Wandaufbau - Sandwichwände

Hier solltest du als Erstes nachschauen, falls du eine Frage hast, denn Antworten auf die häufigsten Fragen sind hier ausführlich beantwortet.
Auch ist die Wissensbasis der perfekte Einstieg, um Grundlagen rund um den Wohnmobil-(Aus)Bau zu erfahren...
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Leerkabinen-Wolfgang
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Wandaufbau - Sandwichwände

#1 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Fr 06 Okt 2006 09:14

- Sandwichschaum
Clemens hat geschrieben:...Es gibt zwei vollkommen unterschiedliche Verfahren Hartschaum aus Polystyrol (PS) herzustellen:

1) Ein ursprünglich von der Dow Chemical entwickeltes kontinuierliches Herstellungsverfahren schäumt gewöhnliches PS in einem Breitschlitzextruder dadurch auf, daß ein Treibmittel (CO2 Gas?) eingeblasen wird. Aus der breiten Düse des Extruders tritt ein endloses Plattenband aus, welches nach einer Abkühlstrecke auf die gewünschten Plattenformate abgelängt wird. Es folgen weitere mechanische Veredlungsschritte wie das Fräsen von Nuten und Federn oder das Prägen der Plattenoberfläche um einen besseren Haftgrund z.B. für Klebstoff zu bieten.

Diese Art von Schaumstoff heißt generisch XPS (eXtrudiertes PolyStyrol). Jeder Hersteller hat einen eigenen Markennamen und Markenfarbe, Dow z.B. färbt sein „Styrofoam“ hellblau, die BASF ihr „Styrodur“ hellgrün, etc.. Die Farbe hat keine technische Funktion sondern ist Marketinginstrument.

2) Das ursprünglich von der BASG entwickelte Verfahren ist ein Batch Verfahren in mehreren Arbeitsschritten. Zunächst werden kleine Perlen aus einem speziellen PS, in welches bereits bei der Polymerisation Pentangas als Treibmittel einpolymerisiert wurde, durch heißen Dampf zum Aufquellen gebracht. Das Pentan dehnt sich in der Hitze aus und die kleinen Perlen werden zu Kugeln, ähnlich wie Maiskörner zu Popcorn aufquellen. In einem zweiten Schritt werden die Kugeln dann in Hohlformen eingebracht und wiederum durch Dampf und Druck miteinander verbacken. Zur Plattenherstellung formt man zunächst große Blöcke die dann mit Heißdraht geschnitten werden.

Diese Art von Schaumstoff heißt generisch EPS (Expandiertes PolyStyrol). Die frühere Schutzmarke der BASF, Styropor, wird inzwischen von vielen Herstellern verwendet. Styropor ist im allgemeinen weiß, manchmal wird eingearbeitetes Rezyklat durch schwarze Farbe kaschiert.

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Schaumstoffen für den Kabinenbau ist der, daß XPS oben und unten geschlossenzellig ist, nur die Schnittkanten an den Seiten sind offen. EPS ist allseitig geschnitten, nimmt also relativ mehr Wasser auf als XPS. Darüberhinaus ist XPS auch druckfester. Entsprechend wird das teurere XPS beim Hausbau für die Perimeterdämmung von Kellerwänden verwendet, wo es ja direkt dem Druck des feuchten Erdreichs ausgesetzt ist. Das billigere EPS wird typischerweise für die oberirdische Wärmedämmung der Hauswand eingesetzt, der darüber aufgebrachte Putz schützt es vor Feuchtigkeit (und vor Feuer).

Beide Verfahren werden ähnlich auch zum Aufschäumen von Polyolefinen (Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP)) verwendet. So werden die „Trocellen“ Platten z.B. mit einer Variante von Verfahren 1) hergestellt. Verfahren 2) führt zu EPE bzw. EPP, welches aber in der Plattenherstellung keine Bedeutung hat, man findet das eher in den Einlagen von Gerätekoffern für Elektrowerkzeuge.

Die billigste Art der Kabinenherstellung verwendet einen Rahmen aus Holzlatten, facht die Zwischenräume mit EPS aus und beplankt das dann von außen mit Alublech. Nimmt eine solche Wand Feuchtigkeit auf - von außen durch Regenwasser, oder von innen durch Kondensation, undichte Duschkabinen oder geplatzte Wasserschläuche - wird sie schnell zum Feuchtbiotop. ...

Kabinen die mit XPS oder PU-Schaum isoliert sind und die holzfrei aufgebaut sind (d.h. wenn überhaupt Verstärkungsrahmen dann aus Stahl- oder Aluvierkantrohr) sind wesentlich langlebiger weil resistenter gegen den unvermeidlichen Feuchtigkeitseintritt.

...mit PU habe ich deshalb wenig Erfahrung. Im Vergleich zu XPS spricht meiner Meinung gegen PU, daß es nach einer gewissen Alterung (10-15-20 Jahre?) weniger resistent gegen mechanische Einwirkung ist und unter Druck (z.B. streifender Ast eines Baumes) und Torsion zu Staub zerfällt. Ein zweites Argument ist, daß sich beim Reagieren der beiden Komponenten des PU eine Säure bildet (Harnsäure?) die dann ein Verstärkungsgerippe aus Stahl angreifen würde. Es ist aus diesem Grund auch nicht sinnvoll, die Hohlprofile der Verstärkungsholme eines Kastenwagens mit eingespritztem Bauschaum aus der Dose isolieren zu wollen
....
Es grüßt aus München
Clemens

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