Batteriewächter bzw. Tiefentladungsschutz bei Gelbatterie?

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Odi
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Batteriewächter bzw. Tiefentladungsschutz bei Gelbatterie?

#1 Beitrag von Odi » Fr 08 Mai 2009 18:17

Hallo zusammen,

ich hab da mal wieder ne Frage als Elektronull...
Hab eine Exide Gelbatterie und ein Batteriewächter, der bei 10,8V die Verbraucher trennt. Hab mir das Teil damals einfach bestellt ohne nach zu denken, weil ich das noch so vom VW Bus mit einer Batterie kannte...

Jetzt nervt mich das Teil aber, weil ich (laut Batteriecomputer) noch ca. 40AH habe, wenn ich so bei 10,8V bin...

Jetzt meine Frage, brauch ich das denn? So ne Gelbatterie kann man doch richtig leer saugen, wenn man sie rechtzeitig wieder auflädt?

Danke schon mal im Voraus für eure Hinweise...

Gruß Armin
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VWBusman
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#2 Beitrag von VWBusman » Fr 08 Mai 2009 18:59

Hallo Armin,

Gelbatterien sind nicht ganz so empfindlich beim entladen werden wie Naßbatterien aber ganz leer "saugen" kann man Gelbatterien auch nicht.
Was dein Batteriewächter da anzeigt ist also schon richtig.

Gruß Christopher
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Krabbe
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#3 Beitrag von Krabbe » Fr 08 Mai 2009 19:27

Hi,

Exide gibt als Entladeschlussspannung für Gel-Batterien i.d.R. 10,5 V an.

Was hast Du denn für Leitungsquerschnitte verbaut?
Und sind die 10,8 V eine gemessene Spannug, oder die Angabe aus der Anleitung des Batteriewächters? Wenn letzteres, dann miss doch mal die Batteriespannung, wenn der Batteriewächter abschaltet.

Zum Thema Tiefentladung schreibt Exide im Gel-Handbuch Teil 2 übrigends:
Wenn verschlossene Gel-Bleibatterien auch als widerstandsfähig
gegenüber Tiefentladungen (Entnahme von mehr als 100% der
Nennkapazität) gelten, muß doch mit einer Minderung der
Brauchbarkeitsdauer bei zu vielen und aufeinanderfolgenden
Tiefentladungen gerechnet werden.
Im Gel-Handbuch Teil 1 findet man noch folgendes:
Tiefentladung
Gel-Batterien sind tiefentladesicher (gem. DIN 43 539, Teil 5).
Das heißt, die Batterie ist über 30 Tage an einen Widerstand äquivalent zu
einem Entladestrom von mindestens 2 * I20 angeklemmt. Nach dem
Abklemmen der Last und einer Wiederaufladung der Batterie über 48 h
müssen mindestens 75% bei einem Kapazitätstest erreicht werden.
Viele Grüße
Krabbe
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#4 Beitrag von hwk » Fr 08 Mai 2009 23:30

Hallo Odi,

sofern die Verkabelung keine Fehlerenthält und die Spannung aufgrund zu geringer Querschnitte zu sehr abfällt, so ist leider dem Batteriecomputer nicht ganz zu glauben. Eine Akku mit 100 Ah kann man meist nicht die angegebenen 100 AH entlocken. Durch Aterung etc. ist die wirklich nutzbare Kapazität meist geringer. Auch kann man die Beobachtung machen, dass die Akkus mehrer Lade- und Entladezyklen brauchen, um die maximale Kapazität wieder zu haben. Ich habe leider auch die Feststellung machen müssen, dass die Kapazitätsangaben riene "Laborangaben" sind, die in der Realität meist nicht erreicht werden.

Ich verlasse mich eigentlich immer auf die Spannungsanzeige, die gibt ein wesentlich verläßlichers Bild über den LAdezustand, als der Batteriecomputer.

Besten Gruß

HWK

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Odi
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#5 Beitrag von Odi » Mo 11 Mai 2009 15:54

Hallo,

erst einmal vielen Dank für eure schnellen und informativen Antworten.

@Krabbe:
Meine Zuleitung von der Batterie zum Sicherungskasten habe ich mit 10 qmm Kabel gemacht, danach sind alle Verbraucher an 2,5 qmm, so aufgeteilt, dass nicht zu viel über die einzelnen Adern läuft.
Mein E-Boiler mit 200W zieht viell. etwas viel für 2,5 qmm? Er sollte ja ca. 17A ziehen, vom Batteriecomputer werden aber knapp 25A angezeigt.
Vereinzelt habe ich schon mal sowohl den Verbrauch als auch die Spannung nachgemessen, die der B.comp. anzeigt und das traf bisher immer absolut zu. Auf allen anderen Adern laufen höchstens 15A, meist jedoch weniger. Leitungslängen variieren natürlich, zum Boiler ca. 6-7m.

Die 10,8V sind der Aufdruck auf dem Batteriewächter, der Batteriecomp. bestätigt das aber. Als Bsp. vom Wochenende:
Restkapazität 63AH mit knapp 12V (hab den genauen Wert grad vergessen); Boiler an und nach ner halben Stunde ist die Spannung im Keller bei unter 10,8V und der Batteriewächter schaltet die Verbraucher aus.

Was meint denn Exide mit Nennkapazität? die 20h/Ah oder 100h/Ah oder einen anderen Wert? Da habe ich 80 AH bzw. 90 AH; Im Handbuch steht ja bei Entnahme von MEHR als 100%, da bin ja Welten davon entfernt...


Aber zurück zur scheinbar abweichenden Realität; dann ist viell. meine Batterie viel zu klein, hab halt mit 80AH gerechnet. Ich denke ich brauche 40AH am Tag (wg. Laptop + Boiler) Was würdet ihr da für eine Batterie empfehlen?

Ich werde mal, wenn ich wieder zu Hause bin, die Batterie voll laden und ein bissl herum experimentieren mit den Verbrauchern und der Spannung...

Gruß Armin
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#6 Beitrag von hwk » Mo 11 Mai 2009 16:24

Hallo Armin,

die Kapazitätsanbagen sind meist Angaben unter Laborbedingungen. DIese werden in der rtealität meist nicht erreicht und somit braucht man schon etwas mehr Kapazität als angegeben. 63 Ah aus dem Akku gesaugt un eine restspannung von etwas unter 12 V zeigen aber, dass der Akku noch gut ist. Als Faustregel sollte man nie mehr als 50% der Kapazität auch aus dem Akku entnehmen, da Tiefentladungen dem Akkuleben nicht guttuen.

Bei uns haben wir bei einem Verbrauch von ca. 40 Ah am Tag (im Winter auch schon mal 60 Ah) eine Batteriebank von ca. 440 Ah eingebaut. Das reicht dann auch für mehrere Tage autarkes Stehen, bevor man wider weiterfährt bzw. an die Stromsäule muß.

Abpuffern kann man das Ganze noch durch Solarzellen auf dem Dach, die bei guter Witterung dann halt die Akkus nachladen.

Besten Gruß

HWK

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#7 Beitrag von Krabbe » Mo 11 Mai 2009 16:44

Mmh, ich würde zumindest für den Boiler min. 4 mm² verlegen, besser 6 m².
Und von der Batterie zu den Sicherungen, wie lang ist da der Leitungsweg? Da würde ich ggf. auch eher etwas mehr verlegen.
Was meint denn Exide mit Nennkapazität? die 20h/Ah oder 100h/Ah oder einen anderen Wert? Da habe ich 80 AH bzw. 90 AH
Genau das. Die Kapazität einer Batterie ist ja vom Entladestrom abhängig, somit gibt es für verschiedene (genormte) Entladungen verschiedene Nennkapazitäten.

Und wie hwk schon schreibt, die Nennkapazität ist eher eine theoretische Größe. In der Praxis liegst Du gut, wenn Du die Batteriekapazität so auslegst, dass die Nennkapazität doppelt so groß ist, wie die errechnete benötigte oder gewünschte Kapazität. Zu mehr als 75 % kannst Du die Nennkapazität seltenst sinnvoll nutzen.

Ein Problem bei Dir wird der Boiler sein, bzw. der hohe Entladestrom, den der hervorruft. Wie oben schon angesprochen, die reale Batteriekapazität ist abhängig vom Entladestrom und je höher der Entladestrom, desto geringer die nutzbare Batteriekapazität. Bei einem Entladestrom von 0,9 A hast du eine theoretische Kapazität von 90 Ah, bei 4 A Entladestrom eine von 80 A und bei 20 A Ladestrom dürften das noch vielleicht ca. 70 - 75 sein. (Wenn Du mir den genauen Batterietyp verätst, dann schau ich mal, ob ich über den was genaueres an Unterlagen da habe.)
Viele Grüße
Krabbe
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#8 Beitrag von holger4x4 » Mo 11 Mai 2009 19:48

Diese Batteriecomputer sind meist ehr Schätzeisen, also den Zahlen besser nicht sklavisch vertrauen. Ich hatte mal so ein Teil von ELV, da konnte man auch gleich einen Mondphasenkalender verwenden :lol:
Seit dem schaue ich nur auf die Spannung und mit ein bisschen Erfahrung weiss man dann wie weit man damit kommt.

Das mit der Verkabelung ist auf jeden Fall ein guter Tip,lieber etwas mehr Querschnitt verlegen und auch die Verbindungen auf guten Kontakt prüfen. Bei zuviel Übergangswiderstand kommt dein Batteriewächter zu früh.
Gruß, Holger

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#9 Beitrag von Krabbe » Mo 11 Mai 2009 20:57

Welchen Batteriecomputer hast Du eigentlich drin? Ich habe den Votronic verbaut und bin eigentlich ganz zufrieden mit dem, was er so anzeigt. Auch im Vergleich mit der Spannung und unter der Berücksichtigung der Verbraucher ist das, was er anzeigt, bei mir eigentlich plausibel.
Viele Grüße
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#10 Beitrag von holger4x4 » Mo 11 Mai 2009 21:06

ELV, hatte ich oben geschrieben. Das ist aber auch schon 10 Jahre her. Das Ding war von der Messtechnik her analog, also mit analogem Integrator. Kann sein, dass die neuen voll digitalen Geräte da besser sind. Kostet aber auch was mehr!
Mir reicht inzwischen das Voltmeter.
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#11 Beitrag von Odi » Mo 11 Mai 2009 23:51

Ok, ich lerne und lerne ;-)

Von der Batterie bis zu den Sicherungen dürften es 1,5m sein, eben mit 10 qmm.

Ich habe die Exide G80 verbaut; dann sollte die nächste wohl gleich mal 200Ah haben, denn 2 Tage sollten schon mal ohne Laden drin sein...
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#12 Beitrag von hwk » Di 12 Mai 2009 08:35

Hallo Armin,

das ist sicherlich ein weiser Entschluß gleich eine 200 Ah Batterie einzubauen. Ich kenne Dein Mobil nicht genau, aber warmes Wasser über 12V zu bereiten ist schon belastend für die Akkus. Gibt es hier nicht die Möglichkeit via Gas oder Diesel die Warmwasserbereitung zu betreiben?

Bie den Kabeln würde ich auch die etwas dickeren nehmen, da sonst recht viel Spannung schon über den Kabeln abfällt, die dann nicht mehr in die gewünschte Leisstung umgesetzt werden kann. Auch bei einem Strom von 20 A und mehr lohnt sich ein Blick auf die Klemmen, da hier auch ein hoher Übergangswiderstand nicht selten ist.

Besten Gruß

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#13 Beitrag von Odi » Di 12 Mai 2009 11:34

hwk hat geschrieben:Gibt es hier nicht die Möglichkeit via Gas oder Diesel die Warmwasserbereitung zu betreiben?
HWK
Momentan würde ich gern mal meinen neu gekauften E-Boiler behalten, alles andere wäre doch ein größerer Aufwand. Mein "Gasverteiler" hat keinen freien Platz mehr für ein weiteres Gerät und so oder so müsste eben ein anderer Boiler her...

Die Batterie zu tauschen wäre wohl einfacher und geht recht flott.
Mein Problem ist nur, dass wohl so ein gr. Teil nicht unter meinen Sitzkasten passt. Hab eben mal schnell gesucht und die 210AH Batterien waren alle gut 50cm breit, ich glaub das passt nicht. Werd mal gleich zum WoMo gehen und messen...
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#14 Beitrag von Bremach11 » Mi 13 Mai 2009 12:12

Hallo,
ich habe auch noch eine andere Frage zu diesem Thema: Gibt es Probleme mit B2B Ladern, d.h. einem Lader der gleichzeitig bei Fahrbetrieb die normale Autobatterie und Optima Batterien als Versorgerbatterie lädt.
Ich habe gehört, daß es bei vollelektronischem Motorenmanagement Probleme geben soll. Für eine Antwort der Experten wäre ich dankbar.
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#15 Beitrag von mangiari » Mi 13 Mai 2009 12:31

Ich glaube um dazu was sagen zu können, müsstest Du die Beschaltung Deines Laders mal erläutern. Am besten ne Skizze was wie wo dranhängt. Generell kann man sich da leicht mal ein Eigentor schießen, wenn man z.B. auf der einen Seite die Spannung überwacht, aber auf der anderen Seite wieder selbst ne höhere Spannung zum laden anlegt usw...

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