Verarbeitung von CfK

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers

Verarbeitung von CfK

Beitragvon Leerkabinen-Wolfgang » Sa 15 Jul 2017 21:27

Hallo Leute,

meinem Duschboden (= Tankdeckel) ist vom Kabinenbauer schon fast fertig gestellt worden - es fehlt nur noch eine abschließende CfK-Schicht. Da ich den Kabinenfertigbau jetzt in eigene Hände genommen habe, muß ich diese Schicht selbst aufbringen - mein erster versuch des Laminierens. Ich hatte vor, morgen damit zu beginnen. CfK ist schwarz - nicht unbedingt mein Traum von Boden in der Dusche, daher hatte ich vor, den fertigen Boden in irgend einer Form weiß zu beschichten. Durch Zufall habe ich heute entdeckt, daß Gelcoat gar kein Gel ist, das nach Fertigstellung eines Bauteils aufgebracht wird, sondern anscheinend nur ein eingefärbtes Harz. Liege ich da richtig? Und falls ja: kann ich den entsprechenden Farbstoff in mein Epoxidharz einrühren? Und falls das wiederum mit 'ja' beantwortet werden kann: würde ich damit eine deckende weiße Schicht trotz schwarzem CfK-Basismaterials bekommen? Und falls auch das noch mit 'ja' beantwortet werden kann: wo bekommt man den Farbstoff auf die Schnelle in kleinen Mengen her? Ich habe nur einen Rest des Epoxidharzes vom Kabinenbauer, den ich zum Laminieren benutzen wollte...

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
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Re: Verarbeitung von CfK

Beitragvon fernweh60 » Sa 15 Jul 2017 23:24

Hallo Wolfgang,
man kann Pigment in Epoxidharz einrühren.
Normalerweise deckt das auch recht gut.
Ich würde beim Bootshändler mit Werkstatt nachfragen.
Auch gibt es im Internet Händler für Bootsbedarf bzw. Epoxidharz und Zubehör.
Wenn du nichts findest, dann melde dich.
:wink:
Das Leben ist zu kurz um sich lange zu ärgern
Gruß,
Stefan
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Re: Verarbeitung von CfK

Beitragvon Thomas135 » So 16 Jul 2017 08:33

Schau vielleicht auch noch mal hier:

http://www.r-g.de/home.html

Hier solltest Du auch telefonisch Rat bekommen. Die Materialien die ich bisher von dort verarbeitet habe waren immer 1a!
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Re: Verarbeitung von CfK

Beitragvon Leerkabinen-Wolfgang » Di 18 Jul 2017 09:08

So, endlich die ersten produktiven eigenen Maßnahmen an der Kabine (Außer dem Einbau der Alkovenfenster): [stolzmodus an]der Duschboden (= Tankdeckel Frisch-/Abwasser) ist laminiert![stolzmodus aus]

Der Duschboden war von Jörg aus einer speziellen Schaumplatte mit 2* CfK unten und 1* CfK oben laminiert worden und dann auf die diversen Stege der Tanks aufgeklebt bzw. laminiert worden. Was noch fehlte, war die oberste Deckschicht, die auch die Abdichtung an die Seitenflächen übernehmen sollte. Das sah dann so aus:
P_20170716_122057_1.jpg
Zustand zu Beginn

Ok, weiß ist die Duschwanne jetzt noch nicht, aber ich war mir nicht sicher, ob ich das mit eingefärbtem Harz so richtig hin bekomme. Ich denke, dafür werde ich lieber noch eine eigenen Deckschicht spendieren - die deckt dann (hoffentlich) überall gleichmäßig... Oder ich lasse alles schwarz, wäre ja auch eine Möglichkeit...

Ich hatte erst vor, ein einziges Stück CfK-Gewebe aufzulaminieren und an den Kanten hoch zu ziehen. Diese Aufgabe war mir dann aber doch zu komplex für den Anfang, vor allem, weil sich die Fasern am Rande des Gewebes so gerne selbständig gemacht haben. Ich habe deshalb zuerst rundum einen schmalen Streifen CfK in die Kante Duschboden/Wände laminiert und nach einer kurzen Antrocknungszeit dann CfK auf die Bodenplatte vollflächig auflaminiert. Ich denke, ich kann mit dem Ergebnis ganz zufrieden sein:
P_20170717_194636.jpg
Das Ergebnis meines ersten Laminierversuchs...

Bei dem letzten Bild sieht man auch meine spezielle Lösung für die Revisionsöffnungen gut: ich habe einfach von Kunststoff-Frishchaltedosen den Boden abgeschnitten und diese dann in den Tankdeckel eingeklebt. 'Normale' Revisionsöffnungen haben wir einfach nicht in unsere Tankdeckel 'rein und dicht bekommen - denn im Frischwassertank war ja die Forderung, nur trinkwassergeeignete Materialien mit dem Wasser in Berührung kommen zu lassen, was sich durch überlaminieren der inneren Klebeschicht auch gut sicher stellen konnte. Nebenbei habe ich auf diese Weise so große Revisionsöffnungen, daß ich auch um die Schwallwände drumherum greifen kann, um dort notfalls sauber machen zu können.
In den Bereich zwischen die beiden Revisionsöffnungen vorne kommt übrigens die TrockenTrennToilette - die ist nicht nur leichter, sondern braucht auch wirklich erheblich weniger Platz als eine Kassettentoilette!

Die von Jörg/Innomobil eingbauten Naßzellenwände habe ich wieder raus gerissen, weil sie zwar superleicht, aber auch wabbelig und in der folierten Oberfläche empfindlich waren. Sobald mein Schreiner aus dem Urlaub zurück kommt, werde ich mir aus mit Klebefolie beschichtetem Styrodur, einer 0.7mm starken GfK-Bahn und 2mm starkem Furnierholz ein Sandwich pressen lassen, aus dem dann die neuen Naßzellenwände errichtet werden sollen. Auf ähnliche Weise, nur mit beidseitig GfK, werden dann auch die Wände des Küchenblocks erstellt, so daß ich Küchenschrank und Naßzelle vielleicht bis zu unserer ersten Probefahrt um den 12. August im Rohbau fertig habe. :-)

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Re: Verarbeitung von CfK

Beitragvon world_is_waiting » Sa 22 Jul 2017 23:29

Hi Wolfgang,
Gelcoat ist auf Polyester-Basis und harmoniert im Grunde nicht mit Epoxidharz. Es gibt aber vereinzelt Hersteller, die Epoxi-taugliche Gelcoat-Varianten anbieten. Aber:
Gelcoat härtet unter Luftabschluss aus, es ist ja dafür gedacht, es in eine Negativ-Form zu pinseln, dann folgt das Lmaint auf der späteren Innenseite, dann wird entformt. Du kannst aus Gelcoat aber durch Zugabe von Paraffin ein Topcoat herstellen, das wie eine Farbe am Ende klebfrei aushärtet. Nur ist das ein dickshicchtig angelegtes Material, damit verhältnismäßig schwer. Was spricht dagegen, die Duschtasse zu lackieren?

Bei dem hohen Bauaufwand den du betreibst, bin ich jetzt Über die Lösung der letzten Wände mit Sperrholz und GFK u.s.w. überrascht. Wo war das Problem der "Wabbeligkeit" ?

Martin
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Re: Verarbeitung von CfK

Beitragvon Leerkabinen-Wolfgang » Mo 24 Jul 2017 09:23

Hi Martin,

Danke für den Tipp mit dem Topcoat. Was ich am Ende mit der Duschtasse mache, weiß ich noch nicht - jedenfalls werden da noch viele andere Arbeiten vorher durchgeführt werden - die Farbe hat keine Priorität.

Die Platten, die von Jörg verwendet worden sind, sind 10mm starke PE-Platten bestehend aus zwei PE-Deckschichten und einem PE-Wabenkern. Kohlpechrabenschwarz. Darauf hat er eine weiße Autofolie aufgebracht. Aber da waren schon kurz nach der Montage der Wand die ersten Schäden drin, so daß man die schwarze Platte wieder gesehen hat. Sehr unschön. Zudem ist die Platte nur an der Frontwand und am Boden verklebt, damit sich das Dach temperaturausdehnungsbedingt bewegen kann. Da dann eine Hakenleiste und evtl. schwere, feuchte Winterklamotten dran zu machen war mir zu Joker.

Aber Sperrholz gibt's trotzdem nicht: mein Schreiner preßt mir aus XPS-Schaum mit beidseitiger Klebefolie und entweder 2* 0,7mm GfK (an das 0,6mm GfK meiner Inennhaut bin ich nicht mehr heran gekommen) oder einseitig das GfK, auf der anderen Seite 0,8mm-1,8mm Furnierholz ein Sandwich. Ersteres für z.B. die Küchenkorpusse, letzteres für die Naßzellenwände: innen wasserfestes GfK, außen schönes Holz. Die ersten Küchenkorpuswände mit 2* GfK wiegen etwas über 3kg/m³ und damit etwa doppelt so viel wie die ursprünglichen PE-Platten, sind aber auch viel robuster. Mit 0,8mm Furnierholz (mglw. kanadisches Ahorn) werde ich wohl immer noch unter 3,5kg/m² bleiben. Tut weh, ist aber für ein heimeliges Interieur (ich bin kein Fan von farbigen Fronten irgendeiner Art) sehr vorteilhaft.

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