Euro4/5 in Lateinamerika

Unten sind sie alle gleich: Fragen und Antworten zur Fahrzeugtechnik.
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Balu
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#31 Beitrag von Balu » So 23 Mär 2014 15:47

Saflo hat geschrieben:Die wundersame Ölvermehrung findet nur im Kurzstreckenverkehr statt, wenn das Fahrzeug vor den Ende der Regenerationsfahrt abgestellt wird. Dann will das Steuergerät bei der nächsten Fahrt wieder regenerieren.
Das wird im T5-Board anders dargestellt. Da wird behauptet, dass die Nacheinspritzung (inkl. Ölvermehrung) nötig ist, dass der DPF auf die zum Freibrennen benötigten Temperaturen kommt - und das auch auf der Autobahn, wenn man nicht gerade ziemlich heizt. Vielleicht haben andere Hersteller andere (bessere) Systeme um die Problematik in den Griff zu kriegen.

Dass Kurzstreckenverkehr mit unterbrochenen Regenerationen eher suboptimal ist, darüber müssen wir glaube ich nicht diskutieren.

Gruß
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Rudi
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#32 Beitrag von Rudi » So 23 Mär 2014 16:46

Isuzu hatte ja mit dem DMax Anfangs Probleme mit der Ölverdünnung-
Nach 2 Updates wurde die Regeneration von ca.120 km auf mittlerweile 300 km erweitert.
Seit dem ist die Ölverdünnung auch bei Kurzstrecken kein Thema mehr.

Die Füllung und Regeneration des DPF kann man beim DMax übrigens an einem Balkendiagramm verfolgen.

Die Elektronik zu überlisten ist ,glaub ich, nicht so einfach.
Im Rechner ist hinterlegt das die Regeneration nach z.B. max. 300 km zu erfolgen hat.
Wenn der Drucksensor immer gleiche Werte abgibt dann folgt irgendwann eine Fehlermeldung mit Notlauf.
Ebenso wenn keine Nacheinspritzung in einem vorgegebenen Fenster erfolgt , dann Fehlermeldung mit Notlauf.
Gruß Rudi

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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#33 Beitrag von PeterM » Mi 26 Mär 2014 19:57

Schön, was so alles an Halbwissen herumgeistert (in einem T5-Forum hätte ich wirklich nicht gesucht, aber bitte):

Ad Kraftstoffqualitäten
Die lokalen UN-Karten sind schon richtig, die globalen ein bißchen "Rosarot" - es ist außerhalb der Ballungszentren eher Zufall, was die Tankstelle abgibt. Und Schwefel - ich würde jetzt sagen, mehr als 250 ppm - sorgt für eine dramatische Partikelvermehrung. Unter hot-and-high Bedingungen kommt der Motor da nicht mehr aus den Regenerationsläufen raus, und abgebrochene oder unvollständige Regeneration sorgt ganz sicher für Notlauf. Das mag auch ein Lastproblem sein: Wenn ich auf mieser Piste mit 30 km/h dahinrolle, damit mir das FAhrzeug bzw. der Aufbau nicht auseinanderfällt, bleibt der Motor in der regenerationsungeeigneten Teillast. Die europäischen Hersteller haben allesamt ein Maximum von 2.400 bis 3.000 m getestet, die Anden sind damit ein ganz anderes Kaliber.

Zwischenstand: DPF muss raus

Ad Motorelektronik
Wie richtig angesprochen muss ich die Differenzdrucksignale nicht nur "statisch betrügen", sondern auch alle Regenerationsläufe samt Plausibilitätskontrollen hinbekommen. Parallel rechnet die EDC aus dem gemessenen Fahrprofil eine theoretische DPF-Beladung hoch (das sind die OBD-Forderungen, die ja auch Sensorausfälle berücksichtigen müssen). Bei einer Handvoll Motoren reicht das Überlisten der Sensorik, aber bitte nicht im Steuergerät, da findest Du nie alle maßgeblichen Parameter. Hat den Vorteil, dass ein Hin- und Rückrüsten einfach ist.

Wo das nicht geht und ein Eingriff in die Elektronik erforderlich ist: Viel Erfahrung und zig Stunden am Prüfstand. Street legal ist ein solches Fahrzeug in Europa dann, wenn ich Steuergerät tausche, DPF ein- und ausbaue und ev. noch der Sensorik in die Eingeweide greife. Dann gibt es eben den Ausrüstungszustand Europa und den zweiten "out-of-area".

Wer kann es? Die handelsüblichen Chiptuner nicht. Die Hersteller dann, wenn sie - in der Regel für olivgrüne Kunden - die Versionen durchentwickelt haben und das auch an Private abgeben. Bleiben die Spezialisten, die dafür auch echtes Geld nehmen (müssen): Wenn die Werksniederlassung in Südamerika den Motor in der jeweiligen Abgasausbaustufe noch nie gesehen hat, musst Du denen stundenlang gut zureden, damit sie im Fall der noch immer möglichen Störung (weil etwa ein ganz anderer Sensor spinnt) die richtigen Daten auslesen und sich was sagen lassen.

Bekannt sind mir Lösungen für Iveco (aber nicht aus der Werksenwicklung) und weil die Bosch-EDC's sehr ähnlich sind, davon abgeleitet Daimler. Bei letzterem Hersteller: Ja, es gibt ab Werk Euro III - Versionen für den G, nicht für den Sprinter. Wo die olivgrünen Kunden unterwegs sind, ist mir Oberaigner noch nie aufgefallen, aber bitte.
Zu VW ist in dem Thread schon alles gesagt worden, noch als Hinweis: Je höher belastet die Motoren desto wenige Abweichung bezügl. Kraftstoff, Fahrprofil usw. ist möglich. Es hat schon einen tieferen Sinn, warum Iveco für 130 kW 3L Hubraum hat und nicht zwei..
Bei den anderen Herstellern wird die Basis nicht breit genug sein, dass denn da jemand entwickelt.

Ad Nebenthemen: Ein bißchen Nacheinspritzen, um Oxikat und DPF zu heizen, wird bei einzelnen Motoren schon nötig sein und in der Regel auch funktionieren. Wenn ich aber zu wenig Last fahre (fahren kann), brennt der Kraftstoff "irgendwo und irgendwann" - noch nicht genannt wurde, dass ich damit auch die Abgasreinigung wunderbar "verschmelzen" kann.

Einfachste Lösung: Bei Euro III - Fahrzeugen bleiben. Die gibt es noch in passablem Zustand. Hat den Nebeneffekt, dass die niedrigeren Einspritzdrücke mit schlechteren Kraftstoffquailtäten länger zurande kommen.

Grüsse
Peter

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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#34 Beitrag von dare2go » Do 27 Mär 2014 07:29

Sehr ausführlich - Deine Bemerkungen!
Ein Hauptteil dieser Diskussion dreht sich (neben Rückrüstung vor Abreise) um Werkstattbesuche im Ausland... Leider haben alle Fahrzeuge die Angewohnheit, meist weit entfernt von der Fachwerkstatt zu streiken. Und dann? Wir mussten 2009 Freunden auf der Carretera Austral in Chile moralische und praktische Unterstützung geben - das war gute 1.000 Kilometer und eine lange Fährfahrt von Puerto Montt, dem nächsten Ort mit Werkstatt. Ursache der Panne: schwefelhaltiger Diesel. Symptome: Notlauf, zu wenig Leistung um ein recht schweres Wohnmobil noch Serpentinen auf eine Schotterstrecke hochzuziehen = also liegen geblieben. Folgeschäden: zusätzliche Sensoren und zuletzt Hauptsteuerteil kaputt, eventuell durch Unkenntnis des Vertragshändlers beschädigt. Alles aus den USA importiert müssen - 4 Wochen Wartezeit. Von den Kosten, die mehrere Tausend Dollar betrugen (so viel, dass unsere Freunde mangels Geld kurz darauf ihre Reise abbrechen mussten), mal ganz zu schweigen...
Na toll, so will doch jeder mit Freuden was für die Umwelt tun und Euro-6-Fahrzeuge fahren!
PeterM hat geschrieben:Einfachste Lösung: Bei Euro III - Fahrzeugen bleiben.

Wie gut, dass ich noch ein Fahrzeug von 1980 mit Euro NULL habe... :twisted:
Der Mehrverbrauch ist überschaubar - da brauche ich dafür hoffentlich nicht Tausende für unnötige Reparaturen zurücklegen.
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#35 Beitrag von Balu » Do 27 Mär 2014 10:34

dare2go hat geschrieben:Na toll, so will doch jeder mit Freuden was für die Umwelt tun und Euro-6-Fahrzeuge fahren!
PeterM hat geschrieben:Einfachste Lösung: Bei Euro III - Fahrzeugen bleiben.

Wie gut, dass ich noch ein Fahrzeug von 1980 mit Euro NULL habe... :twisted:
Der Mehrverbrauch ist überschaubar - da brauche ich dafür hoffentlich nicht Tausende für unnötige Reparaturen zurücklegen.
Genau da liegt der Hase im Pfeffer:
Wenn ich mir ein Fahrzeug in erster Linie dafür anschaffe, um die Grenzen Europas zu verlassen, dann sind diese Hinweise goldrichtig. Wenn ich aber erstmal jahrelang mit der Kiste in der grünen Umweltschutzzone auch die Enkelkinder besuchen will, dann wird's schwierig! Und wer kann sich das schon leisten, für jedes Fahrziel ein neues Fahrzeug anzuschaffen! :? :twisted:

Ich persönlich halte diese Umweltschutzzonen-Hysterie eh für fragwürdig. Wenn man sich die Zahlen (vom ADAC :oops: :lol: ) so anschaut, nehmen die "alten Stinker" bei uns von alleine rapide ab, wenn man für Neufahrzeuge entsprechende (steuerliche) Vorteile gewährt. Da müsste man die "Restbestände" alter Fahrzeuge nicht zwangsweise gängeln. Die machen das Kraut nicht mehr fett, was die Umweltbelastung in Deutschland betrifft. Die verschmutzen jetzt einen anderen Planeten! (Könnte man meinen, wenn man sich das Theater der Politik so anschaut! :? )

Gruß
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#36 Beitrag von dare2go » Do 27 Mär 2014 11:45

Balu hat geschrieben:
dare2go hat geschrieben:Na toll, so will doch jeder mit Freuden was für die Umwelt tun und Euro-6-Fahrzeuge fahren!
PeterM hat geschrieben:Einfachste Lösung: Bei Euro III - Fahrzeugen bleiben.

Wie gut, dass ich noch ein Fahrzeug von 1980 mit Euro NULL habe... :twisted:
Der Mehrverbrauch ist überschaubar - da brauche ich dafür hoffentlich nicht Tausende für unnötige Reparaturen zurücklegen.
Genau da liegt der Hase im Pfeffer:
Wenn ich mir ein Fahrzeug in erster Linie dafür anschaffe, um die Grenzen Europas zu verlassen, dann sind diese Hinweise goldrichtig. Wenn ich aber erstmal jahrelang mit der Kiste in der grünen Umweltschutzzone auch die Enkelkinder besuchen will, dann wird's schwierig! Und wer kann sich das schon leisten, für jedes Fahrziel ein neues Fahrzeug anzuschaffen! :? :twisted:

Ich persönlich halte diese Umweltschutzzonen-Hysterie eh für fragwürdig. Wenn man sich die Zahlen (vom ADAC :oops: :lol: ) so anschaut, nehmen die "alten Stinker" bei uns von alleine rapide ab, wenn man für Neufahrzeuge entsprechende (steuerliche) Vorteile gewährt. Da müsste man die "Restbestände" alter Fahrzeuge nicht zwangsweise gängeln. Die machen das Kraut nicht mehr fett, was die Umweltbelastung in Deutschland betrifft. Die verschmutzen jetzt einen anderen Planeten! (Könnte man meinen, wenn man sich das Theater der Politik so anschaut! :? )

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Naja, es gibt ja auch in D'land (mit etwas Suche) gut gepflegte, wenig gelaufene WoMos, die H-fähig sind - und dann wieder in alle Dummweltzonen reindürfen.
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#37 Beitrag von Balu » Do 27 Mär 2014 15:21

dare2go hat geschrieben:Naja, es gibt ja auch in D'land (mit etwas Suche) gut gepflegte, wenig gelaufene WoMos, die H-fähig sind - und dann wieder in alle Dummweltzonen reindürfen.
Wahrscheinlich hast Du recht!
Irgend einen Tod muss man sterben.
Ich hatte auf der einen Seite die Schnauze voll von alten Kisten, die ich seit meiner Jugend (aus finanziellen Gründen) gefahren habe auf der anderen Seite habe ich bestimmte Vorstellungen davon, wie mein Womo aussehen sollte! Alleine diese Vorstellungen bei einem gut gepflegtem, wenig gelaufenem H-fähigen (zufällig) verwirklicht zu finden - (fast) unmöglich!
Auf der anderen Seite habe ich Spaß daran, selbst meine Vorstellungen umzusetzen. Sonst wäre ich ja nicht hier! :wink: :lol:
Was liegt also näher sich eine neue Basis zu kaufen, die den eigenen Vorstellungen entspricht und etwas drauf zu bauen. Und jetzt muss ich halt schauen, wie ich später die großen Reisen außerhalb Europas geregelt kriege! :? :roll:
Aber zur Zeit habe ich in der "schönen sauberen EU" viel Spaß damit! Und das ist ja auch was wert! :mrgreen:

Gruß
Herby,

der sein Kistchen ohne PDF optimal fände.
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#38 Beitrag von PeterM » Do 27 Mär 2014 20:59

Zum Ausfall in der tiefen Pampa: Ja, passiert immer an der dümmstmöglichen Stelle, Murphy lebt.. Im konkreten Beispiel halte ich das für "southamerican engineering", es ist immer wieder haarsträubend, was die Jungs alles reparieren und was sie dabei kaputtmachen.

Wenn ich meinen Experten hierzulande das Fahrzeug vorbereiten lasse, kann - nicht immer - ein Anruf helfen. Wenn ich mit einigen zig-tsd Euro Investition losfahre, sollte auch ein Diagnosegerät des Herstellers (nicht das OBD-irgendwas-Spielzeug) drinnen sein. Manchmal gibt es was in der Bucht, die Iveco PT-Box ist auf 2k runtergefallen (für Kundenmotoren), der easy für Werksfahrzeuge ist merklich teurer, aber nicht soo teuer wie das Reparieren in südamerikanischer "Qualitätsarbeit".

Wenn ich DPF und ein paar andere Komponenten rausgebaut habe, brauche ich meinen Guru auf jeden Fall: Selbst wenn die Werkstatt die aktuellen Abgasregelungen (im Lehrbuch?) schon gesehen hat, ohne DPF ist die Analyse ein bißchen anders - die Kundigen verkaufen Dir auch "Umbau plus out-of-area-support" im Paket .. ja, kostet Geld, aber 10h sind in Mitteleuropa auch nicht für 'nen Appel und ein Ei zu haben, und die kommen mit ein bißchen Pech zusammen

Grüsse
Peter

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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#39 Beitrag von Balu » Do 27 Mär 2014 22:13

PeterM hat geschrieben:sollte auch ein Diagnosegerät des Herstellers (nicht das OBD-irgendwas-Spielzeug) drinnen sein.
Hallo Peter,
da habe ich schon was, das fast alles kann, was die offiziellen Testgeräte von VW können - kein 50€-Spielzeug vom Discounter.
PeterM hat geschrieben:die Kundigen verkaufen Dir auch "Umbau plus out-of-area-support" im Paket ..
Danke,
"Umbau plus out-of-area-support" ist wohl das Stichwort auf das ich beim Ausbau und Ausprogrammieren des PDF achten sollte!

Gruß
Herby
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#40 Beitrag von Canoe » Fr 28 Mär 2014 11:28

Hallo Peter,
herzlichen Dank für Deine profunden Erklärungen. Das Szenario wird durch Euro 6 sicher nicht einfacher. Ich werfe noch einmal in die Runde: Was spricht gegen Benzinmotor?
Gruß
Stefan
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#41 Beitrag von Balu » Fr 28 Mär 2014 11:57

Canoe hat geschrieben:ch werfe noch einmal in die Runde: Was spricht gegen Benzinmotor?
Der Verbrauch?
Der Kat und bleifreies Benzin?
Aber irgendwas ist immer!

Gruß
Herby,
der mal einen Benziner als Womo hatte.
Der Verbrauch stieg von Ø80 km/h zu Ø90 km/h (Tempomat) von 12l auf 14l :roll:
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#42 Beitrag von Canoe » Fr 28 Mär 2014 15:36

Es gibt praktisch weltweit nur noch bleifreies Benzin (http://www.unep.org/transport/pcfv/pdf/ ... ochure.pdf). Der Mehrverbrauch hält sich in Grenzen. Ich habe in Kanada einen 5,6 l V8 Pickup mit Hubdachkabine, der mit Kabine zwischen 14 und 16, auf einer rauen Logging Road in den Rockies vielleicht auch einmal 17l/100 verbraucht. Meiner ist Bj. 2006, die heutigen Pickups haben verschiedene Spritspar-Technologien und verbrauchen etwa 2 l weniger. Das sind konservativ gerechnet 4l mehr als ein Diesel. Bei 1,50 € pro liter Benzinkosten sind das 600 € pro 10.000 km. Ein neuer Pick up mit allen Schikanen kostet in Kanada zwischen 30-35.000 €.
Gruß Stefan
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#43 Beitrag von Balu » Fr 28 Mär 2014 17:28

Hallo Stefan,
das mit dem bleifreien Benzin weltweit hatte ich als Dieselfahrer jetzt nicht auf dem Schirm.
Zur Zurückhaltung bei Benzinern in Deutschland:
Ich denke durch deine Aufenthalte auf dem nordamerikanischen Kontinent hast du per se einen anderen Blickwinkel auf die Fahrzeuge, die dort so üblich sind. (Da bist du einfach näher dran) Ich glaube dir auch, dass die Pickups dort bei den üblichen Tempolimits die von die genannten Verbrauchswerte erzielen. Aber auf deutschen Autobahnen bei "Richtgeschwindigkeit 130"? Mit Wohnkabine hinten drauf? Ich glaube, da läuft einiges mehr durch!
Wenn ich mit so einem Fahrzeug auf limitierten Straßen weltweit halbwegs vernünftig unterwegs sein kann, spätestens auf unseren Autobahnen "juckt " doch dann der Gasfuss mit solch großen Motoren, oder?
Und da würde das Fahrzeug ein Gutteil (wenn nicht den Hauptanteil) seiner Fahrleistung absolvieren.
Aber trotzdem ein interessanter Ansatz, über den man abseits europäischer Denkschemata nachdenken kann.

Gruß
Herby
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#44 Beitrag von Canoe » Fr 28 Mär 2014 18:30

Hallo Herby,
ich fahre in Kanada normalerweise 110-120 km, mit dem Transit in Deutschland 110 km. Darüber fangen beide an zu saufen. Für Europa würde ich auch keinen Benziner kaufen. Nur wenn ich jetzt ein Fahrzeug für Fernreisen ausrüsten würde und abwägen müßte, zwischen dem Umrüsten eines Euro 5/6 auf Euro 3 oder Benzin.
Gruß Stefan
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Re: Euro4/5 in Lateinamerika

#45 Beitrag von dare2go » Sa 29 Mär 2014 08:15

Ein neuer Benziner ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei - denn die mögen u.U. keine hohen Ethanolanteile im Sprit:
[von Landcruisingandventure.com]: We know one overlander couple who because of this argument bought the newest FJ Cruiser. This was a great choice for them until they reached Brazil. They couldn’t explore Brazil as Brazil’s fuel consist of 23% ethanol and the computer wizardry didn’t take on that fuel too well. You could maybe adapt a chipset so that it would, but that’s a whole different ballgame. To learn about Shreesh and Neena’s story first-hand, check their website.
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