Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2311 Beitrag von Hartwig » Di 10 Dez 2019 22:17

die letzten Wochen seit Irland bin ich mit teilweise quietschendem Rippenriemen umher gefahren. Ein Nachteil meines F350: durch den leisen Innenraum hört man quasi "das Gras wachsen", also jedes kleine Geräusch fällt sofort auf. Ich denke in Sachen Wartung bin ich alles andere als schlampig, aber warum dieser Rippenriemen im mittleren Drehzahlbereich ganz leise quietscht, ist mit noch unklar. Unterwegs bin ich dem "Problem" alle 300-400KM mit Silikonspray zu Leibe gerückt.
Jetzt gibt es natürlich alle mögliche Riemensprays, aber: die sind alle leicht fettig, und ich habe Bedenken, daß mir der Schmodder dran hängen bleibt. Die Riemenscheiben am 6,0 sind bei montiertem Wasserkühler nur mäßig gut zugänglich, daher habe ich mir 2 Adapter für Messingbürsten mit 80 und 120mm Durchmesser gebaut, und die Stahlteile gleich brüniert.
Natürlich habe ich schon mehrere Rippenriemen probiert, alle Rollen sind leichtgängig und "in der Flucht". Mit den Bürsten werde ich nun, wenn ich in den nächsten Wochen mein Kühlsystem optimiere, alle Rippenrollen säubern.

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mrmomba
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2312 Beitrag von mrmomba » Mi 11 Dez 2019 08:43

Eigentlich eine obsolete Frage: Passt die Riemenspannung?

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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2313 Beitrag von Hartwig » Mi 11 Dez 2019 14:05

Logisch, wird über den "belt tensioner" immer auf Spannung gehalten. Riemen läuft auch ruhig und "zappelt" nicht. Habe ich natürlich alles geprüft. 8)

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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2314 Beitrag von Hartwig » Do 12 Dez 2019 22:45

Ich bin ja schon viel gewohnt was KFZ-Baustellen und "Schrauberkönige" betrifft. Manchmal übertreffen die 6.0 Powerstroke aber selbst die LandRover Defender. Dieses FZ wurde über 600KM aus Niedersachsen zu mir gefahren. Im Prinzip ja nix schlimmes, aber wenn ich sowas sehe an Schrauberkünsten geht mir der Hut hoch. Die Bremsen hinten wurden letzten Sommer durch den Besitzer selber gemacht.

Ohne Worte:

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falsche Beläge sind auch drin:

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das die Führungsbolzen festgegammelt sind brauche ich wohl nicht erwähnen. Mit dem Schlaghammer habe ich sie dann ausgezogen.

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Mit sowas fahr ich keinen Meter, vor den Diagnosefahrten wurde die Fuhre erstmal verkehrssicher gemacht. Klar war noch einiges anderes zu machen. Das Heizungsregelventil war undicht und tropfte genau auf die Steckverbindung von Injector Nr.5, einiges an Elektrikkram war zu machen usw.

Bekommen habe ich ihn aber eigentlich wegen Kühlsystemumbau. Auch hier das typische Bild, was gefühlt keine Werkstatt weiß. Es wird immer weiter gefahren bis man den Abschlepper braucht.

Dreck im Kühlsystem, welcher früher oder später den Ölkühler wasserseitig verstopft. Das letzte Bild ist Sand von der Herstellung (Guß) des Motorblocks.

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Auch hier etliche Stellen mit Pfusch, defekte Dichtungen werden mit Dichtmasse "repariert". ich kann den ganzen Käse jetzt rauskratzen und die Dichtflächen wieder in Ordnung bringen.

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Das Abgasregelventil gibt dem Motor diesen Ruß zum "atmen", aber nicht mehr lange. Die komplette Luftansaugung ist verschlonzt mit einer Mischung aus der "Kohle" und "Motorenöldampf" von der Motorentlüftung. Um das zu reinigen muß der halbe Motor zerlegt werden.


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Auch hier wußte man nicht was man tut. Die falschen, zu schwachen Starterbatterien "grillen" das Dieseleinspritzsteuergerät. Einige Injektoren haben es mangels Motorwartung hinter sich

https://www.youtube.com/watch?v=7sqMd-BxlMA


Lt. Besitzer kommt das Brummen von den Reifen :-)
Wenn die/das Radlager vorne links frißt, gehts unter Umständen bei voller Fahrt in den Gegenverkehr.

https://www.youtube.com/watch?v=gX-JTEdK3h4

es bleibt spannend

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Picco
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2315 Beitrag von Picco » Fr 13 Dez 2019 07:31

Hoi Hartwig!

UNGLAUBLICH!!!
Wie kann man sich nur selbst so hassen mit solchen 'Bremsen' rumzufahren???
Das sieht ja jeder Laie dass die nicht in Ordnung sind...

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willy
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2316 Beitrag von willy » Fr 13 Dez 2019 08:22

Hoi Hartwig

Alkohol am Steuer und Alkohol am Schraubenzieher, danach sieht es aus...
Unglaublich :shock: :shock: :shock:
Grüsse Willy
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2317 Beitrag von visual » Fr 13 Dez 2019 10:43

Vorallem dachte ich erst:

Nu gut, ein bisschen Verrostet - aber so schlimm sieht es doch nicht aus.
Dann hab ich gesehen, dass die Beläge nicht richtig waren - gut schon ziemlich doof.

Danach hab ich erst verstanden, dass nicht Hartwig schon den Bremssattel gelöst und weggekippt hat, sondern das der Besitzer SO gefahren ist :D :D

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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2318 Beitrag von Hartwig » Fr 13 Dez 2019 14:26

Jo. Ich mußte auch 2x hinsehen. Bei Fz Übergabe mache ich mit jedem erstmal eine Diagnosefart um zu sehen wie das Fz läuft oder ob was zu hören oder zu sehen ist. In diesem Fall habe ich das ausfallen lassen...
Der Sattel hing noch oben am Bremsschlauch, unten saß er auf dem Sattelhalter auf. Wäre er ganz abgerutscht würde er nur noch am Schlauch baumeln und es würde beim Bremsen die Kolben herausdrücken und die Bremswirkung in dem Kreis wäre null.... :?

Die rauh laufenden Radlager vorn links machen mir ebenfalls Sorge. Das Auto soll Sonntag wieder über 600km nach Hause rollen :?

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2319 Beitrag von Hartwig » Sa 14 Dez 2019 01:37

​Die Injektoren beim 6.0 werden durch Betätigung eines Steuerschiebers (ähnlich wie bei jedem Hydraulikventil) mit Ölhochdruck versorgt. Sinnbildlich ist beidseitig dieses Schiebers eine Spule die den Ölzufluß öffnet und schließt. Das Öl drückt auf einen Druckübersetzer durch den letztendlich die eigentliche Dieseleinspritzung statt findet. Das ganze natürlich millionenfach und in Millisekunden.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber: selbst kleinste Verunreinigungen im Motoröl führen zu Problemen an den Injektoren, genauer gesagt am Ölhochdruckteil (und auch an den Liftern die dann die Nockenwelle zerstören, aber das ist eine andere Geschichte).


https://www.youtube.com/watch?v=Qks_MFA ... e=youtu.be

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2320 Beitrag von Hartwig » Sa 14 Dez 2019 19:24

eine kleine Arbeitserleichterung ist nun auch fertig. Für bestimmte Arbeiten müssen Fahrzeuge rangiert, und rückwärts in die Werkstatt geschoben/gedrückt werden. Bei den 3,6T Leergewicht von so einem SuperDuty sind da immer 6-8 Mann nötig. Ich habe mir nun eine Klemme für die Vorderachse gebaut, die das Ganze nun zu einem Kinderspiel werden läßt. :-)

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2321 Beitrag von Hartwig » Fr 17 Jan 2020 21:00

Zurück zum Thema 6,0 Powerstroke im allgemeinen. Es gibt KEINE Zylinderköpfe mehr made in USA, alle Köpfe werden in China gegossen. Die Karren kommen halt auch in die Jahre. In den F-Serien (Pickup-trucks) wurden die 6.0 bis Ende 2007, in die E-Serien (Kastenwagen) wurden sie bis 2009/10 eingebaut. D.h. die Motoren werden seit 10 Jahren nicht mehr produziert und langsam geht die Problematik der Ersatzteilversorgung bzw. deren Qualität los. Es gibt 2 Firmen in USA die die Köpfe in guter Qualität in China gießen lassen und dann in USA bearbeiten.

Aber leider kommt es auch hier in Ausnahmefällen zu internen Undichtigkeiten. Für einen fachgerechten Austausch der Köpfe ist schnell ein 5-stelliger Betrag fällig. Deshalb, wie schon Anfang Dezember berichtet, baue ich mir verschiedene Prüfsysteme für die Köpfe um zu 100% sicher zu sein, daß die Köpfe auch ok sind vor dem (Wieder) Einbau. Anfang Dezember hatte ich zur Prüfung der Ventile und Prüfung des Kraftstoffsystems in den Köpfen etwas geschrieben.

Nun geht es mit der Wasserseite weiter.

Ich werde die Wasserseite mit 2 bar prüfen. Bei mehr Druck habe ich Bedenken die Blechtöpfe in denen die Injektoren sitzen (sind eingepreßt in den Kopf) zu beschädigen.

Ich hatte schon oft Zylinderköpfe die erst bei Betriebstemperatur undicht werden. Den Fehlern auf die Schliche zu kommen ist extrem zeitaufwändig. Daher möchte ich das mit demontiertem Kopf machen können und das Wasser erhitzen auf min 80°C. Hierfür habe ich den originalen Blockheizer genommen und in ein T-Stück verbaut.

Der Rest des Prüfequipments ist in der Mache....



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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2322 Beitrag von Hartwig » So 19 Jan 2020 19:20

​Anfang des J​ahres wurde mein bisher "schwerster Fall" eines 6.0 aus dem nördlichen NRW zu mir geschleppt. Nach 2 Wochen war die Elektrik frei gelegt, fast alle Kabelbäume geöffnet und die Fehler lokalisiert. Das Problem war, daß ich keinen Zugriff auf das Steuergerät hatte.

Hier hatte sich wirklich ein "Chefschrauber" verwirklicht. In den Isolierungen der Kabelbäume waren die Fehler zu finden. Etliche Kabel waren einfacht abgezwickt oder gebrückt. "Künstliche Massepfade" waren geschaffen worden die eine Fehlersuche fast unmöglich machten.

Heute habe ich das neue Hauptsteuergerät beschrieben, es steht jetzt noch ein ABS-Fehler an, wahrscheinlich ists wieder ein abgerissenes kabel oder ein ABS-Sensor, auf alle Fälle läuft der Karren wieder.



Für die Reparatur von Kabelisolierungen habe ich mir immer das Isolierband von der großen Rolle auf eine Schraube gerollt, damit ich bei dem wenigen Platz die kabel isolieren kann.

Wegen der Menge an Kabelreparaturen hatte ich mir eine "Spulvorrichtung" gebaut





https://www.youtube.com/watch?v=ZHPMcSfTM3w​





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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2323 Beitrag von visual » So 19 Jan 2020 20:34

Ohje, solche Fehler bzw Baustellen sind echt die bescheidensten Arbeiten wie ich finde.

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2324 Beitrag von Hartwig » So 19 Jan 2020 20:42

So sehe ich das auch. 8)

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2325 Beitrag von willy » Mo 20 Jan 2020 13:29

OMG 😱
Grüsse Willy
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