Alternative zu SCAM/Bremach?

Unten sind sie alle gleich: Fragen und Antworten zur Fahrzeugtechnik.

Alternative zu SCAM/Bremach?

Beitragvon Freewheeler » Fr 03 Mär 2006 17:12

Hallo
auf der Suche nach einer kostengünstigeren Alternative als SCAm/Bremach bin ich auf "Gaz" gestossen (www.gaz-automobile.de). Hat jemand Erfahrungen mit diesem Basisfahrzeug oder besitzt so eins? Ein neuer SCAM/Bremach ist mir einfach zu teuer und 4x4 Kastenwagen in der Art Fiat Ducato und Konsorten bringen's einfach nicht.
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Beitragvon PeterM » Fr 03 Mär 2006 17:41

Diese Fahrzuege sind exakt soviel wert wie sie kosten. Und mit den doch recht kleinen Rädern bleibt das ein Schlechtwegefahrzeug - ob ein Dangel-Ducato das nicht auch kann?
Ganz billig und niedrig bauend ist die aufwendigen Dreipunktlagerung für einen Aufbau auf einem verwindungsweichen Rahmen auch nicht. Bleibt die Frage: Wo soll es hin gehen?


Grüsse,
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Canter 4x4

Beitragvon Fritz » Fr 03 Mär 2006 19:40

Hallo!

Sind die angesprochenen Kasten wirklich so schlecht? War mit einem LT 4x4 mit Alkovenkabine in ca. 450 Urlaubstagen gut zufrieden.
Aber warum nicht was anderes?
Ich habe in Australien recht viele Mitsubishi Canter 4x4 gesehen, machte auf mich keinen so schlechten Eindruck und die Leute mit denen ich sprach waren auch nicht unzufrieden. Canter gibt es ja auch bei uns, ob es den 4x4 in Europa gibt?

Gruß

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Beitragvon Freewheeler » Fr 03 Mär 2006 21:27

Na ja, dass der GAZ soviel wert ist wie er kostet ist ja ein dickes Lob :D . Die (angeblich) kleinen Räder sind kein Thema; DAS lässt sich ja nun noch am einfachsten nachrüsten. Zumindest ist das Fahrzeug von Grund auf für 4x4 konzipiert und grundsätzlich für offroad vorgesehen. Das lässt sich von einem Fiat Ducato, Sprinter und wie sie alle heissen mögen nun doch nicht behaupten. Und eines ist meiner Meinung nach klar: Einen Transporter so aufzurüsten, dass er auch nur annähernd in die Kategorie des GAZ kommt, ist mit Sicherheit weit teurer. Mal abgesehen davon, dass der GAZ sehr gute Werte beim Verhältnis "Leergewicht zu Zuladung" erreicht; da kann kein Transporter der 3.5T Klasse mithalten.
Aber wie gesagt, ich suche ja eigentlich Berichte von Leuten, die ihn schon haben oder vielleicht Probegefahren sind; nichts für ungut :D
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Beitragvon Ozymandias » Fr 03 Mär 2006 22:02

Schau mal ins 4x4-Forum, da gibts ne seitenlange Abhandlung zum GAZ, unter anderem mit direkten Infos aus Russland.

PS: Peter hat recht.
Na ja, ihr wisst ja.......... wie auch immer.......
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Gaz.....ähem, ohne Prom....

Beitragvon Thomas Frizen-Fischer » Sa 04 Mär 2006 02:54

Na ja, über die Geländetauglichkeit eines Gaz braucht man sich keine Sorgen zumachen, geht mal zu einem Lauf der Deutschen Truck Trial Meisterschaft, Infos dazu neurdings auf http://www.dttm.de, Vorjahresinfos und Bilder auch auf http://www.jsm-motorsport.de/truck_trial.....

Das sind im Prinzip eigentlich ganz solide Autos und mit einfachen Mitteln zu reparieren, wenn man sie im Gelände zerbrochen hat. Aber es ist halt Technologie der 50er Jahre mit Vorkriegsanleihen, der V 8 Benziner ist ein übler Schluckspecht, das Fahrerhaus noch enger als beim 404 Unimog, auf Strecke braucht es eine gehörige Portion Masochismus, um sich auf Dauer wohl zu fühlen.

Da bieten die nicht viel teureren IFAs mehr Potential, um sie zu einigermaßen bequemen Womos auszubauen, auch die sind hoch geländegängig und schlagen die Gaz meist wegen ihres geringeren Wendekreises.

Wenn sich jemand ernsthaft für diese Art Autos interessiert, ist ein Besuch im Fahrerlager dort ein ernstzunehmender Tip, denn die vielen Teilnehmer aus Chemnitz, Zwickau, Dresden und weiter östlich sind mit diesen Fahrzeugen aufgewachsen und verfügen über vielfältige Bezugsquellen und Informationen, auch teilweise über Beziehungen nach Russland.

Wenn ich vorhätte, viel in den Osten zu reisen, würde ich mir eine russische Basis wie die neueren Ural, SIL, Kamaz oder die MIAZ aus Minsk, Weißrußland mit Ihrer Deutz - Ivecotechnik aussuchen, denn die lassen sich auch vor Ort immer reparieren. Versucht das mal mit nem Daimler oder MAN im tiefsten Sibirien.....
Gruß vom Thomas
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Beitragvon Groecamp » So 05 Mär 2006 12:36

Ist schon immer interessant, wie Leute sich eine Meinung bilden? Wer von den werten Schreibern hat schon eine GAZELLE gefahren? Ich geh davon aus niemand ausser virtuell in irgendwelchen Foren.

Also meine Meinung ist, ich ziehe die Gazelle jedem Landrover Defender vor. Besser verarbeitet, zuverlässiger und viel günstiger. Und die Gazelle mit einem Scam vergleichen, wäre Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Für den Preis eines Scam, Bremach usw. bekomme ich 3 Gazellen.
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Beitragvon jens 16syncro » Mo 06 Mär 2006 10:22

Groecamp hat geschrieben:Also meine Meinung ist, ich ziehe die Gazelle jedem Landrover Defender vor. Besser verarbeitet, zuverlässiger und viel günstiger. Und die Gazelle mit einem Scam vergleichen, wäre Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Für den Preis eines Scam, Bremach usw. bekomme ich 3 Gazellen.

Ok, mach mal und berichte nach 50 tkm was so alles passiert ist.
Wir sind auf Input gespannt.

Gruß
jens
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Gazelle....und Kumpel wie Luaz etc.

Beitragvon Thomas Frizen-Fischer » Mo 06 Mär 2006 14:10

Tja, mit den Russen und Rumänenjeeps und Geländetransportern ist es wie mit dem Djnepr Beiwagengespann: Man muß sich extrem gut auskennen.

Bei uns in der Gegend hat ein Motorradfreak sich eine neue Djnepr besorgt und das komplette Mopped zerlegt, konserviert (Rostschutz innen und außen, Verzinkung), verbessert und alle Teile, die nach Erfahrungsberichten zu jemals zu ernsthaften Problemen geführt hatten, ausgetauscht, also den mit Gußlunkern übersäten Motor gegen einen gebrauchten BMW-Motor mit Getriebe etc. Hat ein halbes Jahr gedauert, aber er fährt jetzt ein extrem geländegängiges Gespann mit überdurchschnittlicher Zuverlässigkeit und trotz Investition von Kosten in Höhe des ursprünglichen Neupreises in die Teilebeschaffung kostete das Vergnügen nur ein Drittel eines von der Leistung her vergleichbaren Gespannes z.B. von EML.

Auf diese Weise muß man auch an eine Gazelle, einen Luaz, einen Lada Niva und einen Aro herangehen, um zu vernünftigen Ergebnissen bei immer noch niedrigen Kosten zu kommen.

Allerdings, eins wird man nicht erreichen, nämlich ein Auto auf modernem technischen Stand mit der heute üblichen Bequemlichkeit und Ausstattung zu erhalten, das Verhältnis wird immer ungefähr so bleiben wie zwischen dem Original Willy´s Jeep und dem Toyo Landcruiser J 12... :wink:
Gruß vom Thomas
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Beitragvon Freewheeler » Mi 08 Mär 2006 11:27

Hallo zusammen
vielen Dank mal für all die Antworten. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass ich u.U. einen gebrauchten Unimog (U1300L, Typenbezeichnung 435, ex-Bundeswehr mit 8000km und 200 Std.) kaufen kann. Jetzt muss ich mich erst mal schlau machen, ob das was wär, da ich kein Unimog-Experte bin. Scheint mir aber doch die robustere Alternative als GAZ zu sein, oder? (obwohl der GAZ neu, der Unimog aber gebraucht ist). Eure Meinungen bitte?

Vielen Dank
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Beitragvon Wolfgang » Mi 08 Mär 2006 11:49

Moin, habe eigentlich wenig Ahnung von den Fahrzeugen, über die Ihr Euch unterhaltet. Daher bitte nur als Einwurf nehmen: Was russische Autos alles leisten können, das zeigt u.a. der Reisebericht unter
http://www.faszination-russland.de/cate ... -sibirien/
Hier fahren 2 Mann in einem UAS (Größe wie Bulli) unter härtesten Bedingungen quer durch Sibirien. Beeindruckend, was dem Wagen abverlangt werden konnte. Ihr werdet den Vergleich zu den westeuropäischen Produkten ziehen können. Schaut mal. Scrollt runter und fangt unten an. Lohnt sich!
Küstengrüsse
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Beitragvon Heiner » Mi 08 Mär 2006 13:43

Hey Freewheeler,

die Fahrzeuge kann man kaum miteinander vergleichen. Den GAZ kenne ich nicht näher, denke aber das er mehr ein Lieferwagen mit Allrad ist. Da ist der Vergleich mit Scam oder Bremach näher. Das muss nicht bedeuten, dass der GAZ schlecht ist. Es kommt darauf an was du damit machen willst und inwieweit du bereit bist dich im Gewicht zu beschränken. (gilt für alle 3,5 to Fahrzeuge). Diese Beschränkung hat klar auch Vorteile (geringere Unterhaltskosten, schneller, Kontainertauglich?, Wendigkeit usw.)

Der Unimog spielt in einer anderen Liga. mind. 7,5 To echter LKW mit allen Vor.- Nachteilen.
Für den Unimog sprechen robuste aber nicht unkompizierte Technik, bessere Zuladung, unumstrittene 4x4 Eigenschaften, gute, günstige Ersatzteile, aber.. hohe Unterhaltskosten !!! kein PKW-Konfort. (ein Unimog-Ersatzrad 14.5R20 wiegt locker 150 KG )

Du muss es genau gegen einander abwägen was du für Bedürfnisse hast.

Vor einigen Monaten stand ich vor der gleichen Entscheidung 3.5 To oder LKW, habe mich für LKW entschieden ( Steyr 12M21 )

Ich würde mich für den Unimog entscheiden wenn er techn. OK und der Preis akzeptabel ist. Was hat er für eine Übersetzung (wie schnell ? 80km/h ist auf der Autobahn auf Dauer nervig. Wegen dem Alter und der Laufleistung würde ich mir beim Unimog keine Sorgen machen, die sind locker für mind. 500.000 km gut ( bei der Laufleistung die du angegeben hast ist er nicht mal eingefahren aber achte auf Standschäden)
)

Im Netz wirst du in etlichen Foren viel über Unimog finden.

Heiner aus dem Harz
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hihihi soweit zu günsten E-Teilen vom Daimler.....

Beitragvon Thomas Frizen-Fischer » Mi 08 Mär 2006 14:33

Heiner hat geschrieben: gute, günstige Ersatzteile, .....


Hallo Heiner,
gute Ersatzteile ja, aber günstig? Achse für den 1300/1700 gebraucht nicht unter 6000 € und da sind noch nichtmal die Bremsen dran.... Ein Freund suchte mal die Achse für den 2450, beim Daimler mit Bremsen für über 30.000 € ........

Also, vom 404er bekommt man noch günstige Ersatzteile aufm Schrott (z.B. Charly Alfers in Cloppenburg), aber alles was später kam, ist sündteuer......

Beispiel gefällig? Wandlerschaltkupplung aus dem 406 Mog Flughafen oder Bundesbahn mit Schienenrädern im Gelände zerbröselt, ein Korb Austauschteile bei Mercedes rund 18.000 € + MWSt...... Gebrauchtgetriebe komplett mit WSK nach 3 Mon Suchen für 3000 € mit nur 750 Betriebsstunden.....

Soweit über die E-Teile beim Unimog, die man sich nur vom Schrott holen kan, um nicht arm zu werden.......
Gruß vom Thomas
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Beitragvon Freewheeler » Mi 08 Mär 2006 15:01

Hallo Heiner
hier ein Zitat vom Verkäufer: "Es handelt sich um einen 1300er L, das ist der 5,7lt Dieselmotor OHNE Turboaufladung. Der hat 132 PS und kann nach bedarf mittels Turbolader und Ladeluftkühlung auf bis zu 165 PS gesteigert werden. Für richtige Expeditionen ist das aber nicht zu empfehlen (Ich gehe mal davon aus, dass Ihr nicht einfach wie sonst was in der Wüste rumbrettern wollt...). Mit der derzeit montierten Bereifung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h, grössere Reifen würde ich aber, in Anbetracht von schwerem Gelände, sowieso empfehlen."

Und hier unsere Vorstellungen/Wünsche:
- Totalgewicht unter 7.5 Tonnen (in der CH vereinfachte C1 Kategorie, nicht C Kategorie = Lastwagen)
- vernünftige Zuladung für 4 Personen (2 Erw / 2 Kinder plus Diesel, Wasser, Essen, Kleider,...)
- Zielorte (vorerst): Ost- und Nordeuropa, anschliessend Panamericana (NICHT Afrika, weiss nicht weshalb alle dorthin wollen :D )

An und für sich finde ich den Unimog schon eine Schuhnummer zu gross, insbesondere wegen Unterhalts/Reparaturkosten.

Gibt's denn was ausser dem SCAM/Bremach. Die sind mir neu wie gesagt zu teuer (kosten glaube ich so um die 50'000 Euro) und gebraucht findet man ohnehin kaum einen.

Gruss
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Beitragvon Ozymandias » Mi 08 Mär 2006 19:46

Mit der derzeit montierten Bereifung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h, grössere Reifen würde ich aber, in Anbetracht von schwerem Gelände, sowieso empfehlen."


ACHTUNG, diese Angabe ist immer bei Abregeldrehzahl des Motors, da heult der Kollege unter der Haube aber schon seit 1000rpm um den nächsten Gang.

Um gemütlich 90 zu fahren brauchst du eine übersetzung die theoretisch für 130km/h reichen würde, dann macht das fahren auch Spass, nur die Reifen zu ändern bringt dir vielleicht 10km/h mehr, das ist aber immernoch viel zuwenig.

Und glaub bitte nicht das 130Ps für einen 7,5 Tonner ausreichend sind - das ist heutzutage einfach nur noch untermotorisiert.
Schon garnicht bei einem Saugdiesel, da liegen die 130 Ps witzigerweise knapp unterhalb der Nenndrehzahl, einen Drehmomentanstieg bei fallender Drehzahl ist dem Saugdiesel auch fremd, wenn der also bei hoher Drehzahl den Berg nicht schafft kannst direkt runterschalten.

Fazit: Schlaftablette - oder wiso ist der wohl so billig.
Weil keiner ihn kaufen will und dieses Modell keine Nachfrage hat?
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