Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
Message
Autor
Benutzeravatar
nunmachmal
womobox-Guru
Beiträge: 2852
Registriert: Fr 14 Jan 2011 22:22
Wohnort: 71634 Ludwigsburg
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#31 Beitrag von nunmachmal » Mo 07 Dez 2015 12:07

aspen hat geschrieben:...
@Holger: Ist die 13 pol. Steckverbindung nicht überfordert, wenn die Zusatzbatterie in der Kabine ziemlich leer sein sollte und während der Fahrt bei Parallelschaltung ein recht hoher Ladestrom über die dünnen Anhängerkupplungsdrähtchen läuft? Die 230 V-Versorgung läuft getrennt über eine CEE-Außensteckdose.
Viele Grüße aspen
Ich drängle mich mal vor.
Hatte in meinem Gespann folgende Kombination:
40Ah Starterbatterie, Trennrelais, 70Ah Versorgerbatterie, dickes Kabel quer durchs Fahrzeug, 13pol. Kupplung Ladestrom auf 2x2 Pins (Dauerplus und Ladestrom) verteilt, 13pol. Stecker, Kabel 20x1mm², die übrigen Adern auf die Ladestrompins, Verteilerdose, je 2x6mm² auf 2x44Ah Verbraucherbatterie.
Hat viele Jahre ohne irgendwelche Probleme funktioniert.

Würde keine Solarstecker für diesen Einsatz nehmen. Erscheinen mir für häufigen Ein- und Ausstecken nicht geeignet, eher so was: Google mal "Rema Stecker"

Gruß Nunmachmal
Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

Benutzeravatar
mrmomba
womobox-Guru
Beiträge: 2760
Registriert: Do 21 Feb 2013 12:10
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#32 Beitrag von mrmomba » Mo 07 Dez 2015 13:16

Mh ich hörte mal, dass die Masseleitung eigentlich genau Dick sein soll wie die Summe der Stromleitungen...
Ist was dran?

ThomasFF
womobox-Guru
Beiträge: 4500
Registriert: Di 30 Dez 2003 16:15
Wohnort: Schüttorf

Nach dem sog. "gesunden Menschenverstand"....

#33 Beitrag von ThomasFF » Mo 07 Dez 2015 13:42

....ist das wohl nur insoweit treffend, als sie alle gleichzeitig betriebenen Verbraucher aufnehmen können sollte. Nun wird von den Verbrauchern aber auch Strom "verbraten", d.h. in Wärme und Arbeit umgesetzt und nach meinem laienhaften Verständnis werden daher weniger Ampere zurückkommen als reingekommen sind.....und nur die Ampere machen die Kabel warm, wenns zuviele für den Durchmesser sind...
Auf der anderen Seite, bei meinem LKW hatte ich zu den 2x170 AH , die 6 m von der Lima entfernt waren, Ladekabel Kupfer mit 70 mm Querschnitt eingebaut (Starterkabel LKW als Meterware). Aber aufladen unterliegt wohl anderen Gesetzen als verbrauchen.

Aber Strom geht manchmal eigene Wege und so bäte ich um Aufklärung, wenn es anders sein sollte......
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

Benutzeravatar
nunmachmal
womobox-Guru
Beiträge: 2852
Registriert: Fr 14 Jan 2011 22:22
Wohnort: 71634 Ludwigsburg
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#34 Beitrag von nunmachmal » Mo 07 Dez 2015 13:59

mrmomba hat geschrieben:Mh ich hörte mal, dass die Masseleitung eigentlich genau Dick sein soll wie die Summe der Stromleitungen...
Ist was dran?
Sind sie ja bei meiner Auflistung.
In der 13er sind 2 Pins für Dauerstrom (Plus und Minus) vorgesehen und 2 Pins für Ladestrom (auch Plus und Minus).
Für das kurze Stück des Kabels von der Dose über die Deichsel bis zum Verteilerkasten sind/waren bei mir die übrigen Adern des 20x1mm² auf die Dauer- und Ladepins, welche ich zusammen gefasst habe (War ja Dauerstrom von der Versorgerbatterie), verteilt. Die Lichter haben ihre eigene Masse im Stecker vorgesehen(?).
Es war nur 1 Stecker, welchen man vergessen konnte. Ja, das soll ab und zu vorkommen das man was vergisst, zumal wenn es etwas ist was man extra machen muss.

Gruß Nunmachmal
Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

Benutzeravatar
Picco
Moderator
Beiträge: 4194
Registriert: So 28 Nov 2004 10:29
Wohnort: Widnau / Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Nach dem sog. "gesunden Menschenverstand"....

#35 Beitrag von Picco » Mo 07 Dez 2015 14:50

Hoi Thomas
ThomasFF hat geschrieben:Nun wird von den Verbrauchern aber auch Strom "verbraten", d.h. in Wärme und Arbeit umgesetzt und nach meinem laienhaften Verständnis werden daher weniger Ampere zurückkommen als reingekommen sind...
Damit liegst Du leider falsch.
Ein Elektriker kann's Dir sicher besser erklären als ich, aber ich versuchs anhand eines Beispieles aus der Heizungstechnik:
Wenn Wasser im Vorlauf zum Heizkörper fliesst dann fliesst genausoviel Wasser vom Heizkörper in den Rücklauf, da sonst ja mehr Wasser in den Heizkörper als aus ihm heraus fliessen würde, der würde aufgebläht wie ein Ballon. Wenn ein Liter rein geht dann muss auch ein Liter raus kommen, unabhängig davon ob Wärme abgegeben wird oder nicht. So ist das auch beim Strom und dem Stromverbraucher.
Aber wie gesagt: Ein Elektriker kann Dir das besser erklären.

ThomasFF
womobox-Guru
Beiträge: 4500
Registriert: Di 30 Dez 2003 16:15
Wohnort: Schüttorf

Oh Du mein lieber Claudio....

#36 Beitrag von ThomasFF » Mo 07 Dez 2015 15:56

..wenn sich Amateure über Strom unterhalten, dann wirds interessant.....hihi..

Du hast bei Deinem Wasserbeispiel eins übersehen: Das Wasser läuft kälter zurück als es in den Heizkörper reingekommen ist. Die Wärme ist der Energieträger, das Wasser nur der Transportweg, also entspricht die Wärme den Ampere, die Volt wären dann für den Transport verantwortlich....Spannungsunterschiede lassen den Strom fließen.... ahem...????

Bitte hilf uns einer raus, der wirklich was davon versteht..... meine durch einen unlustig vorgetragenen Physikunterricht versaubeutelten Kenntnisse reichen da nicht, zumal sie zugeschüttet sind durch irgendwelchen Gedankenmüll...
Und was soll ich mit 230 V Strom, wenn ich mit Harald Lesch den Tiefen des Universums und dem Urknall auf der Spur bin... obwohl....mein Nichtwissen hat was von nem schwarzen Loch...nur nicht soviel Energie... :wink: :roll: :mrgreen:
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

aspen
Junior
Beiträge: 22
Registriert: Mo 31 Aug 2015 16:55

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#37 Beitrag von aspen » Mo 07 Dez 2015 17:22

Lieber ThomasFF: Leider kann ich dir dabei nicht weiterhelfen, da Harald Leschs Buch "Die großen Denker" zur Zeit vergriffen ist.
Dennoch muß das Plus- und das Minus-Kabel den selben Querschnitt aufweisen.

Grüße aspen

Benutzeravatar
mrmomba
womobox-Guru
Beiträge: 2760
Registriert: Do 21 Feb 2013 12:10
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#38 Beitrag von mrmomba » Mo 07 Dez 2015 17:23

Mh aber der Stromfluss bleibt doch erhalten?
Och glaube lieber Thomas, da hast du ein gedankenfehler

So ich gehe nun ein Profi fragen, auf sein Wort höre ich eher, als auf alles was im Inet steht.

Benutzeravatar
mrmomba
womobox-Guru
Beiträge: 2760
Registriert: Do 21 Feb 2013 12:10
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#39 Beitrag von mrmomba » Mo 07 Dez 2015 17:53

Soo jetzt habe ich Gewissheit: Zum Vergleich der Heizung:
Strom: ( I in Ampere) Wäre die Masse des Wassers welches Gleichzeitig durch fließen will
Spannung: Der Druck der auf durch die Leitung fließt.

Er verwies mich auf das Energieerhaltungsgesetz: Was rein geht, kommt auch wieder raus, da keine Elektronen verloren gehen.
Für die schlaueren unter uns, die Ableitungen arbeiten können gibt es dann noch das kirchhofische gesetz. Welches ich aber auch wirklich nicht verstanden habe,

Aber Kurz zusammengefasst (durch mein Kumpel) Das Gesetz besagt dass die Summe ALLER Spannungen und auch die aller Ströme immer Null sind => Resultat daraus ist, dass Hin & Rückleitungen gleichgroß dem MINDESTQUERSCHNITT sein müssen.

(danach kommt in seiner Antwort was zum Thema Mindestquerschnitt mit Abfall der Spannung auf Grund des Wiederstandes und/oder der Erwärmung der Leitung -> Anderes Thema)

Benutzeravatar
Picco
Moderator
Beiträge: 4194
Registriert: So 28 Nov 2004 10:29
Wohnort: Widnau / Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Oh Du mein lieber Claudio....

#40 Beitrag von Picco » Mo 07 Dez 2015 18:42

Hoi Thomas
ThomasFF hat geschrieben:Du hast bei Deinem Wasserbeispiel eins übersehen...
Nein, das passt so schon, aber ich kanns nicht so gut erklären dass es für einen Laien auf den Strom übertragbar ist.
Grundsätzlich ist es nicht möglich dass Elektronen verloren gehen, also müssen gleichviele Elektronen hinten raus kommen wie vorne rein gehen.
Das ist die Aussage die ich mit dem Wasserbeispiel machen wollte.
Sorry, Du hast da einen Denkfehler drin, aber ich kann es Dir nicht besser erklären...sorry...
Warten wir auf die Elektriker usw, einer von denen kann es Dir sicher besser erklären.

rascae
frisch-dabei
Beiträge: 14
Registriert: Di 10 Jul 2012 22:29

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#41 Beitrag von rascae » Mo 07 Dez 2015 19:20

Hallo Leute,

Piccos Beispiel passt schon.

Die Elektronen, die durch die Leitung fließen kann man gut mit dem Wasser vergleichen, dass durch ein Rohr fließt.

Solange das Rohr nicht undicht ist fließt an jeder Stelle die gleiche Menge Wasser pro Zeit durch.

Genau so ist das auch beim Strom:
Solange kein Erdschluss da ist (also solange alles gut isoliert ist) fließt an jeder Stelle, egal ob Hin- oder Rückleitung der gleiche Strom (die gleiche Menge Elektronen pro Zeit)

Die Spannung wäre in diesem Beispiel analog zum Druck der das Wasser durch die Leitung fließen lässt.

Also die Hinleitung braucht den gleichen Querschnitt wie die Rückleitung.

Fasst man mehrere Leitungen für die Rückleitung zusammen dann muss man abschätzen ob alle Verbraucher gleichzeitig eingeschaltet sind. Dann braucht man eine Rückleitung mit des Summe der Querschnitte der Hinleitungen.

Gruß

Ralf

Benutzeravatar
holger4x4
womobox-Guru
Beiträge: 4116
Registriert: So 09 Sep 2007 19:52
Wohnort: Bergisches Land

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#42 Beitrag von holger4x4 » Mo 07 Dez 2015 19:33

Die Heizungsanalogie passt doch :D Ja, auch die Masseleitung braucht den gleichen Querschnitt.
4mm² bis zur Dose und dann wieder zurück zur Kabinenbatterie, das ist nicht viel. Also wird der Widerstand der Kabel schon den Ladestrom begrenzen und andererseits wird es relativ lange dauern bis die Batterie wirklich voll ist. Deshalb das HWK Prinzip mit laden über 230V :wink:
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
Bild

ThomasFF
womobox-Guru
Beiträge: 4500
Registriert: Di 30 Dez 2003 16:15
Wohnort: Schüttorf

Es ist sehr schön, einen Tag...

#43 Beitrag von ThomasFF » Di 08 Dez 2015 08:04

damit zu beginnen, dass man was lernt.

Herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, mirs zu erklären. Der Hinweis auf das 1. Kirchhoffsche Gesetz (Knotenregel) ließ mich vertiefte Einblicke nehmen und jetzt weiß ich Bescheid, dass ichs in allen Selbstausbauten richtig gemacht habe, und zusätzlich nun auch, warum.....
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

Benutzeravatar
wiru
womobox-Guru
Beiträge: 1114
Registriert: Do 22 Jan 2015 13:39
Wohnort: Treuchtlingen
Kontaktdaten:

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#44 Beitrag von wiru » Di 08 Dez 2015 17:59

Jetzt ich nochmal: großzügig dimensionierte Kabel sollen ja nicht nur dazu beitragen, dass genügend Strom "durchpasst", sondern auch den Spannungsabfall (also den " Leitungsverlust") gering halten (je dicker die Leitung, desto weniger Spannungsverlust bei gleichem Strom). Jetzt kommts: wenn die Lima 15V Ladespannung liefert und auf der Leitung+Stecker (Übergangswiderstände!) gehen 2V verloren, dann wird die Batterie niemals voll! Daher verwendet man oft einen Booster oder B2B-Ladegerät, um die Ladespannung wieder hoch zusetzen...dann brauchts auch kein Trennrelais...

Gruß, Willi
unser Womo: Sprinter 4x4 mit Ormocar-Kabine
Ausbau-und Reiseblog: http://www.caribou.wirblogger.de

aspen
Junior
Beiträge: 22
Registriert: Mo 31 Aug 2015 16:55

Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#45 Beitrag von aspen » Mi 09 Dez 2015 10:35

Hier nochmals meine Anwendung: 1. Das Kabel zwischen der Starterbatterie - Relais - Zusatzbatterie soll nur dafür sorgen, dass während der Fahrt die Zusatzbatterie geladen wird. Für die Dimensionierung dieser Leitung wäre es wichtig zu wissen, wie hoch der max. Ladestrom von der Lichtmaschine sein kann, falls die Zusatzbatterie ganz leer sein sollte. Kann es sein, dass, wenn ich z. B. eine 80 A Lichtmaschine habe, die Starterbatterie voll ist, die Zusatzbatterie leer ist, ein max. Strom von 80 A fließt? Das wären 960 Watt. Dies würde bedeuten, dass mindestens ein 16 qmm Starthilfekabel notwendig ist, lässt man den Spannungsverlust durch die Kabellänge außer Acht. Um den Spannungsverlust der Kabellänge zu berechnen, muss man mit induktiven und kapazitativen Widerständen auf beiden Seiten der Leitung umgehen können, was meine Fähigkeiten deutlich überfordert. wiru: Wie kommst du auf 2 V Spannungsverlust? Geschätzt, gemessen oder berechnet?
2. Wo schließe ich den Schaltkontakt des Relais an? Ich habe das Zettler-Relais 80 A von Reimo. Es darf nur während der Fahrt die Zusatzbatterie parallel geschaltet sein. D. h. sowohl bei "nur Zündung ein" als auch bei "Anlasser läuft" darf das Relais nicht auf sein. Sonst würde ein enorm hoher Ausgleichstrom von der Zweitbatterie zur Starterbatterie oder umgekehrt, je nach Ladezustand, fliesen.
Der Tipp mit den Rema-Stecker war gut, danke. Auf der Suche danach bin ich auf die Anderson-Stecker gestoßen, die für geringeren Strom ausgelegt sind. Anhängerstecker- und Kupplung möchte ich eher nicht verwenden, auch wenn man einige der 13 Pole parallel schalten könnte. Ich bin bei nicht normgerechter Pinbelegung immer skeptisch, falls sich ein "Unbefugter" an meinen Stecker bedient.
Gestern wurde die Kabine lackiert, ich bin gespannt, wie sie heute bei Abholung aussieht.
Viele Grüße aspen

Antworten