Steuerrechtliche Frage

Hier geht's um den Wohnbereich, egal ob Integrierter, Kastenwagen, Alkoven oder Sondermobil.
Bitte hier nur posten, wenn euer Thema nicht in den "Installation und Technik" Bereich passt!
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Rudl
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Steuerrechtliche Frage

#1 Beitrag von Rudl » Sa 18 Mai 2019 12:32

Hallo Zuammen,

möchte heute mit dem Ausbau anfangen.

als erstes möchte ich die Trennwand zwischen Fahrerkabine und Stauraum entfernen. Wie mir mein TÜV´ler sagte, ist es ab diesem Augenblick keine LKW mehr, es würden also minimal höhere Steuern anfallen.

Soll ich es einfach drauf anlegen, oder sollte ich vorher mit dem Finanzamt Kontakt aufnehmen oder gibt es andere Möglichkeiten.

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Balu
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Re: Steuerrechtliche Frage

#2 Beitrag von Balu » Sa 18 Mai 2019 13:10

Hallo Rudl,
mein Wissensstand ist, dass die Festlegung LKW/PKW am Verhältnis Fahrgastraum zu Ladefläche festgemacht wird. Wenn die Ladefläche länger ist wie der Fahrgastraum, dann ist's ein LKW. Soweit das, was ich (ohne Gewähr) über die rechtliche Seite weiß.

Ändern sich bei dir diese Verhältnisse? Wohl kaum!
Willst du ewig mit dem Ausbau bummeln?
Wie oft wirst du in deiner Region von der Rennleitung kontrolliert?

Kurz gesagt, das Risiko dürfte minimal sein, dass du während der Umbauzeit den Behörden unangenehm auffällst. Ich habe in meinem Leben bisher 5 Wohnmobile ausgebaut. Immer munter gebastelt, ohne mir über solche Details Gedanken zu machen. Und dann, wenn's fertig war, vom LKW zum Wohnmobil umschreiben lassen.
Gab nie ein Problem.
Wenn dein TÜVler so ein Kniebohrer ist, der irgendwelche Regeln zu 150% interpretiert, würde ich mir überlegen, ob das die richtige TÜV-Station ist, die deinen Umbau begleitet.

Gruß
Herby
Probier's mal mit Gemütlichkeit

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Gode_RE
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Re: Steuerrechtliche Frage

#3 Beitrag von Gode_RE » Sa 18 Mai 2019 13:29

Der Wegfall der Trennwand macht noch nicht aus einem Nutzfahrzeug ein zum "vorwiegend für Personentransport ausgelegtes" Fahrzeug. Dafür wäre eher die Anzahl der zum Personentransport eingetragenen Sitze ein Maßstab.

Aber leider auch noch nicht zum begünstigten "Wohnmobil". Ein LKW ist dramatisch (!) teurer in der Versicherung, als ein Wohnmobil. Letzteres dürfte unterm Strich die abgabengünstigste Variante sein. Günstiger geht nur mit "Oldtimer", das bringt aber wieder andere Kosten mit sich.

Die steuerrechtliche Einstufung kommt auch erst bei Halterwechsel oder Umwidmung auf den Prüftisch. Und dann ist es (neuerdings) auch nicht mehr das Finanzamt, sondern die Zollbehörde, die das entscheidet und bescheidet. Und gegen den Bescheid kann man i.d.R. relativ erfolgsversprechend Einspruch einlegen. Bei mir hat es immer gereicht, eine lediglich plausible Darlegung (!) zu schreiben. Dem ist stets gefolgt worden. Muss natürlich stimmen, weil die Zollbehörde das auch ggf. überprüfen kann. Wenn man dann wahrheitswidrig falsche Angaben gemacht hat ...

LG Gode

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VWBusman
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Re: Steuerrechtliche Frage

#4 Beitrag von VWBusman » Sa 18 Mai 2019 15:52

Hallo Rudl,

halt die Füße still und mach deinen Ausbau fertig.
Dann kannst die Umschreibung als Wohnmobil machen und wirst neu besteuert.

Gruß Christopher
VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

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Holzbock
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Re: Steuerrechtliche Frage

#5 Beitrag von Holzbock » Sa 18 Mai 2019 17:46

Dann wären die ganzen Zustellfahrzeuge ja keine LKW,s mehr. Die haben alle einen Durchgang.
Gruß Klaus

Rudl
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Re: Steuerrechtliche Frage

#6 Beitrag von Rudl » Sa 18 Mai 2019 18:03

Vielen Dank für diese Antworten.

Trennwand ist draussen und ich fang mit dem Hochbett an.

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Anton
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Re: Steuerrechtliche Frage

#7 Beitrag von Anton » So 19 Mai 2019 06:50

Rudl hat geschrieben:
Sa 18 Mai 2019 12:32

Soll ich es einfach drauf anlegen, oder sollte ich vorher mit dem Finanzamt Kontakt aufnehmen oder gibt es andere Möglichkeiten.
Hallo

Nochmal zu dem Steuern.


Nimm zu allen Kontakt auf, :wink: nur nicht zum Finanzamt bzw. dem Zoll.

Fahre lieber mit einer "falschen" Zulassung rum als schlafende Hunde zu wecken. Unser Hanomag, als Womo ausgebaut,war als LKW geschlossener Kasten hier in NRW zugelassen und hat in der Zulassung auch ein H Kennzeichen bekommen. Keiner hat gefragt was in dem Kasten ist. Der neue Besitzer, aus Hessen, wollte ihn zum Womo umschreiben lassen, weil er dann im Unterhalt etwas billiger war. Mein Tüv'ler hat schwer abgeraten. Gerade in Hessen scheint die Kontrolle hoch, er hätte das schon selber erlebt. Ruck zuck H-Kennzeichen weg. Und damit alle Vorteile, unter anderem die Dummweltzonen Durchfahrt.

Mir hat er gesagt: kannst dir doch ein Soffa in den Kasten stellen, wen interessiert's.

Aber jetzt: viel Spaß beim Ausbau! :)
Gode_RE hat geschrieben:
Sa 18 Mai 2019 13:29
Günstiger geht nur mit "Oldtimer", das bringt aber wieder andere Kosten mit sich.
Welche Kosten kostet den ein H-Kennzeichen bzw Oltimer Zulassung mehr? Z.B. LKW: immer 198,- € Steuern, zuzüglich günstiger Versicherung. (198,- € kann sich zwischenzeitlich geändert haben)


VG

Anton
Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

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