Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.
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sharkrider
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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#106 Beitrag von sharkrider » Do 07 Mai 2015 10:20

Doch immer wieder erstaunlich, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die Ihren Job einfach lustlos und letztlich nicht richtig machen.

Die fehlende Einsicht muss dann entweder eine Art Schutzfunktion sein oder doch gnadenlose Selbstüberschätzung.

Da fällt mir ein Spruch ein, den ich vor Jahren mal auf einem Kalender gelesen habe:

"Warum haben wir immer wieder Zeit alles zweimal zu machen, statt einmal und richtig"

In diesem Fall wäre einmal und nach Mindestanforderung ja whl schon gut gewesen. Aber vielleicht haben wir Nordeuropäer da ja ein völlig übersteigertes Anspruchsdenken :roll:

Immerhin hattest Du ja vorher Guides, die anders und besser waren. Selbst auf dieser Tour ja wenigstens für einen Tag.

Tolle Fotos hast Du jedenfalls trotzden geschossen :D
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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#107 Beitrag von Picco » Do 07 Mai 2015 13:45

Hoi Sharky

Danke!
Das mir den Fotos zu lesen tut gut, da ich da wirklich noch in den Anfängen stecke.

Was die Guides und andere Unmotivierte angeht seh ich's wie Du: Braucht nur unnötig Zeit und Nerven...

ThomasFF
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ich bewundere Deinen Langmut......

#108 Beitrag von ThomasFF » Do 07 Mai 2015 14:11

... denn ich hätte am ersten Tag, an dem ich nicht mit dem zufrieden gewesen wäre, einen anderen Guide verlangt.....

Und mich mit dem in Diskussionen einlassen...bei aller Menschlichkeit und Höflichkeit, wenn einer keinen guten Job macht, für den ICH mein gutes Geld bezahlen muss, dann lass ich mich nicht in Diskussionen mit dem ein, denn das ist Aufgabe seiner Führungskraft. Das einzige, was ich dem ins Gesicht sagen würde, wäre: "Du machst Deinen Job nicht gut......ich kann Dich nicht brauchen".

Und dann würde ich mich mit dem Leiter dort über Ersatz unterhalten......

Aber so.... das Thema Chege zieht sich wie ein roter Faden durch Deine ganze Geschichte und nimmt den Hauptplatz in Deinen Schilderungen ein, die schönen Reiseerlebnisse, die auf den Tierfotos durchscheinen, treten in den Hintergrund. Und durch ein A.....loch mir den Urlaub versauen lassen, ich persönlich lasse das nicht zu.

Und mit der Chege - Geschichte erweckst Du den Eindruck, eine Sch...zeit im Mara verbracht zu haben.....

Täte mir leid, wenn ich Dir damit zu nahe getreten sein sollte, aber so seh ich das eben. Ich bin sicher, Du hast aus der Geschichte soviel gelernt, dass Dir das in Zukunft nicht mehr passieren wird.....und für den Kili und Kibo sparste was und läßt Dich mit dem Heli rauffliegen....hihi....
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#109 Beitrag von Picco » Do 07 Mai 2015 20:43

Hoi Thomas

Keine Angst, Du bist mir nicht zu nahe getreten, wüsste nicht wieso!
Ich hab halt die Erfahrung gemacht dass ich mit den Guides doch recht gut umgehen kann wenn was nicht passt und mir die Guides passend machen kann.
Das passte bisher mit einer Ausname immer sehr gut, dass ich aber an einen solch selbstverliebten Guide gerate hab ich mir nicht im Traum vorstellen können.
Dazu kommt noch dass in der Gruppe so einiges nicht so gehandhabt wurde wie es betreffend Verhalten mit den betroffenen Personen im Vorfeld der ersten gemeinsamen Reise als Grundbedingung besprochen wurde.
Deshalb wird es nicht nur mit Chege sondern auch mit dieser Gruppenzusammenstellung keine weiteren Reisen mehr geben.
Mit einer PErson hab ich sogar ganz abgebrochen weil die Person sich so komplett daneben benommen hat.
Da hätte ich nicht nur den Guide sondern auch einen Teil der Gruppe auswechseln müssen... :wink:

ThomasFF
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Das kommt erschwerend hinzu....hihi....

#110 Beitrag von ThomasFF » Do 07 Mai 2015 22:01

...wenn dann noch die Mitreisenden querschießen....

Schade drum.... ich bin fast nie in einer Gruppe gereist... Ausnahme waren nur die Vereinsfreunde, weißt Du, die, weswegen ich damals in Dornbirn war. Aber das sind dann besondere Menschen, die ich jahrelang gut kenne und es dauerte nur eine Woche jeweils.

Und noch enger waren unsere Segeltörns, aber das waren auch Vereinsangehörige und außerdem erfahrene Segler, die alle genau wussten, wie man es schafft und was man unterlassen muss, um 3 Wochen lang zu 3 Paaren auf 12 qm zu leben, meist ohne Fluchtweg...hihi.....(Haie besuchen wäre gegangen..... :wink: :roll: ) und sich anschließend immer noch als gute Freunde zu mögen.

Aber sonst fahren wir immer allein.....
Gruß vom Thomas
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#111 Beitrag von Picco » Fr 08 Mai 2015 19:53

Tag 21: Umwege oder wie man den Tieren am Besten ausweicht

Guten Morgen Herr Schnarcher im Nebenzelt!!!
Danke für das Konzert!!!
GRMPFL!!!
Na ja, immerhin hat er erst um Fünf Uhr begonnen und ich bin mir sicher dass der Lärm jegliches Tier inkl. Löwen in die
Flucht geschlagen hat!!!
So kann ich wenigstend gemütlich und sicher zum Klo pirschen...
...und vor allem da sein bevor alle anderen sich über die Schüsseln hermachen!
Kurzes Frühstück und schon gehts ab auf Gamedrive!
Da ich Chege wirklich alles zutraue und diese Reise sogar zu einer rechtlichen Auseinandersetzung führen könnte filme ich
so dies und jenes...
...zum Beispiel wie unnötig lange es immer dauert bis wir durchs Gate sind!
Und ausgerechnet heute sind wir so schnell durch's Gate wie noch nie mit Chege: 24 Minuten!
Wir fahren in Richtung Airfield, links und rechts seh ich wenige Tiere an denen er einfach vorbei fährt, wohl weil er gar
nicht hinschaut, denn sie sind nicht zu übersehen.
Und natürlich verkünde ich jede Sichtung...'Hyena on the left, Bushbock on the right, Warthog-family on the left'...
Und bei jeder Sichtung zuckt er zusammen und dreht den Kopf in die angesagte Richtung...
...er hat's also gar nicht gesehen...
Na ja, nach etwa einer Minute hör ich auf, sonst explodiert er noch...
Manchmal kann ich ein kleiner Fiesling sein... ;-)
Wir holpern wieder denselben Weg wie vorgestern, diesmal sehen wir nahe der Stelle wo wir vorgestern 'Scar' gesehen haben
wieder zwei Hyänen, aber am anderen Ufer des Baches, recht weit weg und dunkel ist es auch noch.

Bild

Oben: Frühstück à la Hyäne...
Kurze Verschlusszeiten sind leider noch nicht möglich 1/100stel bei Iso 4000 und 1020mm KB-Aequivalent zeigen wie dunkel es noch ist...
Halt etwa drei Minuten vor dem folgenden Sonnenaufgangsfoto in einem schattigen Wäldchen in einem kleinen Tal...


Bild

Oben: Hyäne Nummer zwei, bei gleichen Bedingungen...

Bild

Oben: Here comes the sun lalalala... :-D

Wir holpern langsam weiter, suchen den Galeriewald des Bächleins nach Katzen und Kätzchen ab, wären auch mir einem Honigdachs
oder einigen Painted-Dog's zufrieden, aber: Nichts!
Keine Antilope, keine Prolope, kein Irgendwas!
Doch, einige Vögel wie Störche und Marabu's hats schon...

Bild

Oben: Marabu...nein, er gewinnt nie einen Schönheitswettbewerb...nein, sicher nicht!!!

Bild

Oben: Er wird nimmer satt, der Nimmersatt (Mycteria ibis)!!!

Wir fahren etwas weiter in Richtung der Gegend wo wir das Löwenrudel das letzte Mal sahen und: Wir finden sie!!!

Bild

Oben: Löwenmama auf Frühstücksschau?

Und während wir näher zu den Löwen fahren frag ich mich ob ich nun haluziniere oder nicht, denn ich seh direkt neben dem
Löwenrudel und bei den vieleicht vier Autos zwei Spitzmaulnashörner aus dem Busch kommen!!!
Und wieder lass ich es mir nicht nehmen: 'Twelf lions on the left and two black Rhinos on the right'... ;-)
Chege erschrickt wieder mal...er hätte sie ebenfalls sehen müssen, hat er aber nicht...
Jaja, es sind die kleinen Nadelstiche die einem Freude bereiten... ;-)

Bild

Oben: Mr. & Mrs. Black Rhino

Bild

Oben: Links vier Löwen und recht zwei Spitzmaulnashörnchen...

Bild

Oben: Hier ist's ausgeglichener: Links zwei Löwen und rechts zwei Spitzmaulnashörner!
...so eine Aufname kann nicht jeder vorweisen!!! :-D


Bild

Oben: Die Pupile beim rechten Auge (vom Löwen her gesehen das Linke) ist mir schon aufgefallen als ich die Fotos der
ersten Sichtung dieses Rudels angeschaut habe...zuerst dachte ich es wäre eine Zecke neben dem Auge, aber es ist im Auge...
Obs wirklich die (missförmige) Pupille ist oder was anderes sei mal dahingestellt...


Die Löwen sind unruhig, sie scheinen hungrig zu sein...
Wir hoffen auf eine Jagt!
Und plötzlich duckt sich eine Löwin in die Wiese und beginnt zu schleichen...

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Clarence......

#112 Beitrag von ThomasFF » Fr 08 Mai 2015 22:46

Das ist eine Ur- Ur- Ur...........Ur-Enkelin vom schielenden Löwen aus Daktari.... sieht man doch gleich....hihihi....
Gruß vom Thomas
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#113 Beitrag von Picco » So 17 Mai 2015 19:48

Bild

Oben: Sie nimmt die Angriffsstellung ein...jede Muskelfaser ist sichtbar angespannt...

Bild

Oben: Die Löwen auf der anderen Seite ducken sich auch, sind ganz nervös, bewegen sich nicht...

Links und recht unseres Autos hat's Löwen, links und rechts ducken sie sich, gehen in Deckung...
Ich schau am Auto hinter uns vorbei, dorthin wo alle Löwen hinschauen...
und was seh ich da???
???
...
!!!
Da seh ich ein...
...
...
...Warzenschwein fröhlich pfeiffend des Weges gehen...nichtsahnend!
OK, gepfiffen hat's nicht, hätte aber zu dem fröhlich wirkenden Gang gepasst! ;-)

Bild

Oben: Frisch-fröhlich hoppelt es daher, das Warzenschwein!
Leider ist die Strasse schärfer als das Schwein... :-(


Und plötzlich gehts los!
Das Schwein erblickt die Löwen, streckt seinen Schwanz senkrecht in die Höhe und rennt los!
Beinahe genau auf die im ersten Bild zu sehende Löwin zu!!!
Und nun rennt auch die los, aber erwischt das Schwein ganz knapp nicht!
Das Schwein rennt weiter!
Die Löwin hinterher!
In einem enormen Tempo fliegen die beiden Tiere durch die Wiese, unglaublich schnell, ich komm mit der Kamera nicht nach!
Leider...
Hier eine Hake schlagen, da etwas geradeaus sprinten, dann wieder eine Hake...
Echt, dass die Warzenschweine so extrem schnell sind hätt ich nie gedacht!
Man weiss es vom Fernsehen und vom Lesen, aber wenn man das mal gesehen hat, WAU!!!
Die Löwin hat keine Chance!!!
Phu!!!
Das war Spannung pur!!!
Die Löwin kehrt zu den anderen zurück und dort wo wir das Schwein erstmals gesehen haben kreuzt ein Fünfbein die Strasse...

Bild

Oben: Das seltene afrikanische Fünfbein, nahe mit dem Elefanten verwandt!

Bild

Oben: Die Löwen lassen's nun erstmal friedlich angehen...ein Hügel voller Löwen! :-D

Und dann...
Plötzlich wird eine Löwin aktiv, schleicht sich an den Autos vorbei...
Die Löwen auf dem Hügelchen ducken sich, die schleichende Löwin ist völlig konzentriert, diesmal links von uns...
Sie schaut wie mir scheint durch die Büsche hindurch auf die kleine Wiese...
Ich seh nichts...
...und die Löwin bewegt sich ganz vorsichtig im Schleichgang weiter, bleibt plötzlich wieder stehen...
Ich schau immer wieder in Richtung ihres Blickes und da!!!
...
Ein Warzenschwein kommt aus einem Busch!
Es bleibt stehen, schaut sich um, grast dann aber friedlich weiter...
Die Löwin wartet bis das Warzenschwein sie nicht mehr direkt sehen könnte und schleicht dann weiter in jene Richtung, in
der ich das Schweindl nicht mehr sehen kann...
...bleibt wieder stehen...
...schleicht wieder weiter...

Bild

Oben: Pssst...gaaaaaaanz ruhig schleichen, gaaaanz ruhig!!!

Während die eine Löwin versucht sich ans Warzenschwein zu schleichen gibts offensichtlich eine Art der Verständigung zwischen
einer älteren Löwin rechts der Autos und den Löwen auf dem Hügel, die im Blickfeld des Warzenschweines liegen!
Denn ohne dass ich irgendwas höre sind die 'Hügellöwen' plötzlich aktiv, schauen erst zu der Löwin auf der anderen Seite
und begeben sich dann ebenfalls mehr oder weniger schleichend zu ihr hin, so dass das Warzenschwein diese Löwen nicht mehr sehen kann
weil nun die Autos Sichtschutz gewähren!!!
Die schleichnde Löwin ist nun schon sehr nah am Busch, bewegt sich aber nicht mehr weiter und wirkt plötzlich völlig ziellos...
Offenbar wurde sie entdeckt...
Also keine weitere Jagd mehr vor unseren Augen...

Bild

Oben: Die zusammen in den Sichtschutz der Autos gerufenen Löwen...

Nach einiger Zeit gehen die Löwen weiter, wir tun dasselbe, nur dass wir nicht gehen sondern fahren...jaja, wir sind unsportlich!
Da zwischen Chege und mir Eiszeit herscht hat Axel freie Wahl was wir als nächstes suchen wollen...er entscheidet sich,
natürlich mit meinem Einverständniss, für grosse Krokodile, denn für die ist der Mara River berühmt und wir haben erst wenige
davon gesehen.
Wir sind etwa 500m vom nächsten Mara Crossing Point entfernt, wo ich bisher immer grosse Krokodile gesehen habe, auch am
Tag als Anderson mit uns da war.
Deshalb bin ich doch massiv erstaunt dass Chege in die andere Richtung fährt!
Na ja, kann ja sein dass er einen Punkt kennt den ich nicht kenne....warten wir's mal ab...
So fahren wir dem Galleriewald entlang und da sehen wir natürlich auch einige Tiere...denn in der Gegend wimmelt es auch
ausserhalb der Migration von Tieren!

Bild

Oben: ...kleiner Elefant ganz gross am überlegen ob er den mächtigen Baum vor sich umstossen kann oder nicht...
...er entscheidet sich für einen zaghaften Versuch und...scheitert... ;-)


Bild

Oben: ...was der Pavian in der Baumkrone mit Gelassenheit beobachtet...

Bild

Oben: Auch Wasserbock's zeigen sich von der (besten?) Seite...

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#114 Beitrag von Picco » Di 19 Mai 2015 18:08

Nach ewig langer Fahrt zu einem Hippopool mit Toilettenhaus, aber ohne Krokodile fahren wir weiter, wieder um die zehn Minuten
auf der Hauptpiste...
Er hält in der Nähe des Mara Rivers so an, dass wir knapp den Kopf eines Krokodils, das im Wasser liegt, sehen können...
Na ja, ich hab auch nicht erwartet dass er sich Mühe gibt...
Immerhin ist ein Goliathreiher zu beobachten...

Bild

Oben: Goliathreiher, Ardea goliath, mit 1.40m Höhe der grösste Reiher

Cheges Frage was wir nun sehen wollen müssen wir leider wieder mit grossen Krokodilen beantworten...nur ein Kopf reicht nicht!
Ich schlage ihm vor dass wir zu eben jenem Mara Crossing Point 500m neben dem Löwenrudel fahren...
...was wir dann auch tun!
Und nach etwa 45 Minuten Fahrt sind wir wieder dort wo wir kurz nach acht mit dem Wunsch grosse Krokis zu sehen losgefahren sind...
...und fünf Minuten später, kurz nach 11:00 Uhr sehen wir grosse Krokodile...
Traurig, wenn sich der Tourist in der Gegend etwas auskennt... ;-)

Bild

Oben: Krokodile, nach beinahe 3 Stunden unnötigem Kilometer fressen dort gefunden wo wir am Anfang nur 500m entfernt waren...
Ich als Fahrer hätte es zuerst in der Nähe versucht...aber ich bin nicht der Fahrer...


Schon bald gehts auf den Weg zurück zur Lodge...

Bild

Oben: Familie Warzenschwein inkl. adoptiertem Nachwuchs (pssst...die Gazelle weiss noch nichts davon...pssst!) am Wegesrand.

Bild

Oben: Herr Sekretär auf dem Weg zur Arbeit!

Auf dem Rückweg sagt Axel zu Chege dass er am Nachmittag gerne in jenen Wald da am Mara River fahren würde, wenn das möglich ist.
Chege lässt sich den Wald zeigen, überlegt kurz und bestätigt dass das möglich ist und wir das tun werden.
Und dann gehts rauf zur Lodge, das Mittagessen ruft...
Wobei es eher unsere Mägen sind die knurrend rufen...
Es schmeckt wieder sehr gut, und natürlich muss Chege's Freund von der Bedienung wieder seine Sprüche ablassen...
...wieder ohne etwas direkt zu sagen, wieder nur Andeutungen...
Na ja, mich trifst Du damit nicht, Kerlchen...
Nach dem Essen geh ich mich etwas hinlegen, später ins Internet, unter die Dusche und dann scheitere ich kläglich beim Versuch
in den Shop zu kommen...weil der geschlossen ist...
Demnach gibts aus diesem Urlaub keine Ansichtskarten...sorry an alle die eine erwartet haben! :-(
Um halb vier holpern wir wieder die Bruchkannte des ostafrikanischen Grabenbruches runter in die Mara.
Chege fährt die kleine Piste, die vom Gate zum Kichwa Tembo Tented Camp führt, das wäre der kürzeste Weg zum Wald am Mara River...
...sagt zumindest er...
Na ja, ich hab da so meine Zweifel...
Und tatsächlich: Wir fahren zwar einen Wald entlang, sind aber weder im Wald noch in der Nähe des Mara Rivers...sondern etwa
einen Kilometer entfernt!
Axel ist es offenbar egal dass wir weder in den Wald fahren noch am besprochenen Ort sind...
Na ja, ich hab versprochen mich nicht aufzuregen und ruhig zu bleiben...und ich halte meine Versprechen wenn irgend möglich!
Wir sehen keine Tiere und so fahren wir weiter.
Chege fasst den Auftrag uns Tiere zu zeigen und fährt los, wie schon seit dem Tag nachdem Axel ihn gebeten hat schneller zu fahren
erreichen wir nur sehr langsames Schritttempo...
Und Chege fährt so wie kein anderer Guide es an diesem von Tieren wimmelnden Ort schaft: Eine volle halbe Stunde lang ohne dass
wir im Umkreis von vieleicht 200m auch nur ein Tier, nicht mal einen Vogel, sehen!
Nicht mal ein Insekt hab ich bewusst wahrgenommen, absolut nichts ausser Gräsern und Büschen, nichts!!!
Bravo!
Ich bin sicher dass das hier noch nie jemand vorher geschaft hat!!! ;-)
Während dieser halben Stunde unterhalten sich Axel und ich mehrmals darüber ob das nun die blanke bewusste Provokation ist
oder nicht...und kommen beide zum Ergebniss 'ja, es ist die reine Provokation, aber wir lassen uns nicht provozieren'...
Eine 5/4tel Stunde nachdem wir abgefahren sind sehen wir doch noch ein Tier...und es ist grösser als ein Insekt! ;-)

Bild

Oben: Weiss-Stirnspint (Merops bullockoides) beim die Klappe aufreissen!

Und nicht nur den, sondern auch noch weitere Tiere sehen wir trotz Chege's Rumgegurke...

Bild

Oben: Kleine Elifamilie...immer wieder schön anzuschauen!

Wir gurken noch bis zur Parkschliessung unmotiviert rum, sehen kurz vor der Fahrt zur Lodge nochmals die Löwen, aber nur
in schlechtem Licht, weit weg und faul rumliegend...
Also rauf zur Lodge...
Beim Abendessen wieder die Sprüche, aber...
...
...Chege kommt ohne Aufforderung meinerseits zu uns und bespricht den morgigen Ablauf!
Offensichtlich kann er doch dazulernen...
Schon bald gehts ind Bett, denn so beinahe komplett Game-lose Gamedrives machen auch müde, gute Nacht!

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#115 Beitrag von Picco » Do 21 Mai 2015 13:57

Tag 22: Endlich nach Hause!!!

Schon sehr früh bin ich wach, es ist kurz nach vier.
Aber das passt, denn ich muss ja heute die Tasche packen, es geht ja heute Abend in Nairobi zum Flughafen...
...hoffentlich!!!
Ich vertrau Chege absolut nicht und bin mir erst sicher dass er uns am Sarova Stanley Hotel in Nairobi abliefert wenn wir dort sind...
Na ja, wir werden sehen ob wir da ankommen oder nicht...jetzt kann ich eh nicht mehr viel dazu beitragen falls er sich quer stellt...
Ich hoffe das Beste...
Also mach ich mich daran wieder alles in die kleinere, fluggepäckbestimmungsgerechte Tasche zu stopfen...
...Schwerstarbeit am Morgen, und das möglichst leise, denn in den umliegenden Zelten schlafen ja noch Leute...
Da die Salametti's und die Getreideriegel ja weggefuttert bzw. verschenkt sind und nichts dazugekommen ist bin ich diesmal sicher
unter den erlaubten 23kg, denn gut 23,6 kg hatte die Tasche ja auf dem Hinfug und das Zeug hatte rund ein Kilo...passt!
Zumindest vom Gewicht her, vom Platz her muss ich doch so einige Male umpacken bis alles drin ist.
Dann noch die letzten Notizen des Urlaubes machen, die wenigen Fotos des Vortages sichten und schon ist es sechs, Zeit für
die hoffentlich letzte ordentliche Sitzung in Afrika!
Zumindest für diese Reise! ;-)
Anschliessend das letzte Frühstück hier und um halb sieben nochmals auf einen Gamedrive, den Letzten mit Chege, definitiv!
Nochmals empfängt uns diese wunderschöne, extrem tierreiche Gegend schon frühmorgens mit einem Sonnenaufgang... :-D

Bild

Oben: Oloololo Gate, 07:05Uhr, Windstill, die Frisur...na ja, lassen wir's...

Wir tuckern wieder dem Wäldchen entlang, um einen Busch herum, wieder sehr, sehr langsam...
Plötzlich zeigt Chege in Richtung Busch und sagt 'White Rhino'!
...einige Zeit später, halt so lange wie man im Schleichtempo benötigt um die vier Meter zwischen Chege und mir hinter sich
zu bringen, seh ich auch endlich mal am Busch links von mir vorbei, und tatsächlich: Ein Spitzi zum Abschied! :-D

Bild

Oben: Frühmorgendliches Spitzi...das sich leider nicht recht ins tolle Licht stellen will...

Der Gamedrive beginnt schon mal gut, ein grosses Danke an die vielen Tiere der Gegend!
...die sich kurz darauf sogar zum Abschiedsfoto bestens ins Licht stellen! :-D

Bild

Oben: Tschüss, Impalas, war schön mit Euch! Gerne wieder mal! :-D

Bild

Oben: Selbst das Löwenrudel posiert nochmals! :-D Tschüss und danke auch Euch!

Bild

Oben: Und auch die Familie 'Eli' will nochmals posieren, auch Euch: Danke dafür und bis hoffentlich bald mal wieder!

Wir fahren weiter, wollen versuchen einen Leoparden zu finden, plötzlich kommt einige hundert Meter vor uns ein Tier von
links aus dem Gras auf die Piste...
...nur...was ist das?
Chege bleibt sofort stehen...
Sieht nach einer Katze aus...
Aber nach einer Kleinen...etwa ein Serval???
Ich versuche zu fotografieren um es auf dem Bildschirm näher ranzuzoomen...
...aber Chege fährt los, so dass es zu verwackelt ist um es richtig zu erkennen...
Ich mach während der Fahrt einige Fotos, auf einer ist das Tier sogar zu erkennen: Tatsächlich ein Serval!!!

Bild

Oben: Meine zweite Servalsichtung, wie schon die Erste hier im Mara Triangel! Wunderschön!
Leider nicht ganz scharf, da aus dem fahrenden Auto rausfotografiert und 1zu1 rangezoomt...


Das Kätzchen läuft weiterhin auf der Strasse weit vor uns her, bleibt stehen, sieht zu uns zurück und...
...verschwindet rechts im hohen Gras!
Wir fahren dorthin wo die Katze im Gras verschwunden ist und sehen...
...Gras...
...nur Gras...
...hohes, trockenes Gras...
...aber keine Katze...
...plötzlich eine Bewegung!!!
...und tatsächlich, das Warten hat sich gelohnt!
Fotografieren macht leider (noch) keinen Sinn, man würde nur Gras mit einigen Schatten sehen, aber beobachten liegt drinn!
Der Serval schaut sich um, die Ohren drehen sich nach allen Seiten, er ist offenbar auf der Jagd!
Und dann geht er weiter...
Wir verlieren ihn aus den Augen...und trotzdem bleiben wir stehen und suchen und suchen...
Beinahe gleichzeitig sagen Axel, Chege und ich das wir ihn wieder sehen!
Und diesmal kann ich ihn fotografieren, wenn auch nur ganz kurz gut sichtbar...

Bild

Oben: Da sitzt er doch, da sitzt er doch!!! :-D

Und schon verschwindet er wieder...
Wir sprechen noch kurz darüber und bemerken dass 'mein' Serval an einem ganz anderen Ort sass als Axel und Chege ihn gesehen haben...
Waren es etwa zwei dieser Einzelgänger???
Offenbar schon, denn ich hab ja 'meinen' fotografiert und vier Augen haben den Anderen gesehen!
Na ja, war auch so ein wunderschönes Erlebniss!!!
:-D
Wir fahren weiter, wieder auf Leo-Suche.
Chege hält mal wieder im Nirgendwo und sucht mit dem Fernglas die Bäume in einigen hundert Metern Entfernung ab, ich mache
dasselbe mit meiner Kamera...
...und ich sehe was...fotografiere es, zoome es heran...
...ein hellbraunes Etwas, das da im Baum hängt!
Nicht klar zu erkennen was es ist, deshalb zeige ich es Chege, der sich heute ganz anständig benimmt.
Er sagt dass das ganz klar eine Grant-Gazelle ist!
Er fragt wo ich das gesehen habe, ich zeige es ihm, er schaut einige Zeit durchs Fernglas, setzt sich hin und fährt los!
Wau!
Ab zu einem Leo-Riss im Baum!
Denk ich zumindest bis...
...ja, bis wir zu einer Weggabelung kommen, wo er rechts statt links abbiegt...
...nicht in Richtung der Baumgruppe sondern ich Richtung Gate, obwohl wir gemäss seiner gestrigen Rede noch beinahe eine Stunde
Zeit haben!
Mir bleibt mal wieder der Mund offen stehen!!!
Da sieht man auf der Suche nach einem Leoparden einen offensichtlichen Leopardenriss und er fährt obwohl wir keinen Zeitdruck
haben nicht hin!
Weil ich ihn entdeckt habe???
Ich nehms mal an...
Am Meisten erstaunt mich aber Axel, denn obwohl er mitbekommen hat dass da eine Grant im Baum hängt und er den Wunsch nach
dem Leo geäussert hat stört er sich nicht daran dass wir nicht dahin fahren!
Zumindest sagt er beruhigend zu mir wir sollen doch einfach die Landschaft geniessen...
Unrecht hat er ja nicht, es ist besser als jetzt einen weiteren Streit mit Chege anzufangen, wo wir nun definitiv auf
ihn angewiesen sind weils für eine Organisation eines anderen Autos für die Fahrt nach Nairobi zu spät ist...
Wir tuckern also die Landschaft geniessend zurück zur Lodge und ich mach mich ans Bezahlen der Getränke...
...was sehr chaotisch abläuft...
...aber nicht weil der Lodgemanager, der für die Zahlung zuständig ist chaotisch wäre, nein, weil zwei andere osteuropäische Touristen
weder Anstand noch Respekt vor irgendwas haben und laut palavernd ins besetzte Büro reinlatschen und während der Manager und ich
die Getränkeliste besprechen mir ins Wort fallend den Manager anquatschen!
Der versucht mehrmals anständig die beiden zu bitten draussen zu warten, die beiden quatschen aber einfach weiter in unser Gespräch rein...
Erst eine agressive Bemerkung meinerseits bringt die zwei Typen dazu sich über mich beklagend rauszugehen...
Idioten gibts halt überall...
Irgendwie schaffen wir's dann doch noch die Rechnung anzuschauen und zu bezahlen und schon gehts ins Zelt, die Tasche holen
und zum Auto bringen.
Chege fragt uns ob wir was dagegen hätten wenn ein Mitarbeiter der Lodge nach Nairobi mitfährt, was wir natürlich erlauben.
Wäre ja Schwachsinn wenn wir mit leerem Auto fahren und er das Daladala nehmen muss...
Nachdem wir eingestiegen sind entpupt sich der Mitarbeiter als der Sprücheklopfer vom Restaurant...
...na toll...
Wir fahren um 10:23 los, durchqueren die Ortschaft Lemek um 11:37, sind um 12:44 in Narok und machen zwischen 13:11 und 13:34
kurz nach Narok unsere Mittagspause am Strassenrand.
Da ich schon seit gestern Verdauungsprobleme und wieder Anzeichen von erhöhtem Histamin habe bin ich zurückhaltend beim Essen,
denn wer will schon Durchfall auf so einer Fahrt oder im Flieger...ich zumindest nicht!
Also ess ich das Hühnchen nicht, da das mit Sicherheit die grösste Histaminbombe ist.
Der Rest des Lunchpacketes ist schnell gegessen, die uns umgebende Landschaft voller Plastikmüll...kein Grund lange zu bleiben!
Um 13:59 gehts durch Ntulele, am Shopping-Center vorbei...

Bild

Oben: In Ntulele macht Staub wischen offenbar wenig Sinn...aber es hat eine Bar und ein Shopping-Center sowie natürlich einen Markt.

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Oben: Typischer Ort in dieser trockenen Gegend...Ntulele...

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Oben: Ja, der Speed hat wohl wirklich gekillt...Tipps zum Verhalten im Strassenverkehr auf afrikanisch...ebenfalls in Ntulele gesehen.

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#116 Beitrag von Picco » Sa 23 Mai 2015 13:35

Bild

Oben: Der Ort Suswa schon etwas besser aus...

Bild

Oben: Impressionen aus Suswa...

Um 14:40 sind wir genau zwischen dem Mt. Suswa und dem Mt. Longonot und um 15:04 erreichen wir die Strasse die von Naivasha
nach Nairobi führt.
Also 4 Stunden und 18 Minuten reine Fahrzeit vom Mara West Camp am Ololoolo-Gate bis zum Abzweig von der Strasse Nairobi-Naivasha
nach Narok.
Schon bald gehts steil den ostafrikanischen Grabenbruch rauf an unendlich vielen Markthäuschen vorbei in die Hochebene.

Bild

Oben: Immer wieder am Strassenrand: Gemüse- und Früchtestände mit wunderschön feilgebotenen Waren.

Bild

Oben: Das letzte Foto dieses Berichtes: Limuru

Um 15:36 durchfahren wir Limuru und kurven die Auffahrt zur Schnellstrasse A104 'Eldoret-Malaba-Road' rauf.
Um 15:55 lassen wir den Serviceangestellten, der auf der Fahrt auch noch eine Anspielung von sich liess, in der Nähe des
Kikuyu Town Bus Parks in Gitaru raus und düsen nun zu dritt weiter nach Nairobi.
Um 16:34 erreichen wir das Sarova Stanley Hotel, wo Axel ein Zimmer gemietet hat, weil er erst am folgenden Morgen losfliegt.
Wir benötigten also reine Fahrzeit zwischen dem Abzweig von der Strecke Nairobi-Naivasha nach Narok genau 1,5 Stunden,
plus die 4 Stunden 18 Minuten vom Mara West bis zur Abzweigung sind also 5 Stunden und 48 Minuten vom Mara West Camp bis
zum Sarova Stanley Hotel in Nairobi.
Gemäss Google Maps sind das 257km, also hatten wir einen Schnitt von gut 44km/h, trotz guter Strasse ab Narok.
Wir nehmen unser Gepäck entgegen, Axel gibt Chege sein Trinkgeld und verabschiedet sich von ihm mit einer Umarmung...
:-O
Ich staune und auch Chege schaut mich dabei mit grossen Augen und überraschtem Gesichtsausdruck an...
Das hat er offenbar genausowenig erwartet wie ich...
Na ja, die Verabschiedung zwischen Chege und mir ist deutlich weniger innig, wir geben uns zwar die Hand, aber
da ist nicht ein Ansatz von Lächeln oder so was vorhanden, weder bei ihm noch bei mir.
Und Trinkgeld geb ich natürlich absolut keines...denn das hat er meiner Meinung nach nicht nur nicht verdient, sondern es sich
komplett verspielt!
Wir beide sagen nur je ein einziges Wort: 'Bye!'...
Schon gehts durch die Sicherheitskontrolle und den Scanner rein ins Hotel, wo Axel dann sein Zimmer und seinen sowie ich meinen
Flughafentransfer klar machen und auch klären ob ich hier im Hotel bleiben kann, was bis 22:00 kein Problem ist, da Besucher
bis 22:00 auch in den Zimmern erlaubt sind.
Also ab ins doch recht schöne und grosszügige Zimmer, wo Axel mir das Klo und auch die Dusche überlässt, während dem er
das Hotel erkundet.
Danke dafür, Axel! :-)
Natürlich nimmt er den Zimmerschlüssel mit, was dazu führt dass das Licht bald Feierabend macht...
Toll!!!
Zum Glück hab ich das iPhone dabei, so hab ich wenigstens etwas Licht um mein Geschäft fertig zu machen.
Axel ist mit dem Schlüssel natürlich schon über alle Teppiche, also pack ich meine Taschenlampe aus und dusche halt im
Taschenlampenlicht... ;-)
Tut das gut!!!
Warmes Wasser, herrlich!!!
Und dank dem nicht so optimalen Licht seh ich auch nicht welche Brühe da an mir runter läuft...
...wir wurden ja etwas eingestaubt auf der Fahrt...
Kaum bin ich wieder angezogen kommt auch Axel zurück und übernimmt kampflos die Nasszelle.
Frisch geduscht sind wir nun beide und schon kommt das SMS von Elvira, einer in der Nähe von Nairobi lebenden Schweizerin mit eigenem
Safari-Unternehmen 'Bush Trucker Tours(klick mich), die ich schon ewig aus Afrika-Foren und seit 2011 auch in der Realität kenne.
Ihr sehr stimmiges und auch günstiges Angebot war bis zuletzt in der engsten Auswahl...aktuell bereue ich dass wir nicht dieses
genommen haben, obwohl Raphael wirklich alles richtig gemacht hat.
Mit ihr wollen wir heute zu Abend essen und etwas quatschen und nun steht sie schon unten im Foyer!
Wir kurz darauf auch!
Sehr schön sie mal wieder zu sehen!
Kaum haben wir uns begrüsst lächelt mich ein Mann von der Seite an und begrüsst mich...
Ich begrüsse ihn auch und hab keinen blassen Schimmer wer er ist...was man mir wohl auch ansieht!
Denn er lacht und sagt dass er Raphael ist!
PEINLICH!!!
Mein Gott, mein Hirn wurde wohl zu sehr durchgeschüttelt!!!
Nachdem er auch Axel und Elvira begrüsst hat sagt er dass sich Bianca und Lucien ziemlich über Chege beklagt haben, was ich natürlich
auch mache!
Ich erzähle ihm so grob was alles vorgefallen ist, ich bin sicher 20 Minuten oder länger dran, dann einigen wir uns darauf dass ich
ihm eine eMail sende, da mein Englisch doch etwas zu holprig ist um alles genau zu erklären.
Auch sag ich ihn dass ich einen Reisebericht schreiben werde und er erinnert mich daran dass ich das schon vor der Reise
mit ihm besprochen habe und er auch jetzt noch einverstanden ist.
Ich merk auch hier wieder: Ein sympatischer, ehrlicher Geschäftsmann der mit Kritik umgehen kann ohne arschkriecherisch zu sein.
Echt, ihn kann ich nur weiterempfehlen, bedenkenlos!
Sein Wunsch uns einen berühmten Driverguide zur Verfügung zu stellen hat dann halt nicht das Ergebniss gebracht das er wollte...
Leider...
Axel und Elvira stehen daneben und warten bis wir fertig sind und uns verabschieden, anschliessend gehen wir drei rauf auf die Terrasse,
wo wir dann etwas trinken und ganz gut zu Abend essen, bei herrlich warmen Wetter!
Schön wars!
Und hat echt gut getan, aber das Bezahlen dauert und dauert...um 21:15 hab ich die Rechnung verlangt, um 21:45 geh ich selbst auf
die Suche nach jemandem der mein Geld haben will...denn mein Flug wartet nicht bis die ihr Portemonaie gefunden haben...
Schon bald verabschieden wir uns, denn es eilt nun ganz gehörig...
Im Foyer treff ich meinen Taxifahrer und um 22:06 fahren wir los in Richtung Airport, wo ich um 22:30 nach interessanten Gesprächen
schon aussteige.
Trotz all der Sicherheitsvorkehrungen inklusive aussteigen und sich abtasten lassen noch auf der Zufahrtsstrasse zum Flughafengebäude!
Um die Zeit hat's halt kaum Verkehr, am Tag hätte ich mindestens doppelt so lange benötigt!
Drinnen geht alles ganz schnell, keinerlei Komplikationen, und schon warte ich am Gate.
Das Boarding beginnt kurz vor Mitternacht, der Flug startet mit geringer Verspätung um 00:32 Uhr statt um 00:20 Uhr.
Und tatsächlich kann ich auch auf dem Rückflug etwas schlafen!
Erstaunlich!
Tut aber gut!
Um 06:46Uhr (08:46 ostafrikanischer Zeit) setzen wir auf der Landebahn in Zürich Kloten auf, schon im Ausstiegs-Finger
beginnt meine Nase zu tropfen...
...die diesjährigen Erkältungserreger sind wohl besonders schnell!
Um 07:28 sitz ich im Zug und kurz nach 09:15 steh ich wieder in meiner Wohnung...
...und ich weiss schon: Es ist schweinekalt in der Schweiz!!!
Ab ins warme Bett, guten Tag!

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Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#117 Beitrag von Picco » Sa 23 Mai 2015 13:49

Fazit der Reise:

Diese Reise war speziell...in vielerlei Hinsicht!
Die ersten Tage, die ich bei Akwaba-Travel (klick mich) gebucht habe und im 'Nairobi Tented Camp (klick mich) im völlig unterschätzten
Nairobi National Park (klick mich) verbrachte waren einfach nur toll!
DER perfekte Safaribeginn!!!
Ich kann den Veranstalter, die Lodge und den Park jedem bedingungslos empfehlen!
Gerne wieder!
Die Tour am Kili kann ich ebenfalls empfehlen, beim Reiseveranstalter unterscheidet sich meine Meinung von der meiner Mitreisenden.
AT-Reisen (klick mich) hat alles richtig gemacht, keinerlei Klagen meinerseits, der Subunternehmer vor Ort hat auch sehr vieles richtig,
aber auch etwas für MICH Unakzeptables gemacht. (Genau hier scheiden sich die Geister)
Anderen mag es nicht so wichtig sein, mir hätte es wirklich viel bedeutet bei der Party/Trinkgeldübergabe dabei zu sein.
In der Vorbereitung und am Berg wurde alles richtig gemacht.
Sie sind sicher Profis und ich denke dass die Party entgegen den Abmachungen um einen Tag vorverschoben wurde war eine
spezielle Situation, zumal auch meine Reisepartner zugestimmt haben.
Aber ich möchte trotzdem festhalten: Es war dem zuständigen Herrn bekannt dass ich nicht kommen kann wenn die Party vorverschoben wird
und dass ich nicht erfreut bin wenn ich nicht teilnehmen kann ebenfalls!
Dass sie dann trotzdem vorverschoben wurde ist meiner Meinung nach ein NoGo, egal ob ich oder andere betroffen sind.
Die Tage im 'Our little House'-Guesthouse bei Usa River (klick mich) waren sehr erholsam, ich hab die Ruhe gebraucht um gesund zu werden und
dort auch bekommen, einen netten und interessanten Gastgeber als Gesprächspartner noch obendrein!
Kann ich empfehlen, gerne wieder!
Die =http://mountaininn.co.tz/'Mountain Inn ... lick mich) ist auch recht schön, mit Blick vom Pool zum Kibo, einzig der Curio-Shop mit den
Extrem-Abzockerpreisen für Miet-Bergzeug sowie ein Abendessen von Axel und Lucien haben nicht überzeugt.
Davon abgesehen: Empfehlenswert!
'East African Exotic Safaris' (klick mich) ist eine Firma in Nairobi deren Chef Raphael M. Muturi in jeder Hinsicht vorbildlich gearbeitet hat!
Schnelle und kompetente Antworten, gute Vorschläge, Interesse auch wenn etwas nicht gut läuft...einfach TOP!
Leider hatten wir einen externen Guide der einen unglaublich schlechten Job gemacht hat, was zum Teil aber auch an uns lag, da wir
alle vier viel zu wenig direkt Chege kritisierten und nach dem Morgen des zweiten Tages auch nie mehr auf die Idee kamen
Raphael anzurufen.
Wir alle vier haben Cheges schlechten Job zugelassen!
Wobei dies keine Entschuldigung für Chege sein kann, denn er hat zu wissen was sein Job ist und den zu machen!
Dass zwischendurch sein wahres, grosses Potential durchschien hat alles nur noch schlimmer gemacht.
Alles in Allem: 'East African Exotic Safaris' ist absolut empfehlenswert, jedoch mit einem anderen Fahrer!
Nachdem ich den Kontakt zwischen unserem echt guten Ersatz-Guide Anderson und Raphael hergestellt habe und Raphael unter anderem
auf meiner Kritik in Wort und Schrift aufbauend eine Checkliste für die Guides erstellt hat bin ich mir sicher dass das Problem gelöst ist!
Die 'Fisheagle Inn'-Lodge am Lake Naivasha (klick mich) ist eine zwar preiswerte, wenn auch nicht sonderlich luxuriöse Übernachtungsmöglichkeit.
Wer ein sauberes Bett mit Dusche und WC sowie Pool und gutem Essen erwartet ist hier richtig, wer Luxus will eher nicht.
Wobei ich klar sagen muss dass ich die höherpreisigen Zimmer nicht gesehen habe, vieleicht sind die luxuriös, ich weiss es nicht.
Die Budget-Zimmer, die ich gesehen habe, sind sehr dunkel und klein, aber durchaus ausreichend.
Eine Bootstour lohnt sich auf jeden Fall!!!
Das 'Enchoro Wildlife Camp' am Oloolaimutia-Gate der Massai Mara (klick mich)ist ein von der örtlichen Massai-Community geführtes,
einfaches und preiswertes Camp am östlichsten Zipfel der Massai Mara.
Die Zelte waren sauber, die Nasszellen ebenfalls, wenn auch etwas speziell, da sie aus über ein Holzgerüst gespannter
LKW-Plane gefertigt wurden.
Dass die Böden schief sind sollte man verkraften können...das Camp ist nicht für Luxustouristen gedacht!
Das Essen ist näher an der afrikanischen Küche als anderswo, auch wenn in Privathaushalten wohl kaum je Dreigangmenüs wie
hier serviert werden.
Sehr schmackhaft, muss man gegessen haben!
Für Menschen, die gerne merken dass sie in Afrika sind ein empfehlenswertes günstiges Camp nah am Gate, gerne wieder!
Einzig der viele Plastikmüll im Dorf neben dem Camp störte mich.
Im Camp war's jedoch sauber!
Das 'Mara West Camp' am Ololoolo Gate der Massai Mara (klick mich) am nördlichsten Zipfel der Massai Mara besticht durch gute Küche,
saubere (wenn auch dunkle) Gemeinschaftsnassräume und gemütliche Zelt-Bandas sowei luxuriöse Zelte mit gemauerten Nasszellen.
Es liegt für normale Fahrer fünf bis zehn Minuten vom Gate entfernt oberhalb des Grabenbruchs auf der Hochebene.
Von einem Mitarbeiter abgesehen kann ich es nur empfehlen, TOP!
Das 'Sarova Stanley Hotel' in Nairobi (klick mich) ist halt ein 5*.Hotel, nicht meine Welt, aber schön und das Essen am Pool auf dem Dach
hat geschmeckt, der Service ist, wie zu erwarten in der 5*.Klasse, top, einzig das Bezahlen des Essens war nicht dem
Standart entsprechend.
Die Reise war für mich ein hin und her zwischen Himmel und Hölle, mit einigen Zwischenstufen.
Die Tourzusammenstellung war meiner Meinung nach wunderschön, aber es gab andernorts zu viele Unstimmigkeiten.
Alles in Allem bleibt ein sehr fader Beigeschmack hängen...so was möchte ich nicht mehr erleben!
Das Positive daran: Die nächste Tour kann nur besser werden! :-D

ENDE DES REISEBEICHTS!

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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#118 Beitrag von hoss09 » So 24 Mai 2015 00:08

Danke Picco!
Grüße Hoss

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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#119 Beitrag von Picco » So 24 Mai 2015 09:58

Gerne, Hoss!

Wie schon mal gesagt: Gegen kleine Spenden (ab so sFr.3000.-) geh ich gerne nochmals was erleben und schreibe dann einen weiteren Reisebericht... 8) :wink: :lol:

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Re: Reisebericht: Picco hüpft vom Kili zur Mara

#120 Beitrag von Mobilix » So 24 Mai 2015 12:44

Hoi Picco,

vielen Dank für den lebhaften und eindrücklichen Bericht. Habe viel geschmunzelt, so wie Du es schilderst, kann man die Situationen sehr lebendig mitverfolgen. Andererseits ist mir beim Lesen auch klar geworden, dass so ein Safariunternehmen nix für mich ist. Zu viel Gruppendynamik, zu viel Führerabhängigkeit - das möchte ich mir im Urlaub nicht antun. Da gehe ich dann lieber mal in den Zoo... :D

Gruß, Mobilx

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