Ideensammlung Eigenbaukabine

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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thomueller1
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Ideensammlung Eigenbaukabine

#1 Beitrag von thomueller1 » Di 05 Mär 2019 22:40

Nachdem ich schon eine Weile hier mitlese, möchte ich heute meine erste Frage stellen und mich in dem Zusammenhang auch einmal vorstellen.

Ich plane in Richtung fernreisetaugliches Langzeitwohnmobil auf (Allrad-) LKW-Basis. Der Aufbau sollte plus/minus 5m lang und 2,50m breit werden, innen eine vernünftige Stehhöhe aufweisen und so gedämmt sein, dass man auch kältere Regionen damit bereisen kann. Ich selbst habe wenig bis gar keine praktischen Erfahrungen in den betroffenen Bereichen, bin aber offen für neue Herausforderungen und bestimmt auch genügend lernfähig. Ich will mir möglichst unnötiges Mehrfach-Bauen/-Anfangen durch eine gute Planung vor Beginn des Bauens ersparen.

Hier geht es mir zuerst um den Bau der Kabine. Ich habe Angebote für leere, neue GFK-Koffer ähnlich zu Kühlkoffer-Aufbauten von LKWs im Bereich ab 10000€ von verschiedenen Herstellern, die mir als solche auch gefallen. Aber kann ich es in Eigenleistung vielleicht zweckmäßiger/individueller, günstiger und vielleicht auch besser bekommen? Ich überlege an zwei Konzepten:

1. Holzkoffer. Die Konstruktion mit Fachwerk aus Holz mit PU-Dämmung und Holz-Platten auf beiden Seiten davon scheint mir am einfachsten und für mich als Anfänger gut machbar zu sein. Dazu habe ich hier auch schon viel Nützliches gelesen. Fragen ergeben sich noch ein bisschen in Bereichen, wenn man an einen komplizierteren Wandaufbau (z.B. mit hinterlüfteter Fassade) denkt, aber vielleicht ist das für meine Anwendung auch nicht so nötig. Nachteil wäre auf jeden Fall das Gewicht, Vorteil das Raumklima.

2. Kabine aus Hallenbau-Paneelen. Dieses Konzept wirkt auf mich solider und haltbarer, auch weniger empfindlich für Feuchtigkeit. Vermutlich bräuchte ich einen Rahmen aus Alu oder Stahl, den ich mir schweißen lassen müsste. Mir fehlt hier noch ein bisschen der Überblick, wie man solche Platten sinnvoll am Rahmen und untereinander befestigt und wie sich Türen und Fenster integrieren oder sogar bauen ließen. Dazu habe ich hier im Forum noch nicht allzu viel gefunden und würde mich über Gedankenanstöße freuen. Natürlich helfen auch freundliche Hinweise auf Beiträge hier im Forum, die ich möglicherweise bisher übersehen habe.

Die Kabine würde mittels passendem Zwischenrahmen auf dem Fahrgestell befestigt und von der Verwindung des LKW-Rahmens entkoppelt werden.

Über Tipps und einfach Gedanken zu meinen Ideen freue ich mich sehr.

Viele Grüße,
Thomas

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Gode_RE
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#2 Beitrag von Gode_RE » Di 05 Mär 2019 22:57

Hallo Thomas,

herzlich willkommen hier im Forum. Wenn Du in Deiner gewünschten Größe ein Angebot für einen (guten!) GFK-Koffer über 10.000 € hast, dann kannst Du davon ausgehen, dass es nicht viel billiger selber selber zu machen ist. Die von Dir vorgegebenen Maße sind ja schon mal ne Nummer, das will auch pistentauglich stabil sein. Das müsstest Du Dir aber auch bestätigen lassen. Individueller wäre es natürlich mit nem Selbstbau. Aber billiger wahrscheinlich nicht viel...

Ansonsten, wenn Du Langzeitwohnen und "kalte Regionen" planst, ist "Feuchtigkeit" und "Schimmelbildung" ein ganz großes Thema. Ich würde Holz und jegliche verrottbare Materialen darin konsequent verbannen. Daher würde ich mir das mit dem ohnehin schweren Holzaufbau dreimal überlegen. Wohlfühlklima? Wir haben seit Jahren einen "komplett Plastik-Aufbau", unser Sohn wohnt sogar ganzjährig darin. Wir haben noch keine Wohlfühlbeeinträchtigung darin festgestellt. Ist aber Geschmackssache. Lies Dir mal hier im Forum "Gode´s Ausbaublog" durch, wir hatten ähnliche Überlegungen zugrunde.

Nette Grüße
Gode

thomueller1
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#3 Beitrag von thomueller1 » Do 07 Mär 2019 18:21

Hallo Gode,

vielen Dank für die schnelle und nette Antwort!

Ja, die Sache mit dem GFK-Koffer für 10.000 € (noch ohne Fenster und Klappen) klingt schon gut. Das scheint ein Preis zu sein, mit dem man bei normalen Kühlkoffern in dieser Größe rechnen muss. Preisaufschlag gibt es für jede Individualisierung (Schrägen, Fenster, Klappen, "Wohn" bzw. "Expedition" im Namen, ...). Ich vermute, dass ich mit 15.000 € einen vernünftigen Einstieg für eine Leerkabine finden könnte. Vermutlich wäre bei dieser Version auch ein späterer Verkauf einfacher als bei einem Eigenbau.

Mir gefällt dein Aufbau und die Dokumentation und ich bin sicher, dass du so die Probleme mit Feuchtigkeit am besten umgehst. Allerdings kann (oder will) ich mich nicht so richtig mit dem "Plastikkonzept" anfreunden und glaube auch, dass man mit ein bisschen Disziplin beim Lüften mit "verrottbaren" Materialien klarkommen kann. Bei einem Eigenbau würde mir Feuchtigkeit im Sandwich die größten Sorgen bereiten, was ein Grund wäre, der gegen den Holzkoffer (jedenfalls mit Dampfbremse/-sperre) spricht. Bei dem Hallenbau-Koffer würde ich das Problem auf die Kanten beschränkt sehen, die man wohl aber noch relativ einfach dicht verpacken kann. Wenn der Koffer erst einmal dicht ist und man ordentlich lüftet und heizt, wird die Feuchtigkeit im Koffer hoffentlich herauszubekommen sein. Dann könnte eine dünne Holzschicht an den Wänden oder zumindest Möbel aus Holz schon entscheidend zur Feuchtigkeitsregulation und damit zu einem positiven Wohnklima beitragen. Es würde auch weniger steril und kalt wirken. Das ist jedenfalls mein Geschmack, den ich niemandem aufzwingen will.

Zum Thema Möbel aus Holz: Mir gefällt dein Konzept mit dem "Ineinanderklemmen" von Elementen der Einrichtung. Vermutlich könnte man so auch einen GFK-Koffer mit Holz ausbauen ohne den Koffer durch Befestigungen zu beschädigen. Dann wäre im Fall eines Feuchtigkeitsschadens des Ausbaus zumindest der Koffer eher nicht betroffen und ein Austausch der betroffenen Möbel könnte den Schaden einfacher behebbar machen. Hier müsste man wohl schauen, wieviel "Ladung" man wirklich nur am "eingeklemmten" Ausbau und nicht an den Flächen (z.B. Boden) sicher befestigen kann. Besonders bei den schweren Wassertanks und Akkus könnte das vielleicht problematisch sein oder zusätzliches Gewicht in Form einer Platte über der Grundfläche vom Koffer erforderlich machen. Denke ich hier zu kompliziert?

Vielleicht noch einmal an die, die schon einmal einen Koffer aus Hallenbau-Sandwich-Paneelen gebaut haben: Hat jemand von euch ein Detailfoto, welches zeigt, wie man die Platten mit dem Alu-/Stahlgerüst und auch untereinander verbindet?

Viele Grüße,
Thomas

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Urs
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#4 Beitrag von Urs » Do 07 Mär 2019 21:14

Hallo Thomas,

Auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen hier im Forum.
thomueller1 hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 18:21
Vermutlich wäre bei dieser Version auch ein späterer Verkauf einfacher als bei einem Eigenbau.
Vergiss das Argument "späterer Verkauf" wieder und baue es so wie es für Dich jetzt passt. Dem potenziellen späteren Käufer kannst Du eh nichts recht machen und genau das was Du gebaut hast wird ihm nicht passen, egal was du baust. Und Du würdest Dich über Jahre über Kompromisse ärgern welche Du nur für den potenziellen Käufer so gebaut hast.
Und ich würde auch nicht davon ausgehen dass ein Koffer von einem Hersteller per se besser ist als ein Eigenbau, im Gegenteil, ein Eigenbau ist vielfach hochwertiger als ein gekauftes, ganz einfach weil man es für sich selber baut und entsprechend Pfusch am Bau vermeiden wird (Fehler passieren, aber die passieren auch den Herstellern...und hoffentlich versuchen die das dann nicht zu vertuschen...ich rede da aus Erfahrung) und als privater kann man das als Hobby abbuchen und es muss am Schluss nicht unbedingt auf einen finanziellen Gewinn hinauslaufen. Natürlich ist auch nicht jeder Eigenbau per se besser als ein gekaufter Koffer. Kommt dazu dass man für den Eigenbau auch den nötigen Platz, Werkzeug usw haben sollte und ein paar helfende Hände können auch nicht schaden.
thomueller1 hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 18:21
Allerdings kann (oder will) ich mich nicht so richtig mit dem "Plastikkonzept" anfreunden und glaube auch, dass man mit ein bisschen Disziplin beim Lüften mit "verrottbaren" Materialien klarkommen kann.
thomueller1 hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 18:21
Wenn der Koffer erst einmal dicht ist und man ordentlich lüftet und heizt, wird die Feuchtigkeit im Koffer hoffentlich herauszubekommen sein. Dann könnte eine dünne Holzschicht an den Wänden oder zumindest Möbel aus Holz schon entscheidend zur Feuchtigkeitsregulation und damit zu einem positiven Wohnklima beitragen. Es würde auch weniger steril und kalt wirken. Das ist jedenfalls mein Geschmack, den ich niemandem aufzwingen will.
Genau aus den Gründen hab ich auch viel Holz bei mir verbaut. Ich hatte genau die gleichen Gedankengänge wie Du. Inzwischen ist das mit dem Holz bei mir aber nur noch der Optik wegen, Feuchtigkeitsregulation ist vernachlässigbar. Weiss jetzt nicht auf welches Holz Du genau geschielt hast, aber im Womo kommt man an Mehrschichtplatten fast nicht vorbei, da hast Du dann im besten Fall eine Schicht von 0.5-1mm danach kommt eine Wasserfeste Leimschicht und spätestens von da an ist nichts mehr mit Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Die dünne Schicht Holz bringt auf die paar Quadratmeter was die Feuchtigkeitsregulation angeht nicht wirklich was, darum hab ich die Möbel und das ganze Holz inzwischen auch Wasserfest lackiert (naja, noch nicht ganz fertig aber das ist eine andere Geschichte ;) ).
Natürlich kann man mit konsequentem Lüften viel erreichen, unterschätze aber nicht wieviel Feuchtigkeit wir Menschen in kurzer Zeit an die Umgebung abgeben. In einem relativ kleinen Womo kondensiert die dann an kältesten Punkt. Bei mir sind das die Fenster und der Alkovenboden. In Skandinavien im Winter flossen die Wassertropfen an den Fesnsterscheiben runter und vor allem hatte ich richtige Wasserpfützen auf dem Alkovenboden, jeden Morgen, obwohl ich gut lüftete.
Daher mein Tip: Holz für die Optik, unverrotbare Materialien für den Rest.

Gruss
Urs
In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

thomueller1
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#5 Beitrag von thomueller1 » Do 07 Mär 2019 22:00

Hallo Urs,

danke für die freundliche, zweite Meinung!
Urs hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 21:14
Vergiss das Argument "späterer Verkauf" wieder und baue es so wie es für Dich jetzt passt. Dem potenziellen späteren Käufer kannst Du eh nichts recht machen und genau das was Du gebaut hast wird ihm nicht passen, egal was du baust. Und Du würdest Dich über Jahre über Kompromisse ärgern welche Du nur für den potenziellen Käufer so gebaut hast.
Ich glaube du hast Recht für Leute, die mit Erfahrung beim Bauen und späteren Wohnen planen. Mir fehlt beides. Auch wenn ich nicht jemand bin, der schnell und oft seine Meinung/Planung ändert, so bin ich doch nicht 100% sicher, dass der Plan aus meinem ersten Post so aufgeht, dass ich über Jahre etwas davon habe. Ich glaube, mir würde es etwas helfen, wenn ich die Sicherheit hätte, dass ich das Fahrzeug nach nicht zu langer Zeit wieder loswerden kann, falls sich bei mir etwas ändern, sodass mir das Fahrzeug im Weg wäre und ich auch noch etwas von dem eingesetzten Geld gebrauchen könnte. Ich kenne auch den Tipp, der jetzt standardmäßig kommt: Man sollte mit einem gebrauchten, günstigen, fertigen Fahrzeug zum Testen anfangen und damit Erfahrung sammeln, bevor man das eigentliche Fahrzeug baut. Das klingt nach einem ganz vernünftigen Plan. Der Haken für mich ist, dass ich dann am Ende eher 2x recherchiere/investiere/arbeite. Ob das finanziell sinnvoller ist als ein langsamer, schrittweiser Bau an einem mehr oder weniger finalen Projekt mit dem Risiko, dass ich eingesetztes Geld (Zeit sowieso nicht) im Fall eines Abbruchs nicht mehr heraus bekäme, ist für mich eher fraglich. Aber mir ist auch klar, dass der Term "finales Projekt" eher eine Wunschvorstellung ist. Ich denke nur, dass ich die eigene Planung, unabhängig von der Qualität, umsonst bekomme. Da "investiere" ich lieber mehr als zu wenig.
Urs hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 21:14
Weiss jetzt nicht auf welches Holz Du genau geschielt hast, aber im Womo kommt man an Mehrschichtplatten fast nicht vorbei, da hast Du dann im besten Fall eine Schicht von 0.5-1mm danach kommt eine Wasserfeste Leimschicht und spätestens von da an ist nichts mehr mit Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Die dünne Schicht Holz bringt auf die paar Quadratmeter was die Feuchtigkeitsregulation angeht nicht wirklich was
Das leuchtet ein. Mir gefallen die Ausbauten mit Fichten-Brettern, wobei diese für mich eigentlich nur beim Holzkoffer in Frage kämen. Bei einem Koffer aus Sandwich-Material wäre das wohl zu viel unnötiges Material und Gewicht. Da müsste ich mich einmal informieren, welche Alternativen es gibt.
Urs hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 21:14
Natürlich kann man mit konsequentem Lüften viel erreichen, unterschätze aber nicht wieviel Feuchtigkeit wir Menschen in kurzer Zeit an die Umgebung abgeben. In einem relativ kleinen Womo kondensiert die dann an kältesten Punkt. Bei mir sind das die Fenster und der Alkovenboden. In Skandinavien im Winter flossen die Wassertropfen an den Fesnsterscheiben runter und vor allem hatte ich richtige Wasserpfützen auf dem Alkovenboden, jeden Morgen, obwohl ich gut lüftete.
Dumme Frage: Wischt man das einfach regelmäßig auf oder gibt es da eine sinnvoller Strategie. Einen "Ablauf" stelle ich mir kompliziert oder auch nicht angebracht (wegen der Öffnung) vor. Was ist, wenn das an Stellen passiert, die schwer erreichbar sind (z.b. hinter/unter Möbeln)? Ich überlege auch ein bisschen in Richtung Bayernlüfter, wozu es hier im Forum auch schon einen Thread gibt, den ich noch komplett lesen muss. Im Allrad LKW Forum gibt es auch jemanden, der das im Wohnmobil einsetzt.

Gruß,
Thomas

Multivan
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#6 Beitrag von Multivan » Fr 08 Mär 2019 11:39

Urs hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 21:14
...Feuchtigkeitsregulation ist vernachlässigbar. Weiss jetzt nicht auf welches Holz Du genau geschielt hast, aber im Womo kommt man an Mehrschichtplatten fast nicht vorbei, da hast Du dann im besten Fall eine Schicht von 0.5-1mm danach kommt eine Wasserfeste Leimschicht und spätestens von da an ist nichts mehr mit Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Die dünne Schicht Holz bringt auf die paar Quadratmeter was die Feuchtigkeitsregulation angeht nicht wirklich was, darum hab ich die Möbel und das ganze Holz inzwischen auch Wasserfest lackiert (naja, noch nicht ganz fertig aber das ist eine andere Geschichte ;) ).
Natürlich kann man mit konsequentem Lüften viel erreichen, unterschätze aber nicht wieviel Feuchtigkeit wir Menschen in kurzer Zeit an die Umgebung abgeben.
Gruss
Urs
Hallo zusammen,
da ich mich gerade in fast identischer "Denkphase" befinde,hab ich zu diesem Punkt ne konkrete Zwischenfrage:

Mein ursprünglicher Plam zum Wandaufbau war von Außen beginnend:
9 mm Siebdruckplatte
XPS-Schaumplatten in Fichtenholz-Ständern
Birkensperrholz oder farbig beschichtete dünne Möbelbauplatten

Dann hatte ich hier gelernt das dadurch ein Feuchtigkeitsproblem entsteht, welches auch häufig bei Wohnwägen das Todesurteil ist, Gammel an den Holzleisten!?!
Hat mich zwar gewundert, denn wenn das unerwünschte Kondensat durch die Menschen in der Kabine entsteht,
wie kommt es dann durch die Leim/PVC-Schichten der Innenwand hindurch?!
Na egal, wenn´s so ist! Hier wurde dafür die Montage einer Dampfbremse zw. Isolierplatten und Innenwand angeraten. Gut, mach ich. :D

Das was Du nun aber schreibst verstehe ich gerade entweder völlig falsch, oder es entspricht genau meiner laienhaften Denke:
Wie kommt MEINE produzierte Feuchtigkeit durch diese - vermeintlich - dichten Beschichtungen hindurch?!? :shock:

Gruß

Holger

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Pelzerli
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#7 Beitrag von Pelzerli » Fr 08 Mär 2019 12:58

Multivan hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 11:39
... Mein ursprünglicher Plan zum Wandaufbau war von Außen beginnend:
9 mm Siebdruckplatte
XPS-Schaumplatten in Fichtenholz-Ständern
Birkensperrholz oder farbig beschichtete dünne Möbelbauplatten ...
Also ein Wandaufbau wie aus den 1970-er Jahren. Schwer, keine nennenswerte Wärmedämmung, wenig Stabilität und viiiel Dichtungsmasse.
Kann man so machen...

Gruss Pelzer
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#8 Beitrag von mrmomba » Fr 08 Mär 2019 15:17

Kondensat ist das Ergebnis aus relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Bevor es Kondensat sprich Wasser ist, ist es also Wasserdampf. Wasserdampf ist nun Mal ausgesprochen klein pro Partikel.
Wasserdampf ist so klein, dass es sich nach und nach auf und in die die kleinen Holzphasern setzt und beginnt zu kondensieren und dabei auch in das Holz eindringt/ bzw durch dringt. Das ist ein schleichender Prozess, der sich aber wiederholt.
Gerade diese Wiederholung ist ist daher Problem... Vor allem wenn sie Zeit zum abtrocknen und Lüften nicht bleibt...

Metalle und Glas sind Dampfsperrend - picco kann das besser erklären.
Wenn ihr baut, baut etwas moderner....

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Gode_RE
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#9 Beitrag von Gode_RE » Fr 08 Mär 2019 18:42

thomueller1 hat geschrieben:
Di 05 Mär 2019 22:40
Ich plane in Richtung fernreisetaugliches Langzeitwohnmobil
DAS ist die Anforderung! Ein Urlaubsfahrzeug, was nur in warmen Sommermonaten und auch nur gelegentlich genutzt wird, da ist Holz und Stoff kein Problem. Aber wenn Kühle, Feuchtigkeit und Langzeitwohnen zusammen kommt...

Andere Frage: Wie lange wollt Ihr denn das Fahrzeug halten? Schimmel und Verrottung braucht seine Zeit. Ein paar Jahre würde man nix merken. Würde Euch das reichen? Und dann verkaufen oder verschrotten? Dann kann man sich den ganzen Aufwand an Schimmelprophylaxe sparen.

Ich kenne ja Eure Pläne nicht...

Nette Grüße
Gode

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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#10 Beitrag von Multivan » Fr 08 Mär 2019 20:23

Pelzerli hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 12:58
Multivan hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 11:39
... Mein ursprünglicher Plan zum Wandaufbau war von Außen beginnend:
9 mm Siebdruckplatte
XPS-Schaumplatten in Fichtenholz-Ständern
Birkensperrholz oder farbig beschichtete dünne Möbelbauplatten ...
Also ein Wandaufbau wie aus den 1970-er Jahren. Schwer, keine nennenswerte Wärmedämmung, wenig Stabilität und viiiel Dichtungsmasse.
Kann man so machen...

Gruss Pelzer
:?:
Aha.
Ich dachte das wäre (mit Dampfbremse) der hier im Forum der gar nicht so unpopuläre klassische "Holzkoffer"?!?

Gruß
Holger

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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#11 Beitrag von Gode_RE » Fr 08 Mär 2019 20:56

Bei MIR war der noch nie populär... Der geht sicher auch für bestimmte Fälle. Aber hier wurde gefragt nach Ideen zum Thema "Langzeitwohnen" und "so gedämmt, dass man auch kältere Regionen damit bereisen kann". Das geht nicht mit "Holzkoffer" überein.

Nette Grüße
Gode

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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#12 Beitrag von thomueller1 » Fr 08 Mär 2019 22:39

thomueller1 hat geschrieben:
Do 07 Mär 2019 18:21
Mir gefällt dein Aufbau und die Dokumentation und ich bin sicher, dass du so die Probleme mit Feuchtigkeit am besten umgehst. Allerdings kann (oder will) ich mich nicht so richtig mit dem "Plastikkonzept" anfreunden und glaube auch, dass man mit ein bisschen Disziplin beim Lüften mit "verrottbaren" Materialien klarkommen kann.
Ich glaube, ich habe mich hier missverständlich ausgedrückt und vielleicht auch ein paar Dinge vermischt, die man vielleicht differenzierter betrachten sollte, wie dies auch in den neuen Kommentaren schon gemacht wurde. Ich sollte die Kabine und den Ausbau unterscheiden:

Bei der Kabine habe ich bisher den Eindruck bekommen, dass man entweder ganz stark auf komplette Dichtigkeit (möglichst bei jedem Übergang zwischen verschiedenen Schichten achten sollte) oder aber ganz diffusionsoffen bauen sollte. Es ist einfach nicht zu vermeiden, dass sich Feuchtigkeit in kleinen Zwischenräumen ansammelt und dort Unheil anrichten. (Ich glaube übrigens, dass es hauptsächlich Kapillarkräfte sind, die das Wasser dorthin befördern.) Ganz dicht bekommt man es wahrscheinlich am einfachsten mit einem GFK-Koffer, wie er hier mehrfach empfohlen wurde. Vermutlich erfüllt jede ordentlich verklebte/abgedichtete Sandwich-Konstruktion (z.B. auch mit Hallenbau-Paneelen) den gleichen Zweck. Verbaut man Holz, so muss man entweder dafür sorgen, dass an das Holz erst gar keine Feuchtigkeit kommt oder aber dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit auch wieder heraus kommen kann. Ich glaube, dass letzteres eine sehr große Herausforderung darstellt und deshalb hier sehr davon abgeraten wird. Das kann ich nachvollziehen. (Es gibt noch das Argument, dass es bei sehr alten Holzhütten in den Bergen ja auch irgendwie geht. Vermutlich ist diese Beispiel aber hier nicht gut anwendbar, da das verbaute Holz dort sehr viel massiver ist und dementsprechend länger zum "Verrotten" braucht und da diese Hütten auch von Zeit zu Zeit stark mit einem Feuer beheizt werden, was wahrscheinlich gut zur Trocknung von innen beiträgt.)

Beim Ausbau würde ich die Dinge (immer noch) etwas weniger kritisch sehen und darauf spielte mein obiger Kommentar eher an. Die Zweckmäßigkeit der Verwendung von ausschließlich nicht-verrottbarem Material für den Innenaufbau ist in keiner Weise zu leugnen. Ich glaube aber, dass es genauso wenig zu leugnen ist, dass es im allgemeinen einen Unterschied zwischen wohnlichen und industriellen Materialien gibt was die subjektive Wirkung auf das Wohlfühlklima betrifft. In weniger reinen/strengen (vielleicht nicht ganz die richtigen Wörter) Umgebungen fühlen sich viele, nicht alle Menschen einfach wohler. Da kann Holz oder auch eine Tapete viel zu beitragen. In diesem Sinn würde ich doch nicht ganz auf natürliche Materialien im Ausbau verzichten wollten. Ich hätte den Aspekt mit der Feuchtigkeit im Kopf, würde aber versuchen, diesen Nachteil anders auszugleichen.

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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#13 Beitrag von Gode_RE » Sa 09 Mär 2019 00:47

Hallo Thomas,

ja klar musst Du letztlich selber frei entscheiden, wie Du baust und was Du von den Inputs hier mit nimmst. Keiner kann Dir sagen oder garantieren, was für Dich das beste ist. Diese Entscheidung triffst nur Du.

Wir haben hier nur auf Deine Frage geantwortet. Und zumindest bei mir bleibt´s auch bei meiner diesbezüglichen Antwort. Ich kann Dir nicht auf Deine Argumentation "grünes Licht" geben, erstens weil ich gar nicht in der Position bin, irgendeine Beurteilung zu treffen, und zweitens weil ich von Deinen Argumenten nicht überzeugt bin. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich "recht habe" und Du "falsch" lägst. Wer kann das sagen... Ich habe auch nicht die Weisheit gepachtet, und vielleicht ist Deine Lösung sogar besser als meine. Zumindest wird sie für Dich passend sein. Und wenn´s fertig ist, werde ich mit großen leuchtenden Augen Dein Werk bestaunen.

Also, es ist wie bei einem kalten Buffet - nimm Dir von dem, was angerichtet ist, nur das runter, was Dir schmeckt. Und den Rest lässte einfach liegen. Ok?

Nette Grüße
Gode

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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#14 Beitrag von Picco » Sa 09 Mär 2019 09:10

Hoi zämä

Nur kurz zum Thema Wandaufbau und Feuchtigkeit beim Langzeitwohnen im Heizungsfall, also wenns draussen kalt ist.
Der Vergleich mit einer alten Holzhütte in den Bergen hinkt nicht nur, der sitzt schon im Rollstuhl 8) !
Denn solche Hütten sind nicht dicht, da bläst der Wind durch die diversen Ritzen, sei es an den Fenstern oder der Türe, aber je nach Hütte durchaus auch durch die Wände! Und sowieso durch den Kamin.
Da ist der Luftaustausch gross genug um keine wirklichen Feuchteprobleme zu bekommen.
Zudem wurden diese Hütten kaum je durchgängig beheizt und wenn dann meist nur in einem Raum.
Also nicht wirklich mit der Situation in einem dauernd bewohnten Wohnmobil mit halbwegs dichtem Aufbau zu vergleichen.
Die modernen Blockhütten die ich kenne sind zwar recht dicht, aber auch so behandelt/aufgebaut dass sie innen wenig Dampf in die Wand eindringen lassen...aber zurück zum Womo!
Die Luft im Womo hat bei regelmässiger Lüftung im Winter sicherlich 60% relative Luftfeuchtigkeit bei 22°C, eher mehr.
Das heisst dass pro Kilogramm Luft knapp 10 Gramm Wasser in Dampfform gelöst ist.
Dieses Wasser kondensiert wenn ca 14°C unterschritten wird, denn knapp 10 Gramm Wasserdampf pro Kilogramm Luft entsprechen einer relativen Luftfeuchte von 100% bei 13,7°C.
Im Gegensatz zu Deiner Vermutung kriecht die Feuchtigkeit aus der Luft nicht per Kapilarwirkung in die Wände (dazu müsste es flüssig sein) sondern diffundiert durch das Material hindurch. Wobei jedes Material den Dampdurchgang bremst, aber nur und ausschliesslich Metall und Glas den Dampfdurchgang stoppt.
Verkäufer werden Dir natürlich auch anderes sagen... :roll:
Der Wasserdampf in der Luft wandert immer dahin wos weniger hat, grob gesagt und in beinahe allen für uns relevanten Fällen von warm nach kalt.
Somit wandert der Dampf in der Luft innen in die Wand rein und aussen wieder raus, zumindest solange das Womo beheizt ist.
Wenn nun die Innenwand so viel Dampfdiffusionswiderstand bietet dass der Dampf nirgends in der Wand kondensiert dann ist das ein guter Wandaufbau.
Wenn er aber irgendwo in der Wand kondensiert dann hast Du ein Problem, erst recht wenn das dort kondensierte Wasser gefriert...
Deshalb empfehle ich bei dauerhaft bewohnten Womos irgendeine Art Dampfbremse.

thomueller1
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Re: Ideensammlung Eigenbaukabine

#15 Beitrag von thomueller1 » Sa 09 Mär 2019 12:41

Vielen Dank euch allen für eure Antworten und die hilfreichen Denkanstöße! Ich hoffe, dass ich nicht rechthaberisch oder besserwisserisch reagiert habe. Mir ist schon klar, dass ich hier zu denen gehöre, die wohl noch am meisten lernen müssen.

Jedenfalls bestärken mich eure Antworten in Richtung einer weiteren Planung für den Kauf einer fertigen Leerkabine von einem Kühlkofferhersteller. In Beug auf Individualisierung ist mir hierzu auch noch eingefallen, dass man sich ja einen einfach geformten Koffer (ohne Schrägen, Abrundungen, Anbauten, ...) kaufen und den später auch außen einfach erweitern und dadurch individualisieren könnte. Man kann doch bestimmt zusätzlichen Stauraum aus Sandwichplatten bauen und mehr oder weniger an beliebigen Stellen ankleben oder anders befestigen.

Noch eine Frage zu den Materialien:
mrmomba hat geschrieben:
Fr 08 Mär 2019 15:17
Metalle und Glas sind Dampfsperrend - picco kann das besser erklären.
Picco hat geschrieben:
Sa 09 Mär 2019 09:10
Wobei jedes Material den Dampdurchgang bremst, aber nur und ausschliesslich Metall und Glas den Dampfdurchgang stoppt.
Warum zählt ihr ganz offensichtlich nicht GFK auch in einer Reihe mit Metall und Glas auf? Geht da Feuchtigkeit in merklicher Menge hindurch? Wie sehr hängt das von der Dicke der GFK-Schichten ab? Muss man deshalb beim Dämmmaterial zwischen den zwei GFK-Schichten gut darauf achten, dass es keine Feuchtigkeit aufnehmen kann, wie es bei PU/PIR-Schaum erfüllt sein soll? Was passiert, wenn sich die Schichten im Lauf der Zeit (minimal) voneinander trennen? Sammelt sich dann in Hohlraeumen Feuchtigkeit und es bildet sich Schimmel?

Als äußere Schicht könnte man auch an Alu denken. Nachteil gegenüber GFK ist die grössere Ausdehnung bei Wärme/Hitze, was man wohl mit flexiblem Kleber und Leisten ausgleichen muss und vielleicht auch schlechtere/kompliziertere Reparierbarkeit. Der Nachteil von GFK soll sein, dass es mit der Zeit spröde wird. Spielt das bei heutigen Materialien wirklich noch eine Rolle oder bezieht sich das nur auf alte Wohnmobile? Ich denke, dass mir GFK von der Stabilität her reichen würde. Was würdet ihr im Bezug auf Haltbarkeit empfehlen?

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