Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2296 Beitrag von Hartwig » Di 03 Dez 2019 20:36

​Die ganzen Arbeiten mit der Bremsanlage, Mittelkonsole usw. wurden auf Februar verschoben, da ich aktuell an Prüfverfahren für die Zylinderköpfe "forsche". Ich habe eine große Bestellung in den USA aufgegeben mit Spezialanfertigungen für den 6.0, die Paletten werden aktuell in den Container in TX verladen und sind Mitte Januar hier.

Leider haben auch renommierte Lieferanten von Zylinderköpfen da drüben massive Probleme haltbare Köpfe zu liefern. Das Problem sind unsichtbare Risse im Innern der Köpfe. Es kommt dann zu Wasserverbrauch (Das Kühlwasser wird im Brennraum mit verbrannt und vor allem zu Diesel im Kühlwasser). Bei diesen Fahrzeugen heißt das Kabine runter um vernünftig arbeiten zu können. Ich dagegen mache immer den Motor raus, da die Fahrzeuge in einem Alter sind, wo auch andere Dinge gemacht werden sollten. Wenn die Köpfe abgebaut sind, müssen unbedingt die Nockenwelle und die Lifter (die automatischen Ventilspielausgleicher / Rollenstößel unter den Stößelstangen) geprüft werden. Diese sind extremst gut zu prüfen, bei einem Ausfall können die Nadeln von der Niederdruckölpumpe angesaugt werden und den Motor ruinieren. Erschwerend kommt hier hinzu, daß man nur die vorderen 4 Lifter ausbauen kann. Für die hinteren 4 muß der hintere Motordeckel demontiert werden um die Hochdruckölleitungen der Injectoren entfernen zu können. Darunter sind dann die Lifter zu finden. Muß die Nockenwelle (sollten die Lifter nicht ok sein und Spuren hinterlassen haben) raus, heißt das: zuerst Kurbelwelle raus, so kommt dann eins zum anderen...

Bekommt man nun keine guten Köpfe, baut man diese ein und hat hinterher besagte Probleme. Die Reparaturkosten hierfür incl. o.g. Arbeiten liegen dann schon im 5-stelligen €-Bereich, also mehr als ärgerlich wenn die Zylinderköpfe nicht ok sind. Daher möchte ich jeden Kopf einzeln genauestens testen.

Für die Prüfung der Zylinderköpfe habe ich mir "Injectordummys" angefertigt um das System abdrücken zu können.



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Ich suche jetzt noch nach einer Möglichkeit die selben Test mit heißen Köpfen durchzuführen. Zuerst wollte ich diese Platte auf Herdplatten erhitzen und den Kopf darauf legen.



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Besser wäre heißes Wasser durch den Kopf zu leiten, da bin ich gerade am grübeln....





So sehen die Prüfadapter für die Ventile aus



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Die Prüfung:



https://www.youtube.com/watch?v=0ej4reJ ... =youtu.be​

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2297 Beitrag von visual » Di 03 Dez 2019 23:01

Setz dir doch Stifte zur Verschraubung in die Alu Platte und mache passend zu den Kühlkanälen Bohrungen rein?
Die wasserkanäle dann per O-Ring abdichten, damit du nicht immer neue Dichtungen brauchst.

Dazu eine Heizungspumpe (wegen der Temperatur) und Pumpe Wasser durch.

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Hartwig
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2298 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 06:31

Packt eine Heizungspumpe 90*C? Zur Abdichtung bräuchte ich aber ovale O-Ringe, so wie bei Abdichtung per Kopfdichtung.

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2299 Beitrag von WoMoG » Mi 04 Dez 2019 06:46

Hallo Hartwig,

möglicherweise ist in deinem Auto sogar eine 12V Umwälzpumpe verbaut, wie in den meisten
normalen PKW ? Z.B. https://m.motointegrator.de/artikel/126 ... wsQAvD_BwE

Gruß Arno
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2300 Beitrag von Picco » Mi 04 Dez 2019 07:09

Hoi Hartwig
Hartwig hat geschrieben:
Mi 04 Dez 2019 06:31
Packt eine Heizungspumpe 90*C?
Z.B. die Grundfos ALPHA2 (Zumindest bei uns ist das die Standartpumpenserie für Heizungen) darf meines Wissens von +2°C bis +110°C und 10 Bar Überdruck betrieben werden.

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2301 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 11:18

ok, Heizungspumpe geht, danke. Ich benötige eigentlich nur eine plane Platte die ich flächig mit einem Gummi abdichte. Jeweils auf einer Seite Zu- und Ablauf, fertig.
Ich werde den Kopf dann mit 3-4 bar testen. Zum Erhitzen evtl. einen Tauchsieder o.ä....

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2302 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 11:55

ähm Arno, das ist ein 6 Liter LKW Motor, der hat ne klassische, große Wasserpumpe. Zum Umwälzen im Kopf reicht ja theoretisch ne Minipumpe mit Gewindeanschlüssen wegen Drucktestung. Die Heizungspumpe ist da schon viel zu groß, mir fällt aber aktuell nichts anderes ein :oops: . Wenn da bei 95°C was platzt wäre sehr unschön. Ich würd evtl. zum Erhitzen einen Blockheater nehmen, damit ich ein geschlossenes System habe. Ich weiß aber nicht ob der ein integriertes Thermostat hat.
Der original verbaute Blockheater im Motor bleibt ja über Nacht eingesteckt. Der hat etwa 1000W Leistung und ist wahrscheinlich zu schwach für diese Anwendung.

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2303 Beitrag von ThomasFF » Mi 04 Dez 2019 12:50

Wenn ich diese unendlichen Mühen, die Du in diesen Motor schon investiert hast und weiter investieren musst, damit das Auto überhaupt läuft und Du Reisen von über 1000 km machen kannst, betrachte, stellt sich mir die Frage, ob es nicht eine Motor-Getriebe-Kombination zB von Mercedes oder MAN oder sonstwoher gibt, die Du anstatt einbauen kannst, damit Du es so gut hast wie ich mit meinem Ford SMAX seit rd 40000 km nach dem letzten Werkstattbesuch außer Inspektionen: Reinsetzen und ohne nachzudenken Schlüssel rumdrehen und fahren, soweit ich will.

Und wenn Du 2 jahre auf diese Weise verbracht hast, hast Du die Umbaukosten an eingesparten Arbeiten an dem Originaltrümmer längst verdient......hihihi.... :roll: :wink:
Gruß vom Thomas
PS: Wo ein Trial Truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2304 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 13:51

Ähm, ich verdiene damit mein Geld.
Mein eigener 6.0 ist Testkarnickel und läuft erstklassig. Die ganze Arbeit ist reiner Perfektionismus der mir Spaß macht und technische Neugier.
Nenne mir in EU eine Firma die 6.0 Köpfe testen kann. 8)
ICH baue keine mehr ein ohne selber getestet zu haben, außer der Kunde besorgt ihn selber und übernimmt das Risiko.
Normalerweise werden die Ins Wasserbad gelegt und geschaut wo es blubbert. Dafür gibt es überall Firmen / Instandsetzer. Für mich nicht gut genug und zu langweilig :D
Die "Probleme" an meinem Truck waren zu 100% Werkstattpfusch beim Vorgänger . Aber ja, ganz klar ist so ein Fahrzeug wenn es nicht richtig gewartet wurde ein finanzielles Disaster für jemand der nicht alles selber machen kann.
Wenn ich "einfach" gewollt hätte, wärs damals ein LKW geworden, viel einfacher, kostet nur 1/4, möchte ich aber nicht. :x

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2305 Beitrag von ThomasFF » Mi 04 Dez 2019 14:56

Danke für die Erläuterungen, lieber Hartwig. Dass ein großer Teil Deiner Anstrengungen auch aus Spaß besteht, das hast du ja hin und wieder rübergebracht, sei es um technisch was auszuprobieren, sei es, um Dich der Tücke des Objekts nicht geschlagen zu geben.
Und dass ich Deine Fähigkeiten und Deinen Einsatz in einer Ecke, die technisch qua Ausbildung und mangelnder Ausdauer einen ganzen Trumptower über meinen bescheidenen Möglichkeiten schweben, hab ich ja auch schon mal geschrieben.

Was dieser nicht ganz so ernst gemeinte Vorschlag zeigen soll, ist, dass ich weder die Geduld noch den langen Atem hätte.... bei mir muss ein Auto laufen und gut ists. Mit den letzten beiden, dem Landcruiser J12 Exec. mit Luftfederung und jetzt dem SMAX ist es mir so ergangen.... und dir etwas "lange Zähne" zu machen, ist mir offenbar nicht gelungen.....hahahaha.... :roll: :wink:
Gruß vom Thomas
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2306 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 15:13

Also normal bin ich nicht, das weiß ich :lol:
Ein ganz lieb gewonnener Bekannter schüttelt auch immer nur den Kopf. Er packt seine Tasche, setzt sich ins Auto oder aufs Moped und verreist. Übernachtet wird in Pensionen / Hotels / B&B.
Er hat ja recht, klar ist das Lebenszeit die hier drauf geht, aber irgendwie sehe ich es auch als Hobby. Ich habe noch KEIN Projekt aufgegeben, auch wenn es noch so schwierig erschien.
Ich habe ja oft "hoffnungslose Fälle" hier. Aber hinterher fuhren ALLE wieder aus eigener Kraft vom Hof :wink: .
Vlt. habe ich in 10Jahren auch kein Bock mehr auf den Kram. Dann kauf ich mir ein 0815-Womo und lasse schrauben. Aktuell undenkbar, aber wer weiß.... :roll:

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2307 Beitrag von WoMoG » Mi 04 Dez 2019 16:12

Hartwig hat geschrieben:
Mi 04 Dez 2019 11:55
ähm Arno, das ist ein 6 Liter LKW Motor, der hat ne klassische, große Wasserpumpe. Zum Umwälzen im Kopf reicht ja theoretisch ne Minipumpe mit Gewindeanschlüssen wegen Drucktestung. Die Heizungspumpe ist da schon viel zu groß, mir fällt aber aktuell nichts anderes ein :oops:
Hallo Hartwig,

du testest doch einen Kopf nach dem anderen, dann iss es doch nur noch ein 3Ltr PKW Motor :mrgreen:
Wie meiner ... und der hat diese Pumpe als Nachlaufkühlung (und für den Heizkreis, glaube ich)
Also, zum Aufheizen des ZK mit Heisswasser sollte die gehen.

Gruß Arno
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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2308 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 16:18

So kann man es auch sehen :lol:
Danke für den Tip, aber an der Heizungspumpe habe ich Gewindeanschlüsse (Drucktest) und 230V (einfachere Stromversorgung, brauche ich auch für den Spannungswandler ((Blockheater 230V->110V )) ).
Danke dir trotzdem fürs mitdenken :!:

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2309 Beitrag von Urs » Mi 04 Dez 2019 18:44

Zum Blockheater: Wird der schon so warm dass du deine angepeilten 95 Grad erreicht werden? Wenn Du schreibst dass deiner 1kW hat könnte es funktionieren. Das zweite: Hat Ford auch einen Thermostaten drin? Wenn ja ist die Frage bei welcher Temperatur der schaltet.
Ich hab ja einen ab Werk drin, hab mir sogar ein 110V Netzteil organisiert...muss aber eingestehen dass ich ihn noch nie im Einsatz hatte. Meiner hat einen Thermostaten drin und schaltet erst bei Minusgrade ein. Hab was von -14 Grad C im Kopf, weiss es nicht mehr sicher, auf jeden Fall war es ein Wert der das Teil zumindest in unseren Breitengraden absolut Sinnfrei macht. Kommt dazu dass meiner nur 400W hat.

Gruss
Urs
In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

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Re: Eigenbaukabine auf Ford 350 aufwärts

#2310 Beitrag von Hartwig » Mi 04 Dez 2019 19:22

ob der Blockheater nen Thermostat drin hat weiß ich nicht und glaub ich nicht. Bis mein Motor warm (25°C) ist braucht das aber schon 4-5Std. bei um die 0°C. Das ist halt ein 700KG Eisenklotz der ja die Wärme abstrahlt. Ich werds mal testen mit meinem Ersatzheater ob der auf 95°C kommt. Im Winter heize ich immer vor wegen der Injectoren, fahre allerdings nur selten in der Jahreszeit.

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