Reisebericht: Picco in Costa Rica 2019

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.
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Reisebericht: Picco in Costa Rica 2019

#61 Beitrag von Picco » Mi 12 Jun 2019 17:05

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Oben: '...und nicht Deins!'

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Oben: 'Dann nehm ich halt was übrigbleibt...'

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Oben: Geile Frisur und viele Namen: Der 'Weisskehl-Langschwanzhäher' oder 'Langschwanzhäher' oder in Latein 'Calocitta formosa' und in englisch 'White-throated-Magpie-Jay'

Ein kleiner Weg führt durch einen kleinen Wald zu einem kleinen See und zurück...
Ich kann mich natürlich nicht zurückhalten und trample dem Trampelpfad entlang zum See und zurück, während Sabine sich etwas ausruht um zum Abendessen wieder fit zu sein.

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Oben: Grünreiher (Butorides virescens) wartet auf Beute bis er grün ist...

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Oben: Obs ihn interessiert oder nicht, ich halte diesen beim Gehen an Dinos erinnernden Vogel für einen Graukopfguan (Ortalis cinereiceps), Englisch auch 'Grey-headed Chachalaca' genannt.

Wieder zurück im Bungalow leg ich mich noch kurz hin während Sabine wieder munter wird und so um 19:00 Uhr gehen wir ins
Restaurant hinauf.
Auch wenn ich keine Ahnung mehr habe was wir gegessen haben weiss ich doch dass wir positiv überrascht waren wie gut es war!
Und wie viele Frauen legt Christine viel Wert auf den Dessert, der in meinen nun beengten Platzverhältnissen im Magen nicht
den Weg dorthin findet.
Aber probieren tu ich natürlich: Sensationell!
Schon früh gehen wir runter in unser Zimmer, köpfen eine im Supermarkt in Bijagua gekaufte Flasche Wein und entfleuchen schon bald von Costa Rica ins Land der Träume, ganz ohne Ausweis- und Visakontrolle.
Gute Nacht!

Tag 9: Wo die Wälder grün und die Flüsse blau sind...

Schon früh sind wir wach, Sabine schaut sorgenvoll zum Himmel und knipst den Vulkan Tenorio...
...nur um bald rauszufinden dass ihre Kamera noch einige 'Special Effects' zu bieten hat:

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Oben: Jaja, wenns nur immer glitzert und funkelt...Frauen, ts, ts, ts... ;-)

Pünktlich zum Frühstück erscheinen wir da wo es serviert wird.
Und was soll ich sagen: Früchte, Omelette, selbstgebackenes Brot und noch viel mehr, hier kann man sichs gut gehen lassen!
Und draussen fliegen diverse Vögel die Futterstation an, darunter auch Kolibris!
Natürlich geh ich sofort die Kamera holen während Sabine mit dem iPhone rumknippst...
...und dabei mehr Erfolg bei den Kolibris hat als ich!
Nicht weil das iPhone so eine tolle Kamera hat, nein, sondern weil diese etwa drei Sekunden lang ein Foto nach dem Anderen aufnimmt!
Und da kann man dann auswählen welches das Beste ist!
So ist auch das Bild vom fliegenden Kolibri entstanden...aber die fehlende Brennweite fehlt halt schon...

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Oben und unten: Zwitscherdinger am Frühstückstisch mit dem 100-400mm-Objektiv aufgenommen...

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Oben: Das was ich da mit meiner Kamera erlegt habe dürfte ein Kolibri sein...bestenfalls ein Beweisbild... :-(

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Oben: Vogelfrühstücksstation mit dem iPhone aufgenommen...im Hintergrund rechts der Station sieht man die Kolibri-Fütterstation.

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#62 Beitrag von Picco » Do 13 Jun 2019 11:10

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Oben: Und hier das versprochene Bild eines Kolibris im Flug, von Sabine mit dem iPhone aufgenommen...
NEID!!!
OK, ich mags ihr gönnen, hätte aber selbst auch gern so was, schaffs aber nicht da ich (nicht die Kamera) zu langsam für die
flinken Viecher bin.


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Oben: Dafür ist der grosse Zoom aber wesentlich besser um die Piepmätze detaillierter abzubilden...was wohl niemanden wirklich erstaunen wird.

Nach dem Frühstück und der ausgiebigen Information durch Christine fahren wir mal los in Richtung des Rio Celeste.
Erst gehts mal wieder nach Bijagua rein um was zu trinken zu kaufen, dann biegen wir am Ende des Dorfes in die Strasse, die
mittels Schild gekennzeichnet in Richtung des Rio Celeste führt.
Nach total 13km guter Strasse mit einigen steilen Passagen erreichen wir einen Parkplatz, den wir als Ausgangspunkt für die
Wanderungen zum Rio Celeste identifizieren.
Also macht Mann was Mann in solchen Situationen zu machen hat: Er parkiert!
Einige Tropfen finden den Weg von den Wolken herunter und durch mein Haar auf meine Kopfhaut, was mich nicht sonderlich
frohlocken lässt.
Aber es sind zum Glück nur wenige, so dass es sich nicht lohnt den Regenschutz anzuziehen.
Aber die Wanderschuhe werden montiert, jawohl!
Noch kurz das Auto abschliessen und mal in die Richtung gehen in die die Meisten hier gehen, denn da wird wohl die Anmeldung
oder der Ticketverkauf sein.

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Oben: Der Platz wo die Guides auf die Touris warten...
Das lange Gebäude beherbergt den Ticketverkauf, davor stehen die Guides rum und rechts sieht man die Kontrollstelle.


Zumindest seh ich schon bald den Kontrollstand und geh mal dahin, aber wie nicht anders zu erwarten wollen die kontrollieren
ob ich ein Ticket gekauft habe. Was ich natürlich noch nicht habe weil ich ja fragen wollte wo man die bekommt... ;-)
Er schickt uns zu einem Gebäude, vor dem wir von einem Typen angequatscht werden der sich als Guide empfielt.
Nennen wir ihn mal 'Josè'...ich hab natürlich wieder mal vergessen wie er hiess! :-/
Da wir einem Guide überhaupt nicht abgeneigt sind und auch der Preis in Ordnung ist willigen wir ein und holen unsere Eintrittskarten.
Und gleich darauf zotteln wir los, ab in den unberührten Urwald!
...oder zumindest in den Wald, denn unberührt ist der bei den vielen Brücken, befestigten Wegen und Treppen genausowenig wie er bei den Menschenmassen 'Ur-' sein kann...
Als Erstes gehts mal über eine Brücke wo eine Gruppe Amis sich einen Schmetterling in etwa 15 Metern Entfernung zeigen lässt.
Wir Drei scherzen vom 'seltenen menschenfressenden Schmetterling des Grauens' und amüsieren uns köstlich darüber wie die ganze Gruppe das Flattervieh bewundert als wäre es ein sechsbeiniges Kamel beim Handstand...die haben offenbar noch nie Natur gesehen!
Wir ziehen es vor Spinnen und Pflanzen in der Nähe zu fotografieren...

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Oben: Spinne nahe bei der Tourigruppe die den 'menschenfressenden Schmetterling des Grauens' zu knippsen versuchen.

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Oben: Nebst den Insekten und Spinnen hats in so einem Sekundär-Urwald auch Pflanzen, die gerne fotografiert werden wollen!

Und dann endlich gehen wir wirklich los, über befestigte Wege und Treppen rein in den Wald...der durch diese Wege und Treppen so gar nicht mit dem zu vergleichen ist was wir als Urwald kennen!
Wir gehen und steigen, steigen und gehen und dann kommts!
Und zwar von obern herab!
Regen!
So richtig nasser Regen!
Von oben!
Und von unten auch, denn es sind so richtig grosse, nasse Tropfen, die auf dem Boden aufschlagen und voller Freude wieder nach oben spritzen!
Toll!
Sabine hat ihre Jacke schon montiert, ich kämpfe mich noch durch den Regenponcho...und das sehr erfolglos!
Bis Sabine mir hilft...
...wie man einem kleinen Jungen helfen muss...tja!
Aber dann ist es endlich so weit und ich bin zwar schon völlig nass, aber nun immerhin im Poncho!
Genau die richtige Zeit für den Regen um aufzuhören...was er dann auch tut!
GMPFL!!!
Also zieh ich das Teil...
...nicht aus!
Nur schon aus Prinzip, denn ich lass mich doch nicht vom Wetter verarschen!
Bald erreichen wir eine steile Treppe, die nach unten führt und gehen da runter!
Sie führt nicht nur runter sondern auch zur Aussichtsplatform am Fusse des Wasserfalls 'Catarata Río Celeste'.

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Oben: Und so sehen wir in unseren Regenschützen aus...nun von innen her nass...

Unser Niedergang zur Aussichtsplattform ist schweisstreibend und knieschlotternd, aber wir erreichen den Tiefpunkt lebend!
Was ja eh schon klar ist, denn sonst könnt ich hier ja gar nicht mehr schreiben ;-)

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Oben: Schon richtig unnatürlich wirkt das Blau des Wassers, aber genauso faszinierend ist die Farbe!

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Oben: Jaja, so einen Guide kann man auch als selbstauslösendes Bio-Stativ missbrauchen!

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Oben: Noch ein Blick auf den Tümpel und dann gehts schon wieder zur Treppe...

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Oben: ...die von unten so unsympatisch wirkt und mich etwas an die Eiger Nordwand erinnert! :-O

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#63 Beitrag von Picco » Fr 14 Jun 2019 10:39

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Oben: Auf halbem Weg nach oben schauen wir mal wieder zurück...

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Oben: ...bevor wir wieder nach oben schauen...ganz nach oben, zu den Brüllaffen, die wir schon beim Abstieg bemerkt haben.

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Oben: Oben: Mama trägt Kind...das hat meine Mama mit mir schon seit rund 50 Jahren nicht mehr gemacht! ;-)

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Oben: Doch schon bald sind sie der Meinung das wir genug gesehen haben und entfernen sich wieder, so dass wir die Treppen
weiter zu erklimmen versuchen...


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Oben: Oben angekommen sehen wir sie nochmals kurz, aber weit oben in den Bäumen.

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Oben: Wir gehen weiter und geniessen die sonderbaren Gewächse des Urwaldes...

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Oben: ...auf denen auch schon mal ein Piepmatz sitzt. Wie hier der zu den Sägeracken gehörende Plattschnabelmotmot (Electron platyrhynchum)

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Oben: Nasser Reiseberichtschreiber auf rutschigem Weg...

Der Weg windet sich nicht den Berg rauf sondern liegt ruhig und gelassen am Boden rum als wir eine Aussichtsplattform erreichen, die wir natürlich besteigen!
Und tatsächlich: Man hat eine Aussicht hier!
Und zwar eine Schlechte!
Denn sie ist dank Nebel kaum vorhanden.
Trotzdem fordere ich unseren Guide auf uns nun endlich einen oder zwei Jaguare und Pumas zu zeigen, was ihn dazu bringt uns zu erklären dass es hier zwar Pumas hat, die Jaguare jedoch auf der anderen Seite des Vulkanes leben.
Und dass er mir heute keinen davon zeigen kann, da diese heute wohl einen freien Tag haben...
Offensichtlich hat er die Ernsthaftigkeit meiner Forderung erkannt ;-)
Aufgrund der fehlenden Sichtungen auf Tenorio, Jaguar und Puma gehen wir weiter über den recht schlammigen Weg in Richtung des Zusammenflusses, aus dem der Rio Celeste entsteht.

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Oben: Mal wieder ein Blick in die Vegetation...

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Oben: ...in der man schon mal ein faules Faultier finden kann! Wie hier über der 'Laguna Azul'.

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#64 Beitrag von Picco » Sa 15 Jun 2019 09:24

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Oben: Hier leuchtet die 'Laguna Azul' schon etwas zwischen den Blättern durch...

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Oben: Hier ist sie, die blaue Lagune bzw. 'La Laguna Azul'!
Man beachte den Farbwechsel beim Eintritt des Rio Celeste (Braun) in die Lagune!
Wobei hier der Farbunterschied nur wegen der unterschiedlichen Wassertiefe besteht.


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Oben: Der Ausfluss der blauen Lagune in Richtung Wasserfall

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Oben: Weiter gehts über leicht schwankende Brücken mit Gitterboden, was so gar nicht Sabines Fall ist...

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Oben: ..und solche mit Holzbohlen, die ebenso schwanken.

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Oben: Vorbei an einer schwefelig riechenden Quelle unter Wasser immer in der Nähe des Rio Celeste entlang...

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Oben: ...richten wir unsere Blicke mal in diese...

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Oben: ...und mal in jene Richtung!

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Oben: Nur noch ein umgestürzter Baumstamm bis Du endlich den Zusammenfluss vom Río Ácido (24°C, PH Wert 4, Minerale hauptsächlich Schwefel und Aluminium) und dem Río Buenavista (18°C, PH Wert 6,5, Minerale hauptsächlich Kupfer und Kalziumkarbonat) siehst.

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Oben: Und hier ist er endlich, der Zusammenfluss, bei dem die blaue Farbe entsteht!
Von links kommt der Rio Buenavista, von hinten der Rio Acido und nach rechts fliesst dann der Rio Celeste ab.
Bei der Vermischung der beiden Wässer ergibt sich eine chemische Reaktion (als weisser Strich zu erkennen) welche das Mischwasser blau färbt, was wirklich sehr speziell ist das live zu sehen!

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Re: Reisebericht: Picco in Costa Rica 2019

#65 Beitrag von WoMoG » Sa 15 Jun 2019 21:14

Danke Picco,

nur mal zwischendurch !

Gruß Arno
Einst mit Kleinst-SUV und Dachzelt , nun mit dem ProjeGt unterwegs

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#66 Beitrag von Picco » So 16 Jun 2019 11:03

Nach etlichen Minuten des Staunens und Bewunderns machen wir uns wieder auf die in den Wanderschuhen steckenden Socken und verlassen die Szenerie wieder über die Brücken und auf demselben Weg auf dem wir schon gekommen sind.

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Oben: Kein Kleeblatt, aber immerhin Vierblättrig!

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Oben: Interessantes Grünzeug am Wegesrande.

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Oben: Unser Guide und Sabine auf dem Weg runter...der natürlich zwischendurch auch mal etwas rauf geht.

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Oben: Wieder sehen wir die Brüllaffen bei der Treppe, wie vorhin schon.

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Oben: Rundherum grünts so grün...

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Oben: Ja, das ist ein Hinweisschild!

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Oben: Hohler Baumstamm mit einer Pflanze drin, die mir die Beine einer Spinne vorgaukelte...pöse Pflanze, gaaaanz pöse Pflanze!

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Oben: Keine Ahnung was es ist, aber gut schauts aus!

So unglaublich wie es klingt, so sehr wir auch staunen, kurz bevor wir wieder unten bei der Rangerstation sind kommt uns ein
Rollstuhlfahrer entgegen!
OK, nicht alleine und sehr motiviert, aber ob er über die teils hohen Steinstufen kommt?
Hoffen wirs für ihn, nur fehlt mir der Glaube...
Wir verabschieden uns von unserem Guide, der einen wirklich tollen Job gemacht hat!
Guide lohnt sich hier, man erfährt so viel was alleine gehende Leute nicht erfahren...
...wir haben während der Tour unter anderem Deutsche und Schweizer getroffen, die ohne Guide unterwegs waren und ohne einen Hinweis meinerseits bei der blauen Lagune umgedreht und somit den Zusammenfluss, also das eigentliche Highlight, verpasst hätten!
Nach meinem Hinweis haben sie dann immer wieder die Nähe zu unserem Guide gesucht...das dann schon, aber bezahlen dafür?
Nein, warum auch, man kanns ja selbst... ;-)
Sabine und ich sind sehr durstig und darum hüpfen wir ziemlich verschwitzt in Richtung des Selbstbedienungsrestaurantes, wo Sabine sich und mir was zu trinken holt.
Währenddem schau ich was eine französische Gruppe am Nebentisch denn da versucht zu fotografieren und was sehen da meine müden Äuglein?

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Oben: Den Aztekensittich (Aratinga nana) hier!

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Oben: Und seine Partnerin, eine Aztekensittichin (passend, nicht?), ebenfalls!

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