Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.

Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Sa 24 Dez 2016 12:01

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Oben: Nachdem wir schon dachten die Löwen würden wir nicht mehr sehen kommen sie wieder auf uns zu, zwar weit entfernt, aber immerhin!
Schönes Mädchen!!!


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Oben: Und auch der Prachtskerl macht uns nochmal seine Aufwartung!

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Oben: Und der Gentleman deckt genau die Seite auf der die Löwin offenbar blind ist (siehe das hellblaue Auge) ab...nett!

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Oben: Und schon bald macht das Rudel (5 Weibchen, eine Jungendliche und das Männchen) das was es am Besten kann:
Unter einem Busch Faulenzen!

Unten: Kleines Video aus dem Ruaha...


https://www.youtube.com/watch?v=niX7jsLUPj4

Und nun um 08:30 Uhr ist es definitiv Zeit den Löwen Adiö zu sagen:
Hier kommts ('theatralisch die Augenbrauen hochzie'): Adiö Löwen, adiööööööööö!!!
Denn unser Flieger sollte schon bald eintreffen!
Also zurück zu unserem Gepäck, die Wehmut schon im Gesicht ablesbar...
:-(

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Oben: Unser Gamedrive

Wir laden unser Gepäck ein und hopsen weiter zur Flugpiste wo wir uns in den Schatten setzen.
Wieder einmal versucht ich mit Hilfe meiner SIM-Karte von TIGO, zu der mir der Verkäufer einen guten Internet-Empfang im Ruaha versprach, ins Internet zu gehen um Sikoyo etwas zu zeigen...und wieder ist das Netz selbst für einfachste Seiten zu langsam...
Hiermit mein Tipp an alle die im Ruaha Internet haben wollen: Kauft keine TIGO-Karte!
Die hat hier kaum Empfang und wenn dann maximal Edge, und das noch besonders langsam!
Na ja...
Aber wir haben eh kaum Zeit für so was, denn der Flieger kommt schon über die nahen Hügel geflogen!
Wir verabschieden uns von Sikoyo, der uns hier wirklich schöne Tage beschert hat, auch wenn die Buchung nicht so funktioniert hat wie wir wollten, aber das Problem vermuten wir nach dem Chaos das TANAPA (Tanzania National Parks) betreffend der Verfügbarkjeit der Bandas aufgezeigt hat eher nicht bei ihm sondern eben bei TANAPA...
Gerne wieder mit Sikoyo und Prosper, leider zwangsläufig auch mit TANAPA...
Zwischenzeitlich ist der Flieger gelandet und der Pilot quasselt uns schon an dass wir doch das Gepäck schon mal in den 'Kofferraum' am Bauch des Fliegers reinschieben und dann einsteigen sollen.
Schon um etwa 09:25, also 20 Minuten vor der offiziellen Startzeit propellern wir los auf die Startbahn und heben dann völlig ab!
Tschüss Ruaha, tschüss Sikoyo, tschüss Prosper!
Wie immer wenn ich Afrikas Naturparks verlasse bin ich kurz davor Tränen über die Wangen kullern zu lassen...beim Ruaha fällt es mir jeweils besonders schwer wieder zu gehen!!!

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Oben: Jetzt gehen wir in die Luft!!! Aber so was von!!!

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Oben: Flughafen von Iringa, noch aus dem Flugzeug.

Diesmal dürfen wir nicht draussen bleiben sondern müssen ins Flughafengebäude rein!
Und hier wird verlangt dass wir unser Handgepäck aufmachen!
Aber zum Glück ist der zuständige Mann zufrieden damit nur Svens Gepäck anzuschauen, ich beginne meines zwar auch auszupacken aber er winkt ab und schickt mich in einen Raum mit einigen Sesseln, offenbar die Lounge des Flughafens!
Nebst uns kommen so langsam total 7 Personen dazu, die offenbar mit uns mitfliegen werden, eine davon kommt mir sehr bekannt vor...
...hmmm...ist das Dionysia Fliakos vom Tandala Camp etwas ausserhalb des Ruaha NP's?
Sie und die Jugendliche bei ihr sind zu sehr miteinander beschäftigt um sie darauf anzusprechen ob sie unsere damalige Gastgeberin ist oder nicht...aber ich bleibe neugierig!
Dank W-Lan kann ich der Unterkunft in Stone Town eine eMail mit den Flugdaten schicken damit wir abgeholt werden, obs jedoch ankommt wissen wir nicht...
Aber wird schon klappen!
Bald startet der Flieger und wir werden auf recht direktem Weg von Iringa nach Dar es Salaam geschüttelt, wo wir beim Terminal 1 (das ist der für Inlandsflüge) wieder aus dem Flieger ausgespuckt werden.
Und endlich ergibt sich eine Situation um die Frau anzusprechen und tatsächlich: Sie ist Dionysia!
Ha, so ein Zufall!
Sie erinnert sich sogar noch an mich und beim kurzen Schwatz erzählt sie mir dass sie ihre Tochter ins Internat nach England bringt.
Und irgendwie ist der Trennungsschmerz zwischen Mutter und Tochter beinahe greifbar...weshalb ich die Zwei wieder sich selbst überlasse und nicht weiter stören möchte.
Aber schön kurz mit ihr gesprochen zu haben!
Nach kurzem Warten kommt unser Gepäck und wir können es durch den Scanner jagen und rüber zum Auric Air-Schalter gehen.
Den Weg kennen wir ja bereits...
Also aus dem Haus raus, an den Taxifahrern vorbei zum nächsten Eingang, durch die Sicherheitskontrolle und zum Schalter.
Dank W-Lan (TIGA bietet selbst hier nur Edge an)können wir ins Internet um uns die Wartezeit zu vertreiben.
Leider hab ich keine Antwort der Unterkunft in Stone Town erhalten.
Bin mal gespannt ob jemand da steht!
Einchecken können wir um kurz nach 12:00 Uhr, aber der Aufruf nach Sansibar erfolgt erst um 13:20 Uhr!
Abflug ist dann um 13:30 Uhr und nach nur 20 Minuten Flug landen wir schon wieder!

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Oben: Dar es Salaam kurz nach dem Start des Hoppsers nach Sansibar

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Oben: Inselwelten vor Dar's Küste

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Oben: Der internationale Flughafen von Sansibar!

Raus aus dem Flieger, nun wieder mit einem Strahlen auf dem Gesicht und 'Hey, mer sind z Sansibar!!!' auf den Lippen gehts zur Imigration!
In Kurzform: Einen blauen Zettel ausfüllen, am 'Ausländer'-Schalter abgeben und Gepäck entgegennehmen!
Ende Imigration!
Also raus aus dem Flughafengebäude und rein ins Gewimmel der schilderhaltenden Fahrer die auf die Touris warten!
Und was sehen meine sonnenbebrillten Äuglein?
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Mo 26 Dez 2016 11:52

Sehr viel, aber kein Schild mit meinem Namen oder dem Namen der Unterkunft, nichts!
Shit, hats also nicht geklappt!
Ein Fahrer spricht uns an ob er uns irgendwohin fahren soll, zumal niemand jemanden mit einem Schild vom Kiponda B&B (klick mich) gesehen hat.
Na ja, wir gehen in den Schatten und warten da erstmal ein wenig ob der Fahrer noch kommt, zumal wir auch etwas zu früh gelandet sind.
Da kommt der Fahrer, der uns angesprochen hat zu uns und spricht mich von Weitem mit 'Claudio' an, er habe mit dem Guesthouse telefoniert und die hätten einen Fahrer geschickt, aber wenn der nicht da wäre solle er uns dorthin bringen.
Wir wollen schon 'ok' sagen, da mischt sich ein Typ, der schon die ganze Zeit neben uns im Schatten steht, ein und sagt dass er der Fahrer vom Kiponda B&B ist!
Und tatsächlich zeigt er ein Blatt Papier mit 'Claudia Comolli Kipondo' drauf!
Super!
Auf die Frage weshalb er denn seinen Zettel nicht gezeigt habe als wir gekommen sind antwortet er dass er vier Leute erwartet hätte, es wären ja auch zwei Zimmer!
Toll!
Was für ein Schlauberger!
Ich geb dem hilfreichen Taxifahrer ein Trinkgeld und unser Fahrer packt meine Tasche an einem der Henkel...
...um sie über den rauhen gesplitteten Asphalt hinter sich her zu schleppen!
Waaa!!!
Was ist das denn für ein Depp?
Sofort hört er mein 'No! Don't do it like that!'...
Kein Wunder, leise oder nett hab ichs ja nicht gesagt...
Nach etwa 20cm die Tasche hinter sich herziehen nimmt er sofort die Tasche auf die Schultern...weshalb nicht gleich so?
Mit viel Hupen fahren wir zu einem Parkplatz von dem wir zu Fuss mit dem Gepäck auf den Schultern zum Kiponda B&B.
Nach vieleicht 200m sind wir da und ein zwar freundlicher, aber auch etwas mürrischer Herr empfängt uns.
Während er das Einchecken vorbereitet bezahlen wir dem Fahrer die beim Kiponda B&B üblichen 15$ und lassen den Deppen ziehen.
Und schon gehts die steilen Treppen rauf zu unseren Zimmern, die direkt nebeneinander im zweiten Stock liegen!

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Oben: Ja! Es hat ein Bett! :-D

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Oben: Und eine Dusche, nur für mich!

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Oben: Und sogar eine Toilette, ebenfalls nur für mich!

Gefällt mir, das Zimmer!
Aber Sven und ich sind schlapp und wir legen uns erstmal in unsere Betten!
Um 16:00 wollen wir uns wieder treffen!
Zuerst gehts mal unter die Dusche, dann wird das Bett beehrt...schlafen kann ich zwar nicht, aber immerhin etwas liegen.
Internet hab ich von TIGA auch hier nur Edge, obwohl mir der Verkäufer von 4G erzählt hat!
Aber immerhin hab ich auf dem Klo und in einer Ecke des Bettes (im Ernst nur in einer Ecke!!!) W-Lan-Empfang!
Und nun empfange ich auch endlich die eMail des Managers, die mir bestätigt dass ein Fahrer unterwegs ist um uns am Flughafen abzuhoilen!
;-)
Kurz vor 16:00 Uhr gehen wir rauf zum Restaurant des B&B, das wie vielfach hier in Stown Town zuoberst ist.
Aussicht hats, aber nichts was man sehen will...vor allem Baustellen und schwarze Wände...

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Oben: Das Restaurant fürs Frühstück mit Lümmelecke!

Dann wieder die steilen Treppen vier Stockwerke runter und raus aus dem B&B!
Sven steht nachdem er beinahe überfahren wurde schon auf der anderen Seite der Gasse und fotografiert mich wie ich versuche beim Heraustreten aus dem Eingang nicht auch von einer Vespa in Stücke gekarrt zu werden!
Wie die Schlauen von Euch an der Tatsache dass ich hier den Reisebericht schreibe sicher bemerkt haben ist mir das sogar gelungen!

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Oben: Nicht ganz ungefährlich: Beim Ein- und vor allem Ausgang aus dem B&B wird man von wild rumrasenden Vespas bedroht!!!

Von rechts sind wir gekommen und die Gegend hat uns beim herkommen nicht wirklich aus den Latschen gekippt, also gehen wir nach links!
Ohne zu wissen wo wir eigentlich sind, ohne Karte und ohne Navi! :-O
Jaja, man ist Abenteurer oder man ist's nicht! ;-)
Bald schon passieren wir einige kleine Geschäfte und eine grosse Moschee und stehen beim 'House of Wonders' wo uns ein professioneller Stadtführer (mit amtlicher Bestätigung) anspricht.
Sympatisches Kerlchen, und deutsch spricht er auch nicht schlecht!
Er bietet uns natürlich seine Dienste an die wir nach kurzem Verhandeln für den morgigen Tag buchen!
Denn heute wärs eh zu spät, die Tour dauert 2-3 Stunden, und so latschen wir weiter über die Strasse zum Meer hin.

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Oben: Sansibarische Gastfreundschaft? :-O

Beim Meer angekommen werden wir von einem Typen angesprochen der uns unnützes selbstgemachtes Zeug verkaufen will.
Wie üblich geb ich nichts und sag das auch, worauf er sagt dass ich nur nichts geben würde weil er schwarz ist!!!
Boa!!!
Einer wirft ausgerechnet mir Rassismus vor!!!
M I R ! ! !
Da hat er mich an einem Punkt erwischt bei dem ich, der ich selbst schon Rassismus gegen mich gerichtet erlebt habe, schnell emotional werde!
Ich kann Rassismus nicht austehen!!!
Es entwickelt sich eine längere Diskusion mit ihm, wobei es eher ein Beinahe-Monolog seinerseits ist, denn zuhören ist nicht seine Stärke!
Wieder etwas was ich nicht ausstehen kann!
Menschen die nur reden aber nicht zuhören können!
Er (!!!) schlägt vor dass wir ihm etwas zu Essen kaufen (!!!) und um diesen Typen, der es wie keiner vor ihm schaft einen Balanceakt zwischen beleidigend und interessant sein zu vollziehen loszuwerden geben wir ihm 10$.
Dafür verspricht er uns 3 selbstgemachte Ketten, gibt dann aber nur zwei, die wir aber auch nur annehmen um ihn los zu sein!
So ein hartnäckiges ausgekochtes Schlitzohr!!!
Schnell weg!

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Oben: Strand in Stonetown...

Und nun gehts auf Suche nach einem Geldautomaten!
Schon bald finden wir bei der 'National Banc of Commerce' einen Raum mit 3 Automaten, aber was ich auch tue, ich bring keinen Shilling aus dem Automaten raus!
Da es nicht nur mir sondern auch Sansibari und Touristen so geht nehm ich mal an dass das Problem weder bei mir noch bei der Karte sondern bei der Bank liegt!
Also wieder raus, weitersuchen!
Dabei finden wir eher zufällig das 'Freddie-Mercury-Haus!

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Oben: Das Freddie-Mercury-Haus steht da in Stone Town einfach so rum...erstaunlich wenn man bedenkt dass Freddie bisexuell war und das in der Kultur hier so gar nicht gut ankommt...

Nachdem wir die Aushänge am Haus gelesen haben gehts weiter in Richtung Stadtzentrum. Nach wenigen Metern sagt mir ein Tourist, der
vorhin ebenfalls am Geldautomaten rumstand 'There is a Stanley-ATM!' und deutet auf ein Haus etwas hinter ihm!
Super, und tatsächlich finden wir den 'Stanley-Banc'-Geldautomaten bei 6°09'49.1"S 39°11'14.8"E bzw. -6.163650, 39.187437! (klick mich)
400'000 Tansanianische Shilingi rückt er maximal pro Tag raus!
Problemlos!
Wir gehen weiter ziellos durch die Gassen Stone Towns...

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Oben: Selten sieht man so wenige Menschen und Vespa-Raser wie auf diesem Bild!

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Oben: Typisch für die Kultur hier sind die wunderschön geschnitzten Türen der Häuser!
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Beitragvon Picco » Di 27 Dez 2016 13:41

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Oben: Und nicht nur Türen sind schön geschnitzt, ganze Balkone wurden hier geschnitzt!

Viele Einheimische grüssen uns freundlich, einige betrachten uns einfach und einer spricht mich mit 'Hello Mister Kilimanjaro, welcome in Zanzibar!' an!
Mister Kilimanjaro?
Ach ja, ich trag ja ein Kilimanjaro-T-Shirt von Kipepeo-Clothing (klick mich)! :-D
Irgendwan erreichen wir den Busbahnhof und den Markt, schlendern weiter und finden uns plötzlich in der 'Mercury's Bar' wieder!
Für den Sundowner perfekt!
:-D
Nur leider hören wir während unseres Aufenthaltes in dieser Bar, die sich ja auf Freddie Mercury beruft, nur modernen Quatsch, aber nicht ein Lied von Freddie!
Schaade, aber irgendwie auch verständlich...man kann nicht dauernd dieselbe Musik hören, nicht mal bei Queen bzw. Freddie Mercury!

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Oben: Aussicht vom 'Mercury's' auf den Strand und den Fährhafen

Nach zwei Drinks bringen wir die Kameras zum B&B, welches nur wenige hundert Meter entfernt ist, zurück und machen uns auf um etwas zum Abendessen zu suchen!
Dabei kommen wir auch durch den jeweils abends aufgebauten Food Market am Strand vor dem 'House of Wonders', wo wir natürlich die Speisen begutachten und angesprochen werden...schaut lecker aus!
Zumindest zum grossen Teil, teilweise hats aber auch abschreckend Ausschauendes auf den Tischen...
Da Sven und vor allem ich schon unsere Verdauungsprobleme haben ziehen wir ein Restaurant vor und gehen ins direkt beim 'Food Market' liegenden 'Floating Restaurant'!
Wir bestellen den Tagesfang (Fisch) und als Vorspeise Avocado mit Garnelen (ich) bzw. Knoblauchbrot (Sven).
Gut und teuer.

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Oben: Meine Vorspeise...

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Oben: ...und meine Hauptspeise: Der Fang vom Tag! Ich hab da eher eine Art Fischplatte erwartet, war aber auch so sehr gut!

Während wir die hungrigen Katzen abwehren essen wir den Fisch mit Reis und geniessen die Stimmung am Meer mit den Geräuschen vom nahen Food-Market und den im Meer plantschenden Menschen, herrlich!
So um halb neun schlendern wir wieder in Richtung unserer Unterkunft, vorbei an Kopf voran ins Meer springenden Jugendlichen, quer durch den Food Market, wo wir natürlich wieder angesprochen werden und am 'House of Wonders' links in die Gasse abbiegend in Richtung des 'Kiponda B&B'.
Denn wir sind müde...gute Nacht!
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Beitragvon Picco » Fr 30 Dez 2016 08:47

Tag 17: In den Sklavenkellern von Stone Town!!!

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Oben: Unsere heutige Etappe

Phu, war das eine Nacht!!!
So um 22:00 eingeschlafen und um 23:00 schon wieder wach gewesen!!!
Toll!!!
Es ist hier einfach zu warm um zu schlafen!
Selbst nachts fällt die Temperatur kaum unter 25°C und die Luftfeuchte ist hoch und die Leute sind laut und und und...
Irgendwann schlaf ich dann trotzdem wieder ein, aber um 05:00 krächzt der Muhezin auch hier los! :-(
Um 08:00 Uhr treffen sich Sven und ich beim Frühstück auf der gedeckten Dachterrasse.
Es gibt 2 Müäsli, viele Früchte, diverse Brote und Eier in diversen Formen.
Ich nehme Spanish Ommelette und Früchte, Fruchtdrink und Afrikaffee, denn den Kaffee aus dem Kaffepresser auf dem Tisch mag ich nicht…
Ebenfalls mag ich es nicht wenn jemand hustet ohne seine Hand vor den Mund zu halten, vor allem wenn er das macht während er am Frühstückbuffet steht...
Offenbar hat der Asiate am Nebentisch ein Problem mit seinem Hals, denn er rotzt, krächzt und hustet andauernd und er bemüht sich nicht ansatzweise dies etwas gedämpft zu tun!
Ein Erstickender würde sich bei den Lautäusserungen mehr zurücknehmen als der es tut!
Er rotzt vor sich hin wie ich es nicht mal schaffe wenn mir ein Esstäbchen quer im Hals steckt!
Gesundheit hin oder her: Wer sich so benimmt und dazu noch über das ganze Frühstücksbüffet hustet ist ein Schwein und nichts Anderes!
Zum Kotzen, der Typ!
Deshalb nehm ich nur die Dinge die zugedeckt am Buffet liegen...
Ich will ja nicht noch dessen Rotzerei auf dem Teller...würg!!!
Schon bald haben wir genug und so gehen wir in die Zimmer um unsere Kameras und was zu trinken bereitzulegen!
Um 08:55 Uhr treffen wir uns wieder beim Hauseingang und um 09:00 treffen wir unseren Stadtführer sowie seinen Trainee, also den den er ausbildet.
Erst erklärt er uns das 'House of Wonders' und dabei vor allem dass es in Zanzibar nicht unter diesem Namen bekannt ist sondern eigentlich 'Beit-el-Ajaib' genannt wird.
Zu seinem englischen Namen kam es weil es das erste Haus Ostafrikas ist das mit elektrischem Licht und sogar einem elektrischen Lift ausgestattet wurde!
Und das im Jahr 1883!

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Oben: Das Tor des 'House of Wonders' beziehungsweise des 'Beit-el-Ajaib'

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Oben: Auf der anderen Strassenseite ist dieser Brunnen zu sehen, der nach dem kürzesten Krieg der Weltgeschichte (Grossbritannien gegen das Sultanat Zanzibar am 27. August 1896 von 09:00 bis 09:38 Uhr desselben Tages) gebaut wurde.

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Oben: Neben dem Brunnen ist der Platz an dem jeden Abend der 'Food Market' aufgebaut wird, im Hintergrund der 'Forodhani-Garten'

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Oben: Sicht zum Meer mit den Kanonen die wie auch der Platz zum Zeitpunkt jenes Krieges noch nicht da waren...

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Oben: Fischermen at work!

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Oben: Das 'House of Wonders' beziehungsweise das 'Beit-el-Ajaib' vom Garten her...mit ins Bild gesprungenem Baum...

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Oben: Bar im Hafenbecken... ;-)

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Oben: Das alte Fort (Ngome Kongwe) von Stone Town, eines der ältesten Gebäude der Stadt, ab 1698 von Arabern aus dem Oman gebaut!

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Oben: Im Fort hats eine Art Theater, das heute noch regelmässig benutzt wird!
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Fr 30 Dez 2016 16:00

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Oben: Das alte Fort von innen, rechts anschliessend die (neuen) Souvenierläden...

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Oben: Weiter gehts durch die Stadt an mit schön verzierten Balkonen behangenen Häusern vorbei zum Wohnhaus von Freddie Mercury, das wir ja gestern schon entdeckt haben. Sein Geburtshaus ist nun übrigens ein Teil des Doubletree-by-Hilton-Hotels in Stone Town.

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Oben: Bald schon sind wir beim Haus Hamed bin Juma bin Rajab bin Mohammed bin Said el-Murjebi's, auch Tippu Tipp (klick mich) genannt...
Da ihn eh jeders Kind kennt brauch ich nicht zu schreiben dass er DER Sklavenhändler überhaupt war...


Die Türen Stone Towns sehen nicht nur sehr schön aus sondern haben auch eine Bedeutung, deshalb hier mal ein kleiner Text dazu:
(Quelle: Reise Know How - Tansania von Jörg Gabriel)
Die Altstadt von Sansibar ist berühmt für ihre großen hölzernen Haustüren, die sogenannten Swahili-Doors. Die ersten arabischen Händler, die sich niederließen und ihre Wohn- und Geschäftshäuser bauten, führten die orientalische Tradition massiver Haustüren auch auf Sansibar und an der ostafrikanischen Festlandküste fort. Die Größe einer Tür und ihre kunstvollen Schnitzarbeiten in Verbindung mit den Messingeschlägen kündeten von der sozialen Stellung und dem Wohlstand des Eigentümers.
Traditionell wurden diese massiven Türen beim Hausbau als erstes errichtet. Die Inskriptionen und Verzierungen reichen von Koranversen, die das Haus und seine Bewohner segnen sollen, bis hin zu naturalistischen Elementen. Häufig zieren den Türrahmen Fischformen, Schuppenmuster und Seewellen, die für Leben und Frieden stehen und an die Schlüsselrolle von Fisch und Meer im Leben der Küstenbewohner erinnern.
Aus der Pflanzenwelt symbolisiert die Lotusblume Fruchtbarkeit, Blätter der Dattelpalme zeigen den Wohlstand des Hausherrn an, schließlich waren Dattelpalmenplantagen in Arabien einst bedeutende Besitztümer.
Das Muster eines Schiffstaues über den gesamten Türrahmen weist den Inhaber als Dhau-Besitzer aus.

Kurze Anmerkung: Eine Dhau ist ein in der Region weit verbreitetes Schiff mit meist einem Masten und einem Segel in dreieckiger Form.
Im Wikipedia steht zwar was Anderes, aber dort findet man auch ein Bild einer genau solchen Dhau aus Sansibar!
Die Swahili-Tür besteht aus zwei Flügeltüren, die je nach Größe in der Mitte in geschlossenem Zustand von einem großen quadratischen Mittelpfosten gestützt werden oder der als massive Zierleiste an einer der beiden Türen angebracht ist.
Generell lassen sich Türen arabischer- und indischer Herkunft unterscheiden. Während indische Türen im Rahmen auch eine Bogenform haben können, präsentieren sich die arabischen rechteckig und sind oft mit einer arabischen Inskription aus dem Koran im oberen Rahmenbalken versehen. Die indischer Herkunft sind an allen Türen die Messingdornen, die kurz oder lang wie Speerspitzen aus dem Holz ragten verankerten. Die großen Fort-Tore im indischen Rajasthan waren zur Zeit der Mogul-Reiche mit derartigen Sitzen versehen, um Kriegselefanten feindlicher Fürstentümer am Aufstoßen der Tore zu hindern. Geschlossen werden die Türen mit großen Schieberiegeln,
oder sie werden mit schweren Ketten im Boden verankert.
In Stone Town ziert noch fast jedes Haus eine der beschriebenen Türen. Insgesamt soll es noch 560 Originale geben.

Als weitere Info hab ich noch dass bei arabischen Türen die Blumen die Anzahl der im Haus lebenden Familien anzeigen.
Wirklich interessant!
Und die Sansibari sind offenbar stolz auf die Türen, einige bieten uns sogar von sich aus an die Türen ihrer Geschäfte zu schliessen damit wir sie fotografieren können!
Und Trinkgeld wollen sie nicht dafür!

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Oben: Wie soeben gelernt muss das also eine indische Tür sein!

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Oben: Und zwar die des 'Africa House Hotel', in das wir auch reingehen. Links Sven und rechts von ihm unser Guide, ganz rechts
der Trainee.


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Oben: Aha, so siehts also drin aus...dies ist der Nachtclub, sozusagen die Disco der Kolonialzeit!

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Oben: Ein Stockwerk weiter oben ist's dann schon etwas gehobener...

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Oben: Natürlich bietet das 'House of Africa' auch eine Terrasse mit Meerblick!

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Oben: Eine Wasserpfeife darf nicht fehlen...

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Oben: Die arabische Türe des 'Dhow Palace Hotels'
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Sa 31 Dez 2016 12:49

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Oben: Wie eben gelernt ebenfalls eine arabische Türe mit sechs Familien (Siehe die geschnitzten Blumen oberhalb der scheusslichen Lampe)

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Oben: Eindeutig eine indische Türe...und ein Shop wie aus Tausend und einer Nacht!

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Oben: Aber es hat nicht nur Türen sondern sogar eine Kathedrale! Und das im mehrheitlich muslimischen Zanzibar!

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Oben: Manchmal haben offenbar auch die Araber Angst vor Türen eindrückenden Elefanten!

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Oben: Hier sind wir am 'Jaws Corner', wo die Männer über Politik (Siehe Fahnen der auf Sansibar wählerstärksten Partei 'CUF')
und was es sonst noch so gibt diskutieren und jeder, der den Pfahl erklimmt gratis internationale Telefongespräche führen kann...
;-)


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Oben: Auch wenn der Rest des Gebäudes schon halb verfallen ist, die Türen sind immer noch schön!

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Oben: Ein Detail der Türschnitzereien...W A H N S I N N ! ! !

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Oben: Und nun gehts rein in die schlimmste Gegend, wo lange kaum ein Schwarzer (ausser Tippu Tipp) hinwollte...

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Oben: ...denn an diesem Platz wurden die Sklaven, die den Transport und die 3 Tage ohne Nahrung und Wasser im Verliess
überlebten verkauft!
Denn wer die Strapazen der Gefangenname, der teilweise monatelangen Märsche und dann noch das Verliess überlebte war definitiv
ein körperlich belastbarer, also 'starker' Mensch!!!
Heute ist hier wo der grösste Sklavenmarkt Ostafrikas und der Zweitgrösste der Welt war das Sklaven-Denkmal zu besichtigen!


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Oben: Die anglikanische Kirche steht gleich neben dem Sklavendenkmal...
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Beitragvon Picco » So 01 Jan 2017 14:14

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Oben und unten: Sieht irgendwie so gar nicht nach Afrika aus...
Das Kreuz der Kirche ist aus dem Holz des Baumes welcher auf dem Grab des Herzens von Dr. Livingstone gepflanzt wurde hergestellt.


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Und dann gehts raus und ins Haus in dem sich auch der Eintrittsbillleteverkauf befindet, aber wir gehen nicht nochmals Eintritt bezahlen sondern mit uns gehts abwärts!
Runter in die (nachgebauten) Kammern des Schreckens: Die beiden Sklaven-Verliesse!
Ein Raum in dem ich nur gebückt im Mittelgang stehen kann, ausserhalb des Mittelganges könnt ich nur liegen oder gebückt sitzen...
...so niedrig ist es hier!
Beim Betreten der Räume kommt ein sehr beklemmendes Gefühl...wie müssen sich die armen Menschen gefühlt haben die bei den Männern zu 50zig und bei den Frauen und Kindern zu 75zig reingepfercht wurden!
Sie wussten ja nicht mal ob sie gegessen oder getötet werden oder ob sie hier unten einfach verhungern sollten...
Es ist eine wirklich furchtbare Vorstellung!!!
Wir können nur von Glück reden so etwas nie selbst erlebt zu haben!!!

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Oben: Der Raum in dem 50 Männer jeweils 3 Tage ohne Essen und trinken reingepfercht wurden...

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Oben: Der Raum in dem 75 Frauen und Kinder jeweils 3 Tage ohne Essen und trinken reingepfercht wurden...

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Oben: Der Frauenraum von der Aussenwand her...

Nach dieser eher beklemmenden Sehenswürdigkeit (und das Wort darf man durchaus wortwörtlich verstehen, denn 'sehenswürdig' ist es auf jeden Fall!) gehen wir weiter in Richtung des grossen Marktes.

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Oben und unten: Aussen werden Früchte und Gemüse verkauft...

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Oben: Innen gibts zum einen den Fischmarkt bei dem der Fisch dem Höchstbietenden verkauft wird und...

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Oben: ...den Fischmarkt auf dem wie in Ostafrika üblich verhandelt wird.
Und in beiden stinkt es stark nach...
...na was wohl...
...Fisch!


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Oben: Weiter gehts in den Fleischmarkt, in dem es nicht appetitlicher riecht oder aussieht...
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Mo 02 Jan 2017 08:01

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Oben: ...um anschliessend in den Bereich für die Gewürze zu gelangen, wo die Nase bessere, aber genauso intensive Gerüche zu
verarbeiten hat...


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Oben und unten: Der Gemüsemarkt ist dann wieder unter freiem Himmel!

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Oben: Zwischen den Gemüseständen könnte man noch in den Geflügelmarkt gehen, wir ersparen es uns...

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Oben: Schön farbenfroh präsentiert sich nicht nur das Gemüse sondern auch die Kleidung der Damenwelt!

Wir gehen wieder zurück zum Startpunkt unserer Führung, welche 165 Minuten gedauert hat...und welche noch viel länger hätte dauern können wenn Sven und ich alles was unser Guide vorgeschlagen hat anzusehen auch angesehen hätten.
Die 20$ haben sich definitiv gelohnt!
Der Trainee bekommt noch ein kleines Trinkgeld und so verabschieden wir uns von den Beiden netten Kerlen.
Denn wir beide haben nun Durst!!! DURST!!! D U R S T ! ! !
Langweilig wie wir normalerweise doch gar nicht sind gehen wir wieder ins 'Floating Restaurant'...denn schön und gut ist's hier schon!
Zuerst trinken wir nur was, doch dann meldet sich der kleine Hunger und ein gegrillter Tintenfisch muss her!

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Oben: Der Eingang des 'Floating Restaurant'...ganz nobel!!!

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Oben: Ausblick von unserem Tisch aus...schon schön hier!!!

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Oben: Ausblick nach links...auch schön!

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Oben: Und endlich kommt der Tintenfisch daher! Än Guätä!

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Beitragvon Picco » Mi 04 Jan 2017 14:01

Nach dem guten Essen gehts wieder in Richtung unserer Zimmer, denn so in der schwülen Hitze rumzulatschen ist anstrengender als man meinen würde!

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Oben: Rechts in Gelb die Moschee, geradeaus eine Art Mädchenschule und links irgendwo muss der Palast des Sultans sein...
Unser Weg führt den drei beschleierten Frauen nach...


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Oben: Wenn die Wände nicht mehr von selbst halten dann hilft man halt etwas nach... :-O

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Oben: Im B&B schmeiss ich mich mal ins Facebook und was seh ich da?
Freddie Mercury hat gestern als Namensgeber für den Asteroiden 17473 herhalten dürfen...


Über Facebook unterhalte ich mich noch mit einem in Kenya lebenden Freund und erfahre dass im 'Freddie-Mercury-Haus' offenbar auch ein 'Queen'-Museum untergebracht ist!
Toll, ich als Queen-Fan seit frühester Jugend muss das natürlich sehen!
Und er gibt mir den Tipp eines Restaurantes mit Dachterrasse in der Nähe der Mercury-Bar, von wo aus man einen wunderschönen Blick zur untergehenden Sonne haben soll.
Danke, Chris!
Um 16:00 treffen wir uns halbwegs ausgeruht wieder und bezahlen das B&B bar.
Somit haben wir das mal hinter uns!
Anschliessend gehts wieder zum ATM der Stanley Banc umd wir beide lassen und je 400'000 Tansanianische Schillinge ausspucken.

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Oben: Auf dem Weg liegt das 'House of Wonders' beziehungsweise das 'Beit-el-Ajaib' und diesmal hab ich das 7-14mm-Objektiv dabei!
Nun passts auch ganz auf ein Bild ohne Baum dazwischen!


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Oben: Typische Ansichten in Stone Town...schwarze Wände die mal weiss waren...

Anschliessend will ich ins Freddie-Museum!
Aber...
...da ist kein Museum mehr sondern nur noch ein Souveniershop... :-(
Na ja!
Ohne was zu kaufen machen wir uns auf die Suche nach dem Restaurant für den Sundowner auf der Terrasse...und wir finden keines das der Beschreibung entspricht!
Aber wir finden dieses Hotel!
Zuerst latschen wir vorbei bis zur Mercurys Bar und drehen dann um...
...wo ich dann aus mir unbekannten Gründen plötzlich von einem Einheimischen beschimpft werde!
Warum auch immer!
Und er beschimpft mich hartnäckig und nicht nur das, er verfolgt mich auch noch!
Besoffen wie er offensichtlich ist hat er damit aber seine liebe Mühe...
Wir gehen wieder zu diesem Hotel und schauen rauf...
...und ein Mann schaut runter und ruft uns zu dass wir herzlich willkommen wären und doch reinkommen sollen!
OK, tun wir, denn so bin ich meinen Verfolger los!
:-D

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Oben: Das Mizigani Seafront Hotel ist meine Rettung!!!

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Oben: Notfalls könnt ich ihn mit den Kanonen in Schach halten...odrr so...

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Oben: Dinnen gibts einen Innenhof...hat wieder mal was von Tausend und einer Nacht!

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Oben: Und sogar einen Pool hats!

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Oben: Und auch wenns wohl nicht das Restaurant ist das mir Chris empfohlen hat passt die Aussicht!

Erst wollen wir in diesem schönen Hotel nur was trinken und so bestell ich mir einen Gewürz-Kaffee...was wirklich ein sehr spezielles Geschmacks-Erlebniss ist!
Habs bisher nicht gekannt und weiss nun auch dass ich darüber doch eher froh sein kann...
Danach gibts noch zwei Smooties bevor wir uns entschliessen doch auch noch hier zu essen!
Die Sonne können wir eh nicht untergehen sehen da es dafür zu bewölkt ist...

Bild

Oben: Und so sieht die Fisch-Grill-Platte aus, die Sven und ich bestellt haben...natürlich jeder eine für sich!
Und sie schmeckt auch herrlich!!!


Nach dem Essen geniessen wir die Terrasse noch ein Weilchen und machen uns dann auf den Heimweg, weit ist's ja nicht!
Hundemüde fall ich nach der Dusche schon früh ins Bett, aber die lautstarken Sansibari verhindern mit vielen Worten und Geräuschen einen erholsamen Schlaf...
Trotzdem: Gute Nacht!
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon AxelKleitz » Mi 04 Jan 2017 16:26

Hoi Picco,

da ich ja vor einem Sabbat-Jahr stehe, denke ich darüber nach zu "bloggen".
Das was Du hier machst ist doch so ähnlich, oder blogst Du das auch noch wo anders?
Sorry für die Zwischenfrage, aber so wie Du das hier machst, stelle ich mir meinen Bericht auch vor.
Danke für eine Antwort und weiter so:

AXEL
Wir sind alle nur ein ganz kleines Licht, für eine ganz kurze Zeit, in der Unendlichkeit..............
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Mi 04 Jan 2017 17:20

Hoi Axel

Bloggen tu ich eigentlich nicht, aber ich schreib die Reiseberichte für mich, damit mir wenn ich mal mit Alzheimer odrr so im Heim sitze eine hübsche Pflegerin mir meine eigenen Erlebnisse erzählen kann und ich dann täglich eine neue unbekannte Reise erleben darf! :wink: 8)

Nein, im Ernst: Ich schreib das in erster Linie für mich, in zweiter Linie für meine Homepage und in dritter Linie für 4 Foren, wo es jeweils zuerst veröffentlicht wird.

Aber es gibt ja spezielle Blog-Seiten bzw. Software, mit so was wärst Du wohl besser bedient!
Schau Dir doch mal den Blog von unserem User 'surfy' (klick mich) an: Klick auch mich!
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Mi 04 Jan 2017 17:32

Tag 18: Auf Tour mit Marco Polo

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Oben: Unsere heutige Etappe

Wieder mal liege ich ab 02:00 Uhr wach, irgendeine Klimaanlage macht einen Höllenlärm!
Ich versuche wieder zu schlafen, find den Schlaf aber nirgends...um 06:30 geh ich duschen.
Um 07:30 gehts auf die Dachterrasse wo für alle Gäste an einem Tisch angerichtet ist.
Und wer sitzt da und rotzt und hustet wieder ohne Hand vor dem Mund lautstark vor sich hin?
Ja, der Asiate von gestern!
Und er hat sich schlauerweise ziemlich in die Mitte des Tisches gesetzt, damit sich sein Gerotze sich schön über alles verteilen kann!
Ich könnt kotzen und setzt mich so weit wie möglich von ihm entfernt hin.
Der Typ ist einfach nur widerlich!!!
Um 08:00 kommt Sven dazu und wir bestellen Spanish Omelette, Früchte, Fruchtsaft und Africaffee...nur nichts was offen irgendwo rumlag und nun wohl vollgerotzt ist.
Das Spanish Omelette ist offensichtlich eher ein Sansibarish Omelette, denn es ist wirklich extrem spicig gewürzt!
Vom Omelette selbst schmeckt man nichts mehr...
Um 09:40 treffen wir uns beim Eingang, ich habe meinen Schlüssel der Putzfrau abgegeben und den Chef informiert, bezahlt haben wir ja gestern schon.
Dann tragen wir unser Gepäck rüber zur Mercury's Bar, denn da soll uns der Fahrer der Lodge für die nächsten Nächte abholen!
Auf dem Weg werden wir natürlich von jedem Taxifahrer der südlichen Hemisphäre angesprochen...ich komm vor lauten 'No, thanks' kaum mehr zum atmen!
So deponieren wir unser Gepäck beim DJ-Pult, setzen uns in die Bar, bestellen und werden danach von einem Kellner gefragt ob wir auf einen Fahrer warten.
Trotz der Vermutung dass er uns einen Fahrer organisieren will sagen wir wahrheitsgemäss 'Yes, we do!' und erfahren so dass schon seit 09:00 ein Fahrer auf zwei Touristen mit Gepäck wartet!
Er würde ihn holen gehen!
OK!?
Und tatsächlich kommt einer daher der sich als Marco Polo, der Fahrer der Homeland Swahili Lodge, die wir über Booking.com für die nächsten drei Nächte gebucht haben, vor!
Klappt ja wie am Schnürchen! :-D
Da unsere Getränke soeben gekommen sind laden wir ihn auch auf ein Getränk ein und er bestellt sich ein Wasser.
So quasseln wir noch ein wenig bis wir ausgetrunken und bezahlt haben, dann geht Marco sein Auto holen und wir stellen uns mit dem Gepäck an die Strasse, wo wieder sämtliche Taxifahrer der südlichen Hemisphäre ihr Glück bei uns probieren und kläglich scheitern!
Marco fährt mit einem Toyota Minivan vor und schon bald düsen wir gemächlich (zumindest für Zanzibar-Verhältnisse) mit viel zu hohem Tempo durch die Stadt raus aufs Land in Richtung Nordkap...
...zumindest zum Nordkap der Insel!
So sehr er auch überall viel zu schnell fährt so ist er doch einer der gesitteteren und langsamen Fahrer hier auf Sansibar...
Na ja, angeschnallt sind wir und Airbags hats auch, vieleicht würden sie auch funktionieren wenn es denn nötig werden würde...
...was wir doch eher nicht hoffen!
Der Strassenbelag ist erstaunlich gut, das Wetter weniger...denn es regnet teilweise!
Aber egal, wir fahren zu einer Lodge am Meer und der Regen wird sicher wieder mal aufhören!

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Oben: Kaum aus Stone Town raus sind die Vehikel schon etwas spartanischer ausgestattet...

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Oben: Nach einer guten Stunde les ich dieses Willkommensschild und frage mich weshalb man eine Toilette anrufen soll...
....richtig gelesen hab ichs erst zuhause als ich die Fotos sichtete... ;-)


Kurz nach dem Schild biegt Marco rechts ab...obwohl links das Meer ist und die Lodge direkt am Meer liegen soll!
Zumindest wenn man der Karte von booking.com und auf der Homepage der Lodge glauben darf...!

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Oben: Zumindest gemäss Booking.com (bis etwa April 2016) und auch gemäss der Homepage der Homeland Swahili Lodge
(siehe oben, Screenshot Ende Dezember 2016) liegt die Lodge am Meer!


Wo fährt der uns denn hin???
Nach einigem Geholper hält er mitten in der Pampa, ewig weit vom Meer entfernt bei einem ummauerten Gebäude mit Baustelle an und ich lese auf dem Tor ungläubig 'Homeland Swahili Lodge'!!!
Ich glaubs nicht!!!
Wir haben zwar eine mit 25$ pro Nacht und Nase inkl. Frühstück wirklich extrem billige Unterkunft gebucht aber eine die direkt am Meer steht und nicht eine die kilometerweit vom Meer entfernt ist!
Ein Typ kommt mit Sprüchen wie 'Hey Man, here all are crazy People' und 'Welcome you crazy man' auf uns zu und ich komm mir dabei vor wie im falschen Film!
Na ja, machen wir bei der Schmierenkomödie mal kurz mit, vieleicht entpupt sich das hier als Wohnhaus der Typen und wir werden danach zur Lodge am Meer gefahren, wer weiss.
So betreten wir erst mal den Hof und bringen unser Gepäck in die Zimmer, die wirklich sehr spartanisch eingerichtet sind.
Aber halt dem Preis entsprechend und...sie sind wirklich sauber!
Immerhin!
Denn bei einigen anderen Punkten können sie bei mir nicht wirklich punkten...
Teilweise wurde die Kloschüssel sogar so eingemauert dass die Sitzfläche keine 20 cm über dem Boden liegt...weshalb ich ein anderes Zimmer verlange und auch erhalte!
Dann geht der 'Crazy Man' mit uns zur Bar der Lodge, vorbei an einigen Plastiktischen mit nach Backpackern aussehenden Typen die unsere Grüsse freundlich erwiedern!
Der Typ bereitet uns je einen Kaffee und einige Früchte zu und stellt uns seinen Sohn ('he is a crazy boy') vor...
Hier ist offensichtlich alles 'crazy'...und ich komm mir vor wie in einem Kindergarten...
Mit 15 hab ich mich vieleicht so benommen wie der Typ, aber der ist sicher gegen die 40...
Na ja...
'Crazy Man' erklärt uns dass wir alles überall kaufen können, er kocht es dann für uns.
Wir könnten auch bei den local People essen, müssten dann aber einen Schnapps trinken, dann gebe es keine Probleme.
So zumindest erklärt uns 'Crazy man' die Essenssituation....
Ich stelle also für mich fest: Wir sind in einer 'Lodge' am Meer die nicht am Meer ist und über kein Restaurant verfügt…
Soso...
Aber 'Crazy Man' erzählt weiter dass es einen gratis Shuttleservice zum Meer gibt, 10 Minuten Autofahrt und man ist da.
Wir fragen nach Schnorchelpreisen aber uns erscheinen die 25$ für 2 Stunden Gruppenschnorcheln mit Früchte-Dinner beziehungsweise 120$ für 2 Stunden Schnorcheln ohne etwas zu essen aber privat eher zu hoch.
So langsam schwahnt mir dass wir einem Schwindler auf den Leim gegangen sind!
Ich schlag Sven vor dass wir uns an den Strand bringen lassen und dort mal schauen ob wir was anderes finden, bei Booking.com zumindest hab ich was gefunden was preislich brauchbar und gemäss Karte auch am Strand ist...wobei ich darauf nicht mehr viel gebe!
Und so fährt uns Marco Polo an den Strand...wir sind sicher mehr als 10 Minuten mit dem Auto unterwegs!!!
Marco versucht uns dabei dauernd irgendwelcher Strandaktivitäten aufzuschwatzen, aber ich lehne genauso dauernd ab und sag dass wir erst mal nur etwas spazieren wollen!
Irgendwann parkt er in einer vermüllten Nebenpiste und zeigt uns ein Restaurant wo man essen kann und das immer vollbesetzt sein soll...
Nur sitzt jetzt, es ist immerhin Mittag, kein Mensch da...was mich an der Glaubwürdigkeit des Marco Polo doch etwas zweifeln lässt!
Er erklärt uns wo wir was kaufen oder bestellen sollen und sagt wie wir wieder zur Lodge zurückkommen...nämlich indem wir ihn suchen oder in einem Laden nachfragen, der würde ihn dann anrufen.
OK...
Wir machen uns von dannen und schauen uns erstmal den Strand an und was sehen wir da?

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Oben: Kühe am Strand an der See! Will man uns jetzt verklickern dass es hier auch Seekühe hat oder was???
Irgendwie kommt's mir heut eh vor als ob uns alle verarschen wollen!


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Oben: Ansonsten sieht der Strand bei abfliessender Flut so aus...

Sven spricht mich sobald wir etwas vom Marco weg sind darauf an ob wir das wirklich so gebucht haben und so zeig ich ihm den Screenshot den ich damals bei der Buchung gemacht habe, der klar zeigt dass die Unterkunft am Meer ist!
Und ich zeig ihm einen Screenshot den ich dank dem W-Lan der 'Lodge' (Die SIM-Karte bietet hier nicht mal 'Edge') im Booking.com von einem B&B das wirklich am Strand zu stehen scheint.
Und genau das werden wir jetzt suchen!
Aber erst suchen wir ein Pissoir für mich, denn irgendwie, vieleicht weil ich mich so nerve ab dieser Verarschung, drückt heute die Blase wie verrückt!
Also rein ins Restaurant des 'The Doubletree by Hilton Resort Zanzibar-Nungwi Hotel' (ohne zu merken dass es ein 'Hilton' ist) und ein Savannah bestellen!
Nachdem ich gefühlt 10 Liter losgeworden bin quasseln wir darüber ob wir nicht in diesem offensichtlich recht leer stehenden Hotel zwei Zimmer buchen sollen...
Gesagt, gefragt!
Und so werden wir vom Kellner an die Rezeption verwiesen, wo wir die Preise anfragen gehen.
Beim Bezahlen der beiden Savannah's krieg ich ertmal einen Einblick in die Preisgestaltung dieses Hotels: 26'000 TSh (12$) sind nicht wirklich ein Schnäppchen!
Noch auf dem Weg zur Rezeption muss ich schon wieder zum Pissoir und wieder kommts mir vor als kämen 10 Liter raus...
...hmmm...seltsam...
An der Rezeption verklickert man uns freudestrahlend dass das Hotel so gut wie leer ist und wir zwei Zimmer zu je 260$ pro Nacht und Nase haben könnten...
Nach Ohnmacht und Wiederbelebung bedanken wir uns artig mit grossen Augen und erstauntem Blick und gehen...
...zumindest sind wir beinahe aus den Latschen gekippt...
...wobei ich schon wieder gefühlte 5 Liter ins Pissoir lasse!
Was ist nur mit mir los?
Na ja...wir spazieren weiter, ein Typ von einem kleinen Marktstand spricht uns an ob wir was kaufen wollen, folgt uns nach unserer Absage und versorgt uns mit vielen Infos zu Nungwi, dem Dorf hier!
Wir gehen um den Leutturm ganz im Norden der Insel rum und dort verabschiedet er sich, nicht ohne von mir für seine Infos ein kleines Trinkgeld zu erhalten.
Unser gesuchtes B&B finden wir aber nicht, deshalb gehen wir in eine weitere weitgehend leere Lodge und fragen nach den Preisen.
Zuerst werden uns 150$ genannt und auch in der offiziellen Preisliste gezeigt, dann sagt der Herr hinter der Rezeption dass der Manager uns aber sicher einen guten Preis machen könnte zumal die Lodge ziemlich leer ist.
Das klingt doch schon mal gut!
Und so setzt sich Sven in die Warteecke und ich geh wieder ein Pissoir aufsuchen und überlass weitere gefühlte 10 Liter in die weite Welt hinaus!
Hab ich mir jetzt irgendeine Art Blasenentzündung geholt oder was???
So langsam werd ich nervös...
Zurück bei Sven kommt schon bald der Manager zu uns und eröffnet uns dass er uns 35% Rabatt anbieten kann...
Sven und ich haben uns vorhin schon abgesprochen dass wir bereit sind 100$ pro Nacht und Nase zu bezahlen und mit 35% wären das dann ja gemäss meinen Rechenkünsten 97,5$, also will ich schon zusagen!
Aber dann sagt der Manager was von 'das ergibt dann 156$'...
Hä?
Mit 35% Rabatt soll es also teurer sein als in der Preisliste ohne Rabatt?
Will uns hier eigentlich jeder verarschen?
Ich rechne es ihm kurz vor, er bleibt aber stur dabei dass der Preis nach Abzug der 35% Rabatt neu 156$ ist!
Und so verabschieden wir uns wieder...
Dann watscheln wir halt schon halb geknickt wieder zurück zum Leuchtturm, denn irgendwo da muss das B&B, das ich im Booking.com gefunden habe ja sein!
Bald stehen wir beim Leuchtturm rum und suchen das B&B bis Sven plötzlich fragt 'Ist es das da?'...

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Oben: Svens Entdeckung: Anita's Bed and Breakfast in Nungwi!

Nein, ist es nicht, aber wir fragen da mal nach!
Beim Tor wird vor dem Wachhund gewarnt...trotzdem klopfen wir todesmutig!
Und schon geht das Gebelle los...aber nicht von einem Hund, nein, es sind zwei!
Toll!
Dabei mag ich doch gar keine Hunde!
Immerhin haben wir ein massives Tor zwischen uns und den Hunden!
Aber...die Türe des Tores öffnet sich und...
...nein, kein Hund sondern eine Blondine kommt raus: Anita, Schwedin und die Besitzerin selbstpersönlich!
Und sie hat nicht nur ihre zwei Hunde Star und Rampadi im Griff wie man es sich von jedem Hundehalter wünschen würde sondern auch zwei Zimmer frei!
Und das für je 55$!
Freude herscht!!!
Wir schauen uns die Zimmer an und lassen uns von den Hunden beschnuppern, damit wir nicht mehr als Einbrecher betrachtet werden.
Und: Die Zimmer gefallen!
Wir erklären Anita noch kurz die Situation und gehen dann zurück auf die Suche nach Marco Polo!
Und tatsächlich finden wir ihn!
Bei der Fahrt zur 'Homelang Swahili Lodge' versucht er wieder uns dieses und jenes aufzuschwatzen, wir vertrösten ihn aber da wir ihm ja nicht jetzt schon sagen können dass wir nicht in der 'Lodge' bleiben!
Zuerst muss das der 'Crazy Man' erfahren, alles andere wäre nicht in Ordnung!
Auch wenn er uns mit der falschen Angabe zum Standort der 'Lodge' belogen hat...
Ich schnapp mir 'Crazy Man' mit den Worten 'We have to talk' und setz mich mit ihm an den Tisch.
Ruhig und sachlich eröffne ich ihm dass wir eine Lodge am Meer gebucht haben, das hier nicht am Meer ist, der Gratisshuttle die Nähe zum Meer nicht ersetzen kann und wir deshalb nicht hier bleiben werden.
Zuerst beginnt er zu erzählen dass wir trotzdem zu bezahlen hätten und doch der Shuttle gratis wäre und dieses und jenes und sowieso...
Dabei wird er zunehmend lauter, bis ich ihm, ebenfalls lauter, über den Mund fahre und ihm den Screenshot der Buchung auf Booking.com zeige, der deutlich zeigt dass der Standort falsch ist!
Darauf fragt er wann ich gebucht habe, ich antworte dass das im März geschehen ist und da sagt er dass das stimmen könnte, da Booking.com da den Standort falsch eingegeben hätte...
'Was erzählst Du da für einen Scheiss?' denk ich mir, versuche aber ruhig zu bleiben, denn eigentlich kann ich jetzt nicht mehr vom Vertrag zurücktreten ohne dass Booking.com mir das reservierte Geld von der Kreditkarte abbuchen kann!
Meine Versuche ihn dazu zu bringen uns zu bestätigen dass er auf das Geld verzichtet fruchten nicht, der Typ wird immer emotionaler!
Ich versuche trotzdem ruhig zu bleiben und werde nur laut wenns nötig ist dass er wieder runterkommt...zumindest das funktioniert sehr gut.
Bei seinem Gejammer dass er das Geld wie schon tausende Dollar (ich meine er hat was von über 6000$ gezeigt) nur schon dieses Jahr an Booking.com zahlen müsse (die verlangen nach meinem Wissen 12% Kommission, man rechne!!! Das wäre ein Umsatz von über 50'000$ nur schon dieses Jahr!!!) kommt irgendwann ein Satz wie 'Immer dasselbe! Ihr Weissen seid die Schlauen und wir Schwarzen die Dummen'...
Und nun platzt mir der Kragen mit diesem Kerl!
Nur noch knapp anständig und in deutlichem Befehlston und durchaus laut erklär ich ihm dass wir bereit sind ihm 50$ Entschädigung (immerhin ist das 1/3 des Gesammtpreises!) zu überlassen und er sich davor hüten solle bei Booking.com irgendwas zu tun was etwas anderes aussagt als dass er von uns kein Geld mehr zugute hätte!
Und dann packen Sven und ich unser Gepäck auf die Schultern und watscheln los zur Hauptstrasse!
Dort stellen wir uns bei einer Tankstelle hin und erstaunlicherweise hab ich hier 3G-Internet!!!
So schreib ich Anita eine WhatsApp und wir warten...
...nach einigen Minuten seh ich dass die WhatsApp nicht gelesen wurde und mein Akku noch 8% zeigt, also ruf ich sie an und versuch ihr zu erklären wo sie uns abholen soll bevor mich auch noch das Handy wegen leerem Akku im Stich lässt!

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Oben: Als einzigen brauchbaren Beschrieb unserer Lage können wir diesen Handymasten angeben...und das reicht Anita uns zu finden!

Offenbar hat meine Erklärung gereicht, denn 10 Minuten nach dem Telefonat fährt Anita mit ihrem Suzuki vor und wir hüpfen rein!
Und schon gehts los in eine schöne Unterkunft direkt am Meer, wie wir es eigentlich ja gebucht hatten!
Ende gut alles gut?
Nicht ganz, denn der 'Crazy Man' hat uns einen ganzen Tag Urlaub verdorben!
Denn im Gegensatz zu dem Mist den er uns erzählen wollte hat nicht Booking.com die Lodge an der falschen Stelle platziert sondern er selbst!
Auf seiner Homepage ist es übrigens auch heute, Monate nach der Reise, noch falsch positioniert...
Bald erreichen wir Anita's B&B und richten uns ein, die Hunde bellen uns schon nicht mehr an, die kennen uns ja schon!
Gut erzogen, die beiden!
Und sie wissen auch ganz genau dass sie nicht die Treppe zu den Zimmern rauf dürfen, keiner der beiden setzt auch nur eine Pfote auf die mit Platten belegten Wege!
Nur die Katze 'Simba' zeigt jedem deutlich wen sie für den Herscher des B&B hält: Sich selbst!
Katzen halt ;-)
Was für ein Tag!!!
Es ist schon Abend und Sven und ich gehen 50m weiter in das kleine Restaurant neben der Schildkrötenaufzuchtstation, die sich unter dem Leuchtturm befindet und trinken frische Fruchtsäfte.
Das Strandrestaurant füllt sich langsam, aber nicht wie ich vermutet hätte mit Einheimischen sondern mit jungen Deutschen, die offenbar in der Aufzuchtstation als Volontäre arbeiten!
Sie bestellen zu Essen und so fragen wir wie das Essen hier denn so wäre und bekommen zur Antwort dass sie immer hier essen würden!
OK, dann probieren wir das auch mal!
Und so bestell ich mir einen gegrillten Kraken und Sven gegrillten Thunfisch, beides mit Reis!
Und es schmeckt hervorragend!
Herrlich!
Direkt neben uns brandet die Brandung vor sich hin, das Meer rauscht, der Wind windet und die Blase hällt wieder dicht!
Alles wieder wie's sein soll!
Und beim Bezahlen staunen wir auch über die sehr günstigen Preise, wie in einem Restaurant für Einheimische!
Schön!
Wir gehen die 50 Meter zu Anitas B&B zurück und beschliessen nach diesem eher stressigen Tag morgen nur rumzuhängen und am Abend bei Antitas Mann 'Meck' die Sundowner-Tour mit etwas Schnorcheln zu buchen...

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Oben: Ein Teil vom Angebot das man direkt in Anitas Bed & Breakfast buchen kann.

Schnell machen wir das mit Meck klar und schon um neun Uhr gehts unter die Dusche und dann ab in die Heia!
Herrlich wenn man beim Einschlafen dem Meer zuhören kann, dazu noch der Wind in den Blättern der Palmen...herrlich!!!
Gute Nacht! :-D
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Do 05 Jan 2017 11:24

Tag 19: Wurst am Strand...

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Oben: Unsere heutige Etappe

Es ist 04:00 Uhr, da ich das auf dem Handy ablesen kann nehm ich an dass ich wach bin...
Und so schreib ich meine Reiseberichtsnotizen nachdem ich um 05:45 Uhr meine heutigen Einschlafversuche für gescheitert erklärt habe!
Herrlich klingts vom Meer und den Palmen im Wind...
...bis 06:30, dann nicht mehr!
Warum?
Weils regnet! :-O
Aber immerhin kann ich dadurch sagen dass das Dach von Anitas B&B dicht ist!
Auch sonst ist es empfehlenswert!

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Oben: Links alles was in meiner Tasche war chaotisch ausgepackt und ins und vor's Gestell gelegt, rechts das Bett, das NICHT in der Tasche war...denn es gehört zum Zimmer!

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Oben: Lavabo, Dusche, Toilette...Herz, was begehrtst Du mehr? (Ausser ein schärferes Bild?...)

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Oben: Ausblick vom kleinen Balkon vor der Zimmertüre in Richtung Meer...jaja, das Blaue da ist der indische Ozean!

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Oben: Der (etwas schiefe...oder war etwa die Kamera nicht ganz gerade?) Leuchtturm von meinem Zimmer her gesehen.

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Oben: Unser Haus von vorne, ich bin von hier aus gesehen oben links, Sven oben rechts einquartiert.

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Oben: Das Wohnhaus von Anita und Meck und darauf, mit Vogelschutznetzen eingekleidet die Frühstücks-Veranda

Um 07:40 Uhr geh ich zur Frühstücksterrasse, wo schon Meck (Anitas Ehemann) begonnen hat das Frühstück aufzutischen.
Wir quasseln so über dies und jenes, natürlich über unsere Reise und so weiter.
Nachdem sich Anita dazugesellt hat wird natürlich auch durchgenommen wie die grossgewachsene Schwedin und der kleingewachsene Tansanianer aus der Region an der Grenze zu Ruanda zusammengefunden haben.
Aber...
...das schreib ich hier nicht!
Wer's wissen will darf bei Anitas B&B (klick mich) gerne eine oder mehrere Übernachtungen buchen...
Nachdem auch Sven den Weg unter der Decke hervor gefunden hat gehts los mit dem Frühstück, das aus vielen Früchten, Brot, Fleisch Käse, Kaffe und so weiter besteht und mit Anita und Meck zusammen genossen (und es war ein Genuss!) wird!
Wir quasseln mit den Zweien noch bis nach 10:00 Uhr und machen uns dann so langsam daran die Badehosen zu montieren und uns an einen schönen Strand zu legen...

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Oben: Wenn man beim Fotografieren im Sand auf die Nase fällt hat man diesen Ausblick...

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Oben: Nachdem man sich wieder auf beide Beine gestellt hat siehts so aus...

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Oben: Rechts unser Restaurant von gestern Abend und dahinter die Schildkrötenaufzuchtstation von Nungwi
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Fr 06 Jan 2017 11:50

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Oben: Wir latschen von der Nordspitze Sansibars in Richtung Südost am Leuchtturm vorbei zu den von meinem Freund Chris empfohlenen Stränden.

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Oben: Wie man sieht hats hier nicht reine Sandstrände sondern dazwischen auch Korallenreste...

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Oben: ...und von den Wellen und Gezeiten ausgehöhlte ehemalige Korallen als Abgrenzung zum fruchtbaren Land.

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Oben: Wo man hinschaut herrliche Aussichten!!!

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Oben: Noch ein Blick zurück zum Restaurant (links) und zum Dorf Nungwi.

In einer Korallengesteinshöhle finden wir einen schönen, schattigen Platz um uns und davor unsere Tücher hinzuschmeissen.
Natürlich hüpf ich schon bald ins blaune Nass rein, das so klar und rein wirkt...
...und bin verwundert dass ich im knapp 20cm 'tiefen' Wasser meine eigenen Füsse nicht mehr sehen kann!
Sind die jetzt schon einem Meeresungeheuer zum Opfer gefallen? :-O
Der nicht vorhandenen Blut im Wasser nach wohl eher nicht...also kommt nur noch feiner Schwebesand in Frage!
Und tatsächlich ist es so: In Strandesnähe ist die Sichtweite des Wassers kaum mehr als 5cm!
Ganz im Ernst...so geh ich nicht gern ins Wasser!
Denn ich seh überhaupt nicht wo ich meine Füsse hinsetze!

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Oben: Blick aus dem Wasser an den Strand

Lang hadere ich mit mir selbst rum (Bin manchmal ein echt harter Verhandlungspartner, erst recht gegen mich selbst, da ich meine Argumente ja schon kenn...) und ziehe es dann doch vor nach einem kurzen Probieren meiner neuen Schnorchelmaske vom Typ Tribord 'Easybreath' wieder auf mein Tuch zu liegen.
Erstaunlicherweise ist die Maske trotz Fünftagebart dicht!
Da unsere Tücher ja in einer Art Höhle liegen muss natürlich der Kopf am Gestein angeschlagen werden, woraus die Erkenntniss reift dass Köpfe schmerzempfindlicher sind als Steine.
Sven glaubts erst nicht und probierts beim Aufstehen auch aus, danach bestätigt er mir meine Stein-Kopf-Theorie!
Er hat etwas weniger Angst auf irgendwelche Tiere zu treten als ich es hatte, da er ja Neopren-Schuhe an hat kein Wunder.
Aber so weit er auch hinausgeht, mehr als bis zum Oberschenkel reicht ihm das Wasser nicht...ist halt Ebbe!
Und so kommt er bald wieder zu seinem einsam daliegenden Tuch zurück.
In unserer Höhle hör ich ein Propellerflugzeug, aber sobald ich den Kopf raushalte ist das Geräusch weg...
Nach einigen Versuchen entpupt sich das Geräusch als Reflexion der Brandungswellen, dir draussen völlig anders klingen...lustig!
Und wohl der Form und Oberfläche der Höhle geschuldet!

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Oben: Einheimische am Strand...mit gesammeltem Holz, wohl für's Mittagessen! Zumindest um jenes zu kochen...

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Oben: Auch ein Einheimischer am Strand, mit Haus auf dem (weichen) Hinterleib: Einsiedlerkrebs mit Stielaugen!

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Oben: Svens Reisenotizen...ich habs etwas ausführlicher und nicht in den Sand gemacht... ;-)

Nach einiger Zeit rumliegen, dösen und immer wieder mal den Krebschen zuschauen bemerk ich eine Bewegung unter meiner Schulter!
Na toll...wer greift mich denn nun von unten an???
Ich lupfe Schulter und das darunterliegende Tuch und was seh ich da?
Eine Krabbe gräbt sich von unten her zu mir durch!
Wär ich in einem Trickfilm würd ich wohl bald inklusive Tuch von einer Krabbe weggetragen werden, tatsächlich aber fehlt ihr dazu die Kraft und mir der Unbeweglichkeit...

Klick mich um ein Video mit Strandleben zu sehen! :-)

Und so beobachte ich sie ein Weilchen, bevor ich mich zum Wasser aufmache und mir anschaue was das sich noch immer zurückziehende Meer so alles auf dem Sand liegen gelassen hat.
Und was seh ich da?
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Sa 07 Jan 2017 19:17

Eine Wurst!

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Oben: Wurst! Oder vieleicht doch eine Seegurke (Holothuroidea), auch Seewalze oder Holothurie genannt...
...und nicht zum Grillieren geeignet...odrr?


Da die Wurst auf dem Trockenen liegt und sich wie sterbend bewegt pack ich sie mit einem Stück Schwemmholz und schmeise sie ins Wasser, in der Hoffnung dass sie nicht ertrinkt... ;-)
Und tatsächlich, die schon ganz blassen Flecken werden wieder dunkel und das Ding beginnt sich zu bewegen!
Erst langsam, dann immer mehr!
Und zum Schluss siehts so aus wie auf dem obrigen Bild!
Sven kommt hinzu und meint (wie ich übrigens schon vor Ort) ebenfalls das die Wurst eine Seegurke ist...
...sagts und findet gleich noch eine, die ich ebenfalls ins Wasser bugsiere!

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Oben: Wohl noch eine Seegurke und eine Koralle, beide trockengelegt von der Ebbe...

So um 14:00 Machen wir uns auf den Weg zurück zum B&B, denn wir beide sind nicht die grossartigen Strandlieger...
Sven wird von einem Beachboy angequatscht, der nachdem Sven die Auskunft erteilt hat dass wir Schweizer sind beginnt irgendwas komplett Unverständliches zu quasseln und auf Svens Nachfrage sagt dass er Schweizerdeutsch spreche!
Nach weiteren unverständlichen Versuchen sagt er auf englisch zu Sven dass dieser mit Sicherheit kein Schweizer wäre sonst würde Sven ja verstehen was der Beachboy sagt... ;-)
Tolle Logik! ;-)
Na ja, wir sind ja schon beinahe beim B&B wo wir uns mit Sonnencreme einschmieren und um 15:30 zu einer Sundownerfahrt mit einer Dhow inklusive kurzem Schnorcheln abgeholt werden!
Denn das haben wir heute früh bei Meck für TSh 30'000.- gebucht!
Und tatsächlich kommt uns um 15:30 Uhr jemand holen!
Zu Fuss...
Also latschen wir ihm hinterher, unter brennender Sonne, durch sandigen Sand, bis wir endlich da ankommen wo uns gestern Marco Polo abgesetzt hat!
Wir beide hoffen dem Typen nicht zu begegnen, denn wir würden uns nur nerven (auch wenn Marco Polo am versauten Ferientag nicht schuld ist) und das brauchen wir nicht!
Der Typ setzt uns bei einem sich selbst als 'Captain' vorstellenden Typen ab, der uns von seinem riesigen Boot erzählt und uns bis alle zusammen sind in eine schattige Ecke des Strandes stellt.

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Oben: Ausblick vom Warteplatz...

Wie sich dann heraustellt ist unser 'Captain' eben nicht unser 'Captain' sondern nur der der die Touris zum richtigen Boot führt, worauf der richtigen Kapitän ist und dem Kerlchen klarmacht dass er nichts auf dem Boot zu suchen hat und Sven und ich ebenfalls nicht...
:-O
Das sagt er zu dem Zeitpunkt wo ich das Boot schon besteigen will und bis zu den Oberschenkeln im Wasser stehe...toll!
Also wieder zurück!
;-)
Plötzlich heisst es dass nun das richtige Boot da wäre...
Wir waten also nach etwa einer halben Stunde des Wartens im Schatten durch die Brandung zum Boot und klettern rein.
Und schon gehts los, diesmal ohne dass der Kapitän was gegen Sven und mich im Boot hat!
Aber unser 'Captain' darf auch dieses Boot nicht betreten!
Aussenbordernd tuckern wir der Küste entlang, schon bald steig ich auf das Oberdeck rauf und geniesse die Fahrt von dort oben.
Irgendwann heisst es 'Flossen anziehen' und rein ins nasse Vergnügen!
Freude herscht, ich schnorchle vor Sansibar! :-D
Und was seh ich als etwas vom Ersten?
Genau, Quallen, davon eine direkt vor meinem Gesicht rumplantschend!
Toll!
Ich liebe ja Tiere, aber gehören Quallen überhaupt zu den Tieren?
Immerhin lieb ich die eben nicht!
Fotos gelingen mir auch nicht und so bin ich nach wenigen Minuten wieder auf dem Boot...
...und ziemlich enttäuscht!
Die Manschaft setzt nun das Segel und ich setzt auch, nämlich mich auf das Oberdeck!
Ein junges kenyanisches Paar sitzt auch schon da und Sven klettert auch rauf, uns so geniessen wir zu viert die Fahrt, herrlich!

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Oben: Ich mit Segel...noch alleine auf dem Oberdeck!

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Oben: Andere Dhau, auch mit Segel, aber ohne Oberdeck!

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Oben: Fürs Wendemanöver wird das Segel umgespannt und schon gehts in erstaunlicher Geschwindigkeit in die andere Richtung!

Da die Eine Gruppe Bier dabei hat frag ich die ob ich ihnen eines abkaufen darf...und...ich darf!
Und so lieg/sitz ich gemütlich im ersten Stockwerk an der Sonne und geniesse die herrliche Gegend, den kühlen Wind und das ebenfalls kühle Bier!
Das kenyanische Paar frag mich ob ich einige Fotos von ihnen machen könne und so kommen wir ins Gespräch!
Die beiden leben und arbeiten in Nairobi und sind auf Hochzeitsreise, was man den Turteltäubchen auch gut ansieht!
Wie frisch Verliebt, schön! :-D
Natürlich mach ich gerne ein paar Fotos für sie!
Vor allem vor dieser Traumkullisse!
Und die beiden posen beinahe wie Profis! ;-)
Wir fahren so in Richtung Süd-West um den Sonnenuntergang schön sehen zu können, doch das Wetter macht uns einige Wolken durch die Rechnung!
Und genau hinter denen verschwindet die Sonne!
Frechheit!
Uns wurde ein Sonnenuntergang im Meer versprochen, keiner in den Wolken!
Pha!!!
Und so segeln wir wieder zurück und lassen die ersten bei dem Ort wo wir eingestiegen sind aussteigen.
Wir bleiben aber sitzen während wir einen nach dem anderen Aussteigeort mit Hilfe des Aussenborders ansteuern!
Uns lässt man bem DoubleTree Resort rausgelassen, weil uns niemand glaubt dass unsere Unterkunft beim Leuchtturm ist...
Kann doch nicht sein dass ein Tourist eine Unterkunft hat die weniger als 150$ pro Nacht und Nase kostet... ;-)
Und so gehen wir halt zu Fuss soweit es geht dem Strand entlang und dann, Flutbedingt, durch das Dorf.
Da es schon dunkel ist sehen wir nicht sonderlich viel, aber wir finden den Weg zurück ohne überfallen, ausgeraubt oder verspeist zu werden.
Nach der kalten Dusche (ich hab vergessen den elektischen Boiler in meinem Zimmer einzuschalten) gehen wir wieder ins selbe kleine Restaurant, diesmal aber etwas später als gestern.
Und das hat Auswirkungen!
Denn im Gegensatz zu gestern dauert es ewig bis jemand unser bestelltes Essen bringt...und gut ist es im Gegensatz zu gestern auch nicht!
Unsere Octopussalate sind zwar brauchbar, aber Sven's Seafood-Curry und mein Thunfisch vom Grill sind bestenfalls essbar, definitiv nicht nichts zum Geniessen...
Auch mit dem Trinken funktioniert es nicht wirklich, Sven bestellt eine Fanta Orange und bekommt eine Coke...
Na ja...wir bezahlen und gehen zurück zum B&B.
Anita meint das am frühen Abend wohl der Chef kocht und der nach 19:00 Uhr weg ist und irgendwer kocht...
Könnte durchaus sein, denn zeitlich stimmts mit dem gestrigen sehr guten und heute wirklich fragwürdigem Essen überein...
Sven und ich versuchen noch einige Sterne zu fotografieren, was wegen der Wolken nicht so einfach ist...und wie ich zuhause feststellen muss versag ich dabei vollständig!
Keine Ahnung was in meinem Kopf vorgegangen ist als ich die Kameraeinstellungen gemacht habe...Sterne sind darauf keine zu erkennen...
Na ja, bin halt noch Anfänger!
Nach einem realxten Tag ist man dann ja so schön müde und so hüpfen wir schon bald in unsere Betten, gute Nacht!
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