Grundsatz Frage zum Koffer

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
Message
Autor
Benutzeravatar
guido66de
Junior
Beiträge: 29
Registriert: Do 23 Aug 2018 21:22

Grundsatz Frage zum Koffer

#1 Beitrag von guido66de » Fr 31 Aug 2018 14:57

Hallo zusammen,

wir sind noch ganz am Anfang in der Findungsphase.

Wir stellen uns den Ausbau eines MAN TGL 180 mit Möbelkoffer vor, entweder ein solches Modell

https://www.truckscout24.de/search/ger/ ... nguage=ger

oder das gleiche Model in 7 m Länge.

Ziel ist den Wagen aus zu bauen und ihn dann als dauerhaften Wohnsitz zu nutzen.

Haltet ihr die Idee einen MAN TGL 180 mit Möbelkoffer für eine gute Wahl ?

Herzliche Grüße aus Köln
Guido
Liebe Grüße
Guido

Benutzeravatar
Varaderorist
womobox-Spezialist
Beiträge: 278
Registriert: Do 10 Dez 2015 20:39
Wohnort: Kevelaer-Twisteden

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#2 Beitrag von Varaderorist » Fr 31 Aug 2018 15:51

Hallo Guido,

schau Dir mal in Ruhe meinen Threat an : https://www.womobox.de/phpBB2/viewtopic.php?f=11&t=8493, dann bekommst Du vielleicht schon ein paar Antworten.

Drei wichtige Dinge vorab:

1.Wenn Du Dich dazu entschließt, achte penibel auf das Gewicht, selbst 2,3 t sind schneller verbaut, als einem lieb ist. Ich laste jetzt auf 8,6 t auf (was bei mir sowohl fahrzeugseitig als auch führerscheintechnisch möglich ist) , da ich durch die Mitnahme von 2 Motorrädern schon 500 kg in der Basis an Mehrbelastung habe.

2. Das Dach Deines ausgesuchten Fahrzeugs besteht wie bei meinem Atego aus einer transparenten GFK-Bahn auf Spriegeln. Das heißt, dass Du, wenn Du irgendetwas aufbauen willst (Solarpanels, Dachfenster, SAT-Anlage,...) Du auf jeden Fall eine neue stabilere Dachplatte brauchst.

3. Das angegebene Breitenmaß des Spier-Koffers (wie bei mir) ist das Innenmaß! Außen ist das Fahrzeug 2,55 m breit, das heißt maximale Zulässigkeit! Du darfst als nichts anbauen, was darüber hinausragt (Fenster, Abgaskamin, Klappen, Markise,....), außer Anbauteile (wobei dabei immer die Gefahr besteht, dass der TÜV "Anbauteile" anders sieht als Du).

Ansonsten ist eine solche Basis sicherlich eine gute Möglichkeit, recht günstig zu einem großzügigen mobilen Zuhause zu kommen. Herzlich wilkomen!
Gruß vom Niederrhein
Michael

Benutzeravatar
guido66de
Junior
Beiträge: 29
Registriert: Do 23 Aug 2018 21:22

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#3 Beitrag von guido66de » Fr 31 Aug 2018 16:39

Hallo Michael,

erst mal Danke für deine Tips :-)

Ist es tatsächlich so das ich keine Fenster und Klappen zum Stauraum anbringen darf ?

Liebe Grüße
Guido
Liebe Grüße
Guido

Benutzeravatar
Hartwig
womobox-Halbgott
Beiträge: 962
Registriert: Di 01 Sep 2015 00:26
Kontaktdaten:

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#4 Beitrag von Hartwig » Fr 31 Aug 2018 18:11

als dauerhaften Wohnsitz würde ich mir eine Kabine mit entsprechender Qualität bauen.
Möglichst gut isoliert gegen Schall und Temperatur.

Benutzeravatar
guido66de
Junior
Beiträge: 29
Registriert: Do 23 Aug 2018 21:22

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#5 Beitrag von guido66de » Fr 31 Aug 2018 18:50

Ihr Lieben,

hat jemand einen Tip wo man ggf. eine 6m Kabine plus Alcoven zu einem annehmbaren Preis bekommt ?
Gibt es einen Tip zum nackten Fahrwerk für die Kabine.

Liebe Grüße
Guido
Liebe Grüße
Guido

Benutzeravatar
Varaderorist
womobox-Spezialist
Beiträge: 278
Registriert: Do 10 Dez 2015 20:39
Wohnort: Kevelaer-Twisteden

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#6 Beitrag von Varaderorist » Fr 31 Aug 2018 19:43

guido66de hat geschrieben: Ist es tatsächlich so das ich keine Fenster und Klappen zum Stauraum anbringen darf ?
Doch Guido, natürlich darfst Du das. Du mußt nur darauf achten, dass das Fenster oder die Klappe im eingebauten Zustand nicht weiter als der Rahmen des Koffers übersteht. Habe ich ja auch so gemacht.
Entweder kaufst Du Dir Fenster, die nur diese 3-5 mm Auftragen, oder Du mußt die Fenster, wenn Sie dicker sind, mit entsprechenden Profilen in der Wand einsenken.

Bezüglich Isolierung muss es nicht unbedingt eine fertige Kabine sein. Mein Koffer hat eine Isolierung von 40 bis 60 mm. Mehr hat ein fertige Kabine auch nicht.
Aber lies doch mal in meinem oben verlinkten Beitrag, da steht einiges.

Zum Thema Kabine und Fahrwerk (du meinst wohl eher den Rahmen des Fahrzeugs ohne Aufbau) kannst Du hier im Forum unter dem Stchwort Hilfsrahmen einiges finden.

Zu Deiner letzten Frage, günstige Alkovenkabine: Was verstehst Du unter günstig? Für wirklich gute Preise ist derzeit die Marktsituation wohl etwas überhitzt.
Gruß vom Niederrhein
Michael

Benutzeravatar
VWBusman
womobox-Guru
Beiträge: 3807
Registriert: So 16 Apr 2006 15:27
Wohnort: Nord-Schwarzwald

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#7 Beitrag von VWBusman » Fr 31 Aug 2018 21:09

Hallo Guido,

ich würde nicht größer als die 6m Koffer gehen da Du sonst mit der auszubauenden Basis noch schwerer wirst und der Innenausbau immer leichter werden muß um die 7,5t halten zu können.

Was verstehst Du denn unter annehmbarem Preis??? Bei einer Alkovenkabine mit 6m Länge ohne Alkoven bist Du schnell bei 25.000€ und mehr ohne die teuren Hersteller mit in die Auswahl zu nehmen.
Das ist dann aber eine Kabine mit Türe ohne Fenster oder sonstigem Ausbau.

Das von Dir verlinkte Fahrzeug hat schon etwas gelaufen und da stellt sich mir die Frage ob das Projekt in Richtung Lowbutget geht???
Um mal die 20.000€ von dem verlinkten Fahrzeug als Rechengrundlage zu nehmen bist Du locker bei der gleichen Summe bis der Koffer isoliert, Fenster verbaut und ein einfacher Innenausbau eingerichtet ist. Man unterschätzt die Kleinteile welche immer nur kleine Summen im einzelnen sind aber im Gesamten dann doch ein ordentlicher Betrag zusammen kommt.

Was soll denn in den Koffer alles verbaut werden? Du schreibst ja das Du darin wohnen willst.
Was für Funktionen und Ausstattungsdetails soll der Ausbau bieten? Jeder hat da andere Anforderungen an Wohnqualität.

Gruß Christopher
VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

Benutzeravatar
Gode_RE
womobox-Spezialist
Beiträge: 293
Registriert: Sa 11 Mai 2013 17:28
Wohnort: Recklinghausen

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#8 Beitrag von Gode_RE » Fr 31 Aug 2018 23:00

Hallo Guido,

check mal, wie weit der Koffer sich verwindet und bewegt beim Fahren. Gerade bei so großen Fahrzeugen (und Du denkst ja an noch länger) ist schon jede Bordsteinkante. jeder Bahnübergang oder Feldweg ein kinetischer Energieeintrag in den Koffer. Ich nehme nicht an, dass Du noch gewichtsmäßig Luft hättest, einen Zwischenrahmen drunter zu setzen, der das abfedert.

Beim Innenausbau kannst Du ziemlich Gewicht sparen, wenn Du mit PVC-Sandwichplatten arbeitest und alles klebst. Nur rund 2 to Zuladung ist ne Herausforderung - vor allem für den beabsichtigten Zweck. Aber nicht unmöglich...

syt
womobox-Spezialist
Beiträge: 363
Registriert: Do 20 Nov 2014 18:11

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#9 Beitrag von syt » Fr 31 Aug 2018 23:19

Oder ein älteres Fahrzeug mit sandwich Wohnkabine von Mabu,Clou, Vario,RMB,Arnold , .....kaufen,und diese dann nach deinen wünschen umbauen ?
Bei mobile ist ein Liner 700 und MB 711 /670 von Niesmann und Bishoff für kleines Geld drin.Diese Kabinen sind wirklich stabil gebaut,in Alusandwich und aussen drum einen verschweissten Aluringanker . Diese kannst du vom Fahrgestell heben. Den Ausbau ,und auch das Fahrgestell kannst du doch ändern,falls du eine Ladeboardwand brauchst,oder etwas mit mehr Leistung .

Benutzeravatar
guido66de
Junior
Beiträge: 29
Registriert: Do 23 Aug 2018 21:22

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#10 Beitrag von guido66de » Sa 01 Sep 2018 18:28

Ihr Lieben,

danke schon mal für euren Rat und eure Ideen zu unserem Vorhaben.

Wir fahren in drei Wochen mal zu einem Treffen in der Lüneburger Heide und ich denke dort wird es viel zu sehen geben, leider nicht mit Faltcaravan weil der ist schon eingewintert.

Weiterhin werde ich mal schauen das ich Angebote für eine Leerkabine nach unseren Wünschen einhole.

Nach älteren Mobilen zu schauen ist noch zu früh, Geld ist erst Anfang 2020 frei :-)

Was mit noch als weitere Idee i Kopf rum schwirrt ist ein Kühlkoffer a la https://einraumwohnung.eu/.

Mal schauen was sich so zeigt und ergibt

Liebe Grüße
Guido
Liebe Grüße
Guido

Benutzeravatar
Varaderorist
womobox-Spezialist
Beiträge: 278
Registriert: Do 10 Dez 2015 20:39
Wohnort: Kevelaer-Twisteden

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#11 Beitrag von Varaderorist » Sa 01 Sep 2018 18:57

Hallo Guido,

achte aber bitte unbedingt darauf, dass für Dich nur Kühlkoffer in Frage kommen, die maximal 2,55 m breit sind.
Die neueren Kühlkoffer haben alle eine Breite von 2,60 m. Diese Breite ist aber nur für Kühlkoffer zugelassen.
Eine Umschreibung zum Wohnmobil ist daher nicht möglich.

Knut und Wiebke von der Einraumwohnung hatten das Glück, einen Blumenlaster mit 2,50 m Breite zu finden.
Gruß vom Niederrhein
Michael

Benutzeravatar
paul stettiner
Experte
Beiträge: 120
Registriert: Sa 10 Aug 2013 09:52

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#12 Beitrag von paul stettiner » So 02 Sep 2018 10:28

Servus,

mir würde einfallen, auch mal in NL, Frankreich oder Italien nach einem Möbelkoffer in deiner Größe zu suchen. GB wäre auch noch interessant, aber dort findet man halt selten LKW, die das Steuer auf der richtigen bzw. falschen Seite haben. Aber hab auch schon paar Linkslenker mit GB oder IRL Zulassung gesehen, vermutlich sind die dann die meiste Zeit Richtung Kontinent unterwegs.
Die Möbelkoffer haben oft einen vernünftigen Aufbau. Teilweise noch einen Aufbau auf dem Fahrerhausdach, den man mit Sicherheit nutzen könnte...Und isolieren muss man nen normalen Trockenfrachtkoffer auch.
Kühlkoffer würde ich nicht empfehlen, meist hast du 2,60 Breite, da kann man wahrscheinlich 20 Jahre damit fahren, ohne dass das jemand abmisst.
Ich hab mal mit jemand gesprochen, der hat gesagt, durch die ständigen Temperaturschwankungen (innen kalt, aussen warm, Türe auf, Kühlung aus, mit Heißwasser ausspritzen...) besteht die Gefahr von Rissen oder Spaltenbildung, in die dann das ganze Sickerwasser vom reinigen bzw. Tropfwasser der Ladung reinläuft... Würde mir jetzt nicht so passen, auf paar Liter Wurstwasser zu liegen...

Edit: z.B. sowas hier https://goo.gl/images/jAdgic

Ansonsten viel Erfolg bei der Suche!

Grüße!

Benutzeravatar
Gode_RE
womobox-Spezialist
Beiträge: 293
Registriert: Sa 11 Mai 2013 17:28
Wohnort: Recklinghausen

Re: Grundsatz Frage zum Koffer

#13 Beitrag von Gode_RE » So 02 Sep 2018 12:19

Schau mal bei Kress rein. Die bauen Kühlkoffer auf Basis vom Fuso Canter, was hohe Zuladung ermöglicht, weil das Basisfahrzeug leichter ist, als bei anderen Herstellern. Die bieten Kühlfahrzeuge in individuellen Breiten an, also auch unter 2,5 m.

Ich habe letztens so einen Kress bei Wortmann & Weidmann in Lüdenscheid gesehen und war überrascht über die Kofferqualität. Rahmen, Türen und Ecken alles aus Edelstahl, sehr wertig und langlebig erscheinend.

Wenn jemand vorhat, lange Jahre bis Jahrzehnte in so einem Fahrzeug zu leben, könnte es eine gute Entscheidung sein für ein Neufahrzeug, statt für ein Gebrauchtes. Aktuelle Abgasnorm, 7 Jahre Garantie, anfangs keine Reparaturen und ein sauberer Koffer zum direkt Loslegen mit den Einbauten. Und bei einer Neubestellung kann man auch gleich teure Sachen weglassen, z.B. das Kühlaggregat und die hydraulische Ladebordwand. Und die dichte Tür mit Edelstahlrahmen genau dort einbauen lassen, wo man sie später haben will. So wird ein Fahrzeug weitaus billiger, als wenn man mühsam versucht, ein gebrauchtes bestehendes Fahrzeug anzupassen.

Meine Erfahrung bisher mit schon Fahrzeugausbauten ist, dass ein Neufahrzeug als Basis nicht tatsächlich teurer wird, als wenn man von einem Gebrauchten aus startet. Mal ganz zu schweigen von den zumeist notwendigen Reparaturen bei Gebrauchten, die nicht nur monatelang aufhalten, sondern oft den Preis verdoppeln bis verdreifachen. Und meistens ist´s dann immer noch nicht gut, sondern es bleibt eine (fahrzeug)-lebenslange Dauerbaustelle. Vor allem wenn man damit gerade unterwegs ist. Wenn das Dauerbasteln an alten Fahrzeugen ein eigentändiges Hobby ist oder wenn man das Fahrzeug nur gelegentlich nutzt und laange Standzeiten für mühsame Reparaturen kein Problem sind, dann kann das abgelutschte Gebrauchtfahrzeug eine billigere Option sein. Wenn man darin leben und v.a. ausserhalb der komfortablen Werkstattzivilisation auch "überleben" will, dann halte ich nix von alten Gebrauchtfahrzeugen als Basis für eine hochwertige Wohnkabine.

ThomasFF
womobox-Guru
Beiträge: 4351
Registriert: Di 30 Dez 2003 17:15
Wohnort: Schüttorf

Gode_RE volkstümlich:

#14 Beitrag von ThomasFF » So 02 Sep 2018 14:13

Als ich den 609 suchte, sagte mir ein alter Mercedesmeister, auf einen älteren Wohn-1317 mit fast komplett demontiertem Vorderwagen deutend:

Ich begreif diese dämlichen Selbstbauer nicht, die basteln sich wunderbare kleine Häuschen mit viel Luxus und setzten die auf nen verdammten Haufen Schrott!

Mein 609 wurde nach der folgenden Nacht nach meinen neuen Überlegungen rund 7 jahre jünger, hatte 55000 km weniger auf der Uhr und war dreimal so teuer .... hihi, war aber mit knapp unter 10.000 DM immer noch bezahlbar und hat ohne große Reparaturen bei mir und meinem Nachfolger, einem selbstvermarktenden Winzer, 15 Jahre und 240.000 km ohne große Reparaturen (wie Motor, Getriebe und Achsen) überstanden. Das wäre wahrscheinlich noch länger gegangen, wenn ihn nicht ein LKW auf der Autopahn per Auffahrunfall am Stauende abgeschossen hätte.
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

Benutzeravatar
guido66de
Junior
Beiträge: 29
Registriert: Do 23 Aug 2018 21:22

Re: Gode_RE volkstümlich:

#15 Beitrag von guido66de » Mo 03 Sep 2018 10:24

ThomasFF hat geschrieben:
Ich begreif diese dämlichen Selbstbauer nicht, die basteln sich wunderbare kleine Häuschen mit viel Luxus und setzten die auf nen verdammten Haufen Schrott!
Darfst mich ruhig dämlich nennen aber was ist denn gegen einen gebrauchten MAN mit z.B. 150.000 km ein zu wenden, gilt der für dich schon als Schrott ? :shock: :shock: :shock:
Liebe Grüße
Guido

Antworten