230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

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230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon remoli » Di 04 Jul 2017 11:59

Kann mir ein Elektroprofii bitte helfen! Bin in Südbulgarien und sollte eure Hilfe haben.
Aus aktuellem Anlass stellt sich mir die Frage ob bei den 230V Installationen (Schaudt EBL 208S, Spannungswandler, Außensteckdose, 230V Sicherungsautomat) die Erdung auf die Kabine angeschlossen werden sollte.
Die 12V Minus hängen auf der Kabine, kann ich da bedenkenlos die 230V Erdung drauf hängen.

Anlaß ist folgender. Wir hängen am 230V Landstrom und an einem Abend bemerke ich dass die Kabine Strom führt. An der EBl Rückseite (Erdungskabel Geräteintern) hatte ich 50V gemessen, an der Kabine 30V Wechselspannung. Tags darauf beim nächsten Campingplatz (die Verkabelung sah deutlich besser aus) waren es nur noch 1V an der Kabine, 6V an der EBL Rückseite ..... aber immer noch Wechselspannung messbar. Kann mir jemand helfen .....

Vielen Dank !
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Tobi » Di 04 Jul 2017 12:10

Hallo - m.E. gehört die Erdung (Schutzleiter) an das Fahrgestell bzw. auch an den Koffer (wenn metallisch) angeschlossen.

Dein Problem kann trotzdem auftreten (hatte ich auch schon und zwar auf einem Platz in Südschweden).
Hier liegt m.E. ein bzw. sogar zwei Fehler in der landseitigen Installation vor (1. Schutzleiter nicht (gut) mit Erde verbunden, 2. ist auch kein FI-Schalter landseitig installiert, der würde sonst ja auslösen).
In dem Fall (und wenn es nur eine Nacht ist) würde ich auf den Landstrom dankend verzichten.
Zuletzt geändert von Tobi am Di 04 Jul 2017 16:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Tobi » Di 04 Jul 2017 12:12

Siehe auch in unserer Wissensbasis:

Aufbau:
Die Einspeisung von 230 V darf nur über einen CEE-Einbaustecker erfolgen (3-Polig, für die blauen CEE „Campingkupplung“). Dieser Einbaustecker muss gut zugänglich und abdeckbar sein. Zu empfehlen ist der Einbau eines entsprechenden Anschlusskastens aus dem Campingbedarf. Von diesem Einbaustecker ist ein Potentialausgleich zur Karosserie zu schaffen. Dazu muss eine feindrähtige Leitung mit min. 4 mm², Farbe grün-gelb vom Anschluss des Schutzleiters (PE) auf die Karosserie gelegt werden. Hinter dem Eingangsstecker muss als erstes eine Doppelsicherung eingebaut werden (Empfehlung 2x10 A) bei der beide Sicherungen gekoppelt sind, so dass im Falle eines Überstroms beide Leitungen getrennt werden. Leiter und Neutralleiter sind beide über jeweils eine dieser Sicherungen abzusichern.
Notwendigkeit dieser Doppelsicherung: Bei Verwendung eines Schukoadapters bzw. eines Adapters für ausländische Steckdosen oder bei falsch Angeschlossenen CEE-Steckdosen kann es vorkommen, das Leiter und Nullleiter vertauscht sind. Dann wäre die Sicherung nur im Nulleiter und selbst nach auslösen der Sicherung würde im Wohnmobil noch Spannung gegen Erde anliegen. Das selbe könnte passieren, wenn beide Sicherungen nicht gebrückt währen und nur die Sicherung des Nulleiters auslösen würde.
Ein Fehlerstromschutzschalter (FI) ist im Wohnmobil nicht zwingend vorgeschrieben, da eigentlich alle Campingplätze damit ausgestattet sein müssten. Er ist aber dringend zu empfehlen, da es durchaus vorkommen kann, dass das Wohnmobil an Installationen angeschlossen wird, in denen kein (funktionierender) Fehlerstromschutzschalter vorhanden ist.
Nach den Sicherungen und dem FI-Schalter folgt dann die weitere Verlegung zu den einzelnen Steckdosen.
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon wiru » Di 04 Jul 2017 21:28

Ich hatte das schon mal diskutiert, aber bin da nicht schlau draus geworden: viele Womos hier sind doch aus gfk? Wo will denn da Spannung anliegen? Muss man das nicht sehen wie schutzisolierte Geräte (die mit 2pol Euro Stecker (Rasierapparat...). Ich wüsste echt nicht, wo (und wozu) ich beim Aufbau einen schutzleiter ins Plastik schrauben soll...

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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon sieschonwieder » Di 04 Jul 2017 22:43

Ich hab das zu Hause, beim Laden meiner Batterien an meiner Metallbüchse auch.
Mit feuchten Händen am Einstigsgiff gibt spass. Oder mal kurz unters Auto liegen, kanns auf die Nase geben.


Schutzleiter an der Steckdose am Nebengebäude von welchem da Auto geladen wird , mit dem klappts nicht so ganz.
Bis jetzt hats jeder Überlebt. Steht aber auf der Agenda nach der Womosaison.
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Steff66 » Mi 05 Jul 2017 02:08

Hallo,
falls die zitierte " Wissensbasis" aktuell ist und korrekt wiedergegeben wurde, ist sie falsch.
Hab das jetzt nicht nachgeprüft.
Fehlerstromschutzschalter IN Wohnwagen/mobilen sind ab 2010 vorgeschrieben.Natürlich nur für Installationen, die nach diesem Zeitpunkt gemacht wurden.
Das ist gut so.

Das Fahrzeugchassis-Chassis muß mit dem Schutzleiteranschluß der 230V Einspeisung verbunden werden.
Auch das ist gut so.

Die Frage, welchen Sinn das an einer nicht leitfähigen Kabine macht, stellt sich eigentlich nicht. Es geht um durchgängig leitfähige Fahrzeugteile, die gibt es nunmal bei allen Fahrzeugen, Expizit den GFK Aufbau zu Erden ist selbstverständlich sinnfrei, aber auch nicht verlangt.

Eine gleichzeitig angeschlossene Batterie-Masse stört nicht, sofern der Rest der Installation korrekt ist.


Zu den Messwerten ist aus der Ferne wenig zu sagen. Vermutlich eine Feherhafte Installation an der Speisestelle. kann auch eine eingekoppelte Phantomspannung sein, Multimeter sind in diesem Fall eher ungeeignet.

Wenn ich allerdings eine Stromschlag an oder in der Kabine bekomme, würde ich augenblicklich die Einspeisung trennen.
Oder mich in die Hände der natürlichen Auslese begeben.

Grüße Stephan
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Tobi » Mi 05 Jul 2017 09:03

@wiru: Darum hatte ich in meinem eigenen Text beim Anschluss an den Koffer dazugeschrieben: WENN METALLISCH :D

@all: der Artikel in der Wissensbasis steht hier. Ich hatte ihn auszugsweise einkopiert. Stand ist 2006, als sich Krabbe die Mühe gemacht hat, das für uns zusammenzuschreiben.

Ich selber habe in meinen Fahrzeugen einen 2polig abschaltenden FI und auch dahinter nur 2polige Sicherungen verbaut - wie erwähnt können Nulleiter und Phase
aus verschiedenen Gründen im Fahrzeug vertauscht ankommen.

@steff66: Magst Du ein Update für die Wissensbasis verfassen, damit sie wieder aktuell ist?
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon visual » Mi 05 Jul 2017 09:35

Steff66 hat geschrieben:Hallo,
falls die zitierte " Wissensbasis" aktuell ist und korrekt wiedergegeben wurde, ist sie falsch.
Hab das jetzt nicht nachgeprüft.
Fehlerstromschutzschalter IN Wohnwagen/mobilen sind ab 2010 vorgeschrieben.Natürlich nur für Installationen, die nach diesem Zeitpunkt gemacht wurden.
Das ist gut so.

Das Fahrzeugchassis-Chassis muß mit dem Schutzleiteranschluß der 230V Einspeisung verbunden werden.
Auch das ist gut so.

Die Frage, welchen Sinn das an einer nicht leitfähigen Kabine macht, stellt sich eigentlich nicht. Es geht um durchgängig leitfähige Fahrzeugteile, die gibt es nunmal bei allen Fahrzeugen, Expizit den GFK Aufbau zu Erden ist selbstverständlich sinnfrei, aber auch nicht verlangt.

Eine gleichzeitig angeschlossene Batterie-Masse stört nicht, sofern der Rest der Installation korrekt ist.


Zu den Messwerten ist aus der Ferne wenig zu sagen. Vermutlich eine Feherhafte Installation an der Speisestelle. kann auch eine eingekoppelte Phantomspannung sein, Multimeter sind in diesem Fall eher ungeeignet.

Wenn ich allerdings eine Stromschlag an oder in der Kabine bekomme, würde ich augenblicklich die Einspeisung trennen.
Oder mich in die Hände der natürlichen Auslese begeben.


Grüße Stephan


Um das nochmal hervorzuheben!
klingt hier zum Teil im Thread so:
"Ach das brutzelt das halt nen bisschen beim anfassen, ist ja nicht schlimm"

Je nach Installation kann das aber für alle beteiligten Lebensgefährlich sein!
Also besser wie oben Steht:
Stecker Raus, Ordentlich machen und erst dann wieder Landstrom nutzen.
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon GooSe_1977 » Mi 05 Jul 2017 09:36

Tobi hat geschrieben:Hallo - m.E. gehört die Erdung (Schutzleiter) an das Fahrgestell bzw. auch an den Koffer (wenn metallisch) angeschlossen.

Dein Problem kann trotzdem auftreten (hatte ich auch schon und zwar auf einem Platz in Südschweden).
Hier liegt m.E. ein bzw. sogar zwei Fehler in der landseitigen Installation vor (1. Schutzleiter nicht (gut) mit Erde verbunden, 2. ist auch kein FI-Schalter landseitig installiert, der würde sonst ja auslösen).
In dem Fall (und wenn es nur eine Nacht ist) würde ich auf den Landstrom dankend verzichten.


Aber wer testet das bitte immer ? Ich hab noch keinen mit dem MUltimeter gesehen nach dem anschleißen von Landstrom ? Wir hatten das auch schon, bei mir hats nur gekribbelt - und nur durch zufall bemerkt. Doch was ist mit kleinen Kindern ?
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon mrmomba » Mi 05 Jul 2017 10:35

Die Updates bitte ins WIKI nicht in die Wissensbasis.
Auch wir sind im Web unterwegs KLICK
===>Beachtet das WoMoBox Wiki <===
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Leerkabinen-Wolfgang » Mi 05 Jul 2017 10:47

mrmomba hat geschrieben:Die Updates bitte ins WIKI nicht in die Wissensbasis.

... am Liebsten in beides, denn niemand kann sagen, wer wo sucht... ;-)

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
erstes Juni-WE (02.-07.Juni 2017): Weinfest
vierter Sept.-Samstag (23.09.17): Weinprobe in den Weinbergen
04.- 06. Mai 2018: Leerkabinen-Treffen
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon Tobi » Mi 05 Jul 2017 12:08

@GooSe_1977

Der FI-Schalter IN Deinem Wagen schützt Dich (und Deine Kinder) hier, wenn Strom gegen den Boden oder über den Schutzleiter abfliesst.
Darum halte ich es für extrem sinnvoll, auch ältere Fahrzeuge nachzurüsten.

Der Nachteil - bei Plätzen mit schlechter Installation fliegt halt der FI-Schalter gerne mal - aber better safe than sorry.

Was ich einmal erlebt habe: Ich fasse den Türgriff vom Koffer an und es kribbelt (wirklich nur ein leichtes kribbeln) - der Koffer ist GFK, aber das Türschloss hatte offenbar irgendeinen Kontakt in Richtung Fahrgestell. Dessen Verbindung zum Schutzleiter habe ich überprüft - war ok. Aber offenbar hatte der Schutzleiter am Landanschluss nicht dasselbe Potential wie der Boden um das Auto herum ...

Der FI war vorhanden, aber der Strom war wohl selbst dafür zu niedrig.
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon GooSe_1977 » Mi 05 Jul 2017 15:15

Wir sind ja abgesichert, wir haben einen PRCD-S https://elektron-berlin.de/produkte/prcds/personenschutzschalter-prcd-s.html in der Zuleitung montiert ... Die Zuleitung ist von DEFA und an Masse angeschlossen. Außer einem Cteck Lader hängt da meistens nix drann ....
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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon wiru » Mi 05 Jul 2017 18:04

Ich muss nochmal nerven: meine Kabine ist metallfrei...Natürlich ist das Fahrgestell Leitfähig, aber es ist nirgends Leitfähig mit der Kabine verbunden...Auch nicht mit irgend welchen stromführenden Aufbauteilen und schon gar nicht mit einer 230V Installation... Also nochmal: wozu erden? Und nein: Aufbau Masse ist nicht mit dem Chassis verbunden...Der B2B ladewandler trennt beide Systeme...

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Re: 230V Erdnungsanschluß auf Kabine hängen?

Beitragvon holger4x4 » Mi 05 Jul 2017 20:27

Der B2B hat keine gemeinsame Masse? Uach keine Antennenleitung oder sonstwas?
Gruß, Holger

Bilder meiner alten Kabine hier, und die neuen Kabine --> hier
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