Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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schluchtenflitzer
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Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#1 Beitrag von schluchtenflitzer » Do 07 Mär 2019 13:57

Es hat sich herauskristalisiert das für meine Ansprüche die 4x4 5t Klasse am besten geeignet ist. Im Moment fahre ich hier einen 4x4 Kastenwagen (Ford E350).
Nun wäre für zukünftige Reiseprojekte ein Kofferaufbau schön der kompakt sein soll.
Meine Idee:
-Teilintegriert, also Kabine mit Fahrerhaus fest verbunden und der Ausschnitt so groß wie möglich
-Kabinenhöhe so hoch wie das Fahrerhaus mit Parallelhubdach und Plane um Stehhöhe zu haben.
-max 220m Breite und ca 3,80m Länge
das ganze soll natürlich möglichst leicht, aber auch stabil sein. Es muss im Gelände richtig was aushalten. Also keine Schlechtwegetauglichkeit sondern echte Offroad Eigenschaften.
Nun zu meiner eigentliche Frage:
Nachdem ich unterwegs bin habe ich kaum gelegenheit solche Aufbauten anzusehen und schon gar nicht deren Aufbau zu inspizieren. Was ich so im Netz gefunden habe bauen ja durchaus einige Hersteller teilintegrierte Offroader in der Klasse.
Was meint den ihr dazu?
Hält die Verbindung Kabine/Fahrerhaus auf Dauer ohne zu reißen auch bei harter Beanspruchung und viel Verschränkungsfahrten?
Ist ein Hilfsrahmen nötig und wie sollte man die Kabine am Rahmen lagern?
Kabine in Sandwich Bauweise oder Rahmenkonstruktion?
Kabine ehr verwindungsfähig bauen oder besser steif?
Ich stehe noch voll am Anfang der Planung und möchte selbst bauen. ;-)
Danke für euren Input vieleicht hat ja hier schon jemand das selbe hinter sich und ich darf aus seinen Fehlern lernen :idea:

Canoe
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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#2 Beitrag von Canoe » Do 07 Mär 2019 16:00

Das hängt davon ab, wie steif der Rahmen Deines Basisfahrzeuges ist. Die Sprinter sind z.B. steif, da habe ich solche Teilintegrierten gesehen, der Iveco ist weich, da geht das nach Aussage von Ivecofahrern nicht. Mein Transit ist so gebaut, wie Du es vorhast. Da gibt es auch nach über 140.000 km in Afrika und Lateiamerika keine Risse. Der hat aber, wie der Sprinter einen steifen Rahmen. Echt Offroad tauglich (was ist das?) sind weder der Sprinter noch der Transit.
Stefan
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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#3 Beitrag von holger4x4 » Do 07 Mär 2019 16:45

Guck dir das mal an, Integriert geht auch:
https://www.youtube.com/watch?v=GoHMs_5msuQ
Gruß, Holger

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#5 Beitrag von schluchtenflitzer » Fr 08 Mär 2019 06:47

Canoe hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 16:00
Das hängt davon ab, wie steif der Rahmen Deines Basisfahrzeuges ist. Die Sprinter sind z.B. steif, da habe ich solche Teilintegrierten gesehen, der Iveco ist weich, da geht das nach Aussage von Ivecofahrern nicht. Mein Transit ist so gebaut, wie Du es vorhast. Da gibt es auch nach über 140.000 km in Afrika und Lateiamerika keine Risse. Der hat aber, wie der Sprinter einen steifen Rahmen. Echt Offroad tauglich (was ist das?) sind weder der Sprinter noch der Transit.
Stefan
Es soll wieder ein Ford E350 sein, also ehr ein weicher Rahmen.

@Holger4x4 ich möchte gerne die Kabine mit Fahrerhaus fest verbinden. Beim "eineweltreise" ist er das leider nicht so.
Es wäre natürlich interessant wie die das ganze vernünftig abdichten (Geräusch)? Wenn da jemand Infos hat wäre das vieleicht auch eine Alternative

ich dachte ehr an so eine Lösung:
https://www.toms-fahrzeugtechnik.de/exp ... sstattung/
und so in etwa soll es dann mal aussehen, nur eben etwas niedriger und mit Hubdach
https://www.youtube.com/watch?v=IOoaBDu1qzg

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#6 Beitrag von mrmomba » Fr 08 Mär 2019 08:48

Nagut,
Ich versuch es mal mit einem sinvollen Beitrag:
Wenn ich mir das so anschaue und überlege, dann frage ich mich ernsthaft, ob ein Teilintegrierter wirklich deutlich besser als ein Kastenwagen ist, zumal du ja nicht unbedingt größer Werden willst.
Pro Kastenwagen => Eine Einheitliche Fahrgastzelle + Wohnaufbau die die Veschränkung über die Fläche aufnehmen kann und durch Materialgleichheit homogen behandelt und keine Sollbruchstelle im Fahrzeug mitsichbringt.
Wenn ich das richtig sehe, dann gibt es für den E-xyz nicht mal bei den Krankenwagen / Rettungswagen eine 'Integration' maximal Busse und Camper.

Am Ehesten wirst du Glück haben mit Fahrzeugen wo der Fahrgastraum auf einem Leiterrahmen hängt - u.A. entnehmbar ist.
Ich gehe davon aus, dass die Ivecos selber auch nur Pseudo-OFFROAD tauglich sind. Für mich ist Offroad aber auch eher abseits der Straße und kein Trailgelände.
Wenn ich mir die Bewegung der Weichen leichten LKWs bei der Feuerwehr so anschaue --> HUI!

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#7 Beitrag von Canoe » Fr 08 Mär 2019 17:27

Also wenn Du weiter einen E 350 als Basis nehmen willst würde ich persönlich eher eine flexible Verbindung zwischen Fahrerhaus und Kabine wählen. Da kannst Du auch einen relativ großen Ausschnitt wählen, hast aber keine Probleme, wenn sich der Rahmen verwindet. Wie wan so etwas baut ist hier im Forum schon öfters diskutiert worden. Allerdings kenne ich auch Fahrzeuge mit ähnlichen Rahmen, die integriert sind. Hier z.B. http://www.tigervehicles.com/ . Die Pick ups haben meines Wissens den gleichen oder zumindest ähnlichen Rahmen wie die Vans. Auch die Ambulances https://www.expeditionportal.com/forum/ ... ad.200922/ scheinen starr verbunden zu sein. Vielleicht bin ich da zu vorsichtig.
Stefan
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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#8 Beitrag von holger4x4 » Fr 08 Mär 2019 18:22

Also den Kastenwagen E350 hat er ja jetzt.
Wenn es nun "richtig" Offroad werden soll, muss schon was mit mehr Beinfreiheit her, Iveco Daily, Unimog, oder vielleicht ein Fuso 4x4 ?
Sprinter, Transit, Dangel-Ducato sind 4x4, aber keine wirklichen Offroad Fahrzeuge. Dann müssen es schon die Umbauten von z.B. Oberaigner sein.
Ein Isolierter Wohnaufbau ist schon was anderes wie ein Kastenwagen, Isolation wie auch verfügbare Innenbreite.
Oder mal gucken, was die AMIs so machen: https://earthroamer.com/, die sind nur sauteuer und auch ziemlich schwer für richtiges Gelände. Die sind auch "Integriert".
Gruß, Holger

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#9 Beitrag von schluchtenflitzer » Fr 08 Mär 2019 19:48

Canoe hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 17:27
Also wenn Du weiter einen E 350 als Basis nehmen willst würde ich persönlich eher eine flexible Verbindung zwischen Fahrerhaus und Kabine wählen. Da kannst Du auch einen relativ großen Ausschnitt wählen, hast aber keine Probleme, wenn sich der Rahmen verwindet. Wie wan so etwas baut ist hier im Forum schon öfters diskutiert worden. Allerdings kenne ich auch Fahrzeuge mit ähnlichen Rahmen, die integriert sind. Hier z.B. http://www.tigervehicles.com/ . Die Pick ups haben meines Wissens den gleichen oder zumindest ähnlichen Rahmen wie die Vans. Auch die Ambulances https://www.expeditionportal.com/forum/ ... ad.200922/ scheinen starr verbunden zu sein. Vielleicht bin ich da zu vorsichtig.
Stefan
Nun ich mag leider getrennte Kabinen überhaupt nicht. Der bedingte Platzverlust beim wohnen und die Unbequemlichkeiten des getrennten.
Fest steht für mich ich will teilintegriert. Gehen tut es ja wie eben bei Ambulanz/ EarthroemerCinook usw. usw. bewiesen wird.
Deshalb ja meine Frage wie die Verbindungen am besten hergestellt werden und der Aufbau am Rahmen gelagert wird. Ich habe die Hoffnung das mir hier jemand ein paar Tipps geben kann ;-)
holger4x4 hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 18:22
Also den Kastenwagen E350 hat er ja jetzt.
Wenn es nun "richtig" Offroad werden soll, muss schon was mit mehr Beinfreiheit her, Iveco Daily, Unimog, oder vielleicht ein Fuso 4x4 ?
Sprinter, Transit, Dangel-Ducato sind 4x4, aber keine wirklichen Offroad Fahrzeuge. Dann müssen es schon die Umbauten von z.B. Oberaigner sein.
Ein Isolierter Wohnaufbau ist schon was anderes wie ein Kastenwagen, Isolation wie auch verfügbare Innenbreite.
Oder mal gucken, was die AMIs so machen: https://earthroamer.com/, die sind nur sauteuer und auch ziemlich schwer für richtiges Gelände. Die sind auch "Integriert".



Ich glaube mein jetziger "Kastenwagen" muss sich nicht vor der Geländegängigkeit von Iveco und Fuso verstecken. Sprinter, Transit und Konsorten sehe ich nicht als Offroader an sondern mehr als schlechtwegetauglich. Was aber keinesfalls heißt das ich diese nicht leiden mag! :D
Bei den anderen Punkten gebe ich dir absolut Recht. Diese sind genau meine Beweggründe mir einen Koffer zu bauen zu wollen
Zuletzt geändert von schluchtenflitzer am Do 04 Apr 2019 12:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#10 Beitrag von holger4x4 » Fr 08 Mär 2019 20:02

Cooler Kastenwagen, der kann auf jeden Fall mehr als ich mit meinem Schneckenhaus.
Ist halt schwierig die Eierlegende-Wollmilchsau zu finden, Komfort, Platz, Gelädegängigkeit und Budget und Größe.
Ich kann halt nur Gelände, wenn ich die Kiste irgendwo stehen lasse.
Gruß, Holger

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ThomasFF
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Spinnereien.....

#11 Beitrag von ThomasFF » Sa 09 Mär 2019 11:19

...ausgehend von meinem ganz privaten Credo, dass man mit Autos nix machen sollte, wofür die nicht vom Hersteller/Konstrukteur von vorneherein vorgesehen sind.
Wenn es also zwischen Kabine und Fahrerhaus in bestimmten Straßen- und Geländesituationen zu gegenläufigen Bewegungen zwischen diesen Fahrzeugsektionen gibt, dann ist das Teil eines Gesamtkonzeptes, das Geländetauglichkeit teilweise durch Verschränkung der Achsen in Verbindung mit einem "weichen" Rahmen herstellt und verbessert.
Wenn man es verändern will, dann hat man mit den erheblichen Scherkräften in der Verbindung zwischen Fahrerhaus und Wohnkabine zu tun. Entweder man fängt das durch Materialstärke auf (zu schwer, vom Amateur kaum zu verarbeiten), man nimmt die Kräfte zumindest teilweise weg (zB durch einen Zwischenrahmen, der flexibel aufgehängt wird - Raute oder Pendel) oder versteift das Fahrwerk (Komfortbeeinträchtigung, unsicherer bei hohen Asphaltgeschwindigkeiten, Geländetauglichkeit wird beeinträchtigt).
In der Regel wird die zweite Version umgesetzt. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass der Aufbau bei zu weicher Aufhängung zu Pendel- und Schwankbewegungen gegenüber dem Fahrwerk neigt.
Also auch diese Lösung ein Kompromiss.
All diesen Basteleien ist gemein, dass sie relativ teuer sind.

Schlau quatschen kann der gut, der ThomasFF, aber hat er auch eine gangbare Lösung?
Ja, hat er.... bitte das passende Auto wählen, das in diesem Fall hier Unimog heißt. Alles lassen, nur eine gute und einigermaßen bequeme Verbindung zwischen Wohn- und Fahrerraum schaffen. Wann es an Raum mangeln sollte, dann kann man mit einem Slide out oder mit einem Kabinenauszug nach hinten oder einem genialen Grundriss (Ideen dazu aus der Mediathek zB Kabel1doku amazing spaces... mir fällt da dieses tolle Appartement in Barcelona ein...) Abhilfe schaffen...

Ich weiß, auch Unimog ist teuer...aber dafür haltbar und wo der nicht durchkommt (äh... zumindest mit einem etwas geübtem Geländefahrer...lach), brauchst Du die an Bord befindliche 7,65 t Seilwinde oder eine Enduro, um einen Radlader zur Hilfe zu holen.... ;-)

Aber a propos Spinnerei...wenn ich es ohne Rücksicht auf Kosten zu tun hätte, dann würde ich mir einen voll integrierten Pusher auf Unimogbasis bauen (lassen). Pusher bedeutet Heckmotor für den Allradantrieb (wegen Geräuschentwicklung und Vibrationen im Fahrerhaus, Hitzeentwicklung besonders in Hochtemperaturgebieten).

An einem großen Unimograhmen (2450?) werden Vorder- und Hinterachse getauscht incl. Lenkung, Führungselementen, Federung etc. Der Antrieb muss natürlich auch andersrum laufen, was aber dank der Getriebekonstruktion des Unimog nicht schwer zu realisieren ist. Das Unimoggetriebe ist eine Vorgelegekonstruktion, die im Prinzip wie der olle erste DAF PKW vorwärts wie rückwärts gleich schnelle Fahrt erlaubt. Das wird nur durch die Schaltplatte verhindert, die Wege des Schaltknüppels zu "rückwärts schnell" blockiert. Wenn man die wegnimmt und eine seitenverkehrte einbaut, hat man die andere Richtung. In den Portalachsen muss man die Zahnräder auch etwas umbauen... keine große Sache... an einer Achse hat das seinerzeit bei meinem Truck-Trial- Prototyp nicht mehr als ne Stunde gedauert....Ihr seht, ich habe sowas schon mal gebaut und unter härtesten Einflüssen in Hardcorgelände auch ausprobiert, wenn auch mit weniger Gewicht (ich hatte zwischen 2,5 und 3 t je nach Ausrüstung und Füllgrad meiner Reifen mit Wasser), der große Unimog würde bei 6 bis 7,5 t liegen. Aber die Achsen des großen sind ja auf dieses Gewicht ausgelegt + mindestens 100% "Mercedes-Sicherheitsspielraum.... hihi. Über eine Volluftfederung müsste ich nachdenken....Problem wären Anfälligkeit in ganz rauhem Gelände und die Reparaturmöglichkeit im "Outback".

Obendrauf kommt eine voll integrierte Kabine, auf einem eigenen Hilfsrahmen mit Rautenlagerung.

Ich würde eine Automatik haben wollen, auch das läßt sich mit einigem Mehraufwand realisieren. Schließlich hatte meine letzte Wettbewerbsversion einen 5 l V8 aus einer alten S Klasse (W116) an einem Wandler-Schaltgetriebe aus dem Unimog 406 in der Bundesbahnversion Straße/Schiene, was die Ingenieure aus Gaggenau für unmöglich gehalten hatten....hihi... und heute gibt es von DB auch LKW-Automatikgetriebe aus dem Regal....

Wie gesagt.. Spinnerei, aber mit genug Geld ginge das...
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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Re: Spinnereien.....

#12 Beitrag von schluchtenflitzer » Sa 09 Mär 2019 17:52

ThomasFF hat geschrieben:
Sa 09 Mär 2019 11:19
...ausgehend von meinem ganz privaten Credo, dass man mit Autos nix machen sollte, wofür die nicht vom Hersteller/Konstrukteur von vorneherein vorgesehen sind.
Wenn es also zwischen Kabine und Fahrerhaus in bestimmten Straßen- und Geländesituationen zu gegenläufigen Bewegungen zwischen diesen Fahrzeugsektionen gibt, dann ist das Teil eines Gesamtkonzeptes, das Geländetauglichkeit teilweise durch Verschränkung der Achsen in Verbindung mit einem "weichen" Rahmen herstellt und verbessert.
Wenn man es verändern will, dann hat man mit den erheblichen Scherkräften in der Verbindung zwischen Fahrerhaus und Wohnkabine zu tun. Entweder man fängt das durch Materialstärke auf (zu schwer, vom Amateur kaum zu verarbeiten), man nimmt die Kräfte zumindest teilweise weg (zB durch einen Zwischenrahmen, der flexibel aufgehängt wird - Raute oder Pendel) oder versteift das Fahrwerk (Komfortbeeinträchtigung, unsicherer bei hohen Asphaltgeschwindigkeiten, Geländetauglichkeit wird beeinträchtigt).
In der Regel wird die zweite Version umgesetzt. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass der Aufbau bei zu weicher Aufhängung zu Pendel- und Schwankbewegungen gegenüber dem Fahrwerk neigt.
Also auch diese Lösung ein Kompromiss.
All diesen Basteleien ist gemein, dass sie relativ teuer sind.

Schlau quatschen kann der gut, der ThomasFF, aber hat er auch eine gangbare Lösung?
Ja, hat er.... bitte das passende Auto wählen, das in diesem Fall hier Unimog heißt. Alles lassen, nur eine gute und einigermaßen bequeme Verbindung zwischen Wohn- und Fahrerraum schaffen. Wann es an Raum mangeln sollte, dann kann man mit einem Slide out oder mit einem Kabinenauszug nach hinten oder einem genialen Grundriss (Ideen dazu aus der Mediathek zB Kabel1doku amazing spaces... mir fällt da dieses tolle Appartement in Barcelona ein...) Abhilfe schaffen...

Ich weiß, auch Unimog ist teuer...aber dafür haltbar und wo der nicht durchkommt (äh... zumindest mit einem etwas geübtem Geländefahrer...lach), brauchst Du die an Bord befindliche 7,65 t Seilwinde oder eine Enduro, um einen Radlader zur Hilfe zu holen.... ;-)

Aber a propos Spinnerei...wenn ich es ohne Rücksicht auf Kosten zu tun hätte, dann würde ich mir einen voll integrierten Pusher auf Unimogbasis bauen (lassen). Pusher bedeutet Heckmotor für den Allradantrieb (wegen Geräuschentwicklung und Vibrationen im Fahrerhaus, Hitzeentwicklung besonders in Hochtemperaturgebieten).

An einem großen Unimograhmen (2450?) werden Vorder- und Hinterachse getauscht incl. Lenkung, Führungselementen, Federung etc. Der Antrieb muss natürlich auch andersrum laufen, was aber dank der Getriebekonstruktion des Unimog nicht schwer zu realisieren ist. Das Unimoggetriebe ist eine Vorgelegekonstruktion, die im Prinzip wie der olle erste DAF PKW vorwärts wie rückwärts gleich schnelle Fahrt erlaubt. Das wird nur durch die Schaltplatte verhindert, die Wege des Schaltknüppels zu "rückwärts schnell" blockiert. Wenn man die wegnimmt und eine seitenverkehrte einbaut, hat man die andere Richtung. In den Portalachsen muss man die Zahnräder auch etwas umbauen... keine große Sache... an einer Achse hat das seinerzeit bei meinem Truck-Trial- Prototyp nicht mehr als ne Stunde gedauert....Ihr seht, ich habe sowas schon mal gebaut und unter härtesten Einflüssen in Hardcorgelände auch ausprobiert, wenn auch mit weniger Gewicht (ich hatte zwischen 2,5 und 3 t je nach Ausrüstung und Füllgrad meiner Reifen mit Wasser), der große Unimog würde bei 6 bis 7,5 t liegen. Aber die Achsen des großen sind ja auf dieses Gewicht ausgelegt + mindestens 100% "Mercedes-Sicherheitsspielraum.... hihi. Über eine Volluftfederung müsste ich nachdenken....Problem wären Anfälligkeit in ganz rauhem Gelände und die Reparaturmöglichkeit im "Outback".

Obendrauf kommt eine voll integrierte Kabine, auf einem eigenen Hilfsrahmen mit Rautenlagerung.

Ich würde eine Automatik haben wollen, auch das läßt sich mit einigem Mehraufwand realisieren. Schließlich hatte meine letzte Wettbewerbsversion einen 5 l V8 aus einer alten S Klasse (W116) an einem Wandler-Schaltgetriebe aus dem Unimog 406 in der Bundesbahnversion Straße/Schiene, was die Ingenieure aus Gaggenau für unmöglich gehalten hatten....hihi... und heute gibt es von DB auch LKW-Automatikgetriebe aus dem Regal....

Wie gesagt.. Spinnerei, aber mit genug Geld ginge das...

Ähhhhm ist ja schön wenn du Unimog Fan bist (ich bin es nicht!) aber das hier abgegebene hat so rein gar nichts mit meiner Frage zu tun und klingt ehr wie schlechte Werbung und Selbstdarstellung in meinen Ohren.
Ok die ersten paar Zeilen gehen zumindest halbwegs in die Richtung der Frage unterliegt aber -wie der Rest auch- einem grundlegenen Denkfehler. Das von mir in Bedracht gezogene Fahrzeug gibt es mit selben Rahmen als Pritsche und als Kastenwagen. Was sich dabei die Konstrukteure gedacht haben fragst Du sie am besten selbst.
Nichts für ungut bitte, vieleicht hast du dich ja nur im Threat geirrt :roll:

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#13 Beitrag von holger4x4 » Sa 09 Mär 2019 18:19

Ja der Thomas erzählt schonmal gerne ..

Vielleicht hab ich's überlesen, aber auf welches Fahrgestell zielst du denn nun?
Gruß, Holger

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#14 Beitrag von schluchtenflitzer » Sa 09 Mär 2019 18:26

Danke Holger fürs Verständniß!
Es soll wieder ein Ford E350 werden.
Ich bin immer noch Überzeugt das es ein gutes bis (je nach Reiseziel) ideales Fahrzeug zum Reisen ist.
Neben der Geländegängigkeit ist er Einfach und stabil aufgebaut, supergünstige Ersatzteilversorgung und die Zuverlässigkeit die er bewiesen hat. Die Kombi habe ich in der Gewichtsklasse noch nirgends anders ausfindig machen können.

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Re: Ist eine Teilintegrierte Wohnkabine auch Offroadtauglich möglich?

#15 Beitrag von mrmomba » Sa 09 Mär 2019 18:40

Nun,
offenbar ließt du nicht zwischen den Zeilen - so kam nun von zwei Seiten schon die Warnung bezüglich der Anforderungen.

Der Hartwig hat hier mal die Verschränkung eines F350 demonstriert ..... Mutig, da auf Teil-integriert zu setzen: Er hat es nicht gemacht.
Earthroomer usw. sind in meinen Augen was für die Show .... zumindest wenn man es als Hardcore Offroader bezeichnen Möchte.

Richtige geländegängige Fahrzeuge sind das alles nicht...

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