Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Jugendforscht
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Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#1 Beitrag von Jugendforscht » Do 25 Apr 2019 20:12

Hallo,

ich möchte uns und unser Projekt kurz vorstellen:

Mein Name ist Annika, ich bin 23 Jahre alt und gelernte KFZ-Mechatronikerin Fachrichtung PKW-Technik. Wobei ich das Glück hatte, sehr viel Fehlerdiagnse im Bereich Elektrik machen zu dürfen. Ich campe (Wohnwaen) seit ich denken kann.
Mein Freund ist 21 Jahre, Konstruktionsmechaniker. Kennt eher die Komfort-armen Nächte in Renntransportern.
Unser Auto? Ein Nissan Navara King Cab (2+2 Sitzer), 2,5l Turbodiesel mit knapp 100PS, Baujahr 04/2001. Seit Karfreitag Familienmitglied und etwas pflegebedürftig. :lol:
Da wir beide zwischenzeitlich Sportenduros haben und in unserer Kabine sowohl Rennwochenenden als auch Urlaube verbringen wollen, möchten wir uns die Möglickeit erhalten, die bereits vorhandene Anhängerkupplung (und deren Steckdose) für einen leichten Motorradhänger zu nutzen. Schneller als 110 km/h kann man in unserem Auto längerfristig sowieso nicht fahren. Wir hätten (durch unseren Führerschein auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht begrenzt) theoretisch die Möglichkeit auf den Navara 1000kg zu stellen und dann noch 600kg an den Haken zu hängen. Praktisch möchten wir die Box definitiv deutlich leichter halten. Und in unser Junge-Leute-Budget sollte das ganze auch noch passen.

Und spätestens jetzt dürfte klar werden, warum das hier alles "Jugend forscht" heißt... :D

Grundlegend ist der Plan, möglichst eigenständig mit der Box zu bleiben und von beginn an so weitläufig zu denken, dass wir uns nichts verbauen (z.B. die spätere Erweiterung durch Solar). Außerdem ist mein Freund relativ groß (etwas über 1,90m), daher planen wir mit einem Aufstelldach/Klappdach, ähnlich wie man es von den VW-Bussen kennt. Ich denke, dass wir eine Art Stoff und Netzverwenden, für die "Wände" vom Dach.
Die Innenausstattung sollte außer einem Bett, einen Kleiderschrank und eine Mini-Küche mit einem kleinen Wasch-/Spülbecken noch eine Kompressorkühlbox und eine Herdplatte (Gasanschluss oder Gaskartusche) definitiv eine Beleuchtung haben. Ich dachte an LED. Für die Urlaubszeit ggf. noch ein kleines Portapotti und ein paar Liter Frischwasser. Zwecks des Einsatzes als Renntransporter möchten wir gerne noch eine Außendusche realisieren. Diese werden wir aber eher mittels schwarzem Wassersack betreiben, da eine Erwärmung des Wassers mittels Strom eher nicht in Frage kommt. Die untere Sitzgruppe soll so geschaffen werden, dass die Möglichkeit besteht, diese als Not-Bett zu verwenden. Wir fahren nämlich gelegentlich zu dritt auf Ralleys nach Holland und ich möchte meinen Vater nicht unbedingt draußen schlafen lassen o.ä, :)
So viel zu den konkreten Eckdaten...

Da ich wohl krank war, als die Geduld verteilt wurde, möchte ich uuuuuuuunbedingt schon einmal mit der Planung beginnen, auch wenn unser Auto momentan nicht einmal TÜV hat :D
Aus diesem Grund habe ich heute bereits mit dem TÜV Nordbayern (vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Brunn!) und mit dem örtlichen Campingladen (Danke an Herrn Krebs!) Kontakt aufgeommen.

Ergebnis TÜV:
- für uns ist die Box Ladung, da wir sie nur für Urlaube und Rennwochenenden in die Ladefläche stellen.
-> man benötigt lt Herrn Brunn keine Abnahme und es gibt keine speziellen Vorschriften, außer die allgemein gültigen.
das bedeutet: wir dürfen nicht größer bauen als maximal 2,55m breit, 4m hoch und ein 1m über die Heckklappe (letzteres wäre durch eine Kennzeichnung doch möglich,
aber nicht sinnvoll für uns, wegen der AHK-Nutzung).
- zur Befestigung der Box auf der Ladefläche hat er uns empfohlen Antirutschmatten zu verwenden und meinen Vorschlag mit 4-6 Spannschlössern für gut befunden.
- auf die Frage, wie sich ein Einbau von Gas (aus gesetzlicher Sicht) auswirkt erklärte er mir, dass dies (da Ladung) durchaus möglich ist, auch ohne TÜV-Abnahme. Ich aber
dennoch eine Gasprüfung machen sollte, da mir ggf. sonst ein Campingplatz untersagen könnte, alle gasbetriebenen Geräte im Innenraum zu verwenden.
- er riet mir auch, nur geprüfte Fenster einzubauen. Theoretisch wären Glasfenster bei einem Eigenbau (da ja Ladung) auch möglich. Es ist aber nicht ratsam, da diese
z.B.b durch Steinschlag kaputt gehen könnten. Ich solle auch lieber kein Makrolon verwenden. Nur spezielle Wohnwagen/Wohnmobilfenster. Ok, gut...
- es würde sicherlich nicht schaden, Material- und Brandnachweise zu sammeln. Gut, kann ich machen.

Ergebnis Campingladen: ich hatte leider so viel im Kopf, dass ich extrem viel vergessen habe. Aber der Weg ist ja nicht so weit...
- Die "Erstabnahme" kostet ca. 60€, die Folgeabnahmen kann ich beim TÜV im Rahmen der HU des Fahrzeugs als Zusatzpunkt mit machen lassen - oder auch nicht...
- Er empfiel mir eine 100Ah Batterie zu verbauen, für meinen 12V -In-der-Box-Strom. Es gäbe spezielle Batterien, die (nicht wir Starterbatterien auf kurz-und-viel-Strom)
auf konstant-wenig-Strom ausgelegt wären, und die Plus-Platten verstärkt wären, was die Batterie haltbarer macht. Lt Katalog nicht gerade ein Schnäpchen...
- Für die Nachrüstung von Solar arbeite er mit der Firma Büttner zusammen. Einen Katalog habe ich eingepackt. Verstehen tu ich zur Zeit allerdings nur Hauptbahnhof, denn
denn mir schwirrt der Kopf vor lauter "ach Mist, daran muss ich noch denken" und "oh verdammt, wie kann ich das lösen?!"...
- Nun zum vorerst wichtigsten: dem Material der Box.
Der Campingladen-Mann hat mir bestätigt, dass Wohnwägen tatsächlich ein Dachlattengestell haben, dass mit einer Dämmung gefüllt und einer Blech- bzw. Holztafel
verkleidet ist. Die Wandstärke beträge 35-40mm. Er habe aber auch Absetzkabinenfahrer im Kundenstamm, daher empfielt er eher eine Konstruktion aus
Sandwichplatten mit GFK.


So weit so aufschlussreich und verwirrend zugleich. Mein ursprünglicher Plan ein Metallgestell mit (verflucht, wie heißen diese Holzplatten, die außen braun sind, die man auch zum Verschalen nimmt????) zu verkleiden und mit Amaflex zu isolieren (+eine Innenwand aus was auch immer) stellte sich somit schlagartig als verdammt schweres Ding heraus. Das führt dazu, dass ich jetzt wieder völlig verwirrt bin...... und mir nicht ganz vorstellen kann, dass Sandwichplatten aus GFK und PU-Schaum sehr stabil sein können....
Er sagte, man könne sich das Material ggf. direkt beim Hersteller in Form schneiden lassen. In Anbetracht finanzeller Grenzen ist das ja eine ganz nette Lösung, aber gilt erst einmal zu prüfen.


Ihr seht schon, 2 planlose mit zu viel Tatendrang und tausend unausgesprochenen Fragezeichen... Nur einen Plan für die realisierung der Außendusche und einer Art Freiluft-WC-Kabine habe ich schon :idea: Ich möchte ein U-Förmiges Rohr unter dem Alkoven zum ausziehen. An dieses kann ich eine Art Duschvorhang hängen und den unten an einem "Gitter" befestigen und mit einem Reisverschluss schließen. Schon habe ich einen Privat-Bereich für WC und Dusche. Das "Gitter" sollte zwischen das U-Rohr passen und ebenfalls unter dem Alkoven hängen :D

Viele Grüße aus Unter- und Mittelfranken,
Annika

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Krabbe
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#2 Beitrag von Krabbe » Do 25 Apr 2019 20:49

Hallo Annika,

Du hast schon mal das richtige Forum gefunden.
Ich denke viele Antworten auf Deine Fragen findest Du schon mal in der Wissensbasis. Schau da mal rein.

Und dann schau weiter.

Und doch, ein GfK-Sandwich ist deutlich stabiler als ein klassischer Wohnwagenaufbau.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#3 Beitrag von Balu » Do 25 Apr 2019 20:52

Hallo Annika,
ein herzliches Willkommen aus Unterfranken.
Ich denke, bei uns seit ihr richtig. Da gibt es einige, die schon solche Projekte, wie ihr es vorhabt, realisiert haben.

Um deinem Vorstellungsvermögen bezüglich der Stabilität von GFK-Platten schon mal auf die Sprünge zu helfen:
Die Stabilität kommt nicht von den einzelnen Komponenten, sondern aus dem Verbund derselben. Das ist ganz grob ins Unreine gesprochen so ähnlich wie mit den Blechen beim Auto. Die sind letztendlich auch nur eine bessere Folie, die auf Rollen gewickelt ins Autowerk kommt und dort durch die Formgebung mit Kurven und Sicken ihre Stabilität bekommen.

Deine Ungeduld muss ja kein Fehler sein. Du hast den Pickup ja vor der Haustüre stehen und kannst alle Maße abgreifen, die für die Konstruktion der Kabine nötig sind. So könnt ihr in Ruhe über verschiedene Grundrisse nachdenken.

Unter-/Mittelfranken ist ja nicht so weit von Bodenheim. Vielleicht habt ihr ja Lust, mal zum Leerkabinentreffen vorbei zu schauen? Da gibt es mit Sicherheit so einige Anregungen live zu sehen. Also quasi Lehrkabinen... :wink: :lol:

Gruß
Herby
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#4 Beitrag von Myk » Do 25 Apr 2019 20:54

Hallo Annika,

willkommen im Forum. Schön dass nun sich auch mal ein paar jüngere Leute mit unserem Lieblingsthema beschäftigen.

Was kann ich euch raten?

1. Alles was ihr am Anfang weglasst kostet euch kein Geld und kein Gewicht. Und lässt Platz um später nachzurüsten.

2. Hände weg von technischem Campingkram. Ist teuer und oft echt schlechte Qualität.

3. Büttner ist gut, aber eine Apotheke. Stellt euch das notwendige Equipment lieber individuell zusammen, über eBay bekommt ihr ausreichende Qualität zum kleinen Preis.

4. Nehmt lieber eine Trockentrenntoilette statt eines Portapottis, kostet nicht mehr und ist von der Entsorgung her einfacher.

5. Fangt mit einfachen Lösungen an und verbessert euch mit der Zeit. Hier im Forum findet ihr haufenweise Experten, die auf sehr hohem Niveau bauen. Es geht aber auch deutlich einfacher, wenn das Budget begrenzt ist.

Zum Kabinenbau kann ich nicht viel beitragen, ich habe meine Box gekauft. Es gibt aber einige Hersteller, die Boxen mit Klappdach verbauen, da könnt ihr euch Ideen besorgen.

Viel Spaß beim planen,
Myk



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Jugendforscht
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#5 Beitrag von Jugendforscht » Do 25 Apr 2019 21:29

Hallo ihr 3,
Zunächst: vielen Dank!
Balu: woher kommst du? Ich bin eigentlich aus Aschaffenburg. Nik wohnt bei Bad Windsheim. Da steht leider auch das Auto....
Leider feiert mein Papa an dem Wochenende seinen 50. Ob wir das schaffen, da beim Treffen vorbei zu kommen, kann ich nicht versprechen.

Was genau meinst du mit technischem Campingkram, Myk?

Und das tolle Abteil, das viele Fragen klärt habe ich eben gefunden, prima, danke!

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#6 Beitrag von Balu » Do 25 Apr 2019 21:34

Hallo Annika,
ich wohne irgendwo in der Mitte zwischen euch. In der Schweinfurter Gegend.

Gruß
Herby
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#7 Beitrag von Jugendforscht » Do 25 Apr 2019 21:54

Da wohnt meine Schwester 😂
Und im Sommer sind wir mein MSC Schwarze Pfütze auf Rennen. Vllt lässt sich da ja mal was verbinden ✌

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#8 Beitrag von Balu » Do 25 Apr 2019 22:39

Wenn's zeitlich passt, gerne! :D

Gruß
Herby
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Urs
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#9 Beitrag von Urs » Fr 26 Apr 2019 00:25

Hallo Annika,

Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Einige Tipps wurden ja schon gegeben. Trotzdem noch meine 5 Cent dazu.

-Die dunkelbraunen Holzplatten heissen Siebdruckplatten. War in letzter Zeit ein immer beliebterer Baustoff. Gibt es einige Beiträge hier im Forum dazu, einfach danach suchen. Ich persönlich favorisiere GFK-Sandwich, aber das ist meine persönliche Vorliebe und Holz muss nicht unbedingt per se schlechter sein.

-Ich hab einiges an Elektrik/Elektronik in meinem Auto verbaut. Zum Teil sehr Sinnvoll, vieles aber auch einfach weil ich Spass daran habe. Ich hab da auch schon die eine oder andere Stunde in der Elektrik investiert und nicht zuletzt auch den einen oder anderen Euro. Ich buche das als Hobby ab. Auf Reisen weiss ich aber auch genau was ich machen muss um ein allenfalls nicht mehr funktionierendes Gerät zu überbrücken oder lahmzulegen ohne dass die Grundfunktion lahmgelegt wird. Wenn Du aber schreibst dass die Büttner Geräte zu "Bahnhof verstehen" führen dann denke ich mal dass ihr andere Hobbys habt als euch mit der Elektrik herumzuschlagen ;) Daher mein Rat: Keep it simple.

-Grösse der Kabine: Mal abgesehen dass eine 2.55m Breite und 4m Hohe Kabine bei euch in DE wohl legal wäre stelle ich mir das doch etwas arg gross für den Navara vor ;)
Aber im Ernst: Die Breite wird ein Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit auf der Strasse und erwünschter Wohncomfort im Innenraum sein. Bedenkt aber dass wenn ihr mal Richtung Süden wollt, und dabei durch die Schweiz wollt, dass in der Schweiz keine Ladung seitlich über das Fahrzeug über stehen darf. Das gilt auch für eine (nicht eingetragene) Wohnkabine, da eben Ladung. Im Normalfall wird es wohl auch bei uns in CH niemanden interessieren aber wenn mal ein Blau-graues Männchen am Strassenrand doch der Meinung ist seinen Job absolut Pflichtbewusst ausüben zu müssen wird es wohl irgendwo zwischen teuer und sehr teuer plus Kabine stehen lassen und mit breiterem Fahrzeug holen hinauslaufen. Wenn das für euch kein Kriterium ist, dann könnt ihr die Breite natürlich frei wählen (bis 2.55) wobei ich persönlich maximal 10-20 cm breiter als das Basisfahrzeug bauen würde. Mein Auto war ja auch mal ein Pickup, ich hab aber ein Festaufbau drauf, ändert aber nichts am Prinzip. Fahrzeugbreite ist bei mir 2.05m, Koffer hab ich 2.10m breite. Das hat sich in Europa sehr bewährt. Breiter wird aus meiner Erfahrung mühsam auf einem normalem Parkplatz, im italienischem Bergdorf, beim kreuzen im Schottischem Hochland, auf Schotterstrecken wo sonst nur Landcruiser und Landrover unterwegs sind usw, usf...aber auch das ist nur meine Subjektive Meinung, es gibt auch Leute die mit dem 2.55m LKW auf Reisen sind.
Höhe bin ich bei ungefähr 3.05. Würde ich heute tiefer bauen...eher 2.80, oder besser 2.50, aber da käme ich nicht ohne Hubdach aus, was wieder das Gewicht und die Kosten in die Höhe treibt. Seid ihr ab und an auch in Frankreich auf den Mautstrecken unterwegs würde ich unbedingt schauen dass ihr unter 3m bleibt. Ab 3 Meter wird es massiv teurer und da elektronisch gemessen reicht auch schon 3.01m um in die höhere Mautklasse zu kommen. Wenn ihr auch plant mal etwas abseits der grossen Trampelpfade unterwegs zu sein kann es schon mal vorkommen dass ein Tunnel oder das Gestrüpp bei 3m Höhe ein weiterkommen verhindern oder zumindest erschweren (eigene Erfahrung :roll: :wink: ).

Nun noch viel Spass beim stöbern hier im Forum und beim weiter planen.

Gruss
Urs
In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

Jugendforscht
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#10 Beitrag von Jugendforscht » Fr 26 Apr 2019 05:27

Hallo Urs,
Danke für die vielen Infos.
Elektrik ist für mich ok, so lange es auf 12V läuft und im Auto zu finden ist. Alles andere muss ich erst ein mal lernen, lesen und verstehen, dann passt das auch. Habe mich bis jetzt noch nicht mit Solar usw beschäftigt, entsprechend wenig versteht man beim ersten mal überfliegen. Ob das mein liebstes Hobby wird bleibt abzuwarten ✌

Nein, wir möchten sicherlich nicht 4m hoch bauen. Dann würden wir auch Seekrank. Dass 3m eine Art Grenze darstellt war mir bis jetzt nicht bekannt, sollte dennoch berücksichtigt werden. Da wir aber eh ein Klapp- oder Hubdach brauchen um unser Auto nicht zu überfordern, sollte das machbar sein.

Der Navara hat ab Werk Kotlügelverbreiterungen und Distanzscheiben. Wie ergibt sich in der Schweiz die Fahrzeugbreite? Sie sind abgesehen, von den Spiegeln, der breiteste Punkt am Fahrzeug.

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#11 Beitrag von Picco » Fr 26 Apr 2019 08:32

Hoi zämä und herzlich willkommen hier!

Die Breite ergibt sich in der Schweiz am breitesten Punkt des Fahrzeuges ohne Anbauten, also ohne Spiegel. Wie es mit den Kotflügelverbreiterungen ist weiss ich leider nicht.
Ich hab den Vorgänger Eures Autos, einen Nissan KingCab der MD21-Reihe mit 2,4l-Benzinmotor.
Also müsste es dasselbe Fahrerhaus sein.
Aber ich hab eine Flachpritsche!
Ist zum Einen ein Riesenvorteil bei der Kabine, zum Anderen könntet Ihr natürlich eine breitere Flachpritsche bauen.
Meine ist wie die Fahrerkabine 1,65m breit, was wirklich nicht übertrieben breit ist...und ich überlege selbst eine andere zu bauen, die zum Einen breiter, zum Anderen kürzer und zum Dritten tiefer unten ist.
Bei meiner Pritsche ist Unterkannte Pritsche, die noch nie von Rad berührt wurde trotz 1600kg Kies hintendrauf (Der Baggerfahrer der mir 600kg aufladen sollt ehat sich minim verschätzt) und Verschränkungsversuchen, bei 85cm vorne und 88cm hinten, beim Rad sinds 87cm.
Es wäre also möglich eine Pritsche mit 88cm(beim Rad) zu machen, wenn direkt beim Rad keine Verstrebung unter dem Blech wäre.
Vorteil davon: Vom Tüv eigetragen (Tüven müsst Ihr ja sowieso) und dann ist auch eine entsprechend breite Kabine kein Problem.
Problematisch wäre höschstens: Wie verbreitert man die Spiegel beim PickUp?
Hie rmein PickUp mit meiner ehemaligen Kabine, die auch Ladung und auch zu breit war.
Bild
Die war 2m oder 2,1m breit, das war schon vielfach unangenehm breit, lieber 1,80m oder weniger.

Übrigens solltet Ihr Euch nicht zu viele Gedanken um Isolierung machen wenn Ihr eh Hubdach mit Stoff habt.
Da würd ich mit 6-9mm Siebdruck arbeiten und das Dach entweder aus Alublech (hab ich nicht so tolle Erfahrungen damit gemacht, die Schweissnähte reissen gern...) oder mit einer GFK-Schaum-GFK-Sandwichplatte machen. Dann tropft auch nichts.
Für Wintercamping ist eine Kabine mit normalem Stoff als Seitenwand des Aufklappdaches eh nicht geeignet.

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#12 Beitrag von chrisi » Fr 26 Apr 2019 09:07

Hallo Annika,

auch von mir ein herzliches Willkommen aus Oberfranken. Du stehst ja früh auf :wink: Na ja, die Jugend :wink:

Es ist ja schon viel gesagt, hauptsächlich von Leuten, die wissen, wovon sie reden und die ich schätze.

Aber nun von mir auch noch was. Den Aufbau aus Siebdruckplatten würde ich in eurem Fall nicht empfehlen. Sandwichplatten sind bestimmt die bessere Lösung.
Campingladen schön und gut, aber bitte, alles was geht, Armaturen, Cu-Leitung statt Schlauch, u.s.w., aus der Haushaltsabteilung. Von TTT halte ich persönlich nichts. Aber das ist wie gesagt meine persönliche Meinung.

Kommt zu einem Kurzbesuch, eventuell schon Freitag, wenn Sonnabend nicht geht, nach Bodenheim.

Und wenn Ihr mal in der Nähe seid, z.B. zu Besuch beim MSC Gefrees, kommt einfach vorbei.

Grüße, chris
:D wir sammeln abgelaufene Verbandskästen aus KfZ, für unser Projekt in Gambia. Guckst Du: together-in-the-gambia.de :arrow: oder neu bei facebook :arrow: : together in The Gambia e.V.

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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#13 Beitrag von Anton » Fr 26 Apr 2019 10:02

Hallo

einen guten Tag auch von mir hier im Forum!

Mit Siebdruck zu bauen geht ohne Weiteres, aber dann muss man sehr auf das Gewicht achten, Ist aber durchaus möglich.

Plattenstärken von 6mm außen lassen sich bei vernünftiger Konstruktion durchaus machen. Wenn's ein Alkovenmodell werden soll, würd ich den Überhang allerdings aus 9mm bauen wobei die Platten noch eine gutes Stück auf die Seitenwände gehen sollten.

Oder ihr baut alles aus einer Eigenbau Sandwitschplatte aus Wasserfestem Sperrholz. Das hält auch Bombenfest und das geht durchaus mit einer einigermaßen eingerichteten Werkstatt. Aber etwas Platz braucht ihr dann schon.

Ich bin halt ein Freund von Holzkabinen, denn ich habe schon selber 2 gebaut die ohne Mucken seit Jahren funktionieren.

VG

Anton
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#14 Beitrag von visual » Fr 26 Apr 2019 10:08

du Arbeitest doch als Kfzlerin, kannst du dir nicht "gebrauchte" Batterien mitnehmen?

wo ich früher in der lehre war, wurden halt öfter Autos gebracht die einmal kpl. leer waren. Batterietester sagt danach ganz klar "austauschen".

Also ausgetauscht (war halt Richtlinie des Herstellers) an ein ordentliches Ladegerät gehangen und danach haben die noch lange Ihren Dienst getan.
Dann bauste einfach 2 Stück mehr davon ein und wenn kaputt wieder tauschen.

So könntest du günstig an die 12V Versorgung kommen.

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mrmomba
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Re: Jugend forscht - ein Auto, zwei Leute und viele Fragezeichen

#15 Beitrag von mrmomba » Fr 26 Apr 2019 10:26

Moin,

ich habe da mal ein paar Infos zum Thema 3,5T zGG. Ihr dürft die 750KG Anhänger (zGG) immer anhängen. Sprich, euer PKW hat zGG 3,5T dann darf auf jeden Fall noch ein Anhänger mit 0,75T dran. Sobald der Anhänger aber ein zGG von 0,7501t hat ist es verboten.

Die Navaras sind bekannt für ihre Rahmenbrüche, also übertreibt es nicht mit Überaldung und Maximalbeladung bei Offroadfahrten.

Ergänzend zum Tüv:
-> In Italien muss ALLES was über die Rückleuchten hinaus steht entweder gekennzeichnet oder aber mit Nachfolgebeleuchtung ausgestattet sein. In DE müssen Sichtwinkel auf die Rückleuchten berücktsichtigt werden. (Auch bei Ladung) Hier wäre es nicht verkehrt, zusatzbeleuchtung anzubringen.
-> Gasprüfung kann man trotzdem machen, Ich würde mich auch an die Fortschrifften halten. Frage: Macht Gas wirklich sinn? 5KG Flaschen sind bei so einem kleinen Wohnraum schon Sperrig
-> Es ist egal, was für Fenster du nutzt. PS unsere Eriba hat Glasfenster, das Auto hat Glasfenster. Steinschlag ist auch bei Kunststoff eine "Gefahr". Hier müsst ihr zwischen Budget, Gewicht und Isolationswunsch den besten Weg finden.
-> Brandschutz, nun ja..... Materialmäßig hast du keine Chance. XPS Dämmung verpufft gerade zu. Streich den Punkt von deiner Liste. Bester Schutz heißt, ORDENTLICHE Elektrik und aufpassen.

-> Von was für eine "Erstabnahme" wird da gesprochen?
-> Ja 100AH in der größe ist nicht verkehrt, nimm einfach eine Starterbatterie. Das machen viele hier (und einige haben in Südamerika IM Wagen gelegt und auch nur Starter genutzt). Sind Billig und bei entsprechender Pflege halten die auch 5 - 7 Jahre.
-> 12V Verkabelung ist generell nicht verkehrt. KISS. Macht vieles leichter. In diesem Forum wirst du alle extreme finden - von 3 Sicherungen mit 3 Lampen, bis hin zur automatisierten Hütte. Sinvoll ist es, ein detailierten Plan für sich zu erstellen. Selber machen ist immer eine gute Idee!
-> Die alten Wohnwagen sind "Holz-Ständer" Bauweise... Stimmt, die neueren nicht mehr. Es funktioniert halt alles. Gibt auch noch Wohnwagen mit Stahlgerippe usw.

=> Damit wären wir bei deinem Plan:
Die Ständerbauweise ist ebenso praktikabel wie die Sandwichbauweise. in Sachen Isolierung kann man sich fast auf dem selbel Level bewegen - (Ständerbauweise mehr Aufwand zur Isolation). Schlussendlich aber: Das Geld bestimmt den Weg.
Ständerbauweise geht auch 'leicht' und vor allem kannst du bei geraden Wänden gut Styrodur, Jakodur (XPS) Dämmnug nehmen. (Brennbar) - Armaflex ist teurer, DEUTLICH! (Ok dafür schwerentflammbar) - Aber ja, der Punkt brennbar ist für mich zu vernachlässigen. Wenn ihr nicht gerade Siebdruck (braune Platten) in 12mm Stärke nimmt, sondern nur in wenigen MM (z.B. 4mm außen und Pappelsperholz innen) geht das wohl. Pappel ist sehr leicht.
Das Außenbad ist ne gute Idee, aber bei 7 Grad und Miesel... ;) das morgens um 6 Uhr. Brrr Unbedingt innen ein WC Platz einplanen. Dusche ... Ich würde Wasschale nehmen, weniger Aufwand bei installation, ver- und entsorgung)

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