Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

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tgb
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Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#1 Beitrag von tgb » Mo 13 Jan 2020 20:13

Hallo zusammen,

ich besitze seit einiger Zeit einen Volvo C303 https://de.wikipedia.org/wiki/Volvo_C303, den ich zum "Light-Camper" ausbauen möchte. Das bedeutet, dass ich ein paar Tage mit ihm unterwegs bin und auch drin schlafen werde. Ganz unprätentiös. Also es kommt ein Bett rein, und Stauräume.
Nun ist das schwierige, dass er auch winterfest sein soll. Sprich, auch für Minusgrade geeignet. Und da gehen meine Schwierigkeiten los, denn das Ding ist einfach aus Metall und sonst nix (naja, nicht ganz, gleich komme ich dazu).
Also: Vorhandene Dämmung, wenn sie denn diesen Namen verdient, sind Lochplatten, dahinter in Plastikpakete eingeschweißte Mineralfasermatten, lose eingelegt, und dann kommt die Außenwand aus Aluzink. Rost ist durch die Verzinkung also erstmal kein grundlegendes Problem. Die Karosserie ist auch rostfrei.
Meine bisherigen Überlegungen sahen so aus: Es wird nie möglich sein, diesen Innenraum komplett wärmebrückenfrei zu bekommen. Die alte Mineralfaserdämmung fliegt raus, das ist klar. Im kompletten Fahrzeug hätte ich das untere Drittel flächig mit Alubutyl beklebt (der Wagen ist eine einziger Resonanzkasten). Im hinteren Bereich auch Wände und Decke. Ach so: Der Aufbau ist vorne eine selbsttragende Kabine, und hinten ein Stahlgerippe mit Aluzinkaußenwand.
So, und nach dem, was ich bis dato so im www gelesen habe, wäre ja der "Goldstandard" dann Armaflex (und wie sie alle heißen) zu verkleben. In die Zwischenräume, und dann über das Gerippe. Darüber dann eine Plattenverkleidung. Und damit hätte, so dachte ich, sich das Tauwasserproblem erledigt, denn Armaflex et al seien dampfdicht.

Wie ich hier erfahren habe, ist dem aber gar nicht so.

Sprich: Sehr wohl kann Dampf bis zur Grenzfläche Isoliereung - Außenwand reindiffundieren und dann dort kondensieren. Das will ich eigentlich nicht. Nun könnte man über die Isolierung noch eine Dampfsperre einziehen - Alu zum Beispiel. Das Problem ist aber, dass der Wagen nicht komplett isoliert werden kann. Und überhaupt: wie verhindere ich, dass an den Flanken, also dort, wo die Isolierung aufhört, Wasserdampf reindiffundiert?
Anyway: Der ganze Wagen ist eh nicht vollflächig isolierbar. Beispiel: Die Türrahmen. Oder die Windschutzscheibenrahmen. Oder die Fenster. Oder die Radkastenstaufächer. Es wird also in jedem Falle zu Kondensation kommen, das wird man nicht verhindern können.

Nun ist es aber so, dass der Wagen für nordische Einsatzgebiete konzipiert wurde. Er hat zum Beispiel einen Anschluß für eine externe Heizung - das sopielt bei mir keine Rolle, aber ich wollte es erwähnt haben. Und alle Hohlräume, alle Gerippeteile haben Ablauflöcher und sind mit Wachs behandelt worden. Von daher dachte ich mir: Wenn ich das Kondensieren nicht verhindern kann, dann möchte ich es aber kontrollieren. Sprich, anfallendes Kondensat wird einfach abgeleitet, ohne dass es sich staut. Und dort, wo es irgend geht, wird wärmegedämmt, damit ich a) die Verluste nach draußen und b) das "Kältegefühl" so klein als möglich halten kann.

Mein Armaflex-Dampfdiffusionsproblem besteht ja aber weiterhin. Und deshalb bin ich auf folgende Idee gekommen: Wie wäre es denn, die Dämmung nicht auf das Blech zu Kleben, sondern von Innen auf die Verkleidung? Das würde meine Wärmeverluste klein halten, das Kältegefühl ebenfalls, und Dampf, der bist zur Außenwand gekommen ist, darf dort kondensieren und nach unten laufen, um dann abgeführt zu werden.

Was haltet ihr davon?

Ach ja, ich habe vor, eine oder besser zwei (Redundanz und bessere "Skalierbarkeit") Luftstandheizungen einzubauen. Mit Frischluftzufuhr und Zwangsentlüftung müsste ich ja schon einiges an Feuchtigkeit "rausheizen" können.

Vielleicht noch eine prinzipielle Frage: Wenn Armaflex etc. eben nicht dampffest sind, dann müssten sie ja im Auslieferungszustand, z.B. bei 20°C, schon wasser gebunden haben, dass dann igendwann später ausfallen könnte - und sogar gefrieren? Das tritt aber in der Praxis offenbar nicht auf? Sind die Wassermengen dazu zu gering?

Und vielleicht noch eine kleine anekdotische Evidenz :-) : Ich habe schon mehrmals Einige-Tages-Roadtrips in meinem Volvo V70 Kombi gemacht, mit Matraze, Kocher, etc. Minimalkombicamper sozusagen. Auch in den Alpen, mehrer Nächte bei minus zehn Grad. Ich hatte nur die werksseitige Wasserstandheizung, die ich halt zum Einschlafen und Aufwachen angefeuert habe (mit Frischluftzufuhr!). Und ich hatte nie Kondenswasserprobleme, trotz nasser Klamotten im Auto. Klar, die vordern Scheiben warenb beschlagen - die hinteren, die mit Polycarbonatverdunkelungen (Solarplexius) gedoppelt sind, schon nicht mehr. Der Aufbau des Autos ist Blech - Luft - Innenverkleidung. Auch die war nicht feucht. Und ich habe wirklich auch dort geschut, wo was hätte kondensieren können oder sich Kondensat hätte sammeln können - nix! Wie kann das sein, eigentlich hätte ich im Schimmel ersticken müssen? Liegt es daran, dass ich mit der Standheizung (ich glaube, die hat 4,5 kW) und Frischluftzufuhr die Feuchtigkeit schon rausgeheizt bekommen habe?

Vielen Dank einstweilen für jede Form des Input. Ich reiche die Woche noch Bilder nach, und da habe ich bestimmt auch noch Details, die nach best practise verlangen...

Grüße, Patrick

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Gode_RE
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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#2 Beitrag von Gode_RE » Mo 13 Jan 2020 22:51

Hallo Patrick,

es gibt ne einfache und auch preiswerte Möglichkeit, einen Kastenwagen richtig polarfest zu isolieren - kältebrückenfrei und dampffest. Und zwar indem Du eine dichte Innenkabine aus leichten PVC-Sandwichplatten mit 25mm PU Kern einklebst. Kostet nur ein bisschen mehr Platz gegenüber allen "Matten-Klebe-Lösungen". Ist aber schnell fertig, leicht, absolut dicht und hat nen enormen Isolationswert. Habe ich bei meinem Truck so gemacht und auch beim FM2-Shelter von Dornier auf dem Anhänger. Der Shelter ist fast haargenauso aufgebaut wie Dein Volvo. Seit knapp 2 Jahren lebt mein Sohn darin ganzjährig, also auch im Winter. Bei angenehmen Temperaturen und trockenem Innenklima.

LG Gode

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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#3 Beitrag von Picco » Di 14 Jan 2020 07:02

Hoi Patrick

Grundsätzlich kann Dampf auch durch Armaflex, von dem es mehrere Arten für unterschiedliche Zwecke gibt, diffudieren.
Aber halt sehr wenig!
Wenn Du also nicht wochenlang Wintercamping betreibst, das Auto auch mal trocknen kann und nicht alls Alltagsauto eingesetzt wird ist das absolut problemlos.
Ansonsten find ich die Idee mit dem Armaflex innen auf der Innenverkleidung , so dass die Feuchtigkeit abtropfen kann, sehr gut. Aber schwirig in der Konstruktion, da das Armaflex ao gut wie keine statische Kraft übertragen kann.
Die Stösse muss man mit den speziellen Armaflexkleber verkleben, dann sind die auch etwa so dicht wie die Matten selbst.
Was Deine Erfahrung im Kombi angeht so tippe ich auf den Luftwechsel durch die Frischluftzufuhr sowie die Tatsache dass die Frontscheibe schon viel Wasserdampf aus der Luft geholt hat, indem es da kondensieren konnte.
Das ist derselbe Effekt den ich mit einer bewusst schlecht isolierten Stelle über der Duschtasse in meiner irgendwann mal zu bauenden Kabine erreichen will.

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mrmomba
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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#4 Beitrag von mrmomba » Di 14 Jan 2020 08:59

Moin, eigentlich hast du keine wesentlichen Anforderungen wie ein jeder Kastenwagenfahrer.

Erstmal zur Skalierbarkeit: Eine Dieselstandheizung ist anders als eine Gasstandheizung.
Meine Dieselstandheizung heißt auf und stellt sich dann auf kleinste Stufe, aber stellt sich nicht aus. Das heißt, wenn ich auf 21C° gekommen bin kann es passieren, dass es auf kleinster Stufe dann noch weiter steigt, dann steuere ich über Fenster auf.
Eine zweite Heizung hätte also nur eine Redundanz, bei Gasheizung vielleicht wirklich noch Skallierbar?

Ich habe mich für meinen kleinen Raum für eine 5KW Heizung entschieden, statt der 2 KW.
Kleinste Stufe 5KW => 950W, kleinste Stufe 2KW => 900W.
Für meine Eriba brauche ich maximal 15 Minuten um von Null auf angenehm warm zu kommen. Ich habe da ein Hubdach und einfach Glasscheibe und, wenn ich nicht heize und Lüfte Kondensat an jeder nicht isolierten Stelle. (Alu-Zierleisten, Kederschrauben, usw.)
Da wo es isoliert ist: Nichts - bei 3 Personen.

Wir haben Kaliflex verwendet - in 19mm und die Stöße überklebt. mit 6mm ... so kommen wir auf 25mm
Bei dir würde ich zwei Lagen 19mm verwenden. Godes Variante ist zwar die thermisch Beste, aber Platzmäßig nicht wirklich geil. (Wobei ich sein Shelter kenne, wahnsinn)
Dem Picco sein Hinweis ist Goldwert: ***Flex Produkte sind mechanisch nicht belastbar, das heißt für die Bodenisolierung brauchst du Styrodur - oder, machst es hier wie der Nunmachmal - lässt die Standheizung unter den Boden pusten, statt Isolation also ein Luftkanal. (Ich glaube er hat beides Iso und Kanal)
Im Bulli habe ich 4cm Isolierung im Boden, die kälte Bricht relativ schnell durch, nervt. Ist PVC. In der Eriba habe ich eine 230V elektrische Fußbodenheizung und nur 25mm isolierung, KOMFORT Pur! Und die 250W Maximal, die die Heizung einbringen kann, reicht um den Wohnwagen warmzuhalten. Natürlich nicht Autark. Darum würde ich Nunmachmals Methode nutzen, Zusätzlich kannst du die Warme Luft an den Wänden hochsteigen lassen... Die bewegte, warme Luft hat viel mehrwert.
Außenluft ansaugen, bitte nur, wenn du sicher sein kannst, dass es dir nicht die Standheizungsabgase in den Wagen saugt! Beim V70 ists ja schon passable getrennt. Innenraumluftfilter oben, Abgase unten.

Du kannst die Windschutzscheibe als 'Opferanode' nutzen, einfach ein Handtuch drunter legen und Kondensatz ist schon gut bekämpft... Überhaupt schimmelt und Rostet es nicht soooo schnell nur von 2 Wochen Urlaub. Sonst hast du eher ein grundsätzliches Problem.

tgb
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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#5 Beitrag von tgb » Di 14 Jan 2020 11:10

Ui, so schnell so viel geballtes Wissen, danke!
Gode_RE hat geschrieben:
Mo 13 Jan 2020 22:51
[...] Innenkabine [...]
Ha, so was habe ich mir auch mal ausgedacht für den Kombi seinerzeit: Eine Schlafkabine, inspiriert durch die Fahrerschlafboxen in den Reisbussen. Habe ich dann aber nicht umgesetzt.
Beim C303 stelle ich mir das schwierig vor, ich habe drei Türen, eine Dachluke und einen Durchgang nach vorne. Und es sollen ja noch Regale und so rein. Außerdem sollen Motorabdeckung (Mittelmotor) und die Getriebe-Bodenabdeckung leicht zugänglich bleiben. Da wäre von der Innenkabine nicht mehr viel übrig vor lauter Löchern. Aber rein aus Interesse: Wie habt ihr dann die Türen angeschlossen? Einfach nochmal eine Innetür? Und Fenster?
Picco hat geschrieben:
Di 14 Jan 2020 07:02
Grundsätzlich kann Dampf auch durch Armaflex, von dem es mehrere Arten für unterschiedliche Zwecke gibt, diffudieren.
Aber halt sehr wenig!
Wenn Du also nicht wochenlang Wintercamping betreibst, das Auto auch mal trocknen kann und nicht alls Alltagsauto eingesetzt wird ist das absolut problemlos.


Aaaah, das ist gut zu wissen! Das erleichtert doch einiges. Mir fehlen halt echt Praxiserfahrungen.
Ansonsten find ich die Idee mit dem Armaflex innen auf der Innenverkleidung , so dass die Feuchtigkeit abtropfen kann, sehr gut. Aber schwirig in der Konstruktion, da das Armaflex ao gut wie keine statische Kraft übertragen kann.
Och, das ist hinzubekommen. Die Verkleidung wird in Schienen eingesetzt, und der Innenaufbau wird nicht an den Wänden hängen, sondern sich vom Boden her aufbauen. Im Prinzip links und rechts Regale, oben mit einer Traverse verbunden. Die Kabine flext nämlich relatriv stark, und wenn man die nun groß versteifen würde, wäre das nicht so gut.
Die Stösse muss man mit den speziellen Armaflexkleber verkleben, dann sind die auch etwa so dicht wie die Matten selbst.
Gut zu wissen.
Was Deine Erfahrung im Kombi angeht so tippe ich auf den Luftwechsel durch die Frischluftzufuhr sowie die Tatsache dass die Frontscheibe schon viel Wasserdampf aus der Luft geholt hat, indem es da kondensieren konnte.
...ja, und das wird im C303 genauso sein.

mrmomba hat geschrieben:
Di 14 Jan 2020 08:59
Moin, eigentlich hast du keine wesentlichen Anforderungen wie ein jeder Kastenwagenfahrer.

Erstmal zur Skalierbarkeit: Eine Dieselstandheizung ist anders als eine Gasstandheizung.
Meine Dieselstandheizung heißt auf und stellt sich dann auf kleinste Stufe, aber stellt sich nicht aus. Das heißt, wenn ich auf 21C° gekommen bin kann es passieren, dass es auf kleinster Stufe dann noch weiter steigt, dann steuere ich über Fenster auf.
Eine zweite Heizung hätte also nur eine Redundanz, bei Gasheizung vielleicht wirklich noch Skallierbar?
Der Wagen ist, ungewöhnlich aber wahr, ein Benziner, wohl auch wegen des angedachten Verwendungszwecks: Schwedisches Militär, große Kälte, kein Problem mit Diesel im Winter. Weil ich keine Lust auf Zusatztanks habe (die ja dann in der Kälte auch noch problematisch werden bei Diesel), bekommt der Benzinstandheizung. Die zweite Heizung wegen Redundanz, aber auch wegen Skalierbarkeit. Im Prinzip könnte ich eine 4-kW-Heizung einbauen, die würde dann auch bei zweistelligen Minusgraden gut warm machen, aber ich befürchte, dass die dann bei z.B. fünf oder zehn Grad an die untere Regelgrenze stößt, da muss ich mich nochmal informieren. Ich muss auch schauen, wie das mit dem Budget aussieht - leider gibt es ja keine Planar- / Autoterm-Luftstandheizung als Benziner (und laut Autoterm wird auch keine kommen). Neue Eberspächer oder Webasto sind halt schon sehr teuer, deswegen schaue ich nach gebrauchten. Also das wird sich noch zeigen.
Wegen Redundanz noch: Ich werde ziemlich sicher auch noch eine Wasserstandheizung für den Motor einbauen. Wenns hart auf hart käme und die Luftstandheizung ausfiele, könnte man "zum Überleben" immer noch via Motor heizen. Dank Wasserstandheizung würde der auch bei sehr niedrigen Temperaturen anspringen. Unter Umständen ist das schon genug Redundanz, so dass eine Luftstandheizung schon reichen würde.
Ich habe mich für meinen kleinen Raum für eine 5KW Heizung entschieden, statt der 2 KW.
Kleinste Stufe 5KW => 950W, kleinste Stufe 2KW => 900W.
Für meine Eriba brauche ich maximal 15 Minuten um von Null auf angenehm warm zu kommen. Ich habe da ein Hubdach und einfach Glasscheibe und, wenn ich nicht heize und Lüfte Kondensat an jeder nicht isolierten Stelle. (Alu-Zierleisten, Kederschrauben, usw.)
Da wo es isoliert ist: Nichts - bei 3 Personen.
Gut zu wissen.
[...]
Dem Picco sein Hinweis ist Goldwert: ***Flex Produkte sind mechanisch nicht belastbar, das heißt für die Bodenisolierung brauchst du Styrodur - oder, machst es hier wie der Nunmachmal - lässt die Standheizung unter den Boden pusten, statt Isolation also ein Luftkanal. (Ich glaube er hat beides Iso und Kanal)
Das habe ich mir auch schon einmal überlegt. Hat was, müsste ich nur schauen, wie ich das umsetzen könnte. Allzuviel Bodenfläche habe ich nämlich gar nicht. Ich sehe schon, ich muss mal Bilder nachliefern! - Und man muss natürlich schauen, wie man die Luftaustrittsöffnungen gegen Dreck und Wassereintritt schützt - nicht dass dann im Zwischenboden im Nu Matsch ist - das Fahrzeug ist geländegängig und man hat schon relativ oft Matsch an den Schuhe... gerade am Boden wäre Pflegeleichtigkeit gut. Und ich denke halt, dass wenn ich einfach ganz stupide Warmuft in den Raum baller, dass es dann schneller warm wird als mittels Doppelboden etc. Aber ich überlege auf jeden Fall nochmal.
Im Bulli habe ich 4cm Isolierung im Boden, die kälte Bricht relativ schnell durch, nervt. Ist PVC.
Auch gut zu wissen. Da muss ich also auf jeden Fall dicker werden und mit Styrodur oder XPS arbeiten und dann Platte drauf. Und nen schönen Bodenbelag, Kork oder so.
In der Eriba habe ich eine 230V elektrische Fußbodenheizung und nur 25mm isolierung, KOMFORT Pur! Und die 250W Maximal, die die Heizung einbringen kann, reicht um den Wohnwagen warmzuhalten. Natürlich nicht Autark. [...]
Ja, und damit leider nix für mich. Ich plane noch nichtmal einen Lanstromanschluß.
Außenluft ansaugen, bitte nur, wenn du sicher sein kannst, dass es dir nicht die Standheizungsabgase in den Wagen saugt! Beim V70 ists ja schon passable getrennt. Innenraumluftfilter oben, Abgase unten.
Das ist klar, es darf kein Abgas angesaugt werden! - Ich würde das eh mit Strangsperre machen, falls es z.B. draußen staubig ist oder so. Und als "Überlebens-Fallback": Wenn es zu kalt wird für Außenluftansaugung, kann man immer noch Umluft heizen.
Du kannst die Windschutzscheibe als 'Opferanode' nutzen, einfach ein Handtuch drunter legen und Kondensatz ist schon gut bekämpft... Überhaupt schimmelt und Rostet es nicht soooo schnell nur von 2 Wochen Urlaub. Sonst hast du eher ein grundsätzliches Problem.
Auch noch mal gut zu wissen. Ich werde mal am Wochende Fotos vom Innenraum machen und nochmal was dazu schreiben. Vielleicht auch mit Details, ihr werdet die Hände über dem Kopf zusammenschlagen :-)

Viele Grüße einstweilen, Patrick

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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#6 Beitrag von tgb » Di 14 Jan 2020 11:39

Nachtrag: Hier mal ein Bild von der Fahrerkabine. Ausser "untenrum", Türen und Decke ist da nicht viel mit Dämmung. Aber wie gesagt, Wasserabläufe existieren. https://www.dropbox.com/s/h4jltqzqlic89 ... 6.JPG?dl=0

Hier gibts noch einen Bericht mit einigen Bildern (nicht meiner, der Text ist auch etwas oberflächlich): https://www.classicdriver.com/de/articl ... -der-alpen

Zum gleichen Fahrzeug noch mehr Bilder von der Restaurierung: https://www.volantecar.ch/dienstleistun ... 7c6e84e243

Nochmal Bilder aus dem Offroad-Forum (nicht meiner): https://www.offroad-forum.de/viewtopic. ... a5e9d5fddd

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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#7 Beitrag von mrmomba » Di 14 Jan 2020 13:04

Ich hatte den Laplander größer in Erinnerung...
Als Doppelachser oder so.
Nun, Ich glaube, die Benzinerstandheizungen sind da nicht viel Anders.
Aber ja, mit der Warmwasserstandheizung sparst du Platz innen und Schonst dem Motor
UND! Du kannst halt einfach miniheizkörper oder Warmwasserschleife unter den Boden legen.
Auch gut zu wissen. Da muss ich also auf jeden Fall dicker werden und mit Styrodur oder XPS arbeiten und dann Platte drauf. Und nen schönen Bodenbelag, Kork oder so.
Hier hast du mich falsch verstanden.
Mein Bodenaufbau besteht aus AußenblechUnten - 5mm Luft (weil Rillen) - 4cm Stysrodur - 12mm Holz - PVC Das wird kalt am Fuß.

Regelbarkeit hab ich halt auch angesprochen, meine Heizung regelt mit 5KW fast so tief wie die 2KW (die 50w mehr)

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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#8 Beitrag von tgb » Di 14 Jan 2020 13:34

mrmomba hat geschrieben:
Di 14 Jan 2020 13:04
Ich hatte den Laplander größer in Erinnerung...
Als Doppelachser oder so.
Ja, den gibts auch als Dreiachser als Kastenwagen https://images.trucksnl.com/ad-4973067- ... 1110&h=832 oder als Koffer http://dt-c-rallye-racing.de/Bilder/Volvo/3.jpg. Klar, der Zweiachser ist schon klein, deswegen muss das alles auch durchdacht sein.
Nun, Ich glaube, die Benzinerstandheizungen sind da nicht viel Anders.
Sie brauchen nicht ganz soviel Strom zum Anlaufen :-)
Aber ja, mit der Warmwasserstandheizung sparst du Platz innen und Schonst dem Motor
UND! Du kannst halt einfach miniheizkörper oder Warmwasserschleife unter den Boden legen.
Das werde ich wohl eher nicht machen. Die Wasserstandheizung ist primär nur zum Motor vorwärmen gedacht. Klar kann man dann über die Inneraumwärmetauscher mitheizen. Aber: Das braucht mehr Strom als die Luftstandheizung (weil Wasserpumpe, mehrere Gebläse), es ist nicht so effizient (weil der ganze Motorblock mitgeheizt wird) und es geht immer nur maximal 120 Minuten, dann schaltet die ab. Also: Luftstandheizung und Wasserstandheizung kommen auf jeden Fall rein. Aber mit deiner Erfahrung
meine Heizung regelt mit 5KW fast so tief wie die 2KW (die 50w mehr)
tendiere ich nun zu einer 4- oder 5-kW-Heizung anstatt zwei mal zwei.
Auch gut zu wissen. Da muss ich also auf jeden Fall dicker werden und mit Styrodur oder XPS arbeiten und dann Platte drauf. Und nen schönen Bodenbelag, Kork oder so.
Hier hast du mich falsch verstanden.
Mein Bodenaufbau besteht aus AußenblechUnten - 5mm Luft (weil Rillen) - 4cm Stysrodur - 12mm Holz - PVC Das wird kalt am Fuß.
Ach so! Hmm, dann muss ich dicker werden... Außenblech - Styrodur - Platte - Belag. Das frisst aber ganz schön Bauhöhe!

Fernwehbus
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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#9 Beitrag von Fernwehbus » Sa 22 Feb 2020 20:54

Ich habe dem Sprinter über den 5-8cm Armaflex einfach eine/n Dampfsperre/Wärmereflektor aus Rettungsdecken und Dampfsperrband gegönnt:
space_shuttle.jpg
Darauf sind Abstandsleisten und dann Wandverkleidung aus geölter und lackierter Hartfaserplatte montiert.
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Matthias aus dem Fernwehbus

Fernwehbus
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Re: Das Unmögliche möglichst gut hinbekommen - schwierige Isolierung

#10 Beitrag von Fernwehbus » Sa 22 Feb 2020 21:00

tgb hat geschrieben:
Di 14 Jan 2020 13:34
Die Wasserstandheizung ist primär nur zum Motor vorwärmen gedacht. Klar kann man dann über die Inneraumwärmetauscher mitheizen. Aber: Das braucht mehr Strom als die Luftstandheizung (weil Wasserpumpe, mehrere Gebläse), es ist nicht so effizient (weil der ganze Motorblock mitgeheizt wird) und es geht immer nur maximal 120 Minuten, dann schaltet die ab.
Das stimmt nicht unbedingt: Bei mir heizt die Wasserheizung den Innenraumheizkreis und ich kann über einen in den kleinen Kühlkreislauf eingeschleiften Wärmetauscher auch den Motor vorheizen oder andersrum die Motorwärme zum Heizen des Heizungskreises nehmen. Einfach die Pumpe des Kühlkreislaufs einschalten oder die Pumpe des Heizkreislaufs oder beide.

Die Binar 5S, die ich verbaut habe, lässt sich per Impuls an- und ausschalten. Da gelten zwar prinzipiell auch die 120 Minuten (nach etwa 25 Minuten schalte ich eh aus, weil die Bude auch bei -10°C außen innen schon Saunaqualität erreicht), aber man kann bei Minute 119 auch kurz aus- und sofort wieder einschalten (lassen), dann rennt die Heizung volle Kanne durch.
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Matthias aus dem Fernwehbus

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