Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Gode_RE
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#91 Beitrag von Gode_RE » Do 02 Mai 2019 11:03

Hallo Aspen,

mmh, das ist ne doofe Situation. Ich weiß nicht, ob Du den unteren Bereich so sauber abgetrennt kriegst - und dann auch noch einen neuen Bereich wieder angeschweißt bekommst, so dass es hält und zugleich ordentlich aussieht. Du schreibst ja auch, dass sich nicht nur die lichte Weite verringert hat, sondern auch die Ladehöhe bis Oberkante des Fahrerhauses. Da passt ja so gar nichts mehr.

Was wäre daher von der Überlegung zu halten, die Kabine so wie sie jetzt ist, zu verkaufen und passend neu zu bauen? Und dabei ein bisschen Varianz für zukünftige Modelländerungen einzuplanen?

Ich könnte mir vorstellen, dass es im www.wohnkabinenforum.de vom Holger, wo sich ja die Pickup- und Huckepack-Autos konzentrieren, noch genügend Fahrzeuge mit den alten Ladeflächendimensionen finden. So wie sie derzeit ist, ist Deine Kabine wertvoll. Wenn Du sie verschlimmbesserst, kann es vielleicht sein, dass Du irgendwann feststellst, dass es irgendwie gar nicht geht und das Ding insgesamt verschrottest. Dann ärgert man sich, es nicht wenigstens noch verkauft zu haben. Und bei einem Neubau kann man auch all das gleich besser und einfacher machen, was einem beim bisherigen Bau erst während oder nach der Arbeit aufgefallen ist. Ist also auch ne Chance zur Verbesserung und Weiterentwicklung.

Nette Grüße
Gode

aspen
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#92 Beitrag von aspen » Do 02 Mai 2019 11:50

Hallo Gode,
verkaufen ging mir natürlich auch durch den Kopf, aber es hängt mir doch sehr viel Herzblut an der Kabine. Der komplette Selbstbau, die vielen Erlebnisse bei den Reisen. Ohne überheblich zu erscheinen, aber die Kabine ist "fast" perfekt für meine Zwecke. Den einzigen Umbau, den ich getätigt habe, war die Versetzung der Gasdruckdämpfer des Klappdachs nach außen. So fällt das Zelttuch beim Runterklappen schön nach innen, ohne von den Dämpfern eingezwickt zu werden. Die ursprüngliche Idee, die Dämpfer innen anzubringen war, sie vom Wetter geschützt zu haben. Daher Unterbau neu anfertigen, aber mit neuen Maßen.
Woher nehmen eigentlich die Profi-Hersteller, wie z. B. Tischer, Excab, Bimobil die Maße? Passen deren Kabinen nach Modellwechsel noch oder lassen die so viel Luft?
Grüße Aspen

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Gode_RE
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#93 Beitrag von Gode_RE » Do 02 Mai 2019 12:18

Hallo Aspen,

ja, dieses Gefühl kenne ich. Das hat mich bei meiner ersten Wohnkabine verzweifelt versuchen lassen, doch noch zu retten, was zu retten ist. Ich habe dabei feststellen müssen, dass ich zwar tolle Wohnkabinen bauen kann, wenn ich von einer sauberen leeren Startposition heraus loslege - aber beim Restaurieren von Vorhandenem mehr Schaden anrichte, als ich fertig kriege. So hatte ich die Wohnkabine schließlich so ruiniert, dass ich sie nur noch verschrotten konnte. Hätte ich sie mal mit all den reparaturbedürftigen Umständen so gelassen, wie sie war, und an jemanden verkauft, der damit hätte leben können. Dann hätte ich wenigstens noch Geld dafür gekriegt. Aber das viele Herzblut und die vielen Erinnerungen daran waren wie ein Magnet...

Ich weiß nicht, wie die professionellen Hersteller mit zukünftigen Modellveränderungen bei den Basisfahrzeugen umgehen. Meine Erfahrung aus den zurückliegenden zwei Jahrzehnten, seitdem ich mich aus dem produzierenden Teil der Marktwirtschaft verabschiedet habe, ist aber (und das war auch mit ein Grund dafür), dass der Preisdruck dazu führt, dass Hersteller nur noch das absolut Nötigste bauen, um gerade eben die vordergründig sichtbaren zugesicherten Eigenschaften zu erfüllen. Also nichts in Richtung Nachhaltigkeit oder Nutzbarkeit für weitere Zwecke, als den beworbenen. Ich glaube daher, dass die Kabinen nur für das gerade existierende Modell gebaut und verkauft werden, und man lieber die Bauprozesse so angelegt hat, dass man bei Modellveränderungen schnell die Produktion anpassen kann. Aber nicht mehr die bereits das Werk verlassenen Produkte. Und auch keine (unnötigen und nicht im Kaufpreis eingerechneten) Reserven mitliefert. Warum auch? (aus kaufmännischer Sicht).

Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du die für Dich richtige Entscheidung findest. Die ist auch von Deinen technischen und materiellen Möglichkeiten abhängig. Oder Du findest vielleicht auch entsprechende Unterstützung von Leuten (oder Betrieben), die Deine Möglichkeiten ergänzen. All das könnten gute Gründe sein, es doch selber zu wagen. Ist halt ein Wagnis... *lach*

Nette Grüße
Gode

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Gode_RE
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#94 Beitrag von Gode_RE » Do 02 Mai 2019 12:28

Alternative Überlegung: Es ist ja eigentlich nicht die Kabine, die nicht passt! Sondern das Basisfahrzeug. Warum also eine tolle, teure und im Grunde genommen gar nicht umbaubedürftige Wohnkabine anfassen und viel Geld da rein stecken, die auf ein anderes Fahrzeug umzubauen, von dem man auch nicht weiß, wie lange es hält.

Wenn man mal die zu erwartenden "Kosten" hochrechnet, die der Umbau Deiner ja eigentlich an sich (!) nicht umbaubedürftigen tollen Wohnkabine an Material, Zeit und Risiko kosten wird ... hmm, wäre es da nicht evtl. "billiger", den neuen unpassenden Nissan doch wieder zu verkaufen und nach einem passenden Fahrzeug zu suchen? Und wenn auch das aufbereitungsbedürftig ist, das eingesparte Geld lieber da rein zu stecken, den richtig fertig zu machen? So dass der auf lange Zeit verlässlich die Wohnkabine tragen kann?

Ich schätze mal, der von Dir angedachte Umbau Deiner Wohnkabine wird mehrere tausend Euro kosten. Was kriegt man für mehrere tausend Euro an Karosseriearbeiten und Motorinstandsetzungen?

Ist nur so´ne Idee...

Nette Grüße
Gode

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Ischi
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#95 Beitrag von Ischi » Do 02 Mai 2019 12:39

Hallo Aspen,

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, aber du könntest die originale Pritsche entfernen und durch eine Flachpritsche ersetzen? Der Aufwand ist "relativ" überschaubar und du hast ohne Kabine, je nach Ausführung, auch noch mehr Platz.

Grüße
Christian
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#96 Beitrag von Canoe » Do 02 Mai 2019 13:24

Ich kann Christians Vorschlag nur unterstützen. Bei meinem Pick up (F 150) ist es sehr einfach, die Pritsche zu entfernen. Du kannst sie bis zum Verkauf des Autos einlagern. Eine Flachbettpritsche mit passenden seitlichen Staukasten ist sicher leichter zu bauen, als die bestehende Kabine umzubauen.
Grüße Stefan
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#97 Beitrag von WoMoG » Do 02 Mai 2019 15:43

Canoe hat geschrieben:
Do 02 Mai 2019 13:24
Ich kann Christians Vorschlag nur unterstützen. Bei meinem Pick up (F 150) ist es sehr einfach, die Pritsche zu entfernen. Du kannst sie bis zum Verkauf des Autos einlagern. Eine Flachbettpritsche mit passenden seitlichen Staukasten ist sicher leichter zu bauen, als die bestehende Kabine umzubauen.
Grüße Stefan
Hallo,

dem schließe ich mich an.

Ausserdem bewundere ich die Markentreue, Nissan von 2007 = Rahmen durchgerostet
und wieder Nissan gekauft. Aber, es werden ja schon wesentlich jüngere Autos verrentet ...

Gruß Arno
Einst mit Kleinst-SUV und Dachzelt , nun mit dem ProjeGt unterwegs

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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#98 Beitrag von Picco » Do 02 Mai 2019 17:11

Hoi Aspen

Das ist natürlich blöd...
Bei dem Aufwand solltest Du Dir überlegen die Originalpritsche gegen eine Flachpritsche auszuwechseln...

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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#99 Beitrag von holger4x4 » Do 02 Mai 2019 20:09

Gode_RE hat geschrieben:
Do 02 Mai 2019 11:03
Ich könnte mir vorstellen, dass es im www.wohnkabinenforum.de vom Holger, ...
Nur zur Richtigstellung: Das ist nicht mein Forum, das gehört Mark Mager. Ich bin dort nur Mod.

Das mit deinem D40 ist natürlich Mist, Rostvorsorge sollte man bei den Dingern schon ernst nehmen.
Warum hast du nicht einen neueren D401 mit gleicher Karosse ausgeguckt?

Kabine verkaufen nach nur 4 Jahren, würde ich vermutlich auch nicht wollen, bei dem Herzblut was man investiert hat.
Platform ist eine Alternative, oder doch das Auto tauschen.

Auf jeden Fall hast du deine Kabine zu knapp und passgenau für den D40 gebaut :wink:
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#100 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Mo 03 Jun 2019 08:56

Hi Aspen,

ich komme jetzt zu Deinem Problem - und auch ich würde den Vorschlag zu einer Flachbettpritsche unterstützen. Die bestehende Kabine anzupassen ist enorm aufwändig - und paßt dann auch nur für dieses eine Basisfahrzeug. Würdest Du auf Flachbettpritsche gehen, hättest Du eine deutlich größere Flexibilität. Und wie Du in diesem Video von Bimobil sehen kannst, könntest Du bei 'Alltagsnutzung' auch wieder die Serienpritsche aufsetzen und somit die originale Optik erhalten.

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
08.- 10. Mai 2020: Leerkabinen-Treffen
erstes Juni-WE (05.-08.06.2020): Weinfest
vierter Sept.-Samstag (26.09.2020): Weinprobe in den Weinbergen

Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

ThomasFF
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Re: Frage zu Pickup-Kabinenkonstruktion

#101 Beitrag von ThomasFF » Mo 03 Jun 2019 11:07

Es gibt da sowieso eigentlich nur vier Möglichkeiten, nämlich das Auto an die Kabine anpassen, also Heckbreite und Radkästen ändern mit eher gruseligen Flexaktionen und gutem Verstecken, damit der Tüv nicht auf dumme Gedanken kommt, oder die Kabine, wie oben angedeutet, modifizieren.

Du kannst natürlich auch das alte Auto reparieren (lassen) oder Dir ein neueres altes in gutem Zustand besorgen......

Wie sagte mir mal ein erfahrener Mercedesmeister, als ich meinen ersten Basiswagen kaufte, den 609 D: "Ich begreife diese Selbstausbauer nicht: Da investieren sie hunderte von Stunden, Herzblut und edle Materialien und setzen das ganze in oder auf Basisfahrzeuge, die definitiv Schrott sind." Er hatte gerade sowas zur Reparatur da stehen und lobte mich, weil ich Geld für ein gutes Auto in die Hand genommen hatte.

Da gibts die Geschichte von einer Gemeinschaft von drei Leuten, die in einen Setra Reisebus einen Ausbau machten, der edler war als alles, was zB Bocklet jemals gebaut hätte (der könnte das zwar auch, aber fände keinen, ders ihm bezahlen täte...hihi). Nur als sie mit dem Auto zum TüV kamen, wurde es sofort stillgelegt und durfte wegen totaler Zerstörung des Chassis durch Rost etc. nicht auf eigener Achse fortgefahren werden: Oben hui und unten pfui. In ihrer Verzweiflung haben die sich entzweit (oder heißt das in diesem Fall "entdreit"????) und das Auto landete für einen niedrigen Preis bei einem mir gut bekannten Schrotter. Der holte den Wagen nachts mit ner roten Nummer stickum ab, fuhr ihn vorsichtig auf sein Werksgelände und hatte dann Arbeit für die 5 Mitarbeiter von Ural, die die TruckTrial - Profimannschaft des russischen Werkes bildeten und die bei ihm in der Saison wohnten.
Er besorgte ein neues Chassis und weitere Ersatzteile und ließ die Russen allen Mist da unten erneuern oder reparieren. Danach ohne Probleme durch den TÜV und er hatte für vergleichsweise kleines Geld ein Reisemobil, das er inzwischen mehrfach für 6 stellige Preise hätte verkaufen können. Aber er hatte sich in das Auto verliebt und wenn nicht eins von beiden, er oder das Auto, verstorben sind, dann fährt er es noch heute.....hihi.....

Hihi, wenn man sich überlegt, wir sehr die ursprünglichen Besitzer in Panik waren......? OK ...das Chassis hätte um die 50000 gekostet, aber sie hatten schon deutlich mehr für den Wagen ausgegeben. Da sollte auch die Reparatur, die den Wagen ja auch aufgewertet hätte, für einen Arzt, einen Rechtsanwalt und einen selbsttändigen Schreinermeister mit 15 Mann Personal finanzierbar gewesen sein.... Wie sagte schon Konfuzius? "In der Eile sind Fehler!"
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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