Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

Unten sind sie alle gleich: Fragen und Antworten zur Fahrzeugtechnik.
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Urs
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#31 Beitrag von Urs » Fr 30 Aug 2019 00:41

Ich kenne die Fahrzeuge ja eigentlich nicht, dennoch ein paar Bedenken meinerseits:
-Um die Vorderachse zu entlasten müsste das Gewicht (weit) hinter der HA zu liegen kommen. Wenn ich an meine Zeiten zurückdenke wo ich mit dem Landcruiser unterwegs war so errinnere ich mich daran dass ich dort immer zuerst den hinteren Tank leer gefahren bin da es sonst bei jeder Bodenwelle extrem aufschaukelte. Mit leerem hinterem Tank war dieser Effekt weg. Und da war der Tank unmittelbar hinter der Achse und der Überhang sehr überschaubar. Soweit ich weiss sollte das Gewicht für ein angenehmes fahren idealerweise auf der HA ausballanciert sein.
-In den Iveco-Foren liest man immer über -gelinde gesagt- nicht so tolle Bremsleistungen und Apotekerpreise für Ersatzteile. Aber da geht es meistens um eher ältere Fahrzeuge, daher weiss ich nicht ob das auf die neueren auch 1 zu 1 übertragbar ist...aber vielleicht 2 Punkte welche man bei einem Kauf in die Waagschale werfen sollte?

Gruss
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#32 Beitrag von Gunther » Fr 30 Aug 2019 06:02

Also die Vorderachse entlasten heisst.....nur soweit das Gewicht nach hinten dass keine Überlastung vorne entsteht und nicht 4 Tonnen hinter die Hinterachse damit das Schaukeln vorprogrammiert ist.

Ja Urs leider stimmen beide Aussagen....aber was gibt es bei relativ neuen Fahrzeugen für Alternativen?

Dem Bremsproblem könnte man mit einem Retarder eventuell entgegenwirken, den Preisen der Ivecowerkstätten leider nicht.

Gruss Gunther

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Urs
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#33 Beitrag von Urs » Sa 31 Aug 2019 04:28

Gunther hat geschrieben:
Fr 30 Aug 2019 06:02
Also die Vorderachse entlasten heisst.....nur soweit das Gewicht nach hinten dass keine Überlastung vorne entsteht und nicht 4 Tonnen hinter die Hinterachse damit das Schaukeln vorprogrammiert ist.
Ich will da keine Panik verbreiten, man sollte das Thema aber auch nicht vernachlässigen. Wie das Beispiel mit dem Landcruiser zeigt reichen schon 80l Diesel um nachteilig auf das Fahrverhalten auszuwirken. Auch beim jetzigen Womo hatte ich das Thema. Als der Koffer noch leer war hatte ich das auf gewisse Strassen/Autobahnen mit kurzen leichten und gleichmässigen Unebenheiten bei -wenn ich mich recht erinnere- um die 60 oder 70 km/h. Nach erfolgtem Ausbau verschob sich das auf 100km/h. Deffinitive Abhilfe haben bei mir die Kombination von richtigen, auf mein Fahrzeug abgestimmte Stossdämpfer, etwas straffer eingestellte Federn an der Fahrzeuganbindung und das Zusatzgewicht der Ausrüstung gebracht.
Gunther hat geschrieben:
Fr 30 Aug 2019 06:02
Ja Urs leider stimmen beide Aussagen....aber was gibt es bei relativ neuen Fahrzeugen für Alternativen?
Schade dass Iveco das mit den Bremsen nicht in den Griff bekommt. Immerhin schaffen es andere Hersteller auch richtige Bremsen in solche Fahrzeuge zu verbauen...inzwischen sogar die Amis...und das noch für massiv weniger Geld... :roll:
Mit den Alternativen ist es so eine Sache. Jede Alternative hat Schwächen und Stärken. Ich bin bei den Ami-Pickups gelandet, ist aber auch keine Alternative für jedermann. Ich hab mich dafür entschieden weil ich viel Auto für wenig Geld bekommen hab, mit genug Leistung um auch mal einen Pass mit angenehmer Reisegeschwindigkeit hochfahren zu können, mit schon ab Werk guten Offroadeigenschaften, Fahrcomfort wie im Pkw, usw...dem gegenüber stehen die weniger positiven Eigenschaften wie Lange Motorhaube (Platzverlust), Gewicht, Reparaturen erledigt man am bessten selber da wenig bis keine Mechaniker das Fahrzeug hier kennen, mit einem Alkovenaufbau kommt man auch nicht mit 12l/100km aus...(die Liste ist nicht Abschliessend).
Bitte versteh mich richtig, das soll keine Werbung für die Amis und irgendwelches Iveco-Bashing sein. Jedes Fahrzeug hat positive und negative Eigenschaften. Die sollte man vorher kennen und dann entsprechend das auswählen welches am bessten zu den eigenen Anforderungen passt und am wenigsten Einschränkungen für einen selber mit sich bringt. Für mich wäre das Thema Bremsen ein KO-Kriterium, für andere kann es ein akzeptables Manko sein. Irgend einen Tod wird man bei jedem Fahrzeug sterben müssen, denn die Eierlegende Wollmilchsau suchen wir meines Wissens alle noch :wink:
Gunther hat geschrieben:
Fr 30 Aug 2019 06:02
Dem Bremsproblem könnte man mit einem Retarder eventuell entgegenwirken, den Preisen der Ivecowerkstätten leider nicht.
Wäre sicher ein Ansatzpunkt. Gibt es da schon passende Lösungen? Könnte sonst vielleicht noch tricky werden, Stichwort Fahrzeug-/Motor-Elektronik und Abgasreinigung. Aber da kenne ich mich echt nicht aus.

Gruss
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#34 Beitrag von womo3 » Sa 31 Aug 2019 12:26

Zum Thema Bremsen kann ich nur soviel beitragen, dass das bei meinem alten 3,5t Fahrgestell mit Trommelbremsen an der HA bedingt stimmt, obwohl ich nie wirklich Probleme damit hatte. Die Bremswerte auf dem Rollenstand beim TÜV waren an allen vier Rädern immer über 5000. Bei dem aktuellen 5,2t Fahrgestell sehe ich hier wirklich keinerlei Probleme. Die Bremsen funktionieren einwandfrei, setzen weich ein und haben hohe Bremsleistung. Bei schwereren Modellen habe ich keine Erfahrung.

Die Ersatzteilpreise bei IVECO sind wirklich recht hoch, die Werkstattpreise als solche unterscheiden sich glaube ich kaum von anderen Nutzfahrzeugen. Da ich bisher alles sebst warte, stören mich die Preise wenig, da fast alle Teile, auch für Uraltmodelle, auf dem Zweitmarkt erhältlich sind. Falls nicht, dann habe ich auch schon Orginalteile aus der Slowakei erheblich billiger bestellt.

Zur Lastverteilung: Gunther, ich glaube deine Befürchtung bezüglich der Vorerachslast besteht in dem Umfang nicht mehr. Beim 5t Fahrgestell hatte die VA bis zum Daily V 1900kg Achslast. Ab Daily VI (2014) wurde dies auf 2100kg angehoben (zuvor war das übrigens auch optional erhältlich). Damit gib es in aller Regel keine Lastprobleme mehr. Ansonsten wurde zur Lastverteilung bereits alles richtig ausgeführt.

Zum Fahrkomfort kann ich noch beitragen, dass die HA Luftfederung wirklich sehr empfehlenswert ist, ebenso wie die Differentialsperre. Die VA Federung funktioniert bei welliger Straße und Bodenwellen recht gut, hat aber bei kurzen Stößen, wie Brückenfugen und der gleichen, eindeutig Komfortschwächen. Ich habe mir daher von VB Air Suspension eine zweikreis Zusatzluftfeder eingebaut. Die bewirkt zwar auch keine Wunder, mildert den Effekt aber ab. Zusaätzlich kann damit auch in begrenztem Umfang Nivelliert werden.

Gruß Wolfgang

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holger4x4
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#35 Beitrag von holger4x4 » Sa 31 Aug 2019 12:54

Ah, du meinst Zusatzluftfeder.... den Daily gibts ja ab Werk auch mit einer Voll-Luftfeder. Da hab ich mal von gelesen, dass einige Probleme mit hatten. Keine Ahnung ob das bei den aktuellen Modellen noch ein Thema ist? Um das Fahrzeug in gewissen Rahmen gerade zu stelle, ist eine Luftfederung ja eine feine Sache.
Aber scheuert mal ein Balg durch, steht man da und kann nicht weiter fahren. Daher sind mit eigentlich die mechanischen Federn lieber.
Gruß, Holger

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#36 Beitrag von Urs » Sa 31 Aug 2019 13:10

Soweit ich das mitbekommen habe ist die Bremsleistung als solche nie ein Thema. Das Thema soll mehr die Langzeitstabilität bzw. es sollen die Bremsen recht schnell überhitzen, gerade wenn man einen Pass runter fährt. Hab schon gelesen dass da empfohlen wird in der Untersetzung runter zu fahren und die Bremse tunlichst nicht berühren um die Bremsen nicht zu überhitzen. Dabei ging es um normalen Berg-Strassen, nicht um eine Passstrasse mit 2000m Höhenunterschied, x aufeinanderfolgende Serpentinen und Gefälle von 20% oder 30%. Aber wie bereits geschrieben ging es da um ältere Fahrzeuge...ich mag es jedem gönnen wenn das an den neueren nicht mehr so (oder zumindest nicht mehr so ausgeprägt) ist.

Gruss
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#37 Beitrag von womo3 » Sa 31 Aug 2019 22:05

@Holger Die Voll-Luftfederung gab es für den Daily noch nie ab Werk. Concorde und andere lassen bei Fa. Meier das Fahrerhaus höher legen und bauen darauf dann vollintegrierte Womos mit Voll-Luftfederung. Konstruktiv lässt sich das an der VA nicht anders machen.
Inzwischen fahren der Großteil aller LKWs mit Luftfederung, ohne dass denen ständig die Bälge platzen. Man sollte vielleicht nicht 20 Jahre damit fahren, ohne sie mal zu tauschen. Auch Blattfedern können brechen.

@Urs Wer, egal mit welchem Fahrzeug, das z.B. mehr als 5t wiegt, eine längere Gefällstrecke mit Dauerbremsen bewältigt, braucht sich über glühende Bremsen und Dampfblasen nicht wundern. Ich kenne auch keine Bremsanlage, die vor Unkenntnis schützt. Einzig Zusatzbremsen wie Motorbremsen und Retarder können hier Abhilfe schaffen. Ansonsten hilft eben nur runterschalten und bedächtig runterfahren. Das ist aber bei allen Fahrzeugen vergleichbarer Gewichtsklassen ähnlich.

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#38 Beitrag von holger4x4 » So 01 Sep 2019 08:37

@Womo3, doch die Luftfederung ist eine wählbare Option, so stehts im Prospekt:
LUFTFEDERUNG AN DER
HINTERACHSE
Wenn Ihr Einsatz intensive Be- und
Entladetätigkeiten erfordert, werden Sie
die hintere Luftfederung zu schätzen
wissen. Sie senkt und hebt die Ladefläche
im Handumdrehen und hilft Ihnen, Zeit
zu sparen
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, ich meinte die Vollluftfeder nur für die Hinterachse.
Gruß, Holger

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#39 Beitrag von campo » So 01 Sep 2019 09:27

@Anton
Meine "Liebe" für dieses Thema kommt daraus das ich in ein früheres Leben mal LKW Achslast gewichtsverteilungs Berechnungen beruflich gemacht habe. Eine anderes Aufgabengebiet waren Hilfsrahmen und deren Befestigung. Zugegeben, meine Entdeckung und Interessengebiet um LKW, womo/exmo ist seitdem deutlich breiter geworden.


@ Krabbe und anderen
Innerhalb von bestimmten Grenzen gibt’s der Möglichkeit, um ein Aufbau etwas langer oder etwas kurzer zu machen auf einen bestimmten Radstand. Mit Tanks usw. verschieben kann man etwas korrigieren. Wenn man Grenzen über schreit kriegt man immer Problemen. Überlastung von Feder Paketen, schlechtes fahrverhalten, Stoßdämpfer und Stabi‘s nicht abgestimmt usw. Noch ein schritt weiter kriegt man Traktion, geradeausfahrt und Lenk Problemen. Bei Alkoven und doppeltbodenfahrzeuge kommt der höhere Schwerpunkt negativ dazu. Gesetzlich gib’s Spielregeln.

Federpakete und Stabilisatoren werden abgestimmt auf ein maximales Gewicht. Mit Trapez/ Parabelfedern oder Luft kann man sogar ein Bereich von Minimum bis Maximum abdecken. Glücklich ist der unterschied zwischen leer und reisefertig beladen nicht so groß bei Womo’s.
Anderseits ist es so das LKW’s und andere Fahrzeuge nicht gebaut werden um immer 100% voll beladen zu fahren. Das vergesst man beim Verkaufsangebot zu erzahlen …


Stell euch vor der Aufbaulange interessiert uns wenig und wir wollen nur ein Fahrzeug mit perfektes fahrverhalten bauen. Das wurde dann heißen das wir das so zusammenzahlen bis wir auf der Vorderachse, wie auf der Hinterachse genau gleich viel % Reserve haben. Bei einem Allrad kann es heißen das man sich Richtung 50% vorne und 50% hinten bewegt. Bei einer Formel eins Renn Fahrzeug nimmt man der wind „down force“ noch mit auf.

Bei zu viele Womo’s wird‘s falsch gemacht und nachher teure Feder Verstärkungen durchgeführt. Die Verstärkungen bringen was aber kein echter Fahrspaß.
Wenn ich es sehe denke ich öfter, dass es kein Fahrzeug mehr ist aber eine verstellbare Wohnung. Nicht mehr bestimmt, um täglich zu verstellen.

Grtz Campo
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#40 Beitrag von womo3 » So 01 Sep 2019 09:59

@holger Da haben wir uns wohl beide missverstanden. Das mit der Luftfederung an der HA ist schon klar, die habe ich ja selbst drin. Ich meinte die Vollluftfederung an beiden Achsen. Die gibt es eben nur durch Nachrüstung mittels Höherlegung des Windlaufes. Geht nicht mit normalem Fahrerhaus.

Besten Gruß
Wolfgang

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#41 Beitrag von campo » So 01 Sep 2019 10:23

4x2 Dusseldorf


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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#42 Beitrag von campo » So 01 Sep 2019 10:29

4x4 version

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#43 Beitrag von Urs » Mo 02 Sep 2019 00:19

womo3 hat geschrieben:
Sa 31 Aug 2019 22:05
@Urs Wer, egal mit welchem Fahrzeug, das z.B. mehr als 5t wiegt, eine längere Gefällstrecke mit Dauerbremsen bewältigt, braucht sich über glühende Bremsen und Dampfblasen nicht wundern. Ich kenne auch keine Bremsanlage, die vor Unkenntnis schützt.
Bis hier bin ich ganz deiner Meinung, natürlich kann man jede Bremsanlage an seine Grenze bringen.
womo3 hat geschrieben:
Sa 31 Aug 2019 22:05
Einzig Zusatzbremsen wie Motorbremsen und Retarder können hier Abhilfe schaffen. Ansonsten hilft eben nur runterschalten und bedächtig runterfahren. Das ist aber bei allen Fahrzeugen vergleichbarer Gewichtsklassen ähnlich.
Hier bin ich nur noch teilweise deiner Meinung. Klar ist nichts gegen Motorbremsen oder Retarder einzuwenden, aber wenn ich die brauche weil der Hersteller bei der Dimensionierung der Bremsanlage gepfuscht hat ist das irgendwie Käse. Wenn jetzt bedächtig runterfahren heisst im 1. Gang mit 20km/h runterzukriechen weil der Hersteller die Bremse nur so gross dimensioniert hat dass sie nach spätestens 3 mal von 60 auf 30km/h bremsen anfängt merklich nachzulassen finde ich das auch bei einem 5-Tonnen Fahrzeug ein No-Go, vor allem weil ich inzwischen weiss dass es auch anders geht. Wohlgemerkt, ich rede da nicht von enge Pässe wo ein kreuzen unmöglich ist sondern von doppelspurig breit ausgebaute Pässe wo man auch mit dem Womo problemlos 60-80 Fahren kann, aber halt ab und zu in den Kurven auch mal auf 20-30 abgebremst werden muss.
Bei den Aussies liest man dass die Daily 4x4 vorne mit Scheiben, 297mm durchmesser, 22 mm dick, nicht belüftet (bei den 4x2 sollen sie innenbelüftet sein und auch besser funktionieren) und hinten mit Trommeln ausgeliefert werden. Mein Chevy, etwa gleicher Jahrgang und auch 5t-Klasse kam mit rundum innenbelüftete Scheiben, rundum 360 mm Durchmesser, vorne 40 mm, hinten 36 mm, rundum keramische Beläge ab Werk...ich denke die Zahlen sprechen für sich. Damit macht es richtig Spass Pässe zu fahren, auch ohne Retarder und co.

Gruss
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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#44 Beitrag von mrmomba » Mo 02 Sep 2019 13:32

Reden wir bei der Motorbremse einfach nur von ersten Gang und den Motorwiderstand
Oder von der (teilweise) Sperrung des abgasstranges?
Letzters empfinde ich auch bei Fahrzeugen mit modernen bremsen noch immer als eine wirklich gute Idee.
Kann Sowas eigentlich nachgerüstet werden?

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Re: Sprinter oder Daily 4x2 bei ca 5500kg

#45 Beitrag von Urs » Mo 02 Sep 2019 18:13

Retarder ist für mich die teilweise Sperrung des Abgasstrangs. Für US-Diesel gibt es zum Teil Nachrüstsätze, für Benziner eher nicht da auch nie ab Werk damit ausgerüstet. und ja, ich finde das auch eine gute Sache, aber nur zusätzlich zu richtigen Bremsen, nicht als Ersatz derselben.
Ich dachte bei Motorbremse an so Sachen wie eine Wirbelstrombremse im Antriebsstrang oder so. Er hier schreibt zuunterst auf der Seite dass Iveco da mal einen Prototypen in der Richtung für den Iveco entwickelt hat. Seine Kritik an dem Prototypen, oder vielleicht sollte man eher Machbarkeitsstudie dazu sagen, finde ich allerdings etwas übertrieben...natürlich hat er Recht mit dem was er schreibt aber so würde das ja wohl als Serienlösung nicht aussehen. Ob das je in Serie gegangen ist und für andere Fahrzeuge verfügbar ist...keine Ahnung.

Motorbremse mit dem 1. Gang funktioniert bei mir auf etwas steilere Bergab-Strecken wo man wirklich nur 20km/h fahren kann und bei fast 5 Tonnen auch nur mässig bis gar nicht. Darum hab ich meinen so umgebaut dass ich ihn mit Untersetzung auf Teer fahren kann und so den Motor wirklich zum bremsen nutzen kann. Ab Werk ist es so dass beim Zuschalten der Untersetzung auch der Allrad zugeschalten wird. Bei Zuschaltallrad (ohne Mitteldiff) im 4wd auf festem Untergrund oder gar Teer zu fahren ist bekanntlich deffinitiv keine gute Idee. Jetzt kann ich ihn auf 2WD-Low schalten und alles ist gut.

Gruss
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