Alternativer Möbelbau im Wohnmobil

Hier solltest du als Erstes nachschauen, falls du eine Frage hast, denn Antworten auf die häufigsten Fragen sind hier ausführlich beantwortet.
Auch ist die Wissensbasis der perfekte Einstieg, um Grundlagen rund um den Wohnmobil-(Aus)Bau zu erfahren...
Gesperrt
Message
Autor
Benutzeravatar
Krabbe
womobox-Guru
Beiträge: 1781
Registriert: Di 23 Nov 2004 12:46
Wohnort: Friedberg / Hessen

Alternativer Möbelbau im Wohnmobil

#1 Beitrag von Krabbe » Do 13 Sep 2007 09:18

Anmerkung: Dieser Beitrag befindet sich noch in einem „Beta-Stadium“ und wird aufgrund einer aktuellen Anfrage veröffentlicht. Über Hinweise zu Fehlern oder Ergänzungen per PN würde ich mich freuen.

Möbelbau im Wohnmobil

Üblicherweise bauen die meisten Selbstausbauer die Möbel Ihren Wohnmobile aus Holz, wobei meist auf Pappelsperrholz zurück gegriffen wird, weil es recht leicht ist, und/oder weil es dies im Wohnmobilzubehör als (Kunststoff)beschichtete Platten mit verschiedenen Dekoren gibt.
Auch anderen Möbelbau aus Holz wie z. B. Multiplexplatten oder Rahmenbausweisen mit dünnen Echtholz-Füllungen sind bekannt. Aus Eigenbau-Expeditions-LKW kenne ich noch eine Rahmenbauweise, bei der handelsüblichen Fichte-Nut- und Federbrettern auf einen Rahmen aus Holzleisten bzw. -balkenverschraubt werden.
Aber das sind nicht alle Möglichkeiten, wie ein Möbelbau aussehen kann. Gerade für spezielle Zwecke wie z. B. Geländefahrzeugen, die extremen Belastungen ausgesetzt werden sollen oder extremen Leichtbau sind diese Bauweisen nicht immer geeignet. Daher möchte ich hier Ansätze für Alternativen Möbelbau geben.
Diese Auflistung soll nur grob die Möglichkeiten aufzeigen und Denkansätze liefern. Es werden keine detaillierten Bauanleitungen folgen. Auch sollte jedem klar sein, dass diese Alternativen i. d. R. deutlich höhere Kosten verursachen.

Auf mögliche Alternativen will ich hier eingehen.



Alternative Baumöglichkeiten für Wohnmobilmöbel.

Für spezielle Anwendungsfälle, um einen möglichst leichten Möbelbau zu realisieren oder auch nur, um etwas anderes zu bauen. Es gibt natürlich auch Gründe von normalem Holz als Möbelbauwerkstoff abzusehen oder die Möbel einfach etwas anders zu bauen als „normal“. Das ist ja gerade das schöne am Selbstbau, dass man die Dinge so gestalten kann, wie man sie sich selber vorstellt.
Ich möchte hier einige mögliche Alternativen für den Möbelbau aufzeigen, die auch dazu anregen sollen eigene Ideen zu entwickeln. Ich würde mich freuen, wenn mir von weiteren gute Einfälle geschrieben wird, damit ich diese hier mit veröffentlichen kann.

Möbel aus Alu-Schnellbauprofil („Bosch-Profil“)

Insbesondere geeignet für Expeditionsmobile bzw. geländegängige Wohnmobile, die auch entsprechend eingesetzt werden.
Dabei werden die Möbelrahmen aus 20er Alu-Schnellbauprofilen erstellt, welches mit entsprechenden Verbindern verschraubt wird. Die Möbelfronten und Wände können nach belieben mit Kunstoff- oder Holzplatten, die man die Profile einschiebt oder mit Aluminiumblech, welches man auf die Profile aufschraubt, erstellt werden.


Möbel mit Alu-Gerüst

Sie stellen eine Abwandlung der o. a. Möbel aus Alu-Schnellbauprofil dar. Sie sind günstiger, brauchen aber mehr Zeit und (etwas) größere Kenntnisse in der Metallverarbeitung.
Hierbei wird der Rahmen der Möbel nicht aus den Schnellbauprofilen erstellt, sonder aus normalen Aluminium-Vierkantrohren. Diese können entweder durch schweißen, oder mit Hilfe von Knotenblechen durch nieten und / oder kleben verbunden werden. Als Möbelfronten bzw. Seitenwände bietet es sich hier an entsprechende Aluminium- oder Holzplatten auf das Rohrgerüst zu nieten oder zu kleben.

Möbel aus Sandwichplatte

Insbesondere zur Gewichtseinsparung könnte man den gesamten Möbelbau auch aus dünnen Sandwichplatten erstellen. Hierzu könnte man sich von einem Leerkabinenhersteller oder einem Hersteller von Sandwichplatten u. U. dünne Sandwichplatten herstellen lassen.
Da die üblichen Alu- oder GfK-Oberflächen sicherlich nicht jedermanns Sache sind könnte man sich auch Sandwichplatten mit Holzoberfläche erstellen lassen.
Alternativ könnte man auch Flugzeugsperrholz, 3,2 mm MDF-Verkleidungsplatten mit einem ansprechenden Design oder entsprechend starkes Funier von einem Schreiner mit der Furnierpresse auf einen Styroporkern oder ggf. auf Platten aus Balsaholz aufkleben lassen.
So müssten sich sehr leichte Möbelbauplatten mit ausreichender Festigkeit erstellen lassen.
Diese Platten könnte man dann durch Kleben miteinander verbinden.

Möbel aus „Wabenplatten“

Ebenfalls sehr leichte Möbel müssten sich aus Platten aus aufgeschäumten Aluminiumplatten, Monopan-Platten, Doppel- oder Dreifachstegplatten aus Kunststoff oder ähnlichem herstellen lassen. Wobei bei Kunststoffplatten die Splittersicherheit nicht gegeben sein dürfte.
Meines Wissens werden oder wurden Einbauten in Flugzeugen (wie z. B. Küchenzeilen) in dieser Art erstellt.

Möbel in der Art von „Flightcases“

Flightcases nennt man die in der Bühnentechnik bzw. in Musikerkreisen üblichen Kisten, in denen die Bühnentechnik transportiert wird. Diese bestehen aus (meist farbig beschichteten) Multiplex- oder Siebdruckplatten (bzw. Film/Film Platten wie Betoplan etc.) in 4 – 8 mm, welche in spezielle Aluminiumprofile (Eckprofile, Verbindungsprofile etc.) eingeschoben werden und mit diesen vernietet werden. Diese Flightcases sind sehr stabil, da sie für den rauen Tourneealltag gebaut sind. Das entsprechende Baumaterial bekommt man auch als Meterware im einschlägigen Handel. Es sind auch Verschlüsse, Scharniere, Abdeckkappen für Ecken etc. erhältlich.

Regale mit Einschubkästen statt geschlossener Möbel

Wenn es mehr auf die Funktion ankommt und einfach aber sehr robust sein soll, dann kann man auch einfache Regale mit Einschubkisten vorsehen. Dazu werden nur die Seitenwände aufgebaut, an die Führungsleisten verschraubt / verklebt werden. Diese Seitenwände werden so aufgebaut, dass genau zwischen die Wände und zwischen die Leisten handelsübliche Kunststoffkästen passen (z. B. aus dem Industriebedarf oder aus der Lagertechnik). Diese müssen dann nur noch gegen herausrutschen gesichert werden. Alternativ kann man für Expeditionsfahrzeuge auch Zargeskisten o. ä. verwenden.
So lassen sich sehr robuste Möbel bauen, die ein gutes Ordnungssystem bieten, die aber auch schnell ein- oder ausgeräumt werden können bzw. deren gesamter Inhalt sich bei längeren ortsfesten Aufenthalten oder bei Verschiffung des Fahrzeugs in diesen Kisten transportiert werden kann.



Wenn jemandem noch weitere bzw. ähnliche Alternativen zum herkömmlichen Möbelbau einfallen würde ich mich über eine PN freuen, um diese Übersicht zu erweitern.

© by Krabbe
Zuletzt geändert von Leerkabinen-Wolfgang am Do 09 Feb 2012 09:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Einstufung als 'normaler' Wissensbasis-Baitrag

Gesperrt