiedereinmal zu sagen: Die Strassenentwässerung geht normalerweise nicht in die Kläranlage. :idea: In den meisten Gegenden gibt es ein Trennsystem, da wird Meteor- und Fäkal-Abwasser getrennt. Oberflächen/Regenwasser wir gesammelt und unbehandelt in die Natur zurück gegeben. Entweder in Flüsse, Seen oder Versickerungen.
Wer seind Gülle da hineinlaufen lässt, kann sie ebenso direkt in die Rabatte daneben schütten. Oder in den Wald.

Gruss Pelzer
.
http://dermuger.blogspot.com

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Das ist schlicht und einfach....

#9 Beitrag von ThomasFF » Do 19 Okt 2017 10:34

...Schweinerei..... tut mir leid.....wenn das im öffentlichen Raum gemacht wird. Bei den Bildern sieht es ja so aus, als ob es die primitive Ausstattung eines Stell-, Camping oder Omnibusentsorgungsplatzes ist, wo das ausgekippt wird.

Kein Wunder, wenn Stellplätze dichtgemacht, wenn Womofahrer scheel angesehen werden usw......

Auch als Womofahrer, der auch schonmal frei stehen wollte, war mein Motto immer: Nix hinterlassen, außer vielleicht einem Reifenabdruck, wenn der Boden weich oder sandig war.
Gruß vom Thomas
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Plädoyer für 'saubere' Entsorgung

#10 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Do 19 Okt 2017 11:43

Was solche 'halbwilden' Entwässerungsmethoden angeht, so stehe ich dem absolut negativ gegenüber - in jeglicher Form. Warum? Ganz einfach: von außen ist nicht zu unterscheiden, ob da jemand 'gute' oder 'böse' Abwässer frei läßt - und keine Anwohner und keine Stadtverwaltung wird dies überprüfen. Gesehen wird nur 'da läßt jemand seine Gülle ab' - und schon ist das negative Bild von den Wohnmobilisten im Kopf. Spätestens beim 2. oder 3. mal wird's dann Ärger geben und etwas gegen solche Aktionen unternommen.

Auf meinen ersten WoMo-Touren durch Norwegen habe ich noch überall stehen können, bei den letzten Touren gab's schon jede Menge Verbotsschilder. Ich hatte einmal nachgefragt, warum diese Verbote ausgesprochen worden sein - und der Grund war genau der, daß 'irgendwelche Abwässer' abgelassen wurden. Was abgelassen wurde, hat dabei nicht interessiert.

Deshalb ärgere ich mich über alle die Wohnmobilisten, die es nicht schaffen, die in Europa mittlerweile so häufig zu findenden Entsorgungsstationen oder eine Kläranlage aufzusuchen oder aus Bequemlichkeitsgründen die halbe Straße unter Wasser setzen. Ich habe lange gebraucht, um in unserer Gemeinde eine Akzeptanz für einen Wohnmobilstellplatz aufzubauen - aber mit ein oder zwei solchen Aktionen, die sich rumsprechen wie ein Lauffeuer (Lästern ist ja leider das Lieblingshobby der meisten Menschen) brauchen wir uns über eine hoffentlich endlich erfolgende offizielle Stellplatzeinweihung keine Gedanken mehr zu machen!

Wie gesagt - ich unterstelle keinem Wohnmobilisten, 'böse' Abwässer wild ablassen zu wollen - aber wir Wohnmobilisten können auch nur dann in schöne Ecken fahren, wenn es uns nicht verboten wird. Und um das zu verhindern, sind solche Entsorgungswege m.E. nicht wirklich der richtige Weg!

Also bitte überlegt Euch, ob das Anschließen eines Schlauches und das Entsorgen in dafür vorgesehene Einrichtungen wirklich so ein NoGo ist! Es gibt doch Handschuhe.... Für mich jedenfalls sind Flutungen jeder Art ein absolutes NoGo!

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
03.- 05. Mai 2019: Leerkabinen-Treffen
erstes Juni-WE (31.05.-03.06.2019): Weinfest
vierter Sept.-Samstag (21.09.19): Weinprobe in den Weinbergen
*Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich*

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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#11 Beitrag von dreamteam » Do 19 Okt 2017 12:33

Vor allem weil das Entsorgen eh auf allen SP kostenlos ist. Also auf allen mir bisher bekannten...
LG,
Beni

You weren't born just to pay taxes and die...
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#12 Beitrag von hockd » Do 19 Okt 2017 13:18

Lecker
und die Leute schimpfen schon bei frischen Grauwasser, wenn was vom Händewaschen flöten geht. :roll:
Viele Grüße Dieter

Qualität setzt sich eben durch !
und wie verfahren
Mit einem Womo kann man sich nie verfahren,
man lernt höchsten neue Wege u. Ziele kennen.

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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#13 Beitrag von pickupjupp » Do 19 Okt 2017 14:53

Super Thema : Wenn alle so entsorgen kann Wolfgang seinen Stellplatz wohl vergessen ! Es ist und bleibt Gülle und die gehöhrt nicht in den Gully ! :mrgreen: Auch nicht wenn sie nach Walderde riecht ! :roll:

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Es sei denn.....

#14 Beitrag von ThomasFF » Do 19 Okt 2017 16:07

..irgend ein kluger Mensch erfindet den Gülly statt des Gully....... äh... oder ist das nur eine schon existierende türkische Version mit direkter Entsorgung in den Bosporus? :wink: :roll: :oops:
Gruß vom Thomas
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Alter Hans
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Re: Trocken-Trenn-Toilette <-> Nass-Zusammenschütt-Toilette

#15 Beitrag von Alter Hans » Do 19 Okt 2017 18:36

pickupjupp hat geschrieben:Super Thema : Wenn alle so entsorgen kann Wolfgang seinen Stellplatz wohl vergessen ! Es ist und bleibt Gülle und die gehöhrt nicht in den Gully ! :mrgreen: Auch nicht wenn sie nach Walderde riecht ! :roll:
Für wild laufendes Abwasser bzw Fäkalwasser in der Nähe von Gullis hab ich auch keinerlei Verständnis.
Da ich überwiegend Cp anfahre komme ich gleich gar nicht in Versuchung, wild zu entsorgen.

Zur Gülle: Landwirte schütten die doch gut verteilt aus 10.000 l Bottichen über ihre Wiesen und das frei laufende Vieh tut ein Übriges dazu. Auch wenn es eingezäunt ist.
Die hausgemachte Gülle läuft selbstverständlich durch Abwasserkanäle zur Kläranlage.
Und Regenwasser aus Gullis des Trennsystems wird seit wenigen Jahrzehnten in Regenklärbecken ebenfalls etwas geklärt.

Trotzdem sollten Wohnmobilisten auf Entsorgung in Kanäle verzichten. Eben wegen den negativen Deutungen des Vorgangs.

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