Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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DWe
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Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#1 Beitrag von DWe » Mo 10 Feb 2020 23:11

Hey Leute,

Ich lese hier schon lange immer mal wieder mit und möchte nun mit euch teilen was ich so plane und eure Meinung dazu hören.

Aber erst ein paar Worte zu mir. Ich heiße David, bin Anfang 40, aktuell ab und zu mit Frau, Hund und 2-3 Kindern in einem Hymer 650 von 1977 unterwegs. Innerhalb der nächsten 5 Jahre soll was Neues, selbst ausgebautes am Start sein. Geeignet für längere Reisen mit zwei, im Einzelfall mal vier Personen in den Klimazonen Subpolar bis Subtropisch.

Ich würde gerne eine GFK-Kabine auf einem Zwischenrahmen zum möglichst flexiblen Einsatz (aus)bauen. Als Einsatz könnte ich mir das Ding z.B. vor allem auf einem 7,5 Tonner (ggf. als Ladung auf einer Pritsche aber auch fest auf dem Fahrgestell montiert), auf einem Anhänger (ggf. Drehschemel) oder auch mal auf einem Pontonboot vorstellen.

Die Kabine würde ich vermutlich von einem Kühlkofferhersteller bauen lassen.
Die Kabinenlänge wird sich auf ca. 6 Meter belaufen.
Die Innenhöhe sollte ca. 2,1 Meter sein, so kann ich im Bad und Schlafbereich den Boden um ca. 20 cm Aufdoppeln und habe noch ca. 1,9 Meter Höhe.
Dass das keine Allrad-Offroadkiste wird ist mir bewusst.

Nun einige Fragen :)
1. Haltet ihr die Konstruktion mit Zwischenrahmen für solch einen flexiblen Einsatz für machbar bzw. sinnvoll?
2. Bekommt man das mit einem Gesamtgewicht von ca. 2,5t überhaupt realisiert?
3. Ggf. hätte ich in der Kabine gerne einen Dieseltank für eine Dieselheizung. Wie schaut das gesetzlich aus (Bei Ladung und bei Womo-Zulassung)? Gilt es bei Grenzübertritten als Reservekanister, gibt es hier Beschränkungen?
4. Kabinenbreite, lohnt es sich hier zu sparen? Aktuell habe ich ein Wohnmobil mit einer Innenbreite von ca. 2,1m, das ist schon etwas eng. Andererseits soll die Kabine ja evtl. auch mal auf ne Pritsche, da stößt man öfter auf eine Breite von 2,25m. Ich glaube vom Handling des Fahrzeugts schränkt in der Praxis öfter die Breite als die Länge ein ……… ach, was meint ihr?
5. Nun meine Hauptfrage, die Gewichtsverteilung. Den Grundriss habe ich schon ausgiebig überdacht, genug Platz im Bad und Längsbett ist ein Muss, Küche nicht unter 1,5m, in der Sitzecke auch mal etwas Platz zum lümmeln. Daraus ergibt sich die Länge von 6m. Das Bad habe ich zwecks besserer Gewichtsverteilung von der Mitte ganz nach vorne gepackt. (Was ich mir ausgedacht habe entspricht zufällig recht genau dem KABE ROYAL 630 TDL KS) Einiges habe ich schon eingezeichnet irgendwo müssen noch ein paar Batterien hin. Noch mal komplizierter oder evtl. gar nicht realisierbar wird es natürlich durch die unterschiedlichen gewünschten Einsatzmöglichkeiten. Auf den Anhänger könnte ich vermutlich zu Not verzichten.
Dann würden aber noch unterschiedliche Fahrgestelle (MB 811, MB LK ln2, Fuso Canter, …) und das Pontonboot bleiben.

Nun, was sagt ihr zu dem Ganzen?
Danke schon mal im Voraus :)

Gruß

David


Grundriss5.jpg
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Krabbe
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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#2 Beitrag von Krabbe » Di 11 Feb 2020 10:04

Hallo David,

grundsätzlich halte ich das ganze für machbar. Ein paar Dinge solltest Du m. M. nach aber noch mal überdenken.

Einen stabilen Zwischenrahmen brauchst Du m. M. n. eigentlich nur, wenn Du die Kabine auf einen LKW setzt. evtl. noch wenn Du sie auf einen Anhänger setzt. Für einen Ponton eigentlich unnötig, da Du dort nicht mit großartigen Verwindungen rechnen musst. Die Kabine an sich ist ja auch in sich selbsttragend. Ich würde also ggf. den Zwischenrahmen als Teil des LKW ansehen und nicht als Teil der Kabine.
Andererseits kannst Du sie am Zwischenrahmen ggf. einfach anschlagen und Verladen.
Nur als Beispiel: Die (Absetz)Kabine aus meinem derzeitigen Avatar hatte keinen Zwischenrahmen. Sie stand einfach nur auf der Ladefläche.

Eine 6 m Kabine sollte mit 2,5 t zu realisieren sein. Aber bei Dir gehen ja schon eine halbe Tonne für das Wasser weg. Dann musst Du auf jeden All auf das Gewicht achten.

Ein Dieseltank für eine Standheizung wäre ja kein Reservekanister, sondern ein Betriebsstofftank. Sollte kein Problem darstellen, wenn Du einen zugelassenen Tank nimmst. Bei Ladung wäre es nichts anderes, als wenn Du ein Aggregat mit eingebautem Tank geladen hast, bei einem Wohnmobil nichts anderes, als die Gasflaschen...

Die Breite: Das sieht jeder anders und hängt auch vom geplanten Einsatz ab. Du kennst die Außenbreite Eures Wohnmobils und weist am besten, ob es für Dich breiter sein dürfte, oder nicht. „Alte“ 7,5 Tonner sind / waren auch 2,5 m breit. Bedenke aber bei Ladung, dass diese z. B. in der Schweiz nicht breiter als das Fahrzeug sein darf.

Gewichtsverteilung: Aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass Du mit den Wassertanks zu weit vorn bist. Damit sollte zu viel Gewicht auf die Vorderachse kommen.
Generell halte ich es auch für eine schlechte Idee so große Frisch- und Grauwassertanks auf zwei verschiedene Seiten zu bauen. Das bedeutet im Extremfall, dass Du fast 500 l Wasser von links nach rechts beförderst. Wofür überhaupt so viel Wasser?
Und bezüglich des Grauwassertanks hast Du bei Deinem Entwurf noch ein Problem: Da die Kabine ja flexibel auf LKW, Anhänger und Ponton passen soll, kannst Du den Grauwassertank nicht unter die Kabine hängen, sondern er muss in die Kabine. Bei 2,10 m Innenhöhe bleibt kein Platz für einen Doppelboden, in den ein 450 l Tank passt. Somit steht der mit dem Boden auf gleichem Niveau wie die Dusche. Zum einen fehlt Dir so das nötige Gefälle aus der Duschtasse heraus, zum anderen steht das Wasser im Grauwassertank schnell über dem Niveau des Abflusses der Dusche und läuft Dir so durch die Dusche leer.
Viele Grüße
Krabbe
(Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#3 Beitrag von Gode_RE » Di 11 Feb 2020 10:43

Hallo David,

zu dem Grauwasser-Gefälle möchte ich beitragen. Wir haben ebenfalls einen Grauwassertank oberhalb der Duschablaufhöhe. Das ist kein Problem, wenn man einen billigen Duschwasserheber https://www.amazon.de/gp/bestsellers/sports/3959774031 für 50 € einbaut. Dann kann man die Tankeinfüllung ganz oben anbringen, so dass nichts zurücklaufen kann. Den minimalen Stromverbrauch und "Mehr-Technik-Einsatz" habe ich in Kauf genommen, weil eine Anforderung an meine Wohnkabine die absolute Polartauglichkeit war.

Der Grauwassertank ist absolut überdimensioniert. Mit unserem Duschstop-System https://www.obi.de/gartenspritzen-garte ... /p/8967580 haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine Person nicht mehr als 7,5 l Wasser pro Tag benötigt, ohne Komfortabstriche beim Duschen, Waschen, Spülen. Damit kommen wir mit 150 l Abwasserkapazität 10 Tage mit 2 Personen aus. In dieser Zeit findet sich immer (!) eine Möglichkeit, Abwasser zu entsorgen.

Die Frischwasserkapazität ist in Ordnung, wenn Du vor hast, in sehr (!) schlecht versorgte Gebiete zu fahren. Wir haben 250 l, und kommen damit zu zweit mindestens 14 Tage aus. Sinnvoller und leichter ist dann eher der Einbau einer Trinkwasseraufbereitung (wir haben eine 5-stufige Filterung), mit der man wirklich jedes Gewässer anzapfen könnte, wenn´s dringlich würde. 3 Stufen sind VOR den Tank geschaltet, so dass der nie kontaminiert (und daher bei der jährlichen Inspektion auch nie Schmutzspuren aufweist).

Bei der Gewichtsverteilung macht es Sinn, Tanks und Batterien möglichst in den Bereich über der Hinterachse zu postieren. Wir haben das mit unserer Kabine so hingekriegt, dass die sich fast komplett "verteilungsneutral" gegenüber dem Fahrgestell verhält. Also das Verhältnis Vorderachslast zu Hinterachslast hat sich durch das Aufsetzen der Kabine nicht sonderlich verändert.

Bei 6m Kabinenlänge halte ich einen stabilen Zwischenrahmen für unverzichtbar. Die Verwindungs- und Biegekräfte bei einer solch großen Kabine sind enorm. Es sei denn, Du nimmst als Basis einen Leer-Rahmen von einem Seecontainer https://www.ebay.de/i/264428779464?chn= ... gIv5_D_BwE. Der ist dann in sich stabil genug. Da musste nur wegen der Breite aufpassen. Ich würde da nicht an die maximal zulässige Breite gehen. Wir haben 2,35 m gewählt, und damit klappt das auch in engen Dorfdurchfahrten noch ganz gut.

Ich würde bei der Höhe noch was drauf legen. Unsere Kabine ist 2,35 m hoch, so dass wir einen Zwischenboden auf 1,9 m Stehhöhe einziehen konnten, überall mit herausnehmbaren Bodenplatten. Das ist genialer Stauraum, Installationsraum für Heizungsrohre, Wasserleitungen, Kabel, Pumpen, beheizter Unterboden zur Kältetrennung und "Badewanne" bei irgendwelchen Undichtigkeiten. Auf unserem 4x2 Fahrgestell kommen wir damit auf eine Gesamthöhe von 3,5 m.

Bei dem avisierten Reisegebiet bin ich mir nicht sicher, ob Du mit der Gasflaschenlösung glücklich wirst. Die sind ja nur in Deutschland zu tauschen bzw. zu füllen, weltweit fängt man dann mit Adaptern usw. an. Und 11 kg in ein hoch angebrachtes Gasfach eines Trucks zu wuchten geht noch in jungen Jahren. Später wird´immer schwerer. Vielleicht käme ja ein dicker Gastank eher in Frage, erstens sparst Du Platz in der Kabine, zweitens kommt man evtl. die gesamte Reise mit einer einzigen Füllung aus und drittens gibt´s LPG-Gas weltweit überall. Wir werden unsere 2x5kg-Flaschenanlage demnächst auch auf Gastank umbauen.

LG Gode

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#4 Beitrag von Urs » Di 11 Feb 2020 11:43

Gode_RE hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 10:43
Vielleicht käme ja ein dicker Gastank eher in Frage, erstens sparst Du Platz in der Kabine, zweitens kommt man evtl. die gesamte Reise mit einer einzigen Füllung aus und drittens gibt´s LPG-Gas weltweit überall. Wir werden unsere 2x5kg-Flaschenanlage demnächst auch auf Gastank umbauen.
Als Gasversorgung hab ich mich für eine Zwischenlösung entschieden, sogenannte Gastankflaschen. Ich hab 2 a 14 kg. Wenn es Heute wäre würde ich wahrscheinlich nur eine verbauen und den 2. Platz für eine "normale" Gasflasche lassen, welche man zur Not vor Ort mieten/kaufen könnte. Mit den 28kg bin ich schon 2x fast 4 Wochen im Winter in Skandinavien unterwegs gewesen. Nachtanken musste ich jeweils einmal, wobei es knapp auch ohne gereicht hätte.
Aber auch da kommt man nicht um Adapter herum, aber das ist auch kein grosses Problem.
Leider gibt es LPG aber auch nicht überall. Ich kenne nur Europa, wie es im Rest der Welt aussieht weiss ich nicht, aber Finnland ist CNG-Land und soweit ich weiss gibt es da keine einzige LPG-Tankstelle und in Schweden gibt es im Süden zwar genug LPG Tankstellen, im Norden gibt es (fast) keine. Ist aber mit genug Tankkapazität und etwas Planung der Reiseroute an und für sich auch kein wirkliches Problem.

Gruss
Urs
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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#5 Beitrag von mrmomba » Di 11 Feb 2020 12:05

Hallo Urs,

Wenn man Diesel zum heizen nimmt, wäre der größtere Verbraucher ja auch schon eliminiert.

Mal so eine Frage: Hast du nur eine einzige gasbetriebene Standheizung in der Kabine oder hast du da auch eine Backuplösung.
Skandinavien (lassen wir DK mal außen vorher) klingt in meinen Ohren ohne Erfahrung nach Backupsystem in der Heizung :-)

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#6 Beitrag von DWe » Di 11 Feb 2020 12:19

Gude Krabbe, tach Gode, moin urs und MrMombatou!

Vielen Dank für eure fixen Antworten :D
Ein fester Zwischenrahmen hätte den Vorteil, dass ich da gleich den Abwasserausgang und Zu- und Abluft für eine Dieselheizung (darauf wird es wohl hinauslaufen) installieren könnte. Auch könnte man dann die Kabine eher ohne Großes Gerät mal umsetzen. Die Frage ist in wie weit man diesen Rahmen für verschiedene Fahrgestelle anpassen müsste.
Der Containerrahmen wäre natürlich cool, sprengt aber das Gewicht. Da könnte man mal gucken was eine alternative aus Alu kostet.

Bei dem Frischwasser habe ich erst mal 450l als Maximum eingetragen, vermutlich ist das überdimensioniert und ich habe auch die benötigte Menge überschätzt. Hier denke ich kann man in der Ausbauphase flexibel auf den tatsächlich zur Verfügung stehenden Platz und das Gewicht anpassen.
Der Abwassertank kann wirklich kleiner.
Wenn die Tanks weiter nach hinten müssen würden sie automatisch auch weiter am Rand liegen, wenn sie besser mittig sind müssten sie noch weiter nach vorne (Doppelbett und die Position von Bett und Bad tauschen).
Hm…. Ich muss mir mal die genauen Maße von Basisfahrzeugen angucken und noch etwas planen.
Hinzu kommen ja auch noch der Dieseltank und die Batterien. Evtl. passt es wenn man den Grundriss einfach dreht, also die Fahrtrichtung ändert.

Für das Abwasser habe ich auch an eine Hebeanlage gedacht.

Geheizt wird vermutlich mit Diesel, so wird Gas nur für das Kochen benötigt. Da sollten zwei 5kg Flaschen eine Ewigkeit reichen. Auf den Platz von zwei 11kg Flaschen sollte auch ein 60-90l LPG Tank passen, das habe ich auf dem Zettel. Dann würde vermutlich auch der Gasdichte Flaschenkasten wegfallen, in PKWs sind die Tanks ja teils auch einfach so im Kofferraum verbaut. Da bin ich mir noch nicht sicher was es werden wird.

Aktuell habe ich ja mit einer Innenbreite von 2,2m geplant, das sind außen dann ca. 2,35m.

Danke und Grüße
David

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#7 Beitrag von Urs » Di 11 Feb 2020 15:47

mrmomba hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 12:05
Wenn man Diesel zum heizen nimmt, wäre der größtere Verbraucher ja auch schon eliminiert.
Wäre eine Alternative. Für Skandinavien im Winter sollte der Tank allerdings Frostsicher eingebaut sein...flockender Diesel dürfte sie sonst übel nehmen. Und auch die Höhenthematik sollte man bedenken.
Ist für mich persönlich keine Alternative da mein Fahrzeug nicht durch einen Ölbrenner angetrieben wird und ich somit eine 3. Brennstoffart mitschleppen müsste.
mrmomba hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 12:05
Mal so eine Frage: Hast du nur eine einzige gasbetriebene Standheizung in der Kabine oder hast du da auch eine Backuplösung.
Skandinavien (lassen wir DK mal außen vorher) klingt in meinen Ohren ohne Erfahrung nach Backupsystem in der Heizung :-)
Ohne DK irgendwie ausschliessen zu wollen (ist btw. ein wunderschönes Land), wenn ich von Skandinavien im Winter schreibe, so meine ich auch eher die Regionen richtung Polarkreis, Lappland, bis hin zum Nordkapp...
Nein, ich habe keine "richtige" Backuplösung. Der Winter in Skandinavien wird meines Erachtens etwas überschätzt (soll jetzt kein Aufruf sein ohne Vorbereitung im Winter da hoch zu fahren...bedenkt auch, ich bin in den Schweizer Bergen aufgewachsen...am Morgen 30-40cm Neuschnee bringt hier niemanden aus der Ruhe, Skifahren bei -15 Grad war auch kein Problem, bei -20 wurde der Apres-Ski etwas vorgezogen ;) das nur damit ihr meine aussagen etwas besser einordnen könnt).
Gerade an der Norwegischen Küste waren die Temperaturen mehrheitlich eher gegen 0 als gegen -10 Grad. Natürlich kann es in höheren Lagen oder im Innland auch mal kälter werden (als Beispiele Plateau am Nordpolarkreis -18 Grad, Kiruna -23 Grad).
Auch wird überschätzt wohin man fahren kann. Die kleinen Strässchen raus in den Wald oder solche welche nicht von den Einheimischen gebraucht werden sind Schneebedeckt und werden nicht geräumt, wofür auch. Ohne 45" Balonreifen oder Kettenantrieb kommt man von den von den Locals befahrenen Strassen etwa soweit weg:
download/file.php?id=16070&mode=view
download/file.php?id=16069&mode=view
Sollte die Heizung bei mir ausfallen würde ich eine Nacht auch nur mit Decken im Bett überstehen. Sollte man nicht selber fahren können, vom nächsten Local in den nächsten Ort bringen lassen, reparieren und während der Zeit halt zur Not im Hotel. Beim ersten Mal hatte ich noch einen kleinen Elektroofen mit... bringt blos nichts denn Campingplätze welche (für die 7 Camper welche da im Winter rumgurken) offen haben gibt es nicht, somit kommt man auch nicht so einfach an Strom. Beim 2. Mal hab ich die Elektroheizung daher nicht mitgenommen. Zur Not, wenn alle Stricke reissen würde ich ins Fahrerhaus setzen und den Motor laufen lassen...
Kritische Strassen sind eh mit Barriere gesperrt und so das Wetter es zulässt im Konvoi befahren, Voraus ein Schneepflug, am Schluss ein Begleitfahrzeug welches liegengebliebene aufsammelt (so auch zum Nordkapp).

Aber eigentlich hat man da andere Probleme:
-Kann ich mein Auto am Morgen noch anlassen (für mein Benziner kein wirkliches Problem, Diesel sollte man sich verkneifen soviel wie möglich von Good old Germany mitzunehmen sondern dort oben tanken. Das selbe bei Scheiben-Waschwasser (Schweden gibt es solches bis -40 Grad) und Kühlwasser sollte auch eher Frostsicher bis -40 als bis -20 sein. )
-Brauche ich Spikes (Norwegen Nördlich von etwa Trondheim deffinitiv ja, Schweden und Finnland nicht unbedingt)
-Wo bekomme ich Frischwasser (wo der Zapfhahn nicht eingefroren ist)
-Wo wasche ich meine Klamotten (auf einem Campingplatz hätte man extra für mich mit dem Pneulader einen Platz freigeschaufelt, man bedauerte aber dass die Waschmaschine eingefroren sei)
-Wo entsorge ich Grauwasser und WC (nur für die TTT-Fahrer welche an jedem öffentlichen WC entsorgen können: Sehr oft sieht es so aus: download/file.php?id=16068&mode=view
...also Schneeschuhe und Schaufel einpacken...sehr oft sind die Türen im Winter auch barrikadiert. Positiv ist da Schwedisch lappland aufgefallen. Da gab es öfter mal beheizte Toilettenhäuser mit angeschlossener Entsorgungsmöglichkeit von Chemie- und natürlich auch TT-Toiletten.
-Wie überstehe ich die Mehrstündige Fotosession mit Polarlicht ohne dass ich mir dabei die Finger und Füsse abfriere ;)
-...
DWe hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 12:19
Aktuell habe ich ja mit einer Innenbreite von 2,2m geplant, das sind außen dann ca. 2,35m.
Welche Wanddicke peilst Du an. Ich bin mit 43mm unterwegs und bisher bis -23 Grad Problemlos. Hätte nie gedacht dass die so gut isolieren. Das Problem sind eh nicht die Wände sondern die Fenster:
download/file.php?id=16066&mode=view
download/file.php?id=16067&mode=view
Und in der Nacht waren es "nur" um die -8 grad.

Sorry wenn wir jetzt etwas abgedriftet sind.

Gruss
Urs
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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#8 Beitrag von DWe » Di 11 Feb 2020 17:29

Urs hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 15:47

Welche Wanddicke peilst Du an. Ich bin mit 43mm unterwegs und bisher bis -23 Grad Problemlos. Hätte nie gedacht dass die so gut isolieren. Das Problem sind eh nicht die Wände sondern die Fenster:
download/file.php?id=16066&mode=view
download/file.php?id=16067&mode=view
Und in der Nacht waren es "nur" um die -8 grad.

Sorry wenn wir jetzt etwas abgedriftet sind.

Gruss
Urs
Ich hab erst mal einfach mit 60mm gerechnet aber richtig schlau gemacht bzw. festgelegt habe ich mich da noch nicht. Fenster hätte ich eigentlich gerne in Glas. Ich wollte auch noch mal checken ob man Dachluken (Die machen im Sommer nur heiß und im Winter kalt) evtl. durch Lüfter ersetzen kann.

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#9 Beitrag von Urs » Di 11 Feb 2020 17:53

Genau zur Vermeidung einer Tropfsteinhöhle gibt es bei mir keine Dachfenster. Auf Lüfter und dergleichen hab ich auch verzichtet. Die Belüftung findet bei mir nur über die Fenster und Türe statt. Aber ich bin auch eher nicht in den Subtropen unterwegs...da wäre das vielleicht nicht genug.
Glasfenster wären schon was, wäre da nur nicht das Gewicht und der Preis, aber irgendwas ist halt immer. Ich denke aber dass auch isolierte Glasfenster bezüglich Isolation immer noch der schwächste Glied in der Kette wären, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Irgendwie finde ich das auch nicht so schlecht, denn so kondensiert die Feuchtigkeit an einem Punkt wo man es im Griff hat und nicht irgendwo versteckt in einem unerreichbarem Winkel.

Gruss
Urs
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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#10 Beitrag von DWe » Di 11 Feb 2020 18:37

Auch bei den Fenstern muss ich noch ausgiebig vergleichen :-)

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#11 Beitrag von mountain » Di 11 Feb 2020 19:02

Hallo David,

einige Anmerkungen möchte ich zu deinen Fragen machen:

1. Mit passenden Rahmen sollte das machbar sein, ähnlich wie Bliss-Container oder FM-Shelter der Bundeswehr.

2. Das angestrebte Gesamtgewicht von 2.5t halte ich für zu gering. Mein Kühlkoffer 500x240x210 wiegt ohne großen Luxus fahrbereit schon 2.8t. Mit den Wassertanks und Gas- und Dieselheizung sehe ich eher ein Gesamtgewicht > 3,5.t

4. Je schmaler, desto besser beim Fahren. Ich habe 2.4m gewählt, da das Basisfahrzeug schon diese Breite hat.

5. Gewichtsverteilung: Du hast bei der Planung 450l Liter Wasser einseitig (Frischwasser voll, Abwasser leer). Das ist bei den beschriebenen Fahrgestellen grenzwertig. Bei meinen Fahrgestell (12t) darf der Unterschied maximal 4% der zulässigen Achslast (8.8t entspricht 352 kg Differenz) M. E. reichen 150l Frischwasser und 100l Abwasser aus, ausser bei ausgesprochenen Expeditionen in unbewohnte Gegenden aus.
Was ich nicht im Plan erkennen kann, ist ausreichender großer Stauraum, auch von außen zugängig. Ich habe 140x230x90 Raum unter den Betten. Der ist schonmal zur Hälfte mit Campingstühlen, Tisch, Grill, Werkzeug, Vorräten, Fahrradzubehör, Lebensmittelvorräten belegt.
Ein Schrank für Kleidung zum Hängen auf Kleiderbügel und Wäsche wäre auch nicht schlecht.

Viele Grüße

Raimund

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#12 Beitrag von DWe » Di 11 Feb 2020 21:03

OK Leute,

Danke für die ganzen anregungen!

Ich habe mal die Tanks verkleiner und die Gewichte in die hintere Hälfte gerückt.

Erfahrungsgemäß kommen wir mit dem Stauraum in den Oberschränken gut aus, unter den Sitzbänken ist nun auch noch frei.
Der Schrank musste leider zu Gunsten einer kürzeren Kabine weichen :-( alles geht eben nicht. Am fußende der Betten wird es Kleiderhaken geben, das muss reichen.
Platztechnisch wird es wirklich eng wenn man alle Tanks in der Kabine haben möchte, Werkzeug usw. muss dann evtl. in externe Staukästen.
Unter die beiden Betten sollten auf jeden Fall unsere beiden Falträder und bisherigen Campingmöbel sowie Strom- und Wasseranschlusszeugs passen.

Die Innenhöhe werde ich erst mal auf 2,2m und den Zwischenboden auf 30cm erhöhen.

Die nächsten Tage werde ich mal Gewichte eruieren und addieren.

Grundriss6.jpg

schöne Grüße

David
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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#13 Beitrag von Gode_RE » Di 11 Feb 2020 21:05

DWe hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 17:29
Ich wollte auch noch mal checken ob man Dachluken (Die machen im Sommer nur heiß und im Winter kalt) ...
Ne, umgekehrt. Die machen im Sommer schön kühl, weil man sie öffnen kann und die oben gestaute Hitze flutsch draußen ist. Und im Winter etwas warm, wenn die ersten Sonnenstrahlen schon durchkommen.

Ich habe die Heki Midi Dachluken drin (auch als Notausstieg, da meine Fenster durchstiegsgesichert sind). Die fühlen sich im Sommer nicht viel wärmer und im Winter nicht kälter an, als die Wand nebenan.

Nicht zu vergleichen mit Billig-Dachhauben oder was aus Glas mit mehr Temperaturdurchlass. Die Hekis sind schon ziemlich optimiert.

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#14 Beitrag von Gode_RE » Di 11 Feb 2020 21:11

Wenn Du Toilette und Dusche tauscht, dann hast Du das Klo auf der von den draußen Sitzenden abgewendeten Seite... Glaube mir, wenn Du bei brütender Hitze auf´m Schacht sitzt und das Fenster offen halten musst, weil Du sonst erstickst, möchtest Du nicht, dass die draußen alles von Dir mithören und riechen, und umgekehrt auch nicht... *grins*

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Re: Gewichtsverteilung und noch ein paar andere Fragen

#15 Beitrag von DWe » Di 11 Feb 2020 21:16

Gode_RE hat geschrieben:
Di 11 Feb 2020 21:11
Wenn Du Toilette und Dusche tauscht, dann hast Du das Klo auf der von den draußen Sitzenden abgewendeten Seite... Glaube mir, wenn Du bei brütender Hitze auf´m Schacht sitzt und das Fenster offen halten musst, weil Du sonst erstickst, möchtest Du nicht, dass die draußen alles von Dir mithören und riechen, und umgekehrt auch nicht... *grins*
:mrgreen: :mrgreen: :lol:

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