Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Mi 14 Sep 2016 09:03

Hoi zämä

Es ist Ende September 2015, wieder einmal juckt es mir unter den Fingern...
...das muss der Afrika-Virus sein!!!
Ich bin ja immerhin schon einige Tage aus Botsuana und Sambia zurück...
Aber wohin diesmal?
Zum Einen reizt mich der Nyiragongo (klick mich), zum Zweiten der Katavi-Nationalpark (klick mich), zum Dritten der Lake Tanganika (klick mich) und zum
Vierten Sansibar (klick mich)!
Nun stellt sich nur noch die Frage wie man das alles verbinden kann!!!
Und wer mitkommt!
Und wann das sein soll!!!
Fragen über Fragen!!!
Also schalt ich im Facebook doch mal eine Anzeige und frag einige Bekannte Afrikavirus-Verseuchte, und schon bald sind wir ein
kleines Trüppchen von 3-4 Personen!
:-D
Leider ist den Anderen die Reise erst im Spätsommer oder Herbst möglich, also planen wir so dass wir die kreisförmige Sonnenfinsterniss am
01. September 2016 (klick mich)
sehen können!

Bild

Und da diese genau durch den Katavi führt seh ich vor meinem geistigen Auge schon eine Giraffe vor einer dunklen Scheibe mit gleissendem Rand! ;-)
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Nicht dass es im Katavi keine Giraffen hat, nein, aber mit dem Auto wird die Route aufgrund der schlechten Strassen und der
Unruhen in Burundi zu lang und mit dem Flieger zu teuer, denn der Linienflug nach Sumbawanga wurde abgesetzt, was den Katavi
und den Lake Tanganika in weite Ferne rückt!
Also Umplanen!
Die nun wohl endgültige Version sieht dann so aus:

Bild

Und hier die tatsächlich gefahrene/geflogene Route:

Bild

Also Ruaha Nationalpark (klick mich) statt dem mir noch unbekannten Katavi-NP...
Und da die Kosten wegen dem Kongo und den Flügen etwas höher sind als erwartet reisen wir nur zu zweit, nämlich Sven aus
dem Kanton Luzern und ich.

08.03.2016, 09:05 Uhr: Flug Zürich-Brüssel-Kigali (Brussels Airways) und Dar es Salaam-Zürich (Swiss) gebucht! :-)
Jetzt gibts kein Zurück mehr!
Und genau darum buch ich auch gleich am Abend um 20:43 Uhr den Flug Kigali-Dar es Salaam!
Wenn auch mit Umwegen, denn der Direktflug ist um ein Vielfaches teurer als der von Kenya Airways, der uns aber über Nairobi führen wird.
Sven macht dasselbe, so dass wir nun fix mindestend zu Zweit sind!
Wenn wir Glück haben dann haben wir es sogar geschafft dass beide dieselben Daten gebucht haben...hoffen wir mal das Beste! ;-)
Bis zu zwei Weitere hätten noch Platz auf dieser Reise...mal schauen ob wir noch jemanden finden, weil zu viert ist meist
unterhaltsamer als zu zweit, auch wenn Sven und ich uns wirklich sehr gut verstehen.

10.03.2016: Weiter gehts mit dem Fixieren!
Bei Jean Bosco von Virunga Amani Tours in Goma DRC (klick mich) buchen wir den Teil ab Ankunft in Kigali (klick mich) bis und mit Fahrt zurück nach Kigali!
Inklusive Visa für die Demokratische Republik Kongo (DRC) (klick mich), Park-Fee's für den Parc national des Virunga (klick mich) sowie den Gorilla- und Nyiragongo-Permits! :-D
Es braucht natürlich etwas Überwindung um Geld in die DRC zu überweisen...dieser Staat hat ja nicht den besten Ruf... :-O
Weniger Mut brauchts um die diversen Unterkünfte zu buchen, denn dank Internet kann man heutzutage ja viele Unterkünfte so buchen
dass man noch wenige Tage bevor man da ist gratis stornieren kann...also kaum Risiko!
Und somit sind die Unterkünfte in Kigali und auf Sansibar auch gefixt! :-)
Hoffen wir mal dass das den Unterkunftsbetreibern auch bewusst ist wenn wir da stehen... ;-)
Immerhin sind Buchungsbestätigungen gekommen, was ja schon mal sympatisch ist!

17.03.2016: Buchung der Flüge Dar es Salaam - Ruaha, Ruaha - Sansibar und Sansibar - Dar es Salaam bei Auric Air (klick mich)!
Übrigens nicht nur die günstigste Airline für diese Strecken sondern auch die Einzige die 20kg Gepäck insgesammt erlaubt!
Dafür ist es die Airline die im Ruf steht vielfach verspätet zu fliegen...man wird sehen!
Letztes Mal hats zumindest bei mir geklappt...
Bezahlung per Visa-Karte, Paypal wäre auch möglich gewesen...man staunt!!!

Anfangs Juni 2016: Beginn des Konditionstrainings um die Region Äscher (klick mich), Wildkirchli (klick mich) und Ebenalp (Klick mich)...zwei mal wöchentlich rund 800 Höhenmeter...phu!!! :-O

07.07.2016: Arzttermin!!!
Denn mein linkes Knie schmerzt bei Druck von aussen extrem!
Bewegung ist zwar nur auf dem Fahrrad schmerzhaft, beim Gehen nicht, aber es muss untersucht werden!
Und was sagt mir der Arzt?
Richtig: Schleimbeutelentzündung!
Und zwar unterhalb der Kniescheibe...toll!!!
Also ist das Training nun beendet!

21.07.2016: Anruf vom ruandischen Konsulat Genf!
Der wollte alles wissen!!!
Ob er das richtig verstehe dass wir in die DRC einreisen und dann nach Ruanda zurückkommen, welche Hotels wir wann haben, was
wir in Ruanda wollen...
Na ja, berechtigt sind die Fragen ja, zumal die DRC und Ruanda noch einige Probleme untereinander zu lösen haben.
Aber immerhin ist dieses Telefonat der Beweis dass mein am Vortag der 'Ambassade de la République de Rwanda' in Genf
gesandte Pass angekommen ist.
Hoffen wir mal dass die zweifach nachgefragte Tatsache, dass wir die Gorillas in der DRC statt in Ruanda besuchen, nicht zur
Ablehnung des Visa's führen...denn sonst hätten wir ein gröberes Problem!
In den nächsten Tagen sollte ich Bescheid bekommen!


03.08.2016: Endlich ist mein Pass zurück bei Papa!!!
Und erst noch mit einem Ruanda-Multi-Entry-Visa bis zum 18.November drin! :-D
Sven hat seinen zwei Tage nach mir abgeschickt und am 29.07. ohne vorheriges Telefonat zurückbekommen...wahrscheinlich war
mein's einfach der VIP-Service, der halt etwas länger dauert... ;-)
Ende gut, alles gut!

04.08.2016: Jean Bosco von Virunga Amani Tours schreibt mir bei Facebook dass das DRC-Visa für Sven geklappt hat, es bei meinem
aber Probleme gebe!
Ich solle doch bitte den Antrag nochmals genau studieren ob ich was falsch ausgefüllt habe...
Ich glaubs ja wohl nicht!!!
Erst die Verzögerung mit dem Ruanda-Visa, nun Probleme mit dem DRC-Visa, und in beiden Fällen nur bei mir!
OK, schau ich halt alles nochmals durch...
...und finde keinen Fehler!
Also das Ganze mitsammt PDF vom Pass nochmals an Jean Bosco mailen und klarstellen dass nichts falsch ist.
Kurz darauf meldet sich Jean wieder...
Die Beamten hätten irgendwas in meinem Pass falsch gelesen und gedacht ich hätte es im Antrag falsch geschrieben...toll!!!
Na ja, nun hat er auch mein Visa für den Congo, endlich!
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon 2vgsrainer » Mi 14 Sep 2016 09:19

Hoi Picco

Sehr eindrückliche Darstellung :!:
Da habt ihr ordentlich viel erlebt und gesehen !
Erinnert mich so einwenig an den Film "In 80 Tagen um die Welt" :mrgreen: :wink:
Gruß
Rainer

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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Mi 14 Sep 2016 13:48

Hoi Rainer

Jaja, zwei oder drei Dinge haben wir schon erlebt...vor allem hab ich wieder mal gelernt dass nicht alle Vorurteile, die wir hier haben, berechtigt sind...oder eher nur ganz wenige...wenn überhaupt!
So wurden wir vor Ruanda (Ein Land, das den Genozid von 1994 beispielhaft verarbeitet hat und nun das friedlichste und wohl sicherste Land ist das ich bisher bereist habe, inkl. Europa...) und erst recht vor der Demokratischen Republik Kongo gewarnt!
Dass uns nicht auch noch eine Zukunft im Suppentopf vorausgesagt wurde wundert mich noch heute!
Bewahrheitet hat sich keine dieser Warnungen, was ich vor der Reise ja von Ruanda schon wusste (war schon mal da) und von der DRC aufgrund von Erzählungen von Leuten, die dort gearbeitet haben, vermutete.
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon wiru » Mi 14 Sep 2016 14:43

Freu mich schon auf den Sansibar-Bericht...war vor vielen Jahren dort (genauer zwischen Sansibar und Pemba) zum Tauchen und Hammerhaie beobachten...Hammer! Und Stonetown war schon auch sehr eindrucksvoll...alte Kolonialkultur, viel verfallen, fast wie Havanna in sehr klein...;-)
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » So 18 Sep 2016 10:55

Hoi Wiru

Das dauert aber noch eine Weile...zuerst musst Du mit in die Virungas, nach Ruanda und in den Ruaha, erst dann gehts nach Zanzibar...
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon wiru » So 18 Sep 2016 17:42

Da bin ich doch gerne dabei...wie auf deinen anderen Expeditionen auch!

Gruß, Willi
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Mo 19 Sep 2016 18:50

Tag 1: Der Flug

Es wird Zeit für Urlaub, denn die letzten zwei Nächte hab ich wieder mal kaum geschlafen.
Es ist 04:40 Uhr, ich erkläre meinem Wecker dass er mch nicht zu wecken braucht und steh auf, Sabine schläft noch etwas...
Nach zusammensetzen der Augen, polieren der Zähne, bezwingen der Haarpracht und entfalten des Gesichts steht Sabine auch schon
auf ihren zwei Beinen und übernimmt schlaftrunken die Regie im Badezimmer, während ich versuche der Nespressomaschine eine
tiefschwarze Pfütze zu entlocken.
Da wir schon in Schaffhausen sind ist der Flughafen nicht mehr so weit, um 05:30 fahr ich mit ihrem Auto los, sie platziert
sich auf dem Beifahrersitz, das Gepäck auf der Rücksitzbank...die mein zuhause in der Tiefgarage stehendes Auto nicht mal hätte...
Schnell merk ich dass ich um die Zeit die Sonnenbrille wieder ausziehen kann und dann doch einiges mehr sehe als vorher...
Schon sind wir ohne viel Verkehr auf dem Gelände des Flughafen Zürich-Kloten angekommen und ich steuere die zweite Etage des
Parkhaus Nr.1 an.
Den Rucksack auf den Rücken, den Jack-Wolfskin-Expedition-Trunk mit seinen knapp 17kg auf die Schulter und schon trippeln die
Wanderschuhe an den Füssen los in Richtung Empfangshalle, Sabine begleitet mich natürlich noch.
Da steht schon der Automat fürs Einchecken, schnell die 'Miles&More'-Karte eingeschoben und schon erscheint mein Flug auf
dem Bildschirm.
Noch schnell den Sitzplatz wechseln, die Tickets und den Gepäckkleber entnehmen und schon will ich einen Kaffee nehmen...
...doch Sabine meint dass es vieleicht von Vorteil wäre das Gepäck abzugeben...
...hmmm...
...wo sie recht hat hat sie recht!
Und da mein Hirn um die Zeit eh nicht funktioniert geb ich nach und geb mein Gepäck halt ab... ;-)
...wenns denn sein muss... ;-)
Aber direkt danach gehts zum „Coffee & Friends“, wo ich Sven eine WhatsApp-Nachricht schicke, damit er uns auch findet.
Kaum begonnen am Getränk zu nuckeln latscht Sven schon erschreckend munter zu uns an den Tisch...
Bis 07:00 bleiben wir da und quasseln etwas, dann heisst es Abschied nehmen von Sabine, denn sie reist heute zwar auch in den
Urlaub, aber im Auto nach Kroatien und nicht im Flieger nach Ruanda...
Unsere Tour wäre als Afrika-Einstieg definitiv zu hart...aber meinen nächsten Afrika-Urlaub wird sie wohl begleiten! :-D
Ab durch den Ticketscanner zur Handgepäckkontrolle, also den vollgestopften Rucksack auspacken...
...und was da alles drin ist...
3 MFT-Kameras, 4 Objektive, eine Unterwasserkamera, Ladegeräte, ein 12Ah-USB-Akkupack, Taschenlampe, Ersatzakkus, Reisestecker,
Kopflampe, Laptop, Kulturbeutel, Jacke...halt alles was man so braucht während des Fluges... ;-)
Der Rucksack hat gute 8kg...fühlt sich aber schwerer an als die Tasche! :-O
Und nach der Kontrolle dann alles wieder sorgsam einpacken, so dass die Kameras und Objektive durch die Jacke und den Kulturbeutel
gut abgepolstert sind.
Sven schaut mit grossen Augen zu und bemerkt dass der Rucksack innen wesentlich grösser sein muss als er von aussen scheint... ;-)
Ab zum Gate A54, offizielle Boarding-Time ist 07:10!
Schon bald gehts in den Flieger rein, mein Sitz ist ganz hinten links, Nr. 36A.
Sven sitzt irgendwo weiter vorne...
Nach endlosem Rumgegurke auf den Pisten des Flughafens und wohl auch den Quartierstrassen der angrenzenden Gemeinden erreichen
wir wider Erwarten doch noch die Startpiste und...kaum zu glauben...
...wir starten sogar! :-D
Der Flug mit dem Swiss-Airbus A320 nach Brüssel ist so kurz dass ich daran zweifle dass wir auf der Reisehöhe einen ganzen
Meter zurückgelegt haben, es war wohl höchstens ein halber...
In Brüssel gehts nach ruhigem Flug wieder runter, absichtlich!
Davor gibts aber noch ein kleines Frühstück und eine Schokolade... :-D
Kaum gelandet latschen wir gemeinsam zum Gate...wobei Sven ein Anderes auf den Ticket hat als ich...
Da ich mal wieder meine Gate-Nr. vergessen habe und Sven sich so sicher ist geh ich mit ihm zu 'seinem' Gate...
...das einen Flug nach Kinshasa oder Brazzaville anpreist (ich habs nicht gelesen) auf den keine Passagiere warten...
...hmmm...
Ich schau nochmals auf mein Ticket und siehe da, eine andere Nummer als bei Sven!
Also ab zu 'meinem' Gate direkt nebenan und Kontrollblick auf die Anzeigetafel: 'Entebbe/Kigali'...das dürfte passen!
Nach kurzem Quatschen gehts schon los mit dem Boarding!
Und erstmals muss ich beim Boarding mein Visa zeigen!
Sven und allen Anderen gehts auch nicht besser, da gabs wohl in der Vergangenheit einige Problemchen!
Schon bald sitz ich im Aerbus A340 direkt hinter der Küche rechts am Fenster und hab Platz für meine Beine fast wie ein Kaiser!
:-D

Bild

Oben: Platz für die langen Treterchen!!! Freude herscht!!! :-D

Schon bald überfliegen wir den Ferienort von Sabine, sie selbst wird erst dort ankommen wenn wir schon auf dem Weg in die DRC sind.

Bild

Oben: 'Krk' (kein Schreibfehler, nein, nein...die heisst wirklich so!) und 'Cres', die zwei grössten Adria-Inseln.

Im Mittelgang und auf dem Platz neben mir sitzt eine 6-köpfige Familie, zum Glück ist das Kind neben mir das Ruhigste!
Die Eltern sind ein tolles Beispiel wie man seine Kinder offenbar ohne schlechtes Gewissen unbetreut rumturnen lassen kann...
Na ja...immerhin ist die neben mir anständig und meist ruhig, erst als zwei Weitere auf dem Sessel rumturnen wirds mir zu
bunt und ich weise die Bälger zurecht, was mir einen bösen Blick des Vaters einbringt, den ich noch böser erwiedere...
Danach ist alles im akzeptablen Rahmen, ausser dass mir eine Stewardess während ich mit dem Kopf ins Kissen gelehnt aus dem
Fenster schaue die Verdunkelung schliesst! :-O
Hallo???
Erst versteh ich gar nicht was die für ein Problem damit hat dass ich rausschaue, erst dann merk ich dass sie meinte ich würde schlafen! ;-)
Also wieder rauf mit der Verdunkelung!
Nach einem kurzen Nickerchen erwache ich beim Erreichen der afrikanischen Küste, die ich natürlich versuche festzuhalten...
...nein, nicht wortwörtlich, nur mit der Kamera...
...aber immerhin! :-D

Bild

Oben: Die Mittelmeerküste Ägyptens...hallo Afrika! :-D

Die Wüste unter mir fasziniert mich jedesmal wieder, die unterschiedlichen Landschaften, die Wolken (!) die man da gar nicht
erwarten würde, die Spuren der Zivilisation...

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Oben: Rechts mit und links ohne Wolken...

Bild

Oben: ...Hügel...

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Oben: ...Seen...

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Oben: ...Wolken...

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Oben: ...Gewitterwolken mit den dazugehörigen Turbulenzen... ('Fasten your seatbelts'...)

Bild

Oben: Beginn des Sonnenuntergangs über Uganda.

Bild

Oben: Die letzten Sonnenstrahlen die ich an diesem 20.August 2016 sehe...kurz vor der Landung in Entebbe!

Nachdem neben (nicht auf) mir Getränke verschüttet und Speisen auf Stuhl und Boden verteilt wurden erreichen wir nach einigen
Turbulenzen in der Dämmerung den Flughafen Entebbe, wo wir auch landen ohne dabei zu crashen.
So solls sein! :-)
Der grösste Teil der Passagiere steigt hier aus, eine Putzequippe steigt ein und...
...
...putzt!
Was denn sonst! ;-)
Nach einer Stunde des sich die Beine vertretens und neue Passagiere einsteigen lassens starten wir wieder zu einem kleinen Hüpfer
nach Kigali!
Und es ist wirklich ein Hüpfer, wir fliegen sehr tief, wohl kaum über 4000m hoch.
Vieleicht liegt das auch am Gewicht der massigen Frau die den Platz des Kindes neben mir eingenommen hat und dauernd an ihren
nackten Füssen rummspielt...
...unangenehme Sitznachbarin, definitiv!
Nach der Landung zwäng ich mich sofort zwischen der Flugzeugaussenwandverkleidung und der Sitznachbarin hervor, schnappe endlich
wieder Luft und mein Handgepäck . Nachdem die Crew des Flugzeuges gewechselt hat und die Inhaber der teuren Plätze ausgestiegen sind bin ich der Erste der Holzklasse, der das Flugzeug verlässt.
Dementsprechend steh ich auch nur sehr kurz am Zoll an. Der Beamte will wissen wo wir wann übernachten und was ich tun werde
und ob ich schon mal in Ruanda war, was mein Beruf ist usw...
...da entdeckt er endlich das Visa und schon knallt er seinen Stempel rein.
Geschaft!
Ich bin wieder in Ruanda! :-D
Und da mir die Blase beinahe platzt erst mal zum Pissoir!
Um gefühlt einige Kilo leichter geh ich zur Gepäckausgabe wo mir schon Sven entgegenkommt und sich über die Fragen des Zollbeamten
wundert...
Wie üblich kommt viel Gepäck, auch Svens Tasche, recht schnell aus dem Flieger...nur meine lässt, wie üblich, die Spannung ansteigen...
Ich male mal wieder den Teufel an die Wand, da ich ja schon dreimal mein Gepäck nicht bekommen habe und hier in Kigale eine bisher
hundertprozentige 'Nichterhaltensgarantie' geniessen durfte...
Sven beruhigt mich während wir eine weitere Viertelstunde warten...
...und plötzlich ist sie da, meine geliebte Tasche! :-D Judihui! :-D
Also raus aus dem Flughafen und bei den vielen Fahrern mit Namensschildern unseren raussuchen!
Wir suchen...
...und suchen...
...und suchen...
...aber da ist keiner!
:-O
Nach einer Weile beschliessen wir bis 21:20 Uhr zu warten und sonst ein Taxi zu nehmen...
Sven und ich stehen in einer Seelenruhe da und warten auf den Fahrer mit unseren Namen auf dem Zettel...
Zum Glück haben wir beide so was wie Galgenhumor! ;-)
Und tatsächlich nehmen wir um 21:20 ein Taxi, denn niemand ist aufgekreuzt!
Wir verhandeln nicht lange und zahlen ihm 15$ für die Fahrt ins Gloria Hotel (klick mich).
Nach rund 30 Minuten Hügel rauf und runter lässt uns der Taxifahrer in einer zumindest im Vergleich zu den durchfahrenen Stadtteilen
eher düster erscheindenden Gegend raus.
Nach dem Bezahlen gehts ins Hotel rein, an der Rezeption lächeln mich zwei Personen an und wollen nichts von einer Reservierung wissen...
...hmmm...
Zuerst werden wir nicht abgeholt, dann weiss man nichts von unserer Reservierung durch Amani Tours...
Beginnt ja schön, die Tour! ;-)
Nach etwas energischerem Feststellen dass für uns gebucht sein muss finden sie in den Tiefen des Computers doch tatsächlich was... ;-)
Und schon werden unsere Taschen in unsere beiden Zimmer getragen, na also! :-D
Sven und ich treffen uns dann noch im seitlich offenen Restaurant im ersten Stock, er isst ein Sandwich, ich eine Gemüsesuppe,
und beide trinken je ein Tusker-Bier...nun sind wir in Afrika angekommen! :-D
Gegen halb zwölf gehen wir in unsere Zimmer und ich schreibe im Facebook eine Nachricht an Jean Bosco betreffend des nicht funktionierenden
Flughafenservices und des nächsten Tages.
Ohne zu wissen wie es am nächsten Tag weitergeht lösch ich nach Mitternacht das Licht und schlafe einige Runden, gute Nacht!
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon WoMoG » Mo 19 Sep 2016 21:02

Hallo Picco,

ich freue mich wieder wie ein kleines Kind auf jede Fortsetzung .

Vielen Dank im voraus

Gruß Arno
Einst mit Kleinst-SUV und Dachzelt , nun mit dem ProjeGt unterwegs
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Di 20 Sep 2016 07:14

Hoi Arno

WoMoG hat geschrieben:ich freue mich wieder wie ein kleines Kind auf jede Fortsetzung .

Und ich freue mich wenn ich damit jemanden erfreuen kann! :D
Win-Win! :wink:
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Mi 21 Sep 2016 07:23

Tag 2: Kongo, wir kommen! :-D

Bild

Oben: Unsere Strecke heute: Vom Hotel 'Gloria' in Kigali zum Hotel 'Centre d'Accueil Caritas' in Goma.

Hell!
Und das mitten im Gesicht!
Während man noch schläft!
Fies!!!
:-(
Ein Blick aufs Handy verrät dass ich die Brille noch nicht auf und die Linsen noch nicht montiert habe...Grmpfl...
Mit Brille erfahre ich dass es sechs Uhr morgens ist...
So langsam erscheinen in meinen Hirnwindungen Erinnerungen an gestern...und daran dass ich noch immer nicht weiss ob und wann
es heute losgeht...
Also den Reise-PC (Asus Transformer Book T100) anwerfen und ab ins Facebook, checken ob Jean Bosco geantwortet hat.
Und...
...er hat nicht... :-(
Also sichere ich schon mal die ersten Fotos auf eine 128GB grosse Micro-SD-Card und geh anschliessend duschen, denn mit Sven
hab ich mich erst um 08:00 zum Frühstück abgesprochen.
Da die Dusche keinen Duschvorhang hat ist es nicht ganz so einfach wenn man nicht alles unter Wasser setzen will...
...aber ich versuchs trotzdem!

Bild

Oben: Das Bad im Hotel Gloria...ohne Duschvorhang...

Bild

Oben: Das Zimmer mit Blick zum Fenster, welches auf einen öffentlich benutzbaren Balkon führt...

Bild

Oben: Das Zimmer mit Blick zum Badezimmer.

Nach Bekämpfung der Überschwemmungen geh ich mal runter ins Restaurant, wo das Frühstücksbüffet schon wartet.
Ich setz mich an einen der freien Tische und warte...
...da kommt ein Inder daher, schaut mich wortlos an und nimmt den einzigen anderen Stuhl weg!
Frechheit!
Nach einer kurzen, in der Freundlichkeit der morgendlichen Laune angepassten Meinungsäusserung stellt er mit grossen Augen
und einigen 'sorry'-s den Stuhl wieder hin und holt sich einen anderen...
Kurz darauf kommt auch Sven, und wir machen uns über das Frühstück her!
Bei mir gibts nebst den Früchten einen echten Capucchino (!!!) und ein spanish Omelette, lecker! :-D

Bild

Oben: Die Lümmel-Ecke des Restaurants

Bild

Oben: Der Essbereich...

Bild

Oben: ...und das Frühstücksbuffet! An zu wenig Vitaminen stirbt hier keiner!!! :-D

Nach dem Frühstück check ich nochmals Facebook und tatsächlich hab ich eine Antwort von Jean erhalten!
Toll! :-D
Darin entschuldigt er sich mehrmals wegen des nicht funktionierenden Flughafen-PickUp's und schlägt vor uns die Taxikosten zu
erstatten. Er würde uns um 10:00 im Hotel abholen und dann alles klären.
OK, das klingt doch schon mal gut!
Sven und ich vertreiben uns die Zeit im Restaurant mit etwas fotografieren der Blumenbeete und der Umgebung sowie quasseln...

Bild

Oben: Blick auf die Kreuzung beim Hotel...sauber, sauber, wie Ruanda halt nun mal ist...

Bild

Oben: Blick in Richtung des modernen Viertels inklusive Minarett...von dem zum Glück kein Muhezin geheult hat!

Bild

Oben: Kaum zu glauben: Das hab ich gemacht! 'STOLZ'!!! :-D

Anschliessend gehen wir unsere sieben Sachen packen und runter zur Rezeption tragen.
Da kommt mir Sven entgegen und sagt dass die Geld haben wollten und er sein Zimmer habe bezahlen müssen!
Das geht nun mal gar nicht!
Also auch an die Rezeption, bei mir versuchen sie es auch, aber nach einigen freundlichen, aber deutlichen Worten gebe sie Sven
das Geld wieder zurück...
Geht doch!
Irgendwie komm ich mir bei dem ansonsten ganz passablen Hotel etwas verarscht vor...
Da ich noch eine SIM-Karte kaufen will frag ich an der Rezeption auch gleich danach, einer der Angestellten macht sich gleich mit
mir auf den Weg zu einer Verkaufsstelle.
Man könnte meinen da hat jemand bemerkt dass wir uns etwas angepisst vorkommen und will es wieder gut machen...denn er bemüht sich
redlich dass ich eine SIM-Karte bekomme, aber da heute Sonntag ist (Upps, hab ich gar nicht bemerkt...) funktioniert die Registrierung
des Passes nicht.
Die ist aber Vorschrift beim Erwerb einer SIM-Karte...
Der Angestellte schlägt vor dass er die Karte auf seinen Namen kauft und sie mir dann verkauft, was ich aber aus rechtlichen Gründen
nicht will.
Also noch immer ohne SIM-Karte zurück ins Hotel, wo wir wieder ins Restaurant gehen und was trinken.
Es ist kurz vor zehn Uhr, Sven sieht einen Toyota Landcruiser Prado ranfahren und erkennt daran Nummernschilder aus der
DR Congo, das muss Jean sein!
Ja, Freude herscht wieder mal, denn das heisst dass die Reise trotz anfänglichen Problemchen funktioniert! :-D
Schon bald steht ein gut genährter freundlich lächelnder Mann neben mir und entschuldigt sich glaubhaft für den nicht funktionierenden
PickUp, für den er das Hotel beauftragt hat.
Soso, das passt dann ja mit unseren Erfahrungen mit den meisten Angestellten zusammen...
Dabei erkundigt er sich nach dem Taxi-Preis (15$) und drückt mir einen 20$-Schein in die Hand, während er sich nochmals entschuldigt!
Wir bezahlen noch schnell unsere Getränke während Jean alles mit der Rezeption klärt.
Er versteht ebenfalls nicht weshalb die Geld von uns wollten...
Na ja, wir gehen zum Auto und steigen ein...
...aber...
...irgendwas fehlt doch...
...ach ja!!!
:-D
Was sind wir zwei doch für Dödels!!!
Nochmals zurück zur Rezeption und diesmal MIT unserem Gepäck zum Auto! ;-)
Abfahrt!
:-D
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Leerkabinen-Wolfgang » Fr 23 Sep 2016 08:37

Hi Picco,

wie immer eine so lustige Schreibe, daß ich einfach bis hier alles in einem Rutsch durchlesen mußte. MEHR DAVON!

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
04.- 06. Mai 2018: Leerkabinen-Treffen
erstes Juni-WE (01.-04.Juni 2018): Weinfest
vierter Sept.-Samstag (22.09.18): Weinprobe in den Weinbergen
*Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich*
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Re: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee

Beitragvon Picco » Fr 23 Sep 2016 10:10

Hoi Wolfgang

Leerkabinen-Wolfgang hat geschrieben:wie immer eine so lustige Schreibe, daß ich einfach bis hier alles in einem Rutsch durchlesen mußte. MEHR DAVON!

Jaja, ich schreib ja schon bald wieder was, alter Hetzer! :wink: 8) :lol:

Im Ernst: Danke schön! :D Da ichdiesmal in RAW fotografiert habe muss ich erst die Fotos entwickeln, und darum dauerts etwas...aber bald gehts weiter! 8)
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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

Beitragvon Picco » Di 27 Sep 2016 16:10

Jean sitzt rechts und fährt, wie in Ruanda üblich, auch rechts, Sven schaut dem Gegenverkehr in die Scheinwerfer und ich sitze
mit den Rucksäcken hinten, wo ich mich wohler fühle...
Erst fährt Jean zum Busbahnhof, wo er Geld wechselt. Hier sieht das sonst so unafrikanisch eKigali auch wie eine afrikanische
Stadt aus, so ganz anders als auf den Hügeln oben.
Die Busse und Autos drängeln, jeder will mit jedem ins Geschäft kommen...
Einige weisen uns auf ein Problem am linken Vorderreifen hin, sie meinen der habe nicht genug Luft...
Jean steigt aus, begutachtet es (un)fachmännisch mittels vorwurfsvollem Blick auf den Reifen und meint 'Der hat genug Luft'... ;-)
Und, wie sich am Ende des Tages herausstellen wird, der Reifen hat sich an Jean's Feststellung gehalten! ;-)
Schon kurz hinter Kigali erklimmen wie die ersten Hügel, heute noch mit dem Auto...

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Oben: Blick zurück nach Kigali

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Oben: Typische Landschaft, wohlgeformt und hügelig rumliegend...

Es erstaunt mich schon etwas wie trocken das Land ist und wie wenig Grün ich sehe!!!
OK, Ruanda ist immer noch grüner als alle anderen Länder die ich bisher gesehen habe, aber kein Vergleich zu unserer Reise 2013!
Ich spreche Jean drauf an und er stellt die richtige Frage: 'Wann ward Ihr hier?'...
Auf meine Antwort 'Im Oktober 2013!' entgegnet er 'Das war in der Regenzeit, wir haben jetzt den Höhepunkt der Trockenzeit!'
OK, alles klar, das erklärt meine Wahrnehmung!
Und stimmt, wir haben damals mit der Begründung 'Regenzeit' aufs Campen verzichtet!

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Oben: Nicht so grün wie in der Erinnerung...richtig dürr für Ruandische Verhältnisse!

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Oben: Alles wird auf Last-Draht-Eseln transportiert...schiebend hinauf, im Affenzahn wieder runter!

Jean will uns eine Pause gönnen, in Wirklichkeit hab ich schon mehrmals bemerkt wie er gähnt, seine Augen reibt und allgemein
einen müden Eindruck hinterlässt, ohne aber in irgendeiner Form seinen Job zu vernachlässigen.
Er stopt in einem Dorf und holt sich ein Red Bull...
Wenn man bedenkt dass diese Dose wie ich aus dem Rheintal stammt und entweder in Nüziders (Vorarlberg) oder in Widnau, etwa
200m von meiner Wohnung in Widnau entfernt produziert wurde und wir hier in Ruanda aufeinander treffen hat das schon etwas
Spezielles an sich...
In der Hochpreisinsel Vorarlberg oder in der Höchstpreisinsel Schweiz produziert man für die finanzschwachen afrikanischen Menschen
einen Saft mit Stierhormonen...und er wird gekauft!
Aber nicht von mir...buäää....nur schon beim Gedanken an Red Bull wird mir übel...
Ohne grosse Probleme können wir an Polizeipatrouillen und einem gefällten Baum, der auf die Strasse gefallen ist und gleich die
Elektroversorgung mit zu Boden gerissen hat, vorbeifahren.

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Oben: Zielsicher auf die falsche Seite gefällter Baum...inklusive runter gerissener Stromversorgung...

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Oben: Die Radfahrer düsen in aberwitzigen Geschwindigkeiten die Hügel runter...den konnten wir kilometerweit nicht überholen!

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Oben und unten: Es grünt nicht so grün wie auch schon...Ruanda in der Trockenzeit!

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Oben: So transportiert man was mit dem Fahrrad, Satteltaschen sind was für Weicheier! ;-)

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Oben: Und alle gehen zur Kirche, denn es ist Sonntag...
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Beitragvon Picco » Fr 30 Sep 2016 13:13

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Oben: Dicht besiedeltes Ruanda...

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Oben: Endlich sehen wir den Lake Kivu!!! :-D

Noch vor 14:00 Uhr sind wir am Zoll, und jetzt wirds lustig, wie immer bei afrikanischen Grenzübertritten!
Erst müssen wir mal aus Ruanda auschecken, also mal anstehen und den Pass abstempeln lassen.
Dann auf die andere Strassenseite, durch einen überdachten, etwa 20m langen Gang zu zwei Typen, die auf Plastikstühlen im Schatten
sitzen und lautstark telefonierend unsere Pässe anschauen.
Dann wieder auf die andere Strassenseite rüber. Pässe und die international gültigen gelben Impfpässe mit der Gelbfieberimpf-
bestätigung dem Jean abgeben, der sie dann in ein Büro gibt.
Im Büro wird mein Impfpass an eine Frau in einem anderen Büro weitergereicht, zu der Jean den Sven und mich reinschickt.
Sie schaut erst Svens Impfpass mit kritischer Miene an, greift sich irgendwas und hält es Sven an die Stirn.
Dabei erschrickt Sven gut sichtbar und verständlicherweise, denn das Teil sieht aus wie eine Pistole! :-O
Aber sie will ihn nicht erschiessen sondern nur seine Temperatur messen, um sicher zu sein dass er nicht schon Gelbfieber hat...
Phu, Glück gehabt!
Nachdem ich das alles angesehen habe fällt es mir leicht ganz cool zu bleiben...denn ich bin mir sicher dass sie auch mich
nicht erschiessen wird!
Die Arroganz dieser Frau kann sich jeder, der schon mal einen missmutigen und gelangweilten afrikanischen Beamten erleben 'durfte'
gut vorstellen...nicht sehr sympatisch...
Anschliessend dürfen wir wieder vor das Büro wo Jean die Pässe und Impfpässe reingegeben hat und wir bekommen die notwendigen Stempel!
Jean hat offenbar alles gut vorbereitet gehabt, denn alles in allem dauert der Grenzübertritt vieleicht etwas mehr als eine
halbe Stunde, da hab ich schon ganz Anderes erlebt!
Also wieder ins Auto und weiter gehts zum Hotel 'Centre d'Accueil Caritas'!
Auf dem Weg werden wir an den Strassenrand befohlen, denn ein Radrennen findet heute genau hier statt!
Und nach einigen Motorrädern und Autos kommt uns wirklich ein Radfahrer entgegen!
Ja, genau: EINER!!!
OK, danach mit grossem Abstand noch drei, aber dann nichts mehr und wir fahren weiter! ;-)
Im Hotel angekommen checken wir ein und Jean bittet uns um Verständniss dass er das Programm auf den Kopf gestellt hat, denn
da schon einige seiner Kunden nach der Nyiragongobesteigung nicht mehr zum Gorillatrecking wollten will er dass wir die Gorillas
morgen Montag stat wie geplant am Mittwoch besuchen!
OK, wir sind einverstanden und verabschieden Jean, der dringend schlafen gehen muss, denn seit heute früh um sechs Uhr sitzt der
arme Kerl im Auto...und es ist ja auch schon 15Uhr!
Wir haben vollstes Verständniss und gehen in den Garten, Bier trinken...

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Oben: Das Badezimmer...natürlich ohne Duschvorhang... ;-)

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Oben: Das Zimmer 34 (Sven hat die 35 gleich nebenan)...

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Oben: Der Balkon...

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Oben: Der Garten...

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Oben: Die Biere...zuerst Sven ein Simba und ich ein Primus, anschliessend ungekehrt...was bei mir schon für einen kleinen
'Düdeldü' sorgt...
Sind immerhin je gut 1,3 Liter auf seit dem Frühstück nüchternen Magen...


Um 19:00 treffen wir uns zum Abendessen, davor werden Fotos gesichert usw...
Ich bestell mir einen Avocadosalat mit Thunfisch als Vorspeise und einen flambierten Tilapia mit Pfeffersauce udn enorm viel Reis,
Sven als Vorspeise Tomaten mit Toastbrot und einen Tilapia mit Pommes.
Und jetzt wirds Zeit für Food-Porn:

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Oben: Unsere Vorspeisen...

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Oben: Meine Hauptspeise...

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Oben: Sven's Hauptspeise...

Dazu ein Tembo-Bier von der Brauerei Simba, dunkel und süss… ...hmm… Ich mag doch kein süsses Bier! :-O
Um 21:00 gehen wir müde ins Zimmer, Reisenotizen schreiben und das Gepäck vorbereiten, denn morgen es geht’s um 06:30 los!
Gute Nacht!
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Beitragvon Picco » Mo 03 Okt 2016 17:47

Tag 3: Gorillas, wir kommen! :-D

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Oben: Unsere Strecke heute: Vom Hotel 'Centre d'Accueil Caritas' in Goma zu den Gorillas und zurück.

Vom Schlaf einfach so verlassen lieg ich schon um 05:00 Uhr im Bett, von 'wach' kann aber noch keine Rede sein, ich schlafe
nur nicht mehr...
Um 05:30 Uhr singt mein Handy einen Accapella-Song als Wecker, auch das reisst mich nicht aus meiner Lethargie...
Ich bin nur müde, die einzige Tätigkeit die ich schon schaffe ist das Bett zu beschweren...
Um 06:00 wollen wir Frühstücken, aber erst um genau 06:00 hört auch mein Hirn auf zu schlafen!
Shit, ich bin zu spät!!!
Aufstehen/Anziehen/Waschen/Linsen einsetzen/Zähneputzen/Schuhe anziehen...
...alles gleichzeitig und dann runter zu Sven!
Um 06:10 bin ich auch endlich da, er hat zum Glück nicht gewartet sondern sein Frühstück begonnen!
Es hat viele Früchte, Brot, Milchpulver statt Milch, Kaffee und Fruchtsaft.
Passt doch! :-)
Leider ist kein Spanish Omelette zu bekommen...
Während wir so essen kommen ein Mann und zwei Frauen zur Frühstücksterrasse. Ich höre dass sie deutsch sprechen und quatsche
sie an.
Schnell stellt sich heraus dass eine Frau Schweizerin ist, in Bukavu am anderen Ende des Lake Kivu für eine NGO arbeitet
und die anderen Zwei ein deutsches Paar sind das sie hier besucht.
Nach einem kurzen interessanten Gespräch tauschen wir die Kontaktdaten aus, ist doch immer gut jemanden zu kennen der/die dort
wohnt wo ich vieleicht mal hin will... :-D
Sympatische Leute!
Die drei waren schon auf dem Nyiragongo und geben uns begeistert einige Infos darüber, was immer hilft einzuschätzen was man
mitnehmen muss!
Falls Ihr hier mitlest: danke Euch nochmals dafür! :-D
Sie fahren heute mit dem Schnellboot wieder rüber nach Bakavu, wofür das Boot nur drei Stunden benötigt!
Mir fallen bei der Info beinahe die Zähne aus dem Kiefer, liessen wir uns doch im Oktober 2013 von Cyangugu (Ruandische
Grenzstadt bei Bukavu) bis Gisenyi (Ruandische Grenzstadt bei Goma) auf 243km während 8 Stunden durchschütteln...
OK, damals wars im Kongo noch sehr unruhig, so dass wir auf die damals schon geplante Besteigung des Nyiragongo verzichteten
und an eine Bootsfahrt nach Goma nicht zu denken war.
Zumal seit Sommer 2013 wieder Kämpfe zwischen der UNO-begleiteten 'MONUSCO' und den Überbleibseln der M23-Rebellen aufflammten,
Goma darauf von den Rebellen eingenommen und später, zu der Zeit als wir damals in Ruanda und Uganda waren, wieder an die 'Monusco'
zurückgefallen war.
Keine gute Zeit um sich in Goma aufzuhalten...deshalb gingen wir damals nicht rüber und entsprechend auch nicht auf den Vulkan!
Aber wir haben Goma und auch den Nyiragongo von der mit Goma zusammengebauten ruandischen Stadt Gisenyi aus gesehen, wir waren
also beinahe hautnah dran, aber weit genug entfernt um nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Zitat aus dem www.standart.at (klick mich):

2013
Die Gewalt nimmt (vorläufig) ein Ende
Im Vorfeld von international besetzten Friedensgesprächen in Äthiopien erklärt sich M23 zu einem Waffenstillstand bereit. Sein
mutmaßlicher Gründer Bosco Ntaganda stellt sich in der US-Botschaft in Ruanda den Behörden. Er wartet heute in Den Haag auf
seinen Prozess. Nach zwischenzeitlicher Ruhe sind im Sommer die Kämpfe zwischen dem Kabila-Regime und M23 wieder aufgeflammt.
NGOs warnen vor einer erneuten humanitären Katastrophe, 70.000 Menschen sind vor den neuen Gefechten geflohen. Die französische
Regierung prangert systematische sexuelle Kriegsführung aller Kriegsparteien an. Am fünften November gelingt es dem
kongolesischen Militär mithilfe von UNO-Truppen, die M23-Rebellen aus dem Land zu vertreiben.


Dass die Gegend noch nicht ganz zur Ruhe gekommen ist war mir vor der Reise bewusst, aber dass 5 Tage bevor wir in der Gegend
sind im www.spiegel.de (klick mich) folgendes zu lesen ist hat mich dann doch etwas verunsichert (Zitat):

Dienstag, 16.08.2016 18:40 Uhr
Bei einem Angriff mutmaßlicher Rebellen auf zwei Fahrzeuge der Hilfsorganisation Caritas sind im Osten des Kongos drei
Mitarbeiter entführt worden. Zudem wurde eine deutsche Journalistin bei dem Zwischenfall in der Provinz Nord-Kivu angeschossen,
wie die Organisation im Kongo mitteilte. Die Frau sei am Bein verletzt worden.

(Zitat Ende)

Meines Wissens war das im Grenzgebiet zum Virunga National Park, also nicht wirklich weit weg...zumal wir die nächsten Tage
in genau diesem Park verbringen werden!
Und da gibts Touristen, die nichts von Rebellen wissen und komplett uninformiert an so einen Ort gehen und sich für mutig oder 'cool' halten.
...
Frei nach dem Motto:
"Wenn was passiert weil ich mich nicht informiert habe kann der Steuerzahler mich mutiges Kerlchen ja wieder raushauen lassen..."
...
Wie wir noch merken werden sind noch einige solch fragwürdige Leute unterwegs... :-(
Dabei wärs so einfach sich zumindest rudimentär zu informieren:
Sehr gute und recht aktuelle Infos hat uns nebst einigen Kontakten die wir in dieses Gebiet hatten auch folgende Homepage
geliefert:
www.kongo-kinshasa.de (klick mich)

Aber fertig mit den Ausführungen zu den Problemen dieser wunderschönen Gegend!
Jean kommt um 06:35 Uhr, davor haben Sven und ich noch je eine Flasche Wasser geordert, damit wir auf dem wohl langen Marsch
zu den Gorillas nicht verdursten!
Um 06:40 Uhr fahren wir los, denn um 09:00 Uhr müssen wir beim Rangerposten sein!
Und nun mal einige Bilder aus Goma, teilweise durch die Scheiben geschossen:

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Oben: Goma am Morgen...

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Oben: Goma's Möbelhaus... ;-)

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Oben: Goma erwacht, der Verkehr nimmt zu...im Hintergrund ist schon der Nyiragongo zu erkennen!

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Oben: Vor allem Fussgänger und Motorradfahrer sind unterwegs...

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Oben: ...und ein einzelner Sportler auf dem Rennvelo! Wohl der Letzte vom gestrigen Rennen... :-D

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Oben: Hier ging die letzte Eruption des Nyiragongo durch und verwüstete alles was ihr im Weg stand...
...und im Wissen dass auch die nächste Eruption wohl hier durch geht werden wieder Hütten errichtet...


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Oben: Getränkemarkt am Strassenrand...oder wohl eher Tankstelle mit Benzin...

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Oben: Wie man sieht muss auch hier jeder mithelfen, egal ob Kind oder Erwachsener...

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Oben: Immer wieder begeistern mich die für diese Region typischen Lasten-Velos aus Holz...
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