Absicherung Ladekabel

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Steff66
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Re: Absicherung Ladekabel

#16 Beitrag von Steff66 » Mo 26 Mär 2018 22:43

Hallo Urs,
die Grenze von 120V für DC gilt schon sehr lange, hat aber mit dem Vorhandensein von Sicherungen oder Hauptschaltern rein gar nichts zu tun. 50V DC sind vielleicht unangenehm, aber nicht gefährlich.Für Wonwagen-mobile sollte die maximale DC Nennpannung ohnehin auf 48V begrenzt sein.
Bei Sicherungsautomaten bzw. Leitungsschutzschaltern spielt die Spannung keine Rolle, sie darf natürlich nicht höher sein als deren Nennspannung. Handelsübliche LS Schalter funktionieren auch mit Gleichspannung, die Auslösekennlinie verschiebt sich ein wenig.

Die Frage ist, welche Wartungsarbeiten an der Anlage zu erwarten sind, die ein Abschalten der Module nötig machen würden. Wenn man die Batterie wechselt, ist der Anschluss spannungsfrei, sobald er von der Batterie getrennt ist.
Wenn überhaupt, dann würde ich einen Schalter in die PV Leitungen einschleifen, eine Sicherung, die den Nennstrom der Module trägt, wird durch den Kurzschlussstrom der Module nie und nimmer auslösen. Sie ist also schlicht sinnlos.
Schaden tut sie natürlich auch nicht :D

@ Richis
Bei einer fachgerechten Instalation werden alle Minusleitungen zurück zur Verteilung in der Nähe der Batterie geführt.
Das gilt auch für die Leitungen von der Starter- zur Aufbaubatterie.
Eine Masseverbindung der Aufbaubatterie gehört da nicht hin.

Grüße Stephan

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Urs
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Re: Absicherung Ladekabel

#17 Beitrag von Urs » Di 27 Mär 2018 00:51

Hallo Stephan,
Steff66 hat geschrieben: Wenn überhaupt, dann würde ich einen Schalter in die PV Leitungen einschleifen, eine Sicherung, die den Nennstrom der Module trägt, wird durch den Kurzschlussstrom der Module nie und nimmer auslösen. Sie ist also schlicht sinnlos.
Schaden tut sie natürlich auch nicht :D
Natürlich ist es Sinnfrei die Solarmodule absichern zu wollen...in der Situation würde der LS auch nur als Schalter missbraucht...ist ab und zu einfacher ein LS der vielleicht eh schon irgendwo in einer Schachtel rumliegt zu missbrauchen. Und wenn man eh Abgangs-LS auf Din Schiene braucht, kann man auch noch 2 zusätzlich als Solar-Hauptschalter drauf schnappen (sauberer wäre natürlich einen echten Schalter zu nehmen). Ich würde darum auch bei 12A Nennstrom midestens 16A, besser 20A LS nehmen...man will ja nicht dass der bei voller Sonneneinstrahlung auslöst.
Die Frage ob es Sinnvoll ist einen Schalter (in welcher Form auch immer) überhaupt zu verbauen muss man halt für sich beantworten. Ich sehe den Einsatzgebiet allenfalls während des Aufbaus der Anlage, da Richi ja eh plant diese nochmal umzubauen. Auch für später wenn man auf Lifepo geht und das Auto länger steht könnte es nützlich sein...war da nicht was dass Lifepo lieber bei 50-70% Ladung gelagert werden als ständig auf 100%?
Aber wie ich bereits geschrieben habe ist das absoluter Luxus und es geht definitiv ohne.

Gruss
Urs
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Re: Absicherung Ladekabel

#18 Beitrag von Picco » Di 27 Mär 2018 11:16

Hoi zämä
Steff66 hat geschrieben:die Grenze von 120V für DC gilt schon sehr lange
Nur in Deutschland oder in der EU? Auch in der Schweiz?
Ohne mich in Elektrik sonderlich auszukennen, aber aus dem eigenen Beruf weiss ich dass die Gesetze in verschiedenen Ländern halt verschieden sein können. Und zumindest in meinem Bereich (Heizung/Lüftung/Sanitär) sind z.B. die schweizer Gesetze deutlich strenger als z.B. in Österreich oder Deutschland. Kann jemand dazu was sagen im Bereich Elektrik?
Denn es macht meiner Meinung nach keinen Sinn wenn mehrere über etwas sprechen/schreiben und dabei differierende Normen als Grundlage nehmen.

Steff66
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Re: Absicherung Ladekabel

#19 Beitrag von Steff66 » Di 27 Mär 2018 16:14

120V DC gelten auch in der Schweiz.
Darunter sprechen die Schweizer von „Kleinspannung“, es ist dann u.A. kein besonderer Berührungsschutz notwendig.

Berny
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Re: Absicherung Ladekabel

#20 Beitrag von Berny » Di 27 Mär 2018 18:14

richis hat geschrieben: Soll ich die Pluskabel vom Ladegerät, Solarladeregler und Booster zur Batterie trotz der kurzen Kabelwege extra absichern?
Werden die Pluskabel von den Solarpaneele zum Solarregler auch abgesichert? In verschiedenen Anleitungen im Internet wird das nicht gemacht.
Das Pluskabel von der Batterie zum DC-Wandler auch absichern?
Und nicht vergessen: Jede "Stelle" birgt Übergangswiderstände mit allen ihren Nachteilen und Risiken in sich. :roll:
Aus NRW grüsst Berny.
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Re: Absicherung Ladekabel

#21 Beitrag von Urs » Di 27 Mär 2018 21:52

Steff66 hat geschrieben:120V DC gelten auch in der Schweiz.
Darunter sprechen die Schweizer von „Kleinspannung“, es ist dann u.A. kein besonderer Berührungsschutz notwendig.
Ich hab noch gelernt dass Kleinspannung eben bis 50V AC/DC geht, darüber bis glaub 1000V AC/DC ist es dann Niederspannung. Von den 120V DC hab ich bis zu diesem Thread nie was gehört...will aber nichts heissen, sind schon einige Jahre her bei mir. Nicht dass ich es anzweifeln würde, aber hast Du irgendwelche Quellen?

Picco: Inzwischen werden sehr viele Normen 1 zu 1 von der EU (oder ECE, EWR oder was für Stellen auch immer Europaweit zuständig sind) übernommen. Das fing bei den Kabel-/Drahtfarben an und geht inzwischen mit den Steckern (hauptsächlich 400V, aber auch einige 230V) weiter...Die 230V 3-poligen Schweizer-Stecker (Typ 12 und Typ 13) behalten wir hoffentlich noch lange ;) Von denen bringt man problemlos 3 auf den Platz unter wo unsere nördlichen Nachbarn gerade mal einen Schuko-Steckdose haben. Aber ich schweife ab.

Gruss
Urs
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Steff66
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Re: Absicherung Ladekabel

#22 Beitrag von Steff66 » Mi 28 Mär 2018 02:10

Die Schweiz ist Mitglied in IEC und CENELEC, auf diesen harmonisierten Normen bauen die Schweizer und die Deutschen Normen auf.
Quellen sind erst mal diese Normen, die sind aber nicht kostenfrei verfügbar und unterliegen dem Urheberrecht.
In der Schweiz gibt es dann noch die Niederspannungs-Installationsverordnung, da sollten die Grenzwerte zu finden sein.


Wie gesagt, die Grenze der zulässigen Berührungsspannung hat mit der ursprünglichen Fragestellung nichts zu tun, würde man sie überschreiten, müsste man sich um Erdnung und Berührungsschutz Gedanken machen.

Dass man bei Gleichspannung höhere Werte ansetzt, hat medizinische Gründe. Bei Wechselspannung mit 50/60Hz ist bei einem Stromschlag die Gefahr des Herzkammerflimmerns besonders hoch, bei Gleichspannung nicht.
Deshalb lässt man bei Gleichspannung höhere Werte zu.

Grüße Stephan

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