Batterieproblem; heimliche Verbraucher?

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Odi
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Batterieproblem; heimliche Verbraucher?

#1 Beitrag von Odi » So 22 Mär 2009 12:09

Hallo,
ich habe ein Problem mit meiner "neuen" Gelbatterie (ca. 1 Jahr alt) Ich bin ja noch am Ausbauen und habe das Problem, dass die Batterie an Spannung verliert und angeblich die Kapazität hält. Alle Verbraucher sind abgeklemmt.
Zur techn. Ausrüstung:
geladen wird mit einem Mobile Technology MT 1215 Ladeautomaten
für die Messung auch von MT der Shunt Batteriecomputer für 100A
zumindest die Voltzahl habe ich mit nem Multimeter überprüft und sie sinkt wirklich; Kapazität bleibt bei 80AH stehen (laut Shunt); das ist das MAX der Batterie und die Spannung geht langsam in den Keller; wenn der Ladeautomat voll anzeigt ist die Spannung auch nur bei 13,8V; ist das ok? jetzt bin ich bei 12,8V und 80AH
Trennrelais funktioniert auch
ist da was kaputt? Batterie/Ladeautomat?
danke schon mal im Voraus für eure Hilfe :-D
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Krabbe
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#2 Beitrag von Krabbe » So 22 Mär 2009 12:29

Hi Odi,

alles in Ordnung und so, wie es sein soll.

Zur Ladeendspannung: Hast Du den optionalen Temperaturfühler am Ladegerät angeschlossen?
Die 13,8 V können je nach Temperatur und eingestellem Batterietyp schon passen. Und wenn Du keinen Temperaturfühler eingebaut hast, dann kann es gut sein, dass das Ladegerät dann 13,8 V als Ladeendspannung bei Gel hat. Das steht aber eigentlich in der Bedienungsanleitung. Die habe ich aber leider gerade nicht griffbereit.
Wenn Du keinen Temperaturfühler verbaut hast, dann würde ich Dir das empfehlen, ist insbesonder für Gel-Batterien besser und das Teil kosten auch nur 17,50, oder so. Du kannst für Dein MT-Gerät auch den von Votronik nehmen, ist der selbe.
Die 12,8 V Ruhespannung der Batterie sind so in Ordnung, so muss das sein, das ist die normale Ruhespannung einer Batterie, die in Ordnung ist.
Der Unterschied von der höheren Ladespannung zur niedrigeren Batterieruhespannung liegt darin begründet, dass die Ladespannung immer höher sein muss, als die Batterie(ruhe)spannung, sonst kann da kein Ladestrom fließen. Ähnlich wie beim Wasser, das fließt auch nur bergab. Mit dem Strom ist es beim Batterieladen ähnlich, der fließt von dem höheren zum niedrigerem Spannungsnieveau.
Viele Grüße
Krabbe
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Odi
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#3 Beitrag von Odi » So 22 Mär 2009 12:46

danke Krabbe für deine, wie immer, super schnelle Antwort ;-)
also wieder was gelernt, dann bin ja beruhigt
auf der Batterie steht max. 14,4V, Bedienungsanl. muss ich mal suchen gehen und schauen was da drin steht
Temperaturfühler hab ich gleich mitbestellt und hängt am Minus der Batterie...
juhu, ein Problem weniger bzw. gar kein Problem da gewesen :-D; noch besser :!:
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#4 Beitrag von hwk » So 22 Mär 2009 13:20

Hallo zusammen,

die 14,4 Vist die maximale Ladespannung, die die Batterie verkraften kann. Diese Ladespannung ist aber temperaturabhängig. Beim Überschreiten der Ladespannung wird der Akku gasen, was dann die Gel-Akkus zerstört, da das Gas ja nicht entweichen kann. Daher ist gerade bei Gel-Akkus der Temperaturfühler entscheidend, um halt im Sommer die Akkus nicht zu zerstören.

Noch ein Hinweis zur angezeigten Kapazität. das ist die an Gerät eingestellt Kapazität und nicht die wirkliche Kapazität vom Akku. Die Kapazität kann man nur durch Entladung und Registrierung der entnommenen Strommenge bestimmen.

Besten Gruß

HWK

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#5 Beitrag von Odi » Mo 23 Mär 2009 15:00

hwk hat geschrieben:Hallo zusammen,

die 14,4 Vist die maximale Ladespannung, die die Batterie verkraften kann. Diese Ladespannung ist aber temperaturabhängig. Beim Überschreiten der Ladespannung wird der Akku gasen, was dann die Gel-Akkus zerstört, da das Gas ja nicht entweichen kann. Daher ist gerade bei Gel-Akkus der Temperaturfühler entscheidend, um halt im Sommer die Akkus nicht zu zerstören.

Noch ein Hinweis zur angezeigten Kapazität. das ist die an Gerät eingestellt Kapazität und nicht die wirkliche Kapazität vom Akku. Die Kapazität kann man nur durch Entladung und Registrierung der entnommenen Strommenge bestimmen.

Besten Gruß

HWK
aha, gut zu wissen, danke! also nur ne "Schätzung" des Shunts...
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#6 Beitrag von hwk » Mo 23 Mär 2009 16:42

Odi hat geschrieben:[
aha, gut zu wissen, danke! also nur ne "Schätzung" des Shunts...
Hallo Odi,

das ist keine Schätzung sondern eine Voreinstellung des Gerätes. Diese Einstellung läßt sich auch verändern (sollte in der Bedienungsanleitung stehen). Das hat nichts mit der realen Kapazität des Akkus zu tuen sondern ist eigentlich nur eine Rechengrundlage für die Anzeige der verbleibenden Rest-Ah´s bzw der relativen Ladung.

Besten Gruß

HWK

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Krabbe
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#7 Beitrag von Krabbe » Mo 23 Mär 2009 21:53

Oder anders gesagt: Der Batteriecomputer kann eigentlich nicht messen wie viel Ah Strom noch in der Batterie ist. Er erkennt, wann die Batterie voll ist. Dann setzt er die angezeigte Kapazität = der eingestellten Batteriekapazität. Ab nun beginnt der Batteriecomputer nur mitzuzählen wieviel Ah Du der Batterie entnimmst und wieder zuführst. Schon dabei kann es zu geringen Fehlern kommen, da die Batterie die Nennkapazität von 80 Ah nur bei einer bestimmten, konstanten Entladung über (für Verbraucherbatterien i. d. R.) 20 Stunden hat. (Als bei einem konstanten Entladestrom von 80 Ah / 20 h = 4 A) Bei einem höheren Entladestrom kann der Batterie nur eine geringere Kapazität entnommen werden und bei einem niedrigerem Entladestrom umgekehrt.
Der Batteriecomputer hat dafür auch entsprechende Kurven hinterlegt, um diese Effekte mit einzurechnen, aber natürlich klappt das nicht 100 %ig, da diese Korrekturfaktoren auch von Batterie zu Batterie unterschiedlich sind.

Da die Batterie aber auch z. B. durch Alterung und Verschleiß an Kapazität verliert hat sie irgendwann nicht mehr ihrer Nennkapazität. Dann zeigt der Batteriecomputer falsche Werte an, wenn noch die Nennkapazität eingestellt ist.
Viele Grüße
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#8 Beitrag von hwk » Di 24 Mär 2009 10:39

Hallo Odi,

ein genaues Voltmeter und ein Amperemeter in der Leitung ist meist mehr wert als das Kapazitätsmessgerät. Eine Volle Batterie bringt ca. 12,8 V als Klemmspannung, die dann leider bei belastung etwas in die Knie geht. Daher ist auch der Einsatz des Amperemeters von Nöten, um ein Gefühl für die aktuelle Belastung des Akkus zu bekommen. Man merkt recht schnell am Sinken der Klemmspannung, wann es Zeit wird, den Akku wieder zu laden oder etwas wirtschaftlicher mit dem Strom umzugehen.

Sofern Du 80 Ah Akkus eingesetzt hast, sollte man die - wenn möglich - nicht weit unter die 50% Marke entladen. Zyklenfeste Akkus vertragen das zwar recht gut, es geht aber auf die Lebensdauer.

Auch wir haben solch ein Instrument im Womo verbaut, aber durch die Aktivität der Akkus ist halt die Kapazität recht unterschiedlich, was durch das Kapameter halt nicht richtig angezeigt werden kann. So konnten wir die Erfahrung machen, dass die Akkus nach dem Winterschlaf einige Male entladen und geladen werden müssen, um halt ihre volle Kapazität wider zu erlangen. Das kann man halt gut an dem Voltmeter und Amperemeter abschätzen, Das Kapameter läßt einen dann dort im Stich.

Besten Gruß
HWK

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