Autark durch den Winter

Elektrik, Solar, Laden, Batterien, Beleuchtung
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Gode_RE
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Autark durch den Winter

#1 Beitrag von Gode_RE » Mo 16 Dez 2019 23:44

Mitte Dezember in unseren Breiten - und es kommt noch gerade genug Solarenergie rein, um fast alle trüben Tage zu überbrücken.Bin jetzt seit 14 Tagen fast durchgegend unterwegs in Deutschland, frei stehend, ohne Landanschluss und noch nicht den Moppel rausgeholt. Heute kamen z.B. in Spitze 12 A Ladestrom zustande, insgesamt wurden rund 80 Ah auf die Batterien geladen. Damit war nicht nur der Tagesverbrauch wieder drin, sondern es wurde auch ein bisschen draufgeladen. Ich habe den Eindruck, dass beim derzeitigen Intervall zwischen hellen und trüben Tagen strommäßige Autarkie auch im Dezember bei uns realisierbar ist.

Zu etwas besseren Ergebnissen kommt Amumot: https://www.amumot.de/solarertrag-im-winter-wohnmobil/ ...

...allerdings in Portugal. Ich denke, da macht die Nähe zum Äquator noch deutlich was aus. Spannend wären jetzt mal Vergleichsergebnisse aus den nördlicheren Regionen wie Skandinavien. Er bestätigt allerdings auch den im Winter höheren Ertrag durch Solarmodule, die nicht flach auf dem Dach liegen - er hat dazu einen Solarkoffer verwendet, bei mir sind es die senkrechten Flexmodule an den Wänden und die beiden schrägen vorne auf dem Dachträger.

Wie ist Eure Wintererfahrung mit Solar, wer ist auch noch im Winter freistehend unterwegs?

LG Gode

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Varaderorist
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Re: Autark durch den Winter

#2 Beitrag von Varaderorist » Di 17 Dez 2019 08:07

Bei meinem Atego läuft der Wechselrichter und der Kühlschrank permanent und im Winter zusätzlich die Heizung, auch wenn wir das Fahrzeug nicht nutzen.
Die 4 flach auf dem Dach verbauten 130 Wp-Platten reichen bis Mitte November und ab Mitte Februar, um den Verbrauch bei stehendem Fahrzeug auszugleichen.
Die restliche Zeit wird Landstrom benötigt.
Wenn ich einmal länger oder zweimal kürzer in der Woche fahren würde, würde Lichtmaschinenladung wohl ausreichend Strom liefern, um komplett autark zu sein.

Das alles sind aber keine exakt gemessenen Daten, sondern nur "gefühlte"...... :roll:
Gruß vom Niederrhein
Michael

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Anton
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Re: Autark durch den Winter

#3 Beitrag von Anton » Di 17 Dez 2019 11:18

Hallo

wir haben gar kein Solar und kommen auch im Winter gut zurecht. Den Landanschluss benutzen wir nur im Notfall, in der Regel reicht der Strom aus der LIMA
ohne Probleme für 3, 4, 5 Tage, je nach Außentemperatur. Nach 3, 4, 5, Tagen sieht es uns sowieso weiter. und nach ca. 100, 150 km ist die Kiste wieder voll.

Batterie: AGM 220 AH. Die war noch nie unter 70%.


Alle Werte abgelesen, aber hauptsächlich gefühlt.

VG

Anton
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Re: Autark durch den Winter

#4 Beitrag von womo3 » Di 17 Dez 2019 12:07

Wir sind schon immer im Winter zum Skilaufen in den Alpen. Stehen auch nahezu immer frei. Mit Kompressorkühlschrank und Alde Heizung ist bei 300W Solar und gutem Wetter die 200Ah LiFeYPO4 bereits vor Mittag wieder voll. Somit sind wir auch problemlos autark. Bei ausgesprochen schlechtem Wetter sieht das natürlich anders aus, da unser Grundverbrauch bei ca. 25 - 30 Ah/Tag liegt. Allerdings halten wir es bei so schlechtem Wetter auch nicht ewig aus und fahren dann eben weiter.

Besten Gruß
Wolfgang

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Re: Autark durch den Winter

#5 Beitrag von nunmachmal » Di 17 Dez 2019 14:43

Bei uns auch kein Problem. Standen heute Nacht bei C&C in Oberbrummberg. Beim Gang zum gemeinsamen Frühstück stand das V-Meter (mehr habe ich nicht) auf 11,8V. Nach dem Frühstück standen schon 13,4V auf dem Display. Heute kein Problem, Sonne satt und meine Paneele (3 x 130Wp) optimal aufgestellt und ausgerichtet.

Gruß Nunmachmal
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Re: Autark durch den Winter

#6 Beitrag von VWBusman » Di 17 Dez 2019 17:19

Hallo,

wir haben 600Wp auf dem Dach flach montiert.
Das ist von März bis Oktober schon fast Zuviel um alles was rein kommt zu verbrauchen.
In den Monaten November bis Februar ist die Solaranlage nicht so effizient. Wir waren jetzt schon öfter im Dezember in Norddeutschland an der Nordsee unterwegs und
da kam von der Solaranlage maximal 3-4A bei 24V.Meistens aber nur 2 - 2,5A. Das ist nur etwas Unterstützung über den Tag aber es bringt nicht so viel das man mehrere Tage
ohne Fahren auskommt. Da wir im Winter sowieso fast jeden Tag etwas durch die Gegend fahren ist das nicht so schlimm.
Ich könnte mir aber vorstellen das die 600Wp bei etwas anderer Verteilung auf und am Fahrzeug mehr Ertrag bringen könnten.
Habe mir schon überlegt zwei Module ans Heck zu platzieren damit in der Winterzeit die flach scheinende Sonne noch Strom liefert.

Gruß Christopher
VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

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Re: Autark durch den Winter

#7 Beitrag von Gode_RE » Di 17 Dez 2019 17:48

Danke für die Erfahrungsberichte! Die Idee mit der Lichtmaschinenladung bzw. B2B-Lader hört sich immer interessanter an für mich. Bislang habe ich das noch nicht eingebaut, weil ich immer irgendwie genug Solarertrag hatte. Wenn ich hier aber lese, wie viele von Euch mit LiMa-Ladung gut fahren und genauso viel oder noch mehr Energie daraus erzielen, reizt es mich, sowas auch noch zusätzlich einzubauen. Für welche Ströme habt Ihr die B2B-Lader bzw. die Verkabelungen ausgelegt?

LG Gode

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Re: Autark durch den Winter

#8 Beitrag von nunmachmal » Di 17 Dez 2019 17:56

Klar ist unterm Strich die Lima eine einfache, günstige und immerda Lösung. Daher habe ich beim Fahrzeugkauf die Option 200A-Lima angeklickt. War neben dem 120 Liter Tank eine gute Wahl.

Gruß Nunmachmal
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Re: Autark durch den Winter

#9 Beitrag von Anton » Di 17 Dez 2019 17:59

Hallo


wenn ich's richtig drauf hab, läd' das B2B Gerät mit 40 A. Da kommt schon was raus. Die Kabelquerschnitte hab ich aber nicht im Sinn, das lässt sich aber ohne Probleme schnell errechnen oder ich müsset erst nachsehen. Nicht das ich was falsches sage und euch fackelt die Karre ab. :wink:

Wenn ich mich recht entsinne hat auch Amumot zu Anfang voll auf Solar gesetzt und dann doch noch ein B2B System eingebaut. Irgend wo auf seiner Seite hab ich das mal gelesen.


VG

Anton
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Re: Autark durch den Winter

#10 Beitrag von holger4x4 » Di 17 Dez 2019 18:12

Gerade wenn man im Winter fährt, würde ich immer auch einen B2B Lader einbauen. 40-50A Ladestrom lassen sich da gut realisieren, z.B. mit einem Votronic VCC 1212-50. Da kann man auch noch das passende Display/Bedienteil in 5m Entfernung im Cockpit installieren.
Aktuell bin ich ja mit HWK-Prinzip unterwegs und erzeuge "nur" 22A Ladestrom. Bei größeren Strömen entsteht dann aber durch die doppelte Wandlung einiges an Abwärme, da ist ein B2B effizienter.
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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Re: Autark durch den Winter

#11 Beitrag von VWBusman » Di 17 Dez 2019 19:08

Hallo,

bei mir übernimmt die Stromversorgung der Wohnraumbatterie während der Fahrt ein Cyrix Trennrelais.
Ist zwar nicht so effizient wie ein B2B-Lader aber dafür kostet es auch nur einen Bruchteil.
Ich bin damit zufrieden und es ist eine simple Technik welche den angenehmen Nebeneffekt hat das in der Zeit mit Solarüberschuß auch die Starterbatterie mitgeladen wird.

Gruß Christopher
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Re: Autark durch den Winter

#12 Beitrag von diekorks » Di 17 Dez 2019 21:09

Mit jeder Stunde die mein Atego rollt, pumpt er mit dem Votronic 24/12-45 45Ah in die Lithium Batterien, bis denen der Strom aus den Ohren kommt
Wer regelmäßig fährt hat in der Kombi keine Energiesorgen mehr.
Werde demnächst ergänzen was meine Solaranlage alleine liefert, wenn wir einen Faulenzertag einlegen.
Ideal wäre eine ergänzende Anlage die aus Regen Strom produziert
Grüße aus Biscarrosse Plage auf dem Weg zur Sonne

Gruß Ralf

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Re: Autark durch den Winter

#13 Beitrag von visual » Di 17 Dez 2019 23:45

Die ganzen hohen Ladeströme machen aber, grade wenn es schnell gehen soll, nur mit LI Sinn.
Die klassischen Batterien nehmen zu schnell zu wenig Strom auf.

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Re: Autark durch den Winter

#14 Beitrag von ThomasR » Mi 18 Dez 2019 07:02

Ich mach´s auch wie der Anton, nur mit LiFEPO. 160AH sollten für 3-4 Tage auf jeden Fall reichen, egal ob Sommer mit Kompressorkühlbox oder Winter mit Truma und Licht. Länger wie 4 Tage irgendwo stehen wird, wenn überhaupt, sehr selten vorkommen. Und dann kann ich auch mit max. 50Ah mal kurz über die Lima laden (bei mir HWK). Auf Solar verzichte ich, weil die Anlage im Winter funktionerien muss und da braucht´s dann schon viel Solarfläche. Dann sind mir ein paar Ah mehr lieber (und leichter)...

Gruß, Tom

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Re: Autark durch den Winter

#15 Beitrag von Krabbe » Mi 18 Dez 2019 09:56

Am Wochenende waren wir unterwegs. Es hat viel geregnet und zwischendurch hat nur ca. 2-3 h die Sonne geschienen. Da brachten die 400 Wp Solar (flach montiert und voller Wassertropfen) bis 5,4 A. insgesamt ca. 13 Ah.

Bei ausreichendem Sonnenschein kommt also auch über Solar noch Ladung in die Batterie.

Wenn gefahren wird bringt aber der Ladebooster in Verbindung mit der Lithium-Batterie aber deutlich mehr. Eigentlich unabhängig vom Ladezustand schiebt der 50 A in die Batterie, so dass schon kurze Fahrstrecken ausreichen um die Batterie wieder voll zu laden.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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