Reisebericht: Picco in Uganda und Zanzibar 2018

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.
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Re: Reisebericht: Picco in Uganda und Zanzibar 2018

#76 Beitrag von Picco » Mi 25 Jul 2018 13:30

Hoi Herby
Balu hat geschrieben:Tolle Mischung aus Tierwelt und Afrika - Land und Leute! :D
Daran bist Du nicht ganz unschuldig!
Denn Deine Kritik betreffend zu viel Tierwelt und zu wenig Strassenleben hab ich mir zu Herzen genommen...

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#77 Beitrag von Picco » Do 26 Jul 2018 10:57

Sympathische Leute in einem sehr kleinen Büro. Wir quatschen etwas Smalltalk und dann diskutieren wir darüber wie Europäer und Afrikaner Dinge manchmal unterschiedlich betrachten, insbesondere auf Reisen in Uganda.
Ist schon interessant für beide Seiten! Zum Schluss muss natürlich noch ein Bild gemacht werden, logo!
Echt sympathisch, die Leute von Terrain Safaris!
Alle!

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Oben: Im Büro von Terrain Safaris, von links Paul Kaggwa Kibirango, Sabine, ich und Edith.

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Oben: Und vor dem Büro muss natürlich nochmals geknippst werden, hier von links ich, Edith, Sabine und Edward.

Irgendwann verabschieden wir uns und fahren weiter zum '2 Friends Beach Hotel' in Entebbe, wo wir um 16:00 ankommen.

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Oben und unten: Impressionen von der Strecke von Kampala nach Entebbe

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Nach einem Begrüssungsdrink wird uns die Lodge erklärt und das Zimmer gezeigt.
Aber leider so oberflächlich dass wir danach nicht wissen wie und vor allem wo wir das Licht im Bad anmachen sollen.
Der Dame die uns das Zimmer zeigt ist dies jedoch ebenfalls ein Rätsel, doch Paul findet heraus wo der Schalter versteckt ist.
Immer wieder erstaunlich wie schlecht teilweise die Angestellten ihren Arbeitsort kennen!

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Oben: Unser Zimmer von der Balkontüre her gesehen.

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Oben: Dasselbe von der anderen Seite...

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Oben: Links gehts zur Nasszelle, in der Mitte nach Draussen und rechts in die Schränke...

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Oben: Unsere Nasszelle, wo ich noch etliche Zeit auf dem Thron verbringen werde...

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Oben: ...und unser Balkon mit Blick auf den Pool und die Bar.

Leider muss ich bemerken dass es meinem Duschgel und dem Shampoo im Budongo Forrest so gut gefallen hat dass sie dort geblieben sind...aber zum Glück bietet das Hotel eigenes Duschgel und Shampoo von brauchbarer Qualität an...
...nicht selbstverständlich!
Meist war ich bisher mit Seife besser dran, aber das hier ist ganz passabel.
Nach dem Duschen gehen wir runter in Richtung Lake Victoria, über eine Strassenkreuzung und in die Beach Bar des Hotels wo wir je ein 'Nile Special' als Begrüssungsdrink wählen und uns in den ersten Stock auf die kleine Terrasse begeben.
Herrlich hier, die Aussicht, der Wind, die kühlen rund 28°C sind doch etwas besser zu ertragen als Temperaturen über 40°C wie sie im Murchison Falls NP waren.

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Oben: Schnappschuss der Aussicht auf den Lake Victoria...

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#78 Beitrag von Picco » Do 26 Jul 2018 17:55

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Oben: Auch wenn ich hier nicht sonderlich glücklich schaue gefällts mir hier sehr!!! Gerne wieder!

So gegen 18:00 setzen wir uns an einen der Tische und bestellen das Essen...
...was wir aber bekommen sind leider statt Tilapiafilet im Teig frittiert Millionen von Lakeflies...
...und da wir gern allein sind beim Essen ziehen wir uns noch bevor serviert wird ins Restaurant beim Hotel zurück, wo es nur wenige Lakeflies hat.
So besteht auch die Chance einige Happen ohne Insekten drin essen zu können...
...und was soll ich schreiben...
...es war die richtige Entscheidung, denn alles in unseren Tellern war echt tot!
Juhu!
Als Absacker gibts noch je einen doppelten Amarulla an der Bar, aber schon gegen 21:00 hüpfen wir ins Bett, gute Nacht!

Tag 9: Schuh oder Schnabel? Oder beides?

Erst mal ohne Schuh und ohne Schnabel um 06:00 aufstehen und aufs Klo, denn nachdem es gestern schon Sabine erwischt hat darf ich es jetzt ebenfalls durchfallen lassen...
Scheisse!
Um 06:40 gehen wir zum Frühstück, aber ich kann nur wenig essen und 'darf' nochmals auf den Thron um zu 'regieren'...
Immerhin gehts Sabine wieder gut!
Um 07:10 fahren wir ab.
Nach relativ kurzer Zeit auf asphaltierten Strassen erreichen wir eine unbefestigte Piste die uns in Richtung der Mabamba-Sümpfe bringt.

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Oben: Irgendwo zwischen Entebbe und dem Mabamba-Sumpf: So eine Gegend hätt ich so nah an Entebbe und Kampala nicht erwartet...

Wir fahren um die 45km bis zum Start der Sumpf-Bootsfahrt, wofür wir etwa eine gefühlte Ewigkeit von 1,5 Stunden benötigen.
Dort angekommen stellt uns Paul mal den Chef vor und nach etwa 20 Minuten gehts dann auch los, ab ins Boot!

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Oben: Unser Guide und ich vor dem Büro der Gemeinschaft.

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Oben: Schön gepflegtes Schild der Gemeinschaft...

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Oben: Der Hafen beziehungsweise die Ablegestelle...und wir sind die einzigen Touris hier!

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Oben: Kein Schuhschnabel, nein, aber immerhin ein Hammerkopf oder Schattenvogel (Scopus umbretta bzw. Hamerkop).

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Oben: Und dann gehts los, wir verlassen den 'sicheren' Hafen todesmutig mit dem Ziel den Schuhschnabel zu finden!

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Oben: Los gehts!

Vorne der Chef, hinter uns Paul und zuhinterst der Mann am Gasgriff düsen wir los! Schon bald erinnert mich die Landschaft an das Okavango-Delta das ich im Herbst 2015 per Mokoro (Einbaum) besucht habe, wunderschön!
Rundherum blühen Blüten um die Wette, Gräser gräseln sich in die Luft und die Sonne spiegelt sich eitel im glasklaren Wasser...
Herrlich!
Hier ein Vogel, da ein Piepmatz, aber weder Schuh noch Schnabel!

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Oben: Nicht Purple Rain aber Purple Heron! Auf deutsch gesagt: Purpurreiher (Ardea purpurea)

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Oben: Senegalspornkuckuck obwohl der Senegal wirklich weit entfernt ist... (Centropus Senegalensis bzw Senegal Coucal)

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#79 Beitrag von Picco » Fr 27 Jul 2018 07:19

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Oben: Immer wieder schön in einem ehemals sicher mal Vertrauen erweckenden Boot durch afrikanische Sümpfe zu fahren...

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Oben: Unschwer zu erkennen dass Enten auch in Afrika schnell mal wegfliegen...

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Oben: Zwar wieder kein Schuhschnabel (Hats den hier überhaupt??? Immerhin sind wir schon 25 Minuten unterwegs!), dafür ein Langzehenkiebitz (Vanellus Crassirostris bzw. Long-Toed Lapwing).

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Oben: Und so siehts für Paul aus...

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Oben: Unser Chef besteigt nun den höchsten Punkt des Bootes, also erwartet er hier was...

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Oben und unten: Wo man hinschaut hats Stern-Seerosen (Nymphaea nouchali), wunderschön!

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Oben: Unser Chef wird immer konzenmtrierter, schaut und schaut und schaut während wir ohne Motor leise durch den Sumpf stochern...

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Oben: Nochmals ein Langzehenkiebitz...und was ist das da???

Wir halten an! Und tatsächlich sehen meine entzückten Äuglein Schuh und Schnabel vereint rumstehen: Unser erster Schuhschnabel!
Und der Kerl ist auf der Jagd!
Das heisst aber dass er sich kaum bewegt, mal ein Blinzeln, mal eine minime Kopfbewegung...
...offenbar hat er schon was im Blick!

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Oben: Da! Da!! Da!!!

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#80 Beitrag von Picco » Sa 28 Jul 2018 08:47

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Oben: Der Schuhschnabel ist also nicht nur ein Gerücht wie das Ungeheuer von Loch Ness, nein...

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Oben: ...er existiert wirklich!!!

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Oben: Und er erinnert an Löwen, denn jede seiner wenigen Bewegungen muss dokumentiert werden! ;-)

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Oben: Ich bin mir sicher ich wüsste was Amis hier dauern von sich geben würden...

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Oben: ...nämlich 'Oh my God, oh my god'! Zum Glück sind wir auf diesem Boot alleine...

Die Kamera ist ewig lang im Anschlag, und genau so lang passiert nichts...
...irgendwann nehme ich die Kamera runter...
...er macht sofort einen Schritt und es hat Wum gemacht.

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Oben: Den sich plätzlich senkenden Kopf hab ich noch so knapp erwischt!

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Oben: Und schon taucht er wieder auf...

Der Kopf verschwindet im Gras um gleich darauf wieder mit einem länglichen Fisch, wohl ein Lungenfisch, im Schnabel wieder hervorzukommen!
Er schluckt dass man ihn auch für einen Schluckspecht halten könnte, aber ich bin mir sicher: Er ist ein Schuhschnabel!

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Oben: Er schluckt wie ein Schluckspecht...

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Oben: ...und grinst dabei beinahe schon sympatisch...

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Oben: ...bevor er wieder beginnt dümmlich dreinschauend rumzuschauen...

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#81 Beitrag von Picco » So 29 Jul 2018 06:41

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Oben: Noch etwas Wasser nachgiessen, dumm rumschauen und schon fliegt er davon!

Tschüss Du mein Erster!!!
Wir stochern noch etwas im Sumpf rum, sehen hier eine Seerose und da einen Kibitz, aber eigentlich sind wir ja wegen dem Schuhschnabel da und der hat uns einfach so wegfliegend verlassen, die untreue Tomate!

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Oben: Hier eine Seerose...

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Oben: ...da ein Kibitz...

Die Seerosen und Kibitze können uns aber nicht wirklich befriedigen...
...also widmen wir uns dem zweiten Schuhschnabel, der unweit von uns ebenfalls auf der Jagd ist, was ich als sehr Tourismusorientierte Tat ansehe!
Noch immer stehe ich im wackeligen Boot, dessen Wackeln wohl vom Wackeln meiner wackeligen Beine ausgeglichen wird.
Einige Fotos später senkt sich sein Kopf und taucht mit einem Fisch im Schnabel gleich wieder auf, schluckt, trinkt und fliegt weg!

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Oben: Vom Körper sieht man nicht wirklich viel, es könnte also auch eine Handpuppe sein...

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Oben: ...die sich aber erstaunlich realistisch bewegt!

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Oben: Und sogar realistisch einen Lungenfisch frisst! :-O

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Oben: Dabei stellts ihm die Hinterkopffedern lustig auf, was den Fisch jedoch eher nicht interessieren wird...

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Oben: Noch ein letzter Blick nach rechts...

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Oben: ...und einer nach links...

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Oben: ...und schon fliegt auch er, uns fies im Stich lassend, davon! :-O

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#82 Beitrag von Picco » Mo 30 Jul 2018 09:41

Und da wir nicht so gern verlassen werden verlassen halt diesmal wir den Ort und fahren zum Auto zurück.
Einige Boote mit Touristen kommen uns entgegen, aber offenbar haben wir mit dem frühen Ankommen alles etwas richtiger gemacht als die später Ankommenden, denn unser Guide meint dass die nun lange suchen müssen um wieder einen zu finden.

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Oben, unten und auch darunter: Seerosen...

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Oben: Mit viel Gas gehts zurück...

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Oben: ...nicht ohne anzuhalten sobald irgendwer was sieht, hier ein wegrennender Purpurreiher!

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Oben: Obwohl der 'Hafen' schon ohne Fernglas zu sehen ist will unser Chef da durch schauen...

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Oben: Kurz vor Erreichen des Hafens zeigt der Chef uns was er per Fernglas gefunden hat: Einen Haubenzwergfischer (Corythornis Cristatus bzw. Malachite Kingfisher)! Schön!

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Oben: Das Werbeschild der Gemeinschaft...

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Oben: ...und nochmals ein Blick zurück zum 'Hafen', von wo aus wir offensichtlich verfolgt werden! ;-)

Noch je den Tipp für Bootsführer und Guide abdrücken und uns bedanken sowie verabschieden, schon gehts wieder zurück zum 2 Friends Hotel.

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Oben: Impressionen am Strassenrand zwischen den Sümpfen und Entebbe...

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#83 Beitrag von Picco » Di 31 Jul 2018 07:41

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Oben: ...impressionieren hier weiter...

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Oben: ...und hören damit auch hier nicht auf...

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Oben: ...sondern impressionieren weiter vor uns hin...

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Oben: ...bis wir einen Schopfadler (Lophaetus occipitalis bzw. Long-Crested Eagle), den Hippie unter den Adlern, entdecken.

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Oben: Nicht weit daneben finden wir noch diese Kehlsack- oder Grauwangennashornvögel (Bycanistes subcylindricus bzw. Black-and-White-Casqued Hornbill)...

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Oben: ...und im selben Baum auch einige Meerkatzen.

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Oben: Es geht durch Dörfer, vor bei an Stromkabeln...

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Oben: ...auf denen schon mal ein Binden-Lärmvogel (Crinifer zonurus bzw. Eastern Grey Plantain-Eater) drauf balanciert.

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Oben: Gegenverkehr hats auch, wenn auch wenig...und es tröpfelt mal kurz...

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Oben: ...was die Motroradfahrer nicht davon abhält über die leicht feuchte Piste zu rutschen!

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#84 Beitrag von Picco » Mi 01 Aug 2018 08:26

Um 13:00 sind wir wieder dort und besprechen mit Paul noch den morgigen Tag, der eigentlich nur noch aus dem an den Flughafen fahren besteht...
...zumindest hier in Uganda.
Denn morgen gehts per Flieger von Entebbe über Kilimanjaro Airport nach Zanzibar!
Da Paul eine Stunde Weg hat um von Zuhause hierher zu kommen schlage ich vor dass nicht er sondern ein Shuttle des Hotels uns an den Flughafen bringt, so dass er wenigsten etwas seine Familie geniessen kann bevor er morgen Abend die nächsten Touristen am Flughafen abholt.
Aber er will selbst fahren, warum auch immer...
So verabschieden wir uns für heute und wir gehen ins Zimmer, denn die Gedärme halten nicht mehr lange was sie halten sollten...
...noch immer gehts mir eher nicht so toll...
...Sabine gehts dafür wieder gut, was doch schon mal erfreulich ist.
Kaum mit der Sitzung fertig klingelt das Hoteltelefon.
Die Rezeption sagt mir dass Paul mit mir sprechen will...und so geh ich halt zur Rezeption!
Er steht schon da und eröffnet mir dass er meinen Vorschlag doch nochmals überdacht hat und gerne die Lodge beauftragen würde uns zum Flughafen zu bringen...
...ob es uns was ausmachen würde...
Hahaha! Logisch nicht, es war ja mein Vorschlag! :-)
So verabschieden wir uns von Paul, natürlich nicht ohne ihm ein von Sabine selbst gebasteltes Couvert mit seinem Trinkgeld (10 Tage vollste Zufriedenheit = 250$) zuzustecken und ihn vorher noch auf einen Drink einzuladen.
Dabei macht er mir das Angebot als Partner bei Terrain Safaris einzusteigen, was mich etwas in Verlegenheit bringt, denn ich möchte mich nicht an anderen Firmen beteiligen...
...ob in Afrika oder Europa...
...zumindest hab ich vorher nie darüber nachgedacht!
So verabschieden wir uns zum letzten Mal voneinander...
...ich diesmal etwas überwältigt von dem Angebot!
Nachdem wir wieder mal alleine gelassen wurden bestellen wir uns Frühlingsrollen und Samosas zum Essen, danach wird in der Beachbar rumgelegen und danach wieder zum Hotel zurück gehüpft, wo Sabine sich eine Pedicure organisiert und ich mich mit grummelndem Bauch ins Bett lege.
Schlecht fühlt er sich ja schon an, mein Bauch...hoffentlich wirds bald besser!
Nach 40 Minuten dösen gehen wir die Lodge knipsen und wieder in die Strandbar um dort etwas faul rumzuliegen...Strandurlaub halt!

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Oben: Vorne der (saubere) Pool und dahinter die Bar.

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Oben: Das Haupthaus mit dem Restaurant (links).

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Oben: 'Unser' Haus mit den Terrassen zum Pool hin.

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Oben und unten: Die Strandbar

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Oben: Ausblick aus dem überdachten Obergeschoss der Strandbar inklusive meiner Sandalen...

Bis kurz vor 19:00 Uhr funktioniert das Rumliegen auch ganz gut, aber um 19:00 sehnt sich die Toilette nach meinen Inhalten, was ich natürlich sofort beheben muss.
So um 20:15 versuchen wir es trotzdem mit Essen, aber wegen der vielen Lakeflies nicht in der Strandbar sondern diesmal von Anfang an im Restaurant.

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Oben: Mein Versuch die vielen Lakeflies zu fotografieren gelang erst im Hauptteil der Lodge, wos gar nicht mehr viele hat!
Unten an der Strandbar warens viel mehr!!!


Zu mehr als einer Tomatensuppe reicht mein Vertrauen in meinen Bauch nicht, bei Sabine sinds einige Fishfingers mit Kartoffeln sowie Rotwein und Sparkling Water.
Um 21:50 aber ruft die Toilette, die offenbar nicht allein sein will, wieder nach mir...
...und der Balkon nach Sabine...
So ähnlich gehts auch durch die Nacht hindurch...
...nicht dass Sabine auf dem Balkon übernachtet hätte, nein, aber ich beinahe mehr auf der Toilette denn im Bett...
...trotzdem gute Nacht!

Tag 10: Entebbe - Kili Airport - Zanzibar

Jaja, richtig, ich grüsse Euch vom Klo aus...
...wo ich auch sitze während der Wecker Sabine aus dem Schlaf reisst...
...obwohl eigentlich nichts mehr in meinem Bauch sein kann...
In Windeseile packen wir unsere Koffer, Taschen und Rucksäcke zusammen und gehen um 08:15 zum Frühstück.
Danach heisst es Getränke bezahlen (13$) und die beim Packen im Rucksack gefundenen beiden Regenjacken, die uns Paul gestern zur Sicherheit geliehen hat, bei der Rezeption abgeben. Natürlich geb ichs Paul per Whatsapp durch damit er sie heute Abend auf dem Weg zum Flughafen (Du weisst, die neuen Safari-Kunden kommen heute Abend) abholen kann.
So, alles fertig und los gehts! Beinahe...denn unser Gefühl, dass die 13$ doch etwas wenig sind für all die Getränke der letzten 2 Tage hat uns nicht getäuscht. Rechnungen über 24$ sind noch irgendwo gefunden worden...dann passt das auch besser mit unseren Preisvorstellungen zusammen und wir bezahlen auch das nach kurzer Kontrolle.
Dann endlich verabschieden wir uns und steigen wir in den Wagen zum Airport Entebbe.
Nach wenigen Minuten sind wir da, geben dem Fahrer einen Dollar als Tipp und machen uns auf den recht mühsamen weil für den Gepäck-Trolley zu unebenen Weg zum Abfluggate im ersten Stockwerk. Erst natürlich durch eine Röntgen-Kontrolle und danach direkt zum Schalter von Precision Air. So ganz nebenbei sagt man uns dass man versucht hat uns zu erreichen, dies aber nicht gelungen ist...was mich an das verpasste Telefonat mit ugandischer Telefonnummer von vor einigen Tagen erinnert...dann war das Precision Air!
Oha!
Ich frage nach weshalb und erfahre dass unser Flug von Kili Airport nach Zanzibar verschoben wurde!
Scheisse!
Nun werde ich nervös, denn unser Hotel schickt jemanden um uns am Flughafen Zanzibar abzuholen!
Und natürlich auch wegen der Hotelbuchung und Grundsätzlich und überhaupt!
Ziemlich bestimmt erklär ich denen dass ich damit nicht einverstanden bin und bekomme ebenso bestimmt zu hören dass ich bitte die Kreditkarte, mit der die Tickets bezahlt wurden, herausrücken soll.
Es folgt ein hin und her, im Verlauf dessen einer der Mitarbeiter auch das Hotel googelt und anschliessend dort anruft um den Flughafentransfer verschieben zu lassen...
Und endlich erfahr ich worum es genau geht!
Wir müssen in Kilimanjaro Airport die Immigration machen, sprich die Pässe abstempeln lassen und die Visa bezahlen statt in Zanzibar...weil es schlicht keinen Transitbereich gibt im Kili Airport!
Und auch weil sie uns hier in Uganda den Boardingpass für den Flug von Kili Airport nach Zanzibar nicht ausdrucken können...
Wer Kili Airport kennt weiss dass 50 Minuten sehr ambitioniert sind für all das...erst recht wenn man dann für den nächsten Flug noch frühzeitig am Gate sein muss!
Durch die Umbuchung auf den nächsten Flug haben wir nun 120 statt 50 Minuten, was inklusive Immigration auch sportlich ist!
Aber Optimist wie ich bin glaub ich schon dass wir das schaffen werden... ;-)
Endlich kriegen wir unsere Unterlagen und die Boardingpässe zurück und erfreuen die Airline-Angestellten sogleich mit unserem Abgang in Richtung Zoll.
Wieder mal lassen wir alles checken, gehen durch die Schleusen und packen wieder alles zusammen was wir auspacken mussten.
Unsere darauffolgende Suche nach einer Gate-Info ist sehr erfolglos, so dass wir nur auf die in kaum verständlichem Ost-Afrika-Englisch aus krächzenden Lautsprechern brüllenden Reiseinfos verlassen müssen. Da mit Sabine ja auch eine Frau dabei ist gehen wir...
...logischerweise...
...shoppen!
Und danach was trinken, während dem ich über 'free wifi' auf Booking.com gehe und unserem Hotel 'Sahari Zanzibar' eine Mitteilung schreibe, da ich den Zusagen der afrikanischen Flughafenmitarbeiter nicht immer so hundertprozentig traue.
Nicht dass die unser Zimmer weitervermieten weil sie nichts von unserer Verspätung wissen...
Plötzlich, wir haben noch nicht mal ausgetrunken, ruft uns eine sichtlich nervöse Frau namentlich im Restaurant aus und bugsiert uns zum Gate!
Zumindest zum Eingang, wo noch eine kleine Menschenschlange wartet...so dass wir also unsere Getränke zurücklassen mussten um hierher zu rennen und nun hier zu warten...Afrika halt! ;-)
Wieder mal werden wir vom Sicherheitspersonal überprüft und für sicher genug befunden und schon gehen wir in den direkt vor uns liegenden Warteraum.
Direkt an den Sicherheitsleuten vorbei, von denen einer sogar noch etwas Platz macht damit wir mit dem Handgepäck gut durchkommen, nett!
Wir wundern uns zwar warum wir die einzigen hier im Raum sind, denken aber dass im anderen Raum halt Leute für einen anderen Flieger sind, immerhin hat man uns ja hier hineingewiesen!
Nicht viel denkend sehe ich plötzlich dass wir uns im Wartesaal zu Gate 2 befinden, wir aber zum Gate 1 müssen!
Na toll!
Also wieder raus und rüber zum Wartesaal für Gate 1!
Aber so was von Denkste!
Der Eingang ist nun plötzlich abgesperrt und die Sicherheitsleute, die uns hier reingeschickt haben wollen uns jetzt nicht mehr aus dem Saal raus lassen!
Toll!
Und schon beginnen die Diskussionen wie wir wohl hier in den (nun) abgesperrten Bereich reingelangt sind und warum wir das gemacht hätten und weshalb Sabine blonde Haare hätte und und und...
...Afrika wie es leibt und lebt!
Irgendwann dürfen wir unter bösen Blicken doch noch in den Warteraum des Gates 1 wechseln, halleluja!
Boarding ist um 11:25 Uhr, pünktlich um 11:20 Uhr hätten wir losfliegen müssen, was wohl etwas unmöglich sein wird...
Aber es geht zügig voran und schon bald starten wir in dieser lauten Turboprop-Maschine in den Himmel über Entebbe!
Kurz darauf befinden wir uns schon über dem Lake Victoria und überqueren praktischerweise gleich dort den Äquator.
Um 12:07 überfliegen wir die Küste von Tansania im Dreiländereck Kenya/Uganda/Tansania.
Bald schon wird aus der braunen Steppe unter mir eine grüne Steppe, ich nehme mal an dass diese wie mit dem Lineal gezogene Grenze die Grenze zur Serengeti ist...draussen von Kuhherden leergefressen und der Erosion preisgegeben, drinnen grünts so grün dass es eine Freude ist dahin zu schauen!
Trotz der dreckigen Fenster...was das Fotografieren massiv erschwert!
Bald sehen wir rechts das Ngorongoro-Hochland in der Ferne auftauchen, jetzt wirds interessanter und kommt dem was Sabine mir zu Weihnachten schenken wollte auch näher...denn das Weihnachtsgeschenk war ein Flug über die Serengeti!
Nur wars eher so gedacht wie sie es mal in einer Fernsehdokumentation gesehen hat, nur ist das für Touristen nicht erlaubt.
Und einen Heissluftballonflug habe ich abgelehnt, da dies dann doch zu teuer für ein Geburtstagsgeschenk ist. So hat sie mir halt diesen Flug von Entebbe nach Sansibar spendiert!
Tiere kann man von hier oben aus leider nicht sehen, aber immerhin die Landschaft und die Pisten die wir schon mehrmals durchwandert haben...die Erinnerungen kommen hoch und ich versuche durch die beiden von einer Doppelscheibe getrennten Dreckschichten durch zu fotografieren, was nur in Ausnamefällen gelingt.
Aber immerhin!
Während rechts der Empakai-Krater und sogar der Ngorongoro-Krater zu sehen sind tauchen links so langsam der Lake Natron und in der Ferne der Kilimanjaro aus dem Dunst. Den Ol Doinyo Lengai sehen wir leider nicht, da wir ihn genau überfliegen.

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Oben: Links erscheint der Lake Natron...

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Oben: ...rechts der Empakaai-Krater, wobei man gut die Strasse vom Krater runter zum Akazien-Camp und weiter nach Naiobi nahe des Ol Doinyo Lengai sieht.

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Oben: Im Vordergrund ist der Empakaai-, im Hintergrund der Ngorongoro-Krater zu erkennen...

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#85 Beitrag von Picco » Do 02 Aug 2018 06:32

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Oben: Und hier sieht man vor allem den Ngorongoro (hinten) etwas besser...

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Oben: Ich weiss, schlechtes Bild, aber links der Bildmitte steht das Kilimanjaro-Massiv und rechts ist der Mt. Meru zu erkennen.

Schon bald sinken wir, zum Glück langsam und in Richtung Kilimanjaro Airport.
Die Landung fühlt sich an als ob wir über einen hartgefrorenen Acker holpern würden, das Wort 'ruppig' ist für diese Landung eher unter- denn übertrieben...
Doch wie durch ein Wunder kracht die Maschine nicht auseinander!
Es ist 13:10 Uhr und wir zwei werden noch im Flieger namentlich ausgerufen!
Ups!
Hab ich wieder mal was angestellt???
Die Flugbegleiter weisen uns an uns unten an der Treppe an die dort stehende Dame zu wenden, die uns gleicht übers halbe Rollfeld zu einem auf uns zu gehenden Mann schickt.
Kaum sind wir bei ihm merken wir wieder mal dass wir in Afrika sein müssen, denn der hat keine Ahnung weshalb wir zu ihm geschickt wurden!
Na Toll!
Verwechselt haben wir ihn nicht, denn er ist der einzige Mann in der Richtung in die sie gezeigt hat...
Na ja, wir stehen dann mal hinten an die lange Menschenschlange vor dem Eingang zum Flughafengebäude an...
...lang deshalb weil kurz vor uns ein grosser Flieger gelandet ist und nun einige hundert Touristen ihre Gelbfieberimpfung mit dem internationalen Impfpass beweisen müssen...jeder Einzelne!
Ich merke schon dass wir mit der ursprünglichen Buchung keine Chance gehabt hätten den Folgeflieger zu erreichen, aber so langsam dämmert nicht der Morgen sondern meine Einsicht dass sogar der verschobene Flug zeitlich knapp werden könnte!
Denn so viele Menschen hab ich an diesem Airport noch nie gesehen!
Plötzlich sehe ich eine nervös wirkende kleine Dame die die Schlange abgeht und jemanden zu suchen scheint. Beim Näherkommen hör ich endlich ihre Stimme fragend 'Claudio, Sabine' rufen und natürlich melde ich mich sofort!
Der Dame ist der Stress ins Gesicht geschrieben, sie packt mich mit den Worten 'follow me' am Arm, ich packe Sabine am Arm und schon rennen wir Drei an der Schlange vorbei! Die Dame, nennen wir sie mal die 'Flughafen-Schleuserin', fragt uns im Rennen nach unseren Impfpässen, wir gebe sie ihr und schon drängt sie sich an den Touristen vorbei zum Beamten der die Impfpässe kontrolliert. 20 Sekunden später sind wir schon drin!
Ich gebe ihr die vorab ausgefüllten Immigrations-Formulare, sie befielt uns hastig hier zu warten und uns nicht von der Stelle zu rühren, rennt an der nächsten langen Schlange vorbei zum Immigrationsoffizier und ist nach wenigen Minuten zurück...
...mit der Nachricht dass wir die A5-Blätter, die ausliegen, ausfüllen sollen.
Genau dieselben Formulare, die wir ihr mitgegeben haben, nur etwas anderes Papier...na ja, Bürokratie gibts halt auch in Afrika!
Während ich noch vor mich hin staune schiebt sie mehrere Touristen zur Seite und schafft uns Platz an einem der Stehpulte, damit wir die Formulare neu ausfüllen können. Nervös wartet sie neben mir und kaum bin ich fertig reisst sie mir die
Formulare aus der Hand, rennt zum Visa-Schalter und ruft mich zu ihr, ich greif nach Sabines Arm und schon rennen wir wieder an einer Schlange vorbei zu unserer 'Flughafen-Schleuserin'!
Erst jetzt sehe ich dass unsere 'Flughafen-Schleuserin' eine Uniform von Precision Air trägt und ein 'Airport-Staff'-Schild sie ebenfalls als wichtige Person auszeichnet.
Das hält aber eine Hamburgerin nicht davon ab sie mit der Bemerkung 'You can wait' zur Seite zu schubsen...
Der Immigrationsoffizier schaut sie und uns mit grossen Augen und verwundertem Blick an und macht sich dann daran diese Dame zu bedienen...
Unsere Hetzerin sagt zu mir das wir hier warten und nach dieser resoluten Dame die Formulare dem Offizier zu übergeben, sie müsse kurz weg und wir sollen dann hier auf sie warten. Die Nervosität der 'Flughafen-Hetzerin' überträgt sich so langsam auf Sabine und mich, die Tatsache dass die Frau vor uns ewig rumdiskutiert und offenbar eine ganze Familie durchschleust hilft auch nicht alles gelassen zu sehen.
Währenddessen fülle ich Sabines Formular aus, denn sie hat ihre Lesebrille nicht dabei und sieht das Formular schlicht nicht.
So im Stehen ohne Pult zu schreiben ist gar nicht mal so einfach...
Endlich bin ich dran, der Beamte verlangt meinen Pass und gleichzeitig kommt von hinten DER Spruch aus der dämlichen Klappe eines Franzosen: 'Wai you dont go at di end of the lain, du yu sink that yu are änising späschäl?'!
Ich dreh mich um, mein Gesichtsausdruck oder vielleicht auch mein Blick reicht ihm um kein Wort mehr zu sagen, und erkläre ihm eher zischend denn sprechend, aber trotz Puls 180 erstaunlich ruhig die Situation...ein 'oge-oge' (sollte wohl 'OK, OK' bedeuten) kommt ganz zaghaft zurück bevor ich ihm wieder den Rücken zudrehe.
Was für ein Arsch!
Ich kann ja verstehen wenn man nicht will dass jemand vordrängelt, mag ich auch nicht. Aber wenn eine klar als Flughafenangestellte zu erkennende Frau (und er hat sie sich vorher lange angeschaut) sagt dass dies ein Notfall ist und wir
schnell durch müssen um den Flug noch zu erwischen dann akzeptier ich das und mach Platz...wie es jeder geistig normal entwickelte Mensch auch machen würde...
...aber der nicht...
Pua, erst mal abreagieren...
Ich gebe dem Beamten die 2x50$ für die beiden Visa und, da wir ja hier warten sollen, stelle mich wieder neben die Schlange.
Einige gehässige Blicke zwischen dem Franzosen und mir später reicht mir die Warterei und ich geh mit Sabine im Schlepptau zum Fingerprint-, Foto- und Stempelschalter, denn ich sag mir dass wir hier sowieso noch durch müssen!
Und es dauert und dauert! Der Franzose erwischt offensichtlich einen schnelleren Beamten als ich und überholt mich mit arrogantem Lächeln im Schneckentempo der Menschenschlange...
Hab ich schon erwähnt oder angedeutet dass er mir sehr unsympathisch ist?
Nach langem Warten kommt unsere 'Flughafen-Schleuserin' völlig ausser Atem und verschwitzt zu uns und ist froh dass wir schon hier sind.
Kaum ist auch Sabine durch greift sich die 'Flughafen-Schleuserin' wieder meinen Arm und rennt an den Sicherheitsschleusen vorbei, Sabine rennt hinterher, keiner der Sicherheitsleute macht mehr als uns erstaunt nachzuschauen...
...dabei wollen die doch sonst immer dass ich mein Handgepäck fein säuberlich auspacke!
Wir rennen aus dem Flughafengebäude raus und gleich durch eine andere Türe wieder rein, wo sie unsere Boardingpässe holt und uns zur letzten Sicherheitskontrolle bringt...die uns auch tatsächlich kontrollieren!
...wenn auch ohne alles auszupacken...
Währenddem erklärt uns unsere 'Flughafen-Schleuserin' dass unser Gepäck nach Nairobi durchgecheckt wird und wir uns nicht darum kümmern müssen...
...Nairobi???
Das hat sie doch bisher schon mehrmals gesagt und wir haben sie jeweils mit 'Not Nairobi, we are on the way to Zanzibar!'
berichtigt...wie auch dieses Mal!
Aber so langsam frag ich mich ob wir auf dieser Reise eventuell nochmals einige Tage 'aus dem Handgepäck leben' müssen oder ob es klappt...
Um 13:10 Uhr sind wir gelandet, jetzt ist es 13:55 Uhr und wir sind im Wartesaal vom Abfluggate 1 angekommen und können zusehen wie der ursprünglich gebuchte Flug startet...
Phu, zum Glück hat uns Precision-Air umgebucht und durch den Flughafen geschleust!
Das nennt man Service!
Ich bekomm nun ein schlechtes Gewissen weil ich die Precision-Air-Angestellten in Entebbe doch ziemlich gehässig behandelt habe...aber damals wusste ich es ja noch nicht besser...
Endlich setzen wir uns hin und realisieren dass um uns herum eine Gruppe sehr laute Menschen ist...nein, nicht Amerikaner, noch Lautere!
Ich schau bei einem über die Schulter in seinen Pass rein und schon ist mir klar warum die so laut sind...es sind Russen!
Deren Manieren hab ich ja schon einige Male in St.Moritz kennen lernen 'dürfen'...
Nicht umsonst sind sie dort nicht sonderlich beliebt!
Na ja, solange sie nicht in derselben Lodge sind wie wir...
...oder...
...sind sie etwa???
Bevor ich weiter darüber nachdenke ist es schon 14:30 und das Boarding beginnt!
Schon um 14:50 heben wir ab und düsen in einem ruhigen Flug, der nicht vom Lärm des Turboprop-Antriebes überdeckt wird weil die Russen noch lauter sind, in Richtung Zanzibar.
Endlich!
War das ein Gehetze!!!
Schon bald sehen wir die Insel und kurz darauf landen wir auch zielsicher auf der Landepiste des 'Abeid Amani Karume International Airport', auch 'Kisauni Airport' oder englisch 'Zanzibar Island Airport' genannt.
Wir steigen aus, gehen über das Rollfeld zum Flughafengebäude, füllen je ein Formular aus und schon gehts durch den Zoll.
Nun heissts aufs Gepäck warten und so stell ich mich mal ganz nah an die mit Vorhängen 'verschlossene' Gebäudeöffnung, durch die die Gepäckwagen gerollt werden, hin. Schon bald ist jeder Platz um diese Öffnung besetzt, da drängt sich doch einer der Russen an mir vorbei indem er versucht mich zur Seite zu schieben!
Klappt nicht worauf er sich halt irgendwie zwischen mir und dem Mann neben mir durchzwängt...und mit dem Gepäcktrolley über meine Füsse rollt...
Mein böser Blick lässt ihn erschrocken ein 'excuse me' flüstern bevor er sich genau vor mir breitbeinig hinstellt um auf den Koffer zu warten.
Depp! Ohne Johnny, nur Depp...
Endlich wird der erste Handwagen unter dem Vorhang durchgeschoben und Sabines Koffer wird als einer der Ersten abgeladen.
Sofort möcht ich den holen, aber da steht ja der Russe vor mir...ich tippe im auf die Schulter, er dreht sich um und der Mimik nach bemerkt er erst jetzt dass auch ich auf die Koffer warte...schlaues Kerlchen!
Immerhin macht er Platz und so kann ich Sabines Koffer zu ihr bringen. Kurz darauf erscheint auch meine Tasche und mir fällt ein Stein vom Herzen, diesmal hats auch mit dem Gepäck geklappt!
Jetzt sind wir also inklusive unseres Gepäcks in Sansibar angekommen, Judihui!
Wir verlassen das Flughafengebäude mitsamt unserem Gepäck und gehen die Masse an Fahrern durch, ob irgendjemand unsere Namen auf dem Schild stehen hat...nur finden wir keinen!
Also geht Sabine alleine los, mischt sich in die Menschenmenge und schon bald sehe ich sie nicht mehr...doch nach kurzer Zeit kommt sie mit einem Typen im Schlepptau zurück! Toll! Und noch toller ist dass er der Fahrer des 'Sahari Zanzibar Resort' ist!
Er nennt sich 'Michelangelo', aber ich bin mir sicher dass er weder Buonarroti zum Nachnamen heisst noch die Sixtinische Kapelle ausgepinselt hat...
Also das Gepäck, das Handgepäck und last but not least auch uns in den Wagen und los gehts!
Leider weiss Michelangelo nichts davon dass er uns an einen Geldautomaten (ATM) für eine Visa-Karte bringen soll (da es ausserhalb Stonetowns auf ganz Sansibar keine ATM's gibt) obwohl ich das mit der Lodge so abgesprochen habe. Und deshalb
müssen wir nun einen kleinen Umweg fahren, da der am besten gelegene Geldautomat direkt am Flughafen gewesen wäre...
Aber wir haben Glück und der erste angefahrene ATM spuckt die auf Sansibar pro Tag maximal erhältlichen 400'000 Tansanianischen Shillingi, also etwa sFR.175.-, aus! Als zusätzliche Kosten werden mir vom ATM-Betreiber 15'000TSh von der
Karte abgezogen, was am ATM aber klar ersichtlich ist und bestätigt werden muss.
Wir fahren weiter und nach etwa einer Stunde erreichen wir den Jozani Chwaka Bay National Park und halten bei einigen Affen, die leider nicht die nur dort vorkommenden Sansibar-Stummelaffen (Zanzibar red colobus oder Piliocolobus kirkii) sondern Weisskehlmeerkatzen (Sykes' monkey oder Cercopithecus albogularis) sind.
Für Fotos reichts aber nicht, da sie zu schnell wieder verschwinden...
Weiter gehts und kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir die Lodge!
An der Rezeption werden wir vom Lodge-Manager Suleyman empfangen, nachdem er einige andere Gäste die zahlen wollen abgefertigt hat. Sabine bekommt dabei schon mal den Zimmerschlüssel, da sie dringend aufs Klo muss. Kaum ist sie zurück kommen wir dran! Suleyman erklärt uns die komplette Lodge und erstaunt mich mit Aussagen wie dass wir ein DeLuxe-Doppelzimmer mit Meerblick gebucht hätten, eben den von Sabine schon benutzten Raum 8...
...aber das mit dem Meerblick seit die Palmen gewachsen sind halt nicht mehr so wirklich ein Meerblick wäre...
Hallo???
Wachsen hier Palmen innert Sekunden oder was?
Hmmm....
Auch die Raumbezeichnung hab ich anders in Erinnerung, eher 'Premium Doppelzimmer' oder so, aber bevor ich schon zu meckern beginne will ich das Zimmer sehen und in Ruhe auf Booking.com nachlesen was ich gebucht habe.
Und er hat ja auf der Buchungsbestätigung nachgeschaut, also kann ja auch sein dass ich mich irre...
...also lassen wir uns mal aufs Zimmer bringen!
Zuvor will Suleyman aber dass wir bezahlen!
Und das mit 5% Kreditkartenzuschlag auf den Booking.com-Preis!!!
Ohne dass davon irgendwas vermerkt war!
Da meine Prepaid-Karte aber das zuvor für Tansania festgelegte tägliche Limit von sFr.750.- schon angebraucht hat und die Kosten hier 657,90$ wären funktioniert es natürlich nicht!
Ist auch nicht so dass ich die Lodge voraus bezahlen will...
Also gehen wir halt unbezahlter Dinge in Richtung Zimmer!
Und auch hier kommt mir etwas spanisch vor...nur weiss ich noch nicht so ganz was...
Auf jeden Fall wirkt es relativ klein, so ganz anders als auf Booking.com...

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Oben: Als Erstes das Klo, rechts ist der Durchgang zur Dusche noch knapp zu erkennen.

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Oben: Das Zimmer vom Eingang her...

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Oben: ...und von der Balkontüre her betrachtet.

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Oben: Der sehr kleine Balkon und die 'Seesicht' sowie die offensichtlich innert Sekunden wachsenden Palmen...

Wir gehen wieder runter zur Rezeption, aber Suleyman ist nicht vorhanden...
...also treibt uns das Knurren in unserer Magengegend ins Restaurant am Strand.
Der Kellner, nennen wir ihn mal 'Kellner 1', gut gekleidet aber mit einem kaum verständlichen Englisch, bringt die Speisekarten und nimmt die Bestellung je eines Aperol Spritz auf.
Eine Minute später steht er wieder da und will die Essensbestellung aufnehmen worauf ich ihm erkläre dass wir schon etwas Zeit benötigen um in dem fahlen Licht die Karte durchzulesen...
...trotzdem steht er etwa 30 Sekunden später wieder da und hetzt uns das Essen zu bestellen! Mein Ton wird etwas deutlicher, die Aussage bleibt, das Ganze aber noch immer freundlich.
Trotzdem vergehen wieder nur wenige Sekunden bis er wieder hetzt!
Und nun erklär ich ihm in klar wahrnehmbar gereiztem Ton dass er erst wieder kommen soll wenn wir beide die Karte auf den Tisch gelegt haben und nicht solange wir lesen!
Endlich legen wir die Karten hin und schon kommt er daher, hat offenbar gewirkt!
Sabine bestellt ein Curry und ich als Vorspeise einen Meeresfrüchtesalat und als Hauptspeise den 'Catch of the day', also irgendeinen mir unbekannten Fisch, eventuell auch mehrere davon...
Kellner 1 fragt ob ich beides haben will und ich schaue ihn einige Augenblicke mit grossen Augen fragend an und sage natürlich 'Yes, the Seafood-Salad and the Catch of the day, please'...
Dann geht er, bringt die Bestellung in die Küche, kommt wieder zurück und stellt die Tafel mit den Tagesgerichten, die nicht auf der Karte sind, so neben unseren Tisch hin dass nur wir sie lesen können!
Und dann sagt er auch noch dass man das auch hätte bestellen können, wir aber schon bestellt haben!
GRMPFL!!!
Und nach einiger Zeit (recht viel davon, nämlich 30 Minuten), in der wir das Meeresrauschen und den frischen Wind geniessen, kommt auch 'schon' je ein Aperol Spritz!
Weitere 45 Minuten und zwei Stromausfälle später kommt endlich das Essen!
Und zwar alles miteinander!
Na toll!
Ich frag dem Kellner 1 weshalb er beides zusammen bringt, da so ja die Hauptspeise kalt werden würde worauf er behauptet ich hätte gesagt dass er beides zusammen bringen soll!
So ein Quatsch!
Und das sag ich ihm auch, aber er behauptet weiter dass ich das gesagt haben soll!
Bevor nun das Essen noch weiter abkühlt beende ich das Gespräch und esse halt...denn das Gespräch ist offenbar sinnlos!
Aber immerhin schaffen wir es ihm zu erklären dass wir gerne zwei Gläser Rotwein hätten...und der Rotwein kommt sogar in brauchbarer Zeit an den Tisch!
Er ist nicht der Hammer...
Das Essen wäre wohl gut gewesen wenn es nicht kalt gewesen wäre!
So war es beim besten Willen kein Genuss und nebst der fehlenden Temperatur hat mich auch der sehr starke Rauch-Geschmack gestört...
Mein Eindruck dieser Lodge war nach den paradiesischen Bildern auf der Homepage und im Booking.com sehr gut, nach unserem Eintreffen aber sehr schnell ganz viel schlechter...
Na ja, zum Abschluss genehmigen wir uns noch je einen doppelten Amarulla und beenden diesen etwas nervigen Tag schon kurz darauf indem wir im Bett einschlafen, gute Nacht!

Tag 11: Wo ist der Manager???

Phu, warm war die Nacht trotz Klimaanlage!!!
Nicht so warm wie in der Pakuba-Lodge, aber ebenfalls sehr warm...
Bevor wir um 09:00 Frühstücken gehen stehen wir auf, duschen, machen uns zurecht und ziehen uns an, nicht zwingend in dieser Reihenfolge.
Wir entern das Restaurant und sehen schon dass unser 'lieber' und 'kompetenter' Kellner 1 wieder in Diensten steht...was unsere Erwartungen an einen reibungslosen Ablauf des Frühstücks doch massiv sinken lässt...
Das Frühstück dürfen wir aus einer aufgezählten Auswahl bestellen und es kommt auch recht schnell.
Ganz gut ist es auch noch, selbst der Cappuccino!
Kein Wunder, sind doch Italiener die Eigner!
Aber die Menge der Brote ist etwas gering bemessen, was Sabine den Versuch starten lässt Brot nachzubestellen.
Ui!
Was darauf folgt ist ein Vortrag weshalb man nur einmal bestellen kann und warum man sich doch bitte von Anfang an überlegen soll was man genau möchte!
Oha!
Bevor ich eingreife sagt er dann dass er heute als Ausname noch zwei Brötchen bringt, in Zukunft jedoch bitte alles von Anfang an bestellt werden soll!
OK, dann bestellen wir halt zukünftig sicher mehr als wir essen möchten, so einfach ist das...
Etwas angesäuert hol ich mir an der Rezeption die Internet-Daten und surfe dann im Zimmer im Booking.com sowie auf der HP der Lodge um meinen Verdacht, im falschen Zimmer zu sein, zu bestätigen oder zu widerlegen und knippse etwas rum.

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Oben: Der Pool von der gemeinsamen Terrasse her gesehen, dahinter das Restaurant und hinter dem der Strand und das Meer...
...und hinter dem Meer dann irgendwann Australien oder Malaysia...


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Oben: Der Rezeptions- und Schlaftrakt mit der gemeinsamen Terrasse

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Oben: Sicht aufs Meer...da, hinter den Palmen links am Restaurant vorbei sieht man es tatsächlich!

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Oben: Immerhin ist das Bett schön gemacht!

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Reisebericht: Picco in Uganda und Zanzibar 2018

#86 Beitrag von Picco » Fr 03 Aug 2018 04:37

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Oben: Auf der Homepage steht bei unserem Zimmer (Zitat)'and a balcony overlooking the ocean' (Zitat Ende)...
...mit Zoom (84mm KB-Aequivalent in diesem Fall) findet man auch etwas Ocean in der Aussicht...


Und tatsächlich hat die Lodge 4 DeLuxe-Doppelzimmer und zwei Premium-Doppelzimmer im Obergeschoss.
Dass Raum 8 zu den Premium-Doppelzimmern gehört kann aber aufgrund der Architektur schon nicht stimmen, denn es gibt nur zwei Zimmer die einen anderen Grundriss haben KÖNNTEN, und Nummer 8 gehört nicht dazu!
Kann aber sogar sein dass diese zwei Zimmer denselben Grundriss haben wie unseres, ich seh ja nur die Aussenmauern...
Und Meersicht haben wir ja auch nicht wirklich...
Da der Manager wieder mal nicht zu finden ist gehen wir am Strand spazieren, denn schön ists hier definitiv!
Und uns den Resturlaub verderben lassen wollen wir auch nicht!

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Oben: Bis zum grünen Streifen der Lodge-Eigene Strand mit den bequemen, wenn auch kurzen Liegen, danach der öffentliche Strand.

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Oben: Blick nach Norden...

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Oben: ...Blick zur Lodge...

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Oben: ...und Blick nach Süden....

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Oben: ...und Blick in Richtung Indien... ;-)
Schön ists hier! :-D


Obwohl es hier nur wenige Beachboys hat werden wir von einem angesprochen...logisch, denn wir sind weit und breit die einzigen Touristen an diesem Traumstrand...
Er gibt uns nicht nur seine Infos sondern auch seine Telefonnummer und ein Blatt Papier mit den diversen Angeboten inklusive der Preise! (Delfin-Tour 90$, Blue-Safari-Tour 120$, Schnorchel-Tour 60$, Prison-Island-Tour 120$ sowie die Spice- and Stone Town-Tour für 100$, alles inklusive Transport und Mahlzeiten ausser Delfin- und Schnorcheln als Ganztages-Tour, Tel +255 77 77 85 159)
Wau!
Sehr professionell, und logischerweise günstiger als das was ich in der Lodge gesehen habe.
Natürlich nennt er uns ganz sicher seinen richtigen Namen: Ali Baba...
Von den 40 Räubern sehe ich aber nirgends was (ich vermute Sindbad der Seefahrer hatte nicht genug Platz in seiner Gondel) und so quatschen wir noch ein Weilchen mit ihm, zumal er sehr anständig und freundlich und nicht im Geringsten aufdringlich ist.
Wir kehren wieder in die Lodge zurück, auch um die Angebote zu vergleichen, und sprechen die Frau an der Rezeption betreffend der falschen Zimmerkategorie und der 5% Aufschlag an.
Natürlich verweist sie uns an den Manager welcher nicht hier wäre und den sie selbst schon seit gestern nicht mehr gesehen haben will.
Na ja...
So legen wir uns an den schönen und angenehm kühlen Pool.
Während ich so döse soll der Manager an uns vorbeigegangen sein und alle ausser uns gegrüsst haben...
...erfahr ich nach dem Erwachen...
...na toll, Kerlchen, so langsam werde ich wütend!
Denn offenbar weicht er uns bewusst aus!
Also nochmals zur Rezeption wo ich damit abgespiesen werde dass der Manager nicht in der Lodge sein soll...
Na ja, dann organisiere ich halt für morgen die Spice- und Stonetowntour bei Ali Baba per SMS und, da es schon wieder Abend ist gehen wir schon bald ins Lodge-Eigene Restaurant essen.
So als letzte Chance, denn so schlecht kann es bei den Bewertungen doch gar nicht sein...

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Oben: Unsere Vorspeisen...von der Hauptspeise gibts keinen Foodporn...

Diesmal erhalten wir erst die Vorspeise und danach erst die Hauptspeise, dazu genehmigen wir uns je ein Glas Rotwein 'Savanna irgendwas'.
Und dieser ist gut genug dass wir gleich eine Flasche ordern!
Schön ists hier ja schon...
...der Wind, das Meeresrauschen, wie Temperatur, die Liegen am Strand unter Palmen...
Wir geniessen, aber in mir drin kocht was...und das sind keine Spaghetti!!!
...Sabine hab ich noch nicht alles erzählt was ich herausgefunden habe um ihr den Urlaub nicht zu verderben, aber offenbar kann ich mich einfach nicht verstellen...wenn mir etwas nicht passt muss es raus!
Nachdem sie mich auf meine schlechte Laune angesprochen hat erzähl ich ihr alles, was dann ihre Laune auch nach unten drückt...
Trotzdem gehen wir so gegen 22:30 ins Bett und schlafen dank kühler eingestellter Klimaanlage besser als letzte Nacht!
Gute Nacht!

Tag 12: Feilschen, feilschen, feilschen…

Durch den Drang die Sache zu klären bin ich schon früh wach, Sabine schläft noch während ich nochmals alle Infos in Erinnerung rufe.
So gegen 08:00 stehen wir auf und gegen 08:30 geh ich runter zur Rezeption.
Und wen treffe ich da?
Ja, den Manager Suleyman wie er leibt und lebt!
Sein Lächeln wirkt gequält und verschwindet bald ganz aus seinem Gesicht während ich ihm erkläre weshalb unser Zimmer nicht das sein kann was wir gebucht haben.
Währenddem kommt Sabine dazu und hört auch wie er versucht uns davon zu überzeugen dass wir doch im richtigen Zimmer sind, dass lediglich das Vorhandensein einer Minibar und Gratiswasser auf dem Zimmer den Unterschied zwischen den zwei Zimmern ausmachen würde...
...und das hätten wir doch im Zimmer, oder etwa nicht?
Sein Lächeln kommt zurück und wirkt siegessicher, doch es verschwindet sehr schnell wieder, denn ich erzähle ihm was auf Booking.com und auf der Homepage steht...
Und dann kommt ein Satz aus Suleymans Mund der Sabine und mich echt staunen lässt: 'You must be very intelligent to realise the differences between the two rooms, most of the people dont realise that there is no difference between the Deluxe- and the Premium-Room, just the price'...
Wau!
Starker Toback!!!
Werden also bewusst Leute verarscht?
Das wäre ja unglaublich!!!
Er erklärt weiter dass er gestern nicht da war weil seine Tochter im Spital gewesen wäre und versucht damit auf unser Mitleid zu bauen, was irgendwie nicht so ganz klappt...
Weiter erklärt er dass die Mutter der Lebensgefährtin des Besitzers Krebs diagnostiziert bekommen habe und deshalb auf einen vielleicht letzten Besuch hier in unser Zimmer einquartiert wurde.
Aha!
Hab ich es doch gewusst!
Er versucht uns mit einer kleinen Ermässigung und dem Wegfall der 5% abzuspeisen, da erklär ich ihm dass erst vor kurzem ein Deluxe-Zimmer für 200$ weniger (bei 5 Nächten) über Booking.com verkauft habe als das Premium-Zimmer kostet, worauf er mich entgeistert ansieht und sagt dass wir uns doch bitte überlegen sollen wie wir aus diesem Schlamassel raus kommen.
Päng!
Jetzt hat er wohl eingelenkt!
OK, ich sage ihm zu dass ich mir Gedanken mache und ihn kontaktieren werde und dann gehen Sabine und ich endlich zum Frühstück.
Logischerweise bestellen wir bei unserem Kellner 1 mehr als wir eigentlich wollen, viel zu viel, aber wir dürfen ja nicht nachbestellen... ;-)
Aber das schützt mich nicht davor etwas anderes zu bekommen als ich bestellt habe...die Diskussion läuft dann wieder in die Richtung 'Sie haben das so bestellt' 'Nein, ich habe dieses und jenes bestellt' usw...irgendwann lässt er sich darauf ein
dass ich die nicht gelieferten Pancakes mit Honig doch noch nachbestellen kann, den Honig hab ich aber auch dann erst nach mehrmaligem und zuletzt doch recht lautem und aggressivem Befehlston erhalten...
Mühsam!!!
Aber es geht mir echt schon ums Prinzip...
Dank Galgenhumor nicht schon wieder angesäuert gehen wir ins Zimmer und besprechen was wir wollen, danach geh ich zu Suleyman und bitte ihn zum Gespräch.
Wir setzen uns im Restaurant in eine Ecke, in meinem Sichtfeld die Frau die ich für die Mutter der Lebensgefärtin des Besitzers halte...
...und ihre Blicke sagen mir dass sie genau weiss weshalb Suleyman hier mit mir sitzt.
Ich schlage Suleyman vor den Preis um die 200$ zu senken, die 5% zu vergessen, die Fahrt vom Flughafen und die noch folgende Fahrt zum Flughafen (Je 55$) sowie für heute Nachmittag eine Hin- und Rückfahrt nach Stone Town zu übernehmen.
Seine Augen kullern dabei beinahe aus den dafür vorgesehenen Höhlen.
Natürlich versucht er zu handeln, merkt aber bald dass ich mit mir kaum handeln lasse.
Spätestens bei meiner Bemerkung dass Booking.com sicher eine Bewertung einfordern wird knickt er ein.
Unter der Voraussetzung dass ich ihm verspreche bei Booking.com eine gute Bewertung zu schreiben würde er versuchen den Besitzer davon zu überzeugen auf meine Forderungen einzugehen.
Worauf ich ihn darauf hinweise dass ich definitiv nicht lügen werde!
Darauf hin schlägt er mir vor auf Booking keine Bewertung zu schreiben, dafür würde er die 5% vergessen, die 200$ runter, beide Flughafentransfers übernehmen und uns die Stone Town-Transfers für heute 12:00 zum Selbstkostenpreis von 35$
organisieren und den Fahrer uns um 21:00 vor dem Mercury's in Stone Town wieder abholen lassen.
Womit ich mich einverstanden erklären kann, denn Ali Baba hat sich noch nicht gemeldet und meine Hoffnung dass wir heute Nachmittag noch die Spice- und Stonetowntour mit Ali Baba machen sind somit auch beendet.
Danach geht er kurz zum Besitzer rüber, einem Italiener namens Riccardo, etwas jünger als ich, und nach kurzer Unterredung kommt Suleyman zu mir zurück und sagt dass der Deal steht!
OK, also zurück ins Zimmer zu Sabine. Nachdem ich nun weiss wer der Besitzer ist ist mir auch klar weshalb die uns nie gegrüsst haben, alle anderen aber schon...
...na ja...
Um 12:00 gehen wir runter zur Rezeption und irgendwie wider Erwarten steht tatsächlich das Taxi für uns da! Also rein mit uns und ab nach Stone Town!
50 Minuten später spuckt uns das Taxi freundlich wieder aus und schon stehen wir vor dem Mercurys in Stone Town!
Da gehen wir als begeisterte Queen-Hörer bzw. Fan seit der frühen Pubertät (im 1986 war ich sogar mal an einem Queen-Konzert in Zürich) natürlich rein und geniessen erst mal was Kühles zu trinken.

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Oben: Tatataaaaaaa!!!! Wir sind da! Ab ins berühmte 'Mercury's Zanzibar', das aber eigentlich nichts mit Freddie zu tun hat...

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Oben: Und so siehts drinnen aus. Da es direkt am Strand und nahe dem Hafen liegt hat man immer was zu beobachten...
...nein, keine Badenixen sondern Schiffe und spielende Kinder! ;-)


Anschliessend gehen wir zum House of Wonders, vor dem unter einem kleinen Baum im 2016 einige Guides auf Kundschaft gewartet haben.
Doch heute schlendern wir dort durch und sehen keinen...
Doch plötzlich werden wir von einem angesprochen, der sich auch als offiziell zugelassener Guide ausweisen kann (soweit ich das überhaupt beurteilen kann).
Er nennt sich Hasan.
15$ soll uns die Tour kosten, für beide zusammen.
OK, da schlagen wir ein und schon gehts los!
So schlendern wir zum Brunnen der Forodhani Gardens, wo wir noch so einiges erklärt bekommen während wir in der prallen Sonne rumstehen.

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Oben: Der Brunnen der Forodhani Gardens, wo jeweils Abends das Food-Festival ist...

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#87 Beitrag von Picco » Sa 04 Aug 2018 09:30

Anschliessend gehts zum nebenan gelangweilt rumstehenden Beit al Ajaib oder House of Wonders, wo drei Jugendliche sehr an Sabines Handtasche interessiert zu sein scheinen und uns von hinten unnötig nah zu kommen versuchen...
...aber es reicht dass ich mich kurz umdrehe und danach klar zu verstehen gebe dass ich die Drei beobachte. Ich weiss zwar nicht ob sie wirklich kriminelle Hintergedanken hatten, es sah aber schon so aus.
Aber jetzt lassen sie uns in Ruhe.
Gut so.

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Oben: Das Tor des Beit al Ajaib beziehungsweise des House of Wonders.

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Oben: ...und die weniger schöne Ansicht des bereits eingestürzten Teils dieses Hauses...

Nach den Erklärungen gehts weiter ins alte Ford (Old Fort bzw. Arab Fort oder in Swahili Ngome Kongwe), das erste Steingebäude an Stelle des heutigen Stone Town, von den Portugiesen 1699 hier erbaut.
Offenbar ist das Musikfestival 'Sauti za Busara' gestern beendet worden, denn die Tribünen und die Bühnen werden abgebaut.
Schade dass wir das verpasst haben...
Nicht verpasst haben wir jedoch die Bilderausstellung in einem der Türme des Forts und wir können bestätigen dass einige sehr schöne Bilder da zu kaufen gewesen wären, wenn wir denn Bilder hätten kaufen wollen.
Wollen wir aber nicht...

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Oben: Ein Turm des alten Forts von aussen...

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Oben: Die Abbrucharbeiten des 'Sauti za Busara'-Festivals im alten Fort

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Oben: Eines der Gemälde im Turm drin, natürlich zu verkaufen...

Weiter gehts zum Mercury House, dem Haus das dem Vater von Freddie Mercury gehörte und in dem Klein-Freddie wohl aufgewachsen ist.

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Oben: Auf dem Weg vom alten Fort zum Mercury House kommen wir auch hier vorbei...

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Oben: Und dieses Haus hat dem Vater von Klein-Freddie gehört, hier ist er wohl als Kind rumgerannt...

Von dort gehen wir an Tipu Tip's Grab vorbei zu seinem Haus.
Wer Tipu Tip ist dürfte Wikipedia ausreichend erklären, auf jeden Fall würde ich ihn nicht als sonderlich netten und einfühlsamen Zeitgenossen beschreiben...

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Oben: Tipu Tip's Grab...mitten in der Altstadt!

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Oben: Die Eingangstüre zu Tipu Tip's Haus...

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Oben: ...und die Gedenktafel an diesen grössten Sklavenhändler Sansibars!

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#88 Beitrag von Picco » So 05 Aug 2018 09:24

Nun gehts zum Africa House, das heute ein Hotel ist.
Wie letztes Mal schon gehen wir ins heutige Hotel rein und auf die Terrasse während uns Hasan so dies und das zu erzählen weiss.

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Oben: Das ist das berühmte 'Africa House' in Stonetown! Innen schöner als aussen... ;-)
Wer mehr Bilder und Infos zu Stone Town möchte kann auch gerne in meinem Reisebericht 'DR Congo-Ruanda-Tansania-Zanzibar' von 08/2016 lesen...


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Oben: Decke des Treppenhauses im 'Africa House', das heute ein Hotel ist.

Weiter gehts durch das Dhow Palace Hotel, in dem uns auch eine ursprüngliche Mauer gezeigt wird und dann ab in Richtung St. Joseph Cathedral, einer katholischen Kirche im zu 99% muslimischen Zanzibar, von wo aus wir zum Jaws Corner schlendern.

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Oben: Unweit neben dem 'Africa House' befindet sich das 'Dhow Palace Hotel'...

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Oben: ...in dem man noch Reste der für Stonetown üblichen Korallenmauern unverputzt sehen kann.

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Oben: Aber nicht nur Korallenmauern gibts da zu sehen...

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Oben: Der Hinterausgang des Hotels mit seinen reichen Schnitzungen am Türrahmen...

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Oben: ...und die Residence 541, von der ich keine Ahnung habe was das genau sein soll...aber schön ists!

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Oben: Eine weitere der fantastischen Türen Stonetowns!

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Oben: Blick durch die Gassen zur St. Joseph Cathedral, deren einen Turm man in Hintergrund schon sieht.

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Oben: Und hier die katholische Kathedrale von vorne, für Fotos fieserweise mit Sonne in der Mitte...

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#89 Beitrag von Picco » Mo 06 Aug 2018 06:59

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Oben: 'Jaws Corner' mit dem Telefon am Mast...es heisst wer da raufklettern kann dürfe gratis telefonieren...
Obs stimmt hab ich nicht ausprobiert... ;-)


Dort werden wir von einem Händler angequatscht, der uns dann in seinen Laden einlädt. Kaufen tun wir zwar nichts, aber es stellt sich heraus dass er lange Jahre in der Schweiz gelebt hat! Und zwar im Tessin! Aber aufs Alter hin hats ihn dann doch zurück nach Stone Town gezogen, wo er sich jetzt über diese und jene Unzulänglichkeit und auch über die medizinische Versorgung ärgert.
Interessanter Kerl!
Auf dem Weg zur Anglikanischen Kirche und den Sklavenkammern ergibt sich noch ein Bild das als Sinnbild fürs recht friedliche Nebeneinander von Islam und Christentum stehen könnte.

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Oben: Turm einer britisch-protestantischen Kirche und Minaret einer Moschee einträchtig und friedlich nebeneinander...
...auf Sansibar offenbar möglich!


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Oben: Auf dem Weg zu den Sklavenkammern...

Anschliessend geben wir uns erst die Sklavenkammern und danach die Ausstellung mit vielen Fotos.
Diese dunkle Zeit der Sklaverei so nah zu sehen und sich damit zu befassen (wir lassen uns einiges an Zeit) ist schon sehr bedrückend, aber auch interessant! Sei es die Geschichte vom 8 Jährigen Jungen der mit einem schweren, riesigen Balken, an den er gefesselt war, flüchtete und danach Jahrelang so lebte bevor ihn jemand von den Fesseln befreite.
Oder seien es die Geschichten der Menschen die im Inneren Afrikas gefangen wurden, die lange Reise an die Küste als Träger eingesetzt wurden, an der Küste in ein Schiff verfrachtet und in Stonetown direkt vom Schiff in die Sklavenkammern geschleust wurden um dort drei Tage ohne Essen und Trinken zu sein. Nur um sicherzustellen dass nur die Stärksten überleben werden damit man sie als Sklaven verkaufen kann.
Unmenschlich ist noch nicht mal der Vorname!!!

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Oben: Ein Teil der Sklavenkammer für Frauen und Kinder...kaum hoch genug um sitzen zu können...
Mehr Bilder und Infos in meinem Reisebericht'DR Congo-Ruanda-Tansania-Zanzibar' von 08/2016...


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Oben: Ein Bild aus der Sklavenzeit mit einem dieser bedauernswerten Menschen...Eine Schnur durch die Nase gezogen wie bei einem Stier, die Hand gefesselt, am Hals fixiert...unmenschlich ist noch nicht mal der Vorname!!!

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Oben: Der grösste Sklavenhändler Sansibars: Tip(p)u Tip...mit vollem Namen 'Hamed bin Juma bin Rajab bin Mohammed bin Said el-Murjebi'...

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Oben: Alte Karte von Stonetown, damals noch mit der Lagune die in den Sklavenkellern bei Flut die Fäkalien ausschwemmte und durch die die Sklaventransportschiffe direkt zu den Eingängen unterirdischer Gänge zu den Sklavenkellern fahren und ihre 'Fracht' löschen konnten.

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Oben: Links das Telegramm mit dem London mitgeteilt wurde dass der Sultan 'Barghash bin Said Al-Busaid' (oder auch 'Sayyid Barghasch ibn Said Al Bu-Said', Bild rechts), zweiter Sultan von Sansibar, der Abkehr von der Sklaverei zugestimmt hat.

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Oben: Ein Foto eines sansibarischen Sklavenhändlers...

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Oben: Clara Sornas' Sklaverei-Denkmal in Stonetown...
Ein 1998 aufgestelltes Denkmal erinnert an die Gräueltaten in der Zeit der Sklaverei. Geschaffen hat dieses erschütternde Werk die schwedische Bildhauerin Clara Sornas gemeinsam mit Studenten des Bagamoyo College of Arts.

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Re: Reisebericht: Picco in Uganda und Zanzibar 2018

#90 Beitrag von Alter Hans » Mo 06 Aug 2018 11:08

Hab Dich wieder eingeholt, Picco. :D

Sehr interessant.
Hab herzlichen Dank für Deinen Bericht.

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