Hubstützen Theorie und Praxis

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Foschi
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Hubstützen Theorie und Praxis

#1 Beitrag von Foschi » Do 15 Sep 2016 16:11

Hallo womoboxbegeisterte,
Ich lese immer mal wieder bei Euch mit und finde dieses Forum genial!
Mein Name ist Oliver, bin 46 und lebe im Ruhrgebiet (Bochum).
Ich plane für meine Piaggio Ape P2( siehe Avatar) als Winterprojekt eine Wohnkabine zu bauen. Hierfür benötige ich in diversen Dingen Eure Unterstützung.
Im Moment sitze ich gerade über der Konstruktion der elektrischen Hubstützen. Diese benötige ich um die Box alleine auf und absatteln zu können.

Ausgangsbasis:
Bei der Kabine rechne ich mit 150-200kg Gewicht
Die stützen sollen in die Rahmenkonstruktion aus Holz eingearbeitet werden.
Die Hubhöhe soll da 700 mm betragen. Die Box soll in 20 s von 0 auf max hubhöhe fahren.

Meine Vorstellung ist folgende:
Ich möchte zweit Vierkantstahlrohre in einander schieben. Diese sollen mit einer M24 Gewindestange aus- und einschiebbar sein.Die Gewindestange wird mit Kugellagern gestützt und das kleinere Vierkantrohr mit einer eingeschweißten Langmutter in Bewegung versetzt. die Gewindestange soll mittels Motor ins Bewegung gesetzt werden. Natürlich soll es auch eine Endabschaltung in beide Richtungen geben. Ich hoffe ich habe mich soweit verständlich ausgedrückt.

Umsetzung in der Theorie:
Wenn ich im Physikunterricht richtig aufgepasst habe sollte folgendes für die Berechnung der Leistung des Motors in Betracht gezogen werden.
-Kraft
-Arbeit
-Leistung

Bei einem Gewicht von 200 kg habe ich an jeder Ecke der Box 50 Kg zu heben. Ist da meine Annahme richtig?
Kraft = Masse*Beschleunigung(Erdbeschleunigung (9,81 m/s2))
= 50 Kg *9,81 m/s2 = 500 Newton

Arbeit = Kraft * Weg
=500 N * 0,7 Meter = 350Nm=350Ws

Leistung = Arbeit/Zeit
= 350 Ws / 20 s(Hubgeschwindigkeit) = 17,5 Watt

Also sollte ich mit einem 30W Motor hinkommen, wenn meine Berechnungen soweit stimmen.
Was nun noch zu Debatte steht, dass ich den Motor ja nicht direkt mit der Gewindestange verbinden möchte, sondern mit einem Zahnradgetriebe.

Hier stehe ich nun völlig vor einem Rätsel, wie ich das nun berechne.
Ebenfalls fällt mir da noch sowas wie Drehmoment ein und auch da bin ich überfordert.
Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen unter Euch, der mir hier helfen kann.
Liebe Grüße aus dem Pott
Oliver

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nunmachmal
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#2 Beitrag von nunmachmal » Do 15 Sep 2016 17:57

Hallo Oliver,

ich bin jetzt schon großer Fan von deinem Projekt!!!!
Schau dir das mal an, vielleicht hilft das:Klick mich.

Gruß Nunmachmal
Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#3 Beitrag von holger4x4 » Do 15 Sep 2016 18:37

Hi,

bei aller Rechnerei, die Kabine wird nie exakt auf 4 Stützen stehen. Bei nur geringsten Unterchieden ist die Karft auf eine Stütze nahe Null. Also musst du von 3 Binen am Boden ausgehen, also muss auf einer Seite eine Stütze das halbe Gewicht ragen, bei ungünstiger Gewichtsverteilung sogar was mehr.

Warum willst du keine fertigen Stützen verwenden, sondern diese unbedingt selbst bauen?
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#4 Beitrag von nunmachmal » Do 15 Sep 2016 19:58

holger4x4 hat geschrieben:....Warum willst du keine fertigen Stützen verwenden, sondern diese unbedingt selbst bauen?
Bei dem Basisfahrzeug must du alles selber machen und das wichtigste Zubehör ist eine Briefwaage.

Gruß Nunmachmal
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#5 Beitrag von holger4x4 » Do 15 Sep 2016 20:04

Gerade deshalb würde ich die Stützen lieber zu Hause lassen und zum absetzen dann vielleicht so was verwenden.
Gruß, Holger

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#6 Beitrag von nunmachmal » Do 15 Sep 2016 20:42

Kommt darauf an ob er auch im Urlaub die Kabine absetzen möchte.
Wie immer sollte man Reisegewohnheiten und Ziele genau kennen.
Je nach Einstieg könnte man gleich nur 3 Stützen planen.

Gruß Nunmachmal
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#7 Beitrag von Foschi » Do 15 Sep 2016 20:43

So ein dreibein könnte man ja noch unten dran Flanschen, wenn die Stützen ausgefahren sind.

Da die Box auch im wohnzustand ziemlich Bodennah stehen soll wäre ein angeflanschtes Dreibeinige nicht verkehrt.

Der Link zu mädler ist schonmal hilfreich.

Ich möchte keine elektrischen Stützen kaufen, weil mir das was ich bisher gefunden habe zu teuer oder nicht brauchbar erschien.

Die Box soll auch nur was zum Schlafen und sitzen auf treffen sein. Urlaube oder so sind nicht geplant.
Wichtig ist nur, dass ich die Kiste alleine auf und absatteln kann auch am Campingplatz um mit der Ape solo fahren zu können.

Der Einstieg soll von der Beifahrerseite sein.

Wenn jede Stütze einzeln steuerbar ist kann ich die Box doch jedem Untergrund anpassen, weil sie immer in Waage steht
Liebe Grüße aus dem Pott
Oliver

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#8 Beitrag von holger4x4 » Do 15 Sep 2016 20:55

Ich hab ja auch eine Absetzkabine, mit 4 Stützen die fest verschraubt sind.
Abgesetzt wird die mit einem ordentlichen Akkuschrauber.
Ich lauf dann 3-4x um die Kabine rum und kurbele die einzelnen Stützen ca 5cm hoch. Das klappt ganz gut. Dabei sind auch immer nur 3 wirklich ab Boden. Dauert insgesammt so 15min, incl Spannschlüsser lösen und Kabel abstecken.
Bei deinem Leichtgewicht reichen auch 3 Stützen, 2 vorne und eine hinten so halbwegs in der Mitte. Die Amis machen das auch so bei viel größeren Kabinen.
Gruß, Holger

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#9 Beitrag von Foschi » Do 15 Sep 2016 21:17

In der Mitte kann ich keine Stütze anbringen, da ich hinten einen Schräg nach oben verlaufenden Überhang habe. Wie bei einem Wohnwagen. Da die stützen in der Kabine verbaut werden sollen hätte ich dann mitten in der Box einen Pfeiler stehen.
Vielleicht mal was zu den Abmessungen. Breite außen 1600 mm maximale Länge der Grundfläche 1940mm+ Überhang.
Liebe Grüße aus dem Pott
Oliver

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#10 Beitrag von holger4x4 » Do 15 Sep 2016 21:31

Warum machst du die Kabine hinten nicht gerade? Böschungswinkel wegen Geländefahrt brauchst du ja wohl nicht :wink:
Das macht die Konstruktion deutlich einfacher.
Gruß, Holger

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#11 Beitrag von Foschi » Do 15 Sep 2016 21:56

Weil hinten der Einfüllstutzen für den Tank sitzt
Liebe Grüße aus dem Pott
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#12 Beitrag von nunmachmal » Do 15 Sep 2016 22:03

Man kann auch 2 Stützen links und 1rechts in der mitte montieren. Möglichkeiten über Möglichkeiten.

Gruß Nunmachmal
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Rudi
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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#13 Beitrag von Rudi » Do 15 Sep 2016 22:25

Foschi hat geschrieben:dass ich die Kiste alleine auf und absatteln kann auch am Campingplatz um mit der Ape solo fahren zu können.
M 24 Gewindespindel , willst du 2 t heben ??
da reichen M 10 auch bei dem Gewicht , jeder Wagenheber hat M 10 .

wenn du am CP mit der Ape solo fahren willst dann reicht doch ein Hub von 30 cm .
Wenn du vom Ausflug zurückkommst , drunterfahren und dann die 30 cm wieder absenken .

Ist einfacher, leichter und günstiger zu bauen wie deine Elektrostützen.
Gruß Rudi

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#14 Beitrag von wiru » Do 15 Sep 2016 23:32

Verstehe das Projekt jetzt auch nicht: Ape ultra leicht Aufbau, aber integrierte, elektrische Hubstützen??? Hört sich nach 20qm Luxus-Womo auf Kreidler Florett Basis an...

Gruß, Willi
unser Womo: Sprinter 4x4 mit Ormocar-Kabine
Ausbau-und Reiseblog: http://www.caribou.wirblogger.de

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Re: Hubstützen Theorie und Praxis

#15 Beitrag von Foschi » Fr 16 Sep 2016 10:06

Also die M24 deshalb, weil diese pro Umdrehung 3mm hubhöhe haben. M10 läge deutlich darunter. Hier geht es lediglich um die Hubgeschwindigkeit. Nicht um Stabilität.

30 cm Hubhöhe reichen nicht aus, denn ich möchte, wie oben schon erwähnt, die Box bis auf Bodenhöhe absenken können. Dies möchte ich deshalb, weil die Box in ausgeklapptem Zustand Stehhöhe haben soll.
Fühle mich zu alt um meine Hose im Liegen anzuziehen :lol:
Liebe Grüße aus dem Pott
Oliver

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